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Überall um dich herum ist der Geist der Enttäuschung.

Um dich herum nichts als Menschen mit Enttäuschung:
enttäuschte Mitmenschen, enttäuschte Mitbürger der Stadt,
enttäuschte Landsleute, enttäuschte Politiker, Arbeitnehmer, Arbeitgeber,
enttäuschte Junge, enttäuschte Alte usw., usw..
 

Schließlich führen sie alle mit ihrer Enttäuschung zur Ent – Kräftigung.

Engelkontakt

 

Ich bitte Elia, mich mit Shoianna, der Guidin von Erika zu verbinden, Erika bittet um diesen Kontakt.

Ich treffe Shoianna in ihrem Haus in der großen Halle, sie sitzt an einem Holztisch, hinter ihr ein wärmendes Feuer im Kamin, es duftet nach Kräutern und Honig.

Vor ihr auf dem Tisch liegt ein großes Buch, handgeschriebene Pergament Seiten, bunt umrandet. Sie blättert darin. Und ohne mich anzusehen, weist sie mir ihr gegenüber einen Platz auf einer der vielen dort hintereinander stehenden Bänke zu. Es schaut aus wie in einer Schule.

Ruhig liest Shoianna weiter, blättert zur nächsten Seite, legt ein Lesezeichen hinein, erst dann wendet sie sich lächelnd mir zu.

S. Weißt du, was ich gerade las?

„Und wenn die Welt voll Teufel wär, fürchten wir uns doch nicht …“

Das ist einfach, nicht wahr?

U. Sich nicht vor Teufeln zu fürchten?

S. Ja! Warum sollte ein lebender Mensch auch Teufel fürchten, meinst du nicht auch?

U. Na ja, ich weiß ja nicht, was du da liest und wer so was sagt …

S. Hm (lächelt), oh, liebes Kind, das hast du wohl vergessen, der Luther sagte das. Und das Lied, das er da schrieb, hast du wohl zigmal als Kind zu singen gehabt „Ein feste Burg ist unser Gott“

Ein Kampflied! Gell, meine liebe Erika, das ist ja ganz fremd: ein Kampflied!

Jaha, diese Lutherischen, das war so ihre Art: Kämpferisch zu glauben an einen Gott, der liebt. Wie paradox, nicht wahr?

Uta, du fragtest, was für ein Buch ich lese. Ich lese im Buch des Lebens …

U. Und das ist von Luther?!

S. lachend: nein, nein! Beruhige dich, in diesem Buch kommt das zu Wort, was Gewicht hat: Buddha und Konfuze, Mohammed und Jesus, Paulus und viele, deren Namen du nicht kennst.

In diesem Buch ist alles enthalten, was euch Menschen als Lampe dienen soll in dem trüben und verwirrenden Nebelschwaden eures Bewusstseins: Trabende, pferdehufige Geistwesen, wie es zu Luthers Zeit noch üblich war. Und zu seiner Zeit glaubte niemand mehr daran, dass ein Bär eine Gottheit sei, wie es noch 500 Jahre vorher in etlichen Teilen Europas der Fall war …

Das Bewusstsein der Menschen entwickelt sich weiter, aus meiner Perspektive rasend schnell.

Aber wenn auch die Erklärungsmuster, die in einer Zeit benutzt werden, um Nichtmaterielles darzustellen, sich dem Wissen der Lebenden anpassen, die Inhalte bleiben ewig gültig.

Darum, meine geliebte Erika, bin ich wirklich (schüttelt lachend den Kopf) nicht da, um dich vor Luthers Teufeln zu warnen. Aber ich bin da, um dich vor dem zu warnen, was du Zeitgeist nennst.

Wollen wir ihm einen Namen geben? Dann ist es vielleicht viel einfacher? Und wollen wir ihn als Persönlichkeit außerhalb der eigenen Persönlichkeit wahrnehmen? Dann ist es noch einfacher.

So haben es alle Menschen gemacht. Sie nannten den Zeitgeist vielleicht Bär oder Dämon oder „DIE ANDEREN“!

Hm, hm, was wir nicht IN UNS sehen, sehen wir außen. Was wir nicht IN UNS verstehen, verstehen wir außen. Aber es ist wichtig, zu sehen, dass beides miteinander zu tun hat …

Von Luther ist überliefert, dass er, als er die Bibel ins Deutsche übersetzte, den Teufel zu Besuch hatte und im Zorn über diese Ablenkung sogar ein Tintenfass nach ihm warf, als der ihn schon wieder an seiner Arbeit hindern wollte.

Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie das Innen auf ein Außen projiziert wird. Die tatsächliche Situation war die, dass Luther erschöpft war, dass er zwei gegensätzliche Strebungen in sich trug: Die eine wollte, dass sein Werk so schnell wie möglich beendet würde, die andere wollte, dass er sich ausruht und sich zurückzieht.

Mit der ersten Strebung identifizierte sich Luther, die zweite aber schien ihm so „sündig“, dass er sie in die für ihn äußerlich sichtbare Form des Teufels brachte, um nun im Außen zu bekämpfen, was im Inneren so selbstentwertend scheint, dass, würde es entdeckt, die ganze Selbstwahrnehmung zusammenbrechen würde.

Aber eine der ältesten Weisheiten dieses Buches besagt: wie Innen, so Außen, wie Außen, so Innen.

Nun kommen wir zum Zeitgeist, nennen wir ihn Frustration? Einverstanden?

Oder um es deutsch zu sagen: Ent – Täuschung!

Ja, sieh dich um, mein Liebling: überall um dich herum der Geist der Enttäuschung. Ist das so schlimm, dass ich dich vor dem „Dämon“ der Enttäuschung warnen muss?

Oh ja, das ist es! Denn dieser führt ein ganzes Heer weiterer Dämonen mit sich, die alle die Silbe „Ent“ vor ihrem Namen tragen: Ent – Rüstung, Ent – Würdigung, Ent – Mutigung und schließlich führen sie alle zur Ent – Kräftigung.

Es ist aber nicht mein Anliegen, dich entkräftet zu finden oder entwürdigt oder in Entrüstung (die einem tatsächlich die Rüstung nimmt).

Stark will ich deine Seele wissen und voll Vertrauen … doch wie?

Hier in meinem Buch sagt eine weitere Weisheit, dass jedes Ding seiner zwei Seiten hat.

Nun haben wir auf der einen Seite die Enttäuschung mit all ihren Vettern sitzen wie in einer Waagschale, auf der anderen Seite müsste das Gegenteil Platz haben.

Die Enttäuschung ist das Gegenteil von Erfüllung, die Entwürdigung das Gegenteil von Wertschätzung, die Entrüstung das Gegenteil von Einverständnis, Entmutigung das Gegenteil von Mut, die Entkräftung das Gegenteil von Stärke.

Da IMMER Gegensätze in der Welt vorhanden sind, ist das eine ohne das andere nicht denkbar. Es ist nichts hell, wenn nichts dunkel ist! Ich bin sicher, bis hierher kannst du mir folgen.

So, nun schauen wir uns die eine und die andere Waagschale an und müssen uns überlegen: WAS wird denn da gewogen?

Wie es keinen Sinn macht, Dinge im Gewicht miteinander zu vergleichen, die nichts miteinander zu tun haben, so auch hier: Es muss etwas geben, das alle miteinander verbindet, und das ist in unserem Fall: die ERWARTUNG!

Ohne Erwartung weder Enttäuschung noch Erfüllung, ohne Erwartung weder Entrüstung noch Einverständnis, weder Entmutigung noch Mut, weder Entkräftigung noch Stärke …

Es ist schon wahr, was Buddha euch sagte: Alles menschliche Leid kommt aus seiner Erwartung.

Erika, aber kein Mensch der Welt ist ohne Erwartung! Sie ist ihm sowohl Antrieb zu neuen Taten als auch Verhinderer solcher.

Wenn das, was ihr erwartet, aber so wichtig ist, ist es dann nicht gut, auf seine Erwartungen zu schauen?

Ja doch! Natürlich, es ist sogar sehr wichtig. Aber ihr habt kollektiv den Blick dafür verloren, was ihr auf Erden erwarten KÖNNT. Erwartungen MÜSSEN sich an der Realität orientieren.

Freilich könnt ihr euch in absolut positiven Erwartungen versuchen. Und da das Gesetz „wie Innen, so Außen“ wirkt, werdet ihr sogar Erfolg damit haben.

Aber es gibt auch ein weiteres Gesetz und das ist dem übergeordnet. Dieses Gesetz lautet: Jeder Ursache folgt eine Wirkung!

Gerade hat ein Paar in Italien 15 Millionen Euro im Lotto gewonnen, die hatten vermutlich eine sehr positive Erwartung, als sie den Lottoschein ausfüllten.

Was sie übersahen: Ihre Liebe war zu instabil, um mit diesem „Geschenk“ klarzukommen: Nun sind sie reich, aber einsam.

Die Realität darf nicht aus dem Auge verloren werden. Das ist sie aber, sehr sogar, nicht nur bei diesem Paar, sondern weltweit!

Die Realität ist, dass jede Ursache eine Wirkung hat.

Millionen Menschen leiden darunter, dass dies so ist. Und sie sind sich dennoch nicht im Klaren darüber, dass sie an der Wirkung von Ursachen leiden, deren folgenschwerer Ausgang ganz offensichtlich war.

Um dich herum nichts als enttäuschte Menschen: enttäuschte Mitmenschen, enttäuschte Mitbürger der Stadt, enttäuschte Landsleute, enttäuschte Politiker, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, enttäuschte Junge, enttäuschte Alte usw., usw.

Kaum möglich, sich dem zu entziehen?

Aber doch, mein Herz, aber doch, das kannst du und das darfst du, indem du zur Realität des Lebens zurückkehrst. In dem Maß, in dem du das schaffst, werden die anderen Waagschalen gefüllt: Erfüllung, Einverständnis und Stärke.

Ohne Realität? Unmöglich, sie zu erreichen.

Dies alles wollte ich dir sagen, ehe ich deine Fragen beantworte. Denn sonst würdest du mich vielleicht nicht verstehen. Ich liebe dich so sehr und wünschte, dass dies eine Zeit für dich ist, die du als durch und durch positiv erleben könntest.

Aber zur Realität des menschlichen Lebens gehört, dass das Leben immer einer Wellenbewegung folgt: vom Berg geht’s ins Tal, vom Tal wieder auf den Berg.

Ein ewiger Rhythmus ist es, der euer Leben kennzeichnet. Weise, wer auf dem Berg Vorsorge trifft für das Tal, weise, wer im Tal die innere Gewissheit bewahrt, dass es wieder bergauf gehen wird.

Wer dies weiß, der muss keine Teufel fürchten, weder innere noch äußere. UND der darf seine Kräfte der Zeit entsprechend einsetzen.

Zurzeit, Erika, geht es viel weniger um äußeres Vorankommen, um das Erreichen von persönlichen Zielen. Vielmehr geht es darum, die innere Basis für zukünftige Ziele zu erkennen.

Das ist nicht leicht, ich weiß es ja. Und es tut mir leid, du hast schon recht: Es ist, als müsstest du dich durch etwas hindurchbeißen, was viel zu hart erscheint. Da kann man schon mal die Ausdauer und den Mut verlieren.

Und freilich es ist hart, sich Enttäuschungen stellen zu müssen. Aber andererseits ist alles das die Vorbereitung auf den Berg, den neuen Gipfelblick …

Ein Bergsteiger, der dort auf den Gipfel will, der empfindet den Anblick des weiten, steilen Weges oft als entmutigend. Die meisten Menschen unterlassen eine Bergtour einfach, weil sie zu früh hochschauen.

Ein guter Bergsteiger macht das GAR NICHT, der schaut immer nur auf die nächsten Schritte. Was gibt ihm da die Kraft, was bewahrt ihn vor der Entmutigung?

ER weiß, dass der Gipfel Schritt für Schritt näherkommt! Er ist da absolut realistisch!

So, mein liebes Herz, und nun lass uns gemeinsam die Realität betratschen. Lass uns schauen, was MÖGLICH ist und was erwartet werden kann, was nur erhofft werden kann und was der Preis ist.

Du bist eine gute Analystin, das ist eine Gabe Gottes, der ich ganz vertraue.

Bitte, Uta, lies mir Erikas Brief vor!

E. Liebe Shoianna,

ich bin so froh, dass ich über Uta jetzt wieder direkt mit dir in Kontakt kommen kann. Danke, dass du immer für mich da bist und mir hilfst, immer mehr zu mir selbst zu finden. Wie du weißt, habe ich in den letzten Jahren viel gekämpft, viel gelernt und mich aus schwierigen Situationen befreit.

S. Ja, Erika, das hast du, du warst sehr mutig.

E. Liebe Shoianna, bitte sag mir, was derzeit am Wichtigsten für mich ist, was meine Seele am meisten braucht. Ist es gefährlich, so weiterzumachen wie bisher?

S. Erika, was du noch brauchst, ist, dass du einen klaren Blick dafür bekommst, was du realistischerweise von dir erwarten kannst.

Stell dir einmal vor, du hättest ähnlich wie dieser Luther einen „inneren“ doppelgesichtigen Dämon. Weißt du, was die gegenteiligen Strebungen wären?

Einerseits würde der in deinem Inneren sagen: Hauptsache HARMONIE! Und andererseits würde der sagen: Nein, Hauptsache, dass meine Gefühle respektiert werden!

Mit der Harmonieschaffung kannst du dich durchaus identifizieren, aber auch damit, dass deine Gefühle das Wichtigste auf der ganzen Welt sind?

Nun ja, Menschen, die dir gegenüber diesen Anspruch einfordern, die hast du schon dein Leben lang um dich. Was lehren sie dich aber? Dass DU deine Gefühle als Hauptsache betrachten musst, meine Liebe!

Nein! Niemand muss sich schämen. Wenn er diesen Seelenauftrag hat, dann, weil die Seele die Wichtigkeit der eigenen Gefühle unterschätzt hat.

Ein Ausgleich wird in der Inkarnation gesucht. Du bist bedeutend weiter gekommen! Noch vor 10 Jahren sah es so aus, als würde für immer dieser Anspruch dir nur als Forderung von Außen begegnen.

Aber noch ist dir wichtiger, was du fühlen DARFST, als was du fühlst. Noch ist sozusagen der Berggipfel nicht erreicht, die Gefühle der anderen wichtiger, „königlicher“ als deine, Erika.

Die tiefe Ursache dafür liegt in deiner Angst davor, überheblich sein zu können, zu hohe Ansprüche zu stellen, so hohe, dass andere daran zugrunde gehen.

Realistisch ist diese Angst nicht. Doch wie willst du dich realistisch einschätzen, wenn das Maß, mit dem du deine Emotionen misst, nicht dein Maß ist?

Erika, nie wirst du Emotionen haben, die so sind, dass sie anderem Leben ein Leid tun wollen. Immer wirst du so fühlen, dass du deiner inneren Ethik der tiefen Mitmenschlichkeit folgst.

Nie wird es dir egal sein, ob deine Emotionen Schaden oder Nutzen bringen. Die Angst davor, dass dies so sein könnte, ist also eine Täuschung.

Sich selbst erkennen ist die Aufgabe der Seele im Leben. Weil du nicht in dir realistisch weißt, wie du fühlst, wird von außen immer wieder deine Seele mit dem konfrontiert, was sie ändern darf.

Schau hin, meine liebe Erika, schau doch nur: Wann je hättest du dich emotional so weit über andere erhoben, dass du um deiner Gefühle willen ihnen bewusst Schaden zugefügt hättest? Wann je wären deine Emotionen zur vernichtenden Waffe geworden oder zum Mittel des Machtmissbrauchs?

Der realistische Blick auf dich, der ist es, was noch besser werden könnte: auf das, was an Gutem und Edlem da ist, nicht da sein sollte und müsste.

Was DA IST!

E. Am meisten belastet mich derzeit die Pflegesituation mit Opa. Ich habe keine Freiheit mehr und ich bin oft deprimiert deswegen. Aber es ist auch so schwer, eine Änderung herbeizuführen und der Gedanke daran macht mir Angst. Es wäre mir sehr wichtig, von dir eine Einschätzung der Situation zwischen Opa und mir zu bekommen.

S. Merkst du, dass diese Frage mit der vorangegangenen Antwort zu tun hat? Das Notwendige bewegt Menschen, Schritte zu unternehmen, Not abzuwenden. Aber wer definiert Not? Wann ist der Punkt gekommen, zu agieren?

Erika, der Punkt ist da, wenn du leidest! Verstehst du?

Du bist in der Tiefe deines Wesens gerne und mit Freuden eine Helfende, dir würde etwas fehlen, wäre dies nicht so. Aber auch Helfer haben Not – Wendigkeiten und die ergeben sich bei dir – wie auch bei allen anderen – aus der körperlichen und emotionalen und geistigen Belastbarkeit.

Alle drei Faktoren sind gleich wichtig. In deiner Art, auf dich zu schauen, ordnest du aber deine emotionale Belastbarkeit den anderen Faktoren unter. Erika, und damit spreche ich nicht explizit deine Situation mit dem Opa an.

Tatsächlich ist dies eine Zeit, in der du die Chance hast, die große Bedeutung deiner Aufgabe, deine Gefühle ernst zu nehmen, zu akzeptieren als vorhandene Realität.

Erika, darf ich dich hier darauf aufmerksam machen, dass ALLES Handeln und Nichthandeln seine Wirkung haben wird, seinen Preis? Ist es realistisch, zu meinen, dem wäre nicht so?

Und ist es nicht so, dass die schmerzhaftesten Ent – Täuschungen jene sind, in denen wir uns über uns selbst getäuscht haben?

E. Die nächste Frage betrifft meine Selbständigkeit. Bin ich mit PranaVita auf dem richtigen Weg? Sollte ich noch etwas dazulernen? Warum ziehe ich keine Kunden an? Wie sollte ich mich in Zukunft beruflich orientieren?

S: Liebe Erika, nun darf ich dir natürlich keine Berufsberatung geben, du weißt, das ist mir nicht erlaubt. Aber lass uns mit realistischem Blick einige Fakten betrachten:

Es ist absolut realistisch, dass du anderen Menschen dabei helfen kannst, Heiler zu werden. Denn diese Gabe liegt in dir. Des Weiteren ist es realistisch, dass es viele Wege gibt, die der Heilung dienen.

Doch sag mir: Hast du schon einmal beobachtet, welche alternativen Heiler von ihrer Kunst leben können?

Nun, das sind wenige! Hast du schon einmal geschaut, was diese miteinander gemeinsam haben? Sie haben vor allem eines: Sie tragen IN SICH die Überzeugung, dass sie helfen können, eine Art Feuer, das in ihnen brennt. Und da dieses Feuer brennt, tun sie sehr viel dafür, dass es – einer Fackel gleich – weiter und weiter getragen wird.

Sie scheuen keinen Weg, sich bekannt zu machen, und keinen Ort, dies zu laut zu verkünden.

Du klagst, dass niemand zu dir kommt. Nun sag mir: Wohin soll ein Guide seinen Schützling führen, damit er dich als Heilerin findet? Wodurch soll er ihn überzeugen, dass in dir dieses Feuer brennt, mit dem du sein Leid zu deiner persönlichen Herausforderung machst?

Auch die wohlmeinendsten Guides können nicht ohne Mittel führen und überzeugen.

Du lebst, wo es Hunderte gibt, die gleich dir alternativ heilen wollen. Die wenigsten, weil das Feuer, anderen zu helfen, in ihnen brennt, die meisten, weil es ihnen gut tut, sich selbst als Heiler zu betrachten. Aber selbst wenn wir diese abziehen von der Zahl, sind es immer noch viele Menschen.

Jetzt stell dir einen Guide vor, der würde gerne seinen Schützling zu dir bringen. Erst einmal aber muss er den überhaupt dazu bringen, eine alternative Heilmethode zu suchen. Und was passiert dann? Dann findet der Anzeigen, Homepages, Seminarabende, die andere Heiler geben …

Verstehst du? Kein Guide darf seinen Schützling vor deine Tür schieben, der freie Wille ist doch der wichtigste Faktor!

Erika, du musst LEUCHTEN, um in dunkler Nacht gefunden zu werden.

Frag also realistischerweise nicht, warum du nicht gefunden wirst, sondern warum du nicht leuchten magst, dann wirst du Lösungen finden.

E. Seit einem Jahr bin ich jetzt mit Werner zusammen und meistens geht es uns gut miteinander. Kannst du mir ein wenig darüber sagen, warum wir zusammengekommen sind?

S. Ach, Erika (lächelnd), weil es Liebe ist! Ich meine gar nicht das Verliebt – Gefühl. Ich spreche von Liebe, die zwei Seelen verbindet, die suchen das Beste des anderen. Nein, nein, nicht im Rollenspiel des Liebespaares auf Erden, sondern vom Ewigen spreche ich hier.

E. Kennen wir uns schon aus früheren Leben?

S. Wie kommst du darauf, dass dies NICHT so sein könnte? Es ist, wie du es gefühlt hast. Dagegen spricht keineswegs, dass es auch wehtut … manchmal. Auch er führt dich zu der Notwendigkeit, deine Gefühle ERNST zu nehmen.

E. Was ist gut in der Beziehung und was sollte noch verbessert werden?

S. Oh nein, nein, meine kleine Versucherin, ich werde dir nicht sagen, wie gut die Beziehung ist! Vergiss nicht: Das, was deine alte Guidin für gut hält, musst du nicht so sehen (lächelt).

Erika, aber warum fragst du mich das?

Sag mir: SIND DIR DEINE GEFÜHLE WAHR? SIND SIE DAS WICHTIGSTE DER WELT? ZUMINDEST DEINER?

Du vertraust deinen Gefühlen wenig und darum scheint schnell außen zu fehlen, woran es innen mangelt. Was ist da zu tun? INNEN ändern, Erika, realistisch werden.

Was ist Liebe? Wie sieht Liebe WIRKLICH aus, wenn sie gelebt wird? Nicht die Kinoversion, nicht die Buchform …

Wie sieht die WIRKLICH aus? Ich bin bereit, dir das zu zeigen, wenn du bereit bist, ganz nüchtern darauf zu schauen und dich vom Leben belehren zu lassen.

Die erste Realität, meine Erika, ist unangenehm, aber nicht zu leugnen: Wer liebt, zahlt! Wer viel liebt, zahlt viel, spätestens, wenn das Schicksal trennt.

Aber wer wenig liebt, zahlt nicht wenig, auch das ist wahr! Der zahlt nur eine andere Währung. Und wer gar nicht liebt, der zahlt sehr, sehr viel …

Schau es dir an, Erika …

E. Liebe Shoianna, ich habe jetzt wieder eine Frage zur Kuhmilch. Du sagst, dass ich darauf verzichten sollte. Und wie du weißt, gelingt es einfach nicht, vollkommen darauf zu verzichten. Bitte erklär mir noch genauer, welche Auswirkungen Kuhmilchprodukte auf meinen Körper haben, vielleicht schaffe ich es dann noch besser.

S. Sie erschöpfen dich, Erika. Es ist nicht so, dass es so stark wäre, dass du davon unmittelbar krank wirst, aber sie kosten unverhältnismäßig Kraft. Es ist freilich deine Entscheidung, wann du diese Kraft in ein Stückl Butter oder Sahne investieren möchtest und wann nicht.

Erika, du hast römische Vorfahren, keiner von denen vertrug Kuhmilch.

Andere Ethnien kamen dazu, aber restlos ist dieses fehlende Gen nicht ersetzt. Es wurde nur eine Brücke eingebaut, die die fehlenden Enzyme ersetzen, dieser Brückenbau kostet aber viel Körperenergie.

Wenn es arg ist, bekommst du Kopfschmerzen, wenn es noch ärger ist, bekommst du Bauchweh. Und wenn es ganz arg ist, tun dir die Finger weh.

E. Magst du mir noch ein wenig über die Beziehung zu meinen Söhnen sagen? Was sollte ich anders machen? Sind sie nur deshalb so weit weggezogen, um aus meinem Einflussbereich zu kommen und werden wir in der Zukunft auch räumlich wieder näher zusammenkommen?

S. Sag, mein Herz, warum fragst du sie nicht selbst? Warum wagst du nicht, zu sagen: Es ist mir scheußlich, euch soweit fort zu wissen! Es ängstigt mich, wenn ich daran denk, wie allein ich bin, wenn ich alt bin!

Weil du deine Gefühle ihnen nicht zumuten magst oder dir nicht?

Erika, aber die spüren ja doch, was du fühlst! Sie fragen sich allerdings, ob es stimmt, was sie fühlen oder was sie sehen und hören.

Es wäre ein sehr, sehr mutiger Schritt, ganz ehrlich zu werden, wenn es um deine Gefühle geht, Erika. Und es würde deinen Söhnen helfen, auch ganz ehrlich zu sein.

Was meinst du: Könnte es nicht sein, dass ihr alle ganz ambivalente Gefühle zueinander habt? Und wäre es nicht erlösend, wenn ihr alle zu diesen ambivalenten Gefühlen stehen könntet? Wäre das dann nicht so, das für euch alle tatsächlich ALLES IM FLUSS sein dürfte?

Verzeih, wenn ich auf eine Frage mit einer Gegenfrage antworte: Aber ich darf dir nichts enthüllen, was die Zukunft bringt!

Zukunft ist variabel, viel mehr, als ihr glaubt, mein Liebling. Viel mehr, als ihr denkt, entscheidet ihr eure Zukunft.

E. Liebe Shoianna, das waren jetzt viele Fragen und ich bin sehr gespannt auf deine Antworten. Ich bin so froh, dass es dich gibt. Und ich freu mich auf den Tag, wenn wir uns gegenüberstehen. Bis dahin danke ich dir für deine Liebe und Aufmerksamkeit.

Deine Erika

S. Meine über alles geliebte Erika! Kein Tag, keine Minute, keine Sekunde deiner Zeit, in der du nicht mir gegenwärtig bist.

Ich bin gerne dein Guide, Freude erfüllt mich und tiefe Gewissheit, dass dieses dein Leben der Seele nicht eines sein wird das vergebens war. Ich sehe deine Ernsthaftigkeit, sehe so viele Kräfte in dir. Doch viele gänzlich unrealistisch betrachtet.

Erika? Das Maß der Waagschalen? DU!

Doch wie viel weißt du von dem, was gut ist? Wer lehrte dich, dankbar auf dein Selbst zu schauen? Niemand.

Nun, es ist meine heiligste Aufgabe, dir die Augen davor zu öffnen. Doch was begegnet mir? Angst! Angst dann noch mehr verpflichtet zu sein, Gutes zu Tun, so sehr bis keine Kraft mehr bleibt.

Aber so ist es nicht, Erika! Es geht zuerst ums Sein, ums realistische Einschätzen, erst dann ums Tun. Und zwar genauso viel, wie es ganz realistisch betrachtet den Möglichkeiten entspricht.

Um eines bitte ich dich, liebe Erika:

Schau jeden Tag auf das, was du gut gemacht, gut gedacht und gut gefühlt hast! Versuch es bitte, es würde dich gerade machen und frei.

Und wer weiß, vielleicht gerieten nach und nach die Waagschalen ins Gleichgewicht?

Deine Shoianna!