Wer bin ich eigentlich?

Da steht der Mensch mit Mitte vierzig da und fragt sich:
„Wer bin ich eigentlich“?

Jeder Mensch braucht einen seelischen Freiraum,
braucht immer wieder eine Zeit,
in der er ganz für sich selbst sein darf.

Sonst verliert er sich,
sonst geht er unter in all den Ansprüchen
und Anforderungen seiner Mitmenschen.

Engelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Mario zu verbinden. Mario bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe an einem flachen Fluss, das Wasser ist glasklar.
Belaubte Bäume stehen bis dicht ans Ufer.
Links von mir sitzt ein Mann auf einem schweren Ast, der sich bis ins Wasser beugt.

Er trägt einen breitkrempigen Hut mit einer Feder daran, ein grünes Samt-Jackett,
helle, enge Hosen und hohe braune Stiefel, das schwarze Haar reicht bis auf die Schultern.

Ein ernstes, schmales Gesicht, sonnengebräunt.
Neben ihm steht ein riesiger Löwe im Sand des Ufers.
Ohne das Tier zu betrachten, füttert der Mann es aus der Hand mit Brotstücken.
Als der Mann mich zu sich heranwinkt, knurrt der Löwe und ich bleibe lieber stehen.
Das sieht nicht sehr freundlich aus.

Der Mann legt eine Hand beruhigend auf den Kopf des Löwen, dann flüstert er ihm etwas ins Ohr.
Daraufhin wendet der Löwe sich ab und geht fort.
Endlich kann ich mich dem Guide nähern.

U: Du bist der Guide von Mario?

G: Ja, ich bin einer seiner Guides, er braucht mehr als nur mich (lächelt).

U: Hat das einen Grund?

G: Ja, natürlich hat das einen Grund.
Mario wechselt, er hat den Wechsel geradezu erfunden (lacht).
Mario lässt sich als Seele nicht festlegen, er hat sich darum gleich mehrere Betreuer aus dem Jenseits erbeten.
Für alle Fälle, man kann ja nie wissen (lächelt wieder, ich weiß daher nicht, ob er Scherze macht).

U: Willst du damit sagen, dass sein Lebensplan nicht feststeht?

G: Oh, nein, nein, natürlich hat auch er einen festen Lebensplan, natürlich sind einzelne Ereignisse festgelegt.
Aber zwischen denen hat sich Mario so viel Freiheit gewünscht, wie nur irgend möglich ist. Entscheidungsfreiheit, verstehst du?

U: Und da hat er sich gleich mehrere „himmlische Experten“ gewünscht?

H: Ja, das könnte man durchaus so sagen.
Die Freiheit, Alternativen zu haben, ist ihm wichtig!
Das heißt nicht, dass er die Alternativen auch lebt.
Es heißt nur, dass er als Seele die Freiheit haben möchte, sie leben zu können, falls er es sich wünschen würde.

U: Oh, das ist ungewöhnlich!

H: Hm, das ist Teil seiner Lebensaufgabe!
Zu lernen, Entscheidungen aus freiem Entschluss zu treffen, statt aus dem Zwang heraus, sichergehen zu müssen.
Aber ich will es lieber bildlicher erklären, was ich meine.
Darf ich mich erst einmal vorstellen?

U: Klar …

H: Mein Name ist Henry, ich bin – na ja, in eurer Zeit würdet ihr sagen – ein Aussteiger, ja?

U: Okay.

H: Wir sind gerade in Afrika, Afrika 1876, irgendwo im heutigen Kongo.
Du könntest versuchen, das herauszufinden, aber ich denke, es ist müßig.

U: Was herauszufinden?

H: Wer ich damals war? Egal, Namen, Orte, Berufe, das ist nicht, was den Menschen ausmacht.
Ich war in so vielen Leben, ich hieß Giovanni und Henry, Bernhard und Salvatore, Igor und Tien.
Egal, DAS ist egal.

Was zählt, ist der Sinn, die Aufgabe, das Ziel, das eine Seele erreichen will.
Dieses Leben habe ich nur aus einem einzigen Grund gewählt, um mich vorzustellen, hier waren wir Freunde.
Mario und ich, er hieß damals George.
Wir waren wie viele Kinder des britischen Adels in Internaten aufgewachsen und einander durchaus wie Brüder.

Wir waren uns so sehr vertraut, man kann es nur Liebe nennen.
Und das waren wir, weil einer im anderen sich selber fand,
so ähnlich waren sich unsere Seelen.
Dennoch trennten sich unsere Wege für immer, als wir noch jung waren.

Unserer beider Aufgaben im Leben war es, zwischen persönlicher Freiheit und sozialer Verantwortung die Mitte zu finden.
Aber wir wählten beide das Extrem.

George unterwarf sich komplett den Anforderungen seiner Familie und ich tat das exakte Gegenteil.
Ich verbrachte mein Leben damit, vor jeder persönlichen Bindung davonzulaufen.
Na ja, das ging am Besten als Entdecker, ich wurde so etwas wie ein Landvermesser.

Du musst verstehen:
Zu dieser Zeit waren weite Teile der Welt noch nicht durch die Europäer entdeckt.
Der Globus hatte noch viele weiße Flecken, besonders in Afrika.

Als wir Kinder waren, träumten wir von gemeinsamen Abenteuern.
Wir träumten davon, zusammen die Welt zu entdecken, die Meere zu befahren.
Ich lebte unseren Traum, George hingegen entschied sich dafür, den sicheren Weg durchs Leben zu gehen.

Der Familientradition verhaftet, sich besonders der Mutter verpflichtet, trat er das Erbe seines Vaters an und wurde das, was wir einen Landlord nannten.
Was denkst du? Wer war der Glücklichere von uns beiden?

U: Du vermutlich!

H: Ja, (lacht) das hat Henry auch so gedacht.
Aber es stimmt nicht, wir waren beide unglücklich, jeder auf seine Weise.
Denn wir hatten beide nicht den Mut, uns unserer wahren Aufgabe zu stellen.

Unser Problem war unsere Einstellung zur Freiheit.
Weder er noch ich haben verstanden, was Freiheit ist.

Meiner Ansicht nach bedeutete Freiheit die Losgelöstheit
von jeder Art von persönlicher Bindung.
Und deshalb floh ich das, so weit ich nur konnte.
In meinem Leben gab es nichts, was mich emotional abhängig sein ließ.
Alles, was ich an Beziehungen hatte, konnte ich jederzeit,
ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, aufgeben.

Ich war frei?
Ja, das schon, aber das hieß, auch frei sein von jeder Art von Liebe.

Im Resultat: Ich starb als sehr einsamer, sehr unglücklicher Mann.
Ich wusste, dass ich das Wesentlichste im Leben versäumt hatte:
Ich hatte es der vermeintlichen Freiheit geopfert.

Und George? Oh, er hatte es ganz anders gemacht!
Er hatte eine echte Lady zur Frau (etwas anderes wäre ihm nie in den Sinn gekommen).
Er hatte drei prächtige Kinder, war sehr angesehen in seinem Umfeld
und konnte im Alter in aller Ruhe die Früchte seiner Arbeit genießen.
Wohlstand und ein angenehmes Leben, oh ja …

War er vielleicht der Glücklichere? Was denkst du?

U: Hm… keine Ahnung!

H: Nein, war er nicht, war er nicht.
Die Lady wollte ihn nicht entbehren und so kam es, dass er – abgesehen von gelegentlichen Urlaubsausflügen an die Küste – nie mehr von der Welt gesehen hatte.
Nicht einmal das Meer durfte er befahren,
nicht einmal über den Kanal nach Frankreich durfte er.
Denn seine Lady bekam bei derartigen Vorstellungen regelmäßig Ohnmachtsanfälle aus Angst und Sorge um ihn.

Da ihm sehr viel an einem einvernehmlichen Eheleben lag (von Leidenschaft konnte keine Rede sein), unterließ er es, sie mit abenteuerlichen Plänen zu verärgern
und blieb sicher im Lande.

Er gab mit der Zeit auch noch den letzten Traum von erlebten Abenteuern auf. 
Und man kann wohl sagen, das größte Abenteuer seines Lebens war, als er sich auf einer Jagd verirrt hatte und in einem Schafstall übernachten musste.

Als er starb, war er ein müder, alter, unzufriedener Mann.
Der alle und alles hasste, was ihn daran gehindert hatte, sich die Welt anzusehen
und seine eigene Kraft und Stärke im Abenteuer zu erproben:

Er dachte mit Zorn an seine Mutter, die ihn bekniet hatte, das Erbe des Vaters anzutreten.
Er dachte mit Zorn an seine verstorbene Gattin, die ihm auch noch die kleinste Risikofreude verdorben hatte und seine Leben zu einem langweiligen, nicht enden wollenden Pflichtgang gemacht hatte.

Und er dachte mit Zorn an seine Söhne, die im bis ins hohe Alter ganz allein die Verantwortung für ihre Lebenswege überlassen hatten, sodass er nicht einmal die Freiheiten des Alters genießen konnte.
Ja, aber waren wirklich seine Angehörigen schuld?

Nein, nein, das waren sie nicht, sie machten nur das, was seine Seele für vernünftiger hielt!

Als er ins Jenseits kam, erkannte er, dass er alles, was er sich erträumt hatte,
auch hätte erleben können, wenn er nur bereit gewesen wäre, den Preis dafür zu bezahlen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er darum – so wie ich – ein Flüchtling der Verantwortung würde, war groß und wäre sicherlich erfolgt.
Wenn Mario – so möchte ich ihn von nun an nennen, denn er legte den alten George von da an ja ab – wenn also Mario nicht so intensiv bereit gewesen wäre,
im Jenseits über das rechte Maß von Freiheit zu lernen.

Absolute Freiheit und absolute Verantwortung sind beiden Extreme der gleichen Energie.
Aber Seelen sind auf dem Weg, aus den Extremen heraus zu wachsen,
die Mitte zu finden zwischen beidem ist ihr Streben.

Die Mitte zwischen übergroßem Sicherheitsstreben und verantwortungslosem Verhalten.
Das ist das Ziel, das sich Marios Seele in diesem Leben gesetzt hat. Aber er lebt es nicht, und das ist der Grund seiner Müdigkeit.

Jede Seele neigt dazu, die alten Muster des vorangegangenen Lebens wieder zu leben.
Doch irgendwann wird ihre Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass sie einen Auftrag hat.
Sie spürt, dass etwas nicht stimmt mit dem Leben, so, wie sie es lebt,
und beginnt Antworten zu suchen oder gerade diese zu vermeiden.

George vermied es, Mario sucht sie: die Antwort.
Und darüber bin ich sehr froh.

Mario, spürst du sie, die große Unzufriedenheit?
Spürst du, wie du das Gefühl hast, in einem Nebel zu sein,
der dein Denken und Fühlen durchdringt?

Ja, nicht wahr?
Spürst du diese Wut in dir, diesen Zorn?

Weil: So wie es jetzt läuft, läuft es wieder dorthin, woher du gekommen bist.

Alles ist sicher, ist nett, ist gut, aber leer, so leer …
Aber wieder KANNST du nicht meinen Weg gehen, dich von allen Bindungen lösen
und einfach treiben lassen, wohin der Wind dich weht.
Gott sei Dank kannst du das nicht, denn im Gegensatz zu mir damals LIEBST du.
Aber ja doch!

Du liebst sie, deine Frau, deine Familie, deine Arbeit, doch, doch.
Nur: Das ist doch eine Zwickmühle, wie kommst du da raus?

Siehst du, und genau darum geht es!
Zu lernen, dass du SOWOHL deine Freiheit leben musst, als auch! deine Verantwortung.
Sei doch ehrlich, du liebst es doch auch, für die Menschen, die dir anvertraut sind, verantwortlich zu handeln.

Da hast du auch recht! Du bist ein guter Mann!
Auf dich kann man sich verlassen, wenn man in Not ist!

Und das ist etwas sehr, sehr Männliches!

Aber du bist auch mehr als deine Verantwortungen!
Du bist auch der Mario, der die Welt erleben will, der sich selbst erfahren will.
Der ganz neue und ungewöhnliche Dinge ausprobieren möchte und der so gerne sich in Verantwortung nehmen lässt, doch auch seine Freiheiten leben muss, um ein glücklicher Mensch zu sein.

Mario, das ist keine Theorie, sondern es ist das, was du UNBEDINGT lernen musst:
Beides miteinander zu verknüpfen, Nähe und Liebe leben, JA!

Aber auch: Distanz und Zeiten, in denen du dich ganz auf dich selbst konzentrieren kannst!
Ja doch! Auch das!

Frei sein UND gebunden.
Es ist NICHT die Aufgabe deiner Mitmenschen, dir dieses zu bieten,
sondern es ist ganz und gar deine Aufgabe, dich dafür einzusetzen.

Jeder Mensch braucht einen seelischen Freiraum, braucht immer wieder eine Zeit,
in der er ganz für sich selbst sein darf.
Sonst verliert er sich, sonst geht er unter in all den Ansprüchen und Anforderungen seiner Mitmenschen und dann steht er mit Mitte Vierzig da und fragt sich: Wer bin ich eigentlich?

Und er spürt, dass er zu viel und zu oft die Anpassung gelebt hat,
dass er zu einseitig nützlich für andere war.
Was dann kommt, ist bekannt:
Entweder der totale und dramatische sogenannte „Befreiungsschlag“,
der meist nichts weiter ist als ein Weg in die Einsamkeit.

Weil: Wer nichts hat, der kann auch nichts mehr verlieren,
und das nennt sich dann angeblich Freiheit.

Oder es kommt die Wut:
unausgesprochen, oft nicht einmal sich selbst gegenüber eingestanden.
Eine bittere Wut, die so weit von der Liebe weg ist, dass sie sogar völlig vergessen wird.

Das sind die Menschen, die auf ihr Leben zurückblicken und wütend auf alle sind,
denen sie doch anfänglich so gerne beigestanden haben.

Und schlimmer noch: Eines Tages kommt der Punkt, an dem sie beginnen,
sich selbst zu hassen für all die Dinge, die sie nie gewagt haben, zu tun.

Dieses Reading findet statt, um dich daran zu erinnern, dass du selbst verantwortlich bist für deine Freiheiten, aber auch für deine Verantwortlichkeiten.
Freiheit ist NICHT, wie ich einmal dachte, das völlige Fehlen von Verantwortung.

Sondern die Freiheit, selbst zu entscheiden, für was und in welchem Ausmaß ich bereit bin, Verantwortung zu tragen.
Das ist jetzt deine Arbeit.

Ich sage nicht, dass es leicht ist!
Ich sage nicht, das schaffst du in den nächsten zwei Jahren.
Ich sage: Zum Teil bist du schon auf dem richtigen Weg,
aber du musst noch viel mehr in die Tiefe sehen.

Deine Kindheit ist geprägt von Ängsten, was den Mut verhindert,
persönliche Freiräume in Anspruch zu nehmen.
Dir wurde in der Sippe gesagt, dass ein unberechenbarer Mann,
der heute so und morgen so ist, etwas sehr Schlechtes ist.

Dir wurde zutiefst absolute Berechenbarkeit abverlangt.
Auch davon musst du dich befreien!
Nie wieder ins Extrem gehen, das ist die Wahrheit deiner Seele.
Und ihr Ziel ist es, die Mitte zu leben.

Du bist aufgefordert, in deine Verantwortungen dir Freiheiten zu nehmen,
um dir die Kraft dafür überhaupt erhalten zu können!
Und du bist aufgefordert, dir in deine Freiräume so viel Mitgefühl für die Grenzen der anderen zu nehmen, dass alle zu ihrem Frieden finden können.

Wo fängt Freiheit an?
Da, wo ich entscheiden kann und bereit bin, den Preis dafür zu zahlen.
Wo hört Freiheit auf? Da, wo andere für meine Freiheit zu zahlen haben.

Und nicht mit entscheiden dürfen, ob sie das wollen oder nicht.
Ich bin zuversichtlich, dass du an dieser Aufgabe wächst.
Wenn du sie bewältigt hast, dann bist du ein weiser Mann.

U: Danke, Henry, darf ich dir jetzt die Fragen von Mario stellen?

H: Ja, selbstverständlich.

U: Mario fragt nach der Aufgabe seiner Inkarnation.
Aber ich denke, das hast du ausführlich erklärt.
Oder gibt es noch etwas, das du hinzufügen willst?

H: Nein.
Natürlich könnte man es noch weiter vertiefen, aber das ist dann wohl für ein Reading zu umfangreich, oder?

U: Ich fürchte ja, ich werde langsam müde.
Dann also die nächste Frage: Welche Aufgaben hat er aus früheren Inkarnationen mitgebracht?

H: Mario, da ist eine Menge offen geblieben.
Du neigst zur Flucht (lächelt).

Wo soll ich anfangen?
Ich ziehe es vor dich auf einen wichtigen Aspekt hinzuweisen: dein Verhältnis zu Frauen.

Du liebst es, geliebt zu werden, ja, gewiss und das ist auch gut so.
Aber du hast aus karmischen Gründen auch Angst, zu sehr geliebt zu werden.
Quasi in der Liebe einer Frau zu ersticken.

Und so bist du unberechenbar, du sucht Nähe, lässt sie zu.
Aber gerade dann, wenn ein Gefühl von Sicherheit aufkommt,
dann sagst du etwas oder vergisst gerne etwas, dass diese Nähe wieder auflöst.

Die Lösung wäre es, sich dieser Tatsache bewusst zu machen.
Da ist einfach das Bedürfnis da, immer wieder in Distanz zu gehen.
Je offener das angesprochen wird, umso besser ist es.

Nähe UND Distanz: Beides musst du leben dürfen.

Es gibt noch andere Lasten vergangener Leben, aber wir sollten es erst einmal dabei belassen.

U: Was kann er tun, um „etwas“ glücklicher zu werden?

H: Mario, das Wesentliche habe ich dir aufgedeckt.
Aber du musst dir bewusst machen, dass deine Ahnen auch eine Rolle spielen!
Schau dich um, wie viele „glückliche“ Männer sind denn da?
Oder waren da?

Hm? Das ist doch jämmerlich! Findest du nicht?
Glücklich sein heißt eben NICHT, verantwortungslos sein, nein!
Du darfst dein Glück suchen!
Und du darfst und musst sogar dabei völlig verrückte Ideen ausleben,
aber du wirst trotzdem immer auch ein verantwortungsvoller Mann sein.

Beides gehört zusammen und du hast ein Recht auf beides!

U: Er spricht da besonders Beziehungsprobleme an…

H: Mario? In deiner Sippe gilt: Glück zeigt sich an dem, was ein Mann BESITZT!
Aber Glück ist das, was ein Mann lebt!
Du weißt dass doch schon: Der Besitz ist dazu da, ein lebendiges Leben zu ermöglichen.
Wer seine Lebendigkeit dem Besitz opfert, der hat gar nichts, egal, wie viel er hat.

Du spürst das, du merkst, dass es so ganz schief läuft.
Aber wie willst du das ändern?

In dem du ZU DIR stehst!
Zu dir gehört die Verantwortung und dein Wunsch nach Liebe,
aber auch dein Drang, frei zu sein und Neues zu erleben.

Der einzige wahre Besitz, den du hast, ist dein Leben!

Überprüfe selbst: Bist du der Besitzer deiner Zeit, deiner Kraft, deiner Gefühle, deiner Werte, deiner Gedanken?
Oder hast du aus Sicherheitsgründen die Besitzansprüche daran an andere abgegeben?

Ja, das hast du.
Und deshalb ist in dir Wut: auf die anderen und auf dich.

Es wird Zeit, dass du deine Besitzrechte neu ordnest, findest du nicht auch?

U: Wer du bist und warum du sein Guide bist, hast du erklärt.
Deshalb komme ich zur letzten Frage: Warum schläft er nachts so schlecht und so kurz.

U: Weil er in innerer Unruhe den neuen Tag erwartet.
Angst hat, zu verlieren, Angst hat, die Kontrolle aufzugeben.
Du liebst es, alles unter Kontrolle zu haben!

Du steckst ziemlich viel Energie in den Versuch, das zu tun, weißt du das eigentlich?
Aber wenn du ehrlich bist, was kannst du überhaupt kontrollieren?
Nicht einmal dich selbst, hm?
Du brauchst keine Angst haben, Mario!
Deine Seele, die kann tatsächlich kontrollieren, was sie will.
Und die tut, was sie will, auch und gerade, wenn du schläfst.

Bist du dir im Klaren, dass du eine Seele bist, auf die du dich voll und ganz verlassen kannst? Vermutlich nicht …
Ich kenne deine Seele und ich weiß, dass sie immer sehr gut auf dich aufpasst.
Nur du, du weißt es nicht.
Mario, dir würde es sehr gut tun, wenn du allein schläfst, mit dem Gesicht nach Nordosten.
So hättest du einen tieferen und gleichmäßigeren Schlaf.

Aber noch besser wäre es, wenn du deine Seele so gut kennen lernst,
dass du die Kontrolle wenigstens im Schlaf ganz an sie abgeben kannst.

U: Ich danke dir, Henry, ich hoffe, dass wir Mario damit helfen konnten.

H: Ja, sagen wir, wir haben den Stein ins Rollen gebracht.
Aber es wäre so viel mehr zu sagen und zu lösen.
Du musst wissen, dass es Phasen tiefster Einsamkeit in ihm gibt.
Er braucht so sehr die Gewissheit, dass es nicht so weiter geht
und schon gar nicht noch schlimmer wird.

Mario ist nicht geboren, um einsam zu sein,
sondern um seine Fähigkeit zu lieben, zu leben, in aller Verantwortung,
aber auch in aller Freiheit.

Wir hoffen, dass er jede Gelegenheit ergreift, dieses Ziel wahr werden zu lassen.

Danke, Uta, ich verabschiede mich fürs Erste und ich segne dich.
Auf Wiedersehen.