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Ich bin nie getrennt von Gott gewesen.

Ich bin nie getrennt von Gott gewesen.

Ich habe mich immer abgetrennt gefühlt von Gott.

Und hier erlebe ich:
Diese Trennung von Gott, die hat es nie gegeben.

Das ist Seligkeit!
Die ist nicht im Leben zu erreichen,
damit könnte keiner durchhalten

im Erdenleben mit diesem Gefühl.

Verstorbenkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit Harald zu verbinden.
Seine Frau Sigrid bittet um diesen Kontakt.

Harald ist sofort da!
Er stürzt geradezu auf mich zu, um mich zu umarmen,
was ich leider so nicht zulassen kann,
weil ich sonst aus der Neutralität gerate.

Etwas „irritiert“ zieht er sich ein paar Schritte zurück.

Er steht da in einer Winterjacke, die offen ist,
ein kariertes Hemd darunter, offener Kragen.
Die Hose sitzt nicht so gut, ein Gürtel muss Halt geben,
weil ein wenig Bauch im Weg ist.

In den Händen hält er einen Blumenstrauß, nun etwas schüchtern,
was mir sehr, sehr leid tut.

Ich glaube, er meint, es liegt an seiner Kleidung.
Er versucht dauernd, etwas „Solides“ zu tragen
(eine Art Lodenjacke oder Mantel). Die Länge sehe ich nicht.
Und einen seltsamen Hut mit einer geschwungenen Feder.
Unter dem graugrünen Mantel ein weißes Hemd und eine Krawatte in Rot. Aber dieser „Aufzug“ hält nie mehr als eine Sekunde vor
und schon ist er wieder leger gekleidet.

Uta: Harald, mach es dir nur bequem,
du musst dich für mich nicht feierlich herrichten.

Harald: Ach, ich dacht schon…

Uta: Nein, bitte entschuldige, dass ich deine Umarmung abgewehrt habe.
Aber ich bin doch noch im Körper, das schadet mir, wenn du das tust.

Harald: Ach so?! Das wusste ich nicht!

Uta: Macht nichts, komm, setzt dich her!
(Macht er, er ist jetzt sichtlich erleichtert,
weil meine Abwehrreaktion gar nichts mit ihm persönlich zu tun hatte.)

Uta: Ich freu mich, dass du gekommen bist.
Du weißt, dass deine Frau diesen Kontakt wünscht?

Harald: Ja, und die Tochter.
Das ist schön, ich freu mich auch so!
Es ist so gut, dass ich vorbereitet war.
Ich mocht es eh nie glauben, dass ich für lang zurück muss.
Das hab ich so gespürt.
Aber es war schon recht, so hatt ich keine Angst.

Ich glaub, anders hätt ichs nicht gewollt, so war es recht.
Ist das nicht ein Wunder, dass es alles vorbereitet war?

Uta: Was meinst du mit vorbereitet?
Dass ihr euch schon mit dem Jenseits beschäftigt hattet?

Harald: Ja, auch.
Aber auch, dass ich´s sozusagen im Vorhinein erlebt hab.
Eine Schnupperstunde im Jenseits sozusagen.
Weißt, ich mocht nie Überraschungen.
Ich wollt immer in allem vorbereitet sein, so hat alles gepasst.

Uta: Aber du bist doch eines plötzlichen Todes gestorben.

Harald: Na ja, das war ja nur der letzte Schritt!
Erst hat es mir arg leid getan um meine Mutter.
Aber hier hab ich gesehen,
dass es so versprochen war zwischen ihr und mir!

Das ist es eben:
Wenn die Liebe wirken darf, dann ist alles ganz selbstverständlich.

Ja, jetzt bin ich ganz aus dem Häuschen.
Ich freu mich halt so, weil es doch Wunder sind.

Uta: Dennoch ist es ja auch traurig!

Harald: Ja, ich weiß.
Ich hätt vielleicht doch einen anständigen Abschied einplanen sollen.
Das hab ich versäumt.
Jetzt möchte ich doch noch Einiges sagen, wenn ich darf.

Uta: Natürlich darfst du, Harald!

Harald: Ich hab euch alle sehr, sehr lieb.
Und das, was ich euch gesagt hätte, wenn ich Zeit gehabt hätte,
das ist ein DANKE!

Mein Leben mit allem war ein gutes Leben.
Sigrid, weißt:
Wenn du bei mir gesessen wärest und nicht die Mutter,
da hätt ich nicht so leicht gehen können.
Ich lieb dich doch so arg!
Dich so erschrecken und dann einfach lassen,
das hätt ich kein zweites Mal versuchen können.

Du weißt ja: Ich bin ein rechter Bär.
Aber ich kann ja jetzt die Worte besser finden.
Dass wir zusammengekommen sind, das war immer ein Wunder für mich. Es war immer so, dass ich für dich leben wollte.
Ich wollte dir nie einen Kummer bereiten
und ich wollte dich nie im Stich lassen.

Mir war es, als wärest du das Heiligste im Leben!

Aber irgendwie war von Anfang an eine Unruhe in mir,
was ich nicht verstehen konnte.
Ich war so gern mit dir beisammen.
Aber manchmal, da wollte ich einfach nicht,
dass du mir zu nah kommst im Herzen.
Ich hatte da so eine Angst und hätt nicht sagen können, weshalb.

Heut weiß ich, dass ich von Anfang an gewusst hab,
dass ich früh geh!
Und dass ich einfach nicht wollte,
dass ich dir unersetzlich werde und du mir.

Davor hatte ich solche Angst.
Dazu sag ich dir später mehr, das wird interessant!

Jetzt möchte ich nur, dass du weißt, dass deine Liebe mir ewig ist
und dass es gar nicht darum geht, sie ersetzen zu müssen, wenn sie fehlt.

Sie fehlt ja nicht!
Ja, ich weiß schon, ich fehle, aber die Liebe nicht, dass spürt sie, ich weiß!

Zu gehen, obwohl man bleiben möchte, ist nicht so leicht.
Dir fehle ich, unserer Marlene fehle ich auch.
Das weiß ich doch!

Bist tapfer, aber nicht immer, mir brauchst du nichts vormachen.
Und manchmal magst nicht mehr und bist auch – na ja –
schon ein wenig bös mit mir, weil ich geh und du bleibst da.
Und du musst schauen, wie du zurechtkommst.

Ein Glaube an etwas kann eben nicht jede Wunde schließen.
Das weiß ich schon.

Weißt du, ich hab mich auch schwer getan damit.
Ein solcher Egoist wollt ich doch nie sein!

Aber das sind so Gedanken, die sich der Verstand macht,
da kommt keiner aus, der lebt.
Hier schaut’s anders aus für mich, ich hab leicht reden.

Mir fällt schon auf, das ihr Zwei mit der Trauer besser umgeht
als so manche anderen.
Aber ich möchte auch nicht, dass wir uns da etwas vormachen.

Es IST hart, getrennt zu werden vom Menschen, den man liebt. Egal, was man glaubt:
Mit einem Glauben kann man abends nicht auf dem Sofa kuscheln!

Mir tut das leid, Sigrid!
Ich hab uns so sehr noch eine Zukunft gewünscht
und ich hab so sehr noch gewünscht, jeden Morgen mit dir zu beginnen.

Ich hab mir auch gewünscht, unsere Marlene zu begleiten
und an allen wichtigen Tagen bei ihr zu sein.

Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich das alles weiß
und dass ihr mir das zumuten könnt,
wenn es euch einmal gar nicht so leichtfällt, dass ich nicht mehr da bin.

Weißt, dann würd ich euch so gern trösten,
euch meine Liebe spüren lassen.

Aber das geht schlecht, wenn ihr Angst habt, dass ich das merke,
wie es euch geht und ihr mich damit belastet.

Ich glaub, so eine Selbstdisziplin, die braucht’s bei uns Dreien gar nicht.
Wir sind ehrlich miteinander in alle Ewigkeit.

Ja, so. Was wär da noch?
Er schaut seitlich nach oben, als gäbe es da die Antwort zu lesen.

Harald: Na, ich glaub, den Rest sag ich, wenn du die Fragen stellst, Uta!

Uta: Harald, jetzt müsste die Beweisführung kommen,
dass ich wirklich Kontakt zu dir hab.
Bist du damit einverstanden?

Harald: Wie lang hast noch deine Kraft?

Uta: Nicht ganz 2 Stunden…

Harald: Hm… ja, nötig ist solch eine Spielerei eigentlich nicht.
Mir wär lieber, wir nehmen die Zeit für die Fragen,
ich möchte so viel dazu erklären.

Uta: Gut, dann schauen wir einmal, wie weit wir kommen?

Harald: Das wär mir recht!

Eins möchte ich noch sagen:
Ich hab mein krankes Herz nicht verschuldet.
Des ist ein solcher Blödsinn, so was zu sagen!
Es ist einfach von Anfang an so im Programm gewesen.
Am meisten ärgert mich so ein Gerede darüber, dass ein jeder,
der ein krankes Herz hat, jemand ist,
der seine Gefühle nicht gelebt hat.
So ein Schmarrn!
Damit macht man das Vertrauen der Hinterbliebenen nur kaputt.

Das dürft ihr nie glauben.
Ich hab geliebt!
Und wie ich die Liebe gefühlt habe!
Und mein Herz geöffnet, das hab ich auch!
Dass mir das Herz stillsteht in dem Alter,
das hat eine ganz andere Ursache.
Das hab ich mitgenommen aus einem anderen Leben.

So ist das!

Und ich will noch sagen: Ich bin im Frieden gegangen.
In mir war kein Zorn mehr, auch nicht auf meine Kindheit.
Ich war ganz ruhig in mir.

So, jetzt ist das gesagt und jetzt fangen wir an!

Uta: Gut, dann stell ich die erste Frage.
Sigrid fragt: Sieht dein Jenseits genauso aus,
wie du es mir und unserer Tochter beschrieben hast?

Harald: Ja, zuerst schon.
Aber Sigrid, es steckt so viel mehr dahinter!

Das war doch alles noch Glaubenswelt, was ich gesehen hab.
Das hat gezeigt, was ich glaube und was ich liebe.
Das geht allen so.
Die sehen ihren Glauben.

Weißt, es gibt gar keine Reise,
kein von hier nach da transportiert werden.
So ist es nicht!

Aber es ist das, was wir erwarten, darum wird’s gesehen.
Es gibt auch keine große, schöne Wiese
oder eine Treppe, die man hoch muss
oder einen Türwächter, der die Tür bewacht, durch die man geht…

Wenn du einen Indio nach seiner Nah Tod – Erfahrung fragst,
dann hat der ganz andere Dinge gesehen.

Aber zuerst ist das alles wahr und wirklich!
Einfach, weil du es in dir trägst als Bild, dass die Wahrheit wiedergibt.
(Ja, jetzt wunder dich halt nicht, wie ich mich ausdrück,
ich bin ja jetzt doch mehr als nur der Harald.)

Sigrid, es ist so schwer, zu beschreiben,
weil es nichts gibt in der Welt, dass es widerspiegelt.

Es ist ja kein Sehen allein, es ist WISSEN und FÜHLEN… das zuerst.
Die Bilder, ja.
Solang wir Bilder brauchen, haben wir Bilder.

Ich will’s dir nicht so schwer machen.

Mein Jenseits, das ist kein Platz, der unverändert ist,
wohin ich gegangen bin
und aus dem ich mich wieder entfernen werde.

Es ist etwas IN MIR, das dann UM MICH ist.
Du weißt, wie sehr ich die Natur liebe, das ist mir ewig wahr.
Ich liebe alles, was Schöpfung ist, was natürlich ist.

Bäume zum Beispiel!
Denk dir einmal eine schöne große Tanne.
Im Erdenleben, da konnt ich hingehen zu ihr, ihre Rinde fühlen,
ihren Duft riechen und im Frühjahr die Tannenwipferl streicheln…
Das war schön.

Aber das, was ich an solch einer Tanne geliebt habe, war,
was sie mit meinen Gefühlen gemacht hat!
Wie sie mich beruhigt hat, wie sie mich zum Staunen gebracht hat
wegen ihrer Schönheit, wie sie mich erfrischt hat,
mein Herz geöffnet hat für die Wunder der Natur.

Die Summe all dieser Gefühle hat die Liebe in mir zu ihr gemacht.

Diese Summe meiner Gefühle ist,
was meine Seele von ihrer Seele hat erkennen können.
In Worte fassen lässt sich das nur schwer.

Man könnt sagen, mein Selbst hat ihr Selbst tief erkannt
und ist darüber in Freude geraten.

Hier im Jenseits ist jeder Anblick so ein zutiefst Erkennen,
was das SELBST von dem ist, was man „anschaut“.

Sigrid, DAS ist Jenseits!
Ich verbinde mich, ich öffne mich ganz dem,
was da um mich herum ist.
Und das öffnet sich mir.

Und das unfassbar Schöne für mich ist,
dass es mein Zuhause ist, alles so zu erleben.

Ja, es ist schon wahr!
Bei mir ist der Himmel sozusagen ein Naturschutzgebiet (lächelt)!
Aber ich leb hier nicht allein.
Hier sind mir so viele Liebende.
So viele Seelen wie ich, aber auch solche, die herbeikommen,
weil ich mich so sehr danach sehne, noch mehr zu verstehen.

Es sind solche riesigen Welten, dass ich wohl nie satt werde:
Weil es so schön ist, das alles zu bestaunen.

Aber das Schönste ist, einfach in seinem Selbst zu sein.
Ich bin wirklich da und ich bin so viel mehr als der Harald
und ich gehöre zu einem so großen Zusammenhang.

Du kannst dir nicht vorstellen, was ich meine, das weiß ich.

Aber du kannst versuchen, zu fühlen, was es ist:
Es ist so ganz, ganz frei und so ganz selbstverständlich.

Ich hab nie glauben können, dass ich richtig genug bin.
Das war immer so irgendwie in mir, dass ich mich schuldig fühlte,
einfach, weil ich ein Mensch sein musste und ein Mann noch obendrein.

Ich war so oft in mir traurig, dass ich es einfach nicht vermeiden konnte, unglücklich zu machen oder zu enttäuschen.

Und hier erlebe ich: Das ist alles gar nicht wahr!

Ich bin ganz richtig, nur:
Es ging nicht, alles, was richtig ist, zu verstehen.

Ich hab mich immer abgetrennt gefühlt davon, was Gott ist.
Und hier erleb ich:
Diese Trennung von Gott, die hat es nie gegeben.

Das ist Seligkeit, Sigrid!

Die ist nicht im Leben zu erreichen,
damit könnt keiner durchhalten im Erdenleben mit diesem Gefühl.

Ich denk, es fällt dir nicht schwer, dir vorzustellen,
dass mein Jenseits alles ist,
was ich in der Natur der Welt so gern hatte.

So gesehen, könnt man sagen:
Ich lebe in einem kleinen, feinen Haus.
Die Tür ist für Besucher immer offen,
davor steht Tisch und Bank zum gemeinsamen Beisammensein.

Um mich herum ist ein Garten, da blühen Rosen und es duftet nach Jasmin.
Vögel kommen her, die singen für mich.
Zu meinen Füßen liegt oft ein brauner Hund.

Und wenn ich mich umschaue, dann wird es gerade Abend,
die Berge leuchten und aus dem Waldtal steigt rosa Nebel auf.

So würden irdische Augen es sehen.
Aber ich sehe das nicht, Sigrid, in mir BIN ich das alles!
Das ist alles auch in mir ganz wirklich.

Ich fühle, dass ich so schön bin wie die Rose
und ich bin so fröhlich wie die Amsel
und so ruhig und im Frieden wie der Hund.

Ich bin das bescheidene Häuschen mit der offenen Tür
und ich liebe meine Gäste sehr und freu mich im Miteinander sein. Ich bin mir so geheimnisvoll wie der Nebel aus den Wäldern
und ich bin übervoll mit einem inneren Strahlen wie die Berggipfel, die mein innigster Punkt sind.
Zu Gott hin sind.

So, jetzt kann ich mehr nicht schreiben, die Worte gehen mir aus.

Du siehst, ich hab gelernt.
Sowas hätt ich zu Lebzeiten niemals schreiben können.
Sigrid, bitte versuch, das nicht nur mit deinem Verstand zu lesen.
Versuch, es zu fühlen.

Das ist nicht neu für dich, das ist alles auch in dir!
Denn hier BIST du mit mir immer wieder… für dich in der Zukunft.

Aber dein Selbst ist außerhalb von Vergangenheit und Zukunft.

Zeit ist nur etwas für die, die im Körper sind.
Mein ORT ist meine Wahrheit und in der BIST du schon Zuhause. Versuch, es zu fühlen, dann weißt du, was ich mein.

Uta: Vielen Dank, Harald, dann komm ich jetzt zur nächsten Frage?

Harald: Ja.

Uta: Sigrid fragt, wer dich drüben abgeholt hat:
deine Oma, dein Vater, dein Freund Karl?

Harald: Sigrid, einfach mein Engel!
Ich braucht doch niemanden mehr, der in mir Vertrauen schafft. Das hatte ich doch schon.
Aber ich bin gern mit allen zusammen.

Vater und ich haben noch Einiges zu klären gehabt.
Es war für uns beide schön, dass es uns wahr wurde.
Jetzt sind wir endlich in der Liebe zueinander angekommen,
die keine Bedingungen mehr kennt, das war mir eine wirkliche Befreiung.

Aber es war nicht das Erste, was ich gemacht habe.
Das Erste, was ich gemacht habe, war, zu lernen, mich zu freuen,
ohne Schuldgefühle mit mir herum zu schleppen.

Uta: Welche Erkenntnisse hast du schon
über deine letzte Inkarnation gewonnen?

Harald: Dass ich ständig geurteilt habe und darüber vergessen habe,
zu verstehen, wer ich bin.
Ich wollte so gern richtig sein. Das war sehr anstrengend.
Ich hab wirklich gedacht, dass es einen Schlüssel zur Wahrheit geben muss, der mir zeigt, was das Richtige ist.

Aber damit hab ich mich auch von Erlebnissen getrennt,
die auch richtig waren.

So oft hab ich mir selbst das Zeugnis ausgestellt,
nicht genug richtig zu liegen!
Irgendwie war in mir immer das Bewusstsein,
dass es nie reichen wird, was immer ich tu:
Es wird nicht genug sein, um mich nicht vor Gott,
meinen Mitmenschen und dem Leben
irgendwie schuldig zu machen.

Das hab ich für Bescheidenheit gehalten.
Aber das war es gar nicht.
Ich hab dabei übersehen, dass es gar niemanden gibt,
der mit solcher Strenge wacht und der mich straft,
wenn ich mich nicht verbessere.

Sigrid, weißt du, dass ich gedacht habe, dass ich nie Glück haben werde? Dass ich einfach Strafe bekommen muss, wenn ich einmal glücklich bin?

Das ist alles nicht wahr!
Aber es ist mir so wahr geworden.

Meine Krankheit, ich dacht, ich hätt die irgendwie verdient.
Ach, sag selbst, wie schrecklich das ist,
dass wir Menschen an solche Dinge eher glauben als daran,
dass wir doch Gottes Kinder sind.

Warum hab ich mir das nur so schwer gemacht.
Ich dacht, in mir ist irgendwas ganz falsch
und das muss kontrolliert werden.

Dabei bin ich doch nicht falsch gewesen!

Es war mir schon traurig, zu sehen, dass ich das so gemacht hab.
Ich hatte so viel Glück im Leben, so viele gute Menschen an meiner Seite.
Aber tief innen, da war ich MIR nicht genug.
So steht man sich dann selbst im Weg und ahnt es nicht einmal.

Ich hab ja sogar gedacht, dass ich dich nicht verdient habe
und unsere Marlene auch nicht.

Ich hätte das, so, wie ich es dir jetzt sage, nicht sagen können,
weil es einfach so ein Gefühl in mir war.

Was das Schicksal bestimmt hat, das muss man hinnehmen,
hab ich mir gedacht.
Aber das Schicksal, das so ein kurzes Leben bestimmt,
das gibt es gar nicht!

Das Schicksal, das war doch ich selbst!
Als ich mich inkarniert hab und mir gedacht hab,
es wird nicht allzu lang dauern dürfen, wenn es glücklich ist.

Soviel Schönes hätt ich mit euch noch haben können,
hätt ich das vor der Inkarnation erkannt.

Aber jetzt weiß ich es:
Es gibt gar keinen Grund, sich dafür zu schämen,
ein Mensch zu sein.

Es gibt keine Ursünde.
Außer dass wir uns vor dem schämen, der uns gemacht hat.

Als hätt ich ein Leben lang gesagt:
Na Gott, jetzt schau dir an, was du da gemacht hast! Mich!
Ging das wirklich nicht besser?
Dass du nicht schämst!

Sigrid, zu mehr Erkenntnis bin ich noch nicht gekommen,
da ist noch mehr, ich weiß es.

Aber es war gut, dass ich zuerst das schaue.
Vielleicht reden wir später einmal mehr über das alles.

Aber ich möchte dich und Marlene recht schön bitten:
Denkt nach, was ihr über euch glaubt!
So viel besser als ich seid ihr beide auch nicht.

Wir haben immer zusammengehalten, nicht, weil wir das mussten,
sondern weil wir immer gefühlt haben,
dass wir zueinander gehören von Anfang an.

Das ist auch wirklich so!
Wir haben uns geholfen und du hast mir so viel Mut gemacht,
wenn ich wieder einmal mir selbst am Meisten im Weg gestanden bin.

Sigrid, ich hab dich so lieb, ich hab Marlene so lieb!
Ich würds euch sagen,
wenn es irgendetwas Falsches an euch geben würde.
Aber da gibt es NICHTS!
Gut seid ihr, wie ihr seid.

Jetzt sind wir einander in eurer Art, zu verstehen, getrennt worden.
Aber die Wahrheit ist:
Das waren wir nie und das werden wir auch nicht sein!
Was uns jemals getrennt hat, das war immer nur Angst.

Wie oft hat man Angst, sich zu verlieren oder sich nicht so zu benehmen, dass der Andere einen noch liebhaben kann.

Wie oft hab ich Angst um Marlene gehabt, weil ich gedacht hab:
Im Leben, da muss man immer alles selbst richtigmachen,
da hilft kein beten, wenn man’s falsch macht.

Ach, und das hab ich weitergegeben!
Wie schade das ist.
Jetzt möchte ich euch so gern zeigen, dass es keinen Grund gibt,
zu glauben, dass ihr nicht gut genug für Gott seid.

Solang ihr eurem Herzen folgt, ist es auch gut.
Und wenn ihr das einmal überhört habt, dann wird es so viele Wege geben, dass es sich wieder bemerkbar macht.

Es gibt nur wenig Menschen, die wirklich ins Böse gehen.
Aber es gibt so viele gute Menschen.

Es ist nur die Angst, die sie aufhält, zu sein,
was ihr Herz ihnen sagt.

Du, reden könnt ich Stunde um Stunde und käme doch zu keinem Ende. Aber ein Ende muss ja einmal sein.

Uta: Dann darf ich dir jetzt die nächste Frage stellen?

Harald: Gern.

Uta: Sigrid fragt, ob du dich schon hast entscheiden können,
welche Aufgabe im Jenseits du übernehmen wirst?

Harald: Ja, ich werd denen helfen, die dafür zuständig sind,
dass ein Jeder das bekommt, was er zum Leben braucht.

Ich freu mich darauf.
Mir ist es selbst gut, zu sehen, wie das geht.
Ich hatt selbst so viel Angst davor, unversorgt zu sein.
Ich glaub, es wird mir Freude machen, zu helfen.
Aber ganz festgelegt hab ich mich noch nicht.

Uta: Weißt du, wie ihr bestmöglich eure Tochter Marlene
im Leben unterstützen könnt?

Harald: Das Beste ist, dass du lernst,
deiner inneren Stimme zu vertrauen, Sigrid!
Und ihr das auch zu sagen,
warum du so und nicht anders entscheidest.

Das Leben soll reich an Freude sein, echte Herzensfreude!
Darauf kommt es an.

Marlene darf das als meine letzten Worte ansehen:
Dass ich mir wünsche, dass sie stets in allem,
was sie tut oder lässt, sich nach ihrem Herzen richtet.

Ganz egal, was andere sagen!
Alles, was sie aus Freude oder Liebe macht, das ist auch gut.

Nur lernen muss sie, dass es Freude gibt,
die ist ganz falsch und unecht.
Und Liebe gibt es, die ist gar keine Liebe,
sondern Stolz oder falsche Scham.

Das ist zu meiden, so gut es geht.
Und wenn sie einmal einen Fehler gemacht hat,
dann muss sie sich auch nicht schämen.
Fehler zu machen, das gehört ja zum Leben dazu.
Solange sie daraus lernt, ist alles gut und wird auch alles wieder gut.

Marlene wird immer Angst haben,
dass sie von denen, die sie liebhat, verlassen wird.

Zeig ihr durch dein Leben, dass sich solche Angst nicht lohnt, Sigrid.

Zeig ihr, dass man nie jemanden ganz verliert,
den man liebhat, darum bitt ich dich sehr.
Zeig ihr, dass Liebe nicht aufgeteilt wird
und mit jeder Teilung weniger.

Sondern dass Liebe mehr und mehr wird,
je mehr Menschen wir im Leben liebhaben können.

Das ist mir so wichtig!

Sigrid wir werden nie aufhören, uns zu lieben.
Aber glaub mir:
Ich freu mich, wenn du jemanden findest, den du auch lieben kannst. Eifersucht, die gibt es hier nicht.

Liebe ist Liebe und die ist immer gut und richtig.

Uta sind wir am Ende?
Du bist ja so müd?

Uta: Es geht dem Ende zu, ja…
Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich hab dich nicht beweisen können.

Harald: Das braucht es nicht, überlass die Sorge mir.
Sie spürt schon, dass ich ihr das alles sagen will.
Das hab ich mir so gewünscht,
dass ich ihr die Nachrichten von hier geben kann
und jetzt ist es wahr geworden.

Uta: Dann möchte ich dir noch schreiben, was Sigrid dir geschrieben hat:

Hallo, lieber Schatz.
Marlene und ich sind gut im Trauerprozess unterwegs.
Ich hab mich für einen komplett anderen beruflichen Weg entschieden
und geh noch einmal studieren.

Harald: Ich weiß, das war meine Idee (strahlt).
Denkst du bitte daran:
Die Marlene ist sehr vernünftig,
aber sie ist im Herzen trotzdem noch ein Kind.
Sie glaubt, dass sie erwachsen ist.
Aber sie vermisst meinen Schutz doch sehr. Erlaub ihr das.
Es ist besser, wenn sie nicht tapferer sein will, als sie im Inneren ist.
Dann heilt es schneller.

Sigrid: Wenn Schmetterlinge, Libellen, Eichhörnchen
ganz nah bei mir auftauchen, spür ich deine Gegenwart.

Harald: Weil du Zeichen von mir suchst!
Ich versuch, sie dir zu geben,
aber ich kann doch nicht Brehms Tierleben aktivieren! (Lächelt.)

Sigrid, meine Gegenwart ist da,
sobald du gefühlvoll zu mir hindenkst und manchmal auch einfach so.

Sigrid: Danke, dass du mir mit deiner Energie
so wunderbar beigestanden hast bei der Urnen-Verabschiedung.
Habe einen wunderschönen Platz im Garten gefunden.
Es war mir eine Ehre, die Verabschiedung bei uns zu Hause abzuhalten.

Harald: Weißt du, es ist schön, zu wissen,
dass der Kreis sich vollendet hat.
Ich hab immer gespürt, dass ich Beides bin:
Gottes Kind und ein Kind unserer Erde.

Jetzt ist es wahr geworden, ich bin wahr geworden.

Ich dank dir, dass du mir diesen Herzenswunsch erfüllt hast.

Sigrid: Danke für die schönen vierzehn Jahre,
wo ich durch unser gemeinsames Leben
neue Erkenntnisse und Blickwinkel erfahren habe…

Harald: Ja schau, und ich höre noch längst nicht auf damit (lächelt). Ich dank dir genauso, so geliebt zu werden.
So sehr Ich sein zu dürfen ohne Angst,
mir dabei etwas zu vergeben.
Nie hätt ich das noch einmal erhofft.
Dass wir uns lieben durften, war meine Erfüllung meiner Sehnsucht, da ist Danken zu wenig.

Sigrid: Ich liebe dich…
Küsschen auch von Marlene…
Wir lieben dich.

Harald: Wir lieben uns von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Dein Harald.