Tier

Wie ein Kater die Welt sieht und versteht…

Verstorbenenkontakt mit einem Kater

Uta: Bist du oft hier im Haus oder nur jetzt,
weil ich dich hier suche?
Kater: Ooooooooooooooooft!
Uta: Warum?
Kater: Weil er mich ruft, er ruft mich im Herzen!

Uta: Herr Bach?
Kater: Das ist nicht sein Name!
Uta: Wie ist dann sein Name?
Kater: Komm-zu-Herrchen-na-komm.

Uta: Oh, Okay, dann so.
Bis du oft da?
Kater: Fast dauernd.
Uta: Magst du das?
Kater: Hm… ich würde lieber anders.

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem am 28. 5. 2015 verstorbenen Kater
von Herrn Bach zu verbinden.

Es ist nicht einfach, den Kontakt herzustellen.
Denn leider habe ich weder den Namen des Katers noch ein Foto,
das es mir erlaubt, einen Blick in seine Augen zu werfen.

Ich muss lange warten, ehe sich im Foto lebende Präsenz zeigt.
Erst sehe ich, wie er sich langsam streckt, die Beine durchdrückt,
nun auf dem Bauch liegt, dann die vorderen Beine unter seinen Kopf legt.

Ein tiefes Brummen ist zu hören, das aber keineswegs zum Schnurren wird.

Er öffnet seine Augen.
Sie sind nicht grün, sondern Bernsteinfarben,
als würde Sonne in Bernstein strahlen.
Mit diesen Augen fixiert er mich.

Noch einmal dieses Brummen ganz tief aus seinem Bauch heraus.
Seine Schwanzspitze peitscht dabei ein wenig hin und her.

So habe ich nicht den Eindruck,
dass er mir sonderlich freundlich gesonnen ist.

Ich trete einen Schritt zurück, er folgt mir, indem er etwas den Kopf anhebt. Und die Ohren hin und her dreht.
Der Schwanz ist immer noch nicht ruhig
und seine Haltung alles andere als entspannt.
Aber immerhin brummt er nicht mehr.

Uta: Hallo, Katerchen!

Kater: Nicht so!

Uta: Ich weiß, du heißt anders, aber ich weiß leider nicht, wie?

Kater: Er sieht mich unergründlich an, fixiert weiter meine Augen,
ist aber etwas weniger angespannt.

Uta: Ich nenne dich einfach Lord, du siehst aus wie ein Lord.

Kater würdevoll den Kopf hebend: Ich weiß! Gut!

Uta: Lord ist gut?

Kater: Meinetwegen.

Er setzt sich auf, leckt hingebungsvoll seine Pfote,
ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen.
Er leckt sein Unterbauch, als wäre ich gar nicht vorhanden.

Nun immerhin kein Zeichen von Abwehr mehr, aber Ignoranz…

Ich habe das Gefühl, es ist besser, wenn ich ihm einfach Zeit lasse.

Er will mir anscheinend zeigen, dass er bestimmen will,
wie weit er sich auf eine Bekanntschaft mit mir einlassen mag.

Mich erstaunt, dass ich hier in einer Wohnung bin.
Ein Schlafzimmer ist wirklich ein ungewöhnlicher Ort
für eine Katze im Licht.

Lord unvermutet: Wieso ungewöhnlich, ich wohne hier!

Uta: Hier? Das ist nicht da, wohin du sein könntest…

Lord: Du meinst den Sand am Fluss!

Uta: Ja! Warum bist du nicht dort?

Zur Erklärung:
Katzen-Readings beginnen in der Regel mit einem Ort,
der wie eine unendlich lange Sandbank aussieht. 
Unmittelbar daran grenzt ein Fluss voll von Fischen.
Alles im warmen Licht, alles funkelt, duftet.

Überall dort sind Katzenseelen, sie liegen im warmen Sand,
spielen miteinander oder mit den Fischen
oder liegen träge in den Ästen der starken Büsche am Rand.

Kater: Ich kann hier und da sein,
du hast mich doch hier gesucht (spielt auf das Foto an).

Uta: Stimmt!
Bist du oft hier oder nur jetzt, weil ich dich hier suche?

Lord: Ooooooooooooooooft!

Uta: Warum?

Lord: Weil er mich ruft, er ruft mich im Herzen!

Uta: Herr Bach?

Kater: Das ist nicht sein Name!

Uta: Wie ist dann sein Name?

Lord: Komm-zu-Herrchen-na-komm.

Uta: Oh, Okay, dann so.
Bis du oft da?

Lord: Fast dauernd.

Uta: Magst du das?

Lord: Hm… ich würde lieber anders.

Uta: Wie anders?

Statt einer Antwort dreht er sich auf den Rücken, strampelt,
als müsse er seine Glieder lockern.
Er dreht sich und sitzt jetzt kerzengerade vor mir.

Lord: Neues Leben!

Uta: Du möchtest ein neues Leben in einem Körper haben?

Lord: Jahaaaaaaaaaaaaaaa.

Uta: Das kannst du doch machen!

Lord: Ich will aber wieder hierher kommen.
Die sagen doch, er ist verrückt, wenn er das tut.

Uta: Machst du dir deswegen Sorgen?!

Lord: Nein, aber er.

Uta: Oh, verstehe.
ER ist unentschlossen?

Lord: Ja!

Uta: Dein Herrchen hat eine Menge Fragen an dich.
Er hat mich gebeten, das zu übersetzen.

Lord: Ja, er ist Nicht-Versteher.

Uta: Genau, und ich bin ein Versteher.

Magst du seine Fragen mir beantworten?
Ich sage deine Antwort weiter.

Lord: Er legt sich jetzt statt einer Antwort so hin,
als wolle er schlafen, kugelt sich richtig ein…

Ich höre noch, wie er denkt:
Ein dicker, warmer Bauch.
Ich möchte auf einem dicken, warmen Bauch liegen…

Und fort ist er…

Es bleibt mir nichts, als zu warten…

Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist er wieder da.
Ich hoffe, allzu oft macht er das nicht mit mir.

Lord: Ich konnte nicht anders, ich musste mir Energie holen.

Uta: Okay, sag mir nächstes Mal Bescheid bitte.

Der Kater tut so, als versteht er kein Wort.
Dabei bin ich sicher: Wenn er will, versteht er jedes Wort.

Aber ich bin eben nicht die, die er liebt.
Und daran hat er auch nicht vor, das Allermindeste zu ändern.

Er duldet mich – um nicht zu sagen, er erträgt mich –
das ist aber anscheinend schon das Höchste der Gefühle.

Es scheint nur eine Person gegeben zu haben,
die er absolut geliebt hat: Sie, Herr Bach.

Uta: Also die Fragen deines Herrchens?

Lord: Ja!

Jetzt ist er extrem aufmerksam, er geht in eine Erinnerung.

Er sitzt da und eine männliche Hand hält ihm ein Leckerchen hin.
Ich denke, es ist ein Stück frisches Fleisch oder Lachs, so etwas.
Er richtet sich ganz auf, um es zu bekommen…

Eigentlich ist das lächerlich, denn er kann sich JEDES Futter besorgen,
wenn er eines will.
Aber er liebt die Stimme seines Herrchens
und WIE er dann gestreichelt wird:
Ganz kräftig vom Kopf bis zum Schwanz in langen Streichen.
Er liebt das so sehr, dass er selbst jetzt in der Erinnerung beginnt,
zu schnurren…

DAFÜR macht er sich hoch, nicht für das Leckerli!
Es ist ihm wichtig, dass ich das mitteile.

Noch eine Erinnerung:
Ich sehe jemandem im Bett liegen
– jedenfalls sehe ich einen männlichen Fuß
unter dem Deckbett vorgestreckt –
tiefe Atemzüge verraten, dass hier geschlafen wird,
da liegt aber noch jemand im Bett.

Das Katerchen steht davor, im Raum ist es dämmrig,
als ginge die Sonne gerade auf.
Mit einem beherzten Sprung springt er ins Bett.
Ich glaube, das hält er für SEINEN Platz, kann das sein?

Er duldet aber die beiden Mitschläfer.
Er war anscheinend ein ganz Lieber und Netter.
Nur zu mir ist er reserviert, aber nicht zu SEINEN Menschen…

Lord: So in etwa, jetzt hast du mich verstanden.

Uta: Fein, dann lese ich jetzt die Fragen deines Herrchens vor
und du antwortest mir bitte?

Lord: Ja.

Uta: Dein Herrchen fragt, was du ab dem Morgen des 28. 5. erlebt hast?

Lord: Gar nichts mehr, am nächsten Tag war ich doch tot!

Uta: Ich glaube nicht, dass das gemeint ist.
Dein Herrchen möchte wissen, wie dein Leben endete und warum genau?

Lord: Zuerst war mir schlecht.
Hm, schlecht, ganz schlecht.
Es war so:
(Versucht, in mir Schwindel auszulösen, das verbiete ich ihm!).

Uta: Du darfst das mit mir nicht MACHEN, wie es dir ging, sonst sterbe ich.

Lord: Oh nein, das will ich nicht.
Wir war schlecht und mir war es zu eng.

Uta: Was war dir zu eng?

Lord: Mein Ich – Bauch.

Uta: Hattest du Schmerzen?

Lord: Nicht gleich, später.

Uta: Weißt du, warum dir schlecht war?

Lord: Herz.

Uta: Dein Herz war krank?

Lord: Ein bisschen…

Uta: Aber an dem Tag sehr?

Lord: Sehr, sehr.

Uta: Daran bist du gestorben?

Lord: Nein.

Uta: Warum wurde aus ein bisschen Herzkrank sehr Herzkrank?

Lord: Wegen dem Schreck!

Uta: Du hast dich erschreckt?

Lord: Ja.

Uta: Kannst du dich erinnern, weswegen?

Lord: Auto.

Uta: Du hattest einen Unfall?

Lord: Ich hatte einen Schreck.

Uta: Okay, ein Auto hat dich erschreckt und danach war dir schlecht?

Lord: Ja, sehr, sehr, keine Luft mehr.

Uta: Daran bist du gestorben?

Lord: Danach.

Uta: Die nächste Frage deines Herrchens ist:
Wann genau dein Leben endete?

Lord: Als ich keine Luft mehr hatte…

Uta: Ja, das ist klar, aber kannst du sagen, wie spät es da war?

Lord: ?
(Er versteht die Frage nicht, ich gebe ihm das Bild einer Uhr,
mit der er genauso wenig anfangen kann).

Ich fürchte, das ist eine sehr sinnlose Frage an dieses Tier.

Alles, was ich bekomme, ist eine Straße,
ein üppig grüner Baum und die Sonne geht unter.
In der Nähe ist ein Holzzaun.

Uta: Dein Herrchen fragt, was du kurz vor seinem Tod gesehen hast?

Lord gibt mir das Bild von Beinen:
einmal Beine in Jeans, einmal Frauenbeine in einem Rock.

Uta: Dein Herrchen fragt, wie der andere Kater aussah,
mit dem er häufig Kontakt hatte?

Lord: Dunkel…

Uta: Dein Herrchen fragt, ob du in deiner Umgebung Probleme hattest,
von denen er nichts weiß?

Lord: Hm… ich hatte ein Mädchen, das mich nicht mochte.
Ich war ihr nicht männlich genug!
Sie wollte nie mich, immer nur die Anderen.

Uta: Hat dich das traurig gemacht?

Lord: Ja, ich möchte das Mädchen immer noch.
Ich möchte wiederkommen dürfen und möchte ein richtiger Kerl werden.

Uta: Oh, dann ist die Sehnsucht wirklich groß.

Lord: Grooooooooooooooooooooß !

Uta: Kannst du Kontakt mit ihm aufnehmen?

Lord: Nein, er ist ein Nicht-Versteher.

Uta: Wie siehst und sahst du die Welt aus deiner Perspektive?

Ich bekomme ganz kurz ein Blick durch seine Augen:
Er schleicht durch Gras, in dem Tautropfen hängen.
Das mochte er NICHT!

Er zeigt mir eine Veranda: graue Steine, offene Tür.
Das Haus ist voller Düfte, er liebt diese Düfte…

Er zeigt mir etwas, das aussieht wie ein Spielzeug, das liebt er auch…

Dann gab es da etwas:
Ich sehe eine Scheune oder Stallung, da traf er sich mit Anderen,
die sind in das Gebäude gegangen, er nicht.
Er mochte das nicht.

So „taff“ er sich mir gegenüber zeigt,
hier benimmt er sich wesentlich vorsichtiger als Andere.

Anderes Bild: Der Mond, Vollmond…
Er sieht den nur an und er hört viel:
Er hört es überall rascheln und piepen… ich denke, das sind Nager.
Er liebt es, das in Vollmondnächten zu hören.

Uta: Kannst du nach deinem Tod noch etwas von dem mitbekommen,
was die Menschen erleben, die dich gern hatten?

Lord: Na… ja. Streit finde ich nicht gut.
Das ist nicht gut.

Ich will das nicht und ich will auch nicht, dass ich so fehlend bin.
Und
auch nicht, dass die Anderen so tun, als ob nichts ist.
Ich will auch nicht, dass es heißt, das ist verrückt.

Uta: Okay, danke. 
Dein Herrchen fragt, ob du vielleicht Feinde hattest,
von denen er nichts wusste.

Lord: Nur der Alte, der nicht wollte,
dass ich mein Mädchen besuchen komme.

Uta: Hat er dir was getan?

Lord: Tür zugeschlagen, sehr laut!

Uta: Dann danke ich dir für deine Mühe!
Du bist wirklich ein richtiger Lord!

Lord: Kein Dicker?

Uta: Kein Dicker und auch kein Garfield.

Ich soll dir noch sagen, dass du sehr vermisst wirst
und ganz sicher niemals vergessen wirst.

Lord: Ich weiß, aber jetzt könnte ich bald wiederkommen,
es spricht nichts dagegen.

Uta: Dann wärst du eine Mai-Katze.

Lord: Kater!

Uta: Ja klar: Kater.

Lord: Sie sagt, das stinkt, deshalb muss das ab, was schön ist.

Uta: Hm, ich schlage vor, das klärt die Liebe, oder?

Lord: Ja.

Damit ist der Kontakt weg.

Ich sehe zum Schluss noch Erbrochenes,
das irgendwas mit Blutig beinhaltet.

Dann wird es hell und es ist tatsächlich die Sandbank
und der Fluss zu sehen.
Eine schwarze Katze mit weißen Pfoten sitzt da,
als hätte sie auf ihn gewartet.

Ende des Kontaktes!