Wenn eine Seele wegen der Liebe zwischen dem Jenseits und dem erdnahen Bereich pendelt.

Verstorbenenkontakt

Wenn eine Seele wegen der Liebe
zwischen dem Jenseits
und dem erdnahen Bereich pendelt.

Ich bitte meinen Guide, mich mit Tom zu verbinden.
Seine Frau Karin bittet um diesen Kontakt.

Tom steht in der Tür zu meinem Büro, allerdings mit dem Rücken zu mir.
Rauch steigt vor ihm auf, er schmeißt eine Zigarette weg
(es sieht so aus, als hätte er sie vorher in der hohlen Hand versteckt gehabt) und wedelt den Rauch mit der Hand fort,
dreht sich um, strahlt mich an (er hat ein sehr schönes Lächeln).

D: Hi, Baby!

U: Nenn mich nicht Baby!

D. laut lachend: genauso! Genau!
He, ich hab das nicht so gemeint, hatte meine Gründe, okay?

U: Okay! Komm bitte rein…

Er zieht den Kopf etwas ein, schaut sich bei mir um…

D: Hm, hätte mir nicht gefallen, zu kleiner Raum, hm…

U: Du kannst dir den Raum machen, wie du willst…

D: Oh, gut!
Er verändert die Umgebung, ich sehe allerdings nur Details:
Weiße Wände, roh verputzt, ein Regal, das irgendwie gemauert aussieht, ein Holztisch, einfach Stühle mit hohen Lehnen…

Tom hat einen Plattenspieler und balanciert zwei LP´s mit jeder Hand.

D: Leonard Cohen oder AC-DC? Langweile mich nicht mit den Stones!

U: Okay. Dann Leonard Cohen.

Tom geht mit der LP sehr sorgfältig um, putzt sie mit einem Tuch,
legt sie auf und lässt die Nadel an einer bestimmten Stelle herab:
Susan takes you down to her place by the river …

U: Das ist schön, du mochtest Musik?

D: Oh ja, Musik, ein Glas Rotwein und ein Sommerabend
und ein Mädchen wie kein anderes, so fängt Glück an…

Sag ihr, ich liebe sie für immer!
Sag ihr, es hört niemals auf!

U: Du meinst deine Frau?

D: Wen sonst?
Es gibt keine wie sie, es gab nie eine wie sie, ich will, dass sie das weiß.

Tom setzt sich, er lehnt sich zurück, die Beine weit von sich gestreckt, mit beiden Händen hält er ein Rotweinglas und dreht es zwischen den Handflächen hin und her, die Augen hält er geschlossen, manchmal seufzt er …
Ich habe das Gefühl, ihn jetzt in Ruhe lassen zu müssen, warten zu müssen, bis er von selbst spricht …
Ein Hund taucht kurz auf, verschwindet dann aber durch die geöffnete Tür.

D. Ich hab Mist gebaut …

U: hm, schlimm?

D. (zuckt die Schultern): Ich weiß nicht, auf Liebe muss man achten, ich hab zu viel riskiert, sie erinnert sich immer wieder daran, es tut mir leid, das tut mir wirklich leid.
Keine war so schön wie du!
Sag ihr, dass es so ist, dass ich es immer noch so sehe, sag ihr
endless love.

Ach, ich, he, ich bin ein Sentimentaler (es fällt das Wort: Scheißer, ich möchte mich für diesen Ausdruck entschuldigen, aber es fällt dieses Kraftwort, er scheint kein anderes passendes Wort in meinem Gehirn zu finden).

U: Das ist schon ok, wenn deine Gefühle dich übermannen, Karin versteht das sicherlich …

D: Die war immer so verdammt gut!

U: Hat dich das geärgert?

D. lächelnd: Manchmal…

U: Warum?

D: Die Nähe. He, es war gut, es war so gut, es war…
Hm, ich finde nichts in dir, warte, ich muss das suchen…

Es tauchen Bilder in mir auf.
Bilder Indiens, ich sehe das Tach Mahal,
dann sehe ich kunstvolle Bilder des Kamasutra…

Dann sehe ich einen Gott und eine Göttin in Stein gehauen,
dann als Metallplastik, sich liebevoll umarmend…

D: Kannst du verstehen?

U: Ihr wart wie diese Paare? Meinst du das?

D: Unsere Liebe war überirdisch, göttlich, du verstehst es richtig.
Das reicht, sie weiß, was ich meine.

U: Aber was hat dich wütend daran gemacht…

D: Nichts! Nein, ah, nein, das hat mich nicht wütend gemacht.
Sondern ICH hab mich wütend gemacht,
weil ich so viel Glück nicht ausgehalten habe!

Das konnte mich richtig wahnsinnig machen…
Dann hab ich Mist gebaut!
Hab sie verletzt, das war Mist, Mist, Mist, ich bereue das.

Aber ich wette, sie verzeiht mir, stimmt´s?

U: Ja…

D: Hm (lächelt). Ich verzeih ihr auch…

U: Was verzeihst du ihr?

D: Dass sie verhindert hat, dass ich weiter hassen konnte
(er sagt das lächelnd und sehr liebevoll).

Okay, also jetzt? Was machen wir jetzt? Kartenspielen?

U: Nein…

D: Mein Tod? Hm?

U: Wenn du etwas dazu sagen willst, dann ja…

Er schweigt lange, scheint zu überlegen, was er sagen will…

D: Hart, es war so verdammt hart.
Ohne meine Frau wäre ich den Weg nicht gegangen…

U: Was hättest du gemacht?

D: Ich hätte vorzeitig den Exit genommen.
Aber JEDER Tag zählt, wenn du so liebst, dann zählt jeder Tag, ja…

U: Du hast das auf dich genommen ihr zuliebe?

D: Nein, hm, nein, das klingt falsch.
Aber es ist auch richtig.
Ich weiß nicht, wie ich das sagen kann.
Ja UND nein? Geht das?

U: Das geht!

D: Ich konnte nicht auf sie verzichten, weißt du, was ich meine?
Das war wie eine Sucht, ich war wie ein Fixer,
immer auf der Suche nach dem nächsten Trip.
Mein Trip war sie.

Ich wollte nicht sterben, weil ich sie nicht verlieren wollte.
Es kann keinen Himmel geben ohne sie, hab ich gedacht.
Das gibt’s nicht, nicht für mich.

Darum hab ich es durchgestanden,
aber ich hab an nichts geglaubt, nicht wirklich.

Ich hab den Ärzten nicht geglaubt, ich hab den Infusionen nicht geglaubt. Ich hab gelogen und gesagt:
Es wird alles wieder gut, ich weiß es, wir schaffen das.

Ah, ne, ich war nicht gut als Sterbender!
Ich war wie ein Fixer, der genau weiß,
dass er sich bald keinen Stoff mehr besorgen kann…

Der ist dann manchmal auch wütend auf den Dealer, verstehst du mich?

U. Du gibst mir sehr viele Gefühle, ich werde versuchen, sie zu beschreiben.

Tom hat sich in einer emotional ausweglosen Situation befunden.
Ich habe den Eindruck, dass er alle medizinischen Maßnahmen gehasst hat. Dass er eigentlich nur in Ruhe gelassen werden wollte.
Andererseits wollte er unter GAR KEINEN Umständen deine Nähe verlieren.

Weiter leben können war also gekoppelt
an die notwendigen medizinischen Maßnahmen,
wobei ihm jeder Tag wichtig war.
Denn weiter leben können war die Voraussetzung dafür,
weiter mit dir zusammen sein zu können.

Andererseits hat er es gehasst, sich quälen zu müssen, schwach zu sein.
Körperlichkeit nicht mehr auskosten zu können,
sondern diesen Körper nur noch als Qual und Demütigung zu erleben.

Diese Ambivalenz ist manchmal zu einer großen Wut geworden,
auch Wut gegen dich, es tut ihm so sehr leid.
Da ist viel Verzweiflung in ihm.

Er zeigt mir ein Bild.
Ich glaube, er beobachtet dich, wie du mit einem Arzt oder Pfleger sprichst und der sagt irgendwas und du lachst und der Mann lacht.
Und Tom platzt vor Wut!
Und er fühlt sich so ohnmächtig und gefangen in sich selbst…

U: Ich verstehe dich, du hast recht, das war hart.

Er zeigt mir etwas, ich sehe es aus seiner Perspektive:
Er ist barfuß, ich sehe erst nur die Füße.
Ein Fuß wird vorsichtig vor den anderen gestellt, die Knie zittern,
jemand will ihn stützen, ich sehe vor mir eine offene Tür,
da draußen scheint die Sonne, da will er hin.

Aber er will es alleine schaffen, wieder will jemand helfen
(ich denke, das bist du), aber er will es doch allein schaffen!

Die Knie geben für einen Augenblick nach, die Stützung kommt
und er ist so, so wütend darüber!

Er fühlt sich gedemütigt, fühlt sich vom Leben betrogen,
vom eigenen Körper verleugnet, es ist schlimm, das nachzufühlen…

U: Du tust mir leid.

D: Ich? Nein, he, es ist vorbei und ich habe viel gelernt.
Dein Mitleid kannst du behalten…

U: Was?!

D: Sorry, hab nicht dich gemeint.
Ich hab manchmal gedacht, dass sie nur aus Mitleid bei mir bleibt,
das hat mich wahnsinnig gemacht.
Solche Gedanken hatte ich, ich war kein guter Junge.

Sie war gut!
Heute weiß ich, dass ich so zu ihr war, weil sie gut war und ich nicht. Jedenfalls damals hab ich das so gesehen…
Ich liebe sie, ich liebe sie so sehr.

Es war hart, sie nicht mehr lieben zu können, ich wollte sie glücklich machen.
Als ich sie kennen lernte, hatte ich nur diese Idee:
Ich wollte der Mann sein, der diese Frau glücklich macht.
In jeder Beziehung!

Ich hatte vorher ziemliche Probleme mit Frauen und ich war wirklich nicht unschuldig.
Aber mit ihr wollte ich ganz anders sein …

Als ich sie kennen lernte, da hab ich gespürt: das ist DIE Frau!
Sie hat an mich geglaubt und ich wollte das auch so.
Es war, als ob ich mich plötzlich mit ihren Augen sehe und es gefiel mir,
was ich sah.
Verstehst du?

U: Sie hat deinen Selbstwert gesteigert?

D: Oh ja! Aber zum Schluss habe ich unsere Liebe verraten,
habe ich mich selbst verraten.
Ich schäme mich…

U: Auch heute noch?

D: Ja!

U: Tom, aber du solltest wissen, dass uns nichts Gutes geschieht,
ohne dass es einen Sinn hat.
Welchen Sinn hat deine Scham heute?

Ich sehe das Gute nicht…

D: Ich komm da nicht raus…

U: Aus diesem Gefühl?

D. Ja…

U: Du solltest lernen, dich zu verstehen, hast du es noch nicht gelernt?

D. langes Schweigen: Ein bisschen, ich weiß nicht.
Ich wollte immer frei sein.
Wenn du liebst, bist du nicht frei, das verstehe ich.
Aber ich verstehe mich nicht, nein.

Ich brauche ihr Verzeihen, ich kann nicht weitermachen…

U: Du brauchst ihr Verstehen, Ihr Verzeihen?

D: Mehr als alles andere, ja.

U: Okay, Tom ich würde jetzt gerne dein Wesen beschreiben.
So, wie ich es wahrnehme, darf ich das tun?

D: Nein, mach eine Pause, du bist mir zu müde.
Mit dir spreche ich jetzt nicht!

U: Danke für deine Fürsorge!

D: Vielleicht bin ich ja ein Egoist?

U: Okay, ich mach Pause.

Nach einer Pause …

U: Darf ich jetzt?

D: Naa guuuuuuuuut (lächelt).

Ich habe den Eindruck einer Persönlichkeit,
die eigentlich ein friedvoller und toleranter Mensch ist.
Jemand, der tiefgründig ist und versucht,
den Geheimnissen des menschlichen Seins auf die Spur zu kommen.

Seine Art, mit mir umzugehen, ist gezeichnet von Humor, Geduld
und Einfühlungsvermögen.
Niemals überfordert er mich, niemals drängt er.
Er lässt mir Zeit, damit ich ihn verstehe.

Mir scheint er jemand, der sehr gut wusste, was und wer ihm gut tut.
Der ein sicheres Gespür dafür hatte, das Leben auszukosten
und dies auch als Aufgabe betrachtete.

Andererseits spüre ich aber auch einen starken Zug, unabhängig zu sein. Das scheint seine Achillesferse gewesen zu sein!
Hier spielen Stolz und der Versuch, die eigene Würde zu erhalten,
eine zentrale Rolle.

Sich für irgendetwas schämen zu müssen, scheint sehr schwer zu sein.
Ich bekomme an dieser Stelle eine Szene.
Da ist er noch klein, trägt aber eine Art Schuluniform und
eine Frau mit Brille stellt ihn vor einer Klassengemeinschaft sehr bloß.
Die Kinder lachen, später sehe ich ihn isoliert auf einem Schulhof stehen. Mädchen verspotten ihn, es ist schlimm.

Ein anderes Bild taucht auf:
Eine Frau liegt in einem Bett, ich bekomme das Gefühl, es sei seine Mutter und irgendwie bittet sie oder ermahnt ihn, ihr keine Schande zu machen…

Das Gefühl zu dieser Mutterfigur ist ziemlich durcheinander:
Einerseits möchte er alles tun, um ihr zu gefallen (sie scheint ziemlich schwach zu sein oder sogar mit dieser Schwäche zu arbeiten).
Andererseits will er sich diesem Druck nicht beugen müssen.
Es scheint, als wäre völlig egal, was er leistet:
Irgendwie ist es ihr nie genug, dennoch liebt er diese Frau zärtlich.

Der Vater erscheint mir unendlich fern, er wirkt wie ein Schatten auf mich…
Fern sein!
Das scheint ein durchgängiges Gefühl seiner Kindheit gewesen zu sein, nirgendwo richtig dazu zugehören…

Dann bekomme ich eine Weile lang nichts als Bilder:
Er ist jung mit langem Haar.
Ich weiß nicht, wieso, aber er zeigt mir immer wieder das Bild
eines jungen Mannes mit einem Samtjackett.
Es scheint eine Art Club zu sein, viele sind dort und es wird viel geraucht und ziemlich schräge Musik gespielt…

Dann bekomme ich eine E-Gitarre gezeigt,
die steht aber wohl schon länger nur so herum,
denn es liegt eine dichte Staubschicht darauf.

Zu all diesen Bildern bekomme ich ihn heiter
und vor allem sehr, sehr neugierig.
Alles, was anders ist, als er es kannte, ist spannend und interessant.

So mag er sich darin am Wohlsten gefühlt haben,
immer neue Horizonte zu entdecken.

Ein anderes Bild taucht kurz auf:
Soldaten marschieren in Tarnanzügen und bewaffnet durch eine Stadt, diese Stadt hat viele graue Häuser.
Seine Emotion dazu ist Wut, eine ungeheure Wut.

Ich weiß nicht, was er mir damit zeigen will.
Es ist nicht Wut auf die Soldaten, sondern auf die,
die diese herumkommandieren…

Ich denke, Tom war niemand, der sich unter ein Diktat beugen konnte
oder wollte.

Er wollte sich, so habe ich den Eindruck, niemals selbst verkaufen,
sondern sich selbst zuerst treu sein können.

Ich denke, er war jemand, der in seinen Ansichten sehr stark war.

Fähig, andere mitzureißen, fähig, andere zu ermutigen
und das Beste aus sich selbst herauszuholen.
Ich glaube, das war ihm wirklich ein tiefes Anliegen.

Ich habe den Eindruck, er glaubte daran, dass der Mensch an sich gut ist, dass aber Umstände und Zwänge aus ihm etwas machen können,
das wirklich schlimm ist.
Vielleicht hat er deshalb so sehr versucht,
sich solcher Zwänge zu entziehen.

Ich erlebe ihn als jemand, der den Sinn seines Daseins sucht.
Der versucht, weiterzukommen, auch heute,
der aber zuerst mit seiner eigenen Emotionalität klar kommen muss.

Sich nicht ausreichend kontrolliert zu haben, ist ihm einfach schrecklich. Denn genau solche unkontrollierten Menschen konnte er nicht leiden.

Auffallend ist seine Intelligenz und sein Wunsch,
eine Metaperspektive auf sein Leben zu erreichen.
Es fällt ihm nicht leicht!
Aber er hat offensichtlich eine ziemlich hartnäckige Art,
sich auch unangenehmen Aufgaben zu stellen, wenn es erforderlich scheint.

Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll:
Er wirkt auf mich wie jemand, der durchaus religiös ist,
aber ohne irgendeine Anbindung zu einer bestimmten Religion.
Auf die Frage, welche Religion er hatte, sagt er: Liebe!

Er hat es anscheinend nicht gern, wenn ich bohrende Fragen stelle. Entweder sagt er von sich aus, was er denkt oder eben nichts.
Er will die Kontrolle nicht verlieren.
Ich vermute, das traf auf viele Lebensbereiche zu.

Seine Krankheit war ihm nicht wegen der körperlichen Beschwerden
eine Qual, sondern vielmehr wegen des Kontrollverlustes,
den dies mit sich brachte.

Meiner Ansicht nach war bedingungsloses Vertrauen nicht seine Sache.
So tief er davon überzeugt war, dass der Mensch an sich alle Gaben hat,
gut zu sein und Gutes zu wirken,
so sehr misstraute er jedoch dem Willen der Menschen.

Hier ist wieder diese unterschwellige Ambivalenz zu spüren.
Die tiefe Verunsicherung, ob das, woran er glaubt, worauf er hofft,
auch das ist, was wahr ist.

Deshalb waren bewusste Täuscher für ihn einfach widerwärtig.
Er konnte einem Menschen viel verzeihen, aber nicht bewusste Täuschung. Da scheint es in seinem Leben mehrmals entsprechende Erlebnisse gegeben zu haben:
Eins mit einem vermeintlichen Freund, zwei mit einer Frau
und / oder Kindern der Frau.
Ich kann das schwer zuordnen.

Während ich das hier schreibe, liegt er mit geschlossenen Augen
in einem Sessel, die Füße über Kreuz auf dem Tisch.

U: Schläfst du?

D. lächelnd: Ja!

U: Ist das nicht unbequem?

D: Ich kann überall schlafen, wenn ich will…

U: Könntest du mal aufwachen, es geht weiter…

D: Du hast das Meer vergessen!

U: Was?

D: Das Meer von oben, das ist toll, aber schwimmen nicht…

U: Okay, das hätten wir dann auch…

D: Mein Vater war schon okay, es war okay…

U: Können wir jetzt die Fragen von Karin beantworten?

D: Ja, war sie eine gute Köchin?

U: Woher soll ich das wissen?

D: Ich kann das auch nicht wissen, ich bin Engländer (lacht).
Jetzt ärgert sie sich…

U: Warum machst du das?

D: Sie ist so süß, wenn sie wütend ist,
jetzt ärgert sie sich schon wieder (lächelt).

U: Komm, hör auf mit dem Quatsch, unsere Zeit ist kostbar…

D: Okay…

U: Also Connys Fragen: Wie geht es dir jetzt?

D: Ist das eine Art, seinen Mann zu begrüßen? Kein Kuss? (Lächelt.)
He, ich bin okay, es ist schon gut, reg dich nicht auf, es ist alles okay.

U: Okay ist aber nicht gut, oder?

D: Da ist eben immer noch, dass ich mich schäme.
Ich schaff es nicht, da rauszukommen, ich versteh mich nicht.

Die sagen, mein Gehirn hätte auch einen Tumor gehabt.
Ich weiß nicht, ob das stimmt, ich glaube nicht.
Weil: Ich konnte auch schon vorher unfair sein.

Ich will keine falschen Entschuldigungen,
ich will wissen, ob sie mich trotzdem liebt, es ist so wichtig!

Ich versuche, es zu fühlen, ich versuche, in ihr zu lesen,
aber es ist so durcheinander in ihr.

Manchmal liebt sie mich, fühlt mich, riecht mich,
manchmal ist sie zornig, was ist wirklich?
Ich weiß es einfach nicht.

U: Wo bist du, wenn du drüben bist?

D: Nicht weit, ich bin nicht weit.
Sie sagen, ich muss lernen, Mitgefühl mit mir zu haben.
Karin hatte das, ich nicht.

Ich war ein Ekel, sie hat alles für mich getan!
Und ich hab dann rum gemeckert mit ihr,
sie konnte mir nichts recht machen.

Ich verstehe, wenn sie sauer auf mich ist.
Ich verstehe nicht, wieso sie mich trotzdem liebt,
mich bringt das durcheinander…

U: Vielleicht solltet ihr einen Dialog führen…

D: Das wäre toll, he, das wäre das Größte!
Aber sie kann mich nicht hören…

U: Wir finden einen Weg, okay?

D: Okay! Ja, das ist gut. Ich will nicht ewig hier bleiben…

U: Gut. Dann Connys nächste Frage:
Was machst du im Jenseits, was hast du für Aufgaben?

D: Manchmal segele ich, ist toll, zwischen den Sternen, ist ganz groß.
Frei, dann bin ich endlich frei!
Aufgaben? Muss ich Aufgaben erledigen?
Hm, ich weiß nichts davon, wozu?

U: Du musst gar nichts, Tom, mach, was du willst…

D: Ist euch klar, dass es hier Musik gibt, die ist?
Ich finde nichts in deinem Kopf dazu.

U: Aber du genießt die?

D: Ich BIN die!

U: Kann sie ihrer Wahrnehmung trauen, dass wir noch immer eins,
ein wunderbares Liebespaar sind?

D: Hm, hm, aber es darf eigentlich nicht so bleiben, es ist Verhaftung…

U: Verstehe ich das richtig: Du „schläfst“ manchmal im Geist mit ihr?

D: Hm, hm…

U: Das kannst du nur, wenn du abstürzt, oder?

D: Nein, nein, es ist anders, es hat mit den Bildern zu tun…

U: Mit denen vom Kamasutra?

D: Nein, mit Meditationen, Spiritualität und Sex…

U: Deine Seele MUSS dazu irdisch nah werden…

D: Ja, man!

U: Welchen Preis bezahlst du dafür?

D: Es fällt schwer, zurückzugehen…

U: Wohin?

D: Zum Mond.

U: Erzähl mir keinen Quatsch …

D: Zurück ins Licht…

U: Kommst du deshalb nicht weiter?

D: Du kannst nicht alles haben…

U: Okay. Ich verstehe…

Karin fragt, warum sie sich jetzt mit dem Schmerz auseinandersetzen muss, dass du selbst so grundlos eifersüchtig warst,
aber mit dem Gedanken spieltest, eine Geliebte zu haben?

D: Ich wollte die Nähe brechen und gleichzeitig behalten, frei sein!
„Scheiß aufs Frei sein“, sag ich heute, das war krank!
Ich war krank da (zeigt auf seinen Kopf).
Oh man, he, vergiss es, es gibt nur dich…

U: Was würdest du ihr empfehlen?

D. Dass du mich bis ans Ende deiner Tage vermisst.
Ne, ich weiß nicht, ich bin müde, ich weiß nicht.
Ich will nicht tot sein, ich will dein Mann sein, ich scheiße auf den Himmel… ich…

U: He, he, versuch, da rauszukommen, du fällst gerade!
Ich kann da mit dir nicht reden…

Tom entgleitet mir, er stürzt bewusstseinsmäßig ab in eine Beltebene,
von meinem Punkt aus kann ich ihn hier nicht erreichen.

Dazu fehlt mir jetzt die Kraft.
Es ist offensichtlich, dass sich Tom noch nicht im Licht fest verankert hat.
Er ist unzufrieden mit sich und seinem Zustand.


Er wünscht sich das LEBEN mit dir so sehr zurück,
dass er bereit ist, deswegen große Anstrengungen zu erleben.


Anscheinend ist er immer nur kurz drüben,
um dann wieder dem Zug zu dir hin zu folgen.


Das ist für euch beide in dieser Form kein einfacher Zustand
und es ist zu wünschen, dass es sich klären lässt.


Ich bedauere, hier abbrechen zu müssen und hoffe aus ganzem Herzen, dass ihr beide in den Frieden kommen könnt.


Vielleicht können wir Wege während des Nachgesprächs finden.