Schöpferseele

Der Wille zum Genuss ist etwas sehr Heiliges.

Der Wille zum Genuss ist etwas sehr Heiliges.
Er ist die Antwort des Menschen auf die Geschenke Gottes an ihn.
Wenn du ein Geschenk an deine Lieben machst,
dann freut es dich,
wenn sie dieses Geschenk genießen.
Gott freut sich auch, wenn wir seine Geschenke genießen!
Zugegeben, Kuchen KANN so ein Geschenk sein.
Aber es gibt so viel mehr, was er uns gibt:

Gesundheit, Kraft, Gesellschaft und vieles, vieles mehr …
Wer seinen Willen verliert, diese Geschenke zu genießen,
der verliert Lebenskraft.
Und das ist sehr schwierig – aus karmischer Sicht –
wieder auszugleichen.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Belinda zu verbinden.
Belinda bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer Düne, es ist wunderschön hier.
Blühender Löwenzahn kleidet das Grün des Landes hinter mir.
Das Meer vor mir schlägt mit ruhigem Wellenschlag an einen weiten Sandstrand.
Niemand ist hier, ich höre nichts als Wellen, Wind und die Möwen,
die über mir sich im Wind treiben lassen.

In der Ferne sehe ich Schiffe mit dampfenden Schornsteinen, hier und da auch Segel,
dort scheint ein viel befahrener Seeweg zu sein.

Ich gehe hinunter ans Wasser, atme tief die würzige Seeluft ein, so schön ist es,
dass ich fast meinen Auftrag vergesse …

Aber unvermutet tippt mir jemand auf die Schulter.
Ich drehe mich um und sehe eine relativ kleine Frau vor mir stehen.
Sie ist ganz in Weiß gekleidet.
Gerade überlege ich noch, zu welcher Zeit dieses Kleid passen würde.
Da antwortet sie mir auch schon:
G: Das trug man, wenn man in der Sommerfrische war 1908.
Aber, liebes Kind, wir dürfen uns nicht mit diesen Banalitäten aufhalten.
Belinda und ich haben sehr viel miteinander zu besprechen.

Uta, ich möchte, dass du ihren Brief Satz für Satz wiedergibst.
Ich weiß, du bist verwundert, dass du so umfangreiche Fragen bekommen hast.
Aber Belinda muss nicht über meiner Existenz informiert werden, sie braucht keinen Beweis. Was sie braucht, ist mein Wort, und darum lass uns die Zeit ausnutzen.

Komm, ich habe uns einen Platz bereitet.
Sie verändert unser Umfeld.
Jetzt sitzen wir unter dem Schatten einer großen Birke vor einem villenartigen Haus.
Das Meer kann nicht weit sein, denn immer noch meine ich,
den Anschlag der Wellen an Land zu hören.

Die Guidin bereitet mir Tee zu.
Schön ist ihr ebenmäßiges, ovales Gesicht, ihr Haar war sicher einmal blond.
Jetzt ist es fast grau, sie trägt es einfach nach hinten gebunden …

Die Augen sind ein tiefes, klares Türkisblau. …
An der Hand sehe ich einen dunkelroten Ring, mir fällt der Name nicht ein …

G: Granat.
In meiner Zeit trugen Witwen Granatschmuck als Zeichen ihrer Trauer.
Es gab Frauen, die legten den niemals ab.
Und es gab Bräute, zu deren Aussteuer gehörte solcher Schmuck.
Denn die Zeit der Trauer war den Menschen meiner Zeit so gewiss
wie euch die Zeit des Urlaubs.

Es ist schwer, in eurer Zeit eine Trauernde zu sein:
Ihr habt keine Vorbilder, keine Riten, die euch helfen, mit eurem Schmerz fertig zu werden.

Trauer zu erleben, ist in eurer Kultur so etwas wie der persönliche Supergau!
Und genau wie mit der Möglichkeit eines solchen umgegangen wird,
geht eure Kultur mit Trauer um.
Es wird erwartet, dass nicht viel bekannt wird.
Es ist Tabu, zu viel zu sagen, weil es erschreckend wäre …

Ich bin Elise, dies hier ist Ostpreußen.
Ich habe mich hierher zurückgezogen in meinem Leben, wenn mir das Leben in der Stadt zu schwer wurde.
Sommerfrische nannte man es zu meiner Zeit.
Aber ich habe die letzten Jahre meines Lebens hier verbracht
und kehrte nur noch selten in die Stadt zurück.

Belinda, du warst damals mein ganzer Trost.
Ich war sehr allein mit mir hier und mit meinem Lebenserfahrungen.
Und du warst hier in diesem Häuschen hinterm Meer meine Wirtin.

Das Haus gehörte dir.
Und den Sommer über musste ich dich mit einigen weiteren Sommergästen teilen.
Kam aber der Herbst, dann blieben wir beide allein beieinander.

Zwei Frauen, die das Leben gelehrt hatte, mit ihrem Schmerz zu leben.
Zwei Freundinnen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.
Du warst eine Frau aus einfachem Stand.
Dein Leben war von Anfang an viel härter gewesen als meines.

Das hatte dich zur Pragmatikerin werden lassen, einfallsreich und bodenständig.
Ich bin in eine Akademikerfamilie geboren.
Das Denken und Wissen waren im Mittelpunkt meiner Wahrnehmung.
Im Mittelpunkt deiner Wahrnehmung stand das Fühlen.

Aber so gegensätzlich wir waren, wir ergänzten uns in unserer gemeinsamen Aufgabe.
Mit einem Leben fertig werden zu müssen, das uns Schmerz, Verlust und Kummer bereitet hatte.

Beide hatten wir unsere geliebten Gatten verloren, beide hatten wir mehrere Kinder verloren.
Und beide lebten wir aufgrund der Umstände von den Kindern, die uns geblieben waren.
Aber weit getrennt.

Aber weißt du, meine liebe Belinda, eines einte uns:
Der Wille, unserem Leben mit Demut zu begegnen.

Wir wollten beide einen Weg finden, nicht mit unserem Schicksal zu hadern.
So stützten wir uns gegenseitig.

Das war eine große Gnade am Ende unserer Lebenszeit.
Daraus ist eine innige Liebe geworden, tief und ruhig.
Und aus dieser Liebe heraus ist unser heutiges Verhältnis zueinander gewachsen.

Du bist bald nach diesem Leben hier wieder inkarniert, ich blieb im Jenseits.
Du hast in dem Leben, das zwischen diesem und der Belinda liegt, ein sehr kurzes Leben in der gleichen Gegend erlebt und bist schließlich als Kind gestorben.
In den Wirren des Krieges wurdest du eines der Opfer der Gustlow.

Eine kleine Seele, die solches erlitt, geht nicht unverwundet in die nächste Inkarnation …

Deshalb, meine liebste Freundin, müssen wir unbedingt miteinander reden!
Du musst deine Schmerzen verstehen lernen.
Und lernen, zu verstehen, dass sie zu einem Leben gehören,
das GESTERN war, das beendet ist.

Und dass du nie wieder die GLEICHEN Schmerzen zu fürchten hast wie damals!
Ich will dir dabei helfen, so, wie du mir hier geholfen hast.

Ich will deine Seele erinnern an die Kräfte, die in ihr liegen.
So, wie du mich hier an meine Kräfte erinnert hast, die in mir waren
und die gelebt werden mussten.

Weißt du, was du damals mit mir gemacht hast, wenn ich mich in meine Trauer fallen ließ?
Dann hast du angefangen, zu backen!
Du wusstest genau, wie sehr ich deinen Kuchen liebte, aber ich bekam kein Stück davon!

Ehe ich nicht zwei Dinge getan hatte:
Erst hatte ich dir eine Stunde lang auf dem Klavier vorzuspielen
und dann hatte ich ans Meer zu gehen und Strandholz zu sammeln!

Du warst wie gesagt eine einfache Frau mit einfacher Weisheit.
Du wusstest: Die Konzentration auf das Klavierspielen würde mich von meinen quälenden Gedanken befreien.
Und die körperliche Anstrengung beim Holzsammeln unten am Strand würde meinen von Trauer erschöpften Körper wieder seine Kraft spüren lassen.
DANACH bekam ich deinen Kuchen.

Ich gebe zu, es wurde so mancher Kuchen darüber trocken und hart.
Aber LETZTLICH siegte mein Wille zum Genuss.
Ja, meine liebe Freundin, dieser Wille zum Genuss,
der ist bei dir dem Schmerz am Verlust viel zu sehr gewichen.

So darf es nicht weiter gehen und so soll es nicht weiter gehen.

Der Wille zum Genuss ist etwas sehr Heiliges.
Er ist die Antwort des Menschen auf die Geschenke Gottes an ihn.

Nicht wahr, das kennst du auch!
Wenn du ein Geschenk an deine Lieben machst, dann freut es dich,
wenn sie dieses Geschenk genießen.
Gott freut sich auch, wenn wir seine Geschenke genießen!

Zugegeben, Kuchen KANN so ein Geschenk sein.
Aber es gibt so viel mehr, was er uns gibt:
Gesundheit, Kraft, Gesellschaft und vieles, vieles mehr …

Wer seinen Willen verliert, diese Geschenke zu genießen, der verliert Lebenskraft
und das ist sehr schwierig – aus karmischer Sicht – wieder auszugleichen.

Ich bin da, an deiner Seite, um dir zu helfen,
deinen Willen zum Genießen dessen, was dir geschenkt wird, wiederzufinden.

Und nun, Uta, lass uns damit beginnen, Brittas Brief zu beantworten.

U: Gern, Elise. Ich werde das, was Belinda schreibt, mit einem B. davor kennzeichnen.

B: Mein lieber Schutzengel,
ich würde dich jetzt lieber mit deinen Namen ansprechen, den ich nicht weiß.
Ich weiß auch nicht, ob du männlich oder weiblich bist
und ob das überhaupt eine Rolle spielt da, wo du jetzt bist.

E: Belinda, meinen Namen – oder besser gesagt – einen meiner Namen kennst du nun.
Auch mein Geschlecht, aber eine Rolle spielt weder das eine noch das andere für MICH.

Für Dich spielt es eine Rolle!
Darum komme ich als die zu dir, die deine Seele kennt und liebt.

B: Du kennst und begleitest mich nun schon mein ganzes Leben
und wahrscheinlich schon viel länger …

E: Oh (lächelt), wir! begleiten einander schon SEHR viel länger …

B: Ich habe oft auf das gehört, was man so innere Stimme oder Instinkt nennt.
Ich nehme an, dass sich meine innere Stimme bei mir meldete,
wenn du oder einer meiner Lieben da oben mir etwas mitteilen möchtest,
was für mich wichtig ist.

E: Belinda, das ist einer unserer Wege, aber es gibt auch andere.
Wir haben viele Möglichkeiten.
Unsere Mitteilungen findest du auch in dem, was dir in den Weg fällt:
Das kann der Film sein, dessen Thema gerade für dich wichtig ist.

Das kann ein Satz in einem Gespräch sein, der eine Kette weiterer Gedanken in dir auslöst. Das kann aber auch ein Vögelchen sein, das dir ein Lied singt.
Oder ein Schmetterling, der sich auf deiner Schulter niederlässt.

Es ist der vermeintliche „Zufall“!
Doch eines musst du wissen: Stets ist das ERGEBNIS dessen, was dir „zufällt“,
dass du in deiner Hoffnung gestärkt und in deiner Traurigkeit getröstet wirst.

Nie ist das, was dir von uns derart zugeführt wird, im Ergebnis niederdrückend, isolierend.
Oder geeignet, deine Illusionen über dich und die Welt zu fördern.
Hier gilt wie in allem, was mit der Seele zu tun hast: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Willst du dies bitte beachten?

Es ist mir so wichtig!
Denn ich weiß:
Ohne dass deine Seele es als Wirklichkeit erlebt, wird sie kein Zutrauen finden in die Tatsache, dass sie behütet ist.

Zu schwer, zu tief sind die Wunden, die sie sich zuzog.

B: Das Dumme ist nur:
Wenn es mir schlecht geht, höre ich gar nichts und nehme keine innere Stimme wahr. 
Und mir geht es oft schlecht.

E: Ich weiß, meine Liebe, ich weiß.
Deshalb mein Rat, dann achtsam auf das zu sein, was dir als Zufälligkeit erscheint!

Suche täglich im Alltag Zeichen unserer Liebe.
Es geht um Achtsamkeit.

B: Gerade, wenn ich euren Rat und eure Unterstützung so nötig brauche,
komme ich mir so abgeschnitten von allem und so alleine vor.
Ganz besonders, seit Andi nicht mehr hier ist.

E: Mein armes Liebes. Ich weiß darum.
Aber ich kann deine Wahrnehmungs-Hemmung dann nicht anders durchbrechen.

Du bist in solchen Phasen in einem – ihr nennt es – „depressiven Stimmungszustand“,
wir nennen es „verengtes Bewusstsein“.

Diese Enge des Bewusstseins ist von uns eben gerade deshalb nicht zu durchbrechen,
weil IHR es seid, die sich NICHT in die Liebe unserer Anwesenheit begeben können.

Würdet ihr es tun, würdet ihr die Verengung beenden.
Selbstverurteilung, Neid, Hader, Selbstmitleid, Angst fänden ihr Ende.

Aber gerade das scheint euch unmöglich oder IST tatsächlich unmöglich,
weil euch zum Beispiel körperlich die Voraussetzungen fehlen, sich der Freude zu öffnen.

In solchen Zeiten kämpfen wir sehr um euch, führen euch von allen Seiten Anreize zu,
euch wieder dem Bewusstwerden unserer Hilfe und Gegenwart zu öffnen …

Sei sicher, Belinda, ich bin dir gerade dann am nächsten, wenn du meinst,
weit entfernt von mir zu sein.

B: Du weißt ja, dass ich eigentlich nie ein besonders fröhlicher und optimistischer Mensch war. Ich war und bin Einzelgängerin, Außenseiterin und fühle mich immer ein wenig außen vor.
Selbst, wenn ich mit guten Freunden zusammen bin, von denen ich sicher weiß,
dass sie mich mögen und ich ihnen wichtig bin, fühle ich mich nicht dazugehörig und einsam.

Ich hatte schon öfters mal den Gedanken, dass ich irgendwie falsch bin in diesem Leben.
Aber das kann doch wohl nicht sein, oder?

E: Mein Liebes, ich weiß.
Aber was du nicht weißt, ist, dass du aus einer tiefen Angst heraus so empfindest.
Es ist die Angst davor, enttäuscht zu werden.

Dein Leben in der letzten Inkarnation war sehr enttäuschend.
Denn ALLE, wirklich alle, die du liebtest, hast du in nur wenigen Augenblicken verloren.

Da hat deine Seele einen verständlichen, aber völlig unsinnigen Glaubenssatz entwickelt,
mit dem sie nun in der Inkarnation als Belinda ringt, ihn wieder loszuwerden.

Der Glaubenssatz heißt:
Ich sterbe daran, wenn ich meine Liebe(n) verliere!

Deshalb fliehst du diese Art der Liebe, so gut du es vermagst.

Und ich spreche jetzt keinesfalls von der Liebe der Frau zu ihrem Mann.
Eine solche Liebe kanntest du damals noch nicht, du warst ja noch ein Kind.

Ich spreche hier von der zu Freunden, Eltern, Geschwistern
und von der Liebe zum Leben selbst.

Nach dem Motto „wer weniger liebt, wird auch weniger verletzt“ sucht deine Seele nach Möglichkeiten, ihre Liebe weniger ins Bewusstsein durchkommen zu lassen.

Die bewährte Bremse ist, stets auf das zu sehen, was trennt
und so wenig wie möglich auf das, was verbindet.

Im Wort Verbindung steckt, worum es geht: BINDUNG!
Bindung schmerzt, so wunderbar sie ist, so schmerzvoll jede Form von Trennung.
Doch wessen Seele den Schmerz des Getrennt seins flieht,
dessen Seele flieht automatisch auch die Freude des Verbunden fühlens.

So vermutet sie sich sicher.
Sie konzentriert sich auf das Trennende.
Auch deine Seele versucht, diesen Weg zu gehen.

Aber das Entscheidende ist, dass sie gleichzeitig um ihren Auftrag für dieses Leben weiß.
Dass sie ihr Ziel kennt und dieses Ziel lautet eben, das Verbindende wieder zu finden,
sich ihre Liebesfähigkeit wieder zurückzuerobern.

Bitte hab Geduld mit dir, es ist nicht leicht.
Doch du bist auf gutem Weg, meine Liebe.
Hoffnungslos wäre es, würdest du dein Getrennt sein gar nicht mehr als schmerzvoll empfinden.

B: Ich würde so gerne optimistisch in die Zukunft blicken, positiv denken,
liebevoll sein und gerne mit anderen zusammen sein und menschliche Nähe genießen.
Aber es ist leider ganz anders.

E: Würdest du gerne eine andere sein?
Ach, meine Liebe, das ist doch gar nicht nötig!
Aber du brauchst sehr viel Mut dazu, dich zu deiner Liebesfähigkeit wieder zu bekennen.

Wer liebt, wird enttäuscht!
Solange dieses Gesetz in dir Gültigkeit hat, hat auch die Angst Gültigkeit, an Liebe zu sterben! Nur das ist unwahr!
Niemand, wirklich niemand stirbt an Liebe.

Was möglich ist, ist an Enttäuschung zu sterben.
Nur wer sich derart seiner Enttäuschung ergibt, dass er selbstmitleidig dahin vegetiert,
bis ihn vermeintlich irgendetwas von seinem Körper befreit,
wird feststellen, dass ihm genau das, was er so angestrengt geflohen ist, erst recht begegnet!

LIEBE!

Niemand stirbt an ihr, aber ohne sie lebt auch niemand wirklich.
Dein ICH KANN NICHT LIEBEN!
Oh, meine gute Belinda, was für ein Trick einer verängstigten Seele …

Der Satz heißt eigentlich: ICH FÜRCHTE MICH, ZU LIEBEN!

Und das Beste ist, ihr liebt mich auch nicht!
Denn dann komme ich gar nicht in Versuchung.

Die Sache hat aber einen bedeutsamen Haken.
Es ist nicht WAHR!

B: Auch meinem kleinen Sohn kann ich nicht gerecht werden, nicht mal unserem Kater.
Sie leiden beide unter meiner Distanziertheit und Lieblosigkeit.

E: Und lieben dich dennoch!

B: Ich schäme mich oft für meine gehässigen Gedanken und die Wut, die ich in mir trage.

E. Jaaaaaa, oh, hm, hm …
Oh, liebe Belinda, würden alle Gedanken aller Menschen laut,
keiner würde mehr auch nur ein wenig stolz auf sich sein.

Gedanken, Belinda, kommen und gehen.
Sie sind wie die Wolken: niemand weiß, woher sie kommen, niemand sieht, wohin sie ziehen.

Kein Mensch auf Erden ist je ohne Gedanken, die ihn beschämen würden, würden sie laut werden.
Die Gedanken sind also kein Kriterium, um auf das Wesen eines Menschen urteilend einzuwirken.

Was zählt, ist, welches Gewicht der Mensch seinen Gedanken gibt.

Wenn nun jeder Mensch lieblose Gedanken hat, aber nur wenige im Ergebnis wie du dazu kommen, nicht liebenswert genug zu sein?
Was ist dann los mit dir?

Dann ist die Aufmerksamkeit, die du diesen Gedanken gibst, nichts weiter als der Versuch,
der Liebe zu entkommen.
Der Liebe zum Nächsten setzt du ein:
Ich kann nicht, da ich ja so üble Gedanken habe dagegen.

Und daraus speist sich deine ewig wiederkehrende Traurigkeit.

EIGENTLICH würdest du am liebsten die vollkommenste Liebende der Welt sein.
Da es dafür augenscheinlich nicht reicht, willst du wenigstens die Schlechteste sein?

Belinda, weißt du denn nicht, das selbst der kleinste Hauch gelebter Liebe gut genug ist, um das Leben zu erhalten?
Was lässt dich Katerchen und Söhnchen bedauern, wenn nicht Liebe?

Du machst dir etwas vor, meine liebe Freundin.
Du liebst, es besteht gar kein Zweifel.

B: Ich kann mich doch nicht nur mit Pflanzen umgeben!
Denn das sind die einzigen Lebewesen, deren Nähe mir nicht zu viel wird.
Ein Teil von mir würde am liebsten Einsiedler sein, irgendwo mitten in der Natur und von der ganzen Welt in Ruhe gelassen werden.
Keine Probleme mehr, keine Prüfungen, kein seelisches Wachstum.
Einfach nur Ruhe und Frieden empfinden.

Ich weiß jedoch, dass das nicht geht und auch nicht sein soll.

E: Ja? Das würdest du gern leben?
Es kämen Tiere zu dir, es kämen Menschen vorbei.
Und wenn das nicht wäre, käme ich vorbei und alles, alles würde dich auffordern, zu lieben. Egal, wohin du fliehst, Belinda:
Die Liebe holt dich ein, selbst wenn du hierher kommst, ist die Liebe schon da …

Du fliehst, weil du meinst, den Schmerz der Trennung,
die jede Bindung irgendwann hat, nicht ertragen zu können.
Aber das ist nicht mehr wahr.
Es war, als du Kind warst, doch da warst du kindisch.

Du bist erwachsen und darum brauchst du erwachsene Wahrheiten.
Du wirst zu ihnen finden.
Das ist gewiss.

Meine Aufgabe ist, dir zu helfen, sie in dieser Inkarnation zu finden.

Gelingt dies nicht, wird eine weitere folgen und eine weitere, eine weitere.
Zeit spielt der Seele keine Rolle …

B: Was kann ich tun, um mich zu ändern?
Je mehr ich mich gedanklich mit diesem Thema beschäftige,
desto unlösbarer kommen mir meine Probleme vor!

Gehört die Lösung dieser Probleme zu meinen Lebensaufgaben?
Warum bin ich hier in diesem Leben?

Bitte hilf mir, Antworten und Lösungen zu finden.

E: Ich hoffe, ich helfe dir, Belinda,
in dem ich diesen Weg über deinen unermüdlich tätigen Verstand nehme.

Belinda, du richtest dein ganzes Augenmerk auf das
NICHT LIEBEN, das NICHT VERBUNDEN SEIN.

Würdest du es ändern, würdest du deiner Angst begegnen,
der uralten und völlig überholten Angst, Verlust nicht überleben zu können.

Diese Angst zu überwinden, bedeutet,
ihr durch Wort und Tat immer wieder GEGENBEWEISE zu bringen.

B: Seit ich als Kind von meiner ältesten Schwester erfahren habe, musste ich schon oft im Leben an sie denken.
Ich habe mich dann gefragt, wie sie wohl so ist und ob sie da oben bei Gott ist.
Ich weiß nicht mal, wo sie begraben wurde.

Meine Eltern sind da nie hingegangen. Sie haben versucht, alles zu vergessen.
Ich kann und möchte sie aber nicht vergessen.
Ist die Seele des gestorbenen Babys, meiner ältesten Schwester, ansprechbar und unter welchem Namen?

E: Sie ist NICHT wegen dir gestorben, Belinda!
Sie hat NICHT den Platz im Leben für DICH freimachen müssen.
Sie hat nichts mit dir zu tun!

Aber sie ist ein Faktor mehr, den deine Seele einsetzt,
um sich ihrer Liebes-Sehnsucht AUF ERDEN zu entziehen.

Zurzeit werde ich nicht erlauben, sie zu kontaktieren.
Das geht erst, wenn du im Vertrauen in deine Kraft, zu lieben und Liebe zu entbehren,
weiter gewachsen bist.

B: Meine Mutter hatte während der Schwangerschaft Vorahnungen und Träume.
Vielleicht wäre der frühe Tod meiner Schwester zu verhindern gewesen,
wenn die Ärzte anders gehandelt hätten und meine Mutter mehr Druck gemacht hätte.
Aber in den Fünfzigern hat Frau sich das wohl nicht gewagt
und wahrscheinlich hätte sie auch niemand ernst genommen mit ihren Befürchtungen.

Andererseits nehme ich an, dass der Lebensplan meiner Schwester das eben so vorsah.
Für meine Eltern, besonders meine Mutter, war es eine traumatische Erfahrung.
Sie hatte Angst, überhaupt wieder schwanger zu werden und hatte während der beiden darauf folgenden Schwangerschaften auch sehr viel Angst um uns.

Das änderte sich auch nicht, nachdem wir heil und gesund zur Welt kamen.
Das hat mich sehr geprägt und war in meiner Kindheit und Jugend mein ständiger Begleiter.

Ich bin ein ängstlicher Mensch und habe ganz besonders viel Angst vor Verlusten, Veränderungen und vor zu viel Verantwortung, auch in beruflicher Hinsicht.
Hängen meine persönlichen Probleme, dass ich mir gerade im zwischenmenschlichen Bereich so wenig zutraue und sogar Angst vor zwischenmenschlich Kontakten habe und lieber auf Distanz bleibe, auch auf körperlicher Ebene, mit dem zusammen, was meine Mutter erlebt hat? Könnte ein Kontakt zu meiner Schwester für mich hilfreich sein?

E: Deine Seele hat deine Familie gewählt, wie ein Autofahrer die Automarke auswählt,
die seinen Erfahrungs-Wünschen am meisten entspricht.
Die Ängstlichkeiten innerhalb deiner Familie gehören SEHR zu dem,
was du zu überwinden versuchst.

Nicht ausreichend betrauerte Verluste spielen dabei die größte Rolle.
Deine verstorbene Schwester steht dazu als Projektionsfläche der Sippe zur Verfügung.
Sie und ihr Schicksal zeigen weit tiefer gehende Verluste der Sippe auf.
Dein Schmerz, deine Trauer, deine Angst vor Verbindlichkeiten zeigen weitere auf.

Innerhalb eurer Sippe hat eine ungeheure Entwurzelung stattgefunden,
die aber verdrängt, beschwichtigt und unbetrauert geblieben ist.
So hast du eine Sippe gefunden, die genau dem entspricht, was deine Seele als „Wahrheit“ mit sich bringt und was sie als Überwindungsziel anvisiert.
Sie will aus dieser Bindung ans Unheil herausfinden, darum geht ihr Ringen und Sehnen.

Nicht der Kontakt mit deiner Schwester kann dir helfen, es sei denn, es würde dir helfen,
zu spüren, dass sie dich liebt, so wie du bist.

Aber wenn das eine mögliche Hilfe wäre,
würde ich diesen Brief an dich nicht schreiben müssen.

Was dir und auch deiner Familie helfen kann, ist die Begegnung mit euren Vorfahren.
Die damit verbundene Trauer, die Wertschätzung ihrer Leiden
und die wirkliche Aussöhnung mit ihren Verlusten, nicht deren Verdrängung.
Dies rate ich dir dringend an!

Denn zum Schmerz der verletzten Seele fügt sich der Schmerz der unbeweinten Vorfahren.

Das ist zu viel, Belinda, das ist zu schwer.
Und allein durch das gelesene Wort vermag ich dir hier nicht Erleichterung verschaffen.

B: Die meisten meiner Verwandten sind schon viele Jahre in Jenseits.
Ich bin ein Familienmensch und habe, solange sie noch hier waren,
ihre Gesellschaft sehr genossen.

Wir konnten uns nicht oft sehen, ein oder zwei Mal im Jahr.
Es gab Zeiten in meiner Kindheit, da habe ich nur für diese Ferien-Wochen bei meinen lieben Verwandten gelebt. So nach und nach mussten dann fast alle gehen.
Aber ich denke oft an sie.
Kann es sein, dass sie meinen Sohn und mich öfters mal besuchen?
Wer sind die Seelen, die uns in unserer Wohnung besuchen?

E: Das, was du vermutest, ist auch so.
Was du dich nicht genug fragst, ist, warum du sie wahrnimmst.
WEIL ES LIEBE IST!

Liebe wird eben nicht begraben, Bindung nicht beerdigt.
Wandel ja, Tod nein!
Sie wollen dir diese Liebe zeigen!
Sie wollen dazu beitragen, dass du und deine Familie aufhören,
euch in eurer Kraft zur Liebe zu beschränken aus Angst davor,
den Schmerz nicht ertragen zu können …

B: Ich habe mir seinerzeit einen Beruf gewählt, mit dem man zwar ganz gut verdienen kann, aber der mich nicht erfüllt, sondern im Gegenteil oft eher belastet und quält.
Mein Arbeitgeber ist jedoch gut und meine Kollegen nett.
In dieser Hinsicht gibt mir meine Arbeit auch Halt.
Trotzdem fühle ich mich oft überfordert und im Gegensatz zu den anderen ziemlich unwissend. Ich habe ständig das Gefühl, nicht genug zu leisten und zu wissen.
Wenigstens habe ich kaum noch Angst, beruflich zu versagen, seit Andi gestorben ist.
Das ist vielleicht auch so, weil mir alles egaler geworden ist.
Ist aber trotzdem ganz angenehm, denn Angst war ja mein ständiger Begleiter.

E: Liebe Belinda, der Wandel ist deshalb möglich, weil hier BINDUNG willkommen ist,
da sie euch das Leben ermöglicht.
Du siehst: Deine Seele lernt und sie macht Fortschritte …

B: Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht, was anderes zu machen,
wusste aber nicht wirklich was.

Doch etwas wüsste ich.
Wenn ich mehr Talent hätte, würde ich gerne als Malerin arbeiten.
Eine Ausbildung zur Heilpraktikerin wäre infrage gekommen, aber auch dazu konnte ich mich nicht durchringen.
Ein Problem ist sicher, dass ich mir einen beruflichen Wechsel, eine so gravierende Veränderung nicht zutraue.

Mein Sicherheitsdenken ist nach wie vor recht groß.
Ich weiß, dass ich viele Begabungen habe, besonders handwerklich und gestalterisch. Andererseits kam mir schon oft der Gedanke, dass ich aus den Erfahrungen,
die ich mit Andi erlebt habe, seine Krankheit und das Sterben und die Trauer,
auch etwas Positives für mich und andere erschaffen könnte.

Du weißt, dass ich nun auch keine Angst mehr vor dem Sterben habe.
Könnte es ein Weg für mich sein,
Trauerbegleiterin zu werden oder sterbende Menschen zu begleiten?

E: Liebe Belinda, es ist gut, einen Beruf zu haben, der euch nährt.
Es ist gut, ein auf Sicherheit orientiertes Denken zu besitzen.
WEIL du das auch geerbt hast, lebst du.

Hätten deine Vorfahren nicht ebenso gelebt, es gäbe dich nicht.
Du ermöglichst dir und deinem Sohn Leben, viel zu wenig wird dies geachtet.

Leben ermöglichen durch Arbeit gehört bedauerlicherweise in eurer Gesellschaft nicht mehr zu den geehrten Leistungen!
Seine Arbeit lieben ist aber ein heiliger Weg!
Dazu muss die Tätigkeit selbst keine HEILIGE sein.

Ich würde mich unendlich freuen, würdest du dein Tun wieder wertschätzen.

Was deine Frage angeht: nun, Belinda alles hat seine Zeit.
Noch ist es nicht die Zeit für dich, andere durch ihre Dunkelheit zu begleiten.
Erst muss dein Licht strahlen dürfen und das wird erst dann sein,
wenn du das Leben wieder liebst.

B: Vielleicht ist diese Frage ja recht trivial im Vergleich zu den anderen.
Aber es beschäftigt mich halt schon viele Monate und hat auch mit Veränderung zu tun und gezwungenermaßen auch mit Aufräumen und trennen von Dingen.

Ich weiß ja auch, dass es dringend nötig wäre, egal, ob wir hier bleiben oder umziehen.
Andi hat so viele Sachen und ich möchte mich ungern davon trennen.
Andererseits belastet mich unser „Besitz“.
Es ist einfach zu viel und manchmal bekomme ich fast Panik, wenn ich daran denke,
das alles durchzusehen und einzupacken oder wegzuschmeißen.

Ich könnte es mir einfach machen und hier in diesem Haus bleiben, bzw. unsere Vermieter fragen, ob sie mir das Haus verkaufen.
Andererseits meine ich, dass ein Ortswechsel für uns hilfreich sein könnte als Auftakt für etwas Neues, für viele Veränderungen, die in meinem und Timis Leben nötig sind.

Als Andi noch lebte, hätte er bestimmt gesagt, dass wir von dem Geld ein Haus kaufen sollen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob und was diesbezüglich für Timi und mich richtig ist.
Kannst du mir sagen, ob ich das alles schaffen könnte?
Und ob ein Umzug für Timi und mich gut ist und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist?

Oder schaffe ich uns dadurch nur noch mehr unnötige Probleme?

E: Oh je (lächelt), Belinda?
Diese Frage möchte dir Andi selbst beantworten, deshalb werde ich mich nicht dazu äußern.
Ich hoffe, dass du mich verstehst.

Aber eines will ich dir sagen:
Neuanfang bedeutet immer, auf dem aufzubauen, was alt ist.
So wie die Seele Belinda auf den Inkarnationen aufbaut, die alt sind.
So wie deine Sippe väterlicher- und mütterlicherseits auf dem aufgebaut hat, was alt ist.

Altes ist die Basis des Neuen.
Deshalb gilt es, dem Alten Respekt zu erweisen,
indem es gesehen wird, wie es WIRKLICH war!

Der Wirkung dessen, was war, tapfer ins Auge sehen, damit sortiert werden kann:
Dinge waren falsch, sie werden korrigiert.
Dinge waren gut, sie werden konserviert.

Das ist die Aufgabe, liebe Belinda:
Dass du und deine Seele lernen, zwischen beidem zu unterscheiden.

Es geht zurzeit viel durcheinander. Es scheint, als gäbe es keinen Ausweg.
Doch an sich ist es leicht.

Was dem Willen, das Leben zu genießen, dient, muss konserviert werden! 
Nichts anderes wäre ein tragfähiges Fundament.

Deinen Ängsten musst du begegnen!
Nicht, indem du sie unterdrückst, hasst oder dich ihnen ergibst.
Sondern sie begreifen lernst, sie zuordnen lernst, ob sie zum Alten oder zum Neuen werden sollen.

Wissen, warum sie da sind, bedeutet, entscheiden zu können, ob sie für die Zukunft taugen.

Ich habe versucht, dir heute so viel wie möglich zu erklären.
Aber ich bin mir im Klaren, dass dies allein nicht reicht,
um aus der Angst eine Kraft werden zu lassen, die dich trägt.

Hierzu braucht es mehr als Worte, die du liest.
Hierzu braucht es Erfahrungen, denen du nicht glauben musst,
weil sie eben erlebte Realität sind.

Abschließend möchte ich dir sagen, meine liebe Freundin: Fürchte nicht, dich zu fürchten! Wenn du ernstlich und sachlich auf dein Leben schaust, wirst du feststellen,
dass du sehr gut mit Angst umgehen gelernt hast
und dass du sehr gut mit Verlusten geliebter Menschen umgehen gelernt hast.

Nur wagt deine Seele es noch nicht, sich der Tatsache zu stellen, dass sie wirklich gut und stark genug ist, das Leben, die Nächsten und sich selbst wieder genießen zu können.

Geh nun, der Frühling will dich vieles lehren.
Achte die Zeichen der Liebe Gottes zu dir.

Deine Elise.