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Was genau passiert bei einem Verstorbenenkontakt?

Was genau passiert bei einem Verstorbenenkontakt?

Auszug aus dem früheren Trauerforum

Frage:

Liebe Uta,

Was passiert bei einem Verstorbenen-Reading ?

Wie nimmst du den Verstorbenen wahr?
Oder besser gefragt: Was empfängst du von ihm und wie passiert das?

Etwa Bilder, Gefühle, so was ähnliches wie einen ablaufenden Film,
eine Bilderfolge?
Oder wie muss ich mir das vorstellen?

Siehst du ihn direkt vor dir und bewegt er sich wie ein lebender Mensch?
Spricht er wie wir oder sendet er nur Gedanken?
Ist die Welt, die er sich erschaffen hat, nur für ihn real?
Oder sehen andere Seelen, die mit ihm zusammen sind, das Gleiche?

Wenn du nun 4 Stunden mit der Seele arbeitest oder sprichst,
kommt mir das sehr, sehr lange vor.

Spielt Zeit während des Readings oder besser im Jenseits keine Rolle?
Oder besser: Gibt es den Faktor Zeit während des Readings für dich
und für die Seele nicht?
Dann wären die 4 Stunden im Diesseits lange,
aber im Jenseits während des Kontaktes eher kurz.

PS: Warum vermissen manche Verstorbene „Essen“?
Sie könnten sich doch die tollsten Köstlichkeiten wünschen oder erschaffen.
Warum tun sie das nicht?

Liebe Grüße

Simone

Antwort:

Liebe Simone,

Der Anfang ist sehr unterschiedlich.
Manche Verstorbene suchen schon meine Nähe,
ehe sich überhaupt ein Sitter meldet.
Andere kommen erst, wenn ich Elia bitte, den Kontakt herzustellen.

Einige tuen sich schwer oder ich tue mich schwer,
dann muss ich mich erst auf ihre Energie einstimmen.

Ihr Bild betrachten, ihr Radixhoroskop betrachten und dergleichen.

In der Regel ist das Erste, was ich „sehe“, ein Bild:
entweder von ihnen oder von einer Situation oder Umgebung.

Das „Sehen“ darf man nicht
mit dem körperlichen Sehen der Augen verwechseln.
Die Bilder entstehen IN MIR, sie überlagern die reale Wahrnehmung.
Ich nehme durchaus weiterhin wahr, was „real“ ist.

Der große Unterschied zwischen medialer Schau
und körperlichen Sehen liegt im wesentlich engeren Fokus.

Ich möchte dir das an einem Beispiel erklären.
Wenn du jetzt dieses Posting liest,
dann siehst du den Text und den Rand deines PCs.
Du siehst aus den Augenwinkeln den Raum rechts und links von dir und du siehst den Raum hinter dem PC.

All das siehst du, aber du konzentrierst dich auf den Text.

Wenn ich medial sehe, dann wird der Fokus viel, viel kleiner!
Er richtet sich NUR auf das, worauf ich mich konzentriere.
Und das hat mit meinen Gedanken zu tun.

Ich frage mich:
Wie sieht der Verstorbene aus?
Und ich sehe seine Statur.
Ich frage: Was trägt er?
Und ich sehe im einzelnen Teile seiner Oberkörper-Bekleidung,
seiner Beinkleider, seiner Schuhe.
Manchmal nur Ausschnitte, die nicht größer als eine Münze sind,
manchmal etwas mehr…

Jede Frage, die ich mir stelle, bekommt ein Bild als Antwort…

Aber wesentlich wichtiger ist mir, was mir der Verstorbene selbst zeigt.
Ohne etwas fragen zu wollen
– mich ganz „leer“ machend, keinen Gedanken denkend –
entstehen dann Teile eines Bildes von ihm.
Vielleicht macht er mich auf seine Nase aufmerksam
oder die Art, wie er gewöhnlich sitzt.
Oder die Art, wie er sich das Ohr reibt…

Aber wenn das so ist, dann sehe ich auch nur das, nichts weiter.

Das Ohr, nichts weiter…

Da ich nicht wissen kann, ob damit etwas verbunden ist,
muss ich jetzt wieder eine Frage formulieren: Ist was mit deinem Ohr?

Antwort in meinem Kopf: Taub!

War etwas auffällig an deiner Nase?

Antwort als Bild: Die Nase wird plötzlich auffallend lang…

Oder ich bekomme im Zustand der inneren Leere eine Hand gezeigt… Nichts als die Hand.

Dann frage ich: Was ist mit der Hand?

Und ich sehe, wie nur die Finger winken.
Nicht wie üblich die ganze Hand vom Handgelenk an,
sondern nur die Finger.

Um sicher zu gehen, frage ich jedes Bild drei Mal ab.
Erhalte ich drei Mal das gleiche Bild, beschreibe ich es.

Das mediale Sehen ist also ein mühevoller Prozess,
in dem ich Puzzle-Teile zusammenfüge, um eine Aussage zu bekommen.

GRUNDSÄTZLICH kann der Verstorbene nur das IN MIR abrufen,
was schon da ist.

Vergessen wir nicht: Es ist kein körperliches Sehen.

Zur Erklärung: Das Auge nimmt die Optik des Umfeldes war,
leitet über die Nerven mittels elektrischer Impulse
diese Aufnahme an das Gehirnareal weiter,
das dort für die Umsetzung zwischen Bild und Verstehen (einordnen) zuständig ist.

Die Verstorbenen müssen im Kontakt mit einem Medium
die elektrischen Impulse verändern…
Sie müssen aus all den Erinnerungen und Bildern in MEINEM Gehirn
das abrufen, was ihnen taugt, um sowohl meine Fragen zu beantworten
als auch ihre Nachrichten zu „zeigen“…

Beispiel: Ich frage, welchen Beruf eine Verstorbene ausübte…
Und ich „sehe“ das Gymnasium meiner! Heimatstadt,
anschließend sehe ich die Tür zum Lehrerzimmer meines Sohnes.

Nun hat diese Dame fraglos niemals in meiner Heimat gelebt…
Dennoch ergibt es Sinn: Gymnasium, Lehrerzimmer = Lehrerin!

Der ganze Vorgang ist sehr komplex.

Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass ich NICHT völlig leer bin:
also ohne Erwartungen, Urteile oder Prägungen.

Jedes Bild, das in mir entsteht, kann zu Kombinationen in mir führen,
die die Aussage verfälschen.

Unsere Gehirne arbeiten nun einmal so,
dass sich sehr schnell Aussage-Ketten entwickeln.

Beispiel: ich „sehe“ eine altmodische Lokomotive, einen Bahnsteig und ich höre den Pfiff eines Schaffners zur Abfahrt des Zuges.

Nun war aber MEIN! Vater Eisenbahner!
Und ich habe ihn von frühester Jugend an dabei beobachtet,
wie er Zügen das Signal zur Abfahrt gab.

Wenn ich hier in die Assoziations-Kette gerate
– Dampflok, Bahnsteig, Pfiff = Vater –
liege ich unter Umständen völlig falsch.

Sie könnte auch bedeuten:
Dampflok, Bahnsteig, Pfiff = begeisterter Modelleisenbahner!

Kein Umstand verfälscht Aussagen so sehr wie MEINE Gedanken
während des Sittings.

Beispiel: Ein Sitter fordert mich auf,
die Lieblingsspeise seiner Mutter zu benennen,
damit er von der Seriosität meiner Arbeit auch überzeugt sein kann.

Ich lese diese Frage und bin in diesem Augenblick
schon alles andere als „leer“, im Gegenteil!
In mir ist eine große Erwartungshaltung, ein großes MUSS.
Mit dieser Haltung lasse ich Bilder zu
und es kommen zwanzig mögliche Speisen…
Die Konzentration geht eben nicht! mehr auf das, was kommt,
sondern ist auf die Sorge gerichtet, hier zu versagen…

In solchen Fällen hilft dann nichts als aufhören
und wieder in eine ausgewogene, innere Haltung kommen.
Und es schlicht dem Verstorbenen selbst zu überlassen, zu zeigen,
was er als ihm eigen empfand…

Um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen:
Es ist einigen Verstorbenen einfach nicht möglich,
ihr Tempo meinem Tempo anzupassen.

Dann beginnen sich Bilder zu überlagern:
Ich bekomme drei, vier und mehr gleichzeitig
wie einander überlagernde Dias…
Dann eine Auswahl zu treffen, ist sehr schwer…
Denn dann muss ich wieder „denken“.

Zitat: Etwa Bilder, Gefühle,
so was ähnliches wie einen ablaufenden Film, eine Bilderfolge
oder wie muss ich mir das vorstellen?

Bilder können sowohl mit Emotionen
als auch Gedanken verbunden sein.

Das Bild entsteht in mir und löst in mir Gefühle aus,
die definitiv NICHT zu mir gehören.

Beispiel: „Ich sehe nachts aus einem Fenster in einen Garten,
es regnet und ich fühle eine ungeheure Angst…“

Mir erklärt sich damit gar nichts!
Aber die Sitterin, die das Reading beauftragt hat, erinnert sich daran,
dass ihr Mann in den Wochen vor seinem Tod schlecht schlafen konnte
und dann stundenlang am Fenster stand…

Was der Verstorbene hier seiner Frau mitteilen will, ist:
Ich habe zwar immer gesagt, dass ich mich nicht fürchte,
aber erinnere dich…

Die Übertragung von Gefühlen ist sehr wichtig! 
Aber auch sehr schwer zu ertragen.

Es liest sich leicht, wenn im Reading steht:
Er hatte Angst oder er war verwirrt…
Oder schlimmer noch auf den Körper bezogen:
Er hatte Bauchschmerzen, ihm war schlecht, usw…

Aber es sind Empfindungen, die ich zu fühlen habe,
so authentisch, als würden sie mir geschehen.

Zitat: Siehst du ihn direkt vor dir
und bewegt er sich wie ein lebender Mensch?

Beides kann sein oder auch nur Details davon.

Zitat: Spricht er wie wir oder sendet er nur Gedanken?

Nein, er sendet Gedanken…

Ich WILL keine fremden Stimmen in meinem Kopf.

Es gibt sehr, sehr selten Verstorbene, die das in mir machen,
aber da ist einfach meine Grenze des Erträglichen erreicht.

Ich lasse es nur für Momente zu
(Beispiel: der Schrei um Hilfe oder ein zärtliches Flüstern).

Zitat: Ist die Welt, die er sich erschaffen hat, nur für ihn real
oder sehen andere Seelen, die mit ihm zusammen sind, das Gleiche?

Immer wenn sich Seelen begegnen, schaffen sie ein Umfeld,
das sie gemeinsam als solches erleben.

Wobei zu bemerken wäre, dass, je weiter sich Seelen entwickeln,
umso weniger ist UMFELD überhaupt notwendig, um zu verstehen.

Da wird das Innen zum Außen und Außen zum Innen.

Zitat: Spielt die Zeit während des Readings
oder besser im Jenseits keine Rolle?
Oder besser gibt es den Faktor Zeit während des Readings
für dich und für die Seele nicht?

Vielleicht hast du schon gemerkt,
dass diese Arbeit höchste Konzentration verlangt.
Wenn ich sage: Ich muss mich leer von Gedanken und Erwartungen, Urteilen und Befürchtungen machen, so ist das kein passiver Zustand,
im Gegenteil!

Es erfordert absolute Aufmerksamkeit auf das, was IST.

Drei Stunden, vier Stunden…

Am Ende eines Readings weiß ich nicht, wie viel Zeit vergangen ist!
Aber ich spüre, wie müde ich bin.

Jedes Reading ist anders!
Es gibt Fälle, da geht es flott voran: Eine Aussage knüpft an die andere…
Aber es gibt auch Fälle, da liegen lange Pausen
zwischen den einzelnen Sequenzen…

Es gibt Fälle, da verharrt der Verstorbene
lange Zeit in einem bestimmten Gefühl.
Und andere, da überschlägt er sich mit Informationen
und ich muss immer wieder nachfragen, aussortieren,
muss die Konzentrationsstufen wechseln…

Zitat: Dann wären die 4 Stunden im Diesseits lange,
aber im Jenseits während des Kontaktes eher kurz.

Das Jenseits hat kein kurz oder lang.
Was es hat, ist „Erfüllung“, ein genug oder ein „nicht genug“.

Es gibt Verstorbene, denen ist es ganz schnell „genug“.
Dann habe ich Mühe, ihnen klar zu machen,
dass es für ihre Angehörigen zu wenig ist …

Es gibt andere Verstorbene, denen ist es nie genug.
Sie bleiben noch Stunden lang bei mir und versuchen mir immer noch,
dies und das und jenes mitzuteilen.

Zitat: PS: Warum vermissen manche Verstorbene „Essen“?
Sie könnten sich doch die tollsten Köstlichkeiten wünschen
oder erschaffen.
Warum tun sie das nicht?

Nein, liebe Simone, es ist nicht das Gleiche.

Vielleicht hast du im Traum schon einmal etwas ganz Köstliches gegessen?
Hat es geschmeckt? 

Man hat das Gefühl! dafür, etwas Köstliches zu sich genommen zu haben, aber eben NICHT die ERFAHRUNG.

Wenn ein Verstorbener darauf aufmerksam macht,
dass er immer noch diesen irdischen Freuden zugewandt ist,
dann beinhaltet das mehrere Aussagen.
Erstens: Ich liebe immer noch das irdische Leben, zu Leben ist toll!

Zweitens kann es ein Hinweis auf seine Eigenart zu Lebzeiten sein,
gern gegessen zu haben!

Und Drittens kann es seiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen,
dass er diese Freuden überhaupt genießen durfte.

Im Gegensatz zu uns sind sich die Verstorbenen
der Tatsache bewusst, dass zwei Drittel der Menschen hungern.

Es gibt im Jenseits keine Teilung zwischen Asiaten, Afrikanern und Europäern und Amerikanern!
Sie „leben“ dort mit Menschen, die verhungert sind
oder durch Kriege vernichtet wurden.

Für mich sind solche Aussagen immer auch
eine Mahnung zur Dankbarkeit an uns Lebende.

Liebe Simone, ich hoffe, ich konnte dir so die ausstehenden Fragen beantworten.

Alles Liebe

Uta!

Antwort:

Danke, liebe Uta,

für diese ausführliche Antwort auf Simones Fragen.

Deine Erklärungen interessieren ganz gewiss sehr viele Betroffene, die schon ein Reading in Händen halten oder noch darauf warten.

Mich haben Deine Ausführungen fasziniert.
Irgendwie hatte ich bisher auch so
keine richtigen Vorstellungen davon.

Es ist ein hartes Stück Arbeit, dass Du Dir da jedes Mal abverlangst.
Einerseits der Versuch, das zu empfangen,
was der Verstorbene Dir auch wirklich mitteilen will.
Andererseits deine eigenen Filter auszuschalten.
Und dann auch noch dem Sitter gerecht zu werden,
der ja so viel Klarheit und Sicherheit wie möglich erwartet
und seinen Verstorbenen möglichst vollständig wiedererkennen möchte.

Wenn ich mir angesichts dieser Erklärungen jetzt noch einmal meine eigenen Readings vor Augen führe
– besonders auch das Verstorbenen-Reading –
dann möchte ich Dir noch einmal meinen ganzen Respekt bekunden.

Da hast Du in großartiger und faszinierender Weise
eine Verbindung hergestellt und ganz besonders auch
Gedanken, Gefühle und Stimmungen erfasst.

Du hast wirklich eine ganz große Gabe, Uta!

Eine Begegnung mit Dir ist eine Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Alles Liebe und herzliche Grüße,

Deine Gaby

Antwort:

Liebe Uta,

auch im möchte herzlich danken.
Du hast es sehr ausführlich und auch für Laien verständlich erklärt.
Ich kenne kein Forum, in dem solche Fragen
in dieser herzlichen und anschaulichen Art erklärt werden.

Vielen Dank!

Simone