Rungholt

Trilogie vom Tod: Teil 1 – Annas Tod

Die Trilogie von Annas Tod
Teil 1: Annas Tod
Annas Geschichte
Die psychische Entwicklung und Erlebniswelt
zwischen Tod und Integration mit dem Gesamtselbst

Josef 

Teil 1: Der Tod und die psychische Entwicklung nach dem Tode

Die Geschichte von Anna: 
Einleitend in die Thematik dieses Abschnitts geleitet Josef mich
in ein „Out of Body Experience“.

Im Folgenden schildere ich, was ich sah und fühlte.

Ich weiß, dass ich Zeuge eines Sterbevorgangs bin
und dass dieser als Beispiel dienen soll, grundsätzliche Prozesse zu erklären.

Josef führt mich an ein Krankenbett. 
Soeben ist die Frau, die dort liegt, verstorben.  
Sie befindet sich außerhalb ihres Körpers und sieht verwundert darauf hinab.

Ihre Emotionen sind Verwirrung und eine eigentümliche innere Distanz.

Sie wundert sich selbst darüber, dass sie keine Angst entwickelt,
obwohl sie weiß, dass sie tot ist.

Diesen an sich friedlichen Moment stört immer noch ein großer Schmerz.

Die Ursache ihres Todes ist ein Sturz und sie fühlt noch den Schmerz,
obwohl sie nicht mehr in ihrem Körper ist.

„Ihr Name ist Anna“, so sagt mir Jo.
Ich frage Anna: „Wie fühlst du dich?

Anna: „Ich wundere mich, i
ch dachte, es macht mir Angst!
Aber es macht keine Angst, tot zu sein“.

In diesem Moment wird Anna von einer Kraft gezogen,
es ist als zöge jemand von hinten an der Mitte ihres Körpers, den sie immer noch fühlt.

Der Kopfschmerz wird jetzt besonders groß, dennoch lässt sie sich von dieser Kraft ziehen,
will keinerlei Widerstand leisten, obwohl der Kopf so weh tut.

Dann befindet sie sich in einem hellen Licht, das immer heller und leuchtender wird.

Der Schmerz ist sehr stark, noch heftiger als zuvor.

Aber Anna ist auch gespannt, was jetzt mit ihr geschieht.

Sie hofft darauf, dass sie in den Himmel kommt.

In dem Moment, in dem sie dies hofft, sieht sie einen Engel vor sich.
Er kommt ihr vertraut vor, jedenfalls ist ihr erste Gedanke, als sie ihn sieht:
“Den kenne ich doch!“

Der Engel lacht und nimmt sie in den Arm.

Anna beklagt sich über ihre Kopfschmerzen.
Sie wird zornig, weil sie immer noch solche Schmerzen hat.  
„Warum“, fragt sie den Engel, „sind die Schmerzen nicht weg, wenn ich doch tot bin?“

Der Engel scheint nicht sprechen zu können.
Er streichelt nur ihren schmerzenden Kopf und versucht,
sie weiter zu ziehen über ein Feld aus Wolken.

Aber Anna will nicht, sie will nicht über Wolken gehen, auch wenn das hier der Himmel ist.
Sie hat ja auch noch keine Flügel, nur Kopfschmerzen!

Und obendrein versteht sie den Engel nicht.
Obwohl der den Mund bewegt, versteht sie ihn nicht. 
Engel singen, dass hat sie gelernt.

Und gerade als sie das denkt, fängt er wirklich an zu singen,
aber in einer Sprache, die sie nicht kennt.
Anne erinnert sich, dass Engel in himmlischer Sprache singen,
auch das hat sie gelernt.

Das beruhigt sie: Sie wird im Himmel sein, so ist das also!

Aber diese Kopfschmerzen, die gehören nicht in den Himmel!

Der Engel lächelt, er nimmt sie in den Arm und das fühlt sich wundervoll an.
Sie fühlt, dass er sie sehr lieb hat.

Seit er sie im Arm hält, verändert sich etwas mit ihr:
Sie wird ganz ruhig.
Ihr Schmerz ist immer noch da und es macht sie immer noch etwas wütend. 
Aber diese Ruhe ist gut, die sie fühlt.

Sie fragt sich, ob er mit ihr fliegen wird.

In dem Moment erhebt er sich wirklich mit ihr.
Sie fliegen über die Wolken und das ist sehr schön trotz des Kopfwehs.
S
ie denkt, es ist, als ob ich in seinen Armen schlafen soll.
Er scheint zu verstehen, was sie denkt,
denn er nickt und schließt immer wieder die Augen.

Sie versteht: Ja, schlafe jetzt ein.
Ob sie das jetzt richtig gehört hat, weiß sie nicht. 
Sie hört es irgendwie innen, nicht durch die Ohren.

Kann man mit dem Kopf hören, wenn man tot ist?

Sie versucht es: Sie schließt die Augen, sie ist ganz ruhig.
Diese Ruhe kommt vom Engel, dass weiß sie.
Es ist schön in seinen Armen: ruhig, still, gut…

Der Kopfschmerz wird dabei kleiner…

Sie fühlt die Arme des Engels, aber sie fühlt ihn auch irgendwie in sich selbst. 
Das ist seltsam: Er ist gleichzeitig innen und außen.

Es wird ganz still um sie und in ihr, es ist, als sei sie plötzlich ganz zusammengezogen –
viel, viel kleiner als sonst – wie eine Kugel.

Das ist seltsam, aber es fühlt sich auch wunderschön an.

Sie hört den Engel immer noch singen, aber das wird leiser und leiser.
Und dann ist sie ganz still:
Keine Schmerzen mehr, keine Gedanken, nichts, was sie sieht, was sie fühlt, was sie denkt…

Alles, was sie jetzt fühlt, ist, dass sie ist.
Sie selbst ist alles, was ist und das ist wunderbar ruhig und stark.

Erklärung zu diesem Bild von Josef: 
Anna durchlebt den ersten Teil des Übergangsprozesses.

Sie nimmt am Anfang noch ihren Körper wahr, dass ist völlig normal.
Mit fortschreitendem Prozess entdeckt sie ihre Außer-Körperlichkeit.
Langsam verändert sich ihr Bewusstsein für ihre veränderte Schwingungsdichte…

Aber sie ist zu diesem Zeitpunkt noch weit davon entfernt,
ein erweitertes Bewusstsein zu haben.
Noch ist sie ganz und gar jene, die sie zum Zeitpunkt ihres Todes war.

Sie würde sich gar nicht darüber wundern,
dass sie keine Angst empfindet im Angesicht ihres Todes,
wenn sie wüsste, dass ihr Gesamtselbst sie in der Schlafphase mehrfach auf diesen Moment – den Zustand außerkörperlichen Seins – vorbereitet hat.
Dadurch ist dieser Schritt leicht für sie.

Das ist durchaus ein gewöhnliches Geschehen
und erklärt die vielfachen Vorahnungen des eigenen Todes,
von denen ihr gehört habt.

Das Gesamtselbst bereitet seine Teilseele nicht selten auf diese Weise vor.

Aber es kann auch ein ganz anderer Weg des Übergangs vorgesehen sein.
Doch dazu in einem anderen Kapitel.

Festzuhalten ist hier, dass sie auf Grund ihr nicht bewusster Vorgänge
auf den Übergang vorbereitet wurde, so dass sie angstfrei den Umstand, tot zu sein,
erkennen kann und sich der Lösung von ihrem Körper hingibt, ohne in Panik zu geraten.

Auch dies ist ein nicht gesetzmäßiger Vorgang jeden Todes,
sondern eine vieler Möglichkeiten.

Wiewohl der körperliche Schmerz des Öfteren auch nach der Lösung aus dem Fleisch anhält (was aber nicht zwangsläufig ist), bleibt er bei ihr besonders lange erhalten.

Das liegt daran, dass sie nicht erkennt, dass sie es selbst ist, die daran festhält.

Sie hat ihn so sehr in Zusammenhang mit dem zu erwartenden Tod gebracht,
dass sie sich selbst an diesen Schmerz hält, als wäre er der „Beweis“ dafür,
wirklich tot und auf dem Weg in den Himmel zu sein.

Als sie stürzte und den Schmerz im Kopf fühlte, war ihr erster Gedanke:
„Jetzt sterbe ich“. 
Und so verknüpfte sie Tod und Kopfschmerz gedanklich so sehr miteinander,
dass ihr dieser Schmerz bleibt.

Anna war keine besonders fromme Christin.
Sie hat sich nur sehr wenig mit Religionen beschäftigt,
aber sie hat immer einen Rest ihres kindlichen Glaubens bewahrt als Option sozusagen.

Deshalb erwartet sie auch, den Himmel zu sehen. 
So hat sie es gelernt und allein die Tatsache, dass sie ein Licht wahrnimmt,
ist eine ihrer Glaubensvorstellungen.

Sie verbindet den Himmel seit ihrer Kindheit mit Licht, mit Wolken und mit Engeln.

Tatsächlich nimmt ihr Guide das Aussehen eines Engels an,
der auf einem Bild, das über ihrem Bett hing, abgebildet war. 
Das fördert das Gefühl von Vertrautheit, Nähe und Geborgenheit. 
Gleichzeitig untermauert es die Erkenntnis, tot zu sein.

Immer werden der Guide und andere Helfer bemüht sein,
die Teilseele in diesen Zustand zu führen,
da es die Voraussetzung aller weiteren Entwicklungen ist.

Die Möglichkeiten, dies zu erreichen, sind so vielfältig wie die Persönlichkeiten,
die begleitet werden.

Merkt euch einfach, dass folgende Erkenntnisse vermittelt werden sollen: 
Ich kann Vertrauen haben. 
Ich bin hier geborgen.
Es ist sicher, dass ich tot bin.

Anna kann ihren Guide im Übrigen nicht verstehen, weil sie als Kind angenommen hat,
dass Engel singen – und zwar himmlisch – was sie für eine Art Fremdsprache hielt.
Da sie später nie wieder darüber nachdachte, blieb es bei dieser Vision.

Der Guide stand nun vor der Entscheidung, sie durch ein anderes Verhalten zu verwirren
oder es bei ihrer Glaubensvorstellung zu belassen
und sich in anderer Weise mit ihr zu verständigen.

Eine der entscheidenden Aufgaben der Guides besteht darin,
die Erwartungen der Persönlichkeit zu kennen
und entsprechende Umfelder zu schaffen.

Denn je gelöster und entspannter sie ist,
umso leichter findet sie sich in ihrer neuen Form des Seins zurecht.
Sein größtes Augenmerk liegt darin, jede Art von Verwirrung zu vermeiden.

 Was fällt euch bei Annas Übergang auf? 

Nun, es fehlen einige oft berichtete Komponenten: 

Es kam zu keiner Begegnung mit Verwandten oder verstorbenen Freunden.

Der Guide vermeidet in diesem Fall diese Begegnung,
weil Anna mit jedem verstorbenen Angehörigen oder Freund heftige Probleme hatte!

Sie hat niemals im Frieden mit geliebten Angehörigen Abschied genommen
oder deren Tod akzeptiert.

Mit Vater und Mutter verbindet sie sowohl Liebe
als auch Demütigung und seelischer Schmerz. 
Mit ihrem Bruder eine sehr subtile Beziehung,
die nicht unwesentlich von Eifersucht getragen war.

Für ihren Mann hatte sie in den letzten Jahren nur Verachtung übrig
und ihr verstorbenes Kind würde sie sofort an den größten Verlust ihres Lebens erinnern.

Das heißt: Diese Begegnungen würden niemals ohne heftige emotionale Erregung stattfinden. Das aber wird der Guide zu dem jetzigen Entwicklungsstand unbedingt vermeiden.

Er macht etwas ganz anderes:
Er führt sie in den Zustand tiefster Meditation.


Einige kennen und benutzen hierfür den Ausdruck „Sanatorium“. 
Dies ist auch eine gute Umschreibung dessen, was mit der Teilseele nun geschieht.

Doch mir geht es darum, euch zu erklären, wie es sich anfühlt.
Es ist eine Art Schlaf, sagt ihr.

Dieser Zustand unterscheidet sich ein wenig von wirklichen Tiefschlaf,
jenem Zustand, in dem sich der Mensch in einer Phase tiefer Selbstvergessenheit befindet (was lediglich auf mangelndes Erinnerungsvermögen basiert).

Sondern in dem Zustand, in dem Anna sich befindet,
würde sich ein Buddhist sofort zurechtfinden,
man könnte es tatsächlich als eine Art „Nirwana“ bezeichnen.

Anna hat in dieser Phase durchaus Bewusstsein für sich selbst!
Es gibt ein „Ich“, aber sie empfindet sich als sehr konzentriert, sehr ruhig, als verdichtet.

Denn außer diesem „Ich-Bin-Bewusstsein“ nimmt sie keinerlei Eindrücke auf.

Dies ist ein ganz wichtiger Punkt der Bewusstseinserweiterung.
Er festigt das Empfinden, dass ihr nichts mehr geschehen kann: keine Angst, kein Schmerz.

Sie findet im wahrsten Sinn des Wortes „zu sich selbst“. 
Und das ist eine Zeit, in der sie die Wurzel ihrer Existenz ERLEBT!
Und darum geht es.

Dies ist von sehr heilsamer Wirkung.
Es ist kein unveränderlicher Zustand, obwohl er relativ lange anhalten kann.
Vielmehr wird sie mal mehr, mal weniger in diesen Zustand des „ICH-BIN“ versetzt sein.

Es ergibt vielleicht wenig Sinn für Euch. 
Aber wer über Suggestionen gelesen hat, der wird verstehen,
dass es Persönlichkeiten gibt, die so sehr ihre Umwelt in sich aufnehmen,
dass es ihnen schwer fällt, sich selbst wahrzunehmen.

Sie sind es so sehr gewohnt, zu RE-AGIEREN,
auf Reize der Umwelt psychisch ausgerichtet zu sein,
dass sie ein intensives Gefühl für ihr Ich verloren haben.

Doch dieses ICH-BEWUSSTSEIN ist äußerst wichtig für die weitere Entwicklung! Andernfalls würden sie sich in einem äußerst chaotischen Umfeld bewegen müssen.

Wir sehen dies sehr deutlich an dem anhaltenden Schmerz, den sie noch spürte. 
Nur die tiefe Konzentration auf ihr tiefstes Ich nimmt ihr diesen Schmerz.
Es beruhigt sie und gibt ihr später die Kraft, sich neuen Erkenntnissen zu öffnen.

Das Sanatorium ist also ein Zustand, in dem die Teilseele sich selbst begegnet. 
In dem sie sich ERLEBT, aber nicht reflektiert.
Es darf – um diesen Zustand zu erleben – keine äußeren Reize geben!

Ihr kennt den Ausdruck, dass jemand „in sich selbst ruht“.
Das ist meines Erachtens die zutreffendste Bezeichnung dieses Zustandes.

Ihr versteht jetzt vielleicht, warum in diesem Zustand Kontakt mit lebenden Angehörigen nicht erwünscht ist.

Das Erwachen / die Phase 1

Annas Erwachen aus dem Zustand des tiefen In-sich-Ruhens erfolgt schrittweise.
Bilder ihrer Inkarnation treten immer häufiger in ihr Bewusstsein.

Diese Bilder dienen lediglich dazu, sich nicht mit dem Geschehenen zu identifizieren.
Sie bewahrt dabei ihre innere Distanz, erlebt sich als Zuschauer.

Dies ist nicht! der Augenblick der Beurteilung
oder vielmehr Auswertung der Geschehnisse. 
Das wird erst in einer späteren Entwicklungsphase geschehen.

Vielmehr könnte man diesen Zustand in etwa damit vergleichen,
dass es ein sich Vergewissern dessen ist, was man mitgenommen hat.

Erinnerung wäre jedoch das falsche Wort hierfür.
Es ist ein sich Besinnen und eine zusammenfassende Schau von Ereignissen,
die thematisch noch ungeordnet ist.

Dieser Zustand hat folgende wichtige Erkenntnisse zur Folge: Ich bin!
Aber ich bin nicht die Summe meiner gemachten Erfahrungen und Erlebnisse.

Es geht darum, dass dieses zutiefst verstanden wird.

Auch dieser Teil des Erwachens wird vom Guide betreut.
Er vermittelt ihr durch seine Gegenwart, dass sie geborgen und keineswegs allein ist.

Während dieser Zeit ist ihr nicht unbedingt klar, wo sie sich befindet.
Ihre ganze Konzentration gilt folgendem: 
1. Ich bin und ich ruhe in mir selbst.

2. Dies ist, was ich erlebt habe.

Es ist keinesfalls eine emotionale Schau des vergangenen Lebens,
lediglich eine Art Rückblende.

Dies unterscheidet sich nur unwesentlich von jenen Nahtod-Erfahrungen,
die euch bekannt sind.

Es wird sicherlich für euch verständlich sein, dass diese Phase sehr subtil ist
und hier eine Einmischung lebender Angehöriger nicht erwünscht ist.

In dieser Phase hat Anna schon den Schmerz, der sie so lange begleitete, verloren.
Denn nunmehr ruht sie in sich selbst.

Dieses ist sehr bedeutsam, wenn es stabil geworden ist.
Denn es bedeutet, dass äußere Erfahrung und Eindrücke
nicht mehr der zentrale Bezugsrahmen des Bewusstseins sind.

Stände diese Entwicklung nicht im Mittelpunkt aller weiteren Prozesse der Seele, würden weitere Erlebnisse – wenn nicht schaden –
so doch zumindest unnötige Aufregung verursachen.
Dies ist verständlicherweise der Entwicklung abträglich.

Menschen, die dieses „In-Sich-Ruhen“ bereits zur irdischen Zeit entwickelt haben,
bedürfen dieser Station nicht, die ihr „Tiefschlaf im Sanatorium“ nennt.

Die Rückschau auf ihre Inkarnation erfolgt langsam und in Etappen.
Immer wenn es nötig scheint, die innere Ruhe wieder zu finden,
werden Pausen gemacht, die dieser „Selbstbesinnung“ dienen.

Während dieser Zeit wird das Vertrauen des Selbst gestärkt
und vorsichtig wird der Guide allmählich Bilder der “Umgebung“ einfließen lassen.

Diese Umgebung richtet sich völlig nach den Bedürfnissen der Teilseele. 
Danach, was diese als schön und angenehm empfindet
und was sie bereit ist, mit dem Jenseits zu verbinden.
Hier spielen religiöse Einstellungen eine bedeutende Rolle.

Sehr häufig finden wir Vorstellungen von Gärten in eurer Kultur oder Parkanlagen.
Dies liegt zum Teil an archetypischer Symbolik. 
Der Garten Eden, das Paradies als Symbol geschützter Geborgenheit
im Gegensatz zu bedrohlicher Wildnis.

Ein Indianer zieht höchstwahrscheinlich vor, eine weite, unberührte Landschaft zu erblicken,
in der Mutter Erde nahe ist (auch ein symbolischer Schutz).

Ganz wie es euren Bedürfnissen entspricht, wird der Guide eure Umgebung symbolisieren.
Erst später wird die Seele erkennen, dass sie selbst ihr Umfeld schafft.

In jedem Fall spielt der WUNSCH der Teilseele,
aus der Selbst-Versunkenheit herauszutreten und mehr Umwelt zu gewahren,
die entscheidende Rolle beim Verlauf.

Ob dies schnell oder langsam geschieht, liegt einzig und allein bei ihr selbst.

Der Guide wird in jedem Fall sich völlig auf die Bedürfnisse der Seele einlassen.

Er wird alles tun, um in ihr das Bewusstsein heiterer Gelassenheit zu erzeugen.
Denn dies gewährt die schnellsten Fortschritte.

Eine Zeit festzulegen für diese Phase, ist unmöglich,
weil es absolut individuell ist wie es der ganze Verlauf.

Wer als Medium Kontakt zu Verstorbenen aufnimmt,
sollte daher immer den Kontakt über die Guides herstellen,
um eine unangebrachte Störung des Verstorbenen zu vermeiden.

In der Phase zunehmender Umgebung-Orientierung
ist ein Rück-Besinnen auf Hinterbliebene noch nicht erwünscht.

Dies sollte erst erfolgen, wenn sich die Teilseele, dort wo sie nun ist,
vollkommen geborgen und sicher fühlt und! ganz in sich ruht.

Die Zuführung weiterer Personen ist ebenso individuell wie alles andere auch.
Bei instabiler Lage wird der Guide dies nur sehr vorsichtig tun.

Zuerst wird er eine Umgebung der Geborgenheit suggerieren,
erst dann Kontakt mit anderen zulassen.
Kontaktpersonen sind in aller Regel hier in dieser Entwicklungsphase Verwandte
oder andere geliebte oder geachtete Menschen.
Es können aber auch Kollegen, Nachbarn oder ähnliche Kontakte sein.

In Annas Fall wird ihr langjähriger Hausarzt der erste Kontakt sein
und ein Kätzchen, das sie als Kind besaß.
Zu diesem Arzt hatte sie stets tiefstes Vertrauen
und ihr Kätzchen liebte sie innig.
Was in ihr zwei Emotionen bewirkt: 
Große Wiedersehensfreude und die Gewissheit, „in guten Händen“ zu sein.

Beides gehört zu ihrem Plan,
der selbstverständlich auch jenseitig weiter existiert und erlebt werden will.

Der Guide könnte hier auch völlig andere Begegnungen vorsehen,
die Auswahl unterliegt ausschließlich den vorgesehenen planmäßigen Entwicklungsschritten.

Psychologisch bewirkt die Begegnung mit Kätzchen und Arzt, dass sie sich bewusst wird, nunmehr selbst zu den Verstorbenen zu zählen.

Zum anderen freut sie sich des Wiedersehens, ohne dabei an alte Wunden zu geraten,
die zu diesem Entwicklungsstand wieder aufreißen würden,
wenn sie Mann, Kind oder ihre Eltern treffen würde.

Es ist wichtig für ihre Entwicklung,
dass sie mit ihrem Tod nun auch erlebte Freude verbindet.

Ich betone nochmals, dass dies individuell ist und auch völlig anders ablaufen kann, je nach dem, was der Plan auf jenseitiger Ebene beinhaltet.

Fortsetzung mit Teil 2.