Wertschätzung

Jeder Mensch ist berufen, zu sein, wer er IST…

…denn dann wirkt er in innerer Freude!

Wenn ein Koch berufen ist, Menschen Freude damit zu machen,
was er aus seinen unterschiedlichen Begabungen heraus auf den Teller zaubert,
ist diese Berufung in vielleicht banalem Beruf genauso heilig wie die Berufung zum Papst…

Er ist begeistert, er liebt, was er tut und vergisst sich darüber selbst…

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Hanna zu verbinden, Hanna bittet um diesen Kontakt.

Ich sitze in einer kleinen Manege, sehr einfach Holzbänke, ein relativ kleines Zirkuszelt, gelb und rot gestreift. Ein warmer Geruch nach Holz und Tieren erfüllt die Luft.

Draußen außerhalb des Zeltes höre ich eine polternde Männerstimme, dann eine schrille Frauenstimme, die klagend versucht, gegen die Männerstimme anzuhalten.

Der Zelteingang öffnet sich und ein junges Mädchen mit langen, roten Haaren läuft weinend durch das Zelt und zur anderen Seite wieder hinaus. Wieder öffnet sich der Eingang, ein dicker Mann im Unterhemd schaut mit finsteren Gesicht herein.

Sein großer Schnurrbart verdeckt die Mimik nicht so sehr, als dass ich nicht sehen könnte, wie zornig er ist. Schnaubend reißt er die Vorhangtür wieder zu. Dann ist es still, nur noch Tiere, Löwen, Elefanten höre ich.

Jemand legt leicht seine Hand auf meine Schulter. Ich spüre – auch ohne hinzusehen – das ist der Guide, so freundlich, so sanft, und doch so stark ist nur die Ausstrahlung der Engel.

Als ich mich umdrehe, sehe ich in sanfte, graublaue Augen…
Ein Mann von etwa 30 Jahren, blondes sehr kurzes Haar in der Mode der wilhelminischen Zeit streng gescheitelt, ein rundes Gesicht mit etwas dicker Nase … Sehr breite Schulter zeichnen sich unter dem weißen, kragenlosen Hemd ab, die Hände so groß und kräftig, wie konnte er mich so sanft berühren?

G. Weil ich ein Engel bin? Das hätte ich zu Lebzeiten nicht gekonnt, ich konnte nicht einmal ein rohes Ei sicher von einem Platz zum anderen tragen… zu viel Kraft! (Seine Stimme ist ruhig und warm und tief.)
Ich war eben der starke Harald…
Da, siehst du die Eisenstangen? Die hab ich verbogen zu Herzen oder Kreisen… ach, ja… das war schön, ein gutes Leben für mich…

Liebe Hanna, ich bin dein Engel? Es tut mir leid, das ich so wenig schön bin… aber vielleicht gewöhnst du dich an mich? Hier, in diesem Leben, hast du mich jedenfalls gern gehabt.

Ich war so was wie dein Freund… und du, du warst so was wie meine kleine Prinzessin. Als ich in den Zirkus kam, war ich erst 15 und du warst ein kleines Mädchen, konntest gerade erst laufen…. Das zwischen uns war Liebe auf den ersten Blick (er lächelt)!

Damals hab ich mich gefragt, ob ich ganz richtig im Oberstübchen bin, dass ich GERNE so ein Kindchen wie dich hüte, mich sogar darüber freue, wenn ich das muss. Heute weiß ich, unsere Seelen, die kannten sich schon so lange, wir konnten gar nicht anders als einander ganz lieb haben.

Was sich lieb hat, das trennt sich nicht mehr… so ist das einfach. Der Mond trennt sich nicht von der Erde und die Venus nicht von der Sonne!

So wenig wie die Himmelskörper, die sich zueinander hingezogen fühlen, sind sich trennen, sowenig tun es Seelen. Na ja, und da sind wir zwei nun, der starke Harald im Himmel und seine Hanna Prinzessin auf der Erde. Was wollen wir zwei nun damit anfangen? Hm, was meinst du?

Das willst du ja gerade von mir wissen? Klar, ich weiß es, aber ich darf dir nur das sagen, was du gerade gebrauchen kannst, einverstanden? Gut! Abgemacht! Ich erzähle dir, worum es jetzt geht.

Also: Das hier (deutet auf das Zeltenrund) war dein Zuhause… die Manege, die Tiere, die Akrobaten… deine Heimat. Und die hast du zum größten Teil auch lieb gehabt, mal abgesehen von Monsieur Philmont, dem Zauberer und Messerwerfer, den konntest du von Anfang an nicht ausstehen.

Du sagtest einmal zu mir: Harald, ich weiß, er ist immer nett und er hilft uns, wo er kann. Aber wenn ich im zu nah komme, dann krieg ich einfach Gänsehaut. Er hat so etwas Kaltes, das klebt richtig… immer, wenn er mich berührt, will ich mich waschen gehen, verstehst du, was ich meine?

Damals verstand ich es nicht… heute schon. Aber dazu später mehr.

Deine Eltern waren die Besitzer unseres kleinen Wanderzirkus. Wirklich klein, du in deiner Welt kannst dir gar nicht vorstellen, wie klein ein Zirkus war, der zwischen 1880 und 1910 durch die Lande zog.

Aber weißt du, die Menschen, die waren trotzdem begeistert, wenn wir kamen. Stell dir vor, was es hieß: Der Zirkus kommt!
In einer Zeit ganz ohne Radio, Fernsehen, Kino!

Das alles klingt nach heiler Welt, oder?
Aber, Hanna, das war es wirklich nicht für dich.

Denn dein Wesen war wenig geeignet für diese ruhelose Lebensweise. Nichts war je vertraut, keine Landschaft, kein Dialekt, den die Menschen sprachen, keine Gebäude, alles war stets ANDERS.

Außer wir 10 Erwachsenen, die hier ihre Arbeit hatten. Es führt zu weit, würde ich dir alle vorstellen, aber zu Vater und Mutter muss ich etwas sagen.

Deine Mutter war eine liebevolle Frau, leider immer und ewig ein wenig kindisch. Sie war – wenn du so willst – die ewig Hilflose und wenigsten jeder dritte Satz von ihr fing mit den Worten: „Ich weiß ja auch nicht…“ an.

Wahrscheinlich war es genau das, was deinem Vater in sie verliebt gemacht hatte. Diese Frau würde NIEMALS seine Kompetenz und Macht infrage stellen, mit ihr hatte er die Gewähr dafür, stets der „König“ zu sein.

Eigentlich waren die Zwei das perfekte Paar. Nicht, dass sie sich wirklich geliebt hätten, aber sie konnten sich gegenseitig ausnutzen, auch das ist eine Form von inniger Bindung.

Dass sie Kinder bekommen würden, ich bin sicher, darüber haben sie nicht einmal nachgedacht! Und tatsächlich geschah dies auch viele Jahre lang nicht. Gertrude, so hieß deine Mutter, war schon 42, als du gekommen bist.

Die Freude war groß, dass du ein Mädchen bist, war sekundär. Es gab schon einige Zirkusdirektorinnen in der Szene, so gesehen war es eben eine ungetrübte Freude, ein Erbe war dem „König“ geboren! Und anfangs wurdest du auch durchaus wie eine Thronerbin behandelt, oh ja!

Die Sache wurde kompliziert, als du ins schulfähige Alter kamst!

UNBEDINGT wolltest du in eine Schule! Aber wie? Wir hatten kein Winterquartier, wurde es für die Tiere zu kalt im Nord und Mitteleuropa, zogen wir nach Süden…

Schule? Wozu? Deine Eltern konnten dich lehren, was du brauchen würdest. Und Fremdsprachen, die hast du sowieso nebenbei gelernt.

Doch, doch sie liebten dich! Wirklich?

Nein, diese beiden Menschen konnten gar nicht lieben!
Was sie konnten, war, das wert zuschätzen, was ihnen Nutzen brachte, das ist ein ganz großer Unterschied.

Und du? Doch, doch, du hast sie geliebt, beide! Und du hast versucht, ihnen zu geben, was sie nutzen konnten, in der Hoffnung, dafür! geliebt zu werden.

Ach, meine Hanna, jetzt muss ich dir nicht sagen, dass du dieses Problem kennst, oder?

Stell dir das mal vor: Da ist eine Seele, die liebt, das ist eine Gabe, sich über viele Inkarnationen die Kraft, zu lieben, zu erhalten.

Aber Liebe geben, ohne etwas zurückzubekommen, das ist wie 1000 Euro auf dem Sparbuch und man nimmt und nimmt und nimmt davon kleine Summen ab, weil man die zum Leben braucht…
Aber irgendwann ist das erschöpft, man kann nichts mehr abheben… du verstehst.

Das Liebeskonto, das muss einfach immer wieder Einzahlungen bekommen. Ganz egal, von wem eingezahlt wird, von Eltern, vom Partner, Freunden, Kollegen oder Gott und den Engeln…

Deine Seele, die hatte das Liebeskonto nicht im Blick behalten, sie hatte einfach aufgehört, sich ihre Kontoauszüge anzusehen…

Alles, was sie noch wusste, war: Ich hab da ein Konto, von dem kann ich was abheben, wenn ein anderer was braucht!

Sie hatte einfach vergessen, dass so was eine schlechte Kontoführung ist. Sie hatte aufgehört, darauf zu schauen, ob Eltern, Partner, Kinder, Geschwister, Nachbarn ihr etwas auf ihr Liebeskonto einzahlen. Und sie hatte auch vergessen, darauf zu sehen, ob Engel oder Gott ihr was einzahlen.

Es gab tatsächlich nur mich! Und so groß diese Ehre auch war, dass du mir vertraut hast, ich war nicht in der Position, dir helfen zu können.
Mir war klar, dass dieses kleine Prinzesschen neben mir ein Zuhause brauchte. Mir war klar, dass es sich nach gleichaltrigen Freunden sehnte und danach, einfach ein Kind wie jedes andere zu sein.
Mir war klar, dass sie sich in unserem Leben schlecht zurechtfand und jeden Tag Angst hatte, etwas falsch zu machen…

Aber wer hätte schon auf Harald, den Starken gehört, was wusste ich schon von Kindererziehung?
Und so half ich dir eben nur, durchzuhalten… mehr nicht.

Deine Eltern, die merkten nichts von deinem Schmerz, der dich jedes Mal packte, wenn wir wieder einen Ort verließen, an dem du Begegnungen mit netten Gleichaltrigen hattest.
Die merkten auch nichts von deiner Scham, wenn dich die gleichen Kinder, mit denen du am Morgen gespielt hattest, am Nachmittag „halb nackt“ im Trikot auf dem Pferd reiten sahen…

Die wussten ja nicht, dass es dich traf, wenn sie dich am nächsten Morgen hänselten. Und wenn sie es merkten, war es in ihren Augen kindisches Getue…

Was für sie zählte, war, dass du ein hübsches Bild auf dem Pferd in der Manege abgabst. Dass du deine akrobatischen Übungen immer weiter und komplizierter ausführtest und dass du ihnen nicht mit unerträglichen Fragen und Bitten auf die Nerven gingst.

Du warst eine „gute Tochter“, du hast ihren Wünschen absolut entsprochen. Den Preis dafür hast nur du gezahlt von deinem Liebeskonto.

Weißt du, um im Zirkus ein glückliches Leben zu führen, da braucht es gewisse Wesensmerkmale, eine innere Neugier, die gar nicht zur Ruhe kommen lassen will. Eine Freude daran, sich stets neuen Bedingungen zu stellen und auch eine Abwehr dagegen, sich durch Umstände vereinnahmen zu lassen: eine Wanderermentalität.

Es ist gut, im Zirkus zu leben, wenn eine Seele dies alles sucht, Wer wenig Bindung an das Außen hat, muss eine tiefe Bindung in sich selbst entwickeln. Anders geht es nicht.

Und es ist sehr schön für eine Seele, zu erfahren, dass der wichtigste Bezugspunkt im Sein in ihr selbst liegt. Dass das Heimat ist, eine Heimat, die man jederzeit überall hin mitnehmen kann.

Für mich war das ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung als Seele.
Aber für dich?

Nein! Viel zu viel verlangt. Viel zu früh versucht.

Ich hatte ein ausgeglichenes Liebe – Konto… da waren die Kollegen, da waren die Tiere und da war vor allem Gott, dessen Liebe ich ÜBERALL sah. Und je mehr Gegenden der Welt ich bereiste, um so mehr fand ich Beweise seiner Liebe zu uns Menschen. Darum machte mich der Zirkus frei!

Aber für dich war es ein wanderndes Gefängnis.

Ich habe dir gerade den Anfang des Endes hier gezeigt. Das hübsche junge Mädchen, das gerade weinend hier durchgelaufen ist, warst du.
Der Dicke war dein Vater und die wimmernde Frauenstimme draußen deine Mutter.

An diesem Tag hatte dein Vater dir eröffnet, dass du heiraten würdest, und zwar den Sohn des Direktors eines anderen Zirkus!

Puh! Hanna, weißt du, an diesem Tag mit dieser Eröffnung war dein Konto leer geräumt!
Es war einfach nichts mehr drauf!
Deine Kraft, zu lieben, war insolvent.

Es war schwer, deinen Eltern zu geben, was sie von dir brauchten, von Anfang an…
Es war aber so, dass du meintest, IRGENDWANN würdest du gewiss einfach einen guten Mann finden, einen Handwerker vielleicht oder einen Bauern oder Arbeiter und ihr würdet heiraten.

Dann würdest du ein bleibendes Zuhause bekommen, eine Heimat, Gleichmaß, Ruhe…

Du dachtest, es MUSS so kommen, ganz gewiss! Denn sicher würden deine Eltern verstehen, dass eine Frau ihrem Mann zu folgen habe. Dieser Traum, diese Hoffnung war, was es dir möglich machte, deinen Eltern und ihren Ansprüchen zu folgen…

Aber als dein Vater dir sagte, was zwischen den Eltern schon längst beschlossene Sache war, da brach die ganze Wucht der Problematik auf dich herein.

Das Zirkusleben war nicht DEINS!
Du warst einfach anders als alle hier, ganz, ganz anders!
Und nie, nie würde es einen Ausweg aus dieser Situation geben.

Von diesem Augenblick des Erkennens an schlug der Wunsch, von deinen Eltern geliebt zu werden, in blanken Hass um.

Der Hass, den Gefangene gegenüber ihren Geiselnehmern haben, wenn sie aufhören, sich mit denen zu solidarisieren.

Wie du weißt, machen Geiseln das, um ihre Seele davor zu schützen, an der Geiselnahme, an der Ohnmacht ihrer Situation zu zerbrechen…
Sie solidarisieren sich, bis irgendetwas passiert, das dies unmöglich macht. Dieser Moment war jetzt gekommen.

Am nächsten Tag sollte die Verlobung stattfinden. Der junge Gatte in spe wurde dir vorgestellt, ein an sich netter, junger Mann, etwas unbeholfen vielleicht, aber gutmütig von Natur aus.

Aber, du, du warst nicht mehr gutmütig. Statt wie erwartet, die brave Tochter zu spielen, bist du in einem roten Kleid aufgetaucht mit einem Ausschnitt, so tief, o Lala.

Und an der Hand führtest du – wie andere ihr Hündchen – einen frechen Kerl aus der Stadt, in der wir gerade gastierten…
Ungeniert hast du den „verabschiedet“ mit einer Art Kuss, die selbst mich rot werden ließ…

Da war die Verlobung natürlich geplatzt!

Was du nicht wissen konntest: Es waren finanzielle Nöte, die deinen Vater bewegt hatten, die Verlobung zu arrangieren. Niemand wusste das außer Monsieur Philmont und der ergriff die Gunst der Stunde!

Unser kleiner Zirkus war finanziell am Ende.
Was das bedeutet hätte?
Nun, wir Artisten hätten sicherlich anderswo eine Anstellung bekommen, die Tiere hätte man verkaufen können, auch die Wagen und die Geräte. Von dem Erlös hättet ihr euch irgendwo niederlassen können, sehr bescheiden zwar, aber es wäre möglich gewesen.

Allerdings EINES wäre die Folge gewesen bei deinen Eltern: Traurigkeit, Schmerz und bei deinem Vater auch Beschämung.

Sie wehrten sich beide dagegen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Er tobte und klagte und schimpfte mit dir.
Sie jammerte und kränkelte und jeder ihrer Blicke war eine einzige Anklage…

Und genau in dieser Situation kam Monsieur Philmont und hielt um deine Hand an. Als Mitgift würde er! dir eine unvorstellbare Summe geben und so das Zirkusleben retten für deine Eltern, das sie mehr liebten als dich!

JETZT! Hättest du Nein sagen müssen.
Jetzt spätestens hättest du dich zu deinem Anderssein bekennen sollen…

Aber dazu fehlte es dir an Eigenliebe, woher sollte die auch kommen? Es waren auf deinem Konto schließlich seit vielen Inkarnationen keine von dir bemerkten Zahlungen eingegangen!

Eigenliebe, das Bewusstsein um den Eigenwert des Soseins, Bewusstsein der Würde, Sicherheit, RICHTIG zu sein…
Alles das kann eine Seele nur entwickeln, wenn sie es zulässt, dass Gott und die Welt ihr Liebe GIBT.

Du hast Monsieur Philmont geheiratet, der Zirkus ist aus seiner finanziellen Not gekommen. Und du bist nach 2 Monaten und 13 Tagen „Ehe“ mit einem zutiefst perversen Gatten in einen eiskalten Fluss gesprungen.

Dein letzter Gedanke war: WENN Gott mich liebt, rettet er mich und dann werde ich bei Philmont bleiben.

Deine Eltern, ja sie haben getrauert, besonders deshalb, weil Philmont sein Geld zurückforderte…

Deine Seele hat das mitbekommen…
Und ich? Ach, ich blieb traurig, solange ich lebte, weil ich so ohnmächtig war, dass ich nicht helfen konnte.

Heute bin ich dein Engel.

Das Leben hier, es ist vorbei, vorbei, abgeschlossen.
Zwei Dinge blieben: Mein innigster Wunsch, deiner Seele zu helfen, so lange es Zeit ist.

Und deine Sehnsucht danach, so geliebt zu werden, wie du BIST, nicht, wie man sich dich wünscht.
Aber es ist immer noch schwierig für dich, denn natürlich sagt es dir niemand.

Warum auch sollte dir jemand sagen, dass es darum geht, dich bewusst zu individualisieren?
Und dass dies wiederum nur geht, wenn du bewusst Liebe zu NEHMEN lernst.
Liebe, die NICHT gegeben wird, weil du so nützlich bist, sondern weil du es bist!

Ich werde geliebt, weil ich bin!
Einfach weil ich da bin!
Ich liebe dich, weil du bist, einfach weil du es bist!

Weißt du, Hanna, es gelingt tatsächlich nur sehr selten einem Menschen, in dieser Weise zu lieben, aber es gelingt.
Einem gelingt es auf jeden Fall: Der dich schuf, der deine Seele wirkte, der liebt dich so.

Aber, Hanna, Beweise der Liebe? Hm…

Beweist jemand seine Liebe zu dir, in dem er immer lieb zu dir ist?
Ach nein, das weiß deine Seele ja schon, das ist gar kein Beweis…

Das kann auch einfach Eigennutz sein. Aber sag einmal: Ist denn Eigennutz der Gegenbeweis für Liebe?

Auch nicht!
Das ist ganz normal, dass in jeder Liebe der Menschen zueinander immer ein bisschen Eigennutz mitspielt. Sonst wären es Opfer und DAS ist wirklich ein Gegenbeweis: Jemand, der vom anderen Opfer fordert, der liebt eben NICHT!

Deine Eltern und Monsieur Philmont, die wollten gar nicht deine Liebe!
Die wollten, dass du dein Ich opferst, deine Bedürfnisse, deine Wesensart…
DAS war keine Liebe!

Und du? Hast du dich geliebt?
Nach diesem Kriterium jedenfalls nicht, du hast dich aufgeopfert…
Aus Opfern werden IMMER Täter!

Und Gott? Wollte er dein Opfer?
Nein, es war gut, dass er dich nicht gerettet hat, es war pure Liebe, die dieses Opfer abgelehnt hat.

Hanna, hör auf damit!
Lass es sein, die Opfer zu bringen.
Liebe ist, aus Freude heraus zu handeln oder aus Mitgefühl oder aus Weisheit oder aus Vertrauen…

Aber Liebe darf niemals so weit gehen, dass die eigene Persönlichkeit aufgegeben wird!

Du hast dem Ideal der Liebe viel geopfert, das soll in diesem Leben anders werden. Dein Verständnis für dich, dafür, wer du bist, was du bist, soll wachsen, damit dir schneller bewusst wird, wann du, statt zu lieben, dich opferst.

Das setzt etwas sehr Eigenartiges voraus: deine Akzeptanz der eigenen Grenzen.

Es ist so, meine liebe, gute Seele, du bist einfach nur ein Mensch: einer von Milliarden anderen.

Und deine Belastungsfähigkeit hat Grenzen. Die Grenzen der anderen kennst du, du siehst sie und versuchst dein Bestes, diese nicht zu überschreiten.

Und was ist mit deinen Grenzen?

Sieh mal: Dir ist es ganz selbstverständlich, die Grenzen der anderen zu erkennen, aber das ist tatsächlich eine besondere Gabe deiner Seele.
Du bist sehr, sehr empathisch!

Doch die meisten Menschen, mit denen du zu tun hast, sind das nicht in deinem Maß.
Woran also merken die, dass es dir ernst ist mit dem Schutz deiner Grenzen?

Ich weiß, du sagst es ihnen und die tun trotzdem nichts…
Ja, wer muss dann etwas tun?
Wer hätte handeln müssen in dem Leben, das ich dir aufdeckte?
DU!

Natürlich, du hättest etwas tun müssen und nicht nur einmal! Solange, bis es deinen Eltern klar geworden wäre, dass sie mehr verlangen, als drin ist!

Oh, ich weiß, du bist des Kämpfens müde… Hm, hm…

Deshalb macht es gar keinen Sinn, mit denen um dich zu kämpfen, zuerst gilt dein Kampf deiner inneren Selbsthypnose…

Immer noch die gleichen Sätze! Genau wie damals fangen sie an mit den Worten:
Aber ich KANN doch nicht…
Aber ich glaube nicht, dass ich das schaffe…
Aber ich brauche das doch nicht wirklich…

Das nenne ich mal einen Aberglauben!

Magst du den wechseln? Was meinst du, traust du dich, dass DU! deinem Leben Freude und Sinn geben kannst? Traust du es dir, damit aufzuhören, dass die Anderen damit anfangen?

Ui… so viel Mut verlange ich von dir?
Sprengt das nicht deine Grenzen?

Ja, vielleicht tut es das… aber VERLANGEN tu ich es nicht, nicht einmal erwarten, ich wünsch es dir nur so sehr!

Ich möchte, dass es aufhört damit, dass du in aller Traurigkeit liebst…
Ich möchte, dass du voller Freude deine Liebe aus dem Überfluss heraus schenkst, der in deiner Seele liegt.

WIE du begriffen hast, dass du GUT GENUG bist, um zu leben, zu lachen, zu genießen: gut genug!

U: Harald, ich danke dir sehr, leider kann ich kaum wiedergeben, wie leidenschaftlich und gleichzeitig ruhig und sanft du bist. Ich hoffe, dass Hanna das spürt und dass deine Worte ihr weiterhelfen.

H. Ich bin zuversichtlich, sie ist eine Kämpferseele, die einfach „vergessen“ hat, dass ein guter Kämpfer zuerst für seinen Krafterhalt zu kämpfen hat.

Sie muss nur verstehen, dass diese Opfer ein Zeichen der Wut sind, nicht der Liebe. Sie möchte das gar nicht, sie sehnt sich danach, es zu ändern.

Wir arbeiten zusammen, ja?

U. Das machen wir, ich kann mit ihr hoffentlich noch sprechen…

H. Oft, hoffe ich. Ich brauche dich noch eine Weile. Das hier ist ja kein Kinderspiel.

U. Ein solches Reading ist keine Selbstbespaßung, das ist wahr.

H. Ne, wirklich nicht.

U. Ihre Fragen also?

H. Ja!

U. Sie möchte wissen, was ihre Berufung ist.

H. Ach, Hanna, das ist jetzt gar nicht der Punkt. Berufung: Weißt du, dass die sich einfach ergibt in dem Moment, wo ein Mensch das ist und lebt, was in ihm ist?
Wo und wie er das tut, das ist ganz gleich!

Wenn ein Koch berufen ist, Menschen Freude damit zu machen, was er aus seinen unterschiedlichen Begabungen heraus auf den Teller zaubert, ist diese Berufung in solch banalem Beruf genauso heilig wie die Berufung zum Papst…

Jeder Mensch ist berufen, zu sein, wer er IST, denn dann wirkt er in innerer Freude!

Er ist begeistert, er liebt, was er tut und vergisst sich darüber selbst…

Wenn ich dir jetzt sage: Oh, du bist berufen, Menschen zu begleiten, die in Not sind, was bediene ich dann?
Den alten Versuch, über Nützlichkeit Liebe und Zustimmung zu bekommen!

Nein, ich hab dich viel zu lieb, um dir jetzt damit zu kommen, deshalb: Du bist berufen, DU zu sein, immer und überall DU!

U: Wo liegen ihre Fähigkeiten und Potenziale?

H. Sie ist klug, Uta, findest du nicht auch?
Aber siehst du, sie will es wirklich wissen!

Hanna, deine Fähigkeit ist die, ANDERE Wege zu sehen und zu gehen …
Ist die, dich von Überholtem zu trennen und neue Ideen und Ziele zu entwickeln…
Ist die, HINTER das zu sehen, was offensichtlich scheint…
Ist die, Wahrheiten zu akzeptieren, die in keine Schublade passen…
Ist die, inspirierend auf Andere zu wirken…
Ist die, dass Außerordentliche zu erkennen, dass in Menschen, Tieren und Situationen liegt…
Ist die, Wünsche zu entwickeln, die die Entwicklungen forcieren, die nötig sind, um das Leben positiv zu verändern…

Das liegt alles in dir!

Aber das ist keimend, unerwachsen, solange du es nicht für dich selbst angewendet hast, nicht wahr?
Überzeugend kannst du doch nur sein, wenn du Zeuge dessen bist, was du weitergibst.

U. Sie fragt, wie sie ihren Weg finden kann?

H. In dem du deine Intelligenz benutzt, um ALLES zu hinterfragen, statt möglichst jede Frage Anderer RICHTIG beantworten zu wollen.

Warum sind die Dinge, wie sie sind?
Weiss ich, was ich meine, zu wissen, oder glaube ich nur, zu wissen?
Was wäre, wenn alles genau umgekehrt wäre?

SO findest du DEINEN Weg.

Was FÜHLE ich WIRKLICH?
Statt: Was sollte ich von mir erwarten, dass ich es fühle…

Was brauche ich wirklich, was kann ich gar nicht, was ist mir Freude / Heilig?
Was ist mir unwichtig / verwerflich?

Fragen über Fragen…
Und der Weg?

Ha, ja eben, er ist ein WEG… wohin eigentlich?
Nach Zuhause!
Ja, und was ist das? Weißt du das?
Das bist DU!

Das ist, was ich damals in meinem Zirkusleben gefunden habe: mich.

U. Sie schreibt: Ich glaube, dass mir das Vertrauen in die geistige Welt fehlt, wie kann ich das auflösen?

H. Musst du das?
Warum?
Du darfst uns einfach ausprobieren, du darfst skeptisch und reserviert sein, du darfst uns heute ganz, ganz nah sein und morgen dich distanzieren und übermorgen wieder nah sein…

Alle deine „Bindungen“ haben diesen Gummibandeffekt, auch das ist Stabilität…
Das gehört zu dir, dieser Wechsel von Nähe und Distanz…
Das ist gut genug, gut genug: einfach du.

U. Sie fragt, wie sie ihre Kindern Malte, Jannis und Kejel am besten in ihrer Entwicklung unterstützen kann.

H. Hanna, jeder ist anders, jeder braucht Anderes… ich kann nicht, ohne in Gefahr zu geraten, zu wenig zu sagen im Angesicht dessen, was nötig wäre, darauf an dieser Stelle eingehen.

So muss es sehr schlicht dabei bleiben, dass ich sage: Lass sie ihre Individualität behalten, opfere dich ihnen nicht, sondern liebe sie…
Versuch, zu lernen, wann du was tust.

Es tut mir leid, im Grunde müsste jedes Kind viele, viele Worte bekommen, aber wir können hier nicht unendlich lange kommunizieren.

U. Sie schreibt: Ich fühle mich so müde und erschöpft, wie kommt das?

H: Hm… weißt du, das liegt an deiner Liebeskontoführung…
Du hast die Ausgänge mehr im Auge als die Eingänge…
Das macht müde!

Es macht müde, wenn man das Gefühl hat, zwar das Leben zu führen, das der Wille will, aber nicht das, was die Seele braucht…

Ich hoffe, dieses Reading ist für uns beide der erste Schritt in ein lebendiges, erlebtes, gefühltes Leben…
DEIN Weg!
DEIN Weg macht dich nicht müde… einiges ist heute schon dein Weg…

Das ist dir aber so selbstverständlich, dass du es gar nicht merkst…
Anderes ist nicht DEIN Weg…

Du bist jetzt 40, wenn du in 10 Jahren sagst: „Das hier ist mein Weg! Das hier BIN ICH und ich bin gut genug, um mein Leben, wie es ist, zu lieben“, dann haben wir so viel erreicht, so so viel!

Weißt du, liebe Hanna, was der Fehler hier in diesem Leben war?
Sie hat die Liebeseinzahlungen nicht beachtet…

Es war nicht so, dass sie NICHTS bekommen hätte: Da waren die Tiere, da waren wunderschöne Landschaften, da waren Menschen um sie wie ich…
Da war ihre Schönheit, ihre Gesundheit…

Es war schon so, das eingezahlt wurde von Gott und der Welt…
Nur gesehen hat sie das nicht, sie war zu beschäftigt damit, darauf zu warten, dass ihre Eltern einzahlen…

Du wirst weniger müde sein, wenn du anfängst, auf die Einzahlungen zu achten wie als Kind: Jeder „Groschen“ war ein Stück „Reichtum“, erinnerst du dich?
Viele Groschen machen reicher und reicher…

Versuch, jeden Tag zu sehen, was dir an „Liebesgroschen“ vielleicht auch nur in Pfennigen eingezahlt wird…
Du wirst staunen, wie sich dein Konto verändert.

Jetzt muss ich mich erst einmal verabschieden.
Es geht weiter mit uns beiden, ganz sicher…

Du wirst jetzt viel, viel zu lernen haben und dabei stärker und stärker werden.
Noch kannst du es dir nicht denken, aber weißt du, dass du mitreißend sein kannst? Hm? Das konntest du schon hier!

Aber dazu muss man fröhlich sein, begeistert vom Leben…
Hast du den Mut, eine Begeisterte zu werden?

Ja?
Gut, fangen wir an!

Dein starker Harald!