Unsere drei Kinder, die sind die Zukunft!

Verstorbenenkontakt und Engelkontakt zugleich

Aber kann mir mal einer sagen,
wieso sie auf diese Zukunft nicht vorbereitet werden?!
Bereitet eure Kinder auf das zukünftige Leben vor.
Es wird Ausfallzeiten geben in ihrem Leben,
in dem sie auch mal ohne allen Schnickschnack klar kommen müssen:
Strom, fließend Wasser, einkaufen per Internet, so was.
Die sollten lernen, wie man ein Feuer anmacht,
wie man Wasser abkocht,
wie man sich selbst was zu essen ran zieht!

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Engel von Nele zu verbinden,
ihre Eltern bitten um diesen Kontakt.

Ich bin nicht überrascht, dass statt des Guides ihre Oma Regina kommt.
Sie trägt ein buntes Sommerkleid im Stil der Siebziger.
Braun gebrannt ist sie und schaut sehr gut, sehr hübsch aus.

R. Ich freu mich, dass ihr euch um Nele sorgt, das ist gut!
Ich kann nicht lange bleiben, es gibt viel zu tun,
aber ich will wenigstens sagen, dass ich ganz zuversichtlich bin,
was eure Zukunft angeht.

Warum ihr nicht?
Hört doch auf, dem zu glauben!
Hört einfach auf, seine ganze „Magie“ wirkt doch nur,
weil ihr ihn respektiert!

Ich verrate dir was, Harry:
„Böse Zauberer“ lösen sich in Luft auf,
sobald man anfängt, sie komisch zu finden!

Du darfst ihm nichts glauben, dem Zauberer!
Gar nichts, dann wird alles gut.

So und jetzt zu meiner Süßen.
Ist sie nicht ein Traum?
Uta, ist sie das nicht?!

U. Doch, das ist sie!
Regina, kannst du mir sagen, warum ich gestern keinen Kontakt hatte?

R. Zu viele Turbulenzen…

U. Hm…
Ich hab diese Flutwellen gesehen, war aber nicht sicher,
ob das zu Nele gehört.

R. Na ja, Wasser ist nicht ihrs, das schon, aber Flut…
Ne, das war der aktuelle Tagesbericht.
Ihr müsst mit so was rechnen, auch Zuhause.

Das ist wichtig, was ich jetzt sage:
Bereitet eure Kinder auf ein Leben vor,
in dem sie auch mal ohne allen Schnickschnack
klar kommen können.

U. Schnickschnack?

R. Ach ja, Strom, fließend Wasser, einkaufen per Internet, so was.
Die sind alle findig…
Die haben das in sich, Lösungen zu finden.
Aber wirklich: Ihr könnt es ihnen leicht machen.
Die sollten lernen, wie man ein Feuer anmacht, wie man Wasser abkocht,
wie man sich selbst was zu essen ran zieht…

U. Regina, das klingt ja jetzt nicht so toll…

R. Ach was, das geht schon…
Aber es wird eben Ausfallzeiten geben in ihrem Leben.
Überleg doch mal: Angenommen, unsere Nele wird 90 Jahre alt
(ich sage nicht, sie wird, ich sage, mal angenommen)
dann schreibt ihr das Jahr 2096.

Versteht ihr, was das heißt?

Ihr bereitet eure Kinder auf eine Welt vor,
in der alles Drunter und Drüber gehen wird.

Das darf ich sagen, das ist kein Geheimnis mehr!
Es will nur keiner hören, aber gesagt wird euch das.

Aber ich bitte euch alle!
Nicht nur Harry und meine gute, liebe Schwiegertochter,
auch Andrea und Ingrid:
Unsere drei Süßen, die sind die Zukunft!
Aber kann mir mal einer sagen,
wieso sie auf diese Zukunft nicht vorbereitet werden?!

U. Bist du sauer?

R. Ich? Ach was!
Ich reg mich nur auf, dass da keiner drauf kommt!
Du doch auch nicht, du hast auch einen Enkel!

U. Stimmt… Mensch, Regina, da sagst du was!
Sag mal, was genau sollen wir unseren Kleinen beibringen?

R. Zuerst mal Kopf hoch!
Auch wenn nicht alles kommt, was man sich wünscht.

U. Optimismus also…

R. Klar, wer den nicht hat
– wer nur jammert, weil es nicht so läuft wie geplant –
der hat schlechte Karten.

U. Was noch?

R. Lernen, aus nichts was zu machen!

U. Konkreter?

R. Alles, was der Mensch so braucht, selbst machen können.

U. Okay…

R. Ich hab euch genau umgekehrt erzogen, vor allem dich, Harry.
Andrea und Ingrid wollten das von selbst irgendwann nicht mehr,
die haben gespürt:
Was sie nicht selbst hinkriegen, das macht sie abhängig!

Versucht, das bitte ganz ernst zu nehmen.
Alles, was die Kinder ohne euch schaffen, ist für sie ein Gewinn!

Nehmt sie so früh wie möglich in die Aufgaben mit rein,
nicht bloß „aufräumen“.

Wer muss schon aufräumen lernen!?
Das kann jeder von selbst, wenn ihm was im Weg ist!

U. Regina, was sollen sie lernen?

R. An Fertigkeiten?

U. Ja.

R. Wie man sich warm hält, wenn keine Heizung läuft,
wie man kocht und backt, wie man Kartoffeln anbaut und Kohl.
Und solche Dinge.

Wie man sich Sachen nähen kann, wie man Holz fällt und sägt,
wie man etwas aus Resten bauen kann: eine Bank zum Beispiel.

Welche Kräuter helfen, wie man Tiere hält…

U. Regina, das hört sich nicht gut an…
Das hört sich nach Selbstversorger an.

R. Ich sage nicht, dass sie es brauchen müssen.
Ich sage, dass sie es brauchen könnten!

U. Mehr darfst du ja auch nicht sagen…

R. Genau!

U. Okay, ich verstehe und ich danke dir, du hast recht:
Kein Mensch denkt an so etwas.

R. Das Wichtigste ist, dass sie Vertrauen in ihre eigenen Lösungen finden.

U. Gut, das ist eine Erziehungsfrage.
Also es ist weniger wichtig, wie sie zu einer Lösung kommen,
sondern dass wir sie immer loben,
wenn sie überhaupt eine selbstständig gefunden haben.

R. Ja! Dann muss es heißen: Das hast du toll gemacht!

Die werden dafür gelobt, dass sie lieb sind,
aber sie müssen dafür gelobt werden, dass sie clever sind!

U. Hm, hm, du gibst sehr wertvolle Ratschläge, danke, Regina.

R. Ach, das ist doch selbstverständlich, das mache ich gerne.
Ich sage ja nicht, die Welt bricht zusammen.
Ich sage nur:
Für die Generation wird es schwieriger werden in manchen Jahren.
Und der Standard von heute, der lässt sich zwar eine Zeit lang halten,
aber immer mit Unterbrechungen und Einschränkungen.

Es ist vernünftig, in guten Jahren vorzusorgen.
Früher hieß das: Man spart sich Geld.
Aber mit deinem Kontostand kannst du nicht heizen,
wenn mal wieder der Strom weg ist.

U. Und das wird er sein?

R. Ich… ach Mensch… denk einfach nach.

U. Gut, Regina, du sagtest, es ist nicht viel Zeit, musst du gehen?

R. Nein, ich will aber, dass ihr Neles Guide kennen lernt, warte…

Es wird sehr hell, in der Luft liegt der Duft eines Mai-Waldes:
Waldmeister und Maiglöckchen.

Und dann kommt ein Mann herein, der aussieht wie ein alter, weiser Druide: Langes Gewand aus einfachem Wollstoff,
das weiße Haar hinten zusammengebunden, braune Augen, sanft und klug.

G. Das war jetzt nicht zu erwarten,
dass Nele so einen Alten hat, oder doch?

(Er lächelt. Auf den Tisch legt er einen Strauß Veilchen mit Wurzeln.)
Die sind für Nele. Die könnt ihr zusammen pflücken mit ihr.
Dann nehmt ihr die Blüten und legt sie in eine Schale,
gießt gutes Wasser darauf und dann stellt ihr die in die Sonne.
Nele soll das trinken, über einen ganzen Tag verteilt.

U. Verdirbt das nicht?

G. Es ist nur der Beginn.
Veilchen, Blüten und Wurzeln müssen Nele zum Tee gemacht werden,
den sie jeden Tag zu trinken bekommt, bis sie es einfacher damit hat,
zu sein, wie sie ist.

Veilchen stärken das Selbstbewusstsein.
Und sie helfen gegen Husten.
Aber das nur nebenbei.

U. Du bist ihr Guide jetzt?

G. Das war ich schon immer, aber ich bin nie der Einzige,
ich bin sozusagen der Boss.

U. Oh gut… darf ich fragen, wie du heißt?

G. Hans, ihr könnt mich Hans nennen.

Tjaaa, die Nele!
Die macht euch Kopfzerbrechen … so, so … na!

Also mir nicht (lächelt), mir macht sie das Herz weit und froh!
Ja, ich weiß schon, jetzt sagt ihr:
Ja klar, der ist ja auch ein Engel, der hat leicht reden.

Aber liebe Eltern und Tanten, ihr könnt mir schon glauben, wenn ich sage:
Es gibt auch Engel, denen wird das Herz schwer,
wenn sie an ihre Schützlinge denken.
Doch, doch, selbst dann, wenn die noch Kinder sind.

Aber ich hab Glück, ich hab die Nele…
Und die ist etwas ganz Besonderes!

Jetzt passt einmal auf, liebe Eltern:
Das ist ja schön und gut, sich zu sorgen,
weil die Nele so nirgends recht einzuordnen ist.
Aber was wäre denn, wenn ich sage:
Daran lässt sich nichts ändern?

Das ist eben wahr:
Sie ist nicht wie der Durchschnitt?

Wäre das denn wirklich schlimm?

Nein, das ist gar nicht schlimm, das ist gut.
Nur bedeutet das eben auch:
Dass ihr die Nele nicht an anderen Kindern messen könnt
und auch nicht an euch selbst.
Das wird nicht funktionieren.

Ja, wie sollt ihr dann mit ihr umgehen?
Wenn doch nichts so ist wie bei anderen?

Dann müsst ihr verstehen, WAS an ihr anders ist, ja?
Na seht ihr!
Das kriegen wir doch hin!

Ich muss euch ja wirklich nicht sagen, dass sie sehr, sehr hübsch ist.
Das wisst ihr natürlich und sie weiß es auch.
Aber was bedeutet das in der Erziehung?

Und was bedeutet es für sie?

Nun, zum einen ist sie natürlich in ihrer Wirkung
erst einmal sehr anziehend.
Diese kleine Lady versteht es, Eindruck zu machen!
Das geschieht quasi von selbst.

Die Sache ist nur die:
Sie WILL gar nicht wegen ihrer Schönheit anziehend sein!

Das ärgert Nele!
Und sie hat Recht!…

Es ist schwierig, die Schönste der Klasse zu sein!
Es ist auch schwierig, ein schöneres Kind zu sein,
als die Lehrerin je war.

Das weckt nämlich den Neid in anderen.
Und dann soll Nele diesen Neidern BEWEISEN, dass sie es VERDIENT hat,
so schön zu sein.

Ach Kinder! Was für eine Last!

Nele ist eine „königliche“ Seele, versteht ihr?

Sie ist sehr stolz, nicht eitel…
Das kann sie werden, wenn Fehler in der Erziehung gemacht werden.
Nein, sie ist stolz, würdevoll.
Ihr Herz ist eines, das sehr, sehr groß sein kann.
Aber wenn man sie in ihrer Würde verletzt, dann wird sie böse.

Dann kommt ein großer „königlicher“ Zorn in ihr auf.

Das dürft ihr nie tun: Ihre Würde verletzen.

Andere werden das tun, ganz sicher…
Der Neid wird das ausrichten.
Aber gerade dann ist es so wichtig, dass ihr das nie selbst macht!

Achtet darauf, selbst wenn ihr sie strafen müsst,
dass ihr es immer so macht, das sie nicht in ihrer Würde gekränkt wird!
Beschämt die Nele nicht.

Erklärt ihr ihr Fehlverhalten, setzt eure Grenzen.
Sie wird besonders darauf ansprechen,
wenn ihr eure Würde als durch sie verletzt bezeichnet.
Aber achtet darauf, dass sie nicht „ihr Gesicht“ verliert.
Sich schämen zu müssen,
ist etwas ganz Schreckliches für unseren kleinen Schatz.

Aber das ist eine ziemlich heikle Angelegenheit für sie:
Die Meinung Anderer, das ist so wichtig in ihrer Seele!
Zu wichtig!

Nele ist in diesem Leben aufgefordert,
sich vom „Beifall“ anderer unabhängig zu machen.
Hartes Ziel!
Wenn man das falsch anpackt,
geht es nur zu leicht in eine Lebenseinstellung,
die sehr, sehr hinderlich ist.

Falsch wäre es nämlich, wenn aus Stolz, Hochmut würde…
Viele „königliche“ Seelen gehen in diese Falle:
Sie werden hochmütig und die Meinung anderer,
selbst weiser und guter Menschen gilt gar nichts mehr.

Eine Art Selbstverliebtheit wird wie ein Schutzschild vor sich her getragen.
Das Ergebnis wäre früher oder später nichts als genau das,
was versucht wird, zu vermeiden: Beschämung und Einsamkeit.

Nele soll sich nicht überhöhen!

NATÜRLICH gibt es Dinge, die können andere besser.
Und natürlich macht sie Fehler, nicht nur in den Augen der anderen,
auch in den eigenen, das ist ganz normal.

Natürlich dürfen andere ihre Meinung haben.
Aber ob sie diese Meinung ernst nehmen muss oder nicht,
das hängt davon ab, WER sie äußert!

Ihr habt also die erzieherische Aufgabe, ihr beizubringen,
Menschen zu unterscheiden.
Es gibt solche, die aufgrund ihres Wissens, ihrer Weisheit zu achten sind.
Auch kleine „Königinnen“ haben zu lernen von diesen Menschen.

Und es gibt solche:
Deren Meinung kann gar nicht wichtiger sein als ihre eigene,
denn sie sind eben nicht weiser und klüger!

Der nächste Punkt ist:
Dass ihr verstehen müsst, dass Neles Angst vor Beschämung zu weit geht. Sie setzt es geradezu voraus, sich zu blamieren,
sobald sie etwas Neues tun soll oder gar vor Beobachtern!
Nichts fürchtet sie so sehr, wie zu versagen
und zum Lachen der Anderen beizutragen.

Oh… was ist da zu tun?
Auch hier gilt: Es kommt immer darauf an, WER lacht!

Doch nicht etwa solche, die auch noch viele Fehler machen?

Na, sollen die doch lachen!
Was geht das die kleine Königin an?

Bitte, meine lieben Eltern, versucht NIE! über ihre Fehler zu lachen!
Oder euch darüber zu empören, lasst es in eurer Erziehung lieber so sein:
Liebes Kind, natürlich machst du Fehler!
Natürlich gibt es Dinge, die du nicht kannst!
Und wenn es geht, dann wirst du lernen, es zu verbessern.
Wenn es nicht geht, dann ist das auch in Ordnung!
JEDER Mensch hat Dinge, die er einfach nicht gut hinkriegt!

Das ist so, damit ein Mensch dem Anderen helfen kann.

Ich habe gesagt, dass Nele in diesem Leben lernen muss,
sich wirklich unabhängiger von der Meinung Anderer zu machen.
Damit meine ich solche Menschen, die sie nicht unterstützen,
von denen sie nichts lernen kann.

Die Gefahr ist, dass sie sich nach ALLGEMEINEM Beifall sehnt.

Bringt ihr bei:
Dass es Menschen gibt, wenn die einem Beifall geben,
dann ist das beschämend.
Und es gibt andere Menschen, wenn die einem Beifall geben,
dann ehrt es wirklich.

Darüber habt ihr selbst noch nie nachgedacht?
Ja seht ihr, eure Kinder lernen von euch und ihr von Ihnen.
Das ist Karma! (Lächelt.)

U. Hans, ich würde jetzt gerne die Fragen von Neles Eltern stellen.

H. Dann tu es doch, Kind!

U. Welche Potenziale hat Nele?
Wie können wir sie bei der Entfaltung ihrer Fähigkeiten unterstützen?

H. Nele kann ein Mensch werden,
der sich auf sehr ungewöhnliche Wege einstellen kann.
Sie kann mit großer Kraft Andere unterstützen
und ihnen Sicherheit und Mut vermitteln.
Sie kann ein Mensch werden,
der sich von nichts und niemandem blenden lässt!
Der stets wahr und aufrichtig ist und sehr tapfer.

Aber dazu ist es gut, dass sie sich auch wirklich ausprobieren darf!
Dass ihr es ihr erlaubt, ein eigenes Urteilsvermögen zu entwickeln.

Bringt ihr bei, WIE man sich ein gerechtes Urteil bildet.
Wie man erst Informationen sammelt,
wie man die Sache aus vielen Blickwinkeln zu betrachten hat.
Und erlaubt ihr dann, dass ihre Urteile oft genug ganz individuell sind.

Nele liebt die Natur, ihr merkt es gar nicht!
Wenn ihr sie da nicht fördern könnt, bittet die Tanten…

Nele hat eine tiefe Wahrnehmung für nicht materielle Wesen!
Wenn ihr sie eines Tages da nicht mehr fördern könnt,
bittet die Tanten.
Versteht bitte:
Sie ist ein sehr sensitiver Mensch,
der viel, viel mehr wahrnimmt als ihr.

Sie ist als Seele sehr verletzt, was das angeht.
Es gab keinen Menschen, der ihre Besonderheit zu schätzen wusste.
Dabei ist sie so eine faszinierende Persönlichkeit!
Sie könnte mit ihrer Darstellungskraft vielen Menschen etwas geben.

Wenn da nicht diese Selbstzweifel wären, wenn da nicht das Gefühl wäre, erst ganz und gar perfekt sein zu müssen, ehe man sich traut,
sich dem „Publikum“ zu stellen.

Versucht, sie darin zu unterstützen, dass sie mehr Freude im Spiel
und Sport, im Tanz und Gesang findet!
Sie ist ein musisch sehr begabtes Kind.

Unterschlagt ihr nicht den Weg zum Glauben!
Sie will an etwas glauben können, aber das ist sehr schwer für sie.

U. Nele hat starke Gefühlsschwankungen:
Himmelhoch jauchzend / zu Tode betrübt.
„Aus zu Tode betrübt“ ist sie nur sehr schwer herauszuholen.
Außerdem vergreift sie sich dann oft im Ton.
Leben wir ihr das vor oder ist das ein natürlicher Teil der Entwicklung?

H. Nele ist eine SEHR! leidenschaftliche Seele!
Daran werdet ihr NIE etwas ändern können.
Das solltet ihr auch nicht versuchen.

Sie kommt aus ihrem zu Tode betrübt auch wieder heraus.
Versucht zu verstehen:
Nele hat Leben gehabt, da stand sie auf einer Bühne.
Sie konnte Menschen mitreißen mit ihrer Fähigkeit,
Emotionen wiederzugeben.

Nun, was soll ich sagen?
Manchmal seid ihr das Publikum
und euer Wohnzimmer ist die Bühne: „ganz großes Kino“.
Daran könnt ihr nichts ändern.
Aber ihr könnt entscheiden,
ob ihr auf ein ZU VIEL „Show“ bereit seid, einzugehen.

Sich zu mäßigen in solcher Situation, ist sehr schwierig für Nele!
Das heißt aber nicht, dass sie das Recht hat,
euch als Zuschauer zu benutzen, wann immer es ihr beliebt. (Er lächelt.)

Statt „auf zu Tode betrübt“ mit vermehrter Anstrengung,
es ihr irgendwie wieder recht zu machen, zu reagieren,
wäre es durchaus richtig.
Öfter mal zu sagen:
Ich weiß, du wirst es schaffen, darüber hinwegzukommen!

Jaha, die Angemessenheit der Emotionen:
Das ist wirklich schwierig für sie.
Sie weiß es nicht, was zu viel ist!
(Von zu wenig brauchen wir nicht reden.)

Das könnt ihr Nele wunderbar beibringen!
Ihr wisst genau, was angemessen ist!

Doch bitte ich euch, dies so zu formulieren,
dass ihr Neles Würde nicht verletzt dabei.

Macht euch nie lustig über Nele, sagt einfach:
Nele, du bist jetzt unangemessen!
Im Notfall muss sie eben OHNE Zuschauer unangemessen sein.

Ein guter Schauspieler darf viel, aber eines nicht:
Sein Publikum nerven!

Das muss Nele lernen und sie wird es lernen!

U. In der Schule hat es Nele nicht leicht.
Sie ist in der zweiten Klasse und in einem Klassenverbund,
in welchem sie keinen wirklichen Zugang zu anderen Kindern hat.
Freunde in ihrer Klasse hat sie keine.
Darunter leidet sie sehr.

H. Ich weiß.
Leider muss sie lernen, OHNE Freunde auch Vergnügen am Leben zu haben.
Das braucht sie, um in ihrem Leben die Individualität entfalten zu können,
die das Karma von ihr verlangt.

Allerdings komme ich nicht umhin, euch zu sagen,
dass sie in keinem guten Schulsystem ist.
Nele ist ehrgeizig, sie verlangt von sich BESTLEISTUNG.

Die kann sie auch bringen!
Aber eben in musischer Richtung, in sozialer Richtung!
Aber das gilt NICHTS in diesem Schulsystem.

Versucht, einen Weg zu finden, dieses System,
das für Nele denkbar ungeeignet ist, wenigstens zu ergänzen.

Bitte bedenkt dabei, dass sie in fremden und von ihr nicht kontrollierbaren Situationen sehr, sehr schüchtern sein kann.
Das liegt daran, dass sie genau spürt, was jeder von ihr erwartet.
Und sie versucht, ALLES und JEDEN zu „bedienen“ mit dem Ergebnis,
dass sie, weil sie spürt, dass sie das nicht schafft, wortlos aufgibt.

U. Kannst du etwas zu ihrer Verbindung zu Lucas und Lily sagen?

H. Ach, vorerst, nicht abschließend.
Sie ist die Königin, die lernen muss,
dass es auch noch zwei andere Thron-Besitzer gibt.
So einfach ist das also gar nicht für sie.
Versucht, ihr die gegenseitige Verantwortung
der Familienmitglieder beizubringen!

Gebt ihr Aufgaben, die sie schon erfüllen kann,
begrenzt aber ihren „Machtanspruch“,
sonst überfordert sie sich zu leicht.

U. Was ist speziell und vordringlich die Aufgabe von Neles Vater?

H. Schutz! Du hast ihr absolute Loyalität und Schutz zu geben.
Du bist der „Kaiser“, der seine „Könige“ schützt, der Recht spricht
und der ohne Vorbedingung stets vor äußeren Gefahren schützt!
Das ist wichtig.

Du musst verstehen:
Nele will dir gefallen, will dich „beeindrucken“,
das ist ganz normal und es ist auch gut, wenn du dich beeindrucken lässt …

Aber denke immer daran: So, wie sie dich erlebt,
so wird sie einmal die Männer ihres Lebens auswählen.
Sei ihr ein Vater, wie du dir einen Schwiegersohn für sie wünschst!

U. Und die Mutter, was ist ihre Aufgabe?

H. Zwischen euch wird es immer eine Aufgabe geben,
die nicht so leicht zu lösen ist.

Ich bin froh, dass du danach fragst.
Euer Thema ist ein Nähe- / Distanz-Konflikt:
mal ganz, ganz nah, mal ganz, ganz fern.

Wenn du so willst, ist das Band, das euch bindet, aus Gummi.
Was ist da zu tun?
Nun, zuerst einmal einfach zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist.
Dieser Wechsel wird immer da sein.
Sie wird dir nah sein wie kein anderer und du ihr,
aber ehe du dich versiehst, ist sie weit, weit weg…

Lass es zu, sie braucht das unbedingt!
Aber versuch den Moment, in dem das Gummiband zurückschnellt,
nicht schmerzhaft werden zu lassen.
Nimm sie dann sanft auf.

Sie wird sich nie trennen wollen.
Nur manchmal muss sie einfach diese Distanz haben,
um sie selbst werden zu können.

Und du? Nun, du bist ihr nicht anders:
Sie erlebt dich als einmal ganz nah und dann ganz fern.
Sie muss lernen, beides zu schätzen, lernen, dass ihr beides Kraft gibt.

Von dir kann sie lernen, eine Frau zu sein,
die ihren eigenen Kopf hat
und die sich in ihre Gefühlswelt nicht hineinreden lässt.

U. Möchtest du sagen,
zu welcher Seelenfamilie Nele gehört und zu ihrer Aufgabe, Mission?

H. Nein… das will ich nicht!
Ich will, dass sie ihre Individualität entwickelt…

U. Da Regina schon selbst da war, erübrigt sich die 8. Frage.
Möchtest du noch etwas sagen?

H. Ihr zwei lieben und guten Eltern, ich möchte, dass ihr versteht,
dass Nele ein besonderes Kind ist.
Sie ist ein sensitives Kind und ich bitte euch,
darüber so viel zu lernen, wie nur möglich ist.
Sonst könnt ihr sie nicht verstehen.

Sie wird dazu neigen, in allem zu viel von sich zu erwarten.
Bitte helft ihr dabei, dies weniger oft zu tun.
Sprecht über eure Liebe zu ihr.
Aber sprecht auch darüber, worüber ihr stolz und dankbar seid,
was immer das ist. 
Sagt ihr viel, viel öfter: Das hast du gut gemacht!
Weniger wichtig ist: Du bist lieb…

GUT GEMACHT!
Ich mache etwas GUT!

Damit meine ich nicht nur eine gute Rechen-Arbeit,
damit meine ich auch Tisch decken, Blumen gießen,
dem Schwesterchen die Schuhe zubinden,
beim Schnee schieben helfen…

Gut gemacht, NELE!
Das machst du SUPER!

Und fragt sie VIEL öfter um ihre Meinung und dann fragt weiter:
Wie bist du zu dieser Meinung gekommen?
Helft ihr, zu lernen, klare Urteile, gerechte Urteile zu finden.
UND dass auch Menschen, die sich sehr lieb haben,
durchaus ganz anderer Meinung sein können.

Als Letztes: Sie ist wirklich sehr schön.
Bitte bedenkt, dass dies in eurer Zeit auch eine Gefahr sein kann!

Lasst sie bitte im vollen Vertrauen sein,
euch alles sagen zu können und unterschlagt ihr nicht,
dass es Männer gibt, die abgrundtief böse sind.

Selbst solche, von denen das keiner vermutet.

U. Danke, Hans, ich hoffe, alles das hilft Nele und ihren Eltern.

H. Ganz gewiss!