Eine Botschaft an alle Eltern und deren Kinder von einem verstorbenen Zwanzigjährigen

Verstorbenenkontakt
Eine Botschaft an alle Eltern und deren Kinder
von einem verstorbenen Zwanzigjährigen

Denen will ich hier was sagen: 
Ihr dürft euren Kindern nicht die Möglichkeit nehmen,
Enttäuschungen zu erleben!

Bitte hört auf damit, sie davor bewahren zu wollen!

Erlaubt nicht so was, zeigt ihnen ihre Grenzen!
Und zeigt ihnen, dass Enttäuschungen ganz normal sind!

Ich bitte meinen Guide, mich mit Stefan zu verbinden.
Dora bittet um diesen Kontakt.

Stefan kommt sofort, er trägt wieder eine Mütze.
Dieses Mal aber eine, die aus weißer und goldener Wolle ist.

(Anm.: Wir haben Stefan vor einiger Zeit ins Licht gebracht,
weil er nach seinem Tod noch im unerlösten Bewusstseinszustand war.)

Er ist ganz in Weiß gekleidet, weißes Shirt,
sehr weite, weiße Jeans, goldene Turnschuhe (Schnürsenkel offen).
Auf dem Oberarm ein goldenes Tattoo, zwei Flügel, darunter der Schriftzug: „God safed me“.

Ich muss lachen, als ich ihn so sehe und er lacht mit…

U: Du hast wirklich das coolste Outfit, das hier je jemand hatte,
der aus dem Jenseits kommt!

Stefan  grinst, sagt aber nichts, zeigt nur auf das Tattoo…

U: Das ist ernst, nicht?

S: Ja, ich hab´s gebraucht, deppert, wie ich war.
Ich hab´s so gebraucht, das zu erleben!

U: Den Suizid?

S: Naaaaaa! Dass ich gerettet wurde,
auch wenn ich den größten Scheiß mach, den ana macha konn…

U: Geh, Stefan, sprich hochdeutsch mit mir, ist zu schwer für mich sonst…

S: Joa?

U: Ja! Bitte!

S: Ui, BITTÄÄÄÄÄÄÄÄ!
Das ist schwer für mich, das höre ich immer noch nicht gern.
Es wird gebeten, aber in Wirklichkeit ist´s ein Befehl!

Du, daran hätt ich verrückt werden können!
Diese Scheinwelt, die hab ich einfach nicht vertragen…

U: Willst dich beschweren?

S: Na, will ich nicht, ich will nur ganz anders leben, nicht wieder sooooo.

U: Wie sooooo?
Ich versteh nicht, was du meinst?

S: So ohne Richtung, ohne Halt…
Ich will kein starkes Kind sein müssen, nie wieder!

U: Kein starkes Kind?
Kannst du das näher erklären?

S: Ja.
Wenn die Erwachsenen nur noch darauf schauen,
dass man sie ja auch lieb hat:
Wer ist denn dann stark und wer ist schwach?

Ich mein, da stimmt doch was nicht!
Umgekehrt, das wär´s gewesen.

Ich sag doch:
Das ist eine verdrehte Welt und so will ich´s nimmer mehr.

Stärker sein als die eigene Mutter!
Vom Vater red ich erst gar nicht.

U: Hat das zu deinem Suizid geführt?

S: Das nicht.
Aber es hat geholfen, ihn für mich zu wollen.
Ich war nicht stark, kein bisschen.
Ich hab mich gefühlt wie ein Blatt im Wind…

Grenzen wollt ich haben!
Solche, die ich erst hab und die ich dann niederreißen kann.

Halt wollt ich!
Einer, der meine Wut anhält und meine Traurigkeit.

Einer, der STOP sagt, auch wenn ich ihn dafür hasse!
Verstehst du, was ich meine?

U: Hm! Ich glaub, aber so genau weiß ich´s nicht.
Meinst du eine Autorität?

S: Ja! Aber die Erwachsenen wollen keine Autoritäten mehr sein.
Das ist ihnen zu anstrengend!
Die wollen, wenn sie nett sind, Freunde sein.

Aber Freunde sollten eben Gleichaltrige sein!
So sehe ich das inzwischen.
Ich hab mit so vielen geredet.

He, weißt du, wie viele es tun?

U: Sich suizidieren?

S: Ja! Ich meine junge Menschen so wie ich…

U: Ich hab gehört, viel zu viele und immer mehr!
Ist das wahr?

S: Hm, hm (nickt).
Und die stehen alle da wie ich und haben keine Ahnung, was jetzt los ist!
Die glauben doch alle, es ist eben aus und vorbei.
Und falls nicht, gibt’s eben eine neue Runde.
Ist doch egal!

Leben oder Sterben ist denen völlig egal!
Was glaubt ihr, was da los ist!

U: Wo?

S: Na ja, hier!

U: Nicht im Belt?

S: Na, die meisten gehen ins Licht.
Die sind ja gar nicht so, dass sie sich ein Gewissen machen.
Die sehen, dass das Licht cool ist und zack!

Aber danach geht’s richtig los!
Das ist überhaupt nicht mehr cool, zu sehen, was man versäumt hat…
Man, so viel!!!
Stell dir vor: Ich hätte eine RICHTIGE Liebe erleben können!
Ich hätte mit meinen Enkeln in die Berge gehen können.
Ich hätte in Amerika eine Hütte am See haben können!

Ich WAR DOCH GAR NICHT UNBELIEBT!

Das siehst du hier:
Du siehst hier die Alternativen!

Manche sagen: Ich scheiß auf Alternativen!
Die wollen gleich wieder geboren werden!
Frag mich bloß nicht, warum!

U: Doch, frag ich!

S: Weil sie das ins Licht gehen cool finden, cooler als alles andere!

U: Ach du Sch…- Entschuldigung!

S: Na! Wieso? Das IST Sch…!

U: Niemand hält das auf drüben?

S: Oberstes Gesetz: Freiwilligkeit der Seelen…

U: Das heißt, da werden ein Haufen „Kamikaze Seelen“ wieder geboren?

S. nickt: Ohne Reue…
NICHTS gelernt…
Hopp und Ex…

U. Und die Liebe zu ihren Angehörigen?

S: Liebe?
He, wovon sprichst du?
Die glauben alle nicht an Liebe!

U: Aber sie müssten die doch fühlen, wenn sie drüben sind…

S: Tun sie auch!
Aber dass Andere sie lieben, ist doch nicht neu, das kennen sie doch.
Neu wäre, dass SIE Andere lieben!

Man, ich sag dir, ich hab einen harten Job hier!

U: Wieso hast du einen harten Job?

S: Na, ich bin bei ihnen!
Was denkst du denn, warum ich den Aufzug hier habe!
Das beeindruckt sie.
Willst du mal mein unschlagbares Vertrauens-Angebot sehen?

U: Hm?

S: Hier (er zeigt mir einen Joint).

U: Ist nicht wahr!

S: Doch!
Mit so was arbeiten wir hier!
Wir versuchen, sie dazu zu bewegen,
IRGEND JEMANDEN oder IRGEND ETWAS gut zu finden…

Das ist so schwer, das könnt ihr euch nicht vorstellen!
Sie haben alle Angst!

U: Wovor?

S: Sich an irgendwas zu binden!
Sie glauben nicht, dass so was gut für sie ist.

Aber ein Mensch, der sich an niemanden binden will,
dem wird irgendwann alles egal.
Auch er selbst ist ihm irgendwann egal
und dann fängt alles von vorne an…

U: Warum haben sie solche Angst davor?

S: Aus Enttäuschung…

U: Das scheint mir seltsam!
Enttäuschungen gehören doch zum Leben dazu.

S: Oh man, man merkt, dass du ziemlich alt bist!

U: ?

S: Na ja, ich hab´s nicht so gemeint!
Ich mein nur: In meiner Generation und auch noch viel Jüngere,
da ist Enttäuscht sein so was wie ein Super-Tabu!

Man hat nicht unter Enttäuschungen zu leiden!
Und wenn doch, dann kannst du dich auch gleich umbringen!

U: Das ist doch – entschuldige, wenn ich´s offen sage – Babykram!
Ich meine, nur Kleinkinder im Trotzalter drehen durch,
wenn sie nicht kriegen, was sie wollen.
Oder?

S: He (grinst), jetzt hast mich verstanden, Lady!
Das versuch ich, ihnen zu sagen!
Ich versuch, ihnen das klar zu machen:
Dass jeder mit so was fertig werden kann!

Und dass es Okay ist, weil man daraus was lernt.

Ich versuch, ihnen zu erzählen, wie es für mich ist:
Erst zu spät zu verstehen, dass ich ein Super-Leben hätte haben können, wenn ich nur mehr Geduld gehabt hätte…

U: Und, gelingt es dir?

S: Manchmal, aber die Meisten sagen:
Ich scheiß auf deinen Mist!

U: Dann gehen sie wieder in Inkarnationen,
ohne sich weiterentwickelt zu haben?

S: Ja!

U: Stefan, das ist schlimm.
Aber so ganz versteh ich nicht,
warum du die meiste Zeit deines Readings bei mir
mit diesem Thema zubringst…

S: Weil ich weiß, dass dich viele lesen.

U: Von denen, die sich aus Enttäuschung suizidieren wollen?

S: Na ja, das sind zurzeit nur Zwei.
(He, mach´s nicht, es ist Schrott!)

Aber Mütter von Kindern, die so was machen könnten,
die lesen das hier und denen will ich was sagen:


Ihr dürft euren Kindern nicht die Möglichkeit nehmen,
Enttäuschungen zu erleben!
Bitte hört auf damit, sie davor bewahren zu wollen!

Erlaubt nicht so was, zeigt ihnen Grenzen!
Und zeigt ihnen, dass Enttäuschungen ganz normal sind!

Ihr tut selbst so, als wäre das ein Grund,
das ganze Leben wegzuwerfen, wenn ihr enttäuscht seid.
Aber IHR könnt damit noch umgehen, eure Kinder nicht mehr!!!

Ich bitte euch alle da draußen, hört auf damit, alles zuzulassen,
damit euer Kind nie sauer auf euch ist!
Das funktioniert nicht!

Irgendwann erwartet es Sachen, die KÖNNT ihr ihm nicht mehr bieten!
Und was dann?


Dann hat es nie gelernt, damit umzugehen
und ist so sauer bis in alle Ewigkeit…

Bitte: Versteht ihr nicht?
He, ihr sollt Kinder auf das Leben vorbereiten, das Leben ist hart!
Das ist nichts für Trotz-Kinder!
Holt sie da raus, holt sie – solange ihr Zeit habt – da raus!
Bitte!

Ihr habt die Aufgabe, sie für ihr Leben vorzubereiten!
Das hat nichts damit zu tun, sie zu Super-Schülern zu dopen!!!

Sondern damit, dass sie lernen, auch damit fertig zu werden,
etwas NICHT zu können oder NIE zu kriegen.


Damit fertig zu werden, dass es Verbote gibt und Ungerechtigkeit!

Und dass sie damit klar kommen können,
dass ihre Wünsche nicht in Erfüllung gehen.

Bringt ihnen bei, Enttäuschungen durchzustehen
und sich dann wieder mit was anderem zu beschäftigen!
Macht ihnen klar, dass Leben auch dann super sein kann
– wenigstens manchmal – wenn Wünsche sich nicht erfüllen!

U: Mein Lieber!
Du nutzt hier die Gelegenheit für einen Aufruf?!

S. lächelnd: Klar!
Dora versteht mich!
Die ist die Letzte, die mich nicht verstehen würde!

He, Dora?
Ich liebe dich, auch wenn ich manchmal Gaga bin.
Das hier ist echt!

Ich liebe dich!

U: Du bist Gaga?

S: Na, früher!!!

U: Oh, ach so…

S: So, okay, dann könnten wir jetzt auch gehen, oder?

U: Wohin?

S: Ja, wart halt!

Er verändert das Umfeld.
Jetzt sitzen wir in einer warmen Nacht auf einer Wiese.
Um uns sind Berge, ganz still ist es hier.
Nur einen Bachlauf können wir hören.

Und Stefan legt sich lang ins Gras, ich soll es ihm gleich tun.
Über uns ein wunderschöner Sternenhimmel, dann eine Sternschnuppe…

S: Dora? Du darfst dir was wünschen!
Brauchst nicht denken, dein Kampf um mich war umsonst!

Jetzt verändert er wieder das Umfeld.
Wir sitzen auf einer Eck-Couch, die Sonne scheint herein.


S: Ich will so gerne meinem Tod einen Sinn geben, verstehst du?

U: Ja, das kann ich gut verstehen, Stefan.

S: Ich klage niemanden an, hoffentlich werde ich nicht so verstanden.
Mir geht’s überhaupt nicht darum, ob meine Kindheit gut war oder nicht.
Ob meine Mutter mich verstanden hat oder nicht.
Das ist alles totaler Quatsch.


Mir geht’s darum, zu sagen:

He, es war totaler Mist, den ICH gebaut habe!
Nicht meine Mutter, nicht die Anderen.

Eine Familie, in der nicht alles rund läuft, ist kein Grund,
zu einem todtraurigen, mordswütenden Jugendlichen zu werden!
Das allein reicht nicht.

Ihr müsst verstehen, wer wir als Seelen waren,
ehe wir zu euch gekommen sind!

U: Wer wart ihr?

S: Kriegsopfer!!!
Also, wir kommen alle direkt aus dem Zweiten Weltkrieg zu euch!
Wir haben alle da was mitgenommen, das nie geheilt ist.

U: Was ist das?

S: Dass ein Menschenleben NICHTS zählt!
Dass Zukunft eine Illusion ist und du nur schlau bist,
wenn du GLEICH das nimmst, was an Gutem möglich ist!


Im Grunde sind wir alle wie die Passagiere auf der Titanic!

Aber WIR wissen, dass dieses Schiff untergeht und deshalb:
MITNEHMEN, was geht, JETZT!

Denn es gibt vielleicht kein Morgen!
Verstehst du?


Wir haben kein Vertrauen in Autoritätspersonen!
Wir tragen alle die Überzeugung in uns,
dass die GAR NICHTS wert sind!
Und dann suchen wir uns Eltern,
die diesen Glauben bedienen können,
weil sie selbst nicht glauben, dass sie was wert sind.

So ist das!

Da hat keiner Schuld!
Aber wenn ihr die Ursachen nicht versteht,
wie soll sich was verändern?

Die Kinder, die geboren werden,
können nicht damit anfangen, das Ganze zu ändern.
Ich hoffe, die Erwachsenen fangen an.

U: Womit sollen die anfangen, Stefan?

S: Damit, dass sie sich selbst wertvoll finden
und sich den Kindern gegenüber auch so verhalten!

WÜRDE!
Es wäre gut, es wäre echt das Beste,
wenn sie damit anfangen, zu verstehen:
Dass ihre Kinder keine immer liebe Mutter oder Vater brauchen,
sondern Eltern, die Würde haben!

U: Das wäre euer Schutz?

S: Das wäre der Schutz vor unseren eigenen verletzten Seelen, ja.

U: Ok, ich muss sagen:
Alles, was du mir sagst, geht mir sehr unter die Haut,
aber ich danke dir dafür!

Doch jetzt würde ich dir gerne die Fragen von Dora stellen.

S: Ja, ich hoffe, das klappt…

U: …die Fragen zu beantworten?

S: Ach nein!
Mein Aufruf!

U: Wünsch ich dir auch.
Aber wenn die Eltern sich nicht als würdevoll empfinden,
können die doch auch nichts dafür!

S: Das sag ich auch gar nicht!
Aber sie könnten vielleicht darüber nachdenken, was sie tun können,
um sich selbst anders zu sehen.

Eltern sollten nicht die Spielkameraden der Kinder sein!
Ich meine nicht, dass sie mit ihren Kindern nicht spielen sollten…

U: …sondern dass sie ihre Kinder nicht
auf die gleiche Stufe stellen dürfen wie sich selbst?

S: Genau!

U: Stefan, dir scheint nichts wichtiger zu sein, warum?

S: Weil ich was begriffen habe…

U: Was denn?

S: Dass ich Menschen so sehr liebe!
Oh man, wenn ihr wüsstet, wie sehr ich Menschen liebe!

Die Dora, die hat das immer in mir gespürt, ich selbst nicht mehr…
Aber hier, hier hab ich sie wieder, meine Liebe.
Und ich lass die nimmer mehr los!

U: Das ist schön, ich freu mich sehr für dich.
Jetzt die Fragen von Dora?

S: Ja, bitte!

U: Na ja, die Dora fragt, ob es dir jetzt besser geht, da, wo du bist.
Und womit du dich jetzt beschäftigst, ob du Aufgaben hast?

S: Mir geht’s Super!
Was ich mach, hab ich schon gesagt, aber derfst net denken, ich arbeit nur! Ich mach gern Musik und ich versuch mich daran,
zu machen, was schön ist:
So wie die Sternschnuppe, das ist so schön…

Und Freunde hab ich viel hier.
Ganz vorsichtig fang ich schon einmal an, darüber nachzudenken,
wo und wann ich wieder zur Welt kommen könnte.


Also nicht in eurer Zeit, das ist mir nicht gut.

Vielleicht so in eurer Zeit in zweihundert Jahren?
Ich weiß aber noch nicht genau …

U: Dora fragt, ob du dich nach deinem Tod
bei ihr bemerkbar machen wolltest?

S: Ja, bei wem denn sonst?
Sie ist ja die einzige Mediale in der Familie,
die Anderen haben mich ja nicht gespürt.

Dank dir recht schön, dass du nicht aufgehört hast,
nach Erklärungen zu suchen.

Wenn du das nicht getan hättest,
wär ich ja immer noch da, wo´s so kalt ist…

U. Sie fragt, ob ihr euch manchmal im Traum begegnet seid?

S: Ja, das ist schon so.
Das ist aber nicht so besonderes, es ist, weil wir wie Geschwister sind.
Du hast ja schließlich auch als Einzige gespürt,
dass was nicht stimmt mit mir.
Und du hast auch gespürt, da passiert was.
Das ist, weil wir uns schon seit ewig lieb haben, ganz normal.

U: Sie fragt weiter:
Nach deinem Tod spürte sie eine ganz intensive Energie,
die sie nahezu sicher dir zuordnen konnte.
Warst du das?

S: Ja, ich hab versucht, dass du mich verstehst,
dass ich so traurig bin, dass du mir hilfst.
Ich war doch so hilflos.

Und du hast mich gespürt, nur gut ging´s mir eben nicht,
sondern echt schlecht.


Aber das ist schwer für einen Lebenden, uns so zu verstehen,
wie´s ist, und nicht so, wie man´s hofft.

U: Ob du immer noch manchmal zu Besuch bei ihr bist,
weil sie dich nicht mehr so direkt wahrnehmen kann.
Seid ihr noch in Verbindung?

S: Na ja, Dora, das liegt auch an dir…
Wie soll ich ihr das jetzt erklären?
Also: Wenn du auch nur zu 20 % so gut drauf wärst wie ich hier,
dann würdest du mich wieder fühlen.
Aber dir geht’s ja grad nicht so gut.

Das ist jetzt nicht fair von mir, dass ich es so ansprech.
Aber die Sache mit der Würde, Dora, das hat auch was mit dir zu tun.
Ich find nicht gut, dass du so wenig von dir hältst!

Du bist keine Verliererin, du bist ein guter Mensch!
Warum lässt du es zu, dass Andere dich behandeln,
als wärst immer nur du in der…
hm… wie nenn ich das… ah! BRINGSCHULD!

Da wirst du müde, Dora!
Wenn du so müde bist, wie soll ich zu dir kommen?

Da müsst ich mich selbst wieder so müde machen,
aber das kann ich nicht mehr!

Ich bin ganz glücklich!
Nein, SOOOOOOOO glücklich kannst du im Leben nicht werden,
aber wenigstens im Frieden mit dir sein…

Da wär´s leicht für mich.

U: Dora fragt, warum gerade sie sich nach deinem Tod
zu all den Schritten veranlasst sah.
Warum konnte niemand, der enger verwandt mit dir ist,
spüren, dass du dich im Jenseits noch nicht zurechtgefunden hast?

S: Dora, weil wir immer so eine Verbindung haben, immer schon!
Wir waren in vielen Leben füreinander da, soviel weiß ich schon.
WAS GENAU das ist, das weiß ich noch nicht,
das kommt noch, dass ich mich auch daran erinnere.

Jetzt weiß ich nur, dass wir uns so wohl beieinander fühlen,
weil wir eben „verwandt“ sind.
Also als Seelen…

U: Dora fragt, ob du noch was mitteilen möchtest?

S: Dass ich bereue, was ich getan hab.
Dass es mir leid tut, was es mit euch gemacht hat. 
(Ich meine auch die, die so tut, als wäre es erledigt!)


Dass meine Mutter nichts dafür kann,
sondern dass es der einzige Weg für meine Seele war,
zur Vernunft zu kommen.

Es tut mir weh, so was zu sagen, aber es ist so.

Ich bin euch allen dankbar, weil ihr´s versucht habt.
Jeder hat auf seine Art versucht, das Beste aus mir rauszuholen.
Und ich verstehe, dass ihr nicht begreifen konntet,
worum es in mir wirklich ging.

Ich war mir nichts wert,
ich hab mich als totalen Versager gesehen,
weil nichts so lief, wie ich´s mir gewünscht habe.

Aber für wen läuft´s schon so?

War mein Fehler, dann so sauer zu sein, so beleidigt,
dass ich das Leben hinschmeiße wie Dreck.
Das will ich nicht, dass einer denkt, es hat an ihm gelegen.


Wenn ich auf meine letzten Jahre zurück sehe, dann muss ich sagen:
Die meiste Zeit war ich entweder damit beschäftigt,
beleidigt zu sein oder ich war voller Selbstmitleid.


Und warum?
Weil ich meiner Meinung nach nie!!! gekriegt habe, was ich wollte!

Aber, he, ich!!! hatte Augen, oder?
Ich hätte sehen KÖNNEN,
dass ich nicht das schlimmste Leben von allen habe!

Ich war nicht krank, also nicht in dem Sinn,
dass es mir den Verstand geraubt hätte.
Ich war enttäuscht von mir, das stimmt schon.
Aber ich war auch WÜTEND auf alle, die sich besser fühlten!


Dora, rede das nicht schön, das war der totale Mist!

GEDULD! Erinnerst du dich?
HINEINSCHMEIßEN, wenn es nicht so läuft?
Dinge AUSHALTEN, DURCHSTEHEN?

Ne, kann ich nicht, da lauf ich weg oder so…

Was hat mir gefehlt?
Einfach nur Geduld…

Sag nicht, ich war zu jung!
Du weißt, DUMM war ich nie…
Aber ich bin auch nicht irgendwie zufällig in unsere Familie geboren.

Ich war auch einer von denen, die der Krieg verletzt hat.
Auch einer, der völlig blöde Wahrheiten darüber mitgenommen hat,
was Leben bedeutet!
Das hat schon gepasst!


Dora?
Da ist noch was, etwas in der Familie…

Da ist wer vergessen, der im Krieg sein Selbst verloren hat: sich selbst…
Keiner hat getrauert, keiner erzählt von ihm!
Ihr müsst anfangen, zu erzählen!
Von mir und von ihm!

Sonst hört das nicht auf mit den jungen Männern in der Familie.

Jetzt geb ich schon wieder dir die Aufgabe.
Aber du bist die EINZIGE, Dora,
die in die Familie gegangen ist, um zu helfen.
Alle Anderen sind aus den gleichen Gründen wie ich da rein geboren:
Weil das SCHLECHTE passt!

Männer sind nicht viel Wert in der Familie, die enttäuschen IMMER!
Man, ich hoffe, das ändert sich!
Ich wäre echt froh, wenn ich der Letzte wäre,
der DEN Job bei uns hat.

U: Okay, Dora hat dir noch etwas zu sagen:
„Ich wünsche dir noch,
dass du nun all das Gute und die Liebe spüren kannst,
die du schon immer verdient hast.
Die Liebe allgemein und vor allem zu dir selbst!


Du warst ein wunderbarer, feinfühliger und ganz besonderer Mensch
und jetzt bist du eine wunderbare Seele.
Leider konnte ich dir hier bei deinen seelischen Belastungen nicht helfen, obwohl mir nicht entgangen ist,
dass du dich in deiner Haut nicht mehr wohlgefühlt hast.

Vielleicht war ich dir aber auch eine kleine Hilfe auf dem Weg ins Jenseits. Möge die Verbindung, die wir im Leben auf Erden gesät haben,
weiter bestehen bleiben.“

S: Du warst ganz schön nervend (er lächelt).
Fast hättest du meine ganzen Überzeugungen durcheinander gebracht! Denn ich hab IMMER gespürt, dass du mich lieb hast.
Aber, Dora?

ICH hatte MICH nicht lieb!
Und das Leben auch nicht und ICH hatte Angst, mich zu binden!
Schon, als ich auf die Welt kam.
Daran hättest du NIE was ändern können.


Und du hast mich gerettet!
Meine Seele ist gerettet, Dora, mehr ist doch gar nicht drin!

Ich bin nicht mehr so wie früher.
Ich bin stärker geworden und ich – stell dir das mal vor – ich kämpfe!
Nicht für mich, mit mir bin ich im Frieden.
Aber für die Anderen, die in der gleichen Falle stecken!


Es ist überhaupt nicht mehr schwer für mich, mich lieb zu haben.
Aber ich finde, dafür habe ich ALLE einen viel zu hohen Preis zahlen lassen.

Dora? Jetzt hast du dich genug um mich gekümmert…
Hast du mal drüber nachgedacht, dass es mal Zeit ist,
dich um dich zu kümmern?

Ich tu das!

Ich will dich lachen sehen, „Tante“!
Und wenn du mal hierherkommst, dann gehen wir auf ein Konzert! Versprochen!
Na, nix Klassisches, in UNSEREM Himmel spielt `ne Band!

Hab dich lieb, vergesse dich nie!
„Die, die mich lieb hat“, so heißt du in mir.

Dein Stefan.