Irgendwann ist das Leben so schön wie das Jenseits.

 Irgendwann sind wir Menschen alle so,
dass die Erde so gut ist
wie das Jenseits, der Himmel.

Daran arbeiten wir alle! 
Weißt du das?

Das ist es, warum wir immer wieder kommen!

Ich lerne nur deshalb so viel,
weil ich das so sehr will.

Ich will keine Kinder mehr aus Angst weinen sehen.

Verstorbenenkontakt

Ich bitte meinen Schutzengel, mich mit Konrad zu verbinden.
Seine Mutter Anna bittet um diesen Kontakt.


Konrad kommt zögernd zu mir, vorsichtig öffnet er erst die Tür,
schaut dann mit dem Kopf herein, lächelt:

K: Geht’s jetzt? Fangen wir an?

U: Ja, komm, schön, dass du da bist!

Er ist schlicht gekleidet, eine Jeans ein schwarzes Sweatshirt,
die Ärmel etwas hoch geschoben.
Er trägt da irgendwas ums Handgelenk.
Keine Uhr, eine Art Band, ich sehe es nicht deutlich.
Irgendwas ist da auf dem Unterarm, aber ich sehe das zu unscharf.

Ihn interessiert das gar nicht, er schaut sich erstmal bei mir um:
die Bücher, die Möbel…

K: Und wo hörst du Musik?

U: Ach, eher in einem anderen Raum.
Hast du Musik gern gehabt?

Statt einer Antwort zeigt er mir ein sehr kompaktes Gerät
in Silber mit Lautsprecherboxen rechts und links…

Konrad scheint in mir eine passende Musik zu suchen.
Das wird aber nichts, hört sich eher an, als würde eine Band üben
und die Mitglieder sind sich noch nicht einig, was gespielt werden soll…

U: Tut mir leid, ich hab anscheinend die falsche Musik im Kopf…

K. lacht, ein strahlendes und mitreißendes Lächeln:
„He, du denkst zu viel!“

Jetzt steht er auf und zeigt mir seinen Bauch, ich weiß nicht, was das soll.

K: Ich dachte doch, es sind Bauchschmerzen…

U: Ja, du warst ganz schön schlecht drauf,
als ich dich das letzte Mal gesehen habe.
Es scheint dir jetzt besser zu gehen?

K: klar! Sag meiner Mama, es ist alles in Ordnung!
Mir geht’s super, ich hab nichts, was ich vermissen würde, alles gut!

U: Ja, das mach ich, Konrad.

K: Hast du was dagegen, wenn ich uns Musik anmache?

U: Ne…

Im Hintergrund hör ich jetzt einen Song, den ich nicht namentlich kenne, aber in Zusammenhang mit einer Barcadi Rum Werbung bringe…

K: Ja, ich dachte, wir entspannen uns mal.
Möchtest du gebrannte Mandeln?

U: Hättest du welche?

K: Wenn ich noch leben würde und Weihnachtsmarkt wäre, ja.
Aber die Dinger sind gefährlich für Zähne!

Er lächelt wieder…

Dann wird er ernst: Mama macht sich zu viele Gedanken über uns.
Sie versucht, das auszuhalten!
Aber die Gedanken holen sie immer wieder ein.
Sie hört einfach nicht auf, zu überlegen, ob sie was falsch gemacht hat.

Kannst du ihr nicht sagen, dass so was Quatsch ist?

U: Ich denke, das haben ihr Andere auch gesagt, oder?

K: Na ja, aber die verstehen nichts vom Tod.

U: Verstehst du deinen Tod?

K: Hm (nickt ernst… sucht lange nach Worten).
Ich hätte was drum gegeben, wenn ich das Leben verstanden hätte.
Der Tod, was für ´n Tod?
Bin ich tot?

(Breitet bei diesen Worten die Arme weit auseinander
und strahlt mich an…)

U: Nein, nein!

K: Das Leben zu verstehen, das finde ich echt schwieriger.
Warum leiden wir so?
Ich versuch´s zu verstehen, aber das klappt immer noch nicht.
Ich finde, das wäre die größte Sache der Welt,
wenn wir wenigstens verstehen könnten, warum wir leiden, oder?

U: Es gibt viele, die versucht haben, uns das zu erklären…

K: Tja, aber ob wir das so akzeptieren können?
Hast du ein Lieblings-Buch?

U: Hm…

K: Ne, okay.
Dann: Welche Romanfigur würdest du am Liebsten sein?

U: Oh, gar keine, ich glaub, ich bin am Liebsten ich…

K: puh, guuuuuuut! Dann leidest du nicht viel!
Ich glaube, ich würde Peter Pan wählen…

U: Heißt das dann, dass du noch leidest?

K: Das heißt, dass es mich vorm Alt werden gegruselt hat.
Oder was meinst du?

Peter Pan, ja, gut.
Oder lieber Kapitän Hook?

Genauso geht eine Seele an ihre nächste Inkarnation:
Sie hat keine Ahnung, wie sich das anfühlen wird,
was sie sich da zusammenstellt.

Sie plant ihr Leben und träumt sich in eine Rolle, aber sie kennt sie nicht!

Dann KANN sie doch eigentlich gar keine Verantwortung für das tragen,
was sie da entwirft!

U: Ja, so wenig, wie du Verantwortung für deinen frühen Tod getragen hast.

K: Ja. Ich weiß nicht, wie Peter Pan sich fühlt.
Ich DENKE, das muss toll sein, aber ich weiß es erst, wenn ich es bin.

Wenn du mich fragst, ist das der Haken an der Sache:
Ich glaube, wir leiden deshalb so viel.

U: Wir sind als Seelen zu übermütig?

K: Könnte man sagen…
Aber ich glaube, wir sind zu unwissend.
Deshalb lerne ich viel.
Ich versuche, es zu verstehen.

Sag meiner Mama: Ich hab so viel erlebt hier!
Es ist wundervoll, ganz, ganz großartig hier.

Das Leid kommt nicht von hier!
Das sind wir, wenn wir versuchen, nichts zu verstehen.
Es ist schwer, das alles zu erzählen.

Aber ich weiß, sie freut sich, wenn sie hört, was ich versuche.

U: Konrad, ich würde gerne deine Persönlichkeit beschreiben.
So, wie ich sie jetzt empfinde, wenn ich das darf.

K: Hm, hm, klar!

Falls es hier so scheint, als wenn die Konversation zwischen Konrad
und mir leicht fällt, liegt das daran,
dass ich die Länge der Zwischenpausen nicht wiedergeben kann!

Konrad überlegt bei jedem neuen Satz lange,
bei jedem neuen Thema erst recht.

Und ich habe den Eindruck:
Höchstens zwanzig Prozent von dem mitzubekommen,
weil 80 Prozent tief in seinem Innersten verborgen bleiben.

Es scheint mir, als wäre er jemand,
der erst einmal alles mit sich selbst ausmachen will,
ehe er sich offenbart, kann das sein?

Das heißt nicht, dass er weltfremd wäre oder mir wortkarg vorkäme.
Er ist sogar charmant und liebenswürdig
und ich fühle mich wohl in seiner Gegenwart.

Aber mir bleibt viel verschlossen und daran kann ich gar nichts ändern.
Weder scheint der Grund Misstrauen zu sein noch Schüchternheit,
eher ein tiefes IN SICH sein.

Es fällt schwer, das zu beschreiben.

Er ist klug.
Da, wo Worte nicht beschreiben können, was er meint, verwendet er Bilder. Ich bin sicher, es lohnt, sich über deren Doppelsinnigkeit
Gedanken zu machen.

Wenn mir aber etwas unübersehbar ist an seiner Persönlichkeit,
dann seine Art, mich sanft dahin zu lenken, wohin er mich haben will.

Sanft, ruhig, besonnen und wohlwollend, so erlebe ich ihn.

Ein Weiser scheint er mir geworden,
so ganz anders als bei unserer letzten Begegnung.

Erst jetzt merke ich, wie schlecht es seiner Seele damals ging.
(Anm.: Ich musste ihn erst in das Jenseits bringen.)

Ich versuche, in seine erlebte Kindheit zu spüren
und erlebe in ihm einfach Frieden damit.
Es ist still und ruhig und warm in ihm, wenn ich in bitte,
in diesen Bereich zu gehen.

Auch hier habe ich wieder den Eindruck,
dass er irgendwo IN SICH eine ganz eigene Welt hatte,
für andere unerreichbar.

Auf seine berufliche Zeit angesprochen,
habe ich das Empfinden von sehr viel Hektik:
Ein ewiges mehr, mehr, schneller, schneller…

Und ich frage mich, wie das zusammenpasst mit dieser Seele,
die so in sich gehen kann und vielleicht muss, weil es ihr Wesenskern ist…

Und schließlich, wie ich es für gewöhnlich tue, versuche ich herauszufinden, wie ihm im Leben die Liebe vorkam.
Ich bin sehr erstaunt über die ausgesprochene Tiefe seiner Gefühle.
Das hab ich so nicht erwartet.
Das hat alles etwas so absolutes ohne Wenn und Aber…

Wenn ich das alles zusammennehme, dann frage ich mich,
ob eine Seele wie die Seine überhaupt geeignet war für die raue Welt,
zu der unsere Gesellschaft inzwischen geworden ist.


Große Seele, großes Herz in einer kalten Welt, wie geht das?

K: Na ja, nicht lange! Das ist es eben.
Ich wollte nicht verhärten.

U: Wolltest du nicht oder konntest du nicht?

K: Beides, ich sag doch: Peter Pan!

U: Ja. Warum thematisierst du das! Für deine Mutter?

K: Sie versucht, zu verstehen.
Aber sie sucht immer noch bei sich Ursachen.
Das ist falsch!

U: Sie hat schwere Verluste erlitten:
Dich, die Mutter, den Mann, da ist viel Schweres in ihrem Leben passiert.

K: Ja, aber nicht, weil sie das wegen irgendwas verdient hat!
Sie hat Angst, da könnte irgendwas sein:
Irgendwie eine Schuld, eine Sünde.

Aber das ist ÜBERHAUPT nicht wahr!
GAR NICHT!
Bitte sag ihr das, ja?

Ich bin stolz auf meine Mutter. Sie macht das großartig!

Sie ist ein Vorbild für viele, die wegen weniger zusammenbrechen.
Sie war immer meine starke Mama, sie wird es auch immer sein.
Sag ihr, ich ehre sie!

Jeder kann sagen: Ich liebe dich.
Ich liebe meine Mutter so sehr, aber ich habe auch eine Mutter,
die es mir so leicht macht, sie zu ehren!

Sie ist mir ein Vorbild, immer noch!
Ne, falsch! Sogar noch mehr als im Leben!
Sag ihr, sie bedeutet uns allen hier viel und wir sind da für sie!
Sie soll nicht denken, da würde irgendwas zwischen ihr
und einem von uns stehen.

U: Meinst du damit jetzt die beiden anderen Verstorbenen,
deren Tod sie zu beklagen hat?

K Ja, ich bin nicht der Einzige, der so viel Liebe und Dankbarkeit für sie hat!
Wenn du sie kennen lernen würdest, würdest du verstehen, was ich meine.
Sie ist eine große Frau, echt!
Du musst ihr sagen:
Mein Leben war nicht umsonst und ich bin ihr so dankbar.

Das hab ich nur ihr zu verdanken!

U: Das mach ich gern, Konrad.

K: Die denkt bestimmt, ich spinne!
Aber hier lernst du, dass schweigen keinen Sinn hat: Reden ist gut.

U: Okay. Konrad, möchtest du noch etwas zeigen?

Er nickt.
Aber statt eines Bildes höre ich das Lied von der Sesamstraße:
„Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm“.

Dann bekomme ich das Bild eines Kindergeburtstages gezeigt:
Viele Kinder sitzen da, eines trägt eine Krone, schön ist der Tisch gedeckt und eine Frau im Minikleid kommt mit einer Torte herein,
auf der Kerzen brennen.

Ein weiteres Bild:
Ein Kind, das könnte durchaus Konrad sein,
soll vor einigen Älteren entweder etwas vortragen oder vorsingen…

Aber es kommt ihm einfach kein Wort über die Lippen.
Stattdessen steigen in ihm Tränen auf.
Und dann fühle ich, dass die Hand des Kindes genommen wird.
Und eine Frau steht neben ihm und hilft, das war wie eine Befreiung.

Das Nächste scheint mir eine Schule zu sein,
es ist mir nicht wohl in meiner Haut.
Das wirkt groß und bedrohlich, da rein zu müssen.
Aber ich versuche, mir das nicht anmerken zu lassen…

Dann sehe ich ein Auto, da ist viel Ladung auf dem Dach
und innen ist es eng und heiß.
Ich versteh das nicht, finde keinen Zusammenhang
und der Begriff Aral-Tankstelle hilft mir da auch nicht weiter.

Jetzt sehe ich einen Schulraum.
Aber die darin sitzen, sind eigentlich schon etwas älter.
Der Blick fällt immer wieder auf ein Mädchen
mit einem ziemlich wirren Haarschnitt
und das hat sehr seltsame Strumpfhosen an…

Das Nächste, was ich sehe, ist eine Kirche
aus grauem Stein mit Schieferplatten gedeckter Turm.
Daneben ist ein Gebäude.
Erst denke ich, auch eine Schule, aber das ist es nicht.
Trotzdem scheint da unterrichtet zu werden.
Ich höre Kinder lärmen, an den Fenstern sind Sterne aus Buntpapier.
Ich fühle mich bei diesem Anblick ganz heiter, es ist gut so, wie es ist.

Der nächste Bildbereich ist eine Ambulanz im Krankenhaus.
Es ist sehr kalt, der Wind pfeift da durch.
Menschen rennen, aber ich fühle mich ruhig, gelassen,
wie in dem Auge eines Sturms…

Jetzt bekomme ich ein Bild, das ich nicht zu Konrad zuordnen kann:
Es ist ein Krankenzimmer, es ist fast dunkel,
nur eine kleine Nachtleuchte brennt.

Dann sehe ich einen Mann in einem Bett liegen,
die Wangen sind sehr hager, die Nase so spitz.
Ich glaube, bis eben gerade hat noch jemand auf dem Stuhl
neben dem Bett gesessen, jetzt ist der Stuhl leer, der Mann atmet schwer…

Jemand steht am Fußende des Bettes, ein männlicher Verstorbener.
Ich glaube, nicht Konrad, aber jemand, der ihm sehr ähnlich war.

Der sagt zu dem Mann im Bett: „Komm, es ist ganz leicht…“

Ich sehe auf das Turiner Grabtuch, keine Ahnung, ob das hierher gehört. Das taucht einfach auf.
Konrad sagt mir, jemand hätte mal gedacht:
Das Gesicht auf diesem Tuch sieht aus wie seins…

Er möchte, dass ich sage, dass er ihn getroffen hat.
(Ich weiß wirklich nicht, wen er meint.
Konrad versucht, das konkreter in mir dazustellen, es klappt einfach nicht. Da schwenkt er um und zeigt mir statt dessen Milky Ways,
die auf Milch schwimmen.)

Es wird mir jetzt ein Platz gezeigt:
Weite Wiese, Pappeln, groß, und ein heller, sonniger Tag,
immer wieder diese Pappeln…

Und ich spüre, dass ich Fahrrad fahre, es ist schön so in der Sonne.
Ich mach die Augen zu und nehme die Arme vom Lenkrad
und breite sie aus, es fühlt sich an wie fliegen…

Ein anderes Bild: Regenwürmer und jemand, der sie mit einer Lupe ansieht ohne weiteren Zusammenhang.

Dann wird es still, es kommt nichts mehr außer etwas,
das ganz sicher gar nicht dazugehört:
Ein Kartoffelbrei mit gebratenen Zwiebeln drauf…


Ich weiß nicht, was das soll.
Vielleicht haben Konrad und ich es auch schwer.
Draußen toben starke Sturmböen, das macht es nicht leicht,
in der Energie zu bleiben.

U: Danke, Konrad, möchtest du deiner Mama noch was sagen?

K: Ich liebe sie und ich denk gern an meine Kindheit zurück.
Sag ihr, ich hab viel mit Kindern zu tun hier.
Ich versuche, ihnen zu helfen, zu verstehen, warum sie leiden mussten.
Es gibt schlimme Dinge!
Viel schlimmer, als mit Vierzig zu sterben.

U: Woher kommen diese Kinder?

K: Zurzeit kommen viele aus Uganda und so.
Ein Sohn ist da nichts, gar nichts.
Dagegen war ich ein Prinz.

Sag ihr auch, dass ich mich mit Papa gut verstehe…
Dinge sehen hier anders aus, hier versteht man mehr auch ohne Worte.
Sie meint ja, wir sind getrennt.
Aber uns trennt gar nichts, nur der Traum, zu leben…

U: Ist Leben ein Traum, Konrad?

K: Meistens, nur nicht, wenn du ein Kind bist.

U: Konrad, da sind jetzt noch die Fragen und Grüße deiner Mutter.
Darf ich sie dir stellen?

K: Ja, gerne!

U: Deine Mutter fragt, wie es dir jetzt geht?

K: Prima!
Das hier ist – tja, ne, ich kann das gar nicht alles beschreiben,
malen könnte ich das.

Ne, warte mal, ich hab das gemalt!
Der Regenbogen:
Stell dir vor, du bist IM Regenbogen, du bist der Regenbogen.
Ja, so würde ich mich jetzt malen…

U: Sie fragt weiter, ob Oma und Papa jetzt bei dir sind.

K: Am Anfang gleich.
Aber ich bin mehr mit Papa zusammen.
Ich liebe ihn jetzt so, hier ist so vieles anders.

Oma und ich, wir treffen uns auch, aber das ist anders…
Sie bleibt eben Oma für mich und das will sie nicht mehr so gerne…

Papa kann jetzt sein, wie er ist, das ist anders.
Es gibt da nichts mehr, das ihn zurückhält!
Jetzt kehrt er wirklich sein Innerstes nach außen.

Ich hätte mir nur gewünscht, das hätten wir alle zu Lebzeiten verstanden…

U: Deine Mutter fragt, ob du auch schöpferisch tätig sein kannst?

K: Mama, ich BIN eine Schöpferseele, ich kann gar nicht anders sein!
Hier erst recht nicht.

Weißt du, was ich gern mache?
Ich geh mit den Kindern an den Ursprung der Farben und Formen.
Das heilt sie irgendwie, sie kriegen ihre Fröhlichkeit wieder.

Sie werden Rot oder sind Türkis, werden Kugeln oder wilde Blitze…
Ach, ich finde es schade, dass ihr euch das nicht vorstellen könnt.

Wusstest du, dass die meisten von uns, wenn sie so tranceartig malen,
das malen, was sie als Seelen erlebt oder gesehen haben?

Und wusstest du, dass es Seelen gibt,
die sind als Guides bei Malern und geben ihnen Botschaften durch?

U: Kennst du da Beispiele?

K: Ja, Chagall und Kaspar David Friedrich, ihr könnt den Himmel sehen.
Na ja, wenigstens kleine Teile…
Als ich noch lebte, da hab ich das manchmal gespürt, jetzt weiß ich es.

U: Kannst du mich manchmal sehen, wenn ich auf dem Friedhof bin?

K: Mama, ich geh nicht da hin, das ist zu schwer, aber ich bin oft bei dir. Sag mal, was ist jetzt mit dem Laufen, geht es besser?

U: Deine Mutter fragt, ob es im Jenseits auch einen Kindergarten gibt?

K. lacht: Na ja, so in etwa!
Es ist schwer für viele Kinder heute.
Sie wissen nicht, was mit ihnen los ist.
Sie hängen da und verstehen nicht, was das soll.

Viele denken, sie träumen.

Tot sein, das verstehen sie nicht.
Manchmal geh ich und dann spiel ich was auf der Gitarre,
da finden sie Vertrauen, klappt ganz gut.


Aber richtig schlimm ist es für meine Kinder aus Afrika.

Ach Mama, ich bin froh, dass ich ihnen helfen kann, dass sie Musik lieben. Und Farben und Formen ist oft das Einzige,
was gegen ihre Ängste und ihre Wut hilft…

„Wir lachen die Angst in Grund und Boden! Kinder an die Macht!“

U: Deine Mutter fragt, ob du sie ab und zu siehst?

K: Ja, und ich fühl dich.
Mama, es ist bald Weihnachten…

Danke, dass du an meine Kinder denkst.
Ich hab dich lieb, du bist sehr tapfer.

Und du bist schön.
Doch! Du bist schön!

Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll…
Du musst auf deine Beine aufpassen.
Mach nicht so viel.
Manchmal kannst du dich ruhig mitten drin ausruhen.
Erlaub dir das!

Ich hätte ja gerne gesagt:
Grüß alle schön von mir, aber ist besser so.

Mein Sohn wird’s bald verstehen, ich bin da und ich bin bei ihm.
Es ist gut, wenn du da vorbereitet bist!
Der sieht und fühlt mehr, als er sagt.

Mama, die vergessen mich nicht, da brauchst du keine Sorge haben.
Sie spüren mich doch im Herzen genau wie du.

Ich weiß, du bist ziemlich müde zurzeit, das ist Okay.
Du wirst es schaffen und das nächste Frühjahr kommt bestimmt.

U: Deine Mutter schreibt über Nachbarn, ihr letzter Satz ist:
Zum Glück ist es im Jenseits schöner als hier…

K: Irgendwann, Mama, wird kein Mensch mehr so was sagen.
Irgendwann ist das Leben so schön wie das Jenseits.

Daran arbeiten wir alle!
Weißt du das?
Das ist es, warum wir immer wieder kommen!
Irgendwann sind wir Menschen alle so,
dass die Erde so gut ist wie der Himmel.

Ich lerne nur deshalb so viel, weil ich das so sehr will.
Ich will keine Kinder mehr aus Angst weinen sehen.

Und deine Seele, Mama, ist wie meine.
Wenn ich könnte, würde ich dich jetzt umarmen und ganz hoch heben!

Tschüss, Mama, ich hab dich lieb!
Mit diesen Worten geht Konrad.

Was bleibt, ist ein Kinderbild mit einem Regenbogen
und ein Kind steht darunter und streckt beide Hände danach aus!