Mutter war eine Zaubersche, so sagte man.

Zaubersche waren Menschen, die einfach praktisch waren.
Sie hatten – wenn du es so willst – die Gesundheitsfürsorge zu gewährleisten,
nicht nur die für die Körper von Mensch und Tier,
auch für die Äcker und Wälder und Seen.

 Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Engel von Margit zu verbinden, Margit bittet um diesen Kontakt.

Ich gehe einen Feldweg entlang, eine weite, flache Landschaft, nur hier und da von kleineren Baumgruppen unterbrochen.

Wiesen, in denen unendlich viele Löwenzahnpflanzen blühen, auch andere Blüten, aber die sind kaum sichtbar bei all den strahlenden, gelben Blüten. Erstaunlicherweise sehe ich kein Vieh auf diesen Weiden…

Hier und da Zäune, niedriges Buschwerk oft, aber insgesamt seltsam leer und unbewohnt.

So bleibe ich trotz des weiten Horizonts richtungslos, bis ich schließlich eine kleine Baumgruppe erreiche, etwas abseits vom Weg sehe ich eine Frau sitzen…

Der Kleidung nach würde ich ins 17. Jahrhundert deuten… ihr hellbraunes Haar ist stellenweise weiß, ihr Gesicht unter einem Schutenhut, wie ihn früher Bäuerinnen trugen, verborgen.

Mit den braun gebrannten, derben Arbeitshänden bindet sie dort einen Strauss aus gelbem Löwenzahn, ganz versunken ist sie in diese Arbeit.

Ich höre sie zählen: eins für ihre Liebe, eins für ihre Ausdauer, eins für ihren Fleiß, eins für ihre Geduld, eins für ihr Vertrauen, aber die Rose für ihre Suche nach Wahrheit…

Ehe dieser Vorgang so weiter geht, mache ich mich bemerkbar.

Uta: Guten Tag…

Guidin. Oh, oh! Du bist schon da! Oh, wie schön! Ach, ach ich hab dich noch gar nicht erwartet!

Oder doch? Ich wollte ihr diese Krone weben… meinst du, sie ist endlich bereit, sie zu tragen?  Nein, nein, ich sag es dir: Sie wird sie nur in die Vitrine stellen, so ist sie…

Aber ich habe es versprochen, dass es aufhört…

Ich brauche dich, kommst du mit mir?

Uta: Oh… langsam, langsam: Wie lange wartest du denn schon auf mich, dass du so aufgeregt bist?

Guidin: Auf dich? Lang!

Uta: Du bist Margits Guide?

Guidin: Ja, ich bins, Thekla, ich hoffe, sie mag mich so.

Ich war so unsicher: Es ist gar nicht so leicht, sich für EIN Leben zu entscheiden, um es zu zeigen, wenn es doch so viele sind!

Uta: Viele bei dir oder solche, die du mit Margits Seele verbracht hast?

Thekla: Die ich mit ihr verbracht habe, es sind viele.

Eigentlich hoffte sie auf jemand Mütterlichen, aber ich bin Schwesterlich.

Aber ich weiß, sie hat sich eine Schwester gewünscht, vielleicht freut es sie. Ich war wirklich ihre Schwester in diesen Leben hier, ihre ältere Schwester.

Ich hab mir lange überlegt, ob sie die Wahrheit dieser Inkarnation verstehen kann. Sicher bin ich mir immer noch nicht, ich setze da ganz auf dich.

Ich kann ihr nicht alles sagen, manches muss sie deuten, um zu verstehen, was ich meine. Wenn Menschen etwas deuten, wird es ihnen wahrer, als wenn sie etwas lesen.

Und es ist mir sehr, sehr wichtig, dass sie das, was ich sage, als Wahrheit erkennt.

(Sie deutet auf einen Baum, er ist ganz knorrig, Moose wachsen auf seinem Stamm und der Wind hat ihn in eine Richtung gekrümmt, als hätte er unablässig – Jahr für Jahr – über ihn hinweg geweht. Zu meinem Erstaunen ist dieser alte Baum übervoll mit Blüten.)

Thekla: Ja, seine ERSTEN Blüten! Er ist alt und blüht zum ersten Mal… lange stand er im Schatten älterer, größerer Bäume, sie wurden gefällt…

Er brauchte seine Zeit, um sich an das viele Licht und den Wind zu gewöhnen, dem er nun ausgesetzt war, aber dieses Jahr hat er es geschafft: Er blüht und er wird Früchte tragen!

Margit? Versteh es recht: Es gibt keine Altersbeschränkung für die Fruchtbarkeit der Seele…

Gut beschrieben Uta, sie wird verstehen können, das Bild könnte Wahrheit für sie werden.

Gut! Soweit! Jetzt müssen wir um die Ursachen kümmern.

Seelen wollen wachsen und blühen, das ist ein so stark wirkendes Gesetz wie alle Gesetze der Schöpfung. Nichts kann das angelegte Ziel verhindern, aber es kann aufgehalten werden.

So wie der Apfelbaum in sich den Willen zur Blüte und zur Frucht trägt, trägt die Seele auch beides in sich…

Aber genau wie über ihm Schatten den Prozess aufhielten, so kann es auch mit der Seele eines Menschen gehen. Erst wenn kein Schatten mehr aufhält, was sein will, beginnt die fruchtbare Zeit einer Seele.

Das scheint einfach, nicht wahr, so leicht zu verstehen…

Aber wer in einer Inkarnation ist, der weiß es nicht, er weiß es nicht zu sagen, ob er noch unreif ist oder schon blüht oder gar Früchte trägt…

Wie sollte er auch! Solange er nur auf sich sieht, KANN er es nicht wissen. Oder doch?

Weiß ein Apfelbaum, dass er schön ist, weil er blüht? Nein! Weiß er nicht! Er hat keinen Spiegel.

Weiß er, dass er nährt, dass seine Früchte Leben spenden?

Weiß er nicht! Er sieht es nicht, wenn die Tiere kommen und die Menschen, um zu sammeln, was er hervorgebracht hat.

Und dennoch weiß er um den Unterschied zwischen reinem eigenen Wachsen und überleben wollen und der Zeit, in der er seine AUFGABE erfüllt: Er spürt es an seiner Befriedigung!

Es ist ihm eine LUST, zu blühen und seine Früchte zu spenden, eine solche Lust, wie sie sonst NICHT in seinem Leben ist: Die Lust, die entsteht, wenn ein Wesen das ist, was es in der Schöpfung zu sein hat.

DAS ist im Übrigen der Heilige Geist, der in den Kirchen so viel genannt wird, ohne dass ihr erfahrt, WAS es ist: Der Heilige Geist, der Motor allen Lebens, der dazu bewegt, die Schöpfung zu vollenden.

Lebenslust… Daseins-Lust… SEINS-Lust.

Irgendwann einmal wird ein jedes Wesen, eine jede Seele das sein und da wirken, wie es seinem ICH entspricht. Dann wird es blühen und Frucht tragen gleichzeitig, JEDES Wesen. Aber bis dahin müssen viele Schatten fallen.

Die eigenen Schatten zuerst: Angst und Angst, Not um Not, äußere Schatten, innere Schatten, sie müssen zuerst erkannt und dann gefällt werden. Diese Arbeit geht weiter und weiter über viele, viele Leben!

Wir haben heute mit diesem Tag einen Punkt erreicht, an dem wir die Axt an einen großen Schatten legen. Wir werden mehrmals zuschlagen müssen, aber wir können es schaffen. Gut soweit!

Oh, übrigens… nein, Margit, nein, du wirst NICHT vergessen, du wirst das Wissen aus dieser Inkarnation in weitere mitnehmen, ganz bestimmt, nur wird es dann sehr selbstverständliches Wissen sein.

Komm mit, Uta, ich will dir etwas zeigen.

(Sie nimmt mich bei der Hand und zieht mich einen schmalen Trittweg entlang mitten durch Gebüsch und verworrenes Strauchwerk. Endlich lichtet sich das etwas und wir sehen auf einer kleinen Fläche, auf der zwei kleine Gebäude stehen. Das eine ist gänzlich in sich zusammengefallen, das andere – etwas größere – hat nur noch ein halbes Dach, keine Tür mehr und die Fensteröffnungen sind leer. Nur an einigen hängen noch Fensterläden.

Thekla nimmt mich ins Innere mit. Unkraut wuchert überall, es riecht modrig, auf einem fast zusammengebrochenen Tisch liegt eine Ringelnatter, um sich zu sonnen, eilig sucht sie das Weite, als sie uns bemerkt. Über einer morschen Feuerstelle hängt noch ein verrosteter, eiserner Tiegel an einer Kette. Thekla geht zu ihm, greift nach einigen Kräutern und wirft die hinein, als wolle sie kochen…

Thekla: Ich? Nein, meine Mutter hat hier gekocht für uns, für meine Anna, die heute Margit ist, und für mich…

Du denkst, das ist hier wie in einem Hexenhaus? Da hast du nicht ganz Unrecht, nur dass wir uns nicht Hexen nannten.

Mutter war eine Zaubersche, so sagte man. Zaubersche waren Menschen, die einfach praktisch waren. Sie hatten – wenn du es so willst – die Gesundheitsfürsorge zu gewährleisten nicht nur die für die Körper von Mensch und Tier, auch für die Äcker und Wälder und Seen…

Und auch für – na, sagen wir einmal – die psychischen Beschwernisse…

Das war natürlich damals eine magische Version von Gesundheitsfürsorge, aber sie funktionierte, Jahrtausende lang funktionierte sie.

Jahrtausende lang wurde das Wissen von einem Zauberschen zum Nächsten weitergegeben, wurde der Zeit immer wieder angepasst, aber im Wesentlichen unverändert.

Mutter war nicht aus der Sippe dieser Menschen, Vater war das. Aber der musste in den Krieg. 1621 musste er wie alle wehrhaften Männer zur Stadt. Er sollte sie verteidigen gegen die Schweden… hm, hm…

Er ist nicht wiedergekommen. Mutter suchte ihn überall, aber sie fand ihn weder bei den Toten noch bei den Verletzten. Vielleicht – so sagte sie – musste er mit den Soldaten gehen, vielleicht lag er aber auch schon längst unter der Erde.

Sie versuchte erst durch den Verkauf von allem, was wir hatten, uns vor den Hunger zu bewahren, das führte zu nichts.

Wer konnte schon kaufen?

Dann entschied sie sich, zu behaupten, sie sei ebenso eine Zaubersche, wie es der Vater gewesen war. Das funktionierte. Sie musste manchmal 2 Tagesmärsche zurücklegen, um zu denen zu kommen, die sie rufen ließen.

Ihr Wissen an Kräutern war nicht weniger als das des Vaters. Und was ihr an Heilsprüchen und Ritualen fehlte, ersetzte sie mit ihrer Fantasie.

Alle waren zufrieden.

Der Krieg zog an unserer Gegend vorbei, ohne noch einmal seine hässliche Fratze zu zeigen.

Du – Margit – und ich, wir wuchsen in einer guten Welt auf, so zumindest fühlte es sich für uns an. Drüben im Dorf hatten wir sogar Freunde.

Und weil ich fünf Jahre älter war als du, war ich auch die Erste, die sich verlieben durfte… was für eine schöne, schöne Zeit!

Doch dann begannen die Missernten. Die Sommer waren kalt und verregnet, im Juni gab es noch Bodenfrost. Mensch und Vieh begannen, zu hungern, mit dem Hunger kamen die Krankheiten. Mutter hatte viel zu tun. Ich begleitete sie, manchmal, wenn es nicht zu weit war, auch du.

Wir hungerten nicht. Irgendwas gaben uns die Bauern für unsere Arbeit immer, und wenn es der letzte Honig oder ein mageres Huhn waren.

Innerhalb nur eines halben Jahres wurden wir Privilegierte, waren wir „reich“, denn nie gingen wir hungrig ins Bett. Das war nicht gut, wir alle spürten es: Da kam etwas auf uns zu.

Aber was hätten wir machen sollen? Würden wir Hilfe verwehren, war nicht abzuschätzen, wie man reagieren würde. Aber selbst jetzt? Die Menschen waren zu uns nicht mehr freundlich. Mein Liebster brach unsere Beziehung ab, einfach so, ohne einen Grund zu nennen…

Du brauchtest gar nicht mehr ins Dorf gehen, um Spielkameraden zu treffen, es gab kein Kind mehr, das mit dir spielen wollte…

Und Mutter? Sie legte sich einen großen Knüppel zu für ihre Wanderungen…

Jede Seele hat ein inneres Wissen darüber, wofür sie in die Welt gekommen ist. Und in Zeiten der Bedrohung und Not wird das Gespür dafür schärfer, klarer. Wendet man sich diesem innersten Punkt zu, beginnt man, den heiligen Gott zu suchen. Ich weiß noch, wann mir anfing, klar zu werden, was eine Aufgabe ist.

Es war ein schöner Sonnenuntergang, ich stand hier am Fenster und beobachtete dich. Du hast draußen gesessen, deine Lieblingskatze auf dem Schoß und hast ihr, weil sie sich ihr Pfötchen weh getan hatte, eines deiner Lieder gesungen…

Es war ein Lied über die Liebe Gottes zu dem Kätzchen und wie sehr er sich wünscht, dass es wieder Mäuse jagen möge. Ich sah dir zu und in dem Moment wusste ich: In dir gibt es etwas Heiliges, etwas, das weder ich noch Mutter hatten. Vielleicht hatte es unser Vater gehabt, aber nicht ich.

Und da sagte etwas in mir voller Freude: Mein Leben für Deines.

Ich wusste nicht, warum ich das sagte, ich wusste nur, dass es wahr war und dass es mich erfüllte mit etwas unsagbar Schönem, für das ich keinen Namen fand.

Nur wenige Tage später kam ein Reiter und mit ihm einer unserer bäuerlichen Nachbarn mit einem Ochsenwagen. Wir wurden alle drei verhaftet.

Es begann ein langwieriger Prozess. Monatelang waren wir in einem Kerker inhaftiert, der zum Landesschloss gehörte. Niemand sagte uns, wessen wir angeklagt waren.

Erst bei Prozessbeginn wurde es klar: Mehrere Bauern hatten uns angezeigt. Sie waren der Ansicht, dass Mutter und wir das Wasser für das Vieh verzaubert hätten, woraufhin die Viehseuche ausbrach. Wir hätten auch das schlechte Wetter im letzten Jahr gemacht, um möglichst viel zu verdienen. Hexen seien wir alle drei. Du solltest zuerst verhört werden, dann ich, dann Mutter.

Ich wusste, DAS darf nicht geschehen und so schrie ich in den Saal: Sie nicht! Sie sind nur eingebildete Zaubersche, die wissen gar nichts!

Aber ich! Ich bin die Braut des Teufels!

Pst, nein, nicht, Margit, nicht traurig sein, es war gut. Es war GENAU das, was ich tun WOLLTE, ich wusste es immer, es war ganz klar, ganz richtig! Die einzige Sorge, die ich hatte, war, dass man mir nicht glauben würde und euch auch verhören könnte.

Also erfand ich die scheußlichsten Geschichten, benannte Erkrankungen, die ich euch angehext habe (die hattet ihr tatsächlich gehabt, ihr konntet das nicht abstreiten) und schlussendlich wurdet ihr frei gelassen, während ich meiner „Hinrichtung“ entgegensah….

Und es war gut, für mich war es gut! Ich wusste, dass ich das Richtige getan hatte.

So gerne hätte ich euch das wenigstens sagen wollen, aber ich sah euch erst wieder, als man mich an euch vorbei zum Scheiterhaufen zog.

Neben dir stand ein Mann. Als ich ihm in die Augen sah, erkannte ich ihn: Es war unser Vater! Da war ich glückselig! Unsere Familie würde weiter leben, vielleicht würden sogar noch das eine oder andere Geschwisterchen kommen. Wie gut, wie gut, dass ich verhindern konnte, dass ihr mit mir den Tod zu schmecken bekommt!

Liebe geliebte Margit: Nun weißt du, WO und wie der Schatten deines heutigen Lebens begann. Aber weil du es damals nicht verstanden hast, hast du es dir als Seele NIE ansehen wollen, was die Wahrheit war.

Anna, mein Ännchen: Sie hat zeit ihres Lebens geglaubt, dass sie sich gewünscht hat, dass ich sterbe, sie aber nicht. Sie hat geglaubt, dass dieser Wunsch es war, der sie zu einer Sünderin vor Gott gemacht habe.

Sie hat geglaubt, dass sie unendliche Schuld mir gegenüber trägt, und hat das nie, nie aufgeklärt haben wollen, weder im Leben noch im Jenseits.

Margit, jetzt bitt ich dich: Hör mir zu, mein Liebling. Die Anna, die ist längst, längst im Himmelreich, aber ihr Schmerz über ihre vermeintliche Schuld liegt wie ein Schatten auf eurem Gesamtbewusstsein.

Sie will immer noch büßen! Ist das zu fassen?! Büßen, ja was denn? Dass ich tun durfte, was mein Lebensplan war: die Sippe retten?

Diese Sippe ist trotzdem ausgestorben, aber erst zweihundert Jahre später. Darum ging es gar nicht!

Es ging um mich! Um meine Seele! Ich hatte als Seele die dumme Idee, nicht richtig lieben zu können!

Aber ich konnte! Kannst du dir vorstellen, wie glücklich ich war, als ich das ganz sicher wusste?!

Solche dummen Ideen fischen sich Seelen manchmal auf in ihren vielen Leben und dann ist es wichtig, dass sie lernen, sich von solcher Idee frei zu machen.

Sie halten für Wahrheit, was doch so dumm ist!

Und du? Deine Seele? Die will seither etwas wieder gut machen, wo es gar nichts wieder gut zu machen gibt!

Sie meint, sie muss ihr Ich opfern! Ja, so was!

Wie kann man denn etwas opfern müssen, was Gott selbst gemacht hat!

Das ist doch unerhört, findest du nicht?

Margit muss SEIN! Weil Gott es liebt, dass sie IST!

Niemand darf sich wegwerfen. Ich habe das nicht getan, obwohl ich mein Leben geopfert habe: Ich habe es getan, weil es MEIN! Glück war.

So! So weit, so gut? Na, sagen wir: Jetzt bist du ETWAS schlauer geworden?

Margit, es ist nie zu spät, um zu blühen, nie zu spät, um anderen die eigenen Früchte zu geben, aber nie als Opfer, sondern aus der inneren Freude heraus, das zu wirken, was man IST.

Wenn du magst, wenn du Mut genug hast, dann darf der Opferweg hier aufhören und zu einem Festweg werden, auf dem Blumen gestreut sind und die Musik spielt.

Zwei Einstellungen entfremden die Seele von sich selbst und von Gott: Die eine ist die Selbstüberschätzung, die andere die Selbstunterschätzung. Beide haben die gleiche Ursache: Scham darüber, so zu sein, wie Gott sie schuf!

Darf das nun aufhören? Was meinst du? Traust du dich, zu werden, wer du bist?

Ich bin gewiss dabei! Und helfe sehr, sehr gerne.

 

Uta: Danke, Thekla, darf ich dir jetzt die Fragen von Margit stellen?

Thekla: Wenn du das gern möchtest, dann tu es.

Uta: Margit fragt danach, warum du ihr Schutzengel bist?

Thekla: Weil ich dich liebe und weil ich mir so sehr wünsche, dass die Seele zurückfindet zu ihrem inneren Licht.

In dir liegen so schöne Gaben, aber du siehst sie nicht nur nicht, du freust dich auch nicht darüber und ich möchte dir so gerne helfen, dass du das tust.

Uta: Margit fragt, welche Aufgabe sie in dieser Inkarnation hat?

Thekla: Zu deinem ICH zu finden und zu lernen, das genauso wert zu schätzen, wie du bereit bist, andere ICHs wert zu schätzen.

Du willst die Wahrheit wissen über dich und Gott und das ist eine schwere, aber auch sehr schöne Aufgabe.

Du suchst beide: Dich und den, der dich schuf. Du ahnst vieles, hast ein inneres Wissen, das aber ohne Namen, ohne Worte ist.

Du hast dies und das gelesen, manchmal erscheint es dir vertraut, manchmal verlockend. Aber was ist Wahrheit?

Du suchst den Sinn des Lebens, nicht nur deines, allen Lebens, aber wenn du es findest: Kaum greifst du es, entgleitet es dir…

Ohne DICH zu kennen, deinen ewigen Anteil, wirst du es nicht fassen können. Du weißt, du MUSST es finden, aber es scheint schwer zu sein…

Was ist GUT? Was nicht?

Was ist WAHR? Was nicht?

Das sind wichtige Fragen, Margit…

Die Antwort? Nein, die kann ich dir nicht sagen, du musst sie fühlen, so wie ich damals FÜHLTE: JETZT ist sie da, die Wahrheit, MEINE Wahrheit!

Ja! willst du sagen können zu dir und zum Leben und zum ewigen Sein und damit zu Gott!

NEIN zu sagen, ach, das ist so leicht! Täglich liefern Menschen zig Neins!

Nein zum Nachbarn, Nein zur Krankheit, Nein zum Wetter.

Nein, nein, nein…

Ganz leicht, unverfehlbar!

Aber JA? Hm, hm…

Du bist geboren, um deinen Weg zu wahren Ja´s zu finden. Darum!

Uta: Margit fragt, aus welcher Seelenfamilie sie ist?

Thekla: Aus der der Mütter: Nähren mit dem, was gebraucht wird, ermutigen zu dem, was möglich ist. Das Beste aus dem machen, was da ist, Früchte bringen.

Uta: Margit fragt weiter: Ich bin schon seit meiner Kindheit mit mich überfordernden Bedürfnissen anderer Menschen konfrontiert.

Oft wurde von mir gefordert, dass ich meine eigenen Bedürfnisse und Gefühle opfern sollte, um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen.

Warum ist das so?

Thekla: Hm, sag mal, Margit: Ist es wirklich erstaunlich, dass Menschen fordern, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden? Aber nein!

Nein, nein, das ist ganz gewöhnlich!

Die Sache ist aber die: Sie bekommen sie NICHT erfüllt ohne Gegenleistung. Und so ist es auch völlig in Ordnung: Geben und Nehmen.

Ganz in Ordnung!

Die ganze Schöpfung basiert darauf, dass es Geben und Nehmen gibt.

Solange das im gegenseitigen Austausch geschieht, ist alles gut.

Nur: Nicht wahr, das ist eben gerade NICHT der Fall bei dir gewesen.

Und meinst du, mein Liebes, daran ist irgend ein Schicksal oder ein Karma schuld? Oder du hast besonders schlimme Mitmenschen gehabt?

DANN wärst du also ihr Opfer…

Hm, hm…

Oberflächlich betrachtet war es so. Aber wenn wir etwas die Perspektive darauf verändern, war da noch jemand beteiligt an dieser Ausbeutung: Ja, na klar! Du!

Ich weiß, du KONNTEST nicht anders, hm, hm. Also das stimmt und es stimmt nicht ganz: Du konntest nicht anders, weil du NIEMAND SEIN WOLLTEST, der andere enttäuscht! DER Preis war dir zu hoch…

Ja, siehst du, und der war dir deshalb zu hoch, weil du – deine Seele vielmehr – der Ansicht ist, nicht GUT GENUG zu sein, um sich zu abzugrenzen gegen Überforderungen anderer.

Margit, daran solltest du DRINGEND arbeiten.

Sieh mal, hier diese Frau: Die hat ein Talent von Gott mitbekommen, das benutze ich gerade, um mit dir zu reden.

Aber vierzig Jahre lang hat sie – statt dieses Talent der Welt zu geben – alles getan, um die Bedürfnisse anderer Menschen zu erfüllen.

Das wäre jetzt auch möglich: Es gäbe da so einige Bedürfnisse anderer. Da wollen Mails beantwortet werden, Geschwister und Kinder angerufen werden, der Garten müsste in Ordnung gebracht werden usw. usw. usw.

Warum schreibt sie dir stattdessen etwas, was ich ihr sage?

Warum tut sie nicht mehr – wie Jahrzehnte lang vorher – das, was andere von ihr erwarten: Hausarbeit, Kinder, Tiere, Garten, Arbeitsplatz?

Weil die etwas gefunden hat, was dir fehlte, um NEIN zu sagen: Die AUFGABE, die sie mit der Freude des Heiligen Geistes erfüllt!

So einfach ist das, Margit, und doch schwierig, nicht wahr?

Aber es musste erlebt werden von dir, dass diese Art der Ausbeutung NICHT heilig ist, dass es NICHT so ist, dass der, der Opfer ist, damit auch Zuwendung, Wertschätzung, im überzogenen Sinn „Heiligung“ von denen erfährt, denen er so „aufopferungsvoll“ dient.

Das war eine so wichtige Erfahrung!

Wichtig aber ist, JETZT zu lernen, wie es anders geht!

Welche Kräfte und Ressourcen du nutzen kannst, um in gleichgewichtigen Beziehungen zu leben, wo Geben und Nehmen ausbalanciert ist. Das ist nicht einfach, aber möglich.

Deine Opferrolle ist antrainiert! Was antrainiert ist, kann abtrainiert werden.

Nur eines bitte ich dich, zu bedenken: Das Gegenteil von Opfer ist NICHT Täter, sondern MITWIRKENDER!

Uta: Sie fragt weiter: Ich liebe Tiere und lebe mit vier Katzen zusammen. Soll ich trotz meines Alters noch als Tierheilerin arbeiten?

Hast du einen Rat für sie hinsichtlich dieser Idee?

Thekla: Margit, nicht dein Alter ist zu bedenken! Erinnere dich an den alten Apfelbaum. Sondern deine antrainierte Art der Selbstbehauptung.

Wenn du an deiner AUFOPFERUNGSART als Grundeinstellung nicht ernsthaft und sehr bewusst etwas änderst, wird es die gleiche Bühne sein, nur mit veränderten Darstellern…

Zuerst werde dir deines ICHS bewusst!

Was du kannst und was nicht, was du brauchst und was nicht, was du ersehnst, ohne dass es DEINE Sehnsucht ist, sondern die deiner Ahnen.

Was du fürchtest, ohne dass es deine Furcht ist, sondern die deiner Nächsten.

Und DANN, dann ist es Zeit, Früchte zu tragen.

Erst, mein Liebling, musst du blühen!

Uta: Nächste Frage: Mein Bruder ist vor zwei Jahren gestorben. Da wir beide keine Kinder haben, bin ich die letzte noch Inkarnierte der Ahnenreihe. Was erwarten meine Ahnen von mir?

Thekla: Du hast eine spirituelle Aufgabe: Es in dieser Hinsicht besser zu machen als Sie!

Ihr Glaube ist ein grausamer Glaube von einem NICHT-Gott: einem strafenden Gott, einem gleichgültigen Gott…

Ihr Glaube in den Sinn des Lebens ist ein leerer Glaube: Riten ohne Inhalt, Ritenlosigkeit, aber Prinzipien…

Mach es besser, lass diese Sippe enden mit einem frohen Glauben.

Uta: Sie schreibt: Ich bin sechzig Jahre alt. Was kann ich noch tun, damit es meiner Seele gut geht?

Thekla: Ich denke, ich habe dir ein gerüttelt Maß eingeschenkt…

Was kannst du noch erreichen? Das ist doch die Frage!

LEBENSFREUDE! Eine bedingungsfreie Lebensfreude!

Ich denke, du wirst das nicht allein versuchen wollen und das ist gut so.

Du kannst über Grenzen gehen, das ahnst du längst.

Du kannst zwischen Materie und Nicht-Materie wandeln, das ahnst du auch.

Du kannst dich freuen darüber. Wie sehr, das ahnst du nicht!

Ich liebe dich sehr: So, wie du meinst, zu sein, und so, wie du wirklich bist…

Aber Freude wäre es mir, du würdest erleben, wer du bist.

Deine Thekla!