Wert

Wir sind aus der Seelenfamilie der Bewahrer.

Verstorbenenkontakt
Wir sind aus der Seelenfamilie der Bewahrer.

Bewahrer sind immer in Versuchung, Dinge erhalten zu wollen,
die sich überlebt haben, das ist ihre größte Hürde.

Als wir Störtebekers Kameraden wurden,
wollten wir um JEDEN Preis unsere finanzielle Freiheit bewahren.

Das Gute an Bewahrern ist, dass sie sich für das einsetzen,
was die Basis des Lebens in der Welt ist:

Sie schützen und bauen auf und sie helfen vor den Kräften,
die das, was gut ist, heimlich zerstören wollen.

Wir sind ganz eng mit den Kämpfern
und auch mit den Heilern zusammen.

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit Inge zu verbinden.
Ihre Tochter Sabine bittet um diesen Kontakt.

Gerade im Augenblick, in dem ich den Kontakt aufnehme,
scheint zum ersten Mal an diesem dunklen Dezembertag
die Sonne durch die dichte Wolkendecke.
Wie ein Scheinwerfer lässt sie die Weiden und Bäume
vor meinem Fenster erstrahlen…

U: Das warst jetzt du, Inge, oder?

Inge: Ich reiß, wenn´s sein muss, auch mal den Himmel für euch auf,
aber an der Großwetterlage kann ich nichts ändern.
Guck mal, das ist für Sabine.

(Sie legt mir eine kleine Stoffpuppe hin.
Ganz einfach gemacht wie eine Handarbeit,
gelbe, geflochtene Haare und viel rot in der Kleidung…

Inge steht vor meinem Fenster, die Arme vor der Brust verschränkt,
sie lächelt…)

Ich würde am Liebsten über den Weihnachtsmarkt mit ihr,
aber bei dem Wetter?
Das Kind soll sich ja nicht erkälten!

Kennst du diese Bonbons?
(Sie gibt mir die Erinnerung an den Duft,
der von Kräuterbonbon-Buden ausgeht.)

Ja, das Leben kann auch schön sein, ist nicht alles immer nur schwer…
Es tut mir so leid,
dass ich ihr diese Neigung zur Melancholie mitgegeben habe.
Aber wir sind so:
Einerseits können wir uns über „Budenzauber“ freuen wie Kinder.
Andererseits kannst du uns mit miesem Wetter
den letzten Rest Lebensfreude rauben.
Was willst du machen?

U: Wir geben eben viel weiter, Inge: Gutes und Schweres…

I: Ja, ich weiß, aber ich steh da nicht drüber, du?

U: Nein, Mütter eben. Das ändert sich auch im Tod nicht?

I: Ach, Pustekuchen! (Lacht.)
Wollen wir mal loslegen?

U: Einverstanden…

I: Kann ich auch mal eine rauchen?
(Greift nach Zigaretten.)

U: Duuuuuuuuuuuuu?!

I. lächelt:
Stell ich mir jetzt gemütlich vor.
Auf die Gesundheit brauch ich ja keine Rücksicht mehr nehmen.
Na gut, dann mach mal jetzt!

U: Sabine fragt: Ist es richtig, dass du oft bei mir bist?
Gehörst du jetzt sozusagen zu meinem Team?

I: Na ja, also erstmal: Schön, dass du dich mal wieder bei mir meldest.
Komm, wir wollen das Ganze jetzt mal zusammen versuchen.
Ich weiß nicht, ob du das alles verstehst.

Team: So kann man das eigentlich nicht sagen.
Ich bin deine Mutter, kein Guide.
Die sind… hm, tja… eine andere Klasse (Liga).

Also, das ist nicht so einfach jetzt.
Als Mutter, da hab ich IMMER nur ein Anliegen:
Ich will, dass es dir gut geht!

Deine Guides auch, ja doch, schon, aber die sehen manches anders.
Also, ich erklär das jetzt mal so:
Deine Guides, die haben dich nicht vor dem Schock,
dass ich sterbe, bewahrt, die wussten, da musst du einfach durch.
Weil sie wussten: Ich hätte eine andere Variante nicht
– ohne Schaden an meiner Seele zu nehmen – ausgehalten.

Ich und große Abschiedsszenen, kannst du dir so was vorstellen?!
Na ja, aber die wussten auch, dass dich der Schock aufrüttelt,
dass du anfangen wirst, die richtigen Fragen zu stellen…

Für dich war das also ein Schock!

Wenn ich da was zu sagen gehabt hätte, hätte ich gesagt.
Das gibt’s nicht!
Das tu ich keinem an, egal, wie es mir geht!
Das tu ich doch keinem an!

Na ja, ich bin eben deine Mutter!
Versteh das nicht falsch: Ich bin nicht lieber als die, aber ich…

Ne, ich kann nicht so „denken“.
Das ist eine Klasse für sich, die haben nicht nur Sabine im Blick.
Sondern auch die Menschen, mit denen du zu tun hast.
Und dann haben sie noch das,
was die gesamte Entwicklung deiner Seele angeht, im Auge.

Jede Inkarnation!
UND die wissen GANZ GENAU, wie du einmal sein wirst,
wenn du alle Inkarnationen hinter dir hast.
Die wissen, dass sie dir den Weg dahin so leicht
und schnell ermöglichen sollen, wie es nur geht.

Das unterschätzt ihr alle, da ist wirklich Druck da: Zeitdruck.
Also nicht in Jahren, aber was das Ziel angeht.
Du siehst doch, was für ein Quatsch überall läuft.


Stell dir doch mal vor:
Das geht mit der Menschheit noch dreihundert Jahre lang so weiter!
Das ist ja nicht viel!
Das sind so ungefähr vier, höchstens fünf Inkarnations-Möglichkeiten.
Die haben nicht nur euch im Blick!
Die MÜSSEN alles Leben auf der Erde im Blick haben!

Und da langen die auch mal richtig zu!
Da werdet ihr mit Sachen konfrontiert:
Die fordern euch so heraus, dass ihr denkt, daran werde ich jetzt verrückt! Damit ihr euch BEWEGT!

Du hast gedacht, du wirst wahnsinnig,
als ich einfach so dann doch tot war, ja.
Aber bist du eben nicht, du bist erwachsen geworden auch als Seele.

Aber ich bin nicht dein Guide!
Ich bin und bleibe deine Mami und will, dass es dir gut geht!
Na ja, ich weiß schon:
Jetzt fragst du dich, ob wir uns manchmal in die Haare kriegen.
Die Antwort ist: ja!
Ja, weil mir deine Sicherheit wichtiger ist als alles andere!
Weil: Meine Liebe, die ist eben nur auf dich gerichtet.

Das große Ganze, das müssen deine Guides im Auge haben, ich nicht.

Sabine, das ist nicht nur bei mir so!
Fast alle Menschen haben Vorfahren, die so zu ihnen stehen.
Das hat seinen guten Grund!
Dadurch kommen die Guides nicht in Versuchung,
von euch Entwicklungen zu verlangen,
die ein Mensch eurer Zeit kaum tragen kann.

Wir Verwandten, wir mildern das oft, das ist wichtig!
Die Guides nehmen uns ernst, die wissen genau:
Wir haben da noch den irdischen Bezug und das ist auch gut so.

Sie müssen sich den oft angestrengt wieder bewusst machen.
Wir Mütter und Väter, Omis und Opas, wir tun uns da leichter.
Man könnte sagen, wir sind Berater, aber ohne Vetorecht.

Also, besser kann ich das jetzt auch nicht erklären.

Sabine, du hast viel für mich getan und dafür bin ich dir sehr dankbar.
Du hast überhaupt viel für die Frauenseelen in der Familie getan.
Ich will, dass du weißt, dass wir zu dir stehen.
Wir sind sozusagen die, die fürs Praktische
in der Inkarnation zuständig sind.

Wenn euch zum Beispiel einfällt:
Wie ihr billig an Winterreifen kommen könnt,
so einfach aus dem Nichts heraus,
dann hat wahrscheinlich der Opa die Hand im Spiel oder der Papa,
verstehst du?

Wenn dir plötzlich einfällt, was du mit deinen Möbeln machen sollst
oder wie du Gäste bewirtest,
ohne dabei in den absoluten Stress zu kommen…
Ja, das mach ich doch gerne!

Dafür sind wir da!
Aber die ganz großen Entwicklungen, ne, das sind eure Guides.

U: Darf ich dich auch was fragen, Inge?
(Sie nickt.)

Wenn ihr so bei uns seid, ihr, unsere Vorfahren:
Macht ihr das aus eurem Gesamtbewusstsein heraus
oder seid ihr dann in euren Teil-Bewusstsein?
Also du als Inge oder meine Mutter als Leni?

I: Als Teil-Bewusstsein, anders geht das nicht.
Wenn du in dem großen Bewusstsein bist,
dann verlieren die Beziehungen der einzelnen Leben an Bedeutung.
Wir gehen da raus, verstehst du?
Wir spalten den Teil wieder ab, um uns denen zu widmen,
die noch in der Inkarnation sind und die wir da noch lieben.

Ich weiß schon, die nächste Frage ist:
Machen die Guides das auch? Die Antwort ist Nein.

U: Ist das der Grund,
warum viele Religionen die Ehrung 
der verstorbenen Vorfahren empfehlen?

I: Ja, es stimmt!
Wir können in den kleinen alltäglichen Dingen
eure Interessen im Jenseits vertreten!

Es ist eigentlich blöd, dass keiner das mehr weiß.

U: Danke, jetzt verstehe ich einige Zusammenhänge besser.
Sabine fragt, wie du jetzt deine Krankheit und deinen Tod siehst?

I: Na ja, so, wie das Ganze dich aufgeweckt hat. Mich auch…
Du weißt doch noch:
Ich hab immer auf Sicherheit gesetzt, bloß nichts riskieren.
Und damit hab ich mich mit zu wenig zu schnell zufriedengegeben.

Ich hab das nicht besser gewusst.

Dass ich dann so früh gehen musste und dass es so weh getan hat,
euch so zurückzulassen, das hat mich verändert.
Ich hab erst langsam verstanden, worum es eigentlich ging:
Ich wollte nie irgendwem schaden, schon gar nicht euch!

Aber das geht nicht!
Manchmal muss man das tun:
Anderen wehtun, damit man sich selbst nicht verliert.

Es ist ja so eine Sache:
Ich bin mir ja so einiges an Wünschen schuldig geblieben!
Besonders was Beziehungen angeht.
Da hab ich zu schnell resigniert und gedacht:
Na ja, das ist eben anständig so.
Das ist fair…

Aber ich hab auch gesagt, als ich mein Leben geplant habe:
Na ja gut, aber dann soll das nicht zu lange dauern …


Siehst du? Und da war ich ÜBERHAUPT nicht fair!
Das wusste ich nur nicht, das weiß ich erst jetzt.
Ich hab gedacht, es ist richtig,
am Besten alles mit sich selbst auszumachen.
Da hab ich auch gedacht, das ist fair.

Wir wissen beide, dass ich damit nicht fair zu dir war!
Ich hab dir doch nicht mal die Chance gegeben,
mit mir um meinen Lebenswillen zu kämpfen!

Ich wollte keinen belasten, dachte, es reicht auch so schon.

Was glaubst du, wie ich mir manchmal selbst auf die Nerven gegangen bin! Wenn ich mit dir darüber geredet hätte,
dann hättest du meinen Kampf aber miterlebt
und dann hättest du verstanden, dass ich zu recht müde werde.

Ich hätte dich vielleicht für den Moment überfordert,
aber insgesamt wäre es besser für dich gewesen.

Sabine, ich musste das aber so erleben,
sonst wäre ich nicht besonders gewachsen – also als Seele –
ansonsten war ich ja groß genug (lächelt).

Tja, das ist so: Hier stellen sich so manche Dinge auf den Kopf.
Du glaubst, du weißt, was gut und richtig ist und dann lernst du:
Da liegst du gar nicht richtig,
da hast du noch längst nicht gründlich genug nachgedacht.

Weißt du, Sabine, die schlimmsten Fehler in unserem Leben,
die wir machen, die sehen gut aus.
Da kommst du gar nicht drauf, dass du da was falsch machen könntest!

Das ist ja auch klar: Wer will schon absichtlich Fehler machen?
Die meisten meinen es gut und machen´s trotzdem falsch.

Ja, kennst du ja: Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Und die Inkarnationen, das sind wirklich Lehrjahre!

Ich bereue nicht, dass ich bis zuletzt gekämpft habe,
darauf bin ich sogar stolz.

Aber dass ich so getan habe, als ob es keinen Kampf gibt,
der der Rede wert ist, das war euch gegenüber nicht fair.

Wenn es noch mal so was gäbe, ich würde wieder jede Karte ausreizen.
Aber ich würde dann auch zugeben,
dass ich Angst habe und dass ich kaum noch kann.

Du warst so stark und du hattest die Kraft in dir, mir Mut zu machen
oder auch mal auszuhalten, wenn ich keine mehr hatte!


Tja, und was ist?

Du denkst immer noch darüber nach,
ob du mir nicht mehr hättest geben können.

Die Antwort ist: Ja, WENN ich es zugelassen hätte!
Du, ich will jetzt nicht auf die Anderen eingehen.
Lass uns das klären, was uns beide angeht.

U: Sabine möchte wissen:
Welche gemeinsamen Inkarnationen ihr miteinander hattet
und in welchen Rollen?

I: Das sind aber viele!
Ich weiß nicht, ob ich die jetzt alle erklären kann.
Uta, geht das?

U: Ne, das wird zu viel!
Such dir eine aus, die jetzt wichtig für Sabine ist.

I: Na ja, gut.
Da waren wir beide Männer, na ja, soll ich die jetzt wirklich nehmen?
Wie sieht das denn aus?

U: Ist das denn wichtig, wie das aussieht?

I: Ne, eigentlich nicht.
Sabine, da waren wir Piraten, so richtige Seeräuber.

Frag nicht wieso, das war keine Abenteuerlust, das war Not!
Und wir zwei gehörten zu denen,
die sich nicht einfach so unterkriegen lassen wollten.

Damals warst du mein jüngerer Bruder.
Wir hatten ein kleines Geschäft in einer Hansestadt.
Damals war das glaube ich Dänemark, heute ist das Deutschland,
das weiß ich jetzt aber nicht so genau.


Jedenfalls kriegten wir einfach keinen Fuß mehr in die guten Geschäfte. 
Das machten die miteinander aus, die Mitglied der Hanse waren
und das waren wir nicht.

Damit wir überhaupt handeln durften, mussten wir denen – der Hanse – immer größere Anteile unseres Gewinns abgeben.

Sabine, wir haben richtig gehungert…

Na ja, und dann habe ich wen kennengelernt, der wen kannte
– du weißt schon – wir sind schließlich beim Störtebeker gelandet.

Das ist kein Witz!

Du warst viel jünger als ich und ich fühlte für dich eher wie ein Vater
und du für mich auch.
Mit unserem gemeinsamen Vater, da war nicht mehr viel los,
der war einfach dauernd nur traurig.

Damals hatte meine Seele noch keine Angst vor Abenteuer und Risiken
und ich hatte auch wirklich gar keine Sorge, nicht fair zu sein.
Ausgenommen, was dich und meine Frau und Kinder anging.
Und ich hatte auch überhaupt keine Angst vor meiner eigenen Wut.


Wir sind dann jahrelang mit Störtebeker gesegelt bis zum bitteren Ende.

Sabine, weißt du, was ich mir damals versprochen habe?
Dass ich dich nie wieder dafür bezahlen lassen will, dass du mir vertraust!

Ja, so ist das mit uns eigentlich immer gewesen:
Wir haben uns zu unseren nächsten Entwicklungsschritten gebracht,
wenn wir zusammen inkarniert sind, ging es immer um so was.
Warum willst du das überhaupt wissen?
Ist doch eigentlich klar: Wir treffen uns aus Vertrauen immer, Sabine.

Sabine, als ich mit dir schwanger war, da war das komisch.
Das war so ein Gefühl, als ob ich bald jemanden treffe,
auf den ich lange gewartet habe.
Und das war auch so; Ich hab dich einfach erkannt, erinnerst du dich?
Wir waren wie alte Freunde so innen.
Außen musste ja immer alles seine Ordnung haben,
aber es hat sich immer so angefühlt, bei mir auch.

Ich wollte nur, dass du das weißt!

U: Sabine möchte gerne wissen, warum ihr euch entschieden habt,
als Mutter und Tochter zu inkarnieren?

I: Ich wollte lernen, dass ich nicht unfair bin,
wenn ich mich auch wichtig nehme.
Weißt du noch, wie oft du mir versucht hast, das beizubringen?
Erinnerst du dich?
Aber ich konnte das nicht an mich ran lassen, es ging einfach nicht.

Wenn du was gefragt hast, war immer alles soweit in Ordnung…

Sabine, es ist für dich vielleicht schwer zu verstehen:
Aber am meisten hab ich von dir durch mein Sterben gelernt und danach!
Das war alles nicht sinnlos!

Und du, du wolltest raus aus meiner Welt, Flügel kriegen.
Und ich war da die Mutter, die du gebraucht hast.
Ich will immer noch, dass du fliegst, dass du dich traust,
über Grenzen zu gehen, die ich nie angerührt hätte.

Du hast mich oft als traurig gespürt und du hast recht gehabt!
Egal, was ich gesagt habe.
Ein schlechtes Beispiel, eine Frau zu sein,
ist auch ein Beispiel: ein warnendes.

Das haben wir alles so nicht vor unserer Inkarnation gewusst,
unsere Guides wussten das.
Wir haben uns einfach zusammengetan, weil wir uns lieb haben.

U: Deine Tochter möchte wissen,
wie du die Beziehung zu Papi inzwischen siehst.
Warum habt ihr beide (bzw. wir drei) in diesen Rollen inkarniert.

I: Na ja, das weiß ich jetzt nicht, ob ich darüber reden sollte.
Das geht ja nicht nur mich was an.
Papi und ich waren ja auch mal jung und wir hatten auch unsere Träume!
Aber wir haben uns nichts getraut!
Verstehst du?
Ich meine, auch als Paar nichts.
Wir waren immer bemüht, nie aus der Rolle zu fallen, NIRGENDS.

Da darfst du wirklich fragen: Und wo bleibt da der Spaß?
Ja, der war weg: Pflicht, alles wurde Pflicht.
Ist ja heute noch so.

Du wolltest uns helfen, aus unserem Schneckenhaus zu kommen,
Sabine, aber das geht ja nicht.

Ich hab hier so viel gelernt von dir.
Es tut mir so leid, dass ich das posthum sagen muss, Sabine.
A
ber du kannst auch was lernen:
Dass du Menschen nicht zur Einsicht bringen kannst.

Das hilft nichts!
Sie brauchen die Erfahrung und die kannst du gar keinem abnehmen!
Egal, wie sehr du sie lieb hast.

Das ärgert dich jetzt, ist aber wahr.

U: Sabine möchte wissen, welcher Seelenfamilie ihr drei angehört?

I: Das sind die Bewahrer, Sabine.
Bewahrer sind immer in Versuchung, Dinge erhalten zu wollen,
die sich überlebt haben, das ist ihre größte Hürde.

Als wir Störtebekers Kameraden wurden,
wollten wir um JEDEN Preis unsere finanzielle Freiheit bewahren.

Das Gute an Bewahrern ist, dass sie sich für das einsetzen,
was die Basis des Lebens in der Welt ist:
Sie schützen und bauen auf und sie helfen vor den Kräften,
die das, was Gut ist, heimlich zerstören wollen.

Wir sind ganz eng mit den Kämpfern und auch mit den Heilern zusammen.

Sabine, wir sind jetzt sehr gefragt und werden es immer mehr sein!
Du bist viel weiter in deiner Entwicklung als wir!
Ich bin sehr stolz auf dich.

U: Deine Tochter möchte wissen,
warum sie immer diese Träume von dir hat,
in denen sie ein schlechtes Gewissen hat dir gegenüber?
Im Wachbewusstsein hätte sie gar keinen Grund dazu!

U: Das bin gar nicht ich, Sabine, das ist deine Mütterlichkeit.
Der gegenüber hast du ein schlechtes Gewissen.

Och, Sabine, mir tut das so leid!
Weil ich weiß, daran trage ich meinen Anteil!
Andererseits: Ja, Mensch,
ich hab ja auch nichts Vernünftigeres an Frauen-Vorbildern gehabt!

Sabine, das mit der Mütterlichkeit, das ist so eine Sache,
da haben die Bewahrer sich nicht schnell genug entwickelt,
da wird noch viel in Ordnung gebracht werden müssen.

Ich nehme an, da werden wir Zwei auf jeden Fall stark beteiligt sein.

Weißt du, mein Weg ist:
So ganz diejenige zu werden, die das macht, was andere von ihr brauchen.
Das ist nichts, was bewahrt werden darf!

Aber das Gegenteil – gar nicht mehr mütterlich sein – das ist auch verkehrt.

Mehr kann ich dir nicht dazu sagen.
Ich versteh nicht alles, was du an Aufgaben haben wirst.
Da werden mir Grenzen gesetzt.
Aber vielleicht bringt es dich auf Ideen deiner Guides mit dir.

Ich weiß nur eines:
In dir steckt das Zeug zu einer sehr guten, mütterlichen Frau.

Ich meine damit mehr als Kinder in die Welt setzen.
Ich meine damit, Andere fördern und dafür sorgen, dass etwas,
das klein, aber gut ist, wachsen kann.

U: Sabine fragt, was du von ihrem Buchprojekt hältst?

I: Ja, das kannst du ja mal machen, hätte ich früher gesagt.
Jetzt sag ich:
Mach deine Erfahrungen, riskiere was, aber bleib auf dem Teppich.

U: Möchtest du Sabine noch was auf den Weg geben?

I: Ja, Sabine, fürchte dich nie davor, deine Gefühle auch zu zeigen!
Ich wollte immer ein aufrichtiger Mensch sein,
aber ich habe dabei nur das nach außen gelassen,
was ich mir selbst erlaubt habe.

Und deshalb bin ich gar nicht so aufrichtig gewesen, wie ich immer dachte.
Ich hab mir viel zu oft selbst was vorgemacht
und es euch in die Schuhe geschoben.
Ich hab mich nicht getraut, aber gesagt hab ich gern:
Das geht nicht, weil die Oma da ist, weil ihr da seid…

In Wirklichkeit wollte ich immer, immer nur sichergehen.
Wer immer sichergehen will, der geht gar nicht.
Der kann nur stehen bleiben.

Du bist stärker als ich, Sabine, du bist weiter.
Es macht gar nichts, wenn man hinfällt, dann steht man wieder auf!

Ich wollte nie, nie was verlieren!
Und ich hab alles verloren.
Nichts verlieren können, heißt nur eins:
Beide Hände zu voll mit altem Kram zu haben,
um nach Neuem und vielleicht Besserem greifen zu können.

Als ich hier hergekommen bin, hab ich manchmal gedacht:
Ja, und wozu hast du nun gelebt?
Soviel Anstrengung für so wenig Erfahrungen mit dir selbst?

Ich mach das so nicht noch mal!

Sabine, ich will, dass du eins ganz sicher weißt:
Ich liebe dich soooooooooooo.

Und daran ändert sich gar nichts!
Du warst immer der Mensch in meinem Leben,
der ein bisschen Sonne durch meine Wolken geschickt hat.
Darüber freu ich mich heute noch.

Hab jetzt weniger Angst, Sabine!
Es ist gar nicht schlimm, Fehler zu machen!
Schlimm ist nur, wenn man daraus nichts lernt.

So, jetzt ist aber gut.
Jetzt könnten wir einfach sagen:

Tschüss, mach es gut und pass gut auf dich auf!

U: Inge lächelt, sie legt mir ein Büchlein hin.
Das ist der Kalender einer Volkshochschule.
Ich will sie noch fragen, was das soll.
Aber sie lächelt nur und winkt und sagt:
Gut, dass ich so ein Wetter nicht mehr erleben muss!

Und geht in die regenreiche Nacht draußen.