medial

Wir sollten uns damit beschäftigen, dass du eine mediale Fähigkeit hast.

Es hilft nicht, sich die mediale Fähigkeit selbst auszureden!
„Ein Problem wird nicht dadurch gelöst,
dass es vertagt wird!“
Dieses schon gar nicht.
Medialität ist nun einmal Teil deiner Seele.

Du wirst deine Medialität schulen lassen müssen, Anita,
anders geht es nicht.

Und du wirst deine Angst davor aufgeben müssen,
medial zu sein.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide Elia, mich mit dem Engel von Anita zu verbinden.
Anita bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe in einer weiten Landschaft, flach, am Horizont vermutlich ein Deich, denn die Luft riecht nach Meer und Möwen höre ich von dort.
Auch scheint es mir, als würde ich Wellen hören,
aber ich weiß es nicht genau, vielleicht ist es nur der Wind.

Hier in der feuchten Wiesenfläche, in der ich stehe,
gibt es nichts als ein paar Wildgänse, die sich sofort in die Luft erheben,
sobald ich mich bewege.
Der Tag ist hell und kühl der Wind.
Weiße Wolken und dunkle ziehen gleichzeitig schnell über den Himmel,
als ob da oben ein Sturm weht, hier unten spüre ich nur ganz normalen Wind.

„Ach, der kommt schon noch!“

Eine warme, dunkle Männerstimme hinter mir und das Gefühl
wunderbarer Wärme und innerer Ruhe kündigen mir den Guide an.
Ich drehe mich um und sehe in freundliche, braune Augen
unter hellen, dichten Augenbrauen, ein schmales Gesicht mit ausgeprägter Nase, eine Wollmütze, tief in die Stirn gezogen.
Das Gesicht lässt nur schwer auf ein Alter schließen.
Es ist wettergegerbt, voller feinster Fältchen, aber sonst…

G: Ach, lass doch den Firlefanz (er lächelt).
Ich weiß doch, was sich gehört.
Also, meine liebe Anita, dies bin ich nun
– oder besser gesagt das, was ich zeigen will –
um mich dir vertraut zu machen, um ein Engel zum Anfassen zu werden…

Ich denke, das ist uns Beiden lieber, als wenn ich dir als Lichtwesen komme
mit irgendeinem verdrehten Namen.
Du und ich leben auf einer Weise, die eben menschlich ist.
Nur du dort in der Materie, ich hier.
Im großen Ganzen wollen wir es so nehmen?

Mein Name? Ach, nenn mich Peer oder Peter…
Peter heißt „Fels“, das ist schön, findest du nicht?
Dein Fels in der Brandung, da muss ich gerade ganz schön was aushalten?
Ach, du, ich bin ein breiter Fels und stehe auf einem noch Breiteren,
der nennt sich Gottes Wissen…

Es ist einfach für mich, dich zu halten.
Es ist aber schwer für mich, dich zu halten, wenn du Angst hast und glaubst,
du schaffst es diesmal nicht.
Und ich versuch, zu sagen: Doch, du! WIR schaffen es!

Aber die Angst kommt dazwischen,
schiebt sich wie eine Mauer zwischen meiner Kraft,
dich zu halten und deiner Hoffnung, gehalten zu werden.

Ich mag Angst nicht, nicht diese jedenfalls, sie ist ein Energiefresser.
Sie taugt zu gar nichts, aber sie ist eben da. Sie gehört zur Dunkelheit…

Weißt du noch? Der dunkle Keller?
Wer braucht schon diese Art Angst? Diese Art Angst ist mein Feind.

Wenn du VORSICHTIG über die Straße gehst:
Die Angst ist gut, da beschwer ich mich gar nicht.
Wenn du Beipackzettel liest: auch eine gute Angst, na ja, manchmal.

Aber lassen wir das erst mal, jetzt hab ich doch einfach so losgelegt,
dabei wollte ich mich doch vorstellen und das, was hier passiert ist, damals.

Du, ich hab mir das hier nicht ausgedacht,
wir haben wirklich hier gelebt.
Ist lange her: 1717.
Lange, lange her…

Viele Leben liegen zwischen dir und Annetta, so hab ich dich damals genannt: mein Mädchen, mein Herzenskind Annetta …

Anna eigentlich, aber wie soll ein Vater einen blonden Lockenkopf
mit braunen Augen ANNA nennen, ich konnte das einfach nicht.

Da drüben –
er zeigt auf einen Fleck weiter ins Land, dort steht eine
kleine Baum- und Heckenreihe, aber ein Gebäude sehe ich nicht –
da stand unser Haus.

Ein schönes Haus.
Wir waren „fast“ reich: 8 Kühe, 4 Ochsen, 2 Esel, 6 Schweine,
Enten und Hühner sowieso …

Es war so gutes Land, weißt du?
Fett und schwarz glänzte die Erde, wenn ich sie umpflügte im Frühjahr.
Die Schafe dahinten auf dem Deich, davon gehörte die Hälfte auch uns.

Ich war so gerne Bauer!
Und ich war so gerne dein Vater!

Deine Mutter hat die Geburt nicht überstanden.
Ja, weißt du, das war so damals: Es war schwer, eine Frau zu sein.
Sie hieß auch Anna, war eine Deutsche.
Wir waren das nicht, wir waren Dänen, Anna, oh ja…

Vielleicht hab ich dich auch Annetta genannt,
weil Anna in meinem Herzen schon besetzt war und für immer bleiben sollte.
Das wäre schon möglich.
Aber für solche Sentimentalitäten hätte ich keine Worte gehabt,
nicht einmal Gedanken, nur Gefühle.
Und über die sprach ein Mann meiner Art nicht.

Obwohl Anna dich nicht behüten konnte, war sie immer bei uns.
Ich fühlte sie oft und ich freute mich, als ich sah, dass auch du sie wahrnimmst, anscheinend mehr als ich.
Denn manchmal sah ich dich lachen.
Oder es schien mir, als würdest du ihren Worten lauschen…

Anna sorgte für dein Herz, ich für Zuverlässigkeit und meine Mutter,
die alte Gerda, für dein leibliches Gedeihen.
So waren wir doch eine Familie und wir liebten das Leben hier.

Gute Jahre waren es, als du größer wurdest.
Jedes Jahr konnte ich einen kleinen Gewinn machen,
jedes Jahr konnte ich etwas mehr zur Seite legen.
Denn ich hatte vor, dir den größten Hof südlich von Tondern zu hinterlassen, wenn ich einmal sterben würde.

Aber wie es das Gesetz der Schöpfung verlangt:
Es folgen stets den guten Zeiten die schlechten Zeiten,
auf und nieder geht es in der Welt.
Und was hoch ist, wird niedrig, was niedrig ist, hoch…

Hätte ich diese Gesetzmäßigkeit damals nur erkannt!
Vielleicht, vielleicht wären unsere Seelen nicht so sehr verletzt worden,
als es kam:
Das Gegenteil der guten Zeit!

Es war ein außerordentlich gutes Jahr gewesen, nie waren unsere Schafe so fett, nie hatten unsere Apfelbäume so reichlich Frucht getragen
und mit einem stolzen Gewinn kam ich vom Viehmarkt aus Tondern zurück.

Es war der Dezember 1717.
Es war ungewöhnlich warm.
Ich ließ das Vieh noch lange außerhalb der Ställe stehen.
Aber auf den Feldern war nichts mehr zu tun.
Also entschied ich mich, mit Carl, unserem Knecht,
unser Reetdach winterfest zu machen.
Hier und da gab es einige Stellen, die locker wurden.

Wir mussten das Reet damals selbst schneiden, das war schwere Arbeit.
Alle mussten mit anfassen, die Männer schnitten, die Frauen bündelten.
Du warst gerade 18 Jahre alt.
Schön wie ein Sommermorgen, sagte ich mir immer, wenn ich dich sah:
die roten Wangen, das honigfarbene Haar, die kleinen Sommersprossen
und die freundlichen, braunen Augen.

Kein Wunder, dass die Burschen aus der Nachbarschaft
„freiwillig“ ihre Hilfe anboten, die erhofften sich „Größeres!“, du verstehst…

Einer war darunter, der junge Hinnerk,
der schien mir sogar berechtigte Hoffnungen zu haben.
Oh, das war nicht einfach, für mich zu sehen, wie deinen Augen blitzten,
wenn er dich ansprach.
Und wie dein mir so vertrautes Lachen einen anderen,
mir ganz neuen Klang annahm, wenn er Scherze machte…

Hm, hm, Anita, daran erinnere ich mich gut,
wie ich gegen meine innere Eifersucht ankämpfte!
Am liebsten hätte ich ihn vom Hof gejagt…

Aber das wäre dumm gewesen, denn Hinnerk war ein guter Junge,
das wusste ich wohl.
Und er würde ein guter Bauer sein, den Hof seines Vaters würde er nicht erben.
Er war der Drittgeborene.
Aber er war ein guter Mensch!
Und um so einen hatten Gerda und ich täglich für dich gebetet:
dir ein guter Mann, dem Hof ein guter Bauer…

In diese Gedanken war ich versunken,
plötzlich wurde ich da herausgerissen durch deine Schreie!
Du warst in die Knie gegangen, hieltest die Hände vor das Gesicht und schriest, als sei dir ein Messer in den Rücken gestoßen worden…

Wir rannten alle zu dir, besorgt, was geschehen sei.
Aber es war nichts zu finden, dennoch konntest du dich gar nicht fassen. Schließlich trug ich dich auf den Armen ins Haus.
Gerda machte dir einen Tee zur Beruhigung
und ich gab dir von meinem besten Rum, bis du endlich aufhörtest,
zu schreien, dann zu wimmern und schließlich eingeschlafen bist.

Keiner von uns konnte sich einen Reim auf dein Verhalten machen.
Besonders Hinnerk schien es getroffen zu haben!
Denn er stand ganz bleich da und schaffte es nicht mehr,
irgendetwas Vernünftiges zu tun.
Er sagte nur immer wieder:
„Sie hat gerade noch gelacht, dann ist sie plötzlich ganz still geworden,
dann wurden ihre Augen so groß und dunkel und dann hat sie geschrien.“

Mir war, als er das sagte, als würde mein Herz gedrückt.
Es schien mir, als würde der strahlend blaue Dezembertag
plötzlich dunkel, obwohl keine Wolke am Himmel war.

Einige Tage hast du weiter im Bett zu gebracht.
Du wolltest nicht reden, nicht essen, nur allein sein.
Manchmal lauschte ich an der Tür, aber es war ganz still bei dir.
Eines Morgens warst du dann wieder beim Frühstück.
Ohne viele Umschweife sagtest du:
„Vater, wir müssen die Sache besprechen! Allein!“

Also gingen wir zwei auf den Deich.
Das haben wir immer getan, wenn du etwas auf dem Herzen hattest,
dass du keinem anderen anvertrauen wolltest.
Nur das Meer und der Wind waren Zeuge, als du mir sagtest, was geschehen war.

Noch während du dich mit Hinnerk unterhieltest,
fühltest du plötzlich die Gegenwart deiner Mutter,
diesmal aber ungewöhnlich drängend.
Es war – so sagtest du – als würde sie deine Hand ziehen
und dich hoch in die Luft heben.
Von dort aus sahst du zu uns herab, aber wir waren nicht mehr mit dem Reet beschäftigt.

Das Wetter war sehr schlecht, es regnete und es war windig.
Aus dem Wind wurde Sturm, aus dem Sturm Orkan.
Und dann sahst du, wie das Meer anstieg und kochte
und du wurdest höher gehoben und konntest unendlich weit
die Küste entlang sehen bis weit in den Süden.

Überall tobte der Orkan und überall brachen die Deiche.
Häuser stürzten ein, ganze Kirchtürme brachen zusammen.
Und überall, überall sahst du Ertrunkene
wie Engel gleich zum Himmel aufsteigen.

Da hättest du angefangen, zu schreien!
Du hättest die Mutter nicht mehr gespürt, aber noch gehört,
dass sie gerufen habe:
Feiert Weihnachten nicht, geht nach Osten, geht zum Onkel!

Ich wusste anfangs gar nicht, was ich zu dieser Geschichte sagen sollte.
Am liebsten hätte ich gesagt: Annetta, das hast du nur geträumt.
Aber dass du einen Onkel in Lübeck hattest, davon wusstest du gar nichts,
denn deine Mutter war im Zwist zu ihm gestorben und wir hatten keinen Kontakt.

Hin und her gingen meine Gedanken.
War das wahr, was du gesehen hattest?
Ich fühlte mich überfordert.
Hätte ich auf mein Herz statt auf meinen Verstand gehört, hätte ich dir geglaubt.
Dann wäre ich deiner Bitte, zu gehen,
ehe der Heiligabend kommt, nachgekommen…

Aber mein Verstand hatte Einwände:
Was wird aus dem Vieh?
Wer soll das versorgen?
Und ANGST kam in mir hoch!
Die Angst, dass, was immer ich tun werde:
Es würde gefährlich falsch sein können.
Ganz dumm, ganz hilflos fühlte ich mich angesichts der Entscheidung,
die du da von mir erwartet hast.

So sagte ich erst einmal gar nichts, nahm dich nur in die Arme
und wusste doch genau:
Das war nicht die Antwort, die du erwartet hast!
Und es hat dich erschreckt, zu fühlen, dass du mir Angst machst.
Aber gesagt hast du nichts mehr, gewartet hast du.

Es war der 18. Dezember, noch eine Woche bis Weihnachten.
In meiner Ratlosigkeit ging ich zum Doctorius in die Stadt.
Der hörte sich die Geschichte an und schüttelte den Kopf.
Er sprach von Wahnideen einer unbegatteten, jungen Frau.
Er riet mir, dich schnell zu verheiraten und gab mir ein Pülverchen für den Fall, dass du noch einmal einen Anfall bekommen würdest.

Wahnsinn?
Du schienst mir nicht wahnsinnig zu sein
oder jedenfalls nicht mehr als jeder andere Mensch,
der etwas Schreckliches gesehen hatte.
Der Doctorius half mir also nicht weiter bei der Entscheidungsfindung.

Also ging ich zum Pfarrer, nicht der aus Tondern, das war mir unangenehm.
Ich ging zu einer Pfarre weiter von unserem Ort weg.
Der nun hörte mir gut zu, stellte viele Fragen, deren Sinn ich nicht begriff.
Und er kam schließlich zu dem Schluss, dass es gar nicht anders sein könne,
als dass dich der Teufel verführt habe und aus dir gesprochen hätte.

Ich solle nun dafür sorgen, dass du von nun an ein
ganz und gar züchtiges Leben führen solltest.
Ich solle dich am Besten von allen möglichen Kontakten zu anderen fernhalten. Des Weiteren riet er mir, dich mit der Rute nun täglich zu züchtigen,
damit du nie wieder in Versuchung kämst, dich mit den Dämonen zu unterhalten, was zweifelsfrei der Fall sei.

Denn niemand könne mit den Toten reden!
Aber die Teufel seien in der Lage, ahnungslosen Menschen so etwas vorzutäuschen, was zu allerlei schädlichem Einfluss führe.

Auf meine Frage, was von der Prophetie zu halten sei, sagte er nur: Prophetie?
Es gibt keine Propheten seit Jesus Christus mehr!
Was deine Tochter sagt, ist Teufelswerk!

Ach, Anita!
Den ganzen Weg von diesem Mann bis nach Hause hab ich geweint,
dabei habe ich nicht einmal beim Tod deiner Mutter geweint!

Mein Verstand gab den klugen Ansichten dieses Pfarrers recht.
Abgesehen von seiner Anweisung, dich züchtigen zu müssen –
niemals würde ich solches zustande bringen – schien mir alles,
was er sagte, logisch und vernünftig.

Ich schämte mich auch, weil ich selbst nie erkannt habe,
dass deine Mutter doch gar nicht zu uns kommen konnte.
Und dass ich selbst so dumm war, zu glauben, sie zu fühlen
und es stets wohlwollend betrachtet hatte, wenn du mit ihr sprachst.

So war ich denn ein Narr, der nicht nur selbst auf den Teufel reingefallen war, sondern auch noch seine unschuldige Tochter zu ihm trieb!

Als ich Zuhause war, erzählte ich dir, was ich erfahren hatte.
Und als ich dir sagte, dass ich dem Pfarrer vertraue,
hast du nur dagesessen, hast kein Wort gesagt, gar nichts.

Dabei ist es geblieben.
Du hast einfach nicht mehr mit mir gesprochen!
Kein Wort, was ich auch versuchte:
Ich bekam keine Antwort mehr.

Gerda und die Mägde waren verärgert über dich!
Sie hatten so viel zu tun mit den Weihnachtsvorbereitungen
und du hast kaum dazu beigetragen.
Du bist stattdessen jeden Tag auf den Deich gegangen – stundenlang –
oder warst in deinem Zimmerchen und hast gebetet.

Tatsächlich wurde das Wetter schlechter.
Am Heiligabend war es windig und regnerisch.
Aber der Wind kam von Süden und brachte warme Luft mit,
aus dieser Richtung würde niemals eine Sturmflut
– wie von dir gesehen – kommen.

Zur ersten Messe an Heiligabend hast du dein bestes Kleid angezogen
und einen Trauerflor um deinen Hut gelegt.
Ich traute mich nicht zu fragen, was dies soll.
In der Kirche hast du neben mir gesessen und meine Hand ganz fest gehalten und geflüstert:
„Vater, lass uns das Abendmahl nehmen, vielleicht ist es doch das Letzte.“

Das waren die ersten Worte an mich seit Tagen.
Gerade wollte ich zornig reagieren, weil ich dachte,
dass der Teufel nun schon in der Kirche
sein Unwesen mit deinem Verstand treibt,
als eine heftige Sturmbö die Kirchentür aufdrückte
und Regen in den heiligen Raum peitschte.

Wir sahen es alle: Der Sturm war dabei, sich zu drehen.
„Wenn der auf Nord dreht“, rief einer in die Gemeinde,
„dann gnade uns Gott!“

Auf gute Zeiten folgen schlechte, aus fett wird mager, aus hoch tief.
So ist das Gesetz.
Und lange mag es dauern in den Augen eines Menschen,
bis aus schlechter Zeit wieder gute, aus tief wieder hoch
und aus mager wieder fett wird.
Zu lange für uns damals.

Eine schwere Sturmflut brach über die ganze Nordseeküste herein!
Viele Deiche rissen, gutes Weide- und Ackerland wurde salzig,
Tausende Menschen starben in den Fluten,
weitere Tausende in der Hungers- und Notzeit danach.

Die Überlebenden hatten kaum mehr Vieh!
Das Meiste war ertrunken, wenn das nicht war, verdurstete es.
Denn die Teiche waren nun salzig,
das Grundwasser war salzig viele Jahre lang.
Leid, Armut und Not standen denen bevor, die diese Flut überlebten!

Ich gehörte nicht dazu, auch Gerda nicht, auch Hinnerk nicht.
Du aber doch!

Anita, du aber doch!
Das war dir kein Segen, das war dir Fluch!
Nichts war dir so bitter wie die Tatsache, überlebt zu haben.
Jeden Tag hast du Gott geschimpft und mich und deine Mutter und alle,
die du je geliebt hast und die in den Himmel gegangen sind… ohne dich.
Aber nach dem du lange genug bitter warst,
wurdest du trotzig und hast angefangen, zu überleben, so gut es ging.

Du hast sogar geheiratet, wenn auch einen, der dir nicht viel als Helfer taugte.
Du hast Kinder bekommen und verloren und wieder eins bekommen
und von deinen acht Kindern hast du zwei erwachsen werden sehen.
Aber auch die kamen nach dem Vater und taugten dir nicht zum Helfer.
Doch groß war dein Trotz!

Du wolltest auch gar keine Helfer mehr,
denn in deiner Seele war eins ganz klar zur Wahrheit geworden:
Was ich nicht SELBST mache, wird nie getan!
Wenn ich nicht das tue, was mir wahr ist, wird nichts als Falsches geschehen.

Ach, Anita, ich bin sicher, du verstehst die Annetta, die du warst?
Doch was meinst du: Warum erzähle ich dir von jenem Leben?

Es ist für mich als dein Guide kein Ruhmesblatt, ich steh doch ganz dumm da! Ich habe dir nicht vertraut, wollte meinen Besitz nicht loslassen
und hab dich deswegen – nicht des Pfarrers wegen –
als unglaubwürdig betrachtet, dennoch muss ich dir von diesem Leben sprechen.

Weißt du, Anita, was eine Seele glaubt, das ist, was ihr begegnet.

Wenn eine Seele daran glaubt, dass keiner ihm in rechter Weise helfen kann,
der wird solche Helfer zwar finden.
Aber er wird sie nicht als solche sehen können.

Wer glaubt, dass er ALLES ganz allein RICHTIG / RECHT zu machen hat,
der wird zwar doch vom Himmel unterstützt,
der ihm hier und da den Weg zu ebnen weiß
oder zu schwere Lasten abnimmt durch die Fügung des Schicksals.
Aber er wird diese Hilfe nicht sehen und so bleibt er in der Wahrnehmung,
ganz ALLEIN zu sein beim Ertragen des Seins in der materiellen Welt.

Viele Leben hast du seither gelebt, viele waren hart.
Aber ehe du als Anita neu inkarniert bist,
hat deine Seele eine Sehnsucht gespürt in sich, einen Hunger, tief und wahr:
Den Hunger danach, NICHT allein verantwortlich zu sein
für das Gelingen deines Lebens.

Anitas, mein Herz, siehst du, ich bin da!
Ich bin wirklich da, um es dir zu bestätigen:
Du bist ja WIRKLICH nur ein Mensch!
Und du bist nicht allein verantwortlich!
NIE, Anita, nie, nie, nie…

Annetta hat gedacht, dass die Flut gekommen ist und uns getötet hat,
weil sie es irgendwie falsch angestellt hat, uns vor der Flut zu warnen.
Dabei hat sie Einiges außer Acht gelassen.

Erstens:
Dass alle Menschen ein vorbestimmtes Ende haben!
Und dass alle Menschen – ja ganze Völker und Nationen – ein Karma haben,
an dem NIEMAND etwas ändern kann…

Zweitens:
Dass alle menschlichen Schicksale miteinander verknüpft sind,
nicht nur in einer Zeitschiene, sondern auch in der Vergangenheit und Zukunft. Und NIEMAND kann etwas daran ändern, was an den Verknüpfungs-Stellen zu geschehen hat.

Und letztlich:
Ach, liebstes Mädchen – du erlaubst mir doch, wenn ich dich so nenne –
mein Besitz-Denken war es, das mich den Rat des Pfarrers glauben ließ,
nichts anderes!
Mein besitzgieriger Verstand wollte „vernünftige“ Gründe haben,
das Vieh und den Hof nicht allein lassen zu müssen. So war das!

Anita, ich bitte dich heute nicht um Verzeihung, das hast du mir längst verziehen. Sondern ich bitte dich, dass DU dir verzeihst und endlich beginnst,
mit Mitgefühl auf dich zu schauen.

Mit allen möglichen Menschen (nebenbei bemerkt, auch unmöglichen)
hast du Mitgefühl, akzeptierst du Gründe, die deren Schwächen entschuldigen. Du bist der beste Anwalt in deren Angelegenheiten.

Nur bei dir, da wirst du streng und richtest da,
wo du andere frei sprichst.
Liebling, bitte lass es sein!
Du bist schon viel weiter gekommen als noch vor 10 Jahren,
das ist schon wahr.
Aber es geht noch besser.

Wäre es wohl zu viel verlangt, würde ich dich darum bitten,
dich selbst lieb zu haben, wie du BIST?
Und nicht wie du meinst, sein zu sollen?
Warum?
Warum soll das denn schwer sein?

Bist du etwa nicht ein Mensch, der fair ist, der versucht, gerecht zu sein?
Bist du etwa nicht ein Mensch, der sich schon an Kleinigkeiten
von Herzen freuen kann?
Bist du etwa nicht ein Mensch, der versucht,
andere freundlich und ohne Vorurteile zu behandeln?

Bist du etwa nicht ein Mensch,
dessen Lachen etwas mehr Sonne in die Herzen seiner Mitmenschen bringt?

Bist du etwa nicht ein Mensch, der versucht,
anderen so wenig wie möglich zu schaden?
Und lieber zurücksteckt, als anderen etwas zu nehmen?

Muss ich weiter machen?

Nein, besser nicht, sonst hältst du mich für einen „Schleimer“.
Ich bin so etwas nicht!
Ich betrachte lediglich dein Leben, ganz sachlich tue ich das.
Und im Gegensatz zu dir komme zu dem Ergebnis, dass es sehr leicht ist,
dich zu lieben.
Du liebst ja schließlich auch und sogar solche, die weniger zu bieten haben!

Noch einmal frage ich dich:
Ist es zu viel verlangt, wenn ich dich bitte,
dich ein wenig mehr lieb zu haben,
mitfühlend auf dich selbst zu schauen
und dich und deine Kräfte so zu schützen,
wie du die anderen zu schützen weißt?

Ach… ich hoffe.
Ich hoffe, dass meine Worte deine Seele erreichen.

Zweierlei noch, eher nebenbei?
Nein, aber die Kraft dieser Dame hier endet …

Wir sollten uns damit beschäftigen, dass du mediale Fähigkeiten hast.

Es hilft nicht, sich die mediale Fähigkeit selbst auszureden!
„Ein Problem wird nicht dadurch gelöst, dass es vertagt wird!“
Dieses schon gar nicht.
Medialität ist nun einmal Teil deiner Seele.

Ja, und dann, was ich dir immer schon sagen wollte.
Du bist schön! Doch!
Widersprich mir nicht (lacht), doch, doch, dagegen hilft nichts!
Keine Falten, kein – wie nennt ihr das heute – „Hüftgold“… nichts hilft!
Wenn man so schön ist wie du, ist man schön!

U: Peter, ich danke dir sehr für deine Worte und ich hoffe,
dass wir Anita damit helfen können.

P: Es ist keine Kleinigkeit!
Es geht darum, dass sie in ihre Kraft kommt:
für sich, für andere, für uns.

U: Ich würde gerne ihre Zusatzfrage zuerst stellen:
Was ist der Weg für mich, dich zu verstehen?

P: Du wirst deine Medialität schulen lassen müssen, Anita!
Anders geht es nicht.
Und du wirst deine Angst davor aufgeben müssen, medial zu sein.

Ob du es willst oder nicht: dazu brauchst du Helfer.
Es ist gut, wenn Menschen wie du Helfer brauchen!
Das übt: Es übt die Zuversicht, geborgen zu sein im Leben zu erfahren.

U. Anita fragt, warum die Beziehung zu ihrem Ehepartner problematisch ist.

P: Anita, ich darf nichts gegen ihn sagen,
das verbietet mir das Gesetz der Guides.
Aber ich frage dich eines:
Wenn du deine Tochter wärest und die käme mit dieser Frage zu dir.
Was würdest du ihr raten?

U: Welches Potenzial, Fähigkeiten, Talente habe ich mitgebracht in dieses Leben?

P: Die Wichtigsten habe ich genannt, Liebes.
Was fehlt, ist etwas, das auch sehr wichtig ist:
Deine Fähigkeit, dich nicht unterkriegen zu lassen.
Und deine Fähigkeit, auch andere darin zu bestärken, dies nicht zu tun.

Du hast also sehr starke, soziale Potenziale.
Es ist nicht so, dass ich schöpferisches Talent nicht zu würdigen wüsste.
Aber ich möchte, dass DU verstehst, dass deine Kostbarkeiten
zu Unrecht als selbstverständlich betrachtet werden!
Im Übrigen auch von dir selbst.

U: Gibt es in ihrer Familie etwas, das sie blockiert
und das aufgelöst werden kann?

P. Der Auftrag der Ahninnen, unglücklich verheiratet zu sein
und aus sich selbst nichts machen zu können.

U. Sie leben sehr zurückgezogen, keine Freunde, kaum Familienkontakte.
Wie kommt das nur?
Wegen Jakob?

P. Nein, es ist das Leben, wie es in der Sippe deines Gatten
von etlichen Vorfahren als „recht“ bezeichnet wurde.

U: Gibt es besondere Hinweise gesundheitlicher Art:
Nahrung, Sport, Umgebung, Aktivitäten?

P: Anita, für dich ist Wasser DAS nährende Element:
ob du es trinkst oder dich mit und in ihm bewegst.
Es übt einen befreienden Einfluss auf deinen Körper aus.
Versuch bitte, wirklich auch auf die Qualität des Wassers zu achten.

Bitte hüte dich vor allen Sportarten, die zu schnell und zu heftig sind,
zu leicht wird deine Körperenergie „hitzig“ dabei.
Das gilt im Übrigen auch für scharfes Essen.
Alles Extreme, auch der extreme Wille – den kennen wir beide –
gilt es zu mäßigen.

Anita, das rechte Maß der Hingabe finden, ist schwierig für dich,
auch das rechte Maß für deine Grenzen.
Gerade dabei helfen dir alle Wasser-Maßnahmen sehr.
Aber geh nicht ins „Uferlose“.

U. Lieber Peter, ich danke dir sehr für deine Antworten.
Ich fürchte, ich konnte nicht einmal ansatzweise deine Liebe wiedergeben,
deinen Humor und deine Zärtlichkeit zu Anita hin.
Aber ich bin sicher, dies wirst du ihr zu zeigen wissen.

Ich verabschiede mich von dir
und wünsche dir ein gutes Sein an Anitas Seite.