Liebe

Liebe ist wie ein Meer…

Liebe ist wie ein Meer, das einen Fluss aufnimmt!

Wie sich das Meer ganz der Aufnahme des Flusses hingibt,
ihn in sich aufnimmt,
so ist die Liebe auf ihrem höchsten erlebbaren Stand,

die ihr Menschen zueinander haben könnt.

Engelkontakt

Ich bitte Elia, mich mit Gustav, dem Guide von Rita  zu verbinden. Rita bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe an einer Flussmündung ins Meer. Ruhig und tief zieht es den Strom in die Weite des Meeres. Sein Wasser ist trüb, voller Erde… noch weit kann ich den Unterschied zwischen Fluss und Meerwasser sehen.

Erst klar abgegrenzt, dann teilt sich das Flusswasser in viele Arme, die schließlich zu Strudeln werden und dann irgendwo weit draußen ganz und gar im Meerwasser aufgehen, wo kein Unterscheiden beider Gewässer mehr möglich ist.

Ich weiß nicht, wie lange ich dieses Naturschauspiel beobachtet habe.
Von mir unbemerkt ist die Linie, an der sich beide Wasser treffen, immer weiter hinaus gegangen und jetzt – für mich plötzlich – ergibt sich ein neues Bild.

Das Meer ist weit zurückgezogen, kaum mehr als ein glitzernder Streifen am Horizont. Der Fluss aber zieht weit ins Watt hinein eine Art Bahn, windet sich, zerteilt sich schließlich und wird zu einer unendlichen Vielzahl kleinster Rinnsale.

Gerade als ich denke: Worauf soll das hinaus? Soll es heißen „es verläuft sich die Kraft im Sand“?

Da kommt das Meer zurück, brandet sogar dort, wo es auf den Fluss trifft, nimmt ihn ganz und gar und durch keine trennbare Linie erkennbar in sich auf. Fluss und Meer sind wieder eins.

Erst jetzt bemerke ich Gustav neben mir.

G. Liebe ist so!

U. Wie ein Fluss, der ins Meer fließt?

G. Wie ein Meer, das einen Fluss aufnimmt!

U. Ich versteh dein Bild nicht, Gustav!

G. Wie sich das Meer ganz der Aufnahme des Flusses hingibt, ihn in sich nimmt, so ist die Liebe auf ihrem höchsten, erlebbaren Stand, die ihr Menschen zueinander haben könnt.

Das Meer zwingt den Fluss nicht, sich vor der Zeit mit ihm zu verschmelzen. Er darf seine Eigenart bewahren, das Meer weiß, diese Eigenarten sein zu lassen, denn die Zeit und der Lauf der Gezeiten werden von selbst bewirken, dass aus der Trennung zwischen Meer und Fluss aus 1+1=2 wird und aus der 2 wieder 1+1…

Kein Zwang, kein Druck, kein Wollen, es geschieht, weil es die Natur des Flusses ist, Meer zu werden und die Natur des Meeres, den Fluss in sich aufzunehmen.

Jede Liebe beginnt damit, seinen inneren Fluss zum Meer werden zu lassen, beginnt damit, aus 1+1=2 werden zu lassen.

Ich sage hier nicht, dass Rita Fluss oder Meer ist oder das Ulrich Fluss oder Meer ist. Ich sage, das seid ihr Menschen, wenn ihr liebt, Fluss und Meer seid!

Ihr bringt die Eigenart eure Seele, die sich abgrenzt, die eine feste Struktur hat, wie ein Fluss Ufer hat, innerhalb derer er fließt, in die Unendlichkeit des Miteinanderseins.

Ohne Grenze vermischen sich alle Gewässer, sodass die Eigenheit nicht mehr sichtbar, nicht mehr spürbar ist. Das ist der Höhepunkt der Zweisamkeit und ist Bestandteil, nicht Ziel! der Liebe.

Ist dieser Höhepunkt erlebt, teilen sich wieder Fluss und Meer, wird Eigenheit und Abgrenzung des Flusses wieder deutlich, zieht sich das Aufgehen ineinander wieder an den fernen Horizont zurück.

Das ist, wenn ihr euch wieder eurer Individualität widmet, wenn wieder wichtig wird, das Ich im Wir zu erkennen, zu pflegen und mit Kraft aufzuladen.

Wie sich das Wasser des Flusses durch den langen Lauf durchs Watt klärt und filtert, so klärt und filtert ihr in Zeiten der Ebbe der Liebe das, was ihr an Möglichkeiten dem zukünftigen Vereinigungsmoment einbringen könnt.

Wie das Meer hat die Liebe „Gezeiten“: Ebbe und Flut. Wer dies weiß und furchtlos geschehen lässt, der liebt, der liebt „gut“.

Leider sind die wenigsten Menschen darüber informiert, dass es so ist!

In euren Vorstellungen meint ihr, euch entscheiden zu müssen. Man lässt euch glauben, dass ihr, wenn ihr liebt, entweder Fluss oder Meer sein sollt.

Die Idealisten sind der Ansicht, dass wahre Liebe ein ewiger Zustand der Verschmelzung zu sein hätte.

Die vermeintlichen Realisten fürchten diesen Zustand und sind sogar der Ansicht, dass jeder Fluss unbedingt vermeiden sollte, zum Meer zu werden, und erlauben sich bestenfalls, dass sich zwei Flüsse nebeneinander her bewegen dürften.

Es gibt sogar „Liebesflüsse“, die selbst, wenn das Meer sie einholt, versuchen, sich durch Stecken und Stäbe abzugrenzen…

Und manch ein Fluss ist tatsächlich letztlich versandet, weil er vor lauter Beachtung der Eigenheit das Meer nicht mehr als „richtige Fließrichtung“ wahrgenommen hat.

Es gibt Flüsse auf der Erde, die entspringen unweit von Wüsten, kommt die Regenzeit, schwellen sie zu mächtigen Flüssen an, aber sie fließen in falsche Richtung.

Sie fließen in alten Flussbetten, die seit Jahrzehntausenden von Jahren in keinen Ozean mehr führen, sondern mitten hinein in die Wüste.

Dort an der tiefsten Stelle der Wüste breitet der Fluss sich zwar aus, wird zu einem See, aber auch dabei verliert er nie seine Begrenzung, seine Eigenart.

Er wird nie das Wunder des „Wir“ erleben, sondern immer nur ICH erleben! Und das wird, sobald die Regenzeit vorbei ist, sobald ihm keine Anregung von außen mehr hilft, sich der Kraft der Sonnenhitze zu widersetzen, übel ausgehen.

Der See, der er war, wird austrocknen, der Fluss, der seine Liebe war, wird zum Rinnsal, er wird wieder warten müssen, bis die Regenzeit kommt.

Eure Welt erzählt euch, was Liebe zu sein hat: Die einen sagen „ewiges Meer“, die anderen immer „Fluss bleiben“!

Die Wahrheit ist: Ihr seid, wenn ihr liebt, beides, Fluss und Meer und: Ihr habt einen Rhythmus, der so notwendig ist wie Ebbe und Flut.

Es gibt NICHTS zu fürchten, es ist ein immer währendes sich Abgrenzen, das auf seinem Höhepunkt wieder zum sich völlig Verschmelzen wird, wieder und wieder und wieder.

Und alles Unheil der Liebenden in der Welt rührt daher, dass versucht wird, den einen oder anderen Zustand halten zu wollen.

Jeder stellt sich vor, WIE Liebe sein soll und es sind genau diese Vorstellungen, die wahrhaftig erlebte Liebe letztlich versanden lassen.

Die tiefste Ursache dafür ist ANGST!

Es ist entweder die Angst, sich für immer zu verlieren. Das führt dazu, Fluss bleiben zu wollen, und verführt dazu, mit seiner Liebe Wüsten zu wässern.

Oder es ist die Angst davor, allein sich selbst zu genügen, da scheinbar lediglich im Zustand der absoluten Verschmelzung das Leben überhaupt auszuhalten ist, weil man sich für zu schwach hält, auch nur eine Weile lang eine abgegrenzte, eigenwillige Persönlichkeit allein in der Welt durchzusetzen.

Beide Ängste sind auf gar keinen Fall eurer Seele dienlich!
Beide Ängste führen zur Verarmung der seelischen Wachstumsmöglichkeiten.

Dass beide Zustände auch noch erhalten werden sollen, bringt nichts als Leid!
Und ich denke, wir sind uns einig, dass nirgendwo so sehr emotional gelitten wird wie im Bereich der Liebe.

Das müsste nicht so sein, wenn es eure Ängste nicht gäbe, die euch hindern, den Rhythmus zuzulassen.

Liebe Rita, ich musste soweit ausholen, denn du willst mit mir über dein Leiden an der Liebe reden.

Und dieses Leid, Rita, hat seine tiefe verborgene Ursache. Es zeigt sich als Symptome an der Oberfläche eurer beider unterschiedlichen Werte…

Es ist wie in der Medizin, Rita: Es hilft nichts, die Symptome zu behandeln, wenn die Ursache nicht bekämpft wird.

Die Ursache eurer Probleme ist ANGST! Jeder von euch hat eine andere Angst.

Ulrich hat Angst, in einer weiteren Verschmelzung sich noch einmal zu verlieren.
Und du hast Angst, noch einmal zu erleben, WIE sehr es schmerzt, allein zu sein.

Was ihr beide gar nicht erkennt: Es geht nicht darum, den einen Zustand zu festigen, es geht darum, aufzuhören, Ängste zu entwickeln, weil Liebe Rhythmus hat.

Da sind Urängste in euch angerührt, die nicht so ohne Weiteres aufzugeben sind.

Das Meer in euch muss das Vertrauen darauf haben, dass der Fluss ganz sicher weiter in seine Richtung fließt.

Und der Fluss in euch muss das Vertrauen haben, dass das Meer es aushält, wenn er, so lange er es braucht, sich in seinen Grenzen aufzuhalten, dies auch tun darf und dass es dennoch zurückfluten wird.

Hat der Fluss Angst, dass das Meer niemals mehr zurückkommt, dreht er seine Fließrichtung und wird Wüsten bewässern.

Hat das Meer Angst, der Fluss könnte aufhören, zu ihm zu fließen, verliert es seine Geduld, schwillt an, wird zur Sturzflut und richtet schreckliche Verheerungen am Flussbett an.

Ihr beide liebt euch, das ist wirklich wahr…
Das Problem ist, dass ihr das, was ihr liebt, gleichzeitig fürchtet!

Jeder auf seine Art versucht, die Liebe zu regulieren, aber keiner von euch hat Vertrauen in den Rhythmus: nicht in seinen eigenen, nicht in den des anderen.

An diesem Punkt ist eine Entscheidung notwendig: Was soll größer sein? Die Angst oder die Liebe?

Ich kann dir, liebe Rita, deine Entscheidung nicht abnehmen!

Alles, was ich tun kann, ist, deine Vorstellungen da zu modifizieren, wo sie auf angenommenen Wahrheiten beruhen, die nicht der Realität entsprechen.

U. Danke, Gustav, dann darf ich dir jetzt Ritas Brief vorlesen?

G. Ja, gerne!

R. Lieber Gustav, seit meinem letzten Reading sind nun 1,5 Jahre vergangen, jetzt bin ich wieder hier mit der Bitte um deine Hilfe.

Ganz ausdrücklich erlaubt und wünscht Ulrich Aussagen zu seiner Person.

G. Rita, jeder Mensch hat seine Themen in Sachen Beziehungen mitgebracht!
Und wenn ich es einmal – dieses sehr emotionale Thema – versachlichen darf, dann gilt es, darauf zu sehen, welchen Charakter der jeweils andere auf der eigenen Lebensbühne zugewiesen bekommt.

Es ist keineswegs so, das ihr euch ausschließlich in die Vorzüge des anderen verliebt habt. Ihr habt euch auch in die Möglichkeit verliebt, mit diesem einen „Schauspieler“ das DRAMA eures Beziehungsmusters neu aufzulegen, denn ihr hofft auf einen guten Ausgang.

Aber um einen guten Ausgang zu erreichen, muss erst einmal der alte Kampf auf der Bühne wieder stattfinden.

Die Sache ist nur die: Dabei geht es um Verwechslungen! Der Drehbuchautor ist ein wenig langweilig, dem fällt einfach nichts Neues ein.

Du kennst das doch aus Kitschfilmen, es ist immer das gleiche Strickmuster. Immer der gleiche Text, das Einzige, was sich ändert, ist die Bühne, sind die Mitschauspieler und sind die Hauptdarsteller selbst…

1. Akt: Kleines Mädchen wird nicht in seiner emotionalen Bedürftigkeit erkannt, sondern wird über die eigenen, substanziellen Möglichkeiten hinaus überfordert.

2. Akt: Die Mutter fern, weil mit der eigenen Trauer, mit der eigenen Überforderung beschäftigt. Der Vater zu nah, zu fordernd, unfähig, die Gefühle, die hinter Wort und Tat liegen, zu dechiffrieren…

Das Kind unerreicht in seiner Einsamkeit: Kein Schutz, nirgends, aber selbst Schutz denen geben wollen / müssen, die noch schwächer sind als sie selbst.

3. Akt: Junge Frau, tatkräftig, offensichtlich „wortgewaltig“. Offensichtlich unendlich belastbar in der Liebe zu einem Mann, der mit sich ganz selbst beschäftigt ist.

Der auch nicht in der Lage ist, die emotionale Bedürftigkeit hinter den Worten und Taten der jungen Frau zu dechiffrieren, und ihr mehr zumutet, als erträglich ist, ihr mehr Schutz und Geduld und Durchhaltekraft abverlangt, als zumutbar ist…

Die junge Frau ist in ihrer emotionalen Bedürftigkeit wieder unerkannt, allein gelassen.

Muster? Stärker sein, sich stärker zeigen, als drin ist.

Selbst nicht artikulieren können, was emotional gebraucht wird, sondern daran festhalten, dass es um die Form der Beziehung geht statt um die tiefe Sehnsucht erfüllter emotionaler Bedürfnisse.

Die junge Frau sucht, in dem sie Vater / Mutter von der Bühne nimmt und statt dessen den jungen Mann einsetzt, dieses Mal den Kampf um die Erfüllung ihrer emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen.

Ihr stehen dazu andere, bessere Mittel zur Verfügung als dem Kind, aber es bleibt dabei: Die emotionalen Bedürfnisse sind NICHT durch äußere Formalitäten zu erreichen.

Der Vater (bedingt auch die Mutter) hätten FREIWILLIG, unaufgefordert dem Kind die Bedürfnisse der Seele befriedigen müssen, um im Kind ein tiefes Urvertrauen gedeihen zu lassen, das sie fest darauf bauen lässt, dass sie von denen, die sagen, dass sie sie lieben, auch das bekommt, was sie braucht, um sich geborgen zu fühlen, und zwar unabhängig davon, was sie kann und was nicht.

Das Kind deutete die Liebe ihrer Eltern als eine Liebe, deren Ausdruck an Bedingungen geknüpft ist: Ich liebe dich, schütze dich, nähre dich mit allem, was du brauchst, „WENN… DANN“…
Sonst nicht!

Die junge Frau erfährt genau das Gleiche: Ich liebe dich, schütze dich, nähre dich mit dem, was du brauchst, „WENN… DANN“…
Sonst nicht!

Ich muss hier wohl nicht besonders erwähnen, dass du und Ulrich ein sehr verwandtes Thema habt?

Unlösbar der Widerspruch: Auf der einen Seite sucht die Seele, die Erfahrung zu machen, BEDINGUNGSLOS geliebt zu werden (versorgt).

Auf der anderen Seite steht ein Thema, das ich bisher nicht darlegte: Um zu überleben – so der Eindruck der kindlichen Psyche – gab es nur einen Weg: Stärke zu zeigen!

Die eigene Rolle auf der Bühne? „Die starke Heldin“, die aber, so stark sie auch ist, innerlich darauf hofft, in ihrer Bedürftigkeit erkannt und versorgt zu werden!

Der Stärkere zu sein, geht nur, wenn der andere der Schwächere ist.

Der Schwächere KANN aber nicht gleichzeitig der Versorger sein!
Oder doch? Ohne dass du dein Ich als „bedroht“ erlebst?

Als du dich in Ulrich verliebt hast, hast du dich auch (nicht nur) in die Chance verliebt, dass in IHM beides zu finden ist: Schwäche und Stärke…

Ich kann und darf hier nicht über Ulrich reden, ich möchte aber dir sagen: Dieser Konflikt der Kindheit (der im Übrigen karmischen Ursprungs ist) ist nur zu lösen, in dem du dich für eine Lösung öffnest.

Der erste Schritt dahin geht nicht über Ulrich oder irgendeinen anderen Menschen, sondern über deine Wandlung dieser schmerzvollen Zerrissenheit.

Es ist ein angstfreies JA! zu beiden Bedürfnissen nötig: Dem Bedürfnis nach „Beherrschung der Situation“ und gleichzeitigem, tiefem ausgehungert sein, was deine Bedürftigkeit nach Zuwendung, Geborgenheit, Vertrauen, Stabilität angeht.

In dir wirken zwei Strebungen: Eine danach, die Kontrolle zu halten, eine andere, diese angstfrei abgeben zu dürfen an einen, der „größer“ (aber ungefährlich) ist.

Meine geliebte Rita, lass dich von mir fragen: Wie ist das eigentlich? Musst du dich wirklich entscheiden zwischen kindlicher Bedürftigkeit und Kontrollmächtigkeit?

Kann es sein, dass es zu nichts führt, wenn ein anderer als du dir beides erlaubt oder verbietet?

Kann es sein, dass deine eigene Seele die Einzige ist, deren Urteil darüber zählt?

Und dass alles, was du erlebst, nichts weiter ist als die Folgen deines eigenen Urteils?
WENN… DANN…
Sonst NICHTS.

Fluss und Meer, sie gehören zusammen, nicht wahr? Und das scheinbar Unvereinbare, ist es nicht überall gleichzeitig das sich Ergänzende?

Warum sollte es nicht möglich sein, dass dieses Gesetz der Schöpfung auch für dich gilt?

R. Zur Zeit belastet mich meine Beziehung und Liebe zu Ulrich.
Mein Wunsch ist ein gemeinsamer Haushalt und später auch Heirat – ich wünsche mir diesen Rahmen (Sicherheit – ja, ich weiß), Ulrich ist da sehr viel zögerlicher …

Ich wünsche mir von ihm, dass er ein Guide-Reading für sich in Auftrag gibt, damit er seine Strukturen und unbewussten Mechanismen besser verstehen kann und dass wir natürlich auch mit unserer Liebe ein großes Stück weiterkommen können!

G. Rita? Und was ist der Wunsch hinter den Wünschen? Was genau?

Was meinst du, bin ich auf dem richtigen Pfad, wenn ich sage: Was du wünschst, ist, deine beiden in dir liegenden Strebungen leben zu dürfen.

Was die Seele anstrebt, ist, zu erfahren, wie sie die Stärke erreicht, den Preis, den beide Strebungen kosten, auch bezahlen zu können.

R. Es hat sich aber auch schon sehr viel getan, wir beide machen recht große Entwicklungsschritte. So schwierig war für uns noch keine Beziehung, weder für ihn, noch für mich.

G: Nun ja, die Sache mit dem Rhythmus UND die Sache, beides zu sein, Meer und Fluss: Ihr werdet auf diese Tatsache geworfen.

Ihr VERSUCHT beide. im anderen eine Genehmigung für eure Strebungen zu erhalten.
Wie ihr sie schon durch eure Eltern gesucht habt.

Doch darüber hinaus sucht ihr JETZT auch, den Weg zu finden, den Preis, den eure Strebungen haben, „zahlen“ zu können.

Der Starke sein, hat seinen Preis, der Schwache sein, hat auch seinen Preis…
Aber BEIDES zu sein? Welchen Preis hätte das eigentlich?

Weißt du, Rita, eure Lebenspläne entstehen nicht, weil ihr euch in einer Art großer Konferenz im Planungsbüro hinsetzt und mit einigen Fachleuten die einzelnen Punkte festlegt.

Eure Lebenspläne sind das Ergebnis der Strebungen der Seele nach Wachstum: Mehr und mehr und mehr sucht sie, sich selbst reifer werden zu lassen…

So fanden sich Ulrich und Rita! DAS vor allem ist der Grund, warum ihr euch liebt.

Noch einmal: Deine Strebung ist, so weit zu reifen, dass du den Preis, den es dich kostet, für ein und dieselbe Person die Starke und die Schwache sein zu dürfen, bezahlen kannst, angstfrei, selbstverständlich, ungehemmt.

R. Wir liegen, was unsere Wünsche nach Verbindlichkeit und Nähe angeht aber so dermaßen weit auseinander, dass wir uns fragen, warum wir eigentlich noch immer zusammen sind.

Gewiss, da ist Liebe, aber reicht das alleine aus, um das Leben gemeinsam zu verbringen?

G: Der Fluss fließt dem Meer zu, die Flut bringt das Meer dem Fluss näher… das ist die Natur. Wer aber „alten Meeren“, die längst leer sind, zufließt, der landet in der Wüste!

Ihr müsst beide entscheiden, wohin ihr fließen wollt: alte Richtung oder Neue?
Das ist ganz allein eure Entscheidung!

Du kannst nicht entscheiden, in welche Richtung sein Fluss fließt.
Er kann nicht entscheiden, in welche dein Fluss zu fließen hat…

Aber eines darf ich sagen: Ein gemeinsamer Weg ist nur möglich mit einem gemeinsamen Ziel.

Ihr Zwei, sagt einmal: Habt ihr ein gemeinsames, INNERES Ziel? Eine STREBUNG, die beide Seele zu erreichen suchen?

Innere Ziele erfüllen sich nicht durch äußere Bedingungen. Was für ein Bühnenstück gespielt wird, bestimmt nicht das Bühnenbild, sondern der Text, der gesprochen wird.

R. Auf der einen Seite will ich nicht drängeln und unter Druck setzen, ihm sein Tempo lassen (vielleicht ändert sich aber auch nichts bei ihm).

Doch auf der anderen Seite stehen da meine so deutlich unbefriedigten Bedürfnisse / Wünsche, dass ich ungeduldig und auch ungehalten werde – ein echtes Dilemma!

G. Rita, geht es hier denn gar nicht darum, welchen Preis du bezahlst?
Geht es gar nicht darum, ob du die Stärke hast, ihn zu bezahlen?
Und geht es gar nicht darum, welchen Preis er bezahlt und welche Kraft er hat, um ihn zu bezahlen?

Ich weiß, in der Liebe soll es kein „Wenn… DANN“ geben, es soll kein Preis verlangt werden.
Das ist sehr idealistisch – um nicht zu sagen – geradezu von Gott gleicher Größe.

Aber so schön diese Vorstellung ist, sie ist nicht wahr!

Immer müsst ihr die FOLGEN, die euer Wirken und Wollen hat, „bezahlen“.
Alles WIRKEN in der Welt hat seinen „Preis“! Das ist notwendig! Denn wenn ihr keinen Preis bezahlt für euer Wirken und Wollen, lernt ihr GAR NICHTS dazu.

Immer wird der Preis gezahlt! Es gibt vielleicht ein Kreditkonto, aber irgendwann kommt die Rechnung, wenn nicht in dieser Inkarnation, dann in der nächsten.

Anders ausgedrückt: Wen ihr heute „aus Liebe“ nicht zahlen lasst, dem wird morgen die Rechnung vorgelegt und dann wahrscheinlich noch drastischer, damit er versteht, dass alles, was er bewirkt, FOLGEN auch auf ihn selbst hat…

Deshalb seid ihr einander Lehrer in der Welt!

Hier – im Jenseits – da macht keiner eine Rechnung auf, da gibt es aber auch keinen Fluss, der ins Meer fließt, da gibt es nur das MEER!

Ihr seid, so sehr ihr euch lieben wollt, aber nicht im Jenseits…

Was immer ihr tut und wirkt, was immer ihr nicht tut und nicht in Bewegung setzt: Es wird sich auf euer Selbst auswirken und ihr müsst den Preis bezahlen.

Nicht nur der andere, ihr selbst durch das Verhalten oder auch nur die Gefühle, die ihr im anderen auslöst, auch!

Falls du jetzt denkst: Das ist aber gar nicht so schön, wie ich mir Liebe vorstelle…

Dann sage ich: Rita, einer anderen Seele, zu helfen, zu reifen, ist der ganze Ozean von Liebe überhaupt!

Liebsein, das ist leicht, damit steht man sozusagen immer als Held da.

Aber wer opfert, was sein SELBST braucht, wer die „Rechnung“ dem, der das Opfer will, nicht aufmacht, der ist vielleicht lieb, aber er liebt diese Seele nicht wirklich!

Er will nicht ihr Bestes, er gibt ihr keine Chance zur Korrektur!

Liebe braucht Mut.

R. Würde es mir / uns helfen, zu erfahren, warum ausgerechnet wir beide uns lieben und so aneinander hängen?

G. Ich hoffe, es hilft euch, was ich euch schrieb. Es ist nicht lieb, nicht wahr?

Aber, Rita, die Sache ist die: Ich liebe dich viel zu sehr, um lieb zu sein.
Niemals musst du für diese Liebe, die ich dir schenke, einen Preis bezahlen!

Aber du musst einen Preis bezahlen, wenn du mich etwas fragst.
Dann musst du damit bezahlen, das, was ich sage, auszuwerten. Was immer ich dir sage, es ist gesagt und nicht rückgängig zu machen.

Und ich sage euch: Beide habt ihr Angst, ihr habt Angst, ausschließlich das Meer zu sein. Ihr habt Angst, ausschließlich der begrenzte Fluss zu sein.

Und noch viel mehr Angst habt ihr davor, den Rhythmus der Liebe auszuhalten. Denn beide habt ihr kein Vertrauen, dass sich Meer und Fluss immer und immer und immer wieder trennen und vereinen dürfen.

Diese eure Ängste werden ihren Preis fordern. Wenn es schon so ist, warum dann nicht für das BESTMÖGLICHE bezahlen wollen?

R. Hast du bitte einen Lösungsvorschlag, eine Hilfe für mich? In mir ist die Angst, Zeit zu „verschwenden“ und auf etwas zu hoffen, was sich evtl. nie erfüllt!

G. Rita, ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen, welchen Preis DU! bereit bist, zu bezahlen…

Beides – bleiben und warten – hat einen Preis, aufhören, zu warten auch…

Aber eines möchte ich in den Zusammenhang bringen: Diese Frage mit deiner nächsten an mich…

R. Gerne würde ich auch lesen, ob mir meine Mama was zu diesem Thema sagen kann. Sie hat mir zum Thema Beziehung / Liebe gesagt, ich solle mir doch jemanden suchen, an den ich mich  anlehnen kann. Seit dem interpretiere ich wie wild, da ich es nicht verstanden habe.

(U: Rita, ich schaff es jetzt einfach, nicht den Sprung zur Mama zu machen, bitte verzeih, vielleicht geht das besser im Nachgespräch. Gustav ist heute sowieso viel „höher“ als sonst, er verlangt mir viel ab.)

R. Meine spirituelle Weiterentwicklung, der Ausbau meiner medialen Fähigkeiten, all das liegt z. Zt. brach. Ich bin so sehr mit meiner Beziehung beschäftigt, dass mir der Nerv und die Zeit dafür fehlt.

G. Ja! Da haben wir schon einen zu zahlenden Preis, Rita.

R. Elia fand es vor einiger Zeit recht wichtig, dass ich erfahren sollte, warum ich mich generell nicht so recht damit beschäftigen mag, warum mir Tiere oft so viel wichtiger sind als Menschen / was mich an meiner diesbezüglichen Weiterentwicklung hindert.

Damals ergab es sich aber nicht, dieses Thema zu bearbeiten.
Ist hier und heute der Raum dafür?

G. Ach, Rita, „groß“ sein, das kostet viel, nicht wahr? Wenn du die Bedürfnisse anderer erfüllst, was ist dann mit deinem so heimlichen Wunsch nach Versorgung?

Weißt du, dass ihr euer Selbst findet, in dem ihr euch den anderen Selbsten öffnet? Natürlich weißt du das!
Aber willst du es auch?

Auch hier, Rita, geht es darum, zu entscheiden, wie das nun ist IN DIR: Darfst du bedürftig sein und darum deine emotionalen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen, UND gleichzeitig „Leitwolf“ sein oder nicht?

Ungelöste Konflikte können verhindern, den eigentlichen Konflikt lösen zu müssen: einen „Stellvertreterkrieg“.

R. Kannst du mir sagen, warum ich häufig Kopfschmerzen habe und wie ich dem vorbeugen kann?

G. Deine Halswirbelsäule und deine Schultern tragen zuviel Spannung: Kopf Hoch! Als Befehl wirkt es sich nicht immer freundlich auf die Kopfträger aus.

R. Auch interessiert mich, warum ich seit Jahrzehnten solche ganz extrem schlimmen Schmerzen und Krämpfe bei meiner Menstruation hatte.

Die Schmerzen in der Periode wurden in der Menopause besser, dafür hab ich jetzt häufiger Kopfweh!
Ich bin sicher, dass die Ursache im seelischen Bereich liegt…

G. Du weißt, warum die diese Schmerzen hattest: Es ist der Schmerz daran, NICHTMUTTER sein zu müssen.

R. Wenn noch etwas Zeit ist, dann erkläre mir bitte, bitte was ich bei der Auswahl meiner Hunde falsch mache (ich hab`s nicht verstanden!).

Auch Sina hat mit 11 Monaten schon gesundheitliche Probleme mit ihrer Hüfte.
Eigentlich dachte ich, diesmal alles „richtig“ gemacht zu haben …
Ich möchte doch nur einen gesunden Hund, mit dem ich lange glücklich sein kann!

G. Rita, schwach: Sie sind BEDÜRFTIG, immer bedürftig!
Und du gibst ihnen, was du selbst brauchst…

Verstehst du jetzt?
BEDINGUNGSLOSE Geborgenheit, Schutz, Zuwendung.

R. Zum Schluss möchte ich mich von ganzem Herzen bei dir bedanken, ich werde sehr genau lesen, was du mir zu sagen hast.
Ich umarme dich,
deine Rita

G. Ich wünschte, du würdest merken, wenn ich dich umarme!
Dann würdest du jetzt mein ganzes Mitgefühl spüren.
Du würdest spüren, dass ich um deine Müdigkeit weiß.
Du würdest spüren, dass ich um dich kämpfe.

Und du würdest spüren, dass ich dir nichts sehnlicher wünsche, als dass du endlich, endlich ZUFRIEDEN mit dir bist, mit deinen Stärken genauso wie mit deinen Bedürfnissen.
Du würdest spüren, dass ich weiß, WIE schwer es dir fällt, jemanden loszulassen, den du liebst und wie sehr die Angst davor schmerzt, selbst einfach so losgelassen zu werden.

Du würdest spüren, dass nicht nur ich dich umarme, sondern auch der dich umarmt, dessen Bote ich bin.

Ich umarme dich auch, Rita,
dein Gustav!