Wenn die Söhne die Mütter schützen sollen…

Wenn die Söhne die Mütter schützen sollen und daran scheitern müssen.

Die Mütter sind der Schlüssel!
Nicht nur bei mir, bei allen Männern in einer langen Reihe:
Die Mutter, die vom Sohn beschützt werden muss und der dann versagt!
Eine viel zu schwere Last für Kinder!
Viel zu schwer, aber sie wird von einem zum anderen weitergegeben.

Verstorbenenkontakt


Ich bitte meinen Guide, mich mit Alex zu verbinden, sein Sohn Holger bittet um diesen Kontakt.

Das erste, was ich wahrnehme, ist eine glimmende Zigarre in einem grünen Aschenbecher, der Geruch hängt schwer im Raum…
Es ist warm wie im Sommer, ich höre eine Fliege…
Dann geht mein Blick zu einem Fenster mit einer langen Gardine, die in sich ein Blüten- oder Rankenmuster gewebt hat, es ist drückend, eine Stimmung wie vor einem Gewitter.

Hinter mir spüre ich eine Person…
Ich drehe mich um und sehe einen Mann, nicht sehr groß, eher zierlich ist, er trägt eine graue Hose und Hosenträger, eine graue Weste und ein hellblaues Hemd.

J: Na ja, Gewitterstimmung, so war das, die Stimmung, aber nicht gleich Blitz und Donner. Die Stimmung war es halt…

Er seufzt, setzt sich in einen Sessel, (niedrig, Holzlehnen, Holzbeine) er schlägt ein Bein über das andere und dreht den Kopf extrem zur Seite, als würde er etwas suchen.

J: Keine Uhr?

U: Nein, brauchst du die?

J: Nicht mehr, Pünktlichkeit sollte aber immer sein.

U: Bin ich unpünktlich?

J: Nicht direkt…

U: Dein Sohn Holger würde gerne diesen Kontakt haben, bist du damit einverstanden?

Er antwortet lange nicht, er reibt sein eines Bein, als würde es ihn schmerzen, er starrt eine Weile in die Ecke des Raumes, (weiße Tapete mit glänzenden Muster) vor uns steht jetzt ein Tisch mit weißer Tischdecke, ganz steif von Stärke…
Die Zigarre, die weiter vor sich hinglimmt, hat kleine Asche verstreut…
Er pustet sie weg, reagiert überhaupt nicht auf meine Frage…

U: Alex, dein Sohn Holger würde gerne diesen Kontakt haben, bist du einverstanden?

J: Das Warten kann eine Plage sein (er lächelt, aber ich finde das Lächeln nicht angenehm, es sieht „schief“ aus).

U: Hast du lange gewartet?

J: Ich habe immer gewartet, immer gewartet…..

U: Worauf?

J: Auf das richtige Leben!

U: Das klingt traurig…

J: Hm, na, nein…
Es war doch meine Entscheidung:
Ich habe gedacht, dass es mich ärgert…
Aber in Wirklichkeit hatte ich Angst davor, dass es anders sein könnte.
Ungerechtigkeiten hab ich beklagt, (er schnaubt so komisch durch die Nase, fast verächtlich) aber ich war zu mir selbst ungerecht.
Er zeichnet die eingewebten Blumen auf dem Tischtuch nach…

Er lässt sich sehr, sehr viel Zeit mit seinen Antworten…

J: Was sagt ein Vater seinem Sohn zum Abschied?
Sei ein Mann? (Schnaubt wieder)
Was soll das sein, ein Mann?
Jetzt bist du der Mann im Haus?
Was soll das sein, der Mann im Haus?
Ach, besser man sagt nichts.

U: So denkst du?

Schüttelt langsam den Kopf:
Nicht mehr, nein nicht mehr! Heute würde ich ihm was anderes sagen….

U: Das kannst du jetzt tun!

Statt einer Antwort sehe ich wieder die Finger die auf dem Tischtuch Kreise malen.
Ruhig und langsam, die Zeit zieht sich hin.
Aber ich spüre keine Ruhe, eher unterdrückte Energie…
Wobei ich nicht sagen kann, ob das Wut ist oder der Wunsch, aktiv zu sein…
Ein an sich halten und das schmerzhaft empfinden.
Eine Schwere ist das…
Bilder kommen, sie überschlagen sich:
Ich sehe ihn ganz jung, ein Kind noch, so vielleicht 12 oder 13…
Und er bekommt Prügel mit einem dünnen Stock oder Stab und er muckst sich nicht…
Keine Träne, kein Wehklagen…
Dann sehe ich eine Frau mit dickem Bauch, vielleicht schwanger, die trägt eine dunkle Schürze und ich habe auch hier das Gefühl von Kälte…
Es ist kein emotionales Rankommen an sie, aber eine große Sehnsucht danach…
Dann sehe ich eine dunkle Brat-Kasserolle, da sind Dampfnudeln drin, die duften köstlich…
Mein Blick geht aus einem kleinen Fenster mit Sprossen und weißen Scheibengardinen, in der Mitte geteilt und es riecht nach Dorf, nach Misthaufen, um genau zu sein und diesem Vanilleduft der Dampfnudeln.
Dann ein Auto, dunkel, sehr altmodisch, in dem Auto sitzen Offiziere…
Sie fahren an mir vorbei, Morast überall, ich steh knöcheltief in schlammiger Erde.
In der Tasche hab ich ein Bild von einer älteren Frau, ich denke: Mutter.
Es sollte ein anderes Bild darin sein, eines von einer jüngeren Frau, denke ich, aber er sagt: Nein! Das hier!
Ein anderes Bild:
Ein Mann, grob, der redet sehr laut und grob, er hat starke, gerötete, abgearbeitete Hände…
Ich habe Angst vor diesen Händen!
Ich glaube, dass sie mir fürchterlich weh am Kopf getan haben, ganz fürchterlich…
Und ich bekomme die Frau mit dem Bauch und dieser Mann ist grob zu ihr und das will ich nicht, das halte ich nicht aus!
Ich habe sehr schlimme Gefühle für den Mann, Wut, so eine Wut!
Aber ich bin ganz klein, noch…

Ich höre Hammerschläge, wie ein Hammer der auf Metall schlägt…
Und ich höre das Schnauben von Pferden, ich stehe in einem dunklen Gebäude aus Holz…
Kann das sein, dass hier Pferde beschlagen wurden?
Ich beobachte den groben Mann und das Pferd…
Und das Pferd ist sehr nervös und ich wünsche mir was ganz Verbotenes, aber das sag ich nicht.

Ein Dorffriedhof, ein Kirche dabei, ein Trauerzug, Blasmusik, schwer…
Ein heller Tag, und ich finde, das passt gar nicht, dieser Sonnenschein ist irgendwie unangebracht.

Ein Wechsel:
Jetzt plötzlich ist alles hell, eine Frau steht vor mir, klein, zierlich, jung, geblümtes Sommerkleid mit Puffärmeln…
Schick, denke ich.
So lachende Augen, dunkel, schön, fröhlich…
Ich fühle mich so sehr zu ihr hingezogen, das Haar dunkel.
Eine Liebe im Sommer, alles blüht und sie ist da und alles ist gut, ist endlich gut.

Ein Kinderwagen aus Korb und das Baby, das schreit und schreit und schreit…
Und ich kriegs doch nicht ruhig!
Meine Güte, regt mich dieses Geschrei auf, meine Güte!
Bin ich wütend, ganz verrückt kann mich das machen.
Szenenwechsel:
Schnee, viel Schnee und ein kleines Kind sitzt auf einem Schlitten, eine Pudelmütze mit Ohrenschützer auf, Stiefelchen zum Binden, dunkles Leder, eine kurze Hose und darunter eine Strumpfhose.
Keine Gefühle dazu, ich sollte welche haben, aber ich hab keine.
Keine guten und keine schlechten, einfach gar keine.
Szenenwechsel:
Eine Flasche Bier mit Bügelverschluss, auf dem Etikett etwas gelbes, ich kenne diese Marke nicht, ein dunkler Tresen, sehr dunkles Holz und ich hör mich reden, ich rede und rede und rede und ich denke, ich mache das gut, bin ein guter Unterhalter…
Aber ich fühl wieder nichts, im Grunde ist alles belanglos.
Szenenwechsel:
Eine Art Buch, so was wie eine Kladde zur Buchführung…
Soll und Haben, alles fein und in sauberer Schrift aufgeführt…
Aber es sind Fehler drin, jemand hat mit rotem Stift drin korrigiert.
Ich sehe mir das ganz neutral an, aber ich empfinde nichts dabei.

Szenenwechsel:
Ein Globus und er dreht ihn und zeigt auf Australien, dann auf Amerika, dann auf Südafrika.

J: Nichts als Träume, immer nur Träume!

Szenenwechsel:
Ich schaue auf Frauenbeine, ein Kleid oder Rock, der knapp die Knie bedeckt…
Hausschuhe trägt sie, die hinten offen sind, mit kleinem Absatz, die machen bei jedem Schritt: „Klack“, ich hör diesem Geräusch zu und es macht mich unruhig, sehr unruhig, ich könnte in die Luft gehen…
Und ich finde diese Frau so umständlich, es dauert und dauert, bis sie den Tisch fertig gedeckt hat, aber ich geh nicht und helfe…
Ich schau nur zu und ärger mich, weil es so lange dauert.
Wieder das Gefühl gedrosselter Wut.
Szenenwechsel:
Ein altes Radio, so eines mit beleuchteter Skala und ein Junge, der eine dunkle Hose und ein kurzärmeliges, kariertes Hemd trägt, der stellt eine Musik ein, die gefällt mir gar nicht!
Das ist doch nichts!
Wieder diese Gewitterstimmung.

U: Alex, du hast mich überrascht mit diesen Bildern, ich nehme die eigentlich immer erst am Ende des Sittings an.

J: Eigentlich? (lächelt)

U: Ich würde jetzt gerne deinen Charakter beschreiben, so wie ich ihn empfinde?

J: Meinst du, ein Bub kennt den Charakter seines Vaters?

U: Doch, ich glaub schon…

J: Das liegt am Vater, wie viel er mitteilt. Ich glaub nicht, ich glaub nicht, dass Holger mich kennt. Er sucht nach mir, weil er mich nicht kennt.

U: Möchtest du nicht, dass ich beschreibe, wie ich dich empfinde?

J: Nein.

U: Warum nicht?

J: Weil es sinnlos wäre, es geht mir um etwas anderes.

U: Gut, dann sag mir, was du deinem Sohn sagen willst.

J: Ja. Ich war ein gebrochener Mann! Ich war längst nicht mehr ich. Gebrochen wurde ich schon als Kind.

Da war nichts, was mich hätte heilen können. Ich war in meiner Würde gebrochen. Meine Mutter ist der Schlüssel zu allem.

Ich habe sie so geliebt…
Ich wollte sie immer beschützen, niemand sollte ihr wehtun, niemand!
Aber ich war zu klein dazu.

Die Mütter sind der Schlüssel!
Nicht nur bei mir, bei allen Männern in einer langen Reihe:

Die Mutter, die vom Sohn beschützt werden muss und dann das Versagen!
Eine viel zu schwere Last für Kinder!
Viel zu schwer, aber sie wird von einem zum anderen weitergegeben.

Ich will, dass du das unbedingt verstehst!
Du sollst verstehen, was ich da sage!

Die Mutter, später die Frau…
Wir wollen beschützen und müssen doch versagen!

U: Ihr wolltet in eurer Sippe die Beschützer eurer Mütter sein?

J: Die Beschützer und Retter.

U: Aber es ist euch über Generationen nicht gelungen?

J: Ja, sei 4 Generationen nicht.

U: Was war da?
Was ist das für eine Ahnenlast?

J: Der Erste hat den Tod seiner Frau verursacht!

U: Absichtlich?

J: Nein!

U: Aber dann ist es doch keine Last!

J: Doch, er hat es sich so ausgelegt und er hat diesen Anspruch übertragen:
Von einem Vater zum nächsten Sohn…

Eine gute Frau ist immer eine Frau, die in Gefahr ist und du musst sie beschützen und du musst daran scheitern…
Das ist das Gesetz der Männer!

U: Auch bei Holger?

J: Ja, auch bei ihm.
Er ist klug genug, um es zu verstehen, wieso zweifelst du?

U: Das tue ich manchmal!

J: Ich habe versucht, wenig zu fühlen, das war Unsinn, es geht nicht.
Ich habe versucht, die Gefühle durch Gedanken zu ersetzen…
Es geht nicht!
Ich habe mich im Tiefsten als Versager gesehen!
Es wäre besser gewesen, wenn ich darüber geredet hätte.
Es war immer eine höhere Macht, die uns als Beschützer unserer Mütter und Frauen ohnmächtig gemacht hat.

Aber es muss so nicht weitergehen!

U: Wie kann er es ändern?

J: Er kann seinen Vorvätern danken!
Sie haben viel gelitten unter ihrer Angst, als Beschützer zu versagen…
Unter ihren Selbstvorwürfen und Schuldzuweisungen…

Er soll ihnen danken, aber er soll sagen, dass er diese Aufgabe nicht mehr weiter annimmt! Das steht im frei, er kann sich davon distanzieren.

Söhne sind nicht die Beschützer ihrer Mütter, sie sind ihre Schutzbefohlenen!
Und Männer sind nicht die Beschützer ihrer Frauen, sie sind ihre Begleiter!

Man muss sich gegenseitig schützen und stützen!
Frauen sind nicht so schwach und hilflos, sie haben nur eine andere Art, sich zu wehren.
Sie in ihrer Art!
Das zu tun, das ist unsere Aufgabe!
So wie es ihre ist, uns zu unterstützen in unserer Art der Abwehr.
Aber wir sind nicht dazu da, ihnen ihre Abwehr abzunehmen!

Räum mit deinen Urteilen auf, ich bitte dich!

Ich bin müde, in dieser Erscheinung aufzutreten, darf ich es ändern, Uta?

U: Ja natürlich.

Er verändert sich sehr, er wird eine Energie Gestalt:
Hell, klar, grün und gelb und voller Enthusiasmus, sehr, sehr aktiv und plötzlich sehr fröhlich!

J: Danke, ich bin wirklich nicht mehr gerne in dieser Form!

U: Das verstehe ich und dein Sohn sicher auch.

U: Alex, der Holger möchte dir etwas ausrichten, das ich so, wie er es geschrieben hat nicht verstehe: „die Liebe gewinnt immer, nur wer liebt verliert.“

J: Ah, na, nein:

„Wer liebt gewinnt, wer nicht liebt, verliert.“
Das ist es doch.

Aber wer Angst hat, zu versagen, der wird ja nicht richtig lieben wollen!
Der will verhindern, dass die Frau ihn so sehr liebt, dass sie verliert.
Darum geht es!!!

Wir sind nicht dazu da, zu verhindern, dass die Frau verliert, wenn sie uns liebt!

Ich hab das versucht:
Schau mich nicht so wohlwollend an, Frau, denn du wirst verlieren, wenn du das tust…
Und ich darf nicht schuld daran sein, wenn du in deinen Erwartungen in mich so schwer enttäuscht wirst.
Ich bin dein Beschützer und ich muss dich davor schützen, mich zu sehr zu lieben!

U: Oh, jetzt verstehe, ich was du meinst!

J: Ja, es ist einfacher, wenn ich nicht in der alten Form sein muss!

U: Klar, gibt es noch etwas, was du Holger sagen willst?

J: Na, nur das ich noch lang nicht komm, um ihn abzuholen, noch lang nicht!
Und das ich ihn lieb hab!
Weiß er eigentlich, wie sehr wir verbunden sind?

U: Du meinst karmisch?

J: Ja.

U: Nein.

J: Du warst sehr wichtig für mich und zwar lange über meinen Tod hinaus, sehr lange!
Ich habe mich selbst erst durch dich verstanden.
Ich möchte mich dafür sehr bedanken, sehr sogar!

Die wichtigsten Erkenntnisse meiner Seele habe ich durch dich NACH meinem Tod gehabt.

U: Das wird ihn freuen, Alex. Gibt es sonst noch etwas?

J: Nicht in die Fremde gehen Holger, geh nicht in die Fremde.

U: Ist das eine aktuelle Bitte?

J: Das ist eine generelle Bitte an ihn.

U: Schön, ich richte es aus und damit möchte ich mich von dir verabschieden.

J: Ja, ist gut.
Sag ihm:
Wenn er gehen will, dann in die Berge!

Servus, Uta, du machst eine harte Arbeit.