Verzichte – so gut es geht – auf Zucker!

Weißt du, dass der Mensch für den
heutigen Zucker – Konsum gar nicht geeignet ist?

Nein! Bitte KEINE Ersatzlösung!

Weder Stevia noch Honig sind die Möglichkeit,
der Zuckersucht Herr zu werden,
in die ihr schon in frühester Kindheit getrieben werdet.

Ich sage nicht: Verzichte ganz darauf.

Aber ich sage: Versuche, damit so umzugehen,
als wäre alles, was süß ist, unbezahlbar teuer.

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Engel von Anni zu verbinden.
Anni bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einer sehr schönen Landschaft:
Hügelig, sanfte, grüne Täler grenzen unmittelbar an Berge in der Ferne.

Vor mir ein sehr breiter Fluss.
Das Wasser von Erde dunkel gefärbt, fruchtbares Land anschwemmend,
wie ich aus der sehr üppigen Vegetation entnehmen kann,
die sich den Ufern anschließt.

Ich stehe etwas erhöht auf einem kleinen Berg unter einem großen Baum,
der purpurfarbene Blüten trägt und derart stark duftet,
wie ich es nie zuvor erlebt habe.

Nicht weit von mir stolziert ein Pfau, schlägt ein beeindruckend schönes Rad
mit seinem Gefieder, weiße Tauben schauen ihm gelassen zu.

Von hier sehe ich einen kleinen Tempel, halb von Bäumen verdeckt.

Von da her kommt ein junger Mann.
Sein langes, braunes Haar hinten zu einem Knoten gebunden,
bekleidet mit einem um die Hüften gebundenen Tuch und einem anderen,
das er über die Schulter geworfen hat.
In der Hand hält er einen Stab aus hellem Holz.
Er geht barfuß, was er gewohnt zu sein scheint.

Ich spüre schon vom Weiten: Dies ist der Guide.
Eine so liebevolle, aber auch starke, in sich ruhende Persönlichkeit!

Bald schon steht er vor mir.
Warme, tiefe, braune Augen, die Haut heller, als ich zuerst dachte,
die Gesichtszüge so edel wie die einer griechischen Statue.

Guide: Ich grüße dich, Wanderin!

Uta: Sei gegrüßt! Bist du der Engel von Anni?

Guide: Ja (lacht), der Name ist zu kompliziert für dich im Trancezustand?

Uta: Oh ja…

Guide: Dann nenn mich eben Amin, sie weiß es doch.
Na, Uta, wie gefällt es dir hier?

Uta: Sehr schön ist es hier, ich nehme an, wir sind in Indien?

Amin: Ja, da unten der Fluss ist der Ganges.
Hier ist er noch schmal im Vergleich zu der Breite, die er annimmt.
Dort ganz hinten am Horizont kannst du den Himalaja sehen.
Siehst du?
Hinter den kahlen Bergen da das sind keine Wolken,
es sind die schneebedeckten Gipfel.

Indien vor mehr als 3000 Jahren.

Diese Landschaft ist tief in Annis Herz verankert, wird es immer sein.
Denn hier war es, dass ihre Seele begann, sich der Entwicklung zu öffnen.
Eine ganz besondere Inkarnation also. 

Es ist nicht selbstverständlich, dass Seelen bereit sind, sich weiter zu entwickeln. Manche brauchen unendlich viel Zeit, viele Leben dazu.
Andere wollen nichts eilender erreichen. 

Das Leben aber, das zu diesem Entschluss führt, ist immer heilig.
Es gleicht dem Augenblick, in dem ein Samen, der schon lang in der Erde ruhte, sich beginnt, zu entfalten.

Eine ungeheure Energie führt dazu, eine, die so stark ist,
dass sie ganze Universen in Gang setzen kann.

Es ist der heiligste Moment überhaupt!
Der, an dem der Wille der Seele
sich mit dem Willen des Schöpfers vereint.
Nichts wisst ihr zu Lebzeiten darüber, außer es wird euch gezeigt.

Anni?
Es ist mir eine große Freude, es dir zu zeigen.

Siehst du da hinter dem kleinen Tempel, da gibt es ein weiteres Tal.
Und in dem ein kleines Dorf, nicht mehr als 50 Menschen leben dort.
Die meisten von ihnen waren mit dir damals verwandt, ja mehr noch:
Sie waren deine Nachkommen.

Und ich war auch eines deiner Enkelkinder.
Na komm, ich will sie dir zeigen: die, die du warst.

Und vielleicht gelingt es mir, dich mit einem Wissen wieder vertraut zu machen, das du in anderen Inkarnationen weniger und weniger genutzt hast,
bis es schließlich nur noch in deinem Unterbewusstsein vorhanden war.

Heute ist der Tag, an dem ich es dir ins Bewusstsein zurückbringen darf.

Amin führt mich, liebevoll auf jedes Hindernis im Weg achtend,
den Weg zum Dorf.
Es ist ein sehr einfacher Ort.
Die Häuser sind aus Lehm gebaut und mit Schilf gedeckt.
Halbnackte Kinder spielen lachend und lärmend überall.
Männer auf dem Weg zu den Feldern.
Frauen, die zusammen Korn mahlen.
Ein munteres Treiben herrscht hier.

Wir müssen durch die gesamte Länge des Ortes gehen,
bis wir schließlich an einem ganz kleinen Häuschen ankommen.
Es scheint aus nicht mehr als nur einem einzigen Raum zu bestehen.
Davor blüht ein Strauch mit ähnlichen Blüten wie die des alten Baumes.

Vor dem Haus ist ein einfaches Holzgestell, gedeckt mit Schilf.
Darunter ein Gestell – halb Bett, halb Sessel.
Und in dem liegt eine uralte Frau friedlich mit einem Lächeln
auf ihrem durch und durch faltigen Gesicht,
in der Hand der Schlafenden eine Lotosblüte.
Neben ihr sitzt ein kleines Hündchen,
als wolle es den Schlaf der Alten bewachen.

Ganz leise tritt Amin an die Frau heran
und legt ihr eine Decke über den schlafenden Körper,
nicht ohne ihr noch zärtlich einen Kuss auf das weiße Haar zu geben.
Er legt eine weitere Lotosblüte an ihre Seite und eine Süßigkeit.
Dann kommt er zu mir zurück.

Amin: Das ist sie, Amia, meine Urgroßmutter.
Und das ist Anni, meine spätere Schutzbefohlene.
Viele, viele Leben liegen zwischen diesen beiden:
gute Leben, schwere Leben.
Aber immer Leben, die einen tiefen Sinn erfüllten. 

Niemals hat Annis Seele ihre Möglichkeiten, zu wachsen, vertan.
Doch all das ist vergessen.
Anni ahnt es zwar, aber sie fürchtet es auch:
Dass ihre Seele eine ist, die die Fähigkeit besitzt, alt und weise zu sein.

Liebste Anni, ich möchte dir die Furcht davor rauben.
Denn in Wahrheit ist es schön, zu sein, wie man ist.
Amia war das jüngste Kind armer Bauern.
Eigentlich war nie vorgesehen, dass sie einmal heiratet und Kinder bekommt.
Sondern dass sie ihre Eltern bis zu deren Tod betreut und versorgt.

So war es üblich in unserer Zeit hier: Die jüngste Tochter blieb den Eltern.

Aber mein Urgroßvater war da ganz anderer Ansicht.
Amia wurde dort drüben auf er anderen Seite des Flusses geboren.
Brücken gab es nicht.
Und da der Fluss hier gefährliche Untiefen hat und unvermutete Strudel,
kam es nur äußerst selten vor,
dass die Menschen der einen Seite die auf der anderen Seite besuchten.

Doch mein Urgroßvater spürte seit seiner Kindheit eine tiefe Sehnsucht in sich, wenigstens einmal dort auf der anderen Seite des Flusses zu sein.

Neugier, Abenteuerlust und jenes unerklärliche Sehnen
trieben ihn schließlich dazu, eine Überfahrt mit einem der kleinen Boote,
die nur aus Schilf bestanden, zu wagen.

Der erste Mensch, den er erblickte, war Amia,
die in der Früh Enteneier für ihre Eltern sammeln sollte.
Ihr nennt das Ergebnis heute Liebe auf den ersten Blick.
So unerwartet es war, so umwerfend war es auch für beide!

Es kam, wie es kommen sollte:
Amia wurde von meinem Urgroßvater entführt!

Da er aber seine Pflicht nicht versäumte
und ein nicht unbeträchtliches Vermögen den Eltern von Amia hinterließ,
kam es zu keiner Verfolgung des Paares.
So wurden beide die Stammeltern dieses Dorfes hier.
Anfangs war Amia sehr verzweifelt!
So sehr sie ihren Mann liebte, so sehr schämte sie sich,
weil sie die Pflicht gegenüber ihren Eltern versäumte.

Viele, viele Jahre litt sie unter dieser inneren Zerrissenheit:
Sie liebte ihren Mann und hasste ihn gleichzeitig.
Sie war überglücklich und tief verzweifelt gleichzeitig!

Anni, dir ist natürlich klar, woher diese Zerrissenheit kam.
Aus dem tiefen Bestreben, es allen, die sie liebte, RECHT zu machen? Nein!
Aus dem Bestreben der Seele, gerecht zu sein zu allen,
die begründete Erwartungen an sie hatten. 

Das kennst du, nicht wahr?
Amia liebte doch beide: ihren Mann und ihre Eltern.
Wie nur sollte sie je ein ruhiges Herz bekommen?

Die Jahre vergingen.
Sie erfuhr, dass ihre Eltern gut alt geworden waren.
Dass sie betreut wurden und aus dem Vermögen,
das der Urgroßvater da gelassen hatte, auch so versorgt wurden,
dass ihnen nichts fehlte bis zu ihrem Tod.

Aber das beruhigte Amia nicht im Geringsten.
Immer wieder erwartete sie, dass sie für ihre Pflichtvergessenheit
den Eltern gegenüber von den Göttern bestraft würde. 

Mit jedem Glück, das sie erlebte
– sei es eine besonders gute Ernte oder eine gute Verheiratung ihrer Kinder – immer fürchtete sie LETZTLICH ein Unglück.

Aber es geschah nichts dergleichen:
Amia wurde Mutter und Großmutter,
ja sogar Urgroßmutter und Ururgroßmutter.

Und ihr ganzes Leben lang war das Glück auf ihrer Seite.
Jeder, der sie kannte, sah es und hielt sie für gesegnet.
Bald schon kamen immer mehr Menschen und baten Amia,
ihre Hände auf ihr Haupt zu legen,
damit wenigstens ein Teil ihres Glückes auf sie überging.

Und da Amia solches Tun für die Pflicht hielt, die man von ihr erwartete,
tat sie das auch. 

Hier unter dieses kleine Schilfdach kamen an manchen Tagen 30
und mehr Menschen.
Erst wenn Amia so müde war, dass der Schlaf sie im Sitzen übermannte,
hörte sie auf.

Dann gingen die Leute leise fort:
Die, die gesegnet waren, im Bewusstsein,
nun selbst ein glückliches Leben zu haben.
Die, die leer ausgingen, weil Amia eingeschlafen waren, hielten sich für verflucht.
Als Amia davon hörte, versuchte sie, nicht mehr zu schlafen!

Sie setzte sich auf Dornen, die sofort stachen,
wenn sie im Schlaf zu Seite zu kippen drohte.
Es ist erklärlich, dass sie in kürzester Zeit so erschöpft war,
dass wir zu fürchten begannen, dass ihre Zeit zu Ende war.

Eines Morgens entdeckte ich die Dornen unter ihrem Sitzplatz hier!
Alle Ihre Nachfahren kamen zusammen und wir beschlossen,
dass wir keinen einzigen Fremden mehr ins Dorf lassen würden,
der gekommen war, um sich von Amia segnen zu lassen. 

Ich dachte, das wäre eine große Erleichterung für meine geliebte „große Mutter“.

Aber das Gegenteil war der Fall!
Eine abgrundtiefe Traurigkeit ergriff sie nun.
Und sie war sehr, sehr zornig mit uns!
So zornig, dass sie uns weder ansah noch mit uns sprach.

Denn nun – so dachte sie – sei für sie jede Möglichkeit vertan,
ihre große Lebensschuld zu tilgen, die sie auf sich geladen hatte,
weil sie die Eltern verlassen hatte.

Doch eines Morgens saß Amia lächelnd hier auf ihrem Platz.
Als ich vorbeikam, winkte sie mir und bot mir sogar an,
mich neben sie zu setzen. 

Dazu war ich natürlich nur allzu gern bereit
und du kannst dir sicher denken, dass ich wissen wollte,
was ihren Wandel hervorgerufen hatte. 

In der Nacht – so sagte sie – sei der Geist ihrer Mutter zu ihr gekommen.

Sehr böse habe ihre Mutter sie angesehen und gesagt:
Amia, was treibst du nur?!
Schämst du dich nicht, dass du so eingebildet bist?
Weißt du nicht, dass kein Mensch der Welt
für das Glück eines anderen Menschen sorgen kann?
Weißt du denn immer noch nicht, dass allein der große Gott bestimmt,
was Glück ist und was nicht?

Und sie hat ihrer Mutter gesagt:
Aber die Menschen, die ich verschlafen habe, WURDEN doch unglücklich,
man hat es mir doch berichtet!

Woraufhin ihre Mutter noch zorniger geblickt habe und gesagt habe:
Ach, wie dumm du doch bist!
Die sind doch nicht unglücklich geworden.
Die haben nur ihr Glück nicht mehr gesehen, weil sie so dumm waren wie du
und meinten, da du sie nicht segnest, nun unglücklich werden zu müssen!

Dann hat Amia gesagt:
Aber Mutter, wenn die auch nicht wirklich unglücklich geworden sind,
dann aber doch du und Vater, denn euch habe ich verlassen!

Und ihre Mutter hat geantwortet: Amia, dummes Kind!
Wir waren zwar traurig, weil wir dich nicht wiedergesehen haben.
Aber statt deiner haben sich neue Menschen zu uns gefügt!
Solche, die wir sehr lieb haben durften und die uns liebhatten.

Denkst du vielleicht, der Schöpfer könnte es nicht fertig bringen,
Trost zu bewirken bei seinen Menschenkindern?
Für wie klein hältst du denn den Schöpfer?
Glaubst du WIRKLICH, du musst ersetzen, was ER nicht schafft?!

Hör sofort auf damit, so zu denken!

Mit diesen Worten war Amia aufgewacht.
Nie im Leben sei sie je so glücklich gewesen, sagte sie mir.
Alle waren wir nun glücklich, ein kleines Fest veranstalteten wir am Abend.

Doch als es Nacht wurde und die ersten Sterne über den Bergen zu sehen waren, starb Amia. 

Sie hat leider nicht mehr sehen können, dass ihre Mutter recht hatte.
Sie konnte nicht mehr erfahren, dass es nicht allein von ihr abhängt,
wie glücklich die Menschen werden, die sie liebhat.

Dass es nicht davon abhängt, was sie tut oder nicht tut.
Sondern dass es zwei Dinge gibt, die dazu betragen:

Der Wille Gottes mit seinem Menschenkind und der Wille dieser Seele, das Glück, das ihm im Leben vom Schöpfer geschenkt wird,
auch als solches anzunehmen.

Weil sie es nicht erlebt hat, blieb in ihrer Seele
aber die Sehnsucht danach, zu erfahren, ob es wahr sein könnte.

Immer noch, liebe Anni, trägst du die Sehnsucht danach,
dies zu erkennen, in dir.
Auch dieses Leben als Anni hat mit diesem Thema zu tun. 

Es ist gut und richtig, seine Verantwortung im Leben wahrzunehmen,
aber es ist dumm und ganz falsch,
die eigene Verantwortung mit dem zu verwechseln,
was Gottes Verantwortung ist oder die der Menschen, die es angeht.

Was ist meine Verantwortung, was ist deine Verantwortung,
was ist Gottes Verantwortung? 

Diese Frage, liebste Anni, könntest du dir in dein Herz schreiben,
um zu prüfen, ob du richtig liegst.
Denn wenn du dir das zur Gewohnheit machst, gibt es keine Überforderung mehr. Dann geschieht alles zur rechten Zeit und auf rechte Weise.
Dann kannst du deine ewige Angst davor, zu klein zu sein, zu hilflos,
kraftlos und ungenügend den Anforderungen, einfach fallen lassen.

Und dann könntest du damit anfangen, dein Glück zu betrachten,
das es doch gibt in deinem Leben, nicht wahr?
Das Glück kommt zu den Glücklichen, so sagte man hier.
Das ist wahr.

Allerdings liegt das nicht daran, dass es kommt,
sondern daran, dass es gesehen wird!

Damit habe ich das Wichtigste, was es zu sagen gab, für mich gesagt.
Jetzt widme ich mich gerne deinen Fragen:

Uta: Danke, Amin, dann die erste Frage von Anni: 

Kannst Du mir sagen, wie ich mich in Begegnungen am Besten geben sollte.
Du weißt, dass ich kaum Freunde habe
und mit meinen Kollegen auch öfter in Situationen komme, die mir weh tun.
Ich weiß, dass ich authentisch sein sollte, aber ich trau mich nicht.

Amin: Liebe Anni, authentisch sein bedeutet, wahr sein.
Deine Angst vor Verletzungen durch andere
ist doch auch ein Teil deiner Wahrheit.
Diese Angst allerdings, liebe Anni, werden dir keine Taktiken nehmen können.

Natürlich ist es unauthentisch, wenn du plötzlich beginnst,
ein Benehmen wie ein Wilder an den Tag zu legen.
Es gibt Menschen, die „bewältigen“ ihre Angst vor Verletzung durch andere, indem sie es sind, die zuerst verletzen.
Und es gibt andere, die sich gebärden wie geschulte Diplomaten.

Letztlich funktionieren beide Verhaltensweisen nicht,
denn WORUM es dem Sinn nach geht:

Die Seele muss!!! lernen, sich von den Ansichten anderer
so weit frei zu machen, dass sie deren Meinung zwar
in der Selbstbeurteilung mit einbezieht,
sich letztlich aber ein eigenes Urteil nicht nur erlaubt,
sondern auch GLAUBT, ein solches haben zu dürfen!

Vielleicht hilft es dir, wenn du daran denkst, dass du lebst,
um dich weiter zu entwickeln,
dein SELBST wahrer und wahrer werden zu lassen.

Du lebst NICHT, damit andere dich gut finden!
Denn – was meinst du – was finden andere Menschen gut?
Das, was ihnen angenehm ist.
Darüber sich aufzuregen, ist sinnlos: JEDER Mensch ist so!

Zugrunde liegt ein Instinkt, der dazu da ist,
die möglichst angenehmste Position im Leben zu bekommen.

Nur sehr weise Menschen lieben Kritik!
Selbst dann, wenn sie schmerzhaft ist, sehen sie diese als Möglichkeit,
sich noch weiter zu verbessern.
Sei es, indem sie die Kritik beherzigen.
Sei es, indem sie erkennen, wie unberechtigt diese ist.
Beides birgt in sich die Chance, sich zu verbessern.

Du aber, Anni, du bist dir sicher,
Kritik, Angriffen, Beleidigungen nicht gewachsen zu sein!

DAS ist zu korrigieren.
Bist du dem WIRKLICH nicht gewachsen?
Oder bist du dem NOCH NICHT gewachsen?
Ich will meinen: NOCH NICHT…

Alles hat seine Zeit, liebe Anni!
NOCH bist du nicht soweit, angemessen mit Dererlei umzugehen.
Das ist völlig in Ordnung so.

Aber eines musst du wissen:
Es liegt AN DIR! welches Ausmaß du der Tatsache gibst,
dass ein anderer Mensch dich durch Beleidigungen, Kränkungen,
unsachliche Kritik verletzen KANN!

Was jemand in solcher Weise zu dir sagt oder über dich redet:
Sag mal, Anni, sagt das nicht sehr viel über ihn selbst aus?

Über seinen Sinn für Gerechtigkeit oder wie es mit seiner Fähigkeit bestellt ist, mit Neid, Konkurrenz oder Antipathien umzugehen?
Denk einmal darüber nach!

Weißt du, diese Seite der Betrachtung bist du nicht gewöhnt.
Aber ist sie deshalb falsch?
Oder ist sie der Weg, um hinsichtlich der Verletzbarkeit
deines Selbstwertgefühls zu wachsen
und dich weiter zu entwickeln?

So oder so: Fliehen kannst du davor nicht.

Lob und Tadel erntet jeder Mensch, warum also du nicht?
Das geht nicht.
Aber klug ist, wer in jungen Jahren sich zum Ziel nimmt, ein Weiser zu werden, der Tadel wie Lob daraufhin untersucht,
wer da lobt oder tadelt und sich dann entsprechend innerlich der Sache stellt.

Lob aus unberufenen Mund ist nicht erhebend,
Tadel aus unberufenen Mund nicht niederziehend.

Lob aus berufenen Mund ist beglückend,
Tadel aus berufenem Mund ist der Aufruf, sich zu verbessern. 

Warum also sich fürchten?
Du kannst durchaus beurteilen, wer berufen ist und wer nicht!
Wer der Sachkenntnis, Klugheit und Weisheit
eines wertvollen Menschen entspricht, ist berufen, alle anderen NICHT!

Ich will dir ein kleines Beispiel nennen:
Stell dir vor, die Queen von England würde dich begrüßen,
dich von Kopf bis Fuß mustern und dann sagen:
„Anni, deine Kleidung ist nicht stilisch!“ 

Würdest du das ernst nehmen und dich fortan wie Queen Elisabeth kleiden
mit Hütchen und bonbonfarbenen Mäntelchen?
Natürlich nicht!
Du wüsstest doch:
Von stilistischer Kleidung für junge Frauen hat die Queen keine Ahnung.

Und jetzt stell dir vor, die Queen würde dich treffen,
ein paar Worte mit dir plaudern und dann sagen:
Anni, sie sind mir eine sehr sympathische junge Dame!
Sie sind wirklich eine liebenswürdige, junge Frau!

Würdest du dich über das Lob freuen?
Aber ich hoffe doch sehr!
Denn junge Frauen hat die Queen schon unendlich viele kennengelernt!
Sie weiß aufgrund ihrer Erfahrung zwischen liebenswürdigen und unsympathischen jungen Frauen schnell zu unterscheiden.

Anni, du allein – nur DU – hast die Entscheidung darüber,
ob du JEDEM ALLES glauben willst, es ernst nehmen willst
oder ob du kritischer mit den Kritikern sein möchtest.

Solltest du noch instinktiv von JEDEM IMMER
Zustimmung, Lob, Anerkennung erwarten,
dann ist dies der Tatsache zu schulden,
dass du noch so jung bist und du dich darum
noch mit allerlei jugendlichen Illusionen herumzuschlagen hast. 

Tatsache aber ist: Solche Frustrationen kommen vor, die gibt es.
Und daran lässt sich GAR NICHTS ändern.
Du kannst dich in diese Verletzungen hineinfallen lassen, du MUSST aber nicht.

Wie du merkst, gehe ich gar nicht darauf ein, wie du dich zu geben hast,
um so was zu vermeiden.

Die Antwort liegt auf der Hand: Du kannst es nicht vermeiden!

Du schreibst, du hast jetzt schon so wenige Freunde.
Meinst du, dass du VIELE Freunde haben solltest?
Nun, dann müsstest du aber wie VIELE sein!
Geht das überhaupt?

Nein, das geht ÜBERHAUPT NICHT!

Denn echte Freundschaft ist nur echt,
wenn das Besondere des Anderen geschätzt wird.
Echte Freundschaft ist wie echte Liebe
das Ergebnis großer Seelennähe und damit selten.
So selten, dass es Menschen gibt, die es nie erfahren.

Anni: Ich esse einfach zu gern und möchte aber nicht zunehmen.
Du weißt, wie ich unter meiner Figur leide,
ich möchte mich einfach schön fühlen.
Kannst Du mir vielleicht sagen, was ich tun kann, was ich essen kann,
um abzunehmen und um mich rundum wohl zu fühlen?

Amin: Und du BIST SCHÖN, wenn du noch schlanker bist?
Nun gut, ich will dir nicht sagen, was du längst weißt.
Aber versuche es doch mit dem, was heute kaum einer weiß.

Verzichte – so gut es geht -auf Zucker!
Weißt du, dass der Mensch für den heutigen Zuckerkonsum
gar nicht geeignet ist? 

Nein! Bitte KEINE Ersatzlösung!
Weder Stevia noch Honig sind die Möglichkeit,
der Zuckersucht Herr zu werden,
in die ihr schon in frühester Kindheit getrieben werdet.
Ich sage nicht: Verzichte ganz darauf.

Aber ich sage: Versuch, damit so umzugehen,
als wäre alles, was süß ist, unbezahlbar teuer.

Anni: Seit eineinhalb Jahren leide ich immer wieder unter depressiven Schüben: Bin traurig, kann nicht mehr lachen, möchte allein und doch nicht allein sein.

Mir ist alles zu viel, das geht sogar so weit,
dass ich dann nicht mehr leben möchte.
Woran liegt das?
Was kann ich tun, um wieder Spaß am Leben zu haben?

Amin: Das liegt daran, dass du deinen Blick für Glück verloren hast,
liebe Anni.
Stattdessen hast du wieder den Blick Amias angenommen:
Alles dient der Pflicht!
Dein ganzes Leben siehst du nur noch mit dem Pflichterfüllungs-Blick.
So bist du müde geworden.
Anni, bitte lerne, wie du den Blick verändern kannst!
Ich bitte dich wirklich sehr, sehr!

Anni: Kannst Du mir etwas zu meinen Lebensaufgaben sagen?

Amin: Nein, Anni, denn die hängen davon ab,
mit welchem Blick du deinen Lebenssinn betrachten möchtest
und zurzeit würde – was immer ich dir sage –
mit der Pflichterfüllungs-Brille betrachtet werden.
Ich aber bin dein Engel, um dich auf Glück aufmerksam zu machen.

Anni: Du weißt, dass ich unter dem Thema „Lena“ massivst leide.
Es bereitet mir schlaflose Nächte, Alpträume und sogar Panikattacken,
sobald ich näher mit ihr konfrontiert werde.

Was kann ich hier tun, damit dies endlich aufhört,
denn es ist ein unheimlich unerträgliches Thema in meinem Leben.
Schon jetzt bei der Fragestellung ist es mir übel,
ich bekomme Gänsehaut-Schauer und es kommen mir Tränen…

Vor einer Rückführung habe ich panische Angst genauso,
wie diesem Mädchen im wahren Leben zu begegnen.

Amin: Nicht sie ist das unerträgliche Thema,
sondern deine Angst, mit Kritikern (falls man dafür nicht einen deutlich gröberen Ausdruck gebrauchen will)
nicht souverän umgehen zu können.
Es ist deine Angst davor, im Innersten zu schwach zu sein.
Anni? Geh dieser Angst nach…
Löse diese Angst auf!

Du nimmst sie, um nicht NOCH MEHR überfordert zu werden mit Pflichten,
als du dich jetzt schon fühlst.
Diese ganze Einstellung kommt aber gar nicht aus den Pflichten,
sondern aus der Einseitigkeit der Betrachtung. 

Wer NUR Pflicht sieht und nicht AUCH das Glück, der hat zu wenig, das ist wahr.

Aber du hast gar nicht zu wenig,
das du dem Pflichteinsatz entgegensetzen könntest.
Du nimmst es aber nicht wahr oder nur noch sehr, sehr selten.

Dein Blick ist äußerst defizitär geworden. Lass es aufhören, bitte!

Anni: Immer, wenn etwas Schönes zu Ende geht, werde ich furchtbar traurig. Und ziemlich ähnlich fühle ich mich,
wenn ich von meinem Freund oder meinen Eltern
in meine Wohnung gebracht werde
oder mich eben überhaupt von meinem Freund verabschiede.

Wie abgeschoben und allein gelassen, so als ob niemand Lust hat,
mit mir Zeit zu verbringen.
Vom Kopf her weiß ich, dass das nicht so ist.
Aber das Gefühl in mir ist eben so stark.
Ist es Angst, nicht geliebt zu werden?
Kannst Du mir dazu etwas sagen und mir dabei helfen?

Amin: Anni? Es ist das Bedürfnis,
„klein“, „schwach“, „schützenswert“ bleiben zu dürfen.
Die Angst dahinter ist die, dass du meinst,
nicht ausreichend befähigt zu sein,
um dich in dieser Welt behaupten zu können. 

Die Ursache dafür ist dein unermüdlicher Blick auf deine Defizite!
Die kennst du.
Aber deine Stärken? Kennst du die?

Deine Durchhaltevermögen zum Beispiel oder deine Kraft,
etwas zu Ende zu bringen?
Oder dein Sinn für Gerechtigkeit?
Oder deine Fähigkeit, Harmonie zu fördern?

Das sind nur einige Beispiele…

Die sind nicht so wichtig?
Das ist doch ganz NORMAL????????????

Eben, Anni!
Genau diese Bewertung ist die Ursache aller deiner Probleme.
Wirklich Aller!

Ich hoffe, du tust etwas dagegen.
Denn ich darf dich nicht im besten Sinn selbstbewusster machen.
Ich muss mich dem Willen deiner Seele fügen.
Ich darf dir Angebote machen, darf dir die Richtung vorschlagen,
aber nichts darüber hinaus.

Du hast Angst, zu schwach zu sein, um erwachsen zu werden,
frei zu werden, authentisch zu werden.
Dabei unterschätzt du etwas:
Wer stark ist, darf auch schwach sein!
Wer erwachsen ist, darf auch kindlich sein.
Wer authentisch ist, darf auch diplomatisch sein. 

Es ist nicht so, dass man entweder das Eine oder das Andere ist,
um eine reife Persönlichkeit zu sein.
Sondern dass man alles zur rechten Zeit am rechten Ort
zu leben verstehen lernt.

Und damit möchte ich für heute schließen.
Ich liebe dich sehr und ich wünsche mir,
dass du deinen Weg zu dir hingehst
und dabei eine Glücks-Erfahrung nach der nächsten hat.

Denn wahr ist:
So unglücklich du mit dir und deinem Leben sein kannst,
so glücklich kannst du auch mit Beidem sein.

Es ist ausschließlich eine Sache der SELBST – Kenntnis!
Und die Kenntnis über dein Selbst ist wirklich das Einzige,
das ich als defizitär betrachte.

Dein dich liebender Antaryamin!