Die Not kommt durch deine Vorstellung darüber, wer du bist…

 ..wer du bist und wer du sein müsstest,
was die Welt ist und was sie sein müsste.

Das ist so mit den Vorstellungen:
Die stellen sich davor!

Die Vorstellungen stellen sich vor was?
Vor den tatsächlichen Möglichkeiten.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Hanna zu verbinden.
Hanna bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe in einem Garten: alte Obstbäume, blühende Sträucher.
Eine Reihe Himbeerbüsche bildet einen Zaun zu einem Weg,
der diesen Garten von Feldern und Wiesen der Umgebung trennt.

Hinter mir ein kleines Häuschen, sicher bietet es nicht mehr als einen einzigen Raum.
Trotz des sonnigen Wetters qualmt der kleine Schornstein.

Die Tür steht weit offen, aber ich sehe niemanden hier.
Mein Blick geht in eine weite, hügelige Landschaft.

Ich bin hier anscheinend auf einer dieser Anhebungen,
denn ich kann von hier aus weit entfernt die Alpen sehen.

Guide: Nicht die Alpen, Uta, das ist die Sierra Nevada…

Uta: Ich drehe mich zu der Stimme um.
Vor mir steht ein kleiner Mann, sicher nicht größer als 1,60 m,
aber dennoch wirkt er kräftig.

Seine Hände sehen aus, als hätten sie viel gearbeitet, sein Gesicht wirkt wettergegerbt. Dennoch spüre ich von ihm eine große Vitalität ausgehen.

Vielleicht liegt das in seinem Blick:
So fröhliche, liebevolle, braune Augen, darüber kann man vergessen,
dass dieser Mann einen weißen Schnäuzer trägt.

Gerade als ich Letzteres bemerke, greift er sich wie beschämt an diesen Bart und sagt:
Oh, das hab ich vergessen!
Ich hätte mich für Hanna rasieren sollen und kämmen vielleicht auch?!

Jetzt hat sie nicht nur einen alten Zausel zum Engel,
sondern auch noch einen,
der einen Schnauzer hat und ungekämmtes Haar.
Ach Herrje! (Das sagt er mit einen Augenzwinkern.)

Aber ich glaub, sie nimmt mich trotzdem.
Also ich hoffe…

Sonst müsst ich mich verändern.
Es ist ja so: Schön war ich auch hin und wieder.

In manchen Inkarnationen soll es Schönheit sein,
mit der man sich auseinanderzusetzen hat.
In anderen soll man sich damit auseinandersetzen, dass sie fehlt.

Und manchmal muss man sich darein finden,
dass man sie erst hat und dann wieder nicht…

Ja, ach, was red ich da nur für einen Unsinn!

Hanna, jetzt tut es mir leid, dass ich nicht doch ein anderes Aussehen gewählt habe,
aber vielleicht tut es mir auch nicht leid.

Denn: Ich bin gekommen, um dich zu erinnern.
Und das nicht nur zum Trost, sondern auch, um dich wieder anzuspornen, zu leben.

Ich glaub, wenn ein recht schöner Engel daherkommt und darüber redet,
dass es gar nicht so wichtig ist, ob man schön und jung ist oder alt und runzlig,
dem kann ein Lebender schwer zutrauen, dass er versteht,
wie schwer es ist, sich dem ewigen Wandel hinzugeben.

Also, meine liebste Menschen-Tochter:
Wenn du magst, denk dir den Schnäuzer weg, aber lass mir meine Falten
und lass mir, dass ich so klein bin.
Sonst verliere ich vielleicht die Kompetenz, mit dir reden zu dürfen.

Was du hier siehst, Hanna, das war einmal der schönste
und wichtigste Platz der Welt für dich.

Nicht lang war das so, nur ganz kurz.
Dein ganzes Leben war damals nur ganz kurz.
Aber wir beide haben hier den Grundstein für eine Freundschaft der Seelen gelegt,
die immer noch Bestand hat.

Das kennst du ja:
Man trifft unvermutet einen Menschen und wundert sich,
warum man solch eine Verbundenheit zu dem spürt, man kann es sich nicht erklären.

Und doch ist es ein Zauber, der da Zwei miteinander verbindet.
Da ist etwas, das ist tief und wahr.
So ist es uns geschehen.

Siehst du, mein Gärtchen hier, das war in der Zeit und hier in Amerika etwas völlig Verrücktes.

Aber das war mein Thema des Lebens: Ich war immer der „Verrückte“!

Jedenfalls nannten mich die Menschen so:
Der ist komisch, der ist irgendwie seltsam, der ist ja völlig verrückt.

So in etwa, manchmal freundlich gemeint, manchmal grausam hart.

Aber ich war nicht verrückt, ich war einfach nur mit allen Ideen, die ich hatte,
meiner Zeit und Umgebung einen Schritt voraus.

Hm, hm, ja, stimmt, du hast Recht:
So was ist anstrengend, nicht wahr, meine Liebe?
Ja, das wissen wir beide, wie anstrengend so was sein kann.

Aber Hanna, weißt du auch, dass Menschen, die in dieser Weise „verrückt“ sind, gewollt sind?

Ja? Ach WIRKLICH?! 
Wenn du es weißt, mein Liebes, dann sag mal:
Wieso freust du dich nicht darüber?

Ja! Genau! Weil es eine große Gefahr mit sich bringt, so zu sein!
Dass man Unverständnis zu ertragen hat!
Und dass mit dem Unverständnis der anderen die Isolierung kommen kann.

Ach, ach ja, ich weiß es, ich weiß es, wie schwer es für dich war.
All die Jahrzehnte lang war es so schwer.

Mir ist wichtig, dass du erkennst, dass mein ganzes Mitgefühl bei dir ist.

Denn ich will dir meine Geschichte nicht vor die Nase halten.
Das Letzte, das du brauchst, ist noch ein „glänzendes“ Beispiel,
dass es andere besser machen.
Was im Übrigen nicht so ist.

Ich möchte dir dennoch von diesem Leben hier erzählen.
Weil es mein Ziel ist, dich zu ermutigen, dich mit dir, deiner Art, zu sein, auszusöhnen.

Vielleicht siehst du an meiner Geschichte eine Art Seelenverwandtschaft
zwischen dir und mir, allein das wäre schon gut.

Vielleicht aber verstehst du noch tiefer und erkennst den Sinn der Existenz
solcher Menschen, wie ich es damals war und du es heute zu sein hast.
Sollte das gelingen, bin ich sehr glücklich.

Nun genug der Vorrede!

Ich wurde 1846 in New York geboren.
Meine Mutter war eine Irin, die mit Mann und einem Kind nach Amerika ausgewandert ist.

Beide hatten ihr ganzes Hab und Gut zu einem Spottpreis in Irland verkauft,
um aus dem Erlös die Überfahrt zu bezahlen.
Gerade noch rechtzeitig, um dem großen Hunger, der das Land beutelte, zu entgehen.

Aber als sie ankamen, war mein Dad schon todkrank.
Meine Mutter erkannte ihre Schwangerschaft einen Tag vor seiner Beerdigung.
Keine guten Startchancen, findest du nicht?

Aber sie war eine starke, gute Frau.
Sie ließ sich zum Jammern keine Zeit und arbeitete hart.
Und so hatte ich trotz der schlechten Perspektive eine gute Kindheit,
wenn ich auch leider nie die Geborgenheit einer der üblichen Familien genießen konnte.

Aber gerade das hatte sein Gutes!

Es gab einfach niemanden, der mich zu Einordnung zwang,
der mir Bedingungen für seine Fürsorge und Liebe stellte.

Von Anfang an konnte ich sein, wie ich bin.
Es ist wahr: Je weniger eingebunden man ist,
umso mehr Freiheit der Entfaltung ist da.

Das konnte ich damals nur leider nicht so sehen.

Mir war der Blick auf das, was ich hatte, durch meine Vorstellung darüber,
wie das Leben zu sein hatte, völlig verstellt.

Das ist ja so mit den Vorstellungen:
Die stellen sich davor!

Vor was?
Vor den tatsächlichen Möglichkeiten.

Meine Vorstellung von meinem Leben war,
dass ich eines Tages Teil einer Gemeinschaft sein würde
und nicht der mehr der Außenseiter.

Weißt du, das tat weh!
Diese ewige Rand-Rolle, die ich überall hatte, wo ich auch war.
Um mit den anderen irischen Kindern mithalten zu können, fehlte mir eine intakte Familie.

Wir Iren in New York, wir waren alle arm, das war nicht das Thema der Unterscheidung.
Aber die Kinder in meinem Viertel, die hatten alle Geschwister und Onkel, Tanten,
sogar Großeltern.

Die waren NIE! allein. Ich war es den ganzen Tag.

Sie hatten IMMER irgend wen, der ihnen sagte, WIE man zu leben hatte.
Ich hatte NIE jemanden, der das tat.

Denn wenn Ma abends nach Hause kam, war sie zu müde zum Erziehen
und ich zu glücklich darüber, dass sie da war, um ihr Ärger zu machen.

Damit fing also mein Leben schon mit einer Rand-Rolle an.
Obwohl ich Ire war wie sie, kannte ich weder ihre Regeln noch ihre Tabus.
Ich kannte nicht einmal ihre Lieder.

Ich war wie ein Fremder mitten unter meinen Leuten und blieb es auch.
Einen Gewinn konnte ich durchaus nicht darin sehen.
Ich fühlte mich einfach wurzellos.

Und dieses Gefühl des Unbeheimatet sein blieb mir.
Was immer ich machte, dachte, sagte, erträumte, es war ANDERS!

Glaub mir, ich habe mich sehr angestrengt.
Am Ende meiner Kindheit hast du im ganzen Viertel keinen Jungen gefunden,
der sich irischer aufführte als ich.

Ich konnte wie kein anderer auf der Pin-Pipe spielen,
wie kein anderer unsere Lieder singen, wie kein anderer Whisky saufen.

Äußerlich gehörte ich dazu, innerlich aber war mir immer schmerzhaft klar:
Das bin ich nicht!
Ich tu nur so!

Diese Erkenntnis gab den Ausschlag für meine Berufswahl: Ich wurde Seemann.

Mir schien es gut, unter denen zu sein, die genauso wenig eine echte Wurzel hatten wie ich. Seeleute waren in der Zeit ein bunt zusammengewürfelter Haufen.

Männer, bei denen keiner fragte: Woher kommst du, woran glaubst du.
Alles was zählte, war, dass die Fahrt erfolgreich war.

Zuerst  versuchte ich es auf Handelsschiffen,
die zwischen Europa und Amerika hin- und herfuhren.

Insgeheim hatte ich gehofft, dass ich in Europa vielleicht zu etwas wie Heimat finden könnte.

Um genauer zu sein:
Dass ich da auf Mitmenschen treffen könnte, die ähnlich wie ich fühlen.
Aber das sollte sich schnell als Illusion heraus stellen!

Ich war oft in irischen Häfen, aber die Leute da verstand ich noch weniger als die Auswanderungs-Iren in New York.

Ich konnte ihre Ziele nicht verstehen, ich konnte ihre Ängste nicht verstehen, ich konnte ihre Wut nicht verstehen.
Und so ging es mir überall.

Da sagte ich mir, dass es dann besser sei, wenigstens mehr Geld zu verdienen.

Und so heuerte ich schließlich auf Walfängern an.
Von der Westküste Amerikas aus durchkreuzten wir den Pazifik.
Mittlerweile war ich schon ziemlich alt für den Job: Mitte Dreißig.

Ich weiß: In deiner Zeit ist es kaum vorstellbar,
dass ein Mensch dieses grausame, blutige Treiben vorsätzlich auf sich nahm.
Ihr seht die Wale heute anders als meine Zeitgenossen.

Ich allerdings auch!
Hanna, du ahnst nicht, in welchen Konflikt ich kam
und wie unglücklich – ja verzweifelt – er mich machte!
Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen,
dass es ein Job war, den ich nicht ausüben KONNTE!

Nicht weil ich zu schwach war oder zu ungeschickt mit der Harpune.
Nein, das Handwerk lernte ich schnell
und mein Käpten ließ mich nicht ohne Lob, nicht einen Tag.
Schnell war ich der „beste“ Mann an Bord.

Das war ich immer: schnell der Beste.

Aber ich meine Seele konnte nicht.
Sie konnte sich über keinen Fang freuen, nie!
Im Gegenteil: Je erfolgreicher wir waren, umso trauriger wurde ich.
Wieder, schon wieder mal fremd!
Falsch, verrückt, verdreht…

Zur gleichen Zeit, als mir klar wurde, dass ich hier nicht weitermachen konnte,
entdeckten sie Gold.
Viele, viele Männer zogen zu den Goldflüssen weit oben im Norden.

Und ich dachte: Gut, wenn du je zu diesem Land gehören willst,
dann musst du offensichtlich reich werden.
Reiche bekommen alle Anerkennung.

Also verkaufte ich, was ich hatte, tauschte es gegen die Sachen ein,
die ein Goldsucher haben muss, und zog mit den anderen zum großen Fluss im Norden.

Na rate. was geschah!
Ja, klar, ich konnte einfach nicht sein wie die anderen.
Ich sah den Wahnsinn in ihren Augen.
Ich sah, dass sie bereit waren, sich selbst umzubringen, nur um KAUFEN zu können,
was sie nicht hatten:
Gemeinschaft mit Menschen.

Es war, als hätte mir jemand einen Spiegel vor Augen geführt:
So bist du auch!
Du bist bereit, dein ganzes Leben dafür zu opfern,
um einer zu sein, dem andere sich zugehörig fühlen.
Egal schon, WER, wenn es nur überhaupt jemand ist.

Ich sah auf mein Leben zurück:
Zu wem wollte ich gehören?
Zuerst zu den Kindern in meiner Straße,
dann zu den Iren in der Heimat meiner Eltern,
dann zu den Walfängern,
dann wollte ich wenigstens zu diesen Ausgestoßenen der Gesellschaft gehören.

Und jetzt? Jetzt war ich in Versuchung, alles zu geben,
damit ich wenigstens alle paar Wochen einmal zu den Huren und Säufern gehörte,
die sich in dem Ort sammelten, in dem das gefundene Gold aufgekauft wurde.
Ich war am Ende!

Fühlte mich absolut gescheitert, nahm meine Sachen und wanderte zurück zu meinem Claim. Da angekommen, nahm ich etwas Proviant, ein Gewehr
und ging einfach ohne Ziel weiter nach Norden.
Ich dachte, vielleicht habe ich Glück und stürze irgendwo tödlich ab
oder irgendein Bär ist schneller, als ich schießen kann.

Ich wollte mich nicht umbringen,
aber ich wollte auch nicht mehr weiter leben müssen.

In meiner Vorstellung hatte ich komplett versagt:
Ich, Joseph, genannt Joe, gehörte zu nichts und niemanden.
Und sollte Gott ein Einsehen mit meiner einsamen Seele haben,
dann war ich bereit, diese Erde zu verlassen.

Ich war zu verdreht, zu falsch, um hier zuhause zu sein.
So jedenfalls dachte ich.

Aber Gott ließ mich weder abstürzen noch schickte er mir einen Bären.
Stattdessen schickte er mir Niteä, einen Eingeborenen.

Ich ging gerade durch ziemlich unwegsames, bergiges Gelände,
als ich am Fuß der Anhöhe unter mir ein leichtes Stöhnen hörte.

Als ich dem folgte, fand ich dort einen alten, indianischen Mann,
völlig abgezehrt und offensichtlich mit hohem Fieber.

Sein linkes Bein war bis zur Hüfte hinauf heiß und geschwollen,
wie meine Untersuchung ergab.
Er hatte eine eitrige, entzündete Wunde am Oberschenkel und anscheinend Wundfieber.

Sein Fieber war zu hoch, um mich zu erkennen.
Er hielt mich anscheinend für einen seiner Götter,
der seinem Wahn nach nun zu ihm kam, um ihn zu holen.
Dass sein Gott englisch sprach, verwunderte ihn nicht einmal.

Ich nahm ihn auf meine Schultern und trug ihn runter zu einem kleinen Fluss.
Ich wickelte ihn in Decken, kochte ihm eine Suppe aus Trockenfleisch und Kräutern.
Und während ich selbst für mein Leben keinen Pfifferling mehr zu geben bereit war,
kämpfte ich um seines, als sei es das kostbarste Leben auf der Welt.

Aber es wurde nicht besser mit ihm, im Gegenteil:
Ich spürte an seiner kurzen Atmung und seinem rasenden Puls, dass er bald gehen würde.

Also hörte ich auf, ihn darüber zu informieren, dass ich NICHT sein Gott bin.
Und ich möchte, dass du diesem Dialog mit ihm zuhörst.

Niteä: Warum nimmst du mich nicht mit? Ich bin fertig!

Joe: Womit bist du denn fertig?

Niteä: Ich bin fertig damit, Niteä zu sein, dass weißt du doch!

Joe: Wer ist Niteä?

Niteä: Ich hätte nicht gedacht, dass der große Gott so dumm ist!
Ich bin Niteä! Nimm mich mit, ich bin fertig!

Joe: Womit bist du denn fertig?

Niteä: Ich bin genug Ich gewesen!
Es war anstrengend, jetzt bin ich müde!

Joe: Die Krankheit macht dich müde.

Niteä: Nein! Ich war oft krank, das ist nicht das Gleiche.
Jetzt bin ich fertig mit mir.

Joe: Was hast du denn „mit dir fertig“ zu bringen gehabt?

Niteä: Den großen Hunger, danach zu einem Stamm zu gehören!
Mit dem bin ich fertig!

Joe: Dann hast du einen Stamm gefunden, zu dem du gehörst?

Niteä: Nein, für mich gibt es keinen Stamm. Das weißt du doch!

Joe: Zu wem gehörst du dann?

Niteä: Zu mir!
Niteä gehört zu sich.
Das wolltest du doch, dass ich das verstehe.
Ich verstehe es jetzt, du kannst mich mitnehmen, ich bin fertig!

Niteä verlor kurz nach diesen Worten das Bewusstsein,
drei Stunden später war er mit seinem Gott auf und davon.

Hanna, verstehst du?

Das IST DIE AUFGABE!
Unsere gemeinsame Aufgabe.
In diesem Leben als Joe musste ich es lernen.
Jetzt bist du dabei, es zu lernen.

Ich beerdigte den Alten, so gut ich konnte, oben auf dem Berg.
Dann nahm ich mein Gold, das ich immer noch in den Taschen hatte,
ging nach Kalifornien, kaufte mir ein Stückchen gutes Land
und beschäftigte mich mit dem, was mir geradeso einfiel.

Mir gefiel es, ein kleines Häuschen zu haben, also baute ich mir eins.
Mir gefiel es, einen dieser seltsamen Gärten zu haben, die ich in Europa gesehen hatte.
Also gestaltete ich mir einen Garten.
Mir gefiel es, verschiedene Gemüsesorten zu ziehen, also erntete ich viel Gemüse.

Mir gefiel es, das Gemüse auch anderen Menschen anzubieten,
also wurde mein Garten immer größer.

Mir gefiel es, einen großen – nein, einen riesigen – Garten zu haben.
Also suchte ich Arbeiter.
Mir gefiel es, Menschen aus aller Herren Länder Arbeit, Lohn und Brot zu geben
und sie dabei so sein zu lassen, wie sie waren.

Für NICHTS davon habe ich mich über mein Maß angestrengt.

Es waren Aufgaben, die auf mich zukamen, und ich bewältigte sie.
Weil es mir! selbstverständlich war, das zu tun.

Weder hatte ich eine Absicht dabei noch Ängste vor Misserfolg.
Weder hegte ich irgendeine Erwartung noch war ich im Zweifel darüber,
ob es sinnvoll war.
Ich tat es einfach, weil es da war und getan werden konnte.

Mir war es gleich, ob das, was ich tat, verrückt in den Augen der anderen war.
Mir war es auch gleich, ob ich für das, was ich tat,
Anerkennung oder Spott von anderen erntete.

Ich tat es, weil ICH es für gut und richtig hielt, es JETZT zu tun!

Und wie seltsam:
So bekam ich, was ich Jahrzehnte lang ersehnt hatte,
ohne dass es mir von größerer Bedeutung gewesen wäre:
Ich bekam eine Gemeinschaft.

Die Arbeiter zuerst, dann jene, die es mir gleich taten und auch Gärten gründeten.
Dann jene, die es mir auch gleich taten und begannen, die Gemüsesorten so konservieren. Dann sogar eine eigene Familie.

Ich hatte nun Gemeinschaft.
Mehr, als mir bisweilen lieb war.
Denn ich war mir inzwischen sehr, sehr gerne selbst und allein Gesellschaft genug.

Deine Familie damals war für kurze Zeit bei mir in Arbeit.
Du warst ein junges Mädchen, das nicht so richtig in diese Familie zu passen schien.
Die waren sehr streng mit dir – aber auch untereinander.
Und du schienst mir so wenig dieser Strenge geerbt zu haben.
Die waren so schwer miteinander, so emotional karg im Umgang zueinander.
Und du so sanft, so still.

Ich beobachte dich:
Warst du mit deiner Familie zusammen, nahmst du sie deren Art an.
Warst du allein und fühltest dich unbeobachtet,
wurden deine Züge weich und deine Augen hell und voller Glanz.

Wir haben nie Gelegenheit gehabt, viel miteinander zu reden.
Ich und das Mädchen, das du damals warst.
Aber du hast mich an mich erinnert:
„Die ist, wie ich war!“
Das habe ich immer gedacht, wenn ich dich sah.

Und ich hatte viel Mitgefühl mit dir, denn mir schien dein Weg noch schwerer als meiner.
Ich hatte wenigstens eine Mutter, die mich gewähren ließ, zu sein, wie ich war.
Du hattest nicht einmal diesen Vorteil.

Ich versuchte, in deinen Augen ein Zeichen von Zorn zu finden.
Jener gute Zorn, dieser heilige Zorn, der davor schützt,
in den Forderungen der anderen nicht zu versinken.
Aber den gab es nicht in dir.

Als deine Familie sich von mir verabschiedete,
konnte ich nicht viel für dich tun und das schmerzte meine Seele.
Alles, was ich dir sagen konnte zum Abschied, war:

Du bist ein guter Mensch!
Und umso besser, je weniger du bist wie deine Familie!

Puh!
Dafür musste ich mir einige böse Worte deines Vaters anhören.
Aber das war mir ganz egal.

Ja, siehst du, Hanna:
Nie führt der Weg der Seelen-Liebe ins Leere, auch wenn ich das damals dachte.

Heute bin ich dein Engel.
Ich war bei dir, bei all deinen Versuchen, dich zu verwurzeln.
Ich war bei bei dir in all den vielen Einsamkeiten, die dich wieder und wieder eingeholt haben. Und ich hoffe, dass ich dir heute das war, wofür es damals nicht gereicht hat:

Dein Wegweiser.

Menschenseelen – wie wir beide – haben einen tiefen und guten Sinn
in der Gemeinschaft der Lebenden!

Würde es solche wie uns nicht geben,
würde immer alles beim Alten, Vertrauten bleiben.
Die Menschheit hätte sich ohne solche wie uns gar nicht entwickelt!

Aber ehe solche wie wir ihren Sinn erfüllen können,
bekommen sie es mit dem Wunsch nach Anerkennung zu tun.

Der liegt am Anfang unseres Entwicklungsweges:
manchmal als Ehrgeiz, viel öfter aber als Sehnsucht nach Harmonie.
Wir haben dann zu lernen, dass Ehrgeiz nicht zu Gemeinschaft führt.
Und dass eine Harmonie, die erzwungen ist, gar keinen Wert hat.

Das sind harte Schritte, aber wir müssen sie gehen:
Damit wir durch NICHTS in Versuchung geraten, unser Anders sein abzulehnen.

Du weißt doch schon:
In der ganzen Schöpfung hat alles seinen Platz,
alles ist in das ganz große RICHTIG eingewoben.

Und alle Not der Welt kommt daher, dass sich gegen den Platz gesträubt wird.

Wenn eure Äcker heute mehr und mehr ausgelaugt sind, dann,
weil sie mit Pflanzen gefüllt werden, die bei euch gar keinen natürlichen Platz haben.

Und wenn bei euch so viele Menschen an Depressionen leiden,
dann, weil sie keine Chance bekommen, ihren Platz einzunehmen,
den sie ganz natürlich und ohne Anstrengung einnehmen könnten,
ließe man der Natur nur ihren Lauf.

Niteä hat es auf den Punkt gebracht:
Zuerst einmal muss man mit sich im positiven Sinn fertig sein,
indem man mit sich selbst Zuhause ist.
Erst dann kommt es zu echten, natürlichen Gemeinschaften.

Hanna, sei mit dir selbst Zuhause!

Das ist meine sehr dringende Bitte an dich.
Heiße dich selbst willkommen!
Du wolltest leben, Hanna.
Du wolltest das so sehr, wie Gott wollte, dass du lebst.
Es würde dich gar nicht geben, wenn es anders wäre!

Nichts anders ist wichtig.

Kein Urteil über dich stimmt, das dieser Tatsache nicht Rechnung trägt. 
Aber ehe andere das verstehen, musst du es verstehen!

Du bist da in der Welt, weil es gut und richtig ist!

Es ist JEDEN MOMENT gut und richtig. In der Tatsache liegt kein Irrtum.

Aber, Hanna, bedenke:
Dann ist es FALSCH, sich zu fürchten, nicht richtig zu sein.
Dann ist es falsch, sich dafür zu schämen, fehlerhaft zu sein.
Dann ist es auch falsch, anderen zu überlassen,
einem diese Wahrheit zu ersetzen durch Lob und Anerkennung.

Versuche, alles zu tun, um dir selbstverständlich zu werden! 
Ja, das IST schwer.
Ja, das ist ein weiter Weg.

Um dich herum sind Menschen, die sich auch nicht selbstverständlich sind.
Sondern solche, die es brauchen, beurteilt zu werden.

Und zwar positiv, damit sie die vermeintlich benötigte Berechtigung bekommen,
sich selbst zu mögen.

Und die sollen dir geben, was sie doch selbst nicht in der Lage sind,
für sich zu finden?
Kann das gehen?
Aber, nein!
Da zieht der Eine den Anderen mit ins Schatten-Tal.

Deine Welt ist geprägt von den Vorstellungen,
was der Sinn eines Lebens zu sein hat.
Diese Vorstellungen verstellen,
was wahr ist, was möglich ist, was wünschenswert ist.

Die Not der Seele macht es, dass du mir das Wort gibst.
Ich hasse es, wenn du in Not bist!
Und ich freue mich, wenn du kämpfst gegen diesen Zustand.
Endlich habe ich die Chance, klare Worte zu sprechen.

Die Not, Hanna, kommt nicht durch das „Falsch“ in dir
oder das „Falsch“ der Welt.

Die Not kommt durch deine Vorstellung darüber,
wer du bist und wer du sein müsstest.
Was die Welt ist und was sie sein müsste.

Machen wir dem doch ein Ende!
Fang an, zu verstehen, dass du schon viel, viel gelernt hast.
Und dass es gut war, zu lernen.

Fang bitte an,
dich als SELBSTVERSTÄNDLICH RICHTIG in deiner Anlage zu betrachten.
Der Rest gilt dann dem „Fertig werden“ damit, Hanna zu sein.

Uta: Vielen Dank, Joe! Darf ich dir jetzt die Fragen von Hanna stellen?

Joe: Natürlich.

Uta: Hanna fragt, wie es ihren Lieben im Jenseits geht:
ihrer Mutter Erna, ihrem Vater Otto und ihrer Schwester Inge?

Joe: Inge richtet dir ganz besonders herzliche Grüße aus
und ein sehr großes Dankeschön.
Erna und Otto sind auf ihrem Weg zu sich.

Für Otto ist es nicht ganz leicht, von seinen Vorstellungen zu lassen.
Für Erna ist es nicht leicht, sich ihre Wirkungen anzusehen
für ihr Handeln und – mehr noch – ihr Nichthandeln.
Aber sie gehen voran, so gut es geht.

Uta: Hanna schreibt, dass sie seit ihrer Kindheit Herzrhythmusstörungen hat.
Das wird jetzt schlimmer und das trotz medizinischer Abklärung.

Sie hat regelrecht Todesangst dabei, wenn auch nur noch unterschwellig.
Seit 1 ½ Jahren tritt das wieder gehäuft auf.
Wo kommt das her und was kann sie dagegen tun?

Joe: Das ist keine Todesangst, liebe Hanna, das ist Lebensangst!
Die Angst vor der Tatsache, dass dein Leben zu enden hat.
Es ist NICHT! deine Angst, sondern die deiner Vorfahrinnen!

Nach ihrem Maßstab bist du jetzt alt.
NICHT nach DEINEM, nach IHREN!
Und jeden Tag, den du sie überlebst, bist du weniger in der Folge.

Versuch, dich mit ihnen zu einigen.
Sie wollen doch, dass auch du länger leben darfst.

Uta: Seit 6 Jahren leidet Hanna unter Atemnot, was sie stark einschränkt,
vor allem beim Sprechen und Lachen.
Gibt es da einen Zusammenhang zwischen ihr und ihrer Mutter
und einigen anderen Angehörigen?

Joe: Es gibt mehrere Zusammenhänge, liebe Hanna.

Zuerst aber: Du hast sicher schon davon gehört, dass es ein Phänomen gibt:
Dass Menschen, die ein Unglück im Gegensatz zu anderen Beteiligten überlebt haben,
sich darüber nicht nur nicht freuen,
sondern sogar schwer psychisch und / oder physisch erkranken.

Auch Kinder reagieren so, wenn die Eltern sterben.
Oder ein Witwer, wenn die Frau stirbt.

Der Überlebende nimmt sein RECHT, weiter fröhlich zu leben, nicht mehr an.
Er stirbt „nach“.
Das ist eine Art von Harmonie, die völlig unerwünscht ist.

Würdet ihr eure Verstorbenen danach befragen,
sie würden euch bitten, damit aufzuhören.

Du folgst den Vorfahren, Hanna, das ist aber gar nicht deine Aufgabe!
Deine Aufgabe besteht darin, „glücklicher“ dran zu sein,
deine Möglichkeiten besser zu nutzen und den Weg der Sippe zum Helleren hin zu ebnen.

Es ist deine Aufgabe, der „Mutant“ zum Besseren hin zu sein.

Aber wie bei so vielen glaubt dein Unbewusstes,
dazu kein Recht zu haben und fürchtet sozusagen den „Neid der Götter“.

Nicht NUR im Körperlichen, Hanna!
Bitte bedenke hier, was ich dir erklärt habe:
Selbstverständlich muss es werden, Hanna zu sein!

Der Preis ist eben NICHT, dass du dann aus der Sippe herausfällst,
sondern dass du sie vollendeter sein lässt.

Hanna? Weißt du es immer noch nicht?
Du DARFST ein beglückendes, sinnerfülltes Leben haben!

Das ist erlaubt, trotz aller Schwierigkeiten der Ahninnen ist es dir erlaubt.

Uta: Sie ist sehr erschöpft durch ihre Arbeit als Heilerin, ist sie da am richtigen Platz?

Joe: Du bist nicht selbstverständlich Du, wenn du arbeitest.

Was dich erschöpft, ist der Wunsch, die Ansprüche zu erfüllen,
die deine Patienten an dich richten.
Sogar ganz und gar unausgesprochene Ansprüche!

Du bist nicht absichtslos bei deinem Tun!
Und das ist, was dich erschöpft, meine Liebe.
Das kannst du anders erleben, das ist erlernbar.

Uta: Sie schreibt, dass sie ein sehr spiritueller Mensch ist
und trotzdem sind ihr äußere Dinge so wichtig.
Warum ist so fixiert auf Schönheit?

Joe lächelnd: Ah, und solche Fixierung ist un-spirituell?
Wer sagt das?
Wie kann das stimmen?
Du hast Schönheit schon IMMER geliebt!
Du hast einen sehr guten Blick dafür, immer schon.

Jetzt sag mal:
Meinst du, dass Schönheit NICHT zur Spiritualität gehören kann?
Ja, warum denn?
Also schau dich einmal um:
Ist die Natur, die ja schließlich verdichtete Gottes-Energie ist, nicht unfassbar schön?
Doch! Aber ja!

Nun, so gesehen muss der energetische „Verursacher“ solcher vielfältigen Schönheit
doch so ähnliche Bedürfnisse nach materiell Schönem haben wie du.
Oder nicht?
Oder ist etwa alles, was schön ist, teuflisch?
Hm… war es mal, in einem anderen deiner Leben.

Aber du hast diesen Schönheitssinn…
Da muss er ja gut sein.

Die Frage ist also nicht, OB er dich weniger spirituell sein lässt,
sondern wie du ihn spirituell zur Wirkung kommen lässt.
Das tust du schon, nur du achtest es nicht.
So ein wenig bist du immer noch das Kind deine bigotten Eltern hier in Amerika.

Was meinst du:
Möchtest du das weiterhin benutzen, um dich falsch zu fühlen
oder kannst du das fahren lassen?

Im Grunde ist es nur so eine Vorstellung.

Uta: Hanna ist unglücklich damit, allein zu leben.
Einerseits fühlt sie sich so nur halb.
Andererseits hat sie Angst davor, eine neue Partnerschaft einzugehen.
Warum?
Sie trifft eben immer nur die gleichen Männer, die ihrem bisherigen Muster entsprechen.

Joe: Du triffst die Männer, die dich mit dem konfrontieren,
was du dir immer noch vorstellst:
Dass du NICHT fähig wärst, du SELBST zu bleiben,
sobald du mit ihnen in Harmonie leben möchtest.

Es scheint nur entweder das Eine oder das Andere möglich.

Eine Vorstellung, liebe Eva, die dich übersehen lässt,
WIE VIEL du über dich gelernt hast in den letzten Jahren!
Du bist nicht mehr die, die du damals warst.
ABER! Es fragt sich, warum du diesen Umstand nicht wahrnimmst.

Ja, das liegt daran, Hanna:
Dass du dich selbst NICHT in einer tiefen Liebe erleben WILLST.
Das ist ein Versprechen in einer anderen Inkarnation:
„Nie wieder will ich so lieben, das es derart schmerzt.“

Willst du das Versprechen aufrechterhalten?
Nun gut, dann kommen auch die Männern nicht,
die dir so tief ins Herz geraten können.

Willst du das Versprechen auflösen dann?
Das muss ich dir überlassen, zu entscheiden, ich vermag es nicht zu tun.

Uta: Joseph, ich danke dir sehr herzlich und hoffe, dass sich Hanna etwas fängt.

Joe: Hanna ist sehr, sehr bereit, zu wachsen.
Und alles, was fehlt, ist noch, die eigenen Vorstellungen zu enttarnen.
Noch hat sie Sorge, mit derart viel Selbstverantwortung so umzugehen,
dass sie sich nicht überfordert.
Denn das geschah bisher nur zu leicht.

Das Vertrauen in die eigenen Regelmechanismen fehlt
und muss erst aufgebaut werden.

Dann aber!

Ach, dann freue mich auf eine gute, gute Zukunft!

Wir schaffen das!