Warum hat der Mensch Angst?

Ich fragte:
Warum hat der Mensch Angst?

Die Antwort muss lauten:
Um zu bewahren, was ihm gut ist!

So gesehen ist Angst nichts Schlechtes,
ganz im Gegenteil!

Die verrücktesten Herrscher der Menschheit waren genau jene,
die überhaupt keine Angst davor hatten,
zu verlieren, was gut ist!

Angst ist ein guter Aspekt des menschlichen Wesens.
Er bewirkt Fürsorge, Vorsicht, Sorgfalt, Fleiß, Durchhaltevermögen, Anpassungsbereitschaft, Lernbereitschaft, Wissbegier, Selbstdisziplin.
Das alles sind sehr, sehr wichtige
Mechanismen der Menschlichkeit.

Entwicklung wäre nicht möglich ohne sie:
Weder die Entwicklung des Einzelnen
noch die der Gesellschaft aller Menschen aller Zeiten.

2. Schutzengelkontakt

Ich bitte Elia mich mit Mansul, dem Guide von John zu verbinden.
John bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in dem Innenhof eines antiken Hauses.
Hier gibt es einen Springbrunnen, Rosen, schön ist es hier.
Ein Arkadengang umrandet die dahinter liegenden Gebäude.

Und ich habe das Gefühl, hier schon einmal gewesen zu sein,
weiß aber nicht, wo das war.

Ein Kind spielt mit einem kleinen Ball, eine Frau ruft es zu sich.
Im gleichen Augenblick betritt Mansul den Innenhof.

Wie immer würdevoll, wie immer sanftmütig
und doch stark kommt er auf mich zu.
Er nimmt meine Hände und zieht mich zu einer Bank
unter einem blühenden Strauch.

Dann schaut er mich lange an, lächelt, seufzt,
nimmt deine Mail, die neben ihm liegt, und legt sie dann zur Seite.

Er legt den Kopf in den Nacken,
als wolle er sich in der milden Sonne wärmen,
schließt die Augen und sagt:
Warum hat der Mensch Angst?

U: Weil er fürchtet, zu verlieren, was er hat…

M: Was hat er?

U: Oh, na ja, das kann viel sein oder wenig, kommt darauf an…

M: Hm, hm (er lächelt), du spielst mit mir, du kennst die Antwort schon.
Aber gut, spielen wir.

Der Mensch MEINT, er hätte das,
was er an materiellen Gütern erworben hat, was immer es sei:
ein Haus, ein Auto, schöne Möbel.

In meiner Zeit und Kultur eher ein Kamel
oder einen kostbaren Brunnen wie diesen hier.

Ferner MEINT der Mensch, er hätte Beziehungen:
zu seinen Eltern, Kindern, dem Lebenspartner, Freunden, Nachbarn.

Und er MEINT, er hätte einen gesellschaftlichen Status:
Arbeitsplatz, Geschäft, Bauernhof.

Und nicht zuletzt MEINT er, er hätte seinen Körper, seinen Verstand, seinen Geist.
Ist es so? Spreche ich wahr?

U: Hm, na ja…

M: Warum zögerst du?

U: Weil wir das eigentlich gar nicht meinen ist, sondern hoffen…

M: Ah, da schau her, jetzt sagst du wahr!
An dieser Stelle endet das Spiel.

Du hast Recht: So sehr ihr euch auch versucht,
darüber hinwegzutäuschen,
dass all diese Dinge euer BESITZ sind.
Die Wahrheit weiß eure Seele!

Sie weiß, dass ihr euch selbst belügt, wenn ihr so denkt.
Dass es in Wahrheit kein Besitz ist, sondern die Hoffnung, es zu besitzen.

Besitz ist etwas Festes, Stabiles, Unwandelbares:
Das ist, was IMMER bleiben darf.

Was mir gehört, das ist MEINS!
Und was meins ist, darüber verfüge ich so, wie ich will.
Das hat also etwas mit eurem Willen zu tun.
Ihr WOLLT diesen Besitz bewahren. 

Ich sage nicht, dies sei schlecht, im Gegenteil:
Den Willen zu haben, einen Besitz zu wahren,
ist der Motor für die meisten eurer Aktionen.
Wo wäre die Welt, wäre dieser Motor nicht vorhanden?

Nach eurem Willen versucht ihr, euer Leben zu gestalten!
Und das ist eben das tiefste Mensch sein überhaupt, ihr könnt gar nicht anders.
Ihr sollt wollen, es ist gut!

Aber jetzt lass uns weiter überlegen:
Wenn es gut ist, Besitz zu wollen, warum habt ihr dann Angst um ihn?

Weil ihr diese Angst BRAUCHT!
Ihr braucht sie, um aufmerksam zu bleiben,
um zu schützen zum Beispiel.

Was wäre das für eine Mutter, die nicht ihr Kleinkind unablässig bewacht,
weil sie eben WILL, dass ihr der BESITZ dieses Kindes nicht verloren geht?
Das wäre eine sehr, sehr schlechte Mutter
und das Kleinkind wäre in großer Gefahr.

Zum WILLEN, euren Besitz zu wahren, gehört also auch,
diesen zu KONTROLLIEREN.
Denn: Ihr habt ANGST!

Ich fragte, warum hat der Mensch Angst?
Die Antwort muss lauten: um zu bewahren, was ihm gut ist! 

So gesehen ist Angst nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil!

Die verrücktesten Herrscher der Menschheit waren genau jene,
die überhaupt keine Angst davor hatten, zu verlieren, was gut ist! 

Angst ist ein guter Aspekt des menschlichen Wesens!
Er bewirkt Fürsorge, Vorsicht, Sorgfalt, Fleiß, Durchhaltevermögen, Anpassungsbereitschaft, Lernbereitschaft, Wissbegier, Selbstdisziplin.

Das alles sind sehr, sehr wichtige Mechanismen der Menschlichkeit.
Entwicklung wäre nicht möglich ohne sie:
Weder die Entwicklung des Einzelnen
noch die der Gesellschaft aller Menschen aller Zeiten.

Uta, sag mir, was haben all diese Mechanismen gemeinsam?

U: Ich weiß nicht, Mansul…

M: Es sind KONTROLL – Mechanismen!

Wer Angst hat, hat scheinbar nur eine einzige Möglichkeit,
mit dieser Angst fertig zu werden:
Kontrolle auszuüben!

So wie die Mutter das Kleinkind kontrolliert, damit ihm kein Unheil geschieht.
An sich ist das gut und mehr als nur legitim.
ABER Der springende Punkt ist:
Dass diese Art des Bewusstseins davon ausgeht,
dass ihr TATSÄCHLICH alles, was es euch wert ist,
erhalten zu werden, kontrollieren könntet.
Die TATSACHE, stimmt die mit eurem Bewusstsein überein?
U: Oh, nein, wirklich nicht, nein.

M: Nicht so schnell, lass uns überlegen.
Könnt ihr euren materiellen Besitz kontrollieren?

U: Na ja, solange nichts Schicksalhaftes kommt, schon…

M: Mit Schicksalhaftes meinst du etwas,
das von außen kommt wie Krieg, Inflation, Raub, Unwetter?

U: Ja…

M: Ja, natürlich, ihr könnt nur kontrollieren, was in EURER Verfügungsgewalt ist.
Die Mutter kann kontrollieren,
dass ihr Kindchen sich nicht die Finger am Herd verbrennt
oder in einen Teich fällt.

Aber sie kann NICHT kontrollieren,
ob nicht vielleicht ein Vulkan ausbricht, der in ihrer Nähe bisher schläft.

Das hier ist ein Palacio in der Nähe des Vesuvs.
Wie wunderschön er war, wie sicher ich meinte, hier zu leben.
Aber hier erlebte meine Seele,
dass mein Bewusstsein für Kontrolle sehr falsch war.

So viele Leben lebte ich als eine Seele, die sich sehr viel Mühe gab,
alles zu kontrollieren, damit kein Leid geschieht.
Hier wurde dieses Bewusstsein ein für alle Mal verändert!
Denn ich lernte etwas sehr, sehr Wichtiges.

Ich lernte: Des Menschen Kontrollmöglichkeit ist begrenzt!

U: Und von da an hattest du Angst?

M: Nein, im Gegenteil!
Dadurch verlor ich meine Angst, von da an hatte ich MUT!

Uta, Angst, die Kontrolle zu verlieren,
ist dann besonders drückend, wenn einem nicht bewusst ist,
dass die Kontrollmöglichkeit eben von Anfang an begrenzt ist.

Dass es in der Natur des Lebens liegt,
NICHT alles unter Kontrolle halten zu können.

Mir war das vor Pompeji nicht klar.
Danach war es etwas, was mich viel zuversichtlicher gemacht hat!
Denn wenn es auch wahr war, dass ich nicht ALLES kontrollieren MUSSTE,
so war auch wahr, dass es Dinge gab, da war es möglich.

Ich begann, einfach zu trennen zwischen dem Risiko,
das ich aus eigener Kraft klein halten konnte und dem,
das ich überhaupt nicht beherrschen konnte.

Last war mir nur der Zustand, in dem ich vorher war.

In einer – fast möchte ich sagen – gotteslästerlichen Überheblichkeit
lud ich mir die Kontrolle über viel zu viel auf
und verlor dabei an ALLEM: an Lebensfreude, an Kraft, an Mut.

Ich spürte die Last, aber ich war mir nicht bewusst, woher sie kam!

U: Woher kam sie?

M: Aus der Selbstüberschätzung!
Ich möchte es zusammenfassen:
Angst ist menschlich und sie ist notwendig,
aus ihr resultieren Kontrollmechanismen.

Auch sie sind menschlich und absolut notwendig.

Aber es ist von größtem Nachteil, nicht zu wissen,
dass die menschliche Kontrollmöglichkeit begrenzt ist!

U: Meinst du, damit tröstest du John?

M: Ich will ihn nicht trösten, sondern er – mutigen!
Die Kontrollmöglichkeit des Menschen hat sehr eng
etwas mit Verantwortung zu tun.

Eure Kontrolle reicht genau so weit, wie eure Verantwortung reicht.
Beides hängt zusammen.

Das Kleinkind kann sich noch nicht selbst kontrollieren,
also trägt die Mutter die Verantwortung dafür.
Aber ihre Verantwortung endet, und zwar genau da,
wo die Verantwortung GOTTES! anfängt!!!

Angst bewirkt Kontrollmechanismen,
Kontrollmechanismen sind begrenzt,
die Grenze ist GÖTTLICH!

Wenn Menschen sehr verantwortungsbewusst sind
– so wie mein sehr! geehrter John –
dann gesellt sich gerne zu der völlig menschlichen Angst vor Verlusten dessen,
was er meint bewahren zu müssen, eine weitere Angst dazu:
Die Angst davor, Fehler beim Kontrollieren zu machen.

Das ist die Angst der Mutter, dass ihrem Kindchen genau DANN etwas zustößt,
wenn sie einmal NICHT hingeschaut hat:
ANGST, verantwortlich zu sein und etwas übersehen zu haben,
was fatale Folgen hat!

Mein herzensguter John, hier in Pompeji habe ich WIRKLICH etwas übersehen. Dieser Berg, an dessen Hängen meine Weinstöcke wuchsen,
rumorte immer wieder einmal, daran war nichts Ungewöhnliches.

Aber am Abend vor dem Ausbruch hatten sowohl
meine Hunde als auch unsere Kätzchen unser Haus verlassen,
sie waren einfach weg.
Und die Fische in meinem kleinen Teich waren am Morgen alle tot.

Das waren Warnsignale, aber ich habe diese Signale nicht ernst genommen.
Warum nicht?
War das MEINE Verantwortung?

Sagst du jetzt ja?

Ich sage NEIN.
Denn was wir im Leben verstehen und was nicht,
WANN wir etwas verstehen und wann noch nicht,
das liegt gar nicht bei uns, sondern bei Gott!

So wie er die Verantwortung dafür übernimmt,
dass unsere Kontrolle eine Begrenzung hat,
so übernimmt er doch auch die Verantwortung dafür,
wie viel wir verstehen können.

Er verteilt diese Gabe der Erkenntnis nach seiner Verantwortung. 

Hätte ich erkannt, was die Tiere mir zu zeigen hatten,
ich hätte meine Familie evakuiert.
Ich verstand nicht und unser aller Lebensplan erfüllte sich so,
wie es Gottes Plan mit uns war.

Lieber John, all dies zu verstehen, ist schwer!
Aber ich muss versuchen, dir die Basis dessen zu erklären.

Nehmen wir einmal an, ich hätte diesen schrecklichen Vulkanausbruch überlebt
und es wären viele Jahre guter Zeiten vergangen.
Da hätten eines Abends sich wieder meine Hunde davon geschlichen
und wieder wären meine Fische tot im Teich geschwommen
und wieder hätte ich darin keine Warnung gesehen.

DANN hätte ich Verantwortung!
Denn DANN wäre mir bekannt gewesen, dass dieses Zeichen sind,
denen man besser folgt, statt sie zu ignorieren.

JETZT kommen wir zum GEWISSEN:
Mein GEWISSEN hätte mich unter solchen Umständen
nicht schlafen lassen.

Ich wäre aufgestanden, hätte meine Familie genommen
und hätte mich auf den Weg in die Ferne gemacht.
DANN wäre mein Gewissen Teil von Gottes Verantwortung gewesen.
Nur dann! Nicht vorher. 

Und hätte ich meinem Gewissen entgegengesetzt gehandelt,
DANN hätte ich mich als schuldig betrachten MÜSSEN,
wäre das zweite Unglück auf uns hereingebrochen.
NUR dann!

Ein Mensch, der seinem Gewissen nicht folgen will,
wird Ungemach damit erleben.
Ein Mensch, der seinem Gewissen nicht folgen KANN jedoch,
der steht unter einem besonderen – nämlich schicksalhaften – Zwang.

Nehmen wir an, dass ich zwar die Zeichen erkannt hätte,
dass aber weder meine Frau noch meine Kinder mir hätten gehorchen WOLLEN,
dann hätte ich dennoch ein reines Gewissen.

Ich hoffe, dass du mir soweit folgen kannst.
Jetzt möchte ich mich ganz deiner derzeitigen Situation zuwenden.

Zuerst einmal möchte ich dich bitten,
NICHT die Last durch deine Ahnin in deine Angst mit einzubeziehen!

Ihre Art der Schwindelanfälle hatte ein ganz außergewöhnliches Maß,
das in ihrem ganz eigenen persönlichen Lebensplan zu suchen ist,
nicht in deinem.

Die Gefahr besteht, dass dich der Blick darauf FÜRCHTEN lässt,
dass dies, was du erlebst, der Anfang des gleichen Leidens bei dir ist.

Das ist nicht Angst, sondern Furcht!
Furcht ist ein unsachliches Gefühl,
dem der Mensch nur mit Wissen begegnen kann.

Gut. Also: Was WEISST du?
Du WEISST, dass dir manchmal schwindlig wird.
Das ist die TATSACHE!

Du WEISST nicht!!! ob es sich wiederholt, ob es schlimmer oder häufiger wird.
Du weißt nicht, ob es länger dauernde Episoden gibt.

Du weißt nur, dass es das geben KANN:
kurze Anfälle von Orientierungs-Schwierigkeiten.
Das ist WISSEN und damit fällt es in den Bereich
DEINER Verantwortung.

Ich bin mir bewusst, dass du jetzt hören möchtest,
dass ich dir sage, das geschieht nie wieder.
Oder aber dass ich dir sage: ja, das geschieht, finde dich ab.

Lieber John, es geht hier nur sekundär um die Anfälle.

Worum es primär geht, ist: Dass deine Seele lernt,
zwischen DEINER Verantwortung und Gottes Verantwortung zu unterscheiden.

Fest steht: Dein Leben als Seele hat einen Punkt erreicht,
bei dem die Kontrollfrage eine ganz besondere Bedeutung bekommt.
Deine Ahnin hat es überhaupt nicht verstanden, damit umzugehen.

Lieber starb sie, als sich der Unkontrollierbarkeit als Faktum zu stellen!
Sie konnte an keiner Stelle sagen: Ja, es ist gut.
Ich kann NICHT alle Bereiche meines Lebens kontrollieren.

Stattdessen sagte sie: Lieber bin ich tot, als dass ich das so weiter hinnehme. Absurder weise tauschte sie den absoluten Kontrollverlust, nämlich den Tod,
gegen einen gelegentlichen Kontrollverlust ein.

Aber jetzt hat sie für alle Nachfahren die Botschaft hinterlassen,
lieber zu sterben, als gelegentlichen Kontrollverlust hinzunehmen.

Ist das eine sachliche Entscheidung?
Nein, nein, das ist eine mutlose und auch überhebliche Entscheidung!
Da zeigt sich keine Verantwortung.

Das wäre so, als hätte ich gesagt:
Oh, ich lebe immer noch am Vesuv, der kann wieder ausbrechen,
er rumort ja schon, da werde ich sicher! wieder alles verlieren.
Gebe ich besser gleich auf und bringe mich um!

Gott sei Dank bist du aus einem anderen Holz geschnitzt und weißt,
dass nichts auf Erden geschieht, ohne dass es einen tieferen Sinn hat.

Gott sei Dank suchst du darum nach dem Sinn dessen,
was dir geschehen ist und nicht lediglich nach einem billigen „Ausweg“. 

Damit wollen wir sagen, wie es wahr ist:
Liebe Ahnin, auch wenn ich ähnliche Erfahrungen machen musste.
Deinen Weg geh ich nicht!

Also wenden wir uns den unsinnigen Befürchtungen der Ahnen ab
und den Tatsachen zu.
Tatsache ist: Dein Körper lässt sich zurzeit nicht zuverlässig kontrollieren!

Darin liegt ZURZEIT die Verantwortung, ZURZEIT entsprechend zu handeln.
Dein Körper ist ZURZEIT nicht sicher genug, um…

Ja, um Auto zu fahren oder um ein Dach zu decken
oder um über einem Seil über eine Schlucht zu gehen.
Dies ist absolut wahr!

Und du KANNST gar nicht anders, als dich danach zu richten!
Indem du all diese Dinge unterlässt, bis du wieder zuversichtlicher wirst,
was deinen Körper angeht.

Aber wie? Durch Medikamente?
Ja, John, natürlich ist das keine schlechte Idee,
wenn ich dir vom Eisenpräparat auch dringend abrate.

Denn es ERZEUGT Schwindel, statt ihn zu nehmen.
Du hast keinen Eisenverwertungs Mangel!

Natürlich ist es gut, sich gesund zu ernähren.
Aber dein Körper hat ein anderes Problem:
Er ist nicht ausreichend gestählt, John!
Deine Blutzirkulation ist schlecht,
weil deine Venen und Arterien dem einer alten Frau entsprechen.

Sie sind einfach viel zu langsam in ihrer Reaktion.
Anhaltendes Stehen und Sitzen verursacht ein Absacken,
einem „der Schwerkraft folgen“!

Weißt du, was da hilft?
Nun, diesem System wieder Training angedeihen lassen.
Nein, Fahrrad fahren reicht nicht, sondern die tägliche Herausforderung,
die aus dem Wechsel kalt und warm erfolgt!

So, wie ein Mensch seine Muskeln trainieren kann,
kann er auch seine Blutgefäße und ihre Fähigkeit,
sich zu weiten und wieder zu verengen, trainieren.

U: Meinst du Kneipp?

M: Ja! Jeden Tag.
Aber dennoch, John: Dein Körper ist nicht die eigentliche Herausforderung.
Die ist:
Dass du dich mit der Begrenzung deiner Kontrollmöglichkeiten auseinandersetzt.

Du kommst um diese Aufgabe nicht herum.
Nicht, weil deine Seele beschlossen hat, sich damit zu quälen.
Sondern weil sie beschlossen hat,
sich gegen die ÜBER – Verantwortlichkeit heraus zu entwickeln. 

Es ist das wichtigste Angebot, das ich dir je gemacht habe, lieber John:
Lerne ALLES, was es zu lernen gibt
zum Thema meine Verantwortung / Gottes Verantwortung.

Dein Glaubenssatz: „ICH MUSS ALLES ALLEIN RICHTIG MACHEN“
ist nicht nur sachlich unrichtig, er ist auch gefährlich.
Er überfordert dich und unterfordert andere. 

HIER! liegt eine Aufgabe, deren Bewältigung dir so viel mehr an Lebensfreude,
Zuversicht und Mut bringen kann, dass du es dir jetzt gar nicht vorstellen kannst.

Ja, es ist wahr, du bist auch! ein Mensch,
der auch! manchmal Unterstützung und Hilfe braucht.
Es ist wahr und es ist schön, denn so kommen die Dinge ins Gleichgewicht!

Lieber John, du bist WIRKLICH TEIL einer Familie!
Einer Familie, in der durchaus jede Seele bereit ist, zu sagen:
Einer trage des Anderen Last!

Es darf WIRKLICH so sein, dass du den Anderen einen Teil deiner Lasten abgibst,
und sei es auch nur dadurch, dass du mit ihnen darüber sprichst.

Ich weiß, wie gerne sie dir etwas abnehmen würden, wenn sie es nur wüssten!
Du bist NICHT für ALLES verantwortlich!
Und du brauchst, ja du darfst gar nicht alles kontrollieren wollen,
damit bei dir „kein Kind in den Brunnen fällt“! 

Du hast Grenzen und du wirst aufgefordert, die auch zu erkennen.
Deine Grenzen sind absolut in Ordnung.

Sie sind dir und deinen anderen geliebten Seelen
aber auch eine Aufgabe, so wie deren Grenzen deine Aufgabe sind.

SO wirkt Gemeinschaft, DAS ist Liebe.

U: Ich würde gerne Johns Fragen stellen.

M: Ja, ich denke, vieles habe ich schon beantwortet…

U: Du kennst die Fragen.
Was du noch nicht beantwortet hast, ist,
wie John aus der Nummer wieder rauskommt
und wieder zuversichtlich Auto fahren kann,
ohne sich selbst und Andere zu gefährden.

M: John, das ist eine ZEIT – Frage!

Du hast ganz objektiv zurzeit noch keinen Grund, NICHT besorgt zu sein.
Oder die Sorge so zu relativieren, dass du sagen könntest:
Ich gehe das Risiko ein, es ist nicht größer als alle anderen Risiken beim Fahren.

Uta, du leidest selbst unter Menière, fährst du Auto?

U: Nein, aber das hat andere Gründe.

M: Warum hindert dich der Menière nicht?

U: Weil der inzwischen derart selten geworden ist.
Das wäre wirklich ein seltsamer Zufall,
käme er ausgerechnet beim Autofahren.

M: Warum fährst du dann nicht Auto?

U: Ich habe kein Vertrauen in meine Reaktionsfähigkeit.

M: Zu welcher Schlussfolgerung bist du gekommen?

U: Entweder tu ich was, um die so zu verbessern, dass ich mir vertrauen kann,
oder ich lasse es.

M: Eine Gewissensentscheidung?

U: Ja!

M: John, am Gewissen kommt niemand vorbei,
es tut deiner Seele nicht gut.
Nur dass in deinem Kopf der Gedanke lebt,
dass du damit etwas in Anspruch nimmst,
was für Angelika eine Belastung ist.
Und dass dies nicht dein Recht wäre.

Es ist aber nicht nur dein Recht, sondern es bringt auch etwas ins Gleichgewicht,
das es nicht war: Geben und Nehmen.
Wenn man der Geber ist, ist das ein sehr schönes Gefühl.
Gönnst du Angelika das Gefühl nicht, dass du doch selbst so gerne hast?

Ach, na, siehst du, natürlich gönnst du es ihr! Ja?
Ich hoffe, sie braucht das und du brauchst es auch: das Gleichgewicht.

John, bitte schaut einmal GEMEINSAM darauf,
wo euer gegenseitiges Geben und Nehmen
aus dem Gleichgewicht gekommen ist.

Da solltet ihr nachbessern, was immer möglich ist.
Du kannst viel lernen dabei und sehr viel freier werden.

Verantwortungen abgeben: Ja, lieber John, das ist ein Thema deiner Seele!
Du kommst nicht darum herum, weil deine Seele es satt hat,
überfordert zu werden!

Und könnte es nicht sein, dass die Seelen Anderer es satt haben,
unterfordert zu sein?
Wer gibt, steht ganz oben, bis er fällt.

John, schau dich um: Leben ist IMMER der Wandel!
Wer oben ist, muss doch – und sei es auch erst im Alter –
wieder nach unten.

Angst, zu verlieren, was man besitzt:
Nun ja, es gibt Eigentum, das geeignet ist, den Eigentümer zu vernichten.
Liebe bedeutet: Geben UND Nehmen.
Keiner ist oben, keiner unten.
Ihr habt die Chance dazu.

Das alles hat nichts mit deiner Krankheit zu tun? Doch!
Das alles ist die Ursache dafür, dass sie sich jetzt zeigt.

U. Mansul, ich werde so müde, da sind aber doch noch Fragen…

M: Ich weiß, aber wie wichtig ist dies?

Nun, was den Kontakt zu mir angeht:
John, solange Kontrolle zu haben im Vordergrund deines Seins steht,
solange du die LUST der Kontroll-Losigkeit noch nicht begriffen hast,
ihren befreienden Aspekt nicht erkannt hast,
müssen wir Zwei mit unserem direkten Kontakt noch warten.
Alles hat seine Zeit.

U. Die Mahnung – seine Ziele zu suchen – von seinem Großvater…

M: Weißt du es immer noch nicht? (Er lächelt.)
Dein größtes Ziel ist, Teil einer sich gegenseitig liebenden,
stützenden und wertschätzenden Gemeinschaft zu sein.

Das bedeutet aber: wirklich TEIL sein!
Der GEBER ist nicht Teil, der ist ja über den Anderen.
Das ist eine Rolle, mein lieber Freund, die nicht deine ist,
sondern die deiner Vorfahren.

U: Danke, Mansul, ich hoffe, dass wir John damit helfen können.

M: John, viele Menschen haben Einschränkungen,
manche dauerhaft, manche zeitweise.

Es ist demütigend – eingeschränkt zu sein – für eine stolze Seele,
aber es ist auch sehr befreiend.
Denn dies ist das Gebot der Menschlichkeit:
Einer trage des Anderen Last.

Damit verabschiedet Mansul sich.