Wut

Bei Wut und bei Liebe hat es beides die gleiche Ursache…

 Bei Wut und bei Liebe hat es beides die gleiche Ursache:
Du fühlst dich gebunden!

Wäre es anders, es gäbe keine Wut, es gebe nur Gleichgültigkeit.
Wut setzt Bindung voraus, eine emotional starke Bindung.
Lässt du die los, lässt du die Fähigkeit zur Wut los,
aber auch die zur Liebe.
Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Heiner zu verbinden, Heiner wurde bittet um diesen Kontakt.

Es ist ungewöhnlich schwer für mich, bis zur Guideebene vorzudringen, so viele Seelen stellen sich dazwischen.

Teils Gesichter, die mich erschrecken, teil ruhige, aber traurige Gesichter, es scheint, als würde ich durch eine Mauer von Seelen gleiten, bis ich endlich auf einer Wiese zur Ruhe komme unter einem roten Himmel.

Angenehm finde ich es hier immer noch nicht trotz der schönen Obstbäume, die hier stehen und dem alten Ziehbrunnen. Weit ist das Land und ohne irgendwelche Merkmale, nichts als eine unendlich scheinende Fläche unter einem unendlichen Himmel, am Horizont geht die Sonne unter.

Ich bin so müde hier, wie ungewöhnlich! Normalerweise stärkt mich diese Ebene…

Endlich kommt eine Seele, ein Mann im Hirtengewand, er erinnert mich an die Hirten der Puszta. Sein Gesicht ist alt, ein starker Schnäuzer verdeckt den Mund, die Augen liegen unter schweren Lidern, braun und warm, Geduld strahlt dieses Wesen aus, eine schier endlos scheinende Geduld und Güte.

Still kommt er auf mich zu, nimmt nur meine Hand in seine Hände: Danke, danke, Mädchen, du hast dich nicht erschrecken lassen …

U. Bist du Heiners Guide?

G. Ja, nenn mich Anton. Möchtest du dich ausruhen? Komm, wir setzen uns unter das Bäumchen dort …

U. Die Luft ist so schwer zu atmen hier, was ist hier los, Anton?

A. Schwere, ja, ich weiß. Ah, was soll ich dir sagen?

Es muss aufgeräumt werden, es muss der frische Wind wehen, Leben bringen in all das hier …

U. Ist das hier Heiners Seelenwelt?

A. Ja, ein Bildnis davon …

U. Das erschreckt mich, ist er in Gefahr?

A. Akut, meinst du?

U. Ja?

A. Nein, so wenig wie ein Land in Gefahr ist, in dem kein frischer Wind mehr weht.
Wie nennt ihr das? Invasionswetterlage.
Der alte Mief zieht nicht weg und neue Luft kommt nicht herein: Stillstand…

U. Stillstand? Will das die Seele?

A. Nein, das will sie nicht, ganz und gar nicht (er sagt lange Zeit nichts mehr, schaut der untergehenden Sonne still zu und ich habe den Eindruck tiefsten Mitgefühls. Tränen schimmern in seinen Augen).

U. Hast du so viel Mitgefühl mit Heiner?

A. Ja, oh ja. Aber (dreht sich abrupt zu mir um, klatscht in die Hände) lass uns versuchen, frischen Wind in das Ganze hier zu bringen, lass uns kräftig sein, Weib!

Lass und den Himmel in Bewegung bringen. Machst du mit, bist du meine Verbündete?

U. Soweit ich es kann, ja. Was muss ich tun?

A. Du darfst dich nicht fürchten!

U. Wovor?

A. Vor dem Andersartigen in ihm …

U. Nein, das tue ich nicht.

A. Du darfst dich nicht fürchten vor dem Exzentrischen.

U. Das tue ich nicht.

A. Du darfst dich nicht fürchten, ganz wahr zu sein.

U. Auch das tue ich nicht.

A. Dann lass uns beginnen. Dich quält eine Frage, sprich sie aus!

U. Es sind zwei Fragen.

A. Gut!

U. Warum dieser tote Blick von ihm auf dem Foto, im Telefonat habe ich das nicht gefühlt, dass er so zugemacht hat.

A. Weil es schwankt. Es gibt Phasen, da ist er nicht in sich, dann sehen die Augen tot aus, die Seele ist weit weg von seiner Mitte.

U. Verstehe, quält ihn das?

A. Erst wenn er wieder in sich ist.

U. Dann meine zweite Frage: Niemals musste ich durch eine solche Mauer von Seelen, was ist da los?

A. Altlasten, alles Altlasten, karmische Verbindungen, die die Seele einfach nicht loslässt. Es ist, als würde sie schlechte Erfahrungen sammeln, ohne sie bewältigen zu wollen.

Wie ein Schüler, der über seine ganze Schulzeit hinweg ausschließlich die schlecht bewerteten Aufgaben sammelt, ja, sogar noch über die Schulzeit hinaus.
Alles andere verwirft er: Die Auszeichnungen im Sport, die Einser in Geschichte, so was wird nicht aufgehoben, die Fünfer, die Sechser aber, die werden konserviert …

U. Warum tut diese Seele das?

A. Um ihren Glaubenssatz zu bestätigen … leider.

U. Und der wäre welcher?

A. Ich kriegs nie hin, in Frieden meinen Lebensweg zu gehen! Immer gibt es solche, die mich ablehnen und anfeinden.

U. Ach herrje … oh, das tut mir leid.

A. Das ist kein Grund, um traurig zu sein, im Gegenteil: Dieser Einstellung mit Trauer zu begegnen, führt in Resignation und die bestärkt nur diesen überflüssigen Glaubenssatz. Mein ganzes Sein mit ihm versuche ich, ihm Wege aus dieser Trauer heraus zu öffnen!

Kennst du das Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen?

U. Ein wenig.

A. Dann lass es mich in meiner Weise erzählen, dir und dem Freund meiner Seele Heiner.
Ein Vater hatte einmal zwei Söhne: Der eine war gut geraten und fähig zu allem Tun. Der Zweite aber war anscheinend zu nichts wirklich zu gebrauchen, stellte sich oft unverständig an und selbst, wenn er versuchte, zu verstehen, was gemeint war, gelang es nicht.

Oft hörte er Vater und Bruder miteinander reden: Was soll nur aus dem werden, was kann er nur je lernen, um damit sein Brot zu verdienen.

Lange überlegt der Junge selbst und dachte bei sich: Am Besten wird es sein, ich lerne gerade das, was ich noch GAR NICHT kann.

Was das war, wusste er ganz genau: Die anderen sprachen oft davon und nannten es „Gruseln“. Sie gruselten sich, wenn sie sich gegenseitig abends beim Herdfeuer Gespenstergeschichten erzählten oder wenn sie im Dunkeln am Friedhof vorbei mussten.

Oder wenn sie auf ihrem Weg in die Stadt am alten Galgen vorbei gehen sollten. Oder wenn sie allein im finsteren Wald Pilze sammeln mussten.

Er hörte das zwar immer wieder „Das gruselt mich“, aber er verstand einfach nicht, worüber sie sprachen und niemand konnte es ihm erklären, obwohl es versucht worden war.

Und so nach einigem Hin und Her erwirkte der Junge, dass er vom Vater ein wenig Wegegeld bekam und dann – statt ein Handwerk zu erlernen – endlich in die weite Welt ziehen durfte, um Gruseln zu lernen.

Aber es klappte einfach nicht, so viele Abenteuer er auch bestand, nie gruselte es ihm, nie kam er auch nur annähernd an die Lösung seiner Frage: was ist „Gruseln“?

Er fühlte einfach nichts! Nichts, als er unter dem Galgen saß und von Toten angesprochen wurde.
Nichts, als er im Zauber-Hexenhaus war und gespenstische Tiere ihn anfallen wollten.
Und nichts, als er mit einem Toten im Bette lag, nichts im alten Gespensterschloss.
Nichts, nichts, nichts ließ ihn fühlen, was andere doch offensichtlich als ganz normal empfanden!

Und er litt mehr und mehr unter diesem Mangel. Alle anderen hielten ihn für einen Helden, hatte er sie doch von bösen Geistern und Gespenstern befreit.

Selbst der König dankte ihm für seine Dienste und gab ihm seine Tochter zur Frau und dazu das halbe Königreich.

Aber er selbst war nicht glücklich darüber, er selbst wusste, dass ihm etwas unerreichbar geblieben war, was anderen selbstverständlich war. Und so fiel er in eine traurige Art der Verzweiflung, wurde müde und stumm und verlor immer mehr das Interesse am Leben.

Da reichte es seiner Frau einfach! Zornig über seine Jammerei nahm sie einen Eimer kalten Wassers, in dem kleine Fischlein schwammen, und schüttete es ihm über den Leib, als er unfähig war, aufzustehen und wegen seiner Traurigkeit selbst mittags noch im Bette lag.

Jetzt war er wach! Jetzt sprang er aus dem Bette und sagte: Jetzt weiß ich es, DAS ist gruseln, jetzt hab ich den Grusel gefunden!

Lieber Heiner: sich Gruseln ist ein Gefühl, das eine Menschenseele sich leisten können muss.

Unser Märchenheld konnte sich das nicht leisten. Als er noch sehr, sehr klein war, geschah viel zu viel Schreckliches in seinem Leben.
Seine Mutter war ihm gestorben, hatte sich den Strick genommen und er hatte sie gefunden, da war er erst 2 Jahre alt.

Und nicht einmal ein Jahr später war die Scheune des Hofes abgebrannt und dabei wurde er Augenzeuge, wie sein liebstes Tierchen, ein kleines Schäflein und sein über alles geliebtes Hündchen elendig in den Flammen umkamen.

In dieser Seelennot und um sich davor zu schützen, nicht wahnsinnig zu werden, hatte seine Seele aufgehört, sich zu fürchten! Sie hatte dieses Gefühl einfach abgeschaltet, herausgenommen aus dem Erleben.

Und erst als sie begann, sich ganz langsam dem Fühlen wieder zu öffnen, als das Vertrauen in die liebende Frau, die er bekam, größer und tiefer wurde, durfte das Gefühl zurück ins Ich, ins Erleben.

Es war nicht die Kälte des Wassers, es war auch nicht das eklige Gefühl kalter Fische auf der Haut, die dieses Zurückkommen bewirkte, sondern das Vertrauen darein, in solcher Situation weder allein noch zu klein zu sein, um es aushalten zu können.

Lieber Heiner, deine Seele hat die alten Schmerzen gesammelt und ist zum Ergebnis gekommen: Lieber fühle ich solches nicht wieder, lieber erhalte ich mir die Kunst, nicht Liebe zu fühlen, nicht Vertrauen, nicht Geborgenheit, nicht Mitgefühl, als dass ich noch einmal in Gefahr gerate, daran zu zerbrechen.

Doch über die Zeit hat auch sie ihre Wanderung begonnen, das „Gruseln“, also das „Fühlen“ wieder zu lernen.

Ein weiter, weiter Weg liegt schon hinter ihr, doch noch ist das Vertrauen nicht groß genug.

Das weiß die Seele nur als unbestimmte Ahnung.
Da ist erst einmal vor deiner Geburt als Heiner nichts anderes gewesen als eine namenlose Sehnsucht. Und doch führt dich jedes Erlebnis emotionaler Art weiter und weiter zum Ziel.

Und dieses Gespräch hier ist – wie ich hoffe – der Anstoß dafür, nun in der richtigen Richtung zu suchen.

Niemand außerhalb von dir kann es „MACHEN“, dass du dich vertrauensvoll allen Gefühlen stellst, zu denen du fähig bist! Es wird deine Entscheidung sein und von Fall zu Fall unterschiedlich beurteilt werden.

Denn nun, Heiner, wird es Zeit, eine erwachsene Seele zu sein.

Mutterlos und ungeborgen? Das ist für Kinder schlimm, das ist für kindliche Seelen schlimm, aber du bist keine kindliche Seele mehr! Du hast viele Inkarnationen hinter dir, in denen du gereift bist, in denen du dir Kapazitäten zur Bewältigung schwieriger Situationen angeeignet hast.

In nichts bist du mehr so, wie du warst, als die erste Traumatisierung deiner Seele stattfand!

Das Gleiche gilt für dein heutiges Leben: In nichts bist du mehr so, wie du als Kleinkind warst. Vieles hast du weiter entwickelt seither, hast du geschliffen und vollendet wie ein Werkzeug, das man zum Leben benutzen darf.

Und darum bist du nun anders und in der Lage, mit schmerzlichen Erfahrungen zu hantieren, eben ohne dein Ich aus der Situation abzuziehen.

Aber dein Vertrauen in diese Fähigkeiten ist noch gering und gerade da um so geringer, wo sie nicht weißt, dass es eine Fähigkeit ist, die du zuverlässig nutzen kannst.

Schau doch nur deine Fähigkeit, die Metaperspektive einzunehmen, deine Gabe, Dinge, Menschen und Ereignisse sachlich zu analysieren und dann auch noch in einen vernünftigen Kontext zu bringen!

Und schau doch nur deine Gabe, Ereignissen und Dingen einen tieferen Grund beizumessen, das Große ordnende Ganze hinter dem Kleinen und Unscheinbaren zu sehen und die Wirkung von Kräften zu sehen, die nicht von dieser Welt sind.

Schau doch nur deinen Mut an, mit dem du dich immer wieder selbst aus den tiefsten Tälern deiner Psyche ziehst oder deine Gabe, etwas, was groß, schön und wunderbar ist, auch da zu erkennen, wo andere achtlos daran vorbeigehen.

Dies sind nur einige deiner Gaben und Fähigkeiten, sie sind im Grunde genommen dem Wegegeld des Vaters aus dem Märchen gleichzusetzen.

Zuverlässig ist das in dir da, was du brauchst, um deine Lebensaufgaben zu erfüllen.
Doch davon weißt du fast gar nichts!

Was du weißt, ist, was du NICHT kannst und was du nicht gut genug kannst. Wer immer dir als Gegenüber begegnet: Lobt er dich, so findet das Lob nur wenig Widerhall in deiner Seele.
Stellt er aber Ansprüche an dein Ich, die es aufgrund der eigenen Art nicht erfüllen kann, dann geht es dir wir unserem Märchenhelden.
„Ach ja“, sagt der sich, „ich tauge anscheinend gar nicht zum Mitmensch sein, ich fühle ja noch nicht mal richtig.“

So wenig Vertrauen hat deine Seele auch heute noch in sich. Viel zu hoch die Ansprüche der anderen, Perfektion und Absolutheit erwartend.

Doch Heiner, diese anderen hättest du im Leben nie gebraucht, würdest du verstehen, dass dein SELBST es ist, das meint, diese Absolutheit und Perfektion erreichen zu müssen!

Ehe ich nicht alles kann und fühle, was ein Mensch zu können und zu fühlen hat, tauge ich nicht zum wahren Erleben!

Lieber Heiner, welch ein Unsinn!

So unsinnig wie ein Hund, der meint, erst gut genug zu sein, wenn er fliegen kann, wie ein Apfelbaum, der meint erst zufriedenstellend über sich urteilen zu dürfen, wenn er süße Trauben trägt …

Heiner, weißt du es nicht? Siehst du es nicht?
Es gibt sie nicht, die Perfektion, es gibt sie nicht, die Absolutheit!
In NICHTS, in NIEMANDEN …

Und das ist gut so, denn wäre sie da, das Ende allen Sein wäre gekommen.

Nun, Freund, der du wie ich die Gabe unendlicher Ausdauer hast: Es ist genug gewartet, es ist genug ausgeharrt in einer Selbstsicht, die längst überholt ist.

Was willst du mit deinen alten Gespenstern? Vorbei ist vorbei. Gestern ist nicht umkehrbar. Die Vergangenheit ist unveränderlich, aber nicht ihr Blick darauf!

Und was früher ein unerträglicher Anblick war, ist heute nichts weiter als eine alte Narbe, die eben jeder Held mit sich trägt. Was willst du alte Narben aufkratzen, meinst du, so heilen sie?

Wen eine alte Narbe schmerzt, der soll nicht zurücksehen, sondern sich auf das konzentrieren, was JETZT gerade in diesem Augenblick DENNOCH gut ist!
So und nur so heilen Wunden: durch die Aufmerksamkeit, die volle Achtsamkeit auf das JETZT.

Heiner: Du lebst immer noch! Und das ist ein eindeutiger Beweis deiner Stärke!
Das allein widerlegt die Vermutung, nicht lebensgeeignet zu sein!

Wende den Blick nicht mehr zurück, außer: um endgültig Abschied von dem zu nehmen, was vergangen ist!

U. All das, was Anton sagt, sagt er ruhig, sanft und liebevoll, aber auch mit sehr großem Engagement.

U. Drängst du ihn?

A. Ich würde mich freuen, würde er die Gunst der Zeit nutzen zu seinem Wohl, aber ich dränge nicht…

U. Lieber Anton, darf ich dir jetzt Heiners Fragen stellen?

A. Ja.

U. Heiner fragt, was sein Seelenplan ist?

A. Dich wieder als Teil des Ganzen zu fühlen, nicht mehr als Fremder, nicht mehr als Schwacher unter Starken und dennoch nicht in den Ansprüchen der anderen unterzugehen.

Deine Seelenheimat willst du finden! Damit meine ich keinen Ort, sondern einen Bewusstseinszustand, der dich, wo immer du bist und mit wem immer du Gemeinschaft hast, geborgen und angenommen weiß.

U. Kannst du ihm sagen, wie er mit seinen aggressiven Gedanken umgehen kann und woher diese kommen?

A. Sie zeigen deine Angst vor dem Ausmaß an Liebe und Mitgefühl, zu dem deine Seele fähig ist. Vor dem sie sich aber fürchtet, weil sie meint, dass ihr daraus nichts als Schmerz und Leid erwächst.

Frage dich, wenn du so wütende Gedanken hast, warum du meinst, deine Liebe und dein Mitgefühl nicht anders schützen zu können als durch Wut auf die Verursacher?

Sei dir bewusst, Heiner: Bei Wut und bei Liebe hat es beides die gleiche Ursache: Du fühlst dich gebunden! Wäre es anders, es gäbe keine Wut, es gebe nur Gleichgültigkeit. Wut setzt Bindung voraus, eine emotional starke Bindung. Lässt du die los, lässt du die Fähigkeit zur Wut los, aber auch die zur Liebe.

U. Was hindert ihn am meisten, das Leben anzunehmen?

A. Uta, hast du Mut zur Wahrheit?

U. Soweit ich das vertreten kann …

A. Heiner, es ist die Wirkung einer Kraft in dir, die dein Ich versucht, möglichst klein zu halten, und zwar mittels: Selbstmitleid!

Das Hinterhältige dabei ist, dass es dabei eben NICHT um rationale Bewertungen geht, sondern um ein ewiges Messen am PERFEKTEN Zustand.
Realistisch ist das nicht, aber effektiv! So verliert einfach jeder das Vertrauen in sich selbst als Lebensmeister.

„Am Leben freuen darf ich mich erst, wenn alles total! richtig läuft: ich, meine Gedanken, mein Körper, der Kontakt mit anderen, mein Staat, meine Welt“ …

Nun, du magst deinen internen Klagen über den unerfreulich unperfekten Zustand von allem, was lebt, weiter Raum und Zeit geben, doch realistisch ist das nicht!

Wie eine sehr weise Frau der Erde einmal sagte: Ein Leben lang habe mich darüber beklagt, dass ich zu arm war, um mir wirklich schöne Schuhe zu kaufen, bis ich einen sah, der keine Füße hatte und trotzdem lachen konnte.

Heiner, in jedem Menschen gibt es eine destruktive Kraft, das ist so vorgesehen!
An ihr sollt ihr wachsen, habt ihr die Chance, über euch selbst hinauszuwachsen.

Bei dem einen ist es Hochmut, der andere wird durch Machtwünsche gequält, wieder ein anderer ist der Ansicht, zu schlecht zu sein, um existieren zu dürfen, usw., usw.

Deine Herausforderung ist es, der Neigung zum Selbstmitleid zu entsagen.
Da hast du schon ordentliche Arbeit geleistet!

Wenn du so weiter machst, wirst du noch ein Experte und guter Ratgeber für andere, die sich mit derselben Last herumplagen.

Aber du musst sie eben kennen, die Falle, in die du tappen kannst, wenn du nicht aufpasst. Anderenfalls sind dir deine Siege darüber nichts wert!

Und das wäre dann die nächste Falle: Du schaust nicht darauf, WIE erwachsen deine Seele schon IST, meinst, das ist „Nichts“. Die Wertschätzung der anderen fehlt, also ist es auch „Nichts“!

Vorsicht, Falle, mein Freund!
Die anderen, die spiegeln nur wieder, was dein Selbst zwar meint, aber nicht traut, zu denken: Ach, ich bin ja eigentlich „Nichts“, ich tue zwar mein Bestes, aber das reicht ja doch keinem!

Nun, WIR hier sehen dich anders, ist das nicht bemerkenswert?
Wer hat den größeren Überblick? Wir!
Und wir freuen uns über deine Gaben!
Sollte das nicht zu einer Revision deiner Bewertung deiner Potenziale führen?

Denk einfach darüber nach, möglichst ohne dem Bedauern, dass dies kein anderer für dich je getan hat, zu viel Raum zu geben.

U. Was ist sein Krafttier?

A. Der Adler und alle ihm verwandten Geschöpfe! Achte sie, sie sprechen oft zu dir.

U. Warum bist du sein Schutzengel?

A. Ich war wie du, war eine traumatisierte Seele. Man könnte auch sagen, ich war nicht mehr ganz richtig und du hast mich einfach ausgehalten.

Damals warst du ein Mönch in einem Kloster in Ungarn und ich war eines der Kinderchen, die den Einfall wilder Heerscharen überlebt hatten, aber danach keine Eltern mehr hatten und kein Dach über dem Kopf.

Ich irrte ziellos durch die Gegend, wahnsinnig geworden an dem, was ich erlebt hatte. Und irgendwann hast du mich gefunden, als ich versuchte, heimlich Milch von einer der Ziegen zu melken, die zu eurem Kloster gehörten.

Du hast mich einfach genommen und aufgepäppelt und hast mich bleiben lassen, einfach so. Nichts gefragt, nichts gesagt, nur manchmal über meinen Kopf gestreichelt.

Bis ich wieder anfing, zu reden und dann hast du das ausgehalten, WAS ich zu erzählen hatte: immer die gleiche, schreckliche Geschichte, hundert Mal, tausend Mal. Und du hast zugehört, wortlos, nur nah bei mir sitzend und am Ende den Kopf streichend.

So habe ich, so hat meine Seele das Trauma überlebt, ich ging ohne Schaden der Seele zurück ins Jenseits.

Jetzt und schon viele Leben begleite ich dich, damit du auch aus deinen Traumen findest, auch das Gestern begraben kannst …

So ist Liebe, Heiner: ganz still, ganz unspektakulär …
So ist DEINE Art der Liebesfähigkeit, so ist deine Art des Mitgefühls: Zart ist das, sehr zart und verwundbar …
Oh ja!

Aber es ist da auch eine starke, regenerative Kraft in dir und ich möchte dir so gerne helfen, dass du dein Vertrauen in sie wieder zurückgewinnst.

U. Anton, ich danke dir sehr und ich hoffe von Herzen, dass Heiner viel Hilfe aus diesem Reading ziehen kann.
Lebe wohl, Anton!

A. Auf Wiedersehen, Uta.
Und danke für deinen Mut, es auszuhalten, meine klare Art und Redeweise.

Und dir, mein Freund Heiner: genug geweint, genug gehadert, genug bedauert!
Auf, auf, lern dich WIRKLICH kennen!

Dein Anton!