Die Angst ist ein Gefühl, das auf einer Illusion beruht.

Die Angst, falsch zu sein, beruht auf der Angst,
nicht versorgt zu werden mit dem, was man zum Leben braucht.

Diese Angst beruht auf der Angst,
zu schwach zu sein, um für sich selbst zu sorgen.

Diese Angst beruht auf der Angst,
Spielball fremder Gewalten zu sein.

Diese Angst beruht auf der Angst,
vernichtet zu werden.

Diese Angst beruht auf der Angst,
endlich statt ewig zu sein.

Diese Angst ist eine Illusion.

 Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Erika zu verbinden, Erika bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem Raum, der etwas Höhlenartiges hat, die Wände sind behauener Fels, Licht fällt durch den Eingang herein, eine einfache, aus Weidenzweigen geflochtene Tür. Ein Tisch steht hier, im Grunde nichts weiter als eine Scheibe eines Baumstammes, davor eine kleine Bank, im Raum brennen an den Wänden Fackeln, viele Töpfe sind zu sehen, es riecht nach Rauch und Kräutern, es still hier…

Nur von draußen höre ich weit entfernt Kühe oder etwas in der Art. Schließlich wird die Tür geöffnet und ein großer Mann betritt den Raum, im Arm hält er ein kleines Zicklein, im anderen Arm hat er Heu.

Er bindet liebevoll die kleine Ziege an einen Stock an der Längsseite des Raumes und bereitet ihr ein Lager aus Heu. Dann erst schaut er zu mir, lächelt und bedeutet mir, mich zu ihm zu setzen auf eine Art Bank, die mit Fell belegt ist.

Er ist alt, wie alt, lässt sich schwer sagen. Seine Augen sind dunkel, grün oder braun, sein Haar ist weiß und in einer Frisur aus ziemlich komplizierten Töpfen und Knoten geformt. Seine Haut ist hell, um seine Augen sind viele Falten zu sehen. Er trägt ein Gewand aus gestreiftem, grob gewebtem Tuch und darunter eine Hose, die an den Füssen zusammengebunden ist.

G: Das kommt dir hier vertraut vor?

U: der Geruch, ja …

G. lächelnd: Ja, das muss wohl so sein, weißt du, wo wir sind?

U: Ich vermute, in den Bergen …

G: die Alpen, ja …
Die Alpen, hm, wir schreiben das Jahr 294 nach Christus, eine dunkle, dunkle Zeit. Ich bin Kelte, einer der Letzten, das heißt, einer der Letzten, die darum wissen. Die anderen, ah, ein sich auflösendes Volk. Ich bin der Letzte in meiner Sippe, der das Wissen weiter trägt (lacht), sogar mein Name, den sie mir gaben, sagt, was ich bin: der Andere. Sie nennen mich nur der Andere.

U: Wer nennt dich so?

G: die Bewohner des Dorfes. Ich kam hierher, als ich etwa 10 war, ich war der letzte Überlebende meiner Sippe. Wir wurden überfallen, immer und immer wieder. Wir zogen von einem Tal ins andere auf der Suche nach Sicherheit, aber wir wurden immer weniger, bis schließlich nur ich noch lebte und hierher fand.

Hier in eine für mich völlig fremde Kultur, fremde Götter, fremde Sprache, fremde Menschen. Ich, der Andere, wurde genommen, um zu arbeiten, aber in mir hatte ich das Wissen der Alten, das Wissen um die Magie der Welt, in der wir lebten, das Wissen um Heilung und Opfer, um die Weisheit der Erde.

Und ich war eine unendlich verwundete Seele, die eines nie kennengelernt hatte: das Gefühl von Sicherheit.

Ich wurde über die Jahre ihr Ratgeber, ihr Helfer, doch ich blieb der Fremde, der Unheimliche. Sicherheit entsteht durch Vertrautheit. Vertrautheit kann nur hergestellt werden durch Offenheit. Aber das hatte ich nie gelernt. Tarnung, Täuschung, Angst, das hatte ich gelernt.

Mit Bedacht wähle ich diese meiner Inkarnationen, mit Sorgfalt komme ich in diesem meiner vielen Gesichter zu dir, Erika, in der Hoffnung, dass deine Seele wieder erkennt, was sie einst so liebte.

Ich war dein weiser Vater, du kamst in meine Obhut, als dich eine grausame Mutter aussetzte in einer rauen Winternacht, ich war auf der Jagd und hörte dein Wimmern. Ich nahm dich zu mir, ich, der Andere, der nie eine Frau hatte, der nie Liebe empfangen hatte, ich nahm dich.

Als du vor mir lagst, blau gefroren im Schnee und ich nicht weit von uns die Wölfe fühlte, die sich uns näherten, zögerte ich einen Augenblick, überlegte, ob es vernünftiger sei, dich ihnen zu überlassen. Doch deine Seele rief meine Seele und sie rief mich: Vater! So nannte ich dich von Stund an Tochter.

Meine Ziege nährte dich, bis du alt genug warst. Du warst mein Kind und du wurdest meine Nachfolgerin. Du lerntest die Heilkraft der Magie und du lerntest die Weisheit der Natur. Doch was ich dir nie beibringen konnte, weil es mir selbst mangelte, war: Vertrauen zu haben! Vertrauen aus der Vertrautheit heraus, die aus der Offenheit entspringt.

Was macht Offenheit möglich? Respekt! Wer beständig in seiner Art des Seins respektiert wird, der ist offen. Wer aber in seiner Art des Seins auf Herabsetzung stößt, der lernt, sich zu verbergen.

Der erste Mensch, der unser Sein, unsere Art mit Respekt begegnet, ist die Mutter, nicht wahr? Wenn sie die Bedürfnisse des Kindes respektiert, so lernt das Kind, das seine Empfindungen wahr und vor allem berechtigt sind.

Ein Säugling ist nichts anderes als seine Bedürfnisse, er identifiziert sich damit: Er IST sein Hunger, er IST seine Einsamkeit, er IST sein Schmerz und alles andere, was er an Bedürfnissen hat.

Aber was geschieht, wenn diese Mutter nun verwirrend auf die Äußerungen seiner Bedürfnisse reagiert? Wenn sie einmal seine Not ernst nimmt und sofort schützend, lindernd und zuwendend darauf reagiert, ein anderes Mal jedoch nicht?

Wenn das Kind älter wird, wenn es mehr ist als seine Bedürfnisse, wenn es lernt, zwischen seinem Ich und einem Du zu unterscheiden und wenn es ihm Angst vor dem macht, was neu und fremd ist, dann braucht es auch Hilfe. Es braucht: Mutter, dieses fremde Gesicht erschreckt mich. Mutter, diese fremde Wohnung erschreckt mich. Mutter, diese Dunkelheit erschreckt mich.

Der natürliche Instinkt der Mutter ist es, dem Kind sofort Schutz zu gewähren, um es dann freundlich in das zu begleiten, was ihm neu ist und darum angst macht. Was aber ist, wenn die Mutter einmal sofort schützt und ein anderes Mal gar nicht weiter darauf reagiert?

Unsicherheit entsteht, eine tiefe und grundlegende Unsicherheit in die eigenen Gefühle! Nicht in die eigenen Gedanken, sondern in die eigenen Gefühle. Dieses Kind wird sich bis an sein Lebensende nie sicher sein, ob es seinen Gefühlen vertrauen kann, ob sie BERECHTIGT sind.

Im Wort Berechtigung liegt das Wort RECHT, über das Recht herrscht der Richter, nicht wahr? Der erste Richter ist die Mutter, gerecht oder ungerecht, oft mal gerecht, ein andermal ungerecht.

Was in der frühen Kindheit die Mutter, ist später der Lehrer, die Freunde und Kameraden, die Kollegen, Nachbarn, schließlich jeder, mit dem wir eine Beziehung eingehen. Aus der Mutter wird die Welt schlechthin. Die Welt richtet über meine Gefühle.

Das ist ein unerträglicher Zustand der Machtlosigkeit für die Seele, die durch eine unklare Verhaltensweise der Mutter geprägt wurde. Und darum wird sie versuchen, Fühlen durch Denken zu ersetzen, wird sie versuchen, der Be- und Verurteilung durch eigene Urteile zu entgehen. Das ist das Ende der Offenheit.

Es ist der Beginn der Tarnung, der Täuschung, die – je früher sie beginnt – nicht selten die Selbsttäuschung beinhaltet.

Wer bin ich? Was bin ich? Das ist eine brennende Frage, es ist DIE Frage überhaupt, die die Seele stellt! Sie ist da, ist geboren, um die Frage beantworten zu können.

Erika, wer bist du? Was bist du? DAS! ist der Grund dieses Gesprächs, weil es in dir brennt und brennt, darauf eine UMFASSENDE Antwort zu bekommen.

Umfassend? Liebe Erika, ich sage dir, du bist nicht einmal zu 30 % in der Lage, zu erfassen, was und wer du wirklich bist. Das wirst du erst hier begreifen können, aber darum soll es auch nicht gehen. Es soll vielmehr darum gehen, dass deine Seele die selbst getroffenen Urteile über sich aufgibt! Sie sind so, so alt und sie sind so überflüssig!

Was dem Fehlurteil zugrunde liegt, ist der Satz: Ich BIN falsch.

Ich sagte eingangs, dass ein Säugling sich völlig mit seinen Bedürfnissen / Gefühlen identifiziert. Wenn ihm nun durch die schwankenden Reaktionen darauf suggeriert wird, dass seine Bedürfnisse, seine Emotionen falsch sind, ist das Urteil: ICH BIN! FALSCH.

Nun kommt freilich kein Kind je auf die Welt, ohne in vorangegangenen Leben dieses Urteil über sich selbst getroffen zu haben. Die Seele hat aus Angst sich mit dem Thema in der Aufarbeitung seiner Inkarnationen nicht damit auseinandergesetzt. Für sie ist es die WAHRHEIT! Und es kann hier im Jenseits nichts geschehen, was nicht der Wahrheit der Seele entspricht.

Das nächste Leben wird also im Anfang die Wahrheit zeigen, die die Seele über sich selbst hat, um so die Möglichkeit zu bieten, diese vermeintliche Wahrheit zu verändern.

Und das ist jetzt der Punkt in deinem Leben, meine Liebe Erika, an dem der Druck dieser Wahrheit groß geworden ist, dass du nach neuer Wahrheit strebst. Aber wie?

Alles, was ich bisher sagte, ist Theorie.

Aber sobald du in den Satz „Ich BIN falsch“ hinein fühlst, spürst du deine Angst. Eine solche tiefe und alte Angst sehnt sich nach Auflösung, nach Erlösung. Alle Strategien der Täuschung, Selbsttäuschung, Tarnung helfen ganz offensichtlich nicht gegen diese Angst.

Wer sich in sich täuscht, behält – so gut dies auch gelingen mag – die Angst vor der Enttäuschung. Wer sein innerstes Ich tarnt, behält – so erfolgreich die Tarnung auch sein mag – die Angst vor der Enttarnung.

Wie ist das zu lösen? Wo liegt das eigentliche Problem? Das Problem ist das URTEIL! Nicht du BIST falsch, sondern dein Urteil ist es.

Nichts und niemand hat je das Recht, dich zu verurteilen. Das Urteil „Ich bin falsch“ ist falsch, das ist das einzig Falsche an dir. Das Urteil des gerechten Richters lautet: Ich bin gut!

Wenn ich dir sage „Erika, du bist gut!“, dann sagst du „Ach, das ist aber nett, dass der Andro das sagt!“

Habe ich vergessen, meinen Namen zu sagen?

U: ja.

Das ist doch nett, dass mein Guide so nett ist. Aber so gerne du das hörst, du glaubst es nicht! Es ist nicht deine Wahrheit! Deine Wahrheit kann nicht durch einen anderen verändert werden, sondern nur durch dich selbst.

Das muss ich dir erklären. Was heißt denn das: Ich bin gut? Was steckt darin, in dieser Aussage? Was ist es, was da unglaublich ist? Na, gar nichts! Aber das, was du selbst damit verknüpfst, das ist unglaublich!

Ich bin gut, heißt: Ich irre mich nicht, ich habe keine Schwächen, ich habe keine Schattenseiten, ich habe keine Wissenslücken, nichts an mir ist mangelhaft. Nur so kann es sein, das ich berechtigt wäre zu sagen: Ich bin gut.

Freilich, mein liebes Kind, dieses Urteil willst du bekommen, die Welt soll von dir sagen: Die Erika, die ist gut! Und wenn´s schon nicht die ganze Welt ist, dann wenigstens die Menschen, die dir wichtig sind!

Und damit die das mal sagen (und wenn´s am Grab ist! Erika, ich bitte dich!), strengst du dich mächtig an, das zu sein, was du MEINST, was sie bewegen könnte! so über dich zu urteilen. Tarnung, das ist nichts als Tarnung!

Komm mal mit!

U: Er nimmt mich bei der Hand und führt mich raus aus der Höhle, ich stehe auf einer Wiese, weit oberhalb eines kleinen Ortes unter mir. Es blüht alles, Rinder stehen hier und grasen den bunten Blütenteppich ab, hinter uns ein steiler hoher Fels. Die Sonne scheint, Schmetterlinge tanzen über die Blumen.

A: und? Findest du, das hier ist gut?

U: ja, absolut!

A: Pass auf, siehst du die Kuh da, am Ende der Alm?

U: ja (an der fällt mir nichts auf).

A: Die gibt kaum Milch, egal, was man macht, sie gibt nicht genug. Und siehst du die drei Tannen da drüben?

U: ja (fällt mir wieder nichts auf).

A: Zwei davon sind innen morsch, ich werde sie nicht mal als Feuerholz gebrauchen können. Verstehst du?

U: Klar, nichts ist perfekt.

A: Genau, nichts ist perfekt. Niemand! ist perfekt, nichts ist immer richtig, niemand ist immer richtig. Oder?

U: ne.

A: Einspruch! Alles ist immer richtig!

U: Na, hör mal!

A: doch, doch. Die zwei Tannen werden einfach zerfallen, ihr Zerfall wird Humus bilden, die neue Humusschicht wird meine Alm erweitern, die Erweiterung macht ein weiteres Rind möglich, das weitere Rind wird einen weiteren Menschen nähren.

Die Kuh ohne Milch werde ich schlachten, ich werde denken, welche Verschwendung. Doch ein harter, sehr langer Winter wird kommen und es wird das Dörrfleisch gerade dieser Kuh sein, die mir und meiner Tochter die Kraft gibt, diesen Winter gesund und kräftig zu überstehen.

U: Oh, das kann man ja nicht vorweg wissen.

A: Nein, NICHTS könnt ihr so wissen, wie wir es wissen, und dennoch: Ihr urteilt und urteilt und urteilt in oft genug völliger Unkenntnis der tiefsten Zusammenhänge. Und am Verheerendsten urteilt ihr über euch selbst.

Wenn ich sage: Diese meine Alm ist gut, dann schließe ich damit die Kuh ein, die keine Milch gibt und die Bäume, die verfaulen. Ich schließe das Nutzlose, Sinnlose und Falsche mit ein, wissend, dass es einfach NICHTS GIBT, DAS FALSCH IST.

Was es gibt, ist das Unerklärliche, das, was über unseren Verstand hinausgeht. Wir bekommen nicht auf jedes „Warum“ eine Antwort, nicht zu Lebzeiten. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass es einen höheren Grund gibt. Dass es für uns derzeit! unfassbare Zusammenhänge gibt, die dennoch – oder gerade, weil sie nicht offensichtlich sind – einen tiefen und weitreichenden Grund haben.

Darum kann ich sagen: Erika, du BIST gut! Obwohl ich weiß von deinen dunklen Seiten, sage ich: Du BIST gut, auch das Dunkle in dir ist gut!

Du suchst nach Weisheit, aber die Weisheit, die du gibst, ist nie gut genug. Das geht einfach nicht, kein Mensch ist je weise genug, die Wahrheit des Lebens zu verstehen. Die Weisheit, die du geben willst, basiert immer auf dem, was dich der Lebensplan erkennen lässt. Niemand hat das Recht, mehr von dir zu erwarten!

Du darfst dich irren, du darfst deine Erkenntnisse ändern und du darfst deinem Wunsch, mehr und mehr verstehen zu wollen, nachgehen, indem du, ehe du anderen Antworten gibst, Fragen stellst.

Du warst der Verfechter einer falschen Wahrheit, deshalb bist du so misstrauisch gegenüber DEINEN Erkenntnissen. (Hier bezieht er sich eindeutig auf andere Leben, ich bekomme eine Uniform gezeigt.)

Aber keine Religion, keine Philosophie kann je deine eigenen Erkenntnisse ersetzen! Du darfst dich darauf verlassen, dass deine Fragen an die Welt erlaubt sind, dass deine Wissbegier berechtigt ist, dass deine Zweifel sinnvoll sind, dass jede Weisheit Stückwerk ist.

Du bist schwankend in deinen Emotionen, unsicher und wenig konsequent. Und ich sage dir, dennoch sind deine Gefühle gut, auch dass du schwankst, dass du in anderen nach einer Bestärkung deiner Gefühle suchst, ist dir gut. Denn so lernst du, welch tiefe Angst du hast, falsch zu fühlen und lernst, dass Gefühle nun einmal unbeurteilbar sind. Dass es gar nicht darauf ankommt, was ich fühle, sondern wozu mich meine Gefühle bringen oder was sie verhindern.

Du bist eine zutiefst leidenschaftliche Seele, gerade darum ist es so wichtig, dass du begreifst, dass es gut, gut, gut ist, zu fühlen, was gefühlt wird.

Liebe ist Liebe, Hass ist Hass, Begeisterung ist Begeisterung, Groll ist Groll, Verlangen ist Verlangen, ja! Gut so! Du fühlst! Also lebst du!

Du versuchst dich zu schützen vor der Intensität deiner Gefühle, weil in dir immer noch etwas ist, das daran glaubt, dass deine Gefühle verkehrt sind, ja sogar gefährlich. Aber das sind sie nicht.
Gefährlich ist das nicht Wahrnehmen der Gefühle. Gefühle sind Löwen, bereit dir zu dienen, solange du sie anschaust. Du bist der Dompteur deiner Emotionen, solange du ihnen Aug in Aug gegenüberstehst, tun sie, was du willst. Drehst du ihnen aber den Rücken zu, missachtest du sie, so werden sie zu wilden Gesellen. Und dann, erst dann machst du, was sie wollen, erst dann regieren sie dich.

Mein Beispiel ist nicht korrekt, im Grunde ist der Mensch der Dompteur einer gemischten Tiernummer, in der Haustiere und Raubtiere gleichermaßen mit ihm die Manege teilen.

Erika, mein liebe, Tapfere, ich sage dir, jedes Gefühl kann zur Bestie werden.
Liebe, sie ist immer gut? Ja, WENN sie Liebe ist! Nur weißt du, wie oft sich die Angst hinter der Maske der Liebe verbirgt?

Was sind die Raubtiere deiner Manege? Deine Wut? Dein Stolz, deine Leidenschaft, dein Erlebnishunger, dein Anerkennungsbedürfnis? Ach was!
Wut zur rechten Zeit schützt dich! Stolz zur rechten Zeit bewahrt dich vor Ausbeutung! Leidenschaft schenkt dir die Fülle körperlichen Glücks! Erlebnishunger erweitert dein Bewusstsein! Anerkennungsbedürfnis treibt dich dazu, dich immer weiter zu entwickeln, dich immer mehr zu verfeinern.

Bestien? Nein, nein. Die einzige wahre Bestie in deiner Manege ist deine Angst davor, nicht ausreichend gewappnet zu sein, um sicher zu sein. Eine vorwegnehmende Angst, die auf Fantasien reagiert. Sicher geht dies und das schief, denn ich habe sicher etwas an mir, das „Strafe“ für Glück nach sich zieht.

Die schlimmste Bestie deiner Manege ist die Angst vor wahrem Glück. Warum nur? Welche Angst liegt hinter der Angst? Weißt du, meine geliebte Seele, mit den Ängsten ist es wie mit einem Gespenst, das tausend Hüllen trägt: Du entfernst das erste Tuch, in das es sich kleidet und das nächste kommt zum Vorschein. So fährst du fort und es dauert lange, ehe man dem Gespenst die letzte Hülle entreißt, um ihm ins Angesicht zu sehen.

Welches Gesicht mag zum Vorschein kommen? Du vermutest, ein schreckliches Antlitz, so schrecklich, dass du sicher erstarren wirst. Die Wahrheit ist: Es gibt keines! Angst ist ein Gefühl, das auf einer Illusion beruht. Das Gespenst löst sich in Nichts auf, sobald ihm der letzte Mantel genommen wird.

Die Angst, falsch zu sein, beruht auf der Angst nicht versorgt zu werden mit dem, was man zum Leben braucht …
Diese Angst beruht auf der Angst, zu schwach zu sein, um für sich selbst zu sorgen …
Diese Angst beruht auf der Angst, Spielball fremder Gewalten zu sein …
Diese Angst beruht auf der Angst, vernichtet zu werden …
Diese Angst beruht auf der Angst, endlich statt ewig zu sein.
Diese Angst ist eine Illusion.

Lass uns gemeinsam dein Gespenst entkleiden, ein Gewand nach dem nächsten. Deine Fehler, deine Mängel sind gut aus einer höheren Warte gesehen, alles gipfelt letztlich in der Erkenntnis: So, wie ich bin, bin ich Teil Gottes.

Wer wagt es, einem Teil Gottes die Existenzberechtigung abzusprechen? Gott entfaltet sich in jeder Seele, das ist der Weg! Wir sind sich zu ihrer wahren Größe entwickelnde Teile Gottes. Wovor sich fürchten?

Und nun geh in dein Leben, nimm ihn auf dich, deinen Kampf gegen die Angst.
Es ist der Kampf der Generationen deiner Sippe. Sie haben von Anfang an geahnt, dass du das Gesetz brechen kannst, darum warst du das Fremde in ihnen!

Du bist gekommen, das Gesetz der Sippe zu brechen, das Gesetz lautet: Fürchte dich dein Leben lang! Fürchte die Rache der anderen, sobald du glücklicher bist als sie, wird’s schlimm für dich ausgehen. Sei immer richtig, tue, was sie erwarten.

Komm, mutige Kriegerin, brich das Gesetz, es ist veraltet, es ist überflüssig, es hat keine Macht mehr.

U: Danke, Andro, ich würde jetzt gerne die Fragen von Erika stellen:

Andro nickt.

U: Was für ein Mensch war sie in früheren Inkarnationen?

A: Ah, sie will mehr wissen, als ich sagen darf, ohne dass sie geborgen ist. Soviel aber sage ich: Sie war jemand, der das Recht, die Religion anderer nach außen zu vertreten hatte, nicht IHRE Weisheit, sondern die anderer. Dabei hat die Seele das Vertrauen in die eigene Weisheit verloren und noch zusätzlich in die Gültigkeit anderer Weisheiten. Sie war – wenn du so willst – übermäßig gläubig, dogmatisch. Mit allen Folgen, die daraus resultieren …

Jetzt geht es darum, zu erkennen, dass Lehren UND Lernen eine Einheit sind, dass wahre Liebe nur in wahrer Demut gedeihen kann. Wahre Demut ist das fröhliche Erkennen der Tatsache, nur ein Teil des Göttlichen zu sein, der anderer Teile bedarf, um zu einem großen Ganzen zu werden.

Wahre Demut lacht über die eigenen Fehler und lächelt milde über die anderer, wissend, dass sich letztlich alles zum Besseren hin entwickelt, wenn nicht hier, dann bei uns, wenn nicht in diesem Leben, dann in einem weiteren.

Ihre Aufgabe ist es nun, in diesem Leben viele Wahrheiten zu entdecken, die Wahrheiten durch immer weitere zu ergänzen, sogar zu wechseln, die Wahrheiten in Verbindung zu setzen. Und daraus die Fähigkeit zu entwickeln, ein Vermittler zwischen jenen zu sein, die nur an eine Wahrheit glauben können.

Sie ist da, um die Wahrheiten anderer auf den Kopf zu stellen, ihnen neue Perspektiven zu zeigen, wie die Welt und das Leben zu sehen sind. Doch nun nicht mehr von oben herab als Prediger, sondern gemeinsam mit ihnen den Kopfstand wagen, sich mit ihnen auf dem Weg wissend, der kein Ziel hat, das festgelegt ist. Wissen sammeln, Aspekte sammeln und daraus eine Weisheit wachsen lassen, wissend, dass auch sie nur ein Aspekt ist. Demut lernen, in dem die Furcht aufgegeben wird, immer richtig liegen zu müssen.

U: Ist sie eine Lehrerseele?

A: nein, eine Kämpferseele. Aber eine, die den Auftrag übernommen hat, zu lehren, welcher Kampf gut und welcher destruktiv ist.

U: Erika sagt, sie muss lernen, verzeihen und beten zu lernen, wie kann sie das angehen?

A: Erika, DIR! Verzeihen! Demut lernen. Demut ist nicht das Gegenteil von Hochmut, sondern das Gegenteil der Angst, nicht richtig zu sein. Sie dich an, schau dir alle Tiere deiner Manege an, schau ihnen ins Gesicht: Wildes und Gezähmtes findest du, so sieht die Manege jedes Menschen aus.

So wie wir das Gespenst der Angst Mantel für Mantel entkleiden und darunter nichts als eine Illusion finden, so entkleiden wir auch das Urteil über andere, entkleiden wir die Schuld, indem wir nach der Ursache fragen.

Was ist die Ursache einer bösen Tat? Und deren Ursache? Und deren Ursache und deren Ursache? Und wenn du an die ursprünglichste aller Ursachen gekommen bist, was – denkst du – findest du? ANGST!

Was heißt verzeihen können, was ist das überhaupt? Eine innere Einstellung, die sagt: Du hast mir zwar unrecht getan, aber ich vergebe dir. Das bedeutet, Täter und Opfer stehen nicht auf einer Ebene! Das Opfer steht über dem Täter! Es hat die Macht, von der „Bestrafung“ für Schuld Abstand zu nehmen.

Egal, wie die Strafe aussehen könnte, das reicht von innerlicher Abwertung bis hin zum Racheakt. „Ich vergebe dir“, bedeutet hier nicht anderes als: Du hast zwar Strafe verdient, aber ich nehme mein Recht, das zu tun, nicht wahr, sieh nur, wie gut ich zu dir bin!

Echtes Vergeben bedeutet die Tilgung der Schuld: Schuld, du? Es gibt keine Schuld. Du bist mir nichts schuldig, nicht einmal den Dank dafür, dass ich das jetzt sage.

Na? Wie sieht’s damit aus, kannst du das? Es gibt nur einen Weg, um zu dieser Einstellung zu kommen: Die tiefe Weisheit darum, dass jede Tat eine Ursache hat, die eine weitere Ursache hat und eine weitere und eine weitere und hinter all dem die Angst steht: Angst vor Vernichtung.

Jedes lebende Wesen hat diese Angst, Täter und Opfer sind ihr beide ausgesetzt. Und bedenke: Wer heute Opfer ist, wird schon morgen Täter sein, es sei denn, er überwindet diese Angst.

Wer vergibt, der urteilt noch! Wer urteilt, ist selbst unter dem Gesetz, das urteilt, verdammt und vernichtet. Wer liebt, vergibt die Schuld nicht, sondern er löscht sie aus.
Wer das kann, hat die eigene Angst vor Vernichtung überwunden.

Das, mein Herz ist ein weiter Weg durch viele Inkarnationen. Liebe löscht Angst. Das ist der Kampf!

Du neigst dazu, dir hohe Ziele zu stecken, aber ich bitte dich, nimm dir nicht Übermenschliches vor. Es ist nicht sinnvoll. Vorsicht im Umgang mit Menschen, die in ihren Ängsten und Rachegefühlen verstrickt sind, ist aktiver Selbstschutz, zu dem du – wie alle Menschen – aufgerufen bist.

Seelen Verstorbener, die sich in den Fängen ihrer Ängste befinden, sind schwer zu bekehren, es sei denn, man hilft ihnen, die Ursache der Ursache zu finden.

Beten. Ach Liebes, jeder Gedanke, jedes Gefühl in unsere Richtung ist Gebet, jedes Lied, das aus deinem fröhlichen oder traurigen Herzen kommt, ist Gebet. Aber wie schwer ist es für dich, deine Verantwortung für das, was „Richtig“ ist, uns zu überlassen? Und wie schwer ist es für dich, dich uns zu stellen?

Da ist sie wieder, die Angst des Urteils. Wir!!! urteilen nie! Denn wir kennen alle Ursachen und alle Ziele einer menschlichen Seele.

U: Sie sagt, sie kann es sich jetzt nicht mehr erlauben, in die falsche Richtung zu gehen und hofft deshalb, dass du ihr die Augen öffnest.

A: die falsche Richtung, falsch liegen, falsch sein, falsch fühlen. Weißt du, es gibt kein Falsch, keine Umwege. Auch das Falsche dient der Entwicklung zum Richtigen hin.

Das Verdrehteste, was du jetzt tun kannst, ist zu sagen: Von nun an mache ich alles richtig. Dass du alles richtig machst, hast du in früheren Inkarnationen glauben müssen, denn andere mussten es dir glauben. Davon hingen dein und ihre Leben ab.

Jetzt musst du akzeptieren lernen, dass du ein fehlerbehaftetes Wesen bist, das Irrtümer begeht und Dinge übersieht, das im Denken, Handeln und Fühlen begrenzt ist, das NIEMALS perfekt sein kann, NIEMALS richtig und das damit einfach ein Mensch ist.

Mensch sein heißt, im Spannungsfeld seiner Ängste zur Stärke des Vertrauens finden, dass er trotz seines Mangels gut GENUG! ist. So beginnt Liebe. Liebe zu dir, Liebe zu anderen, Liebe zu uns. Akzeptanz des eigenen Mangelhaften, Mitgefühl mit den eigenen Begrenztheiten, Freude an den eigenen Fähigkeiten zieht das Gleiche im Umgang mit anderen nach sich.

Seien es Lebende oder Tote: Dieses ist, was jede Seele braucht, wohin sich jede Seele entwickelt. Dies ist Liebe aus fröhlicher Demut heraus.

Und nun geh, geh, wohin du willst, freue dich an deinen Siegen und hab Mitgefühl mit dir in deinen Niederlagen. Bedenke, dass du ein Mensch bist. Werde Mit-Mensch.

Du hieltest dich dereinst für einen Übermenschen, nun für einen Menschen. Und dein Ziel ist es, Mitmensch zu sein, dann bist du Gott nah.

Ich verabschiede mich von dir, ich liebe dich, deinen Mut, deinen Wissenshunger, aber auch deinen Zorn. Dir wurde das Gefühl der Richtigkeit geraubt, das war schlimm! Dir wurde das Vertrauen in deine Bedürfnisse geraubt, das war schlimm! Dir wurde die Tarnung deines wahren Selbstes bis zur Täuschung und Selbsttäuschung aufgezwungen, das war grausam!

In all diese Finsternis hinein rufe ich dir zu: Du bist gut!

U: Danke, Andro, ich hoffe, wir konnten Erika so helfen.

A: Ich und vier Weitere sind da, um ihr zu helfen. Sie ist medialer, als sie glaubt, doch sie hat recht: Zuerst beginnt die Heilung bei ihr. Mitmensch sein, Mitseele sein, zurück in die Vertrautheit, heraus aus der Angst: ein guter, guter Weg.

Ich danke ihr auch im Namen der anderen, sie ahnt nicht einmal, wie sehr sie liebt! Wir freuen uns über sie, jeden Tag sind wir beglückt über ihr Sein. Es war schon oft sehr finster in ihr. Wir sind froh, dass sie wenigstens soviel Licht erhofft hat, das sie dennoch weiter ging auf ihrem Weg.

Ich möchte ihr das hier geben …
Er gibt mir eine Kugel aus Bergkristall, schön ist sie …

A: Leben ist so eine Kugel: Die Wege durchs Leben haben kein Ziel, sie sind sich selbst Ziel genug.