Candombe

Ihr seid in einer Welt, in der die Geier herrschen, überall: die Gier der Geier.

Die, die sich für Adler halten,
sind nichts anderes als Raubvögel.
Auch Geier genannt,
die nur darauf warten, das Aas zu bekommen.
Die sind nicht frei!
Die treffen auch keine Entscheidung,
für WAS sie landen.
Sie wollen und nehmen ALLES.
Wahllos schlingen sie in sich hinein,

was verschlungen werden kann.
Nur Adler können sie vertreiben.
Aber es gibt wenige davon.
Wer in eurer Zeit nicht bereit ist,
wie der Adler in höchste Höhe zu ziehen
und wie sie die Zusammenhänge anzusehen,
der ist in Gefahr, zur Beute der Aasgeier zu werden.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem von Claudia zu verbinden.
Claudia bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einem sehr hohen Gebirge, ich bin sicher, es ist in den Alpen.
Kahl sind die Hänge, erst weit unter mir winterliche, aber eisfreie Almen.

Verlassen sind Skilifte und Almhütten.
Die Sonne scheint und direkt neben mir schmelzen alte Schneereste.
Und ganz zarte erste Knospen lugen hindurch, wahrscheinlich wilde Krokusse…

Der Schrei eines Adlers weckt meine Aufmerksamkeit.
Majestätisch kreist er mit den Aufwinden höher und höher der Sonne entgegen.
Wie schön das ist!
Wie sehr dieser Anblick in mir die Sehnsucht nach Weite und Freiheit weckt, mitfliegen möchte ich…

G. Das solltest du allerdings unterlassen, nicht wahr?

Ich drehe mich nach dieser Stimme hinter mir um und finde zu meiner Verblüffung einen alten Bekannten:
Sebastianus, mein erster Guidelehrer.
Da steht er wie gewohnt in einer langen, fast priesterlichen Kutte.
Den großen Hut mit hoher Spitze wie gewöhnlich etwas schief auf dem Kopf:
Der gute, alte „Catweazle.“

U. Was machst du denn hier?!

S. Nun, ich vermute, das, was ich immer tue: Unterrichten!

U. Mich?!

S. Hm… Aber nein, du weißt doch, ich bin der Grundschullehrer.
Nein, nein, ich bin da, um mitzuteilen, dass ich da bin.

Claudia?
Da wäre ich nun: der erwünschte Lehrer!

Siehst du? Ich bin ein alter Bekannter von Uta und von einigen anderen.
Ach, sollte ich vergessen haben, dass du gar nicht mich,
sondern deinen persönlichen Guide sprechen möchtest?

Liebe, ich bedauere, dich um etwas Geduld bitten zu müssen.
Annina wird gleich dazukommen.
Aber ich bat sie inständig, mich vorzulassen.
Denn siehst du, so ist es mit dem Jenseits:
Es ergreift die Gelegenheiten stets so, dass so viele wie möglich profitieren.
Das erlaubst du mir sicherlich.

Ja natürlich, ich weiß, du bist ein liebender Mensch
– eine Menschen-Lieberin – und du hast nichts dagegen,
wenn andere von deiner Liebe nehmen, profitieren, ja…

Ach! Das ist schön, nicht wahr?
So ein Adlerflug, frei und über der Welt, das ist sehr schön.
Seelen, die tief sind, lieben es, sich vorzustellen, so ein Adler zu sein…

Aber so einfach geht das nicht: mit der Freiheit…
Das ist doch ganz verständlich, nicht wahr, liebe Claudia?
Der Adler KANN fliegen, so weit, so hoch hinaus! Ja, das ist durchaus Freiheit.

Nun, ein kleiner Einwand sei mir erlaubt zu solcher zartsinnigen Symbolik:
JEDER Adler LANDET!
Und warum? Weil er Nahrung braucht!

Ja natürlich, auch ein Adler ist abhängig!
Wie alles, was Mutter Erde trägt.

Selbst jene, die sich der Erde weit und hoch entziehen können wie ein Adler, müssen landen, um ernährt zu werden!
So ist das Gesetz.

Denk darüber nach, Claudia:
Die Freiheit des Adlers besteht darin, sich zu entscheiden,
WO und FÜR was er bereit ist, zu landen.

Eine Maus? Ein Hase? Ein Lamm?

Hm… DAS kann er entscheiden, nichts anderes ist seine Freiheit!

Ja, ach, es ist die Zeit der Adler…

Siehst du, Claudia, das LEBEN der Menschen?
Siehst du, es gibt die Adler und die Lämmer und Hasen und Mäuse…
Und der Mensch ist nicht so frei wie der Adler?
Er kann sich nicht entscheiden, für was er bereit ist, zu landen?
Ist das so?

Ich sag dir was: Ihr seid Maus, Hase, Lamm UND Adler!

Ach, es ist nicht einfach, einer Maus zu erklären, dass sie Adler ist.
Nicht wahr, Uta Mäuschen?

U: Ach, Sebastianus!!

S. Doch! Claudia, sie war ein Mäuschen, als ich sie kennen lernen durfte,
als sie mir erlaubte, sie zu unterrichten…

Sie weiß immer noch nicht genau, WAS sie jetzt ist.
Aber dass sie kein Mäuschen mehr ist, das hat sie verstanden.
Und dass sie auf Adlerschwingen reitet, wenn sie mit uns für euch arbeitet,
das hat sie auch verstanden!

Warum? Weil sie bereit war, zu lernen.
Das ist die größte Schwierigkeit für uns:
Einem Mäuschen glaubhaft zu machen, dass es sich lohnt,
fliegen zu lernen!

Die meisten lernen das Fliegen von uns.
Aber kaum beherrschen sie den Steigflug und schauen die Weite dessen,
was alles zusammenwirkt, da erschrecken sie,
werden sich des Maus seins bewusst und fallen.

Nur wer vergisst, dass er eine Maus ist, den tragen wir stabil,
den halten wir und bewahren ihn vor dem Sturz
in den Glauben an Ohnmacht und Unvermögen.

Claudia, ich weiß, es ist schwierig, ganz schwierig, zu verstehen,
dass du fliegen könntest, wenn du lernen würdest.
Aber es ist, wie es ist: Du könntest!

Doch dich schreckt die Belastung, die Verantwortung der Entscheidung,
wofür du bereit bist, zu landen,
WENN du erst einmal alle Zusammenhänge erkannt hast.

Nun, bei dieser Entscheidung – Maus oder Adler – kann ich dir nicht helfen,
aber Annina wird es gleich versuchen.

Lass mich nur soviel sagen:
Ich würde gerne deine ersten Flugversuche unterstützen!
Und falls du Gefallen an einem Lehrer findest, wie ich einer bin,
so bin ich jederzeit bereit, dies zu tun, sobald du mich rufst.
Es wäre mir durchaus eine Freude!

U. Sebastianus, danke für deine Worte.
Was bedeutet bitte dein Satz: Es ist die Zeit der Adler?
Gilt das ausschließlich für Claudia?

S: Nein, das gilt für alle Menschen:
Die, die sich für Adler halten, sind nichts anderes als Raubvögel
– auch Geier genannt – die nur darauf warten, das Aas zu bekommen.

Ihr seid in einer Welt, in der die Geier herrschen, überall:
die Gier der Geier.

Die sind nicht frei, die treffen auch keine Entscheidung, für WAS sie landen.
Sie wollen und nehmen ALLES!
Wahllos schlingen sie in sich hinein, was verschlungen werden kann.

Nur Adler können sie vertreiben.
Aber es gibt wenige davon.

Wer in eurer Zeit nicht bereit ist, wie der Adler in höchste Höhe zu ziehen
und wie sie die Zusammenhänge anzusehen, der ist in Gefahr,
zur Beute der Aasgeier zu werden.

Zeigt sich auch nur einer an euch interessiert,
müsst ihr sofort zum Adler werden,
sofort die Zusammenhänge erkennen, die großen, die man nur sieht,
wenn man Abstand gewinnt.

U: Hm, hm, also ist eigentlich die Zeit der Geier?

S. Ja! Claudia? Mein Kommen ist eine Bitte:
Die Bitte darum, zu versuchen, ob du nicht doch wenigstens
hin und wieder ein Adler sein möchtest.

Es gibt nicht viele, die wir bitten können!

U. Danke Sebastianus, ich…

In diesem Augenblick tritt ein anderer Guide zu uns.
Er zeigt sich mir zuerst als reine Lichtgestalt:
Helles, strahlendes Blau, durchwoben mit einem
Lapis blau, Violett und dann Weiß.

Sebastianus setzt sich abseits und schaut in die Täler unter uns.

Die Lichtgestalt verdichtet sich und wird zu einer Frau
in einem naturweißen Wollgewand, das sehr an antike Kleidung erinnert.
Das fast weiße Haar hält ein Reif aus Kupfer.
Obwohl sie alt ist, ist ihre Haltung jung und sehr aufrecht,
ihr Gesicht gekennzeichnet durch eine unendliche Milde,
die blauen Augen so tiefblau, wie ich sie nur einmal im Leben
in einem Bergsee sah.

A. Habt Dank, ihr beiden!
Einen kleinen Aufrüttler zum neuen Lebensjahr
dürfte meiner Claudia sehr recht sein.

Liebste Claudia, ich hoffe, du bist nicht allzu enttäuscht,
dass ich meinem Freund Sebastianus den Vortritt gab.
Ich bin dein Guide, dein Engel!
Dieses Aussehen hier habe ich gewählt, damit du ein Gefühl dafür bekommst, wer und was ich dir bin.

Aber ich hätte auch in einer viel profaneren Kleidung kommen können.

Sie verändert ihr Bild und wird zu einer etwas untersetzten Frau.
Das Haar hinten hoch gebunden zu einer Art Knoten,
einen grauen Kittel über einem langen, schlichten, dunkelblauen Kleid,
an den Ärmeln irgendwelche Schutzstulpen, die bis fast auf die Hände gehen, diese sind stark gerötet und aufgesprungen…

Giselle hieß ich, als ich so aussah, damals war ich deine beste Freundin.

Wir lebten im Nordwesten Frankreichs und waren Frauen,
die Austern verpackten, unsere Männer waren Fischer, Seeleute.
Das war 1908, ich bin vor dir gestorben…

Es war ein hartes, aber gutes Leben!
Wir hatten uns so vertraut gemacht, dass meine Familie
deine war und deine meine.
Schwestern könnten nicht näher zueinander stehen.

Ich möchte dir davon erzählen,
warum du dieses Leben in Frankreich gewählt hast.
Es war so einfach, so schlicht, materiell anstrengend, aber nicht bedroht…

Es war Leben, wie du es wolltest, um DICH wieder zu finden.

Ach, mein gutes Herz, ich möchte, dass du verstehst, wie sehr es ein Leben war, dass, obwohl du NICHTS und NIEMAND warst,
wie du zuweilen zu sagen pflegtest,
doch so voller Segen war für alle, die mit dir waren.

In unserem kleinen Städtchen am Atlantik, da gab es so viel Leid.
Das war ja eine andere Zeit:
Mütter bekamen Kinder und verloren sie wieder,
Männer waren oft Opfer des Alkohols und Frauen die Opfer dieser Männer.

Das Leben als Frau:
Es war dornenreich, mühsam und es wäre unerträglich gewesen,
hätte es nicht dich gegeben für so viele von uns.

Nein, nein du hast keine Wunder gewirkt, keine Karten gelegt
oder sonst etwas besonders getan, aber du hast zugehört!
Und WIE!

Da war eine so wunderbare Mischung in dir:
Ein so tiefes Interesse daran, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.
Und gleichzeitig dieses tiefe Verstehen: einfach nur Verstehen wollen.

Ich glaube, es gab in unserer kleinen Fabrik nicht eine einzige Frau,
deren Leben du nicht bis in die tiefsten Herzens-Geheimnisse kanntest!
Sie kamen alle zu dir, immer, wenn sie etwas auf dem Herzen hatten.

Dabei: Du warst damals wirklich keine Schönheit!
Dick wie ein Heringsfass, hast du immer gesagt, und dumm wie eine Ente. Ach! Aber sobald man mit dir sprach, war da etwas so schön, so klug!
Niemand verstand, woher du das genommen hast.
Aber so dumm zu sein und so wenig attraktiv, war dein Wille vor der Inkarnation!

Denn du hattest dir vorgenommen:
NIE WIEDER, NIE WIEDER für deine Klugheit und Schönheit
bewundert werden zu wollen.
NIE wieder wolltest du den Preis dafür bezahlen müssen!

Der Preis? Den Neid der anderen aushalten zu müssen.
Ach: Ich habe dich so gut verstanden, als ich das nach meinem Leben sah!

Nur weißt du? Es ist NICHT gelungen, was du vor hattest.
Du warst trotz allem äußeren Schein eben doch schon wieder nicht „normal“.

Claudia, mein Liebes, das wirst du aber auch nie wieder sein können.
Es wäre wie der Wunsch eines Araber-Pferdes, zum Ur-Pferdchen zu werden. Entwicklungen der Seele können nicht rückgängig gemacht werden,
sondern nur verdeckt.

Zweifellos kann sich eine Araberstute benehmen wie ein Ur-Pferdchen, aber sie wird dadurch dennoch für niemanden etwas anderes sein
als das, was sie ist.

Nun, jetzt bist du also Claudia…
Wieder NICHTS BESONDERES?
Gut so?!

Claudia, ich muss dich wirklich nicht davon überzeugen,
dass auch dieses Mal das Projekt „Normal sein“ nicht wirklich gelungen ist.

Besonders sein.
Lass uns einmal darüber reden, was das heißt, ja?
Es heißt vor ALLEM ANDERS sein:
anders in seinen Gedanken, seinen Emotionen zuerst einmal.
Das macht nichts, das merkt doch keiner!

Was man denkt und fühlt, strahlt allerdings aus.
Ivette hat das erlebt.
So ungebildet und hässlich sie sich auch gemacht hat,
ihre Ausstrahlung blieb anziehend und ja, selbstverständlich:
Wieder gab es Neider!

Puh…
Ich war nicht begeistert, als ich hörte, dass du deine neue Inkarnation planst,
so zu gestalten, dass du dieses Mal einfach zu wenig belastbar sein wolltest.
Es schien dir allerdings eine gute Lösung zu sein.

Würde man dein Ich erkennen und nutzen wollen:
Nun, dann würdest du eben zusammenbrechen!

Ach, mein Liebling, ich hab vergebens versucht, dich davon abzuhalten.
So große Angst vor dem Neid, dem Unmut,
den Unterstellungen der Anderen nicht standhalten zu können.

Hm…
Nun, es ist, wie es ist: Aber bist du nun weniger ANDERS?

Nein, natürlich nicht!
Nur eben weniger unter Druck zu setzen?
Siehst du, das auch nicht!
Denn Menschen, die wirkliche Unterdrücker sind, die scheuen sich nicht davor,
in einem Anderen einen Zusammenbruch auszulösen.

Was ist zu tun?
Claudia, zuerst einmal ist es wichtig, dass du dein ICH BIN kennen lernst!
Ja, natürlich hast du das!

Du bist ein Teil Gottes in der Welt!

Und welcher?
Der Teil, der Anteil nimmt, der zuhört, der mitfühlt.
So ist es und so war es und so wird es in alle Ewigkeit sein.

Ich möchte mit einem alten Psalm dir einen Rat geben,
der vor Jahrtausenden geschrieben wurde von einem,
der meinte, seinem göttlichen Teil fliehen zu können:

Und hätte ich Flügel der Morgenröte
Und flöge ich bis an das äußerste Meer,
so wärest du, Herr, doch bei mir!

Niemand, mein Liebling kann seinem göttlichen Teil fliehen.
Eine Menschenseele mag es verstecken oder beschmutzen,
verleugnen oder für unwert halten.
Aber letzten Endes wird genau dieser Anteil das sein, was er als ICH erkennt.

Das ist eine duale Welt!
Finstere Kräfte sind da, um die lichten Kräfte in der Menschheit
zu stärken.

Wie die Dürre die Wurzeln der Bäume in die Tiefe treibt
und der Frost bei manchen Pflanzen Wachstum erst möglich macht,
so will das Finstere vielleicht das Böse bewirken,
aber letzten Endes schafft es doch das Gute.

Denn es bewirkt den Widerstand der lichten Kräfte in jedem!

Noch ist es nicht gewonnen, noch ist es ein großer Kampf
und der Weg zurück ins Paradies der Menschen ist hart und steil.
Aber es WIRD werden, so, wie es von nun an Frühling werden wird:
langsam und allmählich.

Eine Seele, die Angst bekommen hat vor ihrem eigenen göttlichen Anteil, die ist schwer verwundet, aber niemals tot!
Die muss sich ihrer Angst stellen, aber auch ihrer Kraft,
zu überwinden, was ihr solche Angst macht.

Du warst einmal eine wunderschöne Frau am Hof eines Königs, seine Geliebte…

Zwar verliebte er sich in dich um deiner Schönheit willen,
aber er liebte dich zwei Jahrzehnte lang um deiner Güte willen.
Denn du warst klug und mitfühlend, warst eine gute Beobachterin
und eine noch bessere Analytikerin.

Dein Rat war stets weise und ihm folgte er mehr
als den Ratschlägen seiner Beamten.

Das war in China etwas Ungeheuerliches!
Und es endete sehr traurig.
Dir wurde nach seinem Tod alles genommen!
Aber das allein hätte dich nicht derart verletzt.

Was dich so verletzt hat, war, dass alle deine Werke,
die Einrichtung zur Ernährung der Armen, die Ärzte, die vom König bezahlt,
in jedem Städtchen zu wirken hatten,
die Hilfe, die jeder Bauer in schlechten Erntejahren vom König zu bekommen hatte, mit dem Fausthieb staatlicher Gewalt vernichtet wurden!

Und all diese schändlichen Taten hast du DIR! angelastet!
Weil du meintest,
nicht klug genug gegen die Intriganten am Hof vorgegangen zu sein.
Du hieltest es für DEINE Schwäche!
Was doch in Wahrheit nichts anderes war als der übliche Lauf
der kosmischen Gesetze,
um eine insgesamte Fortentwicklung in die Wege zu leiten.

Die Mächtigen, die all die Zerstörung vollzogen:
Auch sie mussten mit ihrer Ungerechtigkeit schließlich weichen.

Von dir freilich blieb über die Jahrhunderte nicht einmal
eine Erinnerung an deinen Namen.
Aber was blieb, ist die Wahrheit, die du in die Herzen deines Volkes gesetzt hast: Wer Not leidet, für den ist der König verantwortlich.

Wer Gutes tut, wer Licht bringt in das Bewusstsein der Menschen.
Ja, der ist ein Feind der Finsternis, das ist wahr.

Aber der darf eines nicht vergessen:
Es ist ein mächtiges Werkzeug der Finsternis, eine Seele dazu zu bringen,
sich selbst als Sünder zu sehen, dem seine Sünde nicht vergeben werden kann!

Was für eine Lüge der Erzlügner!

Wie klein wäre ein Gott, der seine eigene Schöpfung
um ihrer Unvollkommenheit wegen bis in alle Ewigkeit verdammt!
Die Finsternis kann das Paradoxe dieser Annahme nicht erkennen.

Aber nun, liebe Claudia, denk nach!
Wie paradox wäre dein Schöpfer,
würde er nicht in Güte und väterlicher Geduld sagen:
Dieses, mein Kind, habe ich sehr lieb, ich habe ihm von meinem Erbe gegeben. Es wird, wenn es erst einmal ausgereift ist, eine Seele sein,
die groß ist an Verständnis, Geduld und Mitgefühl.

Und mit ihm werden andere meiner Kinder sein, denen ich anderes Erbe gebe.

Und alle zusammen werden sie das Paradies zurückbringen
ins Bewusstsein aller Menschen, bis auch nicht eines mehr klein ist,
bis auch die letzte Seele das ist, was ich ihm als Erbe gab.

Claudia, du kannst natürlich mit den
„Flügeln der Morgenröte bis ans äußerste Meer fliegen,“
aber du wirst ihn immer bei dir haben: deinen göttlichen Anteil am Licht.

Ich bin da, um dir diese Zusammenhänge klar zu machen!
Und ich bin da, um dir deine Ängste, „nicht ausreichend“ genug zu sein,
zu mindern.

In meinem Herzen gibt es nichts als Liebe zu dir und Vertrauen,
dass dich dieselbe Liebe weiter bewegt wie bisher:
die Liebe zu den Menschen, klein oder groß, schwach oder stark…

Eines Tages wirst du dich nicht mehr davor fürchten, wütend zu sein!
Du wirst sehen, dass es nichts gibt,
was nicht richtig ist im großen Zusammenspiel aller Kräfte des Lichtes.

Auch nichts in dir! Es gibt Dinge, die müssen erst noch wachsen.
Und es gibt Dinge, die müssen kleiner werden.
Aber NICHTS an sich in dir ist falsch oder unwert!

U. Danke, Annina, darf ich dich fragen,
in welcher Inkarnation du so ausgesehen hast, wie du dich mir jetzt zeigst?

A. Ich und Claudia waren damals Priesterinnen der Isis in Rom.
Wir waren beide hellsichtig!
Und diese besondere Gabe war eine Aufgabe, die wir beide
– so, wie wir damals entwickelt waren – noch nicht verkraften konnten.
Wir waren Botinnen einer Welt,
deren Zusammenhänge wir noch nicht verstanden.

Ihr Name war damals Rebecca, sie war wie ich keine Römerin.
Sondern der dortige Isis Kult zog junge Mediale
aus der ganzen bekannten Welt her, durchaus auch mit Gewalt.

Medialität war etwas, das man gnadenlos ausgebeutet hat,
verdreht und missbraucht im großen Ränkespiel der Mächtigen.
Wir waren einander ein großer Trost in den Jahrzehnten unseres Lebens.

U. Ich verstehe.
Darf ich dir jetzt die Fragen von Claudia stellen?

A. Gern.

U. Claudia fragt: Welche Aufgabe hat sie in dieser Inkarnation?

A. Du hast dir vorgenommen, Selbst – Bewusstheit zu erlangen, meine Liebe,
ich schreibe ausdrücklich nicht Selbstbewusstsein!
Zu groß wäre die Gefahr einer Missdeutung!

Und schau nur, wie viel weiter du schon gekommen bist!
Ist das nicht wunderschön?
Nun bleibt allerdings die Frage, ob du Maus oder Adler bist (lächelt).

Das ist eine Aufgabe, die du lösen kannst, aber nicht erleben musst,
wenn du nicht möchtest.

U. Claudia fragt, was du ihr empfiehlst, zu tun oder zu lassen,
um dem Erleben ihrer göttlichen Gegenwart näher zu kommen?

A. Ich will dir mit einer kleinen Geschichte antworten: In meinem Leben als Giselle hatte ich eine Tochter.
Ein hübsches und aufgewecktes Kind, das mir viel Freude machte.

Doch kurz, ehe sie zum ersten Mal in die Schule gehen sollte,
veränderte sie sich!
Sie wollte – wie ihr kleines Brüderchen – immerzu auf dem Arm getragen werden, wollte nichts als Breichen essen, sprach in Babysprache und
– man kann es kaum glauben – benahm sich so, dass ich gezwungen war,
sie wieder zu wickeln!

Ich war schrecklich besorgt und sprach mit dir natürlich darüber.
Du hast nur gelacht und gesagt: Oh, deine Marie hat Angst vor der Schule!
Geh mit ihr zur Lehrerin, bitte die, der Marie zu zeigen, was sie tun soll,
wenn sie in der Schule ist, dann wird alles gut!

Marie darf keine Angst haben, Schülerin zu werden!
Sie muss einfach schon eine sein!
Lasst sie Zahlen zählen und Buchstaben malen und Lieder lernen.

Du sagst ihr: Ach! Marie, du bist zwar noch nicht in der Schule,
aber du bist schon eine richtige Schülerin!

Claudia! Deine göttliche Gegenwart musst du nicht fühlen wollen,
du musst es nur TUN, was göttlich in dir ist!
Nichts weiter!

Es ist doch da! Und du tust es ÜBERALL!
Nur: Du wartest auf etwas GROSSES, aber es ist genau das,
was dir am Selbstverständlichsten ist.

U. Sie fragt, welches ihre Seelenfamilie ist?

A. Lehrer natürlich!

U. Darf sie etwas über ihren Meister erfahren?

A. Uta versteht nicht, was du meinst, sie hat unseren Aufbau anders verstanden. Uta, schreib, was du verstehst: „Christos Logos.“

U. Sie fragt: Ich verstehe meine Sexualität nicht,
kannst du mir etwas dazu sagen?

A. Es ist die Verknüpfung, um die es geht.

In China warst du eine Frau,
die mit ganzem Herzen, Geist und Seele den Eros erlebte.
Das hat sich mit der Annahme,
nicht würdig der Bedeutung zu sein, verknüpft.

Im Leben in Frankreich hattest du einen rohen Mann,
der unter Alkoholeinfluss zu dir kam und dann entgleiste.
Du aber liebtest ihn, wie du ihn damals als König geliebt hast,
denn beide waren die gleiche Seele.

Geh einfach über den Moment der Vorstellung hinaus!
Lass sie geschehen, aber lass sie davon treiben, wie Wolken davon treiben. Bekämpfst du diese Wolken, werden sie wichtiger als die Realität!

Die Realität ist:
Es geht dir gut!
Du betrachtest! Wolken, aber du LIEGST auf einer Wiese der Lust.

U. Wie kann sie ihr empfindliches Nervenkostüm schützen?

A. Claudia, du bist ein hoch sensibler Mensch!
Das war die Wahl deiner Seele, ehe du inkarniert bist, ich sprach schon darüber. Aber um seltener in diese Anfälligkeit zu geraten, ist es wichtig,
dass du eins verstehst:

Andere denken und fühlen anders!

Sie sind nicht wie du bereit, alles in der Tiefe zu hinterfragen!
Sie sind gar nicht in der Lage, sich in einen Anderen hineinzuversetzen.

Das ist kein Urteil über diese Menschen,
es ist einfach ein unterschiedliches Sosein.
Du bist extrem empfänglich für die geistigen Energien Anderer.
Selbst solcher, mit denen du gar keine Gelegenheit hast, dich auszutauschen.
Ja, sogar solcher, die gar keine Körperlichkeit mehr haben.

Dein innerer Motor läuft ständig auf höchster Kapazität!
Und wenn man von solch einem Motor mehr als seine Leistungskraft fordert, dann versagt er natürlich.
Deshalb ist es für dich sehr wichtig,
immer wieder in dir selbst ORDNUNG zu schaffen:
eine Ordnung der Beeindruckbarkeit.

Bitte: Es ist unvermeidbar, dass du so beeindruckbar bist,
dass deine Gedanken Karussell mit dir fahren.
Aber es ist vermeidbar, dass du diese Gedanken so wichtig nimmst,
dass du sie verfolgst!

Diese Gedanken lösen Botenstoffe und Hormonschübe in dir aus,
die du dann in ihrer Wirkung nicht mehr handhaben kannst.

Merk dir also:
Der Schlüssel zu einer größeren Stabilität ist Gedanken-Disziplin!

Alles andere weißt du schon:
Meide starke Reize, nimm dir die Stille, wo immer du sie haben kannst.
Zieh dich immer wieder zurück, wenn dir die Energien zu stark werden,
und tanke Kraft in der Stille.

Übernimm nicht für alles die Verantwortung und mach Übungen damit,
etwas unvollendet zu lassen!
Beobachte, was geschieht, wenn du das tust.

Hab Geduld und Nachsicht mit diesem zarten Auffassungssystem.

U. Danke, Annina, ich hoffe, dass wir Claudia mit all dem helfen konnten.
Und ich möchte mich auch noch bei Sebastianus bedanken für seine Einführung.

A. Wir danken dir und wünschen dir einen guten Flug.