GAR NICHT mehr kämpfen? Oh nein, das darf ein guter Mensch nicht tun!

Du musst kämpfen!
Nicht gegen die Menschen, die deine Rechte beschneiden,
sondern FÜR dich!

Für deine Familie, für deinen Glauben an das ewig Gute…

Du kannst der Tatsache, dass es Menschen gibt,
die deine Rechte beschneiden,

nicht den Rücken zudrehen. 
Solange es Menschen gibt, die Unmenschliches TUN,
muss gekämpft werden gegen dieses Tun.
Nicht unbedingt mit Waffen,
aber ganz bestimmt mit Verstand!

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Alex zu verbinden. Alex bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe in einer Art Dorf, nur dass die Gebäude hier keine Häuser im eigentlichen Sinn sind, sondern Lehmbauten, Kuppeln ohne darunter liegende Wände.

Ein großer, rötlich gelber Vollmond erleuchtet diese Bauten, die in scheinbar ungeordneter Weise zueinander stehen, nur die „Türen“ zeigen alle in die gleiche Richtung.

Die Nacht ist sternenklar, unglaublich schön. Niemals – nicht einmal in alpinen Hochtälern – sah ich je so viele Sterne.

Aus den Bauten steigt Rauch aus der Mitte der Kuppeln. Dieser würzige Holzrauch mischt sich mit Düften, die mich an Salbei und Minze erinnern. Weiter außerhalb des Dorfplatzes höre ich manchmal ein Rind, es scheint als eine Art Viehhaltung zu geben.

Unweit eines Brunnens sehe ich im Mondschein dicke Kürbisse in Reih und Glied wachsen und Bohnen an Stangen gezogen. Es ist wunderschön, hier zu stehen, Frieden zu spüren, Einheit und Harmonie mit allem, was hier ist. Selbst die nahen Berge aus Sandstein sind mir wie vertraute Brüder, als würden sie schützend über dieses Dorf wachen.

Dieser Ort erfüllt so sehr mein Herz, dass ich darüber fast meine Aufgabe vergessen habe: den Guide von Alex zu finden.

Eine leise Frauenstimme hinter mir sagt: Du brauchst mich nicht finden, ich finde doch dich!

Ich drehe mich nach dieser Stimme um, vor mir steht eine etwas mollige, kleine Frau, offensichtlich indianischer Abstammung. Das dichte, grau werdende Haar hinten zusammengebunden, gekleidet in eine blaue, einfache Bluse und einen dunklen Rock mit wunderschönem, bunten Webrand, schaut sie mich halb belustigt, halb mitfühlend an…

G. Dies ist ein Ort des Friedens, Uta?

U. Er fühlt sich so an…

G. Ja, jetzt fühlt er sich so an, aber wenn sie aufwachen – meine Brüder und Schwestern – wirst du sehen, dass dieser Abend das Ende des Friedens ist für lange, lange Zeit…

Alex! Wie ich deinen Namen liebe!

Weißt du, er bedeutet doch so viel! Seinen Sinn sollst du verstehen lernen, meine liebe Schwestern-Seele: Du heißt eigentlich „Beschützerin, Verteidigerin“.

Tja. Ach, hier an diesem Platz, da waren wir beide zuhause: du und ich. Ich war damals deine Mutter, meinen Namen habe ich gar nicht geliebt, ich hieß Manata, das bedeutet: Der Krieg kommt zurück.

Als ich geboren wurde und die ersten Jahre meines Lebens mir die Weltsicht auf die jenseitige Sicht mehr und mehr versperrten, mit der ich doch geboren war, da träumte ich eines nachts sehr schlecht. Und mein guter Vater weckte mich, fragte, was ich denn träume, und ich sagte schlaftrunken: Von Kriegern, Vater, träume ich und von Blut und den Tränen meiner Mutter.

Da nahm er mich in seine Arme und flüsterte mir meinen Namen ins Ohr: Manata. Der Krieg kehrt zurück… und seine Augen waren voller Zorn und Trauer.

Du musst wissen: In unserer Welt gab es ständig Kriege, immer ging es um Land um Vieh, um Wasser. Das hier war eine durchaus fruchtbare Gegend, es gab viele Valleys, die so fruchtbar waren, aber sie lagen verstreut wie Inseln im Meer inmitten einer kargen, steppenartigen, manchmal sogar fast vollständig trockenen Region.

Wurde der fruchtbare Boden zu knapp für die Anzahl der Menschen, gab es Krieg, der reduzierte die Anzahl der Menschen wieder. Für viele Jahre war wieder Frieden, bis wieder zu viele Menschen für zuwenig fruchtbares Land da war.

Diese Zeitereignisse haben wir niemals infrage gestellt, wir waren zutiefst überzeugt, dass es so und nicht anders sein muss. Darum galt mein Name nicht als Bedrohung, sondern er war genauso „natürlich“, als hätte man mich Wintermond oder Sonnenkraut genannt.

Weder mein Traum noch mein Name hätten in den Augen meines Vaters Trauer und Zorn erscheinen lassen. Nicht hundert Jahre vorher, nicht einmal 50 Jahre vorher. Aber zur Zeit meiner Kindheit sah mein Vater, dass der Krieg, den ich sah, etwas ganz anderes sein würde als die Kriege vorher…

Als ich eine junge Erwachsene war, heiratete ich einen wunderbaren Mann, kräftig war er und fleißig, gütig und vorausschauend.

Er zog zu mir und wie beide waren etwas, das Mutter Erde und Vater Himmel nur zu gern als Basis für weiteres, menschliches Leben nahmen. Du warst mein erstes Kind, ein Sohn.

Du musst wissen: In unserer Kultur hier waren Männer diejenigen die ihre Heimat bei der Familie ihrer Frau fanden. Der Mann zog in das Haus der Frau, er gehörte von da an zur Sippe der Frau, genau umgekehrt als bei euch heute.

Ach, das war nicht so einfach für mich! Ich liebte dich so sehr! Und die Vorstellung, dass du eines Tages zu einer anderen Frau ziehen würdest, ließ mich immer ein wenig traurig sein und auch besorgt, denn die Aufgabe der Männer war es, Krieger zu sein. Ich wollte doch dein Leben!

Nicht dass du vielleicht zu denen gehörst, die im Krieg fallen, damit der Stamm wieder genug Weiden für alle hat. Lange wartete ich auf den Tag, bis du deinen Namen finden konntest.
Der Name kam zu dem Kind durch einen Traum oder ein seltsames Ereignis, nicht wie bei euch, wo die Eltern nach ihrem Geschmack einen Namen wählen.

Wir glaubten daran, dass der Name Bedeutung für das Schicksal eines Menschen hatte, Namen waren sehr heilig.

Eines Tages – wir waren auf der Suche nach Kräutern dort zu den Felsen gegangen – warst du plötzlich verschwunden. Wie haben wir dich gesucht! Endlich – mein Verstand war vor lauter Sorge um dich schon ganz verwirrt – fand dich dein Vater schlafend hoch oben auf einem der Felsen. Es war uns ein Rätsel, wie du dort hinaufgekommen bist, aber nun wussten wir deinen Namen: Felsen! Wir nannten dich Tshe!

U. Wie Che Guevara?

M. Lachend: Ja, so ungefähr! Fels, mein Fels, ihr würdet in eurer Sprache Pedro sagen oder Peter, nicht wahr?

Mir gefiel das gut, mein Sohn würde ein Fels sein für seine Brüder und Schwestern und sicher auch für mich und seinen Vater. Er würde fest sein, unverrückbar würden seine Ansichten sein und sein Ja würde ein Ja sein und sein Nein ein Nein. Das war mir viel lieber, als wenn du zum Beispiel Wind gehießen hättest!

Ach, mein mütterlicher Stolz kannte keine Grenzen! Ein Fels zu sein, das würde dir ganz sicher ein gutes Leben bescheren. Denn was kann einem Felsen schon passieren?!

Ja, Alex, da hab ich zu kurz gedacht.

Die Jahre wurden schwieriger und schwieriger, wir bekamen nicht nur Schwierigkeiten mit unserem Nachbarvolk, den Hopis, sondern es kamen neue Menschen in unser Gebiet: die Weißen!

Natürlich wussten wir längst von ihnen, wussten, wie sie mit unseren Brüdern in der Prärie umgegangen waren, wussten, dass sie Landfresser waren und viel mehr Land beanspruchten, als sie je selbst nutzen konnten. Aber wir hatten immer gedacht, dass sie uns hier in dieser trockenen, kargen Gegend in Ruhe lassen würden.

Dann hatten sie auch noch einen Bruderkrieg und ich war sicher, mein Name bezog sich auf eben diesen Krieg. Aber so war es nicht, sie kamen, sie kamen und versuchten, uns von unserem Land zu vertreiben.

Erst nur hier und da, dann zusammen mit vielen Soldaten und schließlich begann er, DER Krieg!

Ich war schon eine Alte, du ein junger Mann von Mitte zwanzig, dein Vater war längst ins Jenseits gegangen, als unsere Führer beschlossen, die Weißen anzugreifen.

Ach, es gab kein Vertrauen, das wir diesen Krieg gewinnen, unter den Frauen. Aber wir Frauen waren für Kinder, Feld und Vieh zuständig, ihr Männer für den Krieg.
Und du, mein Herz, du warst nicht zu bewegen, VERNUNFT anzunehmen, eine Vernunft, die sich ausrechnet, ob ein Kampf realistisch zu gewinnen ist oder nicht.

Nein, wie ein Fels bist du dabei geblieben was dir wahr und heilig schien: Wenn unserem Volk das Land geraubt wird, MUSS unsere Antwort Krieg sein!

Die ersten Kämpfe brachten kleine Erfolge, erste Siedler wurden entweder getötet oder vertrieben. Und du und deine Freunde, die anderen jungen Krieger, ihr habt gejubelt.

Ich nicht. Ich wusste plötzlich: Mein Traum als Kind, die Tränen meiner Mutter, es waren MEINE! Tränen, die ich gesehen hatte…

Die Weißen wichen nicht, sie blieben und sie wurden mehr und sie holten Soldaten, mehr und mehr und mehr…

Unsere Krieger überfielen Siedlertrecks, die Soldaten überfielen unsere Siedlungen: Sie verbrannten unsere Felder, schlachteten unser Vieh, doch deine Meinung blieb gleich: Die Antwort auf Landraub muss Krieg sein!

Unsere höchsten Räte trafen sich mit einem der Soldatenführer, er versprach Frieden, er versprach uns Land anderswo, wo wir in Frieden leben durften. Unser Rat stimmte zu. Die Bedingung der Weißen war: bis zum Marsch ins „Reservat“ KEINE Überfälle mehr!

Auch da blieb deine Meinung fest wie ein Fels! Die Antwort auf Raub MUSS Krieg sein!

Eine Zeit lang schien es so, als würden wir doch noch gewinnen. Die Weißen hatten unser Brudervolk in einem langen Marsch weggeführt, uns ließen sie in Ruhe…

Doch dann fing die Jagd an: Weiter und weiter trieben sie uns, vernichteten Dörfer, verfolgten unsere Flucht.

Und du und deine Waffenbrüder, ihr wart sicher, es gibt einen Ort der Zuflucht, ein heiliges Tal. Nie würden die Weißen uns dort angreifen können, denn es gab nur einem schmalen Zugang, der von uns gut zu verteidigen war.

Ich hatte kein gutes Gefühl, mir war, als wir mit so vielen anderen Stämmen dorthin zogen, als würden wir direkt ins Verhängnis ziehen. Aber so sehr ich auch argumentierte, deine Meinung blieb fest: Dort in jenem Valley würden wir leben, bis die Weißen es aufgeben, uns vertreiben zu wollen.

Wir waren kaum alle angekommen, da geschah etwas ganz Fürchterliches: Die Weißen wussten von unseren Plänen, heimlich hatten sie auf die Höhen der Berge, die das Valley umgaben, ihre großen Kanonen gebracht. Und mit denen schossen sie von oben auf uns! Viele starben, so viele! Ich auch.

Und du? Nein, du nicht, du hast an diesem Tag aufgehört, an Prinzipien zu glauben. Du hast aufgehört, zu glauben, dass es ÜBERHAUPT berechtigt ist, sich gegen die Willkür anderer zu wehren, du hast aufgehört, ein Fels sein zu wollen.

Was weiter passiert ist? Sie brachten uns auf den langen Weg ins Reservat, fast jeder zweite starb auf diesem Weg, du auch.

Eine Seele voller Schmerz, SCHULD daran zu tragen, kam in die himmlische Heimat. Und diese Seele hat bis heute noch keinen ruhenden Bezugspunkt zum kämpfen müssen.

Diese Inkarnation hier, als Tshe, die hat in gewisser Weise nie wirklich aufgehört, da ist immer noch etwas, das sagt: Wenn ich Krieg führe, mache ich mich schuldig!

Nie wieder wolltest du ein Mann sein, nie wieder wolltest du in einen Krieg ziehen und nie wieder wolltest du so feste Prinzipien haben, dass aus ihnen Unheil geschieht, am Besten GAR KEINE mehr.

Ach, mein gutes Herz, du hast dir deine Leben danach aber dadurch sehr schwer gemacht.

Weißt du, das Leben des Tshe war doch nicht völlig falsch, falsch war nur eines: dass er sein Prinzip ÜBER die Vernunft gesetzt hat.
Das nicht mehr zu tun, sollte er lernen.

Aber GAR NICHT mehr kämpfen, oh nein, das darf ein guter Mensch nicht tun!

Solange es Menschen gibt, die Unmenschliches TUN, muss gekämpft werden gegen dieses Tun. Nicht unbedingt mit Waffen, aber ganz bestimmt mit Verstand!

Alex, dein heutiger Name heißt: Beschützerin, Verteidigerin. Du hast ihn gewählt, noch ehe deine Mutter über einen Namen für dich nachdachte, stand der schon fest! Denn deine Seele wollte in diesem Leben wieder bereit sein, zu beschützen und zu verteidigen! Sie wollte ihre alte Kraft wieder finden, die sie auf dem langen Marsch ins Reservat verloren hat.

Viele Kräfte sind das, mein Liebling. Es ist die Kraft, das Gute vom Bösen unterscheiden zu können.
Es ist die Kraft, nicht mehr für sich zu fordern, als du anderen zubilligst.
Es ist die Kraft, aus tiefsten Herzen daran zu glauben, dass alles einen Sinn hat.
Es ist die Kraft, sich für das voll und ganz einzusetzen, was das Leben fördert.
Und nicht zuletzt ist es die tiefe Liebe zu all dem, was schwach und zart ist und darum beschützt werden muss.

Mein Tshe hatte all diese Kräfte, aber er hat sie leider dem Prinzip völlig untergeordnet, das war falsch. Aber aus der Weigerung, sich zu verteidigen, auch ein Prinzip zu machen, das genauso alle anderen guten Kräfte in dir blockiert, wird sein Gegenteil. Das war genauso falsch und das hat deine Seele in den zwei Leben, die zwischen Tshe und Alex liegen, eingesehen.

Doch nun gilt es, dich in deinen Kräften auch zu üben! Du kannst der Tatsache, dass es Menschen gibt, die deine Rechte beschneiden, nicht den Rücken zudrehen…

Du musst kämpfen, nicht gegen die, sondern FÜR dich!
Für deine Familie, für deinen Glauben an das ewig Gute…

Dies ist nicht ein Reading, um dich gemütlich zurückzuziehen, sondern dich zu wecken!
Wach auf kleine Kriegerin, genug geschlafen!

Weißt du, was ein guter Krieger ist? Einer, der mutig kämpfen kann?
Ja, natürlich! Aber ehe er das kann, muss er seine Kräfte stärken, findest du nicht? Weißt du, Alex, da kannst du wirklich noch sehr viel für dich tun!

Ich weiß, dass es schwer ist, du bist wirklich nicht damit groß geworden, dass du dich verteidigen oder sogar angreifen darfst, ist dir nicht in die Wiege gelegt.

Im Gegenteil, immer in Obacht sein und möglichst keinen zum Zorn reizen…
Ich weiß…

Aber jetzt bist du erwachsen, DU! bist groß und stark und du weißt längst, dass nicht alles, was vernünftig scheint, auch vernünftig ist, wenn man es von dir fordert.

Du musstest so früh ganz vernünftig sein und als kleines Kind – da stimme ich zu – ist es vernünftig, niemanden, der erwachsen ist, zum Zorn zu reizen.

Aber jetzt?
Soll es denn immer noch wahr sein, dass du niemandem angst machen darfst, aber jeder dir?

Nein, nicht wahr? Nein, nein. Ein wirklich guter Krieger sorgt für sein Wohlbefinden und verteidigt es.

Gut, vieles, so vieles hätte ich dir noch zu sagen: Wunden hast du, solche aus anderen Leben, aber auch aus deiner Kindheit.

Ein Krieger muss seine Wunden versorgen, das ist seine Pflicht, sonst kann er nicht tun, was seine Aufgabe ist.
Ein Krieger muss sich vor Verwundungen auch schützen, sonst kann er nicht lange genug tun, was seine Aufgabe ist.

Beides, Alex, ist nun deine Arbeit, die deine Seele ernst zu nehmen aufgerufen ist.

Ich helfe dir, so gut ich kann, aber ich muss dich deine eigenen Entscheidungen treffen lassen. Nichts wünsche ich mir so sehr, als dass es Entscheidungen sind, die dazu führen, dass du DICH beschützt und verteidigst.

U. Vielen Dank, Manata.
Ich würde jetzt gerne die Fragen von Alex stellen.

M. Gern.

U. Alex fragt: Wie kann ich meine Berufung finden? Und sie macht sich Sorgen um ihre Lebensaufgabe.

M. Deine Lebensaufgabe ist, wieder Kriegerin zu werden, Alex, eine, die beschützt und verteidigt, was gut ist, gegen die Übergriffe dessen, was aus dem Bösen kommt.

Nein, nein, mein gutes Herz, du versäumst deine Aufgabe nicht, du arbeitest daran, andere zu beschützen und zu verteidigen, geht doch schon recht gut.

Aber DICH?! Ja DICH! Das ZUERST, so muss es sein Alex.

U. Sie fragt weiter, wie sie am besten ihre Ängste lindern kann?

M. Alex, deine tiefste Angst ist die Basis aller anderen: Du hast Angst, SELBST böse zu sein!

Herz, diese Angst gilt es, zu meistern. NICHT durch wegsehen, NICHT durch davonlaufen!

Du kennst deinen Zorn nicht, kein bisschen kennst du ihn WIRKLICH. Du weißt nicht, das du einen heiligen Zorn haben MUSST!
Gibt es ihn nicht, gewinnt das Böse!

Du kannst das, was Böse ist, nicht überzeugen, gut zu werden, sowenig wie es dem Bösen gelingt, das, was wirklich gut ist, dauerhaft böse werden zu lassen.
Versuch, diese Worte zu verstehen …

Am Liebsten machst du alles allein und mit dir selbst ab.

Doch, Alex, diese Möglichkeit hat Grenzen. Diese Grenze liegt im Unbewussten bei dir.

Du warst ein Kleinkind und WUSSTEST, was BÖSE war, aber du DURFTEST es nie so nennen!

Sondern du solltest DICH als böse betrachten. Das ist ganz und gar verdreht und vieles von diesem verdrehten Blick auf dich ist noch in dir.

Da herauszufinden brauchst du Hilfe, wir sind doch nicht umsonst hier bei dieser Frau.

U. Was soll sie tun, um das Kribbeln in ihren Beinen zu heilen?

M. lächelnd: Kriegstanz!

U. Warum knirscht sie nachts so mit den Zähnen?

M. Weil dein Zorn auf das Böse nicht zu Bissen GEGEN das Böse werden darf.

U. Was sollte sie aus der Situation mir ihren Schwiegereltern lernen?
Den Kontaktabbruch empfinde ich als entlastend und richtig, aber war und ist das wirklich so? Zum einen möchte ich an mir arbeiten, zum anderen hinterfrage ich mein Verhalten.

M. Weißt du, Alex, es ist im Leben des Menschen nicht möglich, KEINE Urteile zu fällen über andere Menschen, das ist gar keine Frage, das dies berechtigt ist.

Die Frage ist, WIE ein guter Mensch Urteile fällt. Nun, er muss versuchen, das Wesen dessen, worum es geht, zu verstehen, muss die innerste Motivation versuchen, im anderen! zu ergründen und dessen Vermögen.
Dass heißt: Wozu ist der andere überhaupt fähig und in der Lage?

Aus Beidem kann er nach gründlicher Lage erkennen, welches Urteil angebracht ist.

Du Alex, du gehst mit DIR in diesen Urteilsprozess, aber ohne Kenntnis darüber, wozu du in der Lage bist. Woran willst du dann also dein Urteil messen?

Aufgrund deiner Kindheit ist es dir nicht möglich, deinem Gefühl zu trauen, dir ist ja eben aberzogen worden, diesem einen Wert zu geben!

Also muss dein Verstand benutzt werden. Lass alles vorurteilshafte los und betrachte einfach deine Schwiegereltern. Schau, wer sie sind, wozu sie fähig sind und wozu nicht aufgrund ihres Wesens. Betrachte dann, welches Ziel sie verfolgen aufgrund ihres Wesens. Und DANN erst betrachte bitte dich!

Schau auf dich als einen Menschen, der versucht, seit er auf der Welt ist, das BÖSE gut werden zu lassen, damit er überlebt, weil er sich verbietet, das Böse anzugreifen.

Ich sage nicht, deine Schwiegereltern SIND böse, das sind sie sowenig wie alle anderen Seelen. Sie sind in der Schule des Lebens und haben zu lernen.

Denk über sie nach wie eine Lehrerin über Schüler: Wenn ein ABC Schütze keinen fünfseitigen Aufsatz über das Thema Emanzipation schreiben kann, ist das verständlich. Wenn aber ein Abiturient dazu nichts zu schreiben weiß, was Substanz hat, muss das Verständnis der Lehrerin aufhören, zumindest aber eingeschränkt sein..

Du MUSST dich schützen und du MUSST deine Ehe verteidigen, denn beides ist anfällig gegen Schmerz.

ABER du BIST jemand, der erst lernen muss, dies auch zu tun!
ANGST macht es, die Angst eines dreijährigen Mädchens kommt hoch, dich, Alex… du BIST inzwischen erwachsen.

Angenommen, dies alles wäre nicht dir, sondern einer guten Bekannten passiert, wie wäre dein Rat für sie? Sich anzuzweifeln? Kaum…

U. Wozu dient die Situation mit Hans, welche Einstellung soll ich mir daraus erarbeiten?

M. Erarbeiten musst du dir gar nichts, sondern erkennen, dass Attraktivität für dich darin liegt, jemanden zu haben, den du vom Böse sein zum Gut sein bekehren kannst.

Ich sagte schon: Das funktioniert nicht!

Es war das ganz kleine Kind, das dies hoffen sollte…
Da ist jemand und TUT Destruktives, Böses und sagt dem Opfer: Wenn du es nur VERNÜNFTIG anstellst, dann hör ich auf damit, das hängt alles nur von Dir ab!

Und das Kind GLAUBT es, wieder und wieder und immer wieder, bis es sich nur noch wie ein Hamster im Mühlrad bewegt.

Es weiß schon, das Ziel ist unerreichbar, aber es weiß NICHT, dass es nur einen einzigen Schritt machen muss: Es muss aus dem Rad aussteigen, es muss aufhören, das Böse überzeugen zu wollen, nun endlich gut zu werden.

U. Vielen Dank, liebe Manata, ich hoffe, wir konnten Alex damit helfen.

M. Na ja, wir fangen an ihr, zu helfen.

Ich danke dir recht herzlich.

Und meiner kleinen Herzenskämpferin, meiner Kriegerin des Lichts möchte ich sagen: Ich liebe dich, egal, ob du stark oder schwach bist, klug oder dumm.

Du bist meine Schwester des Herzens,
deine Manata!