Viele Menschen werden in Verhältnisse geboren, um sich ihrer Andersartigkeit zu stellen.

 

Viele Menschen werden in Verhältnisse geboren,
um sich ihrer Andersartigkeit zu stellen.

Und das ist keinesfalls so gemeint,
dass sie in der Andersartigkeit
Lob und Anerkennung bekommen würden.

Eher wird es zur Überlebensfrage für sie!
Haben sie diese frühen Herausforderungen bewältigt,
dann sind sie Seelen,
die fest in ihrer Mitte sind

und nicht so leicht von Moden und Meinungen zu irritieren sind.
Das ist der Grund,
warum sie sich solche Inkarnationen aussuchen.

Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Schutzengel von Anja zu verbinden. Anja bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einer Straße, die ich sicher dem viktorianischen Zeitalter zuordnen kann.
Eine Art Boulevard, große Häuser mit hohen Fenstern,
reich mit Stuck verzierte Giebel,
kleine Vorgärten mit sorgfältig geschnittenen Hecken.

Die wenigen Passanten wirken entweder
elegant nach der Mode der Zeit gekleidet (etwa 1900)
oder sind deutlich als Dienstboten oder Handwerker auszumachen.

Schließlich halte ich vor der Hausnummer 3,
eine blau lackierte große Tür mit hohem Oberlicht.
Die Tür öffnet sich und eine etwas untersetzte, kleine Frau mit lockigem, grauen Haar, das sich widerspenstig aus einer weißen Haube kringelt, schaut lächelnd zu mir, winkt mich herein,
bedeutet mir aber, zu schweigen.

Sie geht mir voran durch eine noble Eingangshalle,
dann rechts an einer mächtigen, geschwungenen Marmortreppe vorbei durch zwei Türen, bis wir schließlich in einer Küche sind.
Ein sehr langer Tisch steht in der Mitte,
darauf Vorräte, ein Wasserkrug, Kräuter, Gemüse,
links ein Herd und eine offene Feuerstelle, über der ein Kessel hängt,
aus dem sehr aromatischer Duft aufsteigt.
Die Fenster der Küche stehen offen
und geben den Blick frei in einen kleinen Garten, hier blüht eine Forsythie …

U. Bist du der Guide von Anja?

G: Aber ja, meine Liebe!
Ich hoffe, du hast nichts gegen Küchen-Geplauder?
Ich bin Emma und das hier ist mein …
Ein junges Mädchen unterbricht uns, das hereinkommt:
ein längliches, etwas einfältiges Gesicht,
die Kleidung grob, die Hände gerötet.

Emma sagt zu ihr: nein, nein Claire , jetzt nicht!
Jetzt brauch ich meine Ruhe,
geh ein bisschen in den Kräuter-Garten, da muss umgegraben werden!

Claire sagt: Aber ich hab doch gerade erst gewaschen!
Ich will jetzt meinen Tee!

Emma: Gut, gut.
(Sie nimmt eine Kelle und füllt aus dem Kessel
in einen Becher etwas von der Flüssigkeit)
Hier hast du deinen Tee und jetzt geh, mein Kind,
lass mich alte Frau ein wenig allein!

Clare verschwindet und Emma wendet sich lachend zu mir:

Entschuldige die Störung,
aber Claire ist selbst in meinen Erinnerungen unberechenbar.

Ja, wo bin ich stehengeblieben?
Ach so, ja, ja, natürlich bin ich Anjas Guide
und natürlich bin ich jetzt keine Köchin mehr,
aber das versteht sich ja von selbst.

Wollen wir uns ein wenig setzen, meine Liebe?
Es wird eine etwas längere Geschichte.

Also das hier ist das Haus einer „Guten Familie“.
So jedenfalls nannte man zu dieser Zeit Familien,
die einen gewissen Stand und ein gewisses Einkommen hatten.
Hier in dieser Straße wohnen nur gute Familien.

Unsere Familie bestand aus unserem Herrn,
der als Advokat und Finanzmakler einen guten Ruf bei den Banken von London hat.
Unserer Lady Maybell, seiner Frau, die ihr Leben zwischen Bridge-Nachmittagen und Wohltätigkeits-Festen verbringt.
Und ihren Kindern John, der in Indien Dienst bei der Armee tut,
Stevan, der in Cambridge Geschichte und Architektur studiert
und Ingrid, die gerade eine kleine Ausbildung als Schwesternhelferin gemacht hat.

Ingrid ist die Jüngste, sie ist gerade 24 Jahre alt.

Wunderst du dich über einen schwedischen Namen in einer Londoner „Guten Familie“?

U. Ja, schon, ich dachte, ich hätte mich verhört.

E. Nein, nein, alle wunderten sich über diesen Namen,
aber die Lady bestand darauf.
Und weil die Geburt äußerst dramatisch war und niemand wagte, der schwer leidenden Mutter in dieser Stunde zu widersprechen,
gab man ihrem Wunsch nach und versprach, das Kind,
sollte es ein Mädchen werden, Ingrid zu nennen.

Später erklärte die Lady, dass sie vermutlich zu viel Lauredanum bekommen habe, und nannte ihre Tochter einfach Iny …
Anja, du ahnst es schon, nicht wahr, mein Engel?
Das warst du!
Meine Miss Iny!

Ach, wie sehr hab ich dich geliebt!

Du warst so ganz anders als alle hier!

Nicht nur äußerlich, obwohl gerade das den einen
oder anderen der Menschen sehr nachdenklich machte.

Deine Brüder hatten das schwarze Haar und die braunen Augen des Vaters. Deine Mutter hatte das typisch britische, mausbraune Haar
und die grünen Augen, die viele hier hatten.
Aber du, du sahst aus wie ein kleiner Engel:
Blonde Locken und strahlend blaue Augen hattest du!

Ja, das gab Anlass zu Gerede!
In einer Gesellschaft aus „Guten Familien“ wird viel geredet,
das liegt vermutlich daran, dass wenig gedacht wird.
Man ist ja schon von Geburt an gut, du verstehst?

Und die Dienstleute aus Guten Familien, die redeten noch mehr
und noch unverblümter als ihre Herrschaft.
Ich beteiligte mich nie an solchem Gewäsch,
aber ich hörte viel und schwieg dennoch.
Denn ich wusste, warum du Ingrid genannt werden solltest
und ich wusste, warum du blond und blauäugig warst.

Deine Mutter hatte eine Liaison.

Ein junger, schwedischer Mann, der als Praktikant bei deinem Vater arbeitete, um seine Kenntnisse über internationales Recht zu erweitern,
war oft zu Gast hier.

Seine Anwesenheit fiel in eine Zeit,
in der ich deine Mutter viel zu oft mit verweinten Augen sah.
Eine Zeit, in der dein Vater viel zu oft außer Hauses weilte:
auch nachts, auch an Wochenenden.

Und manchmal kam der schwedische junge Herr auch umsonst,
weil nur die Lady da war, du verstehst?

Dein Vater war ANDERS!
Das war er ganz, ganz gewiss nicht nur, was sein Äußeres anging!
Er hatte etwas von dieser skandinavischen Ungezwungenheit,
etwas, das es hier in England nicht gab.


Aufrecht war er und stolz, ganz wie unser Herr, aber eben auch ECHT.
Ganz anders als unser Herr.
Der im Grunde immer in einem Bühnenstück lebte
und mit den stets gleichen Texten die stets gleichen Situationen meisterte.

Was er WIRKLICH dachte und fühlte?
Wer konnte das wissen?
Ich denke, er selbst wusste es nicht einmal.

Iny / Ingrid hatte außer den blauen Augen ihres leiblichen Vaters auch dieses ECHTE geerbt.

Obwohl ein nicht endend wollender Reigen an Hauslehrerinnen versuchte, ihr dieses „Grobe“ abzugewöhnen: letztlich blieb es dabei.
„Meine Iny hat bedauerlicherer Weise keinerlei diplomatisches Geschick!“, pflegte unsere Lady zu sagen, dabei schaute sie sehr traurig auf die Kleine.

Und außer mir hätte wohl niemand ihren Blick richtig gedeutet
als Sehnsucht nach dem einzigen Mann in ihrem Leben,
dem sie wahrhaftig begegnet war.

Dir konnte man auch nur wahrhaftig begegnet.
So wie dein Ja ein wahres Ja war und dein Nein ein wahres Nein,
so warst du auch fähig, die verborgenen „Wahrheiten“ der anderen zu durchschauen.


Einmal hörte ich Stevan zu dir sagen:
„Mein Gott, Iny, starr mich nicht so an!
Das ist ja, als wäre man unter dem Brennglas Gottes!“


Ingrid antwortete: „Warum lügst du dann?
Du warst doch gar nicht bei deiner Freundin, du warst mit deiner Rosy aus!“

Zur Strafe für derlei „Frechheiten“ wurdest du wieder einmal vom Tisch ausgeschlossen und ich musste dir dein Dinner – wie nur allzu oft – woanders servieren …

Ja, das alles wäre heute gar kein Thema,
wenn es nicht etwas mit deiner Seele gemacht hätte
oder besser gesagt vorbereitet hätte!


Was Iny von Kindheit an über ihr Selbst lernte,
war, dass es FALSCH war, IRGENDWIE.

In den Augen anderer falsch sein, ist nicht ungewöhnlich,
im Gegenteil:

Vielen Seelen dient dieser Umstand dazu,
sich noch klarer zu positionieren und noch deutlicher wahrzunehmen,
wer und was ihr Selbst ist.

Darum werden erheblich viele Menschen in Verhältnisse geboren,
in denen sie sich ihrer Andersartigkeit
und Einzigartigkeit zu stellen haben.

Und das ist keinesfalls so gemeint, dass sie dafür Lob und Anerkennung bekommen würden. Eher wird es zur Überlebensfrage!

Haben sie diese frühen Herausforderungen bewältigt,
dann sind sie Seelen, die fest in ihrer Mitte sind
und nicht so leicht von Moden und Meinungen zu irritieren sind.
Das ist der Grund, warum sie sich solche Inkarnationen aussuchen.

Aber du, meine liebe Anja, WUSSTEST das längst:
Deine Seele hatte keinerlei Zweifel daran, dass jeder Mensch so sein sollte, wie er wahrhaftig war und sagen sollte, was er wahrhaftig fühlte!

Heute würdet ihr sagen:

Iny ist sich ihr Leben lang vorgekommen wie ein Alien.
Aber von Aliens wusste damals noch niemand etwas.

„Seltsam“ nannte man dich, wenn man es gut mit dir meinte,
störrisch, wenn man das nicht tat.

Der einzige Ort, an dem du dich nicht irgendwie „falsch“ fühltest,
der war hier in meiner Küche.
Abends, wenn das Hausmädchen schon auf ihrer Kammer war
und die Eltern und Brüder unterwegs,
dann bist du im Nachthemd hier rein geschlichen
und ich hab dir Tee gegeben und meine – wie du es nanntest –
Extraklasse Kekse und wir haben uns Verrücktes erzählt.

Weißt du, was das war?
Geschichten von einer Welt, in der einfach ALLES seltsam war
und gerade darum aufregend und wunderschön.

Ja, wunderschön war dein Seltsam-Welt,
ein wahrer Spiegel deiner Seele …

Wie hätte ich je anders gekonnt, als dich so sehr zu lieben?

Doch je älter du wurdest,
um so weniger seltsam wurde deine Seltsam-Welt,
immer mehr glich sie der Realität.

Das hast du gemerkt: Immer seltener hast du mir Geschichten erzählt.
Und meine Geschichten?
Die waren irgendwann „Nur noch was für Kleinkinder!“
Wie du mir mit traurigen Augen sagtest.

Da dachte ich: Jetzt ist es soweit, jetzt haben sie es geschafft.
Jetzt ist Iny eine von Ihnen!

Ein Jahr nach dem anderen verging
und ich schien mich nicht getäuscht zu haben.
Du wurdest geradezu perfekt darin, deinen „Text“ zu sprechen:
Den Text eines jungen Mädchens aus einer „Guten Familie“.

Im letzten Herbst beschlossen deine Eltern, dich zu verloben.
Man schickte dich den ganzen Winter über zu diversen Bällen
und „sichtete das Material“, wie dein Vater es nannte.

Schließlich einigte man sich auf einen Kameraden deines Bruders,
der einen halbjährigen Urlaub
nach 5 Jahren Dienstzeit in Indien genommen hatte.

George war gar kein schlechter Kerl, EIGENTLICH …

Aber noch weniger als er konnte niemand zu dir passen.

Er war durch und durch ein Prinzipien-Mensch:
nichts blieb ungeplant, nichts war spontan
und nichts war emotional.

Natürlich: Damit war gut Karriere zu machen!
Aber das Herz einer Iny konnte man so wirklich nicht erobern,
das war mir von Anfang an klar.

Eure Verlobung sollte im Mai 1912 stattfinden.
Ich sah dein Leid, ich sah deinen Ekel, wenn seine Hand deine berührte.
Ich sah, dass dein Teller über Wochen fast unangerührt blieb.

Schließlich hielt ich es nicht mehr aus.
Ich bat dich um ein Gespräch abends zur gewohnten Zeit
hier in meiner Küche.

Ich fragte dich rundheraus, ob du unbedingt unglücklich sein wolltest
und diesen Georg tatsächlich heiraten,
nur weil deine Eltern und er meinten, dass dies das einzig Richtige sei?

Damit hatte ich eine Menge riskiert,
schließlich lagen die Jahre der Vertrautheit weit zurück.
Aber ich täuschte mich nicht in dir:
Diese alte Iny, die immer seltsam war, sie war noch da,
wenn auch fast vergraben unter einer dicken Schicht
gängiger Konventionen!

Und es brach aus ihr heraus.
All ihre Verzweiflung, ihr Schmerz, ihre Hoffnungslosigkeit:
Du MUSST doch IRGEND WEN heiraten!
Was soll denn sonst aus dir werden?
Eine alte schrullige Jungfrau, die ihren Brüdern zur Last fällt
(Mir war klar, dass dies die Argumente deiner Mutter waren)
oder eine dieser Suffragetten,
bei deren Anblick sich einem wahrhaften Mann der Magen umdreht
(das war der Text deines Vaters)?
Liegt der Lebenssinn einer anständigen Frau etwa nicht darin,
ihrem Mann eine gute Gattin zu sein und die Mutter seiner Kinder?
(Ich war sicher, diese Worte waren die von George.)

„Gut“, sagte ich,
„Iny, jetzt habe ich deine Mutter gehört und deinen Vater und George.
Und was sagt Iny?“

„Dass ich zu seltsam bin für diese Welt.“
„Nein“, sagte ich und wischte dir deine Tränen mit meiner Schürze ab,

Nein, aber vielleicht musst du dir
jetzt wirklich DEINE Seltsam Welt suchen.

Ganz allein und nur für dich.
Ich weiß nicht, wo du sie findest, aber ich glaube,
du musst dich beeilen, ehe es keinen Weg mehr gibt.“

Das war – ich weiß es noch ganz genau – am 23. März 1912.

Am 25. März gab es eine ungeheure Aufregung im Haus.

Du warst weg!
Das Zimmermädchen hatte dein Bett am Morgen unberührt gefunden, zwei kleine Koffer fehlten, etwas Kleidung
und ein wenig Geld und Schmuck,
sonst hattest du alles, was dir gehörte, da gelassen.

Am Mittag kam ein Telegramm,
das in Southampton aufgegeben war,
in dem du mitteiltest, dass es dir sehr gut gehe
und du schon auf dem Weg nach Übersee seist.

Dennoch ließ George es sich nicht nehmen,
selbst in Southampton nach dir zu suchen.
Er fand dich in einem der kleinen Hotels,
in dem üblicherweise Seeleute und Auswanderer übernachteten.

Zum ersten Mal, seit du ihn kanntest, zeigte er ECHTE Gefühle,
aber keine schönen.
Er zeigte Wut und verletzten Stolz und Verzweiflung.

Aber so schlimm das auch wahr, es war ECHT!
Und das allein berührte dich sehr.

So sehr, dass es dich erst verunsicherte und dann beschämte.

Und schließlich hast du nachgegeben.
George aber wollte nichts mehr riskieren.

Ob er dich liebte?
Nein, er hatte noch nie im Leben jemanden geliebt.

Aber du gehörtest ihm, so meinte er.
Und „man“ kämpft um das, was einem gehört,
das wusste er ja ganz genau!

Sein Kampf sah so aus, dass er deine Eltern drängte,
dass eure Trauung möglichst schnell vollzogen wurde.


Als Hochzeitgeschenk buchte er noch
– ehe ihr nach London zurückgereist seid –
eine Überfahrt nach New York mit einem Schiff namens Titanic,
das am Tag nach eurer Trauung ablegen sollte …

Am Abend vor deiner Trauung warst du hier.
Ich stellte dir schweigend deinen Tee hin und die Kekse und ich wartete.


“Es ist sicherer so, oder?
Ich kann das Seltsam-Land doch auch mit George finden,
er ist kein schlechter Kerl.“

Ich schwieg, streichelte ein letztes Mal dein blondes Haar, dann sagte ich: „Ja, er ist kein schlechter Kerl.
Aber er ist ein George und du bist eine Ingrid.“

Da bist du aufgestanden und hast mich sehr streng angesehen:
„Emma, es ist so UNSICHER, seltsam zu sein.
Es kostet so viel Kraft, man ist so allein!

Was ist, wenn es mein Seltsam-Land gar nicht gibt?

Was ist, wenn nur ich seltsam bin und die ganze Welt richtig?“

Ich sagte: „Vielleicht hast du recht, vielleicht gibt es das nicht:
Die Sicherheit und die Freiheit, zu sein, wer man wirklich ist.
Vielleicht hat aber auch nur beides seinen Preis
und man muss sich entscheiden, was Sicherheit wert ist und was Wahrheit!“

Die Hochzeit fand im kleinsten Kreise statt, deine Eltern begleiteten euch bis zur Abfahrt des Schiffes.

George hat übrigens überlebt, du nicht.
Du warst so seltsam, deinen Platz im Rettungsboot in letzter Sekunde einer schwangeren Passagierin aus dem Unterdeck zu geben.

George hat das nie verstanden: eine britische Lady im Tausch mit einer polnischen Auswanderin.
George hat eben auch nicht verstanden,
dass du schon nach der ersten Nacht mit ihm sicher warst,
zu viel für die völlig falsche Sicherheit bezahlt zu haben.

Wie hätte er es auch merken sollen?
Seltsam, wie du warst und er dich kannte,
fielen ihm deine Tränen gar nicht besonders auf,
jedenfalls nicht lange genug, um darüber nachzudenken,
woher sie in WAHRHEIT kamen.

Es waren keine Tränen der Rührung, wie du ihm sagtest,
sondern des Schmerzes …

U: Ui, danke, Emma, das ist schwer zu ertragen gewesen …

E: Ja?

U: Ja, sie war doch gar nicht seltsam.
Ihre Gesellschaft war doch völlig verrückt, nicht sie!

E: Ja, aber das zu sehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen,
das ist etwas, wozu erst das Leben der Anja da ist.

Sie wird es schaffen, das weiß ich!
Aber ich möchte, dass sie es fröhlich tut, dass sie sich liebt.
Und dass sie ihr Seltsam-Land wahr werden lassen kann,
ohne daran zu zweifeln, dass sie RICHTIG ist.

Ich möchte ihr helfen, zu verstehen,
dass sie allen anderen Mut machen kann, IHR SO SEIN zu leben.

Aber erst muss sie das einfach nur für sich selbst sein dürfen.
Die Welt ist immer noch voller Georges, findest du nicht?

U: Hm …
Ich hoffe, dieses Reading hilft Anja ein wenig auf diesem Weg.

E: Hm, Harmonie …
Ihr musste alles harmonisch sein!
Aber Harmonie funktioniert nicht,
wenn sie nicht auf Wahrhaftigkeit basiert …

Das ist ein Thema, zu dem ich noch stundenlang etwas zu sagen hätte, doch ich fürchte, daraus wird heute nichts mehr.
Nicht wahr, meine Liebe?

U: Nein, ich werde müde, du hast eine sehr starke Energie!
Darf ich dir jetzt die Fragen von Anja stellen?

E: Selbstverständlich, gern.

U. Anja fragt, warum du ihr Schutzengel bist?

E. Ich könnte sagen: Weil unsere Seelen einander vertrauen
und das wäre auch wahr.


Aber es ist mehr als das!
Es liegt auch daran, dass ich dir eine gute Ergänzung schien:
Jemand, der sowohl träumen kann und nach dem Sinn der Dinge fragt,
als auch den Boden unter den Füßen behält
(falls man das von einem Engel sagen sollte).

Deine Angst, dich in Träumen zu verlieren,
die ist nach wie vor groß, Anja.

Aber genauso deine Sorge,
wieder aus REINER VERNUNFT UND FAIRNESS alle Träume aufzugeben.


Na ja, und weil ich der Lösung dieses Konflikts näher bin als deine Seele, hast du mich gebeten, auf deinen Weg aufzupassen.


Ich hab dir versprechen müssen,
dir deine Ängste nicht mehr abnehmen zu wollen,
wie ich es hier tat, sondern dir zu helfen, sie zu wandeln.

Wir müssen noch eine ganze Strecke Weg zurücklegen dazu,
aber ich bin sicher, wir schaffen das!

Du und ich, wir sind ein gutes Team.

U. Anja fragt, was ihre Seelenfamilie ist?

E. Wir sind Schöpfer, Anja!
Wir sind da, um NEUES in die Welt zu bringen oder SELTSAMES:

Das können Bilder sein oder Musik oder Bücher,
aber das können auch Ideen und Werte sein.

Wir sind da, um Unsichtbares sichtbar zu machen,
um Ungesagtes ein Wort zu geben und Ungehörtes einen Klang …

U. Was ist ihre Aufgabe in diesem Leben?

E. Anja, es gibt nicht nur eine Aufgabe, es gibt viele.
Aber die tiefste Befriedigung wirst du da erleben, wo du es dir erlaubst, sowohl „seltsam“ als auch realistisch zu sein
und damit in die Welt zu wirken.

Es ist überhaupt nicht absurd, ein realistischer Visionär zu sein.
Dazu brauchst du Verständnis.
Ein Verständnis, das dir hilft, deine Ängste von denen deiner Familie
und Vorfahren von deinen zu unterscheiden,
deine Ängste von denen der dich umgebenden Menschen
von deinen zu unterscheiden.

Pflichten, Prinzipien und Zwänge
dürfen dir nie wieder deine Seele rauben, dein Selbst verschleiern.

Sicherheit: Ist es nicht absurd, dass die Menschen,
die besonders auf Sicherheit setzen,
sich am weitesten von der Realität des Lebens in der Welt entfernen?


Du hast dazu schon viel gelernt:
Von der Sicherheit des Wandels!

Und das ist etwas, das du anderen geben kannst.
Du weißt es schon, dass sich immer alles wandelt
und dass es dennoch gut ist.
Es gibt nur wenige, die das so wissen wie du.

U. Anja fragt weiter, wie sie diese Aufgaben umsetzen kann?

E. Weißt du, wenn du das nicht täglich tust,
dann bist du schon am Ziel vorbei.

Die Lebensaufgabe erfüllt keiner durch einen Beruf oder eine Stellung!

So haben die Menschen um dich herum doch hier gedacht!
Wenn du eine GUTE Frau wirst, hat dein Leben einen Sinn!
Wenn du eine gute Gattin bist und eine gute Mutter, ja?

Aber darum geht’s nicht, kein bisschen!
Es geht nur um eins:
Sei, wie und wer du bist, egal, WO du bist!

Anja, versteh doch, jeder Mensch, der dir begegnet,
ist Teil der Lebensaufgabe und du bist Teil ihrer Lebensaufgabe.

Du bist müde von deinen Pflichten, mein Liebling,
das ist ja ganz natürlich!
Und das ist es eben, was zuerst zu lösen ist.

Deine Sicherheit, Anja, die kommt nicht,
weil du die Pflichten anderer erfüllst,
sondern weil du DIR sicher bist.

Selbstsicherheit, ha ja!

Aber das heißt nicht, dass man sich vor nichts fürchtet
oder nie schüchtern ist, sondern sich kennt und Vertrauen fasst in das,
was man an Fähigkeiten als Seele hat!

Glaub mir, ich würde dir ja gerne einen Katalog
deiner Fähigkeiten zusammenstellen.

Die Sache ist nur die: Du würdest mir das JEDERZEIT glauben.

Glauben reicht aber nicht, du musst es WISSEN, Anja!
Und dieses Wissen erreichst du nur aus dem Erlebten heraus.

Hier hat deine Seele der Meinung der anderen über dich
viel zu viel Bedeutung beigemessen, jetzt kommt die Korrekturmöglichkeit!

Aber es gibt NIEMANDEN, der dir SAGEN kann, was RICHTIG ist.
Du musst es wieder lernen, zu fühlen und diesem Gefühl zu vertrauen.
Und zwar in deinem MASS.

Immer gehört für dich dazu, vernünftig zu sein,
auch das ist Teil deines RICHTIG.
Vernünftig zu sein, darf sich doch auch gut anfühlen,
meinst du nicht auch?

Du kannst etwas sehr Wertvolles in diesem Leben finden!
Nicht nur deine guten Fähigkeiten,
sondern das UND, das diese Fähigkeiten verbindet.

Anja ist vernünftig UND romantisch.
Das ist gar kein Gegensatz, das ist Ergänzung.

Na? Was meinst du, ist das nicht wunderbar?
Es gibt viele solcher vermeintlichen Gegensätze in dir,
aber es nützt nicht viel, wenn ich dir die jetzt aufliste.

Du!!! musst sie finden!
Du muss DICH finden!
Erst dann wird aus einer Liste Wahrheit
und aus der Wahrheit SELBST-Verständnis
und aus dem Verständnis die Sicherheit,
in der Welt zu wirken, was gut ist, egal, wo du bist.

U: Anja fragt, welche Blockaden sie krankmachen?
Kopfschmerzen, Allergien, Herzrhythmusstörungen?

E: Anja, das hat einerseits etwas mit den Genen zu tun,
die du dir gewählt hast, als du dich für deine Familie entschieden hast. Andererseits hat es damit zu tun,
dass es ein Ausdruck deiner Verunsicherung,
in der Welt zu sein, ist.

Dein Körper scheint dir der unsicherste Ort auf der Welt zu sein.
Er scheint dir wie ein Auto, in das du eingestiegen bist
und von dem du weißt,
das es einfach ein unvollkommenes Modell ist.

Darüber KANN ein Autofahrer verzweifeln, muss es aber nicht.
Er kann es auch als Herausforderung sehen an SEINE Fähigkeit,
mit genau diesem un-perfekten Auto seine Reise anzutreten,
gewappnet mit Werkzeug und Kenntnissen,
um in Krisenfällen jederzeit sich selbst helfen zu können.

Hab keine Angst vor deinem Körper!
Versuch, zu verstehen, dass er der Versuch deiner Seele ist,
sich auszudrücken.
Besonders dann, wenn du ihr nicht „zuhörst“.

Eine Ausnahme davon sind die Allergien.

Anja, die Ursache dafür liegt in eurer Zeit.
Natürlich ist einfach NICHTS mehr!
Und das hat zur Folge, dass es kaum noch einem Körper gelingt,
im Gleichgewicht zu bleiben.

Hier bist du an ein kollektives Karma gebunden,
wie immer mehr Wesen – Tier und Mensch – in eurer Welt.
Bedenke: Alles, was IST, wirkt auch.

Worum ich dich aber sehr bitte, ist,
zurückhaltend mit Handy-Strahlen zu sein,
so weit dies in deiner Welt möglich ist.

Du reagierst auf jede Art Strahlung – magnetisch oder elektronisch –
sehr sensibel.
Und daher ist es gut und klug,
sich nicht über das unbedingte Muss dem auszusetzen.

Mein Liebe, aber wichtiger als all das ist DEIN Vertrauen in DICH!

Du bist kein „Fehler“ der Natur,
du bist auch kein Zufall in der Welt,
du bist durch und durch GEWOLLT 
so, wie du bist.

Das kaum glauben zu können,
dir selbst immer wieder beweisen zu wollen,
dass es WIRKLICH wahr ist,
DAS ist deine Blockade!

Und die ist sehr alt, eigentlich brauchst du sie nicht mehr.

Doch was nützt es, dass ich dir das sage?
Nichts!

Das hast du auch schon vor deiner Geburt gewusst!
Wahr muss es werden.

Anja, nicht alles kannst du allein schaffen.
Du bist wirklich sehr, sehr gut geworden darin,
deine Probleme selbst zu lösen!
Viel, viel besser als hier in diesem Leben.

Aber manchmal ist es klug, wenn man Hilfe sucht,
besonders dann, wenn es um den eigenen Blick auf das Selbst geht.

Nicht wahr? Das hast du schon gemerkt:
Die anderen nehmen dich anders wahr, als du dich selbst!

Wer hat recht? Hm? Du oder die anderen?
Ich sag dir was: weder noch.

Die anderen sehen nur, was du ihnen zu sehen gibst.
Und du siehst nur, was du meinst,
sehen zu müssen oder zu dürfen.

Hm …
Oder wusstest du zum Beispiel, dass du WIRKLICH gerne strahlst?

Dass du das aber für eine so bedeutungsschwere Sache hältst,
dass du irgendwie nie bereit bist, JETZT zu strahlen?

Ja, siehst du!
Wie willst du darauf kommen?

Die Anderen deuten doch an dem herum,
was du dich zu zeigen traust …

U. Sie fragt, welche Stärken sie nutzen kann.
Aber ich nehme an,
das wäre dann wieder der Wunsch nach einer Liste,
die du ihr nicht geben kannst?

E. Ja, ich will ihr die „Liste“ schon geben,
aber nicht so in dieser Form, sondern im Zusammenwirken.
Es muss doch auch so sein, dass sie bereit ist, zu verstehen!

U. Gut, das verstehe ich, dann die nächste Frage.
Warum ist in ihrer Familie so viel Einsamkeit?

E. Grob gesagt könnte man sagen:

Weil Prinzipien wichtiger sind als gelebtes Leben!
Wobei da einige Prinzipien geteilt werden
und andere sehr individuell sind.
Die fangen alle mit „Du KANNST doch nicht“ an.

Wozu sind Prinzipien da, mein lieber Engel, hm?
Um das Leben leichter zu machen!

So zu leben, wäre allerdings eine Palastrevolte.

U. Warum fällt es ihr schwer, mit einem Partner intim zu werden?

E. Einerseits ist es die karmische Wirkung,
dass du dein Vertrauen in dich verloren hast,
Übergriffe auf deine Grenzen angemessen durchsetzen zu können. Andererseits sind deine Partner auch wirklich nie so,
dass du Vertrauen haben kannst.

Du hilfst ihnen!
Aber weißt du was?

Therapeuten DÜRFEN gar nicht mit ihren Patienten schlafen.

Was du hier mit George erlitten hast, ist nicht einfach die Ursache,
sondern selbst eine Folge.

Die Folge von Inkarnationen,
in denen du ANGST vor deiner Leidenschaft bekommen hast!
Du versuchst, diese Angst zu umgehen.

Das kann nicht der Weg sein!
Der Weg muss dahin gehen, diese Leidenschaft zu akzeptieren!
Und DANN so zu leben, dass sie weder dir noch dem anderen schadet.

Lust und Leidenschaft sind kein Defekt und schon gar nicht böse. Aber das ist in deiner Ahnenreihe ganz anders erlebt worden.

U. Die letzte Frage ist, ob ihr Job zu ihrer Lebensaufgabe passt?

E. Wenn du gut aufgepasst hast,
kannst du die Frage selbst beantworten, Liebes.

JETZT ist dein Job TEIL der Aufgabe.
Und mehr als dieses JETZT sollte er nicht sein,
findest du nicht auch?

U. Emma, ich danke dir von Herzen und ich hoffe,
dass wir Anja helfen konnten.

E. Sagen wir: Wir haben den Schneeball zum Rollen gebracht.
Wir könnten daraus einen stolzen Schneemann bauen,
das wäre sehr schön.

Ich danke dir, Uta, und ich sage dir ein fröhliches Wiedersehen.

Dir, liebste Anja, rufe ich zu:
Komm, hab Mut, zu sein, wer du bist.

Such dich!
Was es zu finden gibt, ist schön und macht Freude!
Dir und anderen!

Deine Emma!