Frau Holle

Das böse Märchen von der Frau Holle

Das böse Märchen von der Frau Holle

Frau Holle,
die hier die Richterin über die beiden jungen Frauen ist,
war ursprünglich die Muttergottheit:
Die höchste Instanz für ethische Fragen,
die Frauen hatten.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Sarah zu verbinden, Sarah bittet um diesen Kontakt.

Ich sitze auf einem alten Baum, eine Trauerweide vor mir, ein tiefer Bach, der zu einem Haus am Ende des Tals ruhig fließt. Da steht eine alte Wassermühle, ein großes Haus, das Dach ein wenig schief, umgeben von blühenden Jasminsträuchern.

Die Sonne scheint und hier unter dem frischen Grün der Weide ist es wunderschön, nur das leise Rauschen der Mühle ist zu hören und ein Vogel, der über mir sitzt, singt.

Ganz leise und sanft nähert sich mir ein Mann, groß und schlank, gekleidet wie ein Pfarrer, in einem schwarzen Anzug mit weißem Brevier, eine altmodische Nickelbrille trägt er und schaut mit freundlichen, braunen Augen auf mich.

Ich schätze, er ist etwa fünfzig Jahre alt. Sein Gesicht ist leicht gebräunt und sein Haar zeigt erste graue Falten.

G: Darf ich mich zu dir setzen?

U: Bist du Sarahs Guide?

G: Ja … ich bin ihr erster Guide und ich werde sie bis ans Lebensende begleiten. (Er hat eine sehr sanfte, ruhige Stimme.)

U: Wo ist Thea?

G: Oh, sie lässt herzlich grüßen, aber jetzt ist es Zeit, dass ich mich melde. Denn nun geht es in die Tiefe und – wie wir hoffen – in den Frieden …

Aber ich will mich vorstellen, es darf nicht sein, dass ich meiner Sarah unbekannt bleibe.

Ich bin Samuel, wir sind hier im südlichen Teil Schottlands. Ich bin noch nicht lange in einer festen Gemeinde als Seelsorge, die meiste Zeit meines Lebens war ich Soldat.

Bis ich mich mit vierzig Jahren entschieden habe, Pfarrer zu werden, aber das ist eine andere Geschichte. Dort drüben in der Mühle, dort lebt Annie. Heute Sarah. Annie hat 6 Kinder, wir werden sie später besuchen.

Schau, was ich hier habe (er nimmt aus seiner Jackentasche eine Barbiepuppe, Pink gekleidet, blond, aber irgendwas an ihr stimmt nicht …).

S: oh ja, tatsächlich, die Arme! Sie hat gerade einen bösen Sturz erlitten!

Sarah, erinnerst du dich?

Es gab einen Tag, da hast du die ganze kleine Wut deines kleinen Herzens daran ausgelassen und wie sehr hast du es sofort bereut!

So sehr hast du ich erschreckt!

So sehr, das DU! eine solche Wut in dir haben könntest!

Das hat dich so erschreckt, dass du darüber den Anlass deiner Wut ganz vergessen hast.

Sarah?

Deine Wut war berechtigt, aber dein Schreck hatte auch seine Gründe und die, mein liebes Mädchen (ich hoffe ich darf dich gelegentlich so nennen) wollen wir uns heute gemeinsam anschauen.

Es waren einmal zwei Mädchen, beide hießen sie Marie. Und während die eine vom Vater und Mutter verwöhnt wurde, musste die andere, deren Mutter gestorben war, alle Arbeit im Hause allein tun, ja, sie musste sogar ihre jüngere Halbschwester bedienen.

Doch diese Marie klagte nie, sie fragte weder nach Gerechtigkeit noch Weisheit, widerspruchslos tat sie alles, was ihr abverlangt wurde.

Die andere Marie kannte es nicht anders und hielt alle ihr zu Teil werdenden Vergünstigungen für selbstverständlich.

Eines Tages nun saß die fleißige Marie am Brunnen und spann weißes Garn, da stach sie sich in den Finger und das Garn der Spindel färbte sich rot.

Da bückte sich Marie über den Brunnen und wollte das Blut auswaschen, doch die Spindel entglitt ihren Händen und sie fiel hinab in das unergründliche tiefe Wasser des Brunnens.

Sie lief zur Stiefmutter und gestand das Unglück.

Diese – in ihrer Unbarmherzigkeit – befahl ihr, der Spindel hinterher zu springen!

Wohl wissend, dass Marie damit in den Tod springen würde …

Muss ich weiter erzählen?

Du kennst das Märchen: Pechmarie und Goldmarie …

Da ist eine Frau, die erfüllt alle Anforderungen anderer im vorauseilenden Gehorsam, ja sie achtet sowenig ihr eigenes Selbst, ihr Leben, dass sie sogar eifrig in den Tod springt, als man es ihr befiehlt!

Sarah, und DIESE Marie wird für ihre Bereitschaft, sich aufzuopfern, am Ende damit belohnt, dass sie über und über mit Gold begossen wird und strahlend schön und reich wieder in das Leben tritt.

Die andere Marie will auch so schön und reich da stehen und springt auch in den Tod, denn die Belohnung lockt.

Doch sie mischt sich in nichts ein, sie hilft niemanden freiwillig, ist stets darauf bedacht, sich selbst weder zu überfordern noch zu verletzen und wird schließlich mit stinkend schwarzem Pech begossen, das sie nie mehr entfernen kann, wieder ins Leben gelassen …

Was dieses Märchen mit dir zu tun hat, mein liebes Herz?

Nun hör mir zu, ich bin sicher, du wirst es sehr bald verstehen.

Zuerst einmal möchte ich festhalten, dass dieses Märchen eines der boshaftesten und frauenfeindlichsten Märchen überhaupt ist.

Frau Holle, die hier die Richterin über die beiden jungen Frauen ist, war ursprünglich die Muttergottheit, die höchste Instanz für ethische Fragen, die Frauen hatten.

Sie stand für ein Frauenbild, das stark und selbstbewusst war.

Gute Frauen waren selbstbewusste Frauen, es gehörte zu ihren Aufgaben, in Haus und Hof für Gerechtigkeit zu sorgen, für Gesundheit und Wohlergehen aller.

Es lag ganz in ihrer Macht, wer den Schutz der Sippe erleben durfte und wer nicht, und es lag ganz in ihrer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass jedes Mitglied der Sippe seinen gerechten Anteil am Lebensnotwendigen bekam.

UND!

Es lag ganz in ihrer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie selbst kräftig und gesund blieben, um all diesen Verantwortungen so lange wie möglich nachkommen zu können.

Aber dieses Frauenbild wurde mit der Christianisierung zerstört!

Frau Holle von der Schützerin der selbstbewussten Frauen zur Richterin derselben gemacht.

Eine gute Frau war von nun an eine Frau, die bereit war, gehorsam bis ins Grab zu sein!

Nur jene Frauen, die ihr Leben und ihre Bedürfnisse für NICHTS achteten, waren es wert, mit Ehre gekleidet zu werden.

Nur sie allein sollten der himmlischen Reichtümer teilhaftig werden, den anderen blieb nichts, als geteert und gefedert zu werden.

Dieses Märchen – sagte ich – ist ein böses Märchen!

Es wird noch heute kleinen Mädchen erzählt und es senkt sich mit seiner destruktiven Botschaft in die offenen Seelen der Kinder und treibt dort weiterhin sein Unwesen.

Nun mögt ihr sagen, alle kleinen Mädchen hören dieses Märchen und werden dennoch selbstbewusste Frauen!

Und da habt ihr Recht, aber auf jene Seelen, die durch vergangene Inkarnationen selbst unter der Fehlwahrnehmung, dass nur die Frau gut ist, die sich opfert, gelitten haben, wirkt dieses Märchen wie unauslöschliches Signal, wieder in diese angebliche Wahrheit hinein zu wachsen:

Gut ist, wer sich opfert!

Wie grausam ist dieser Anspruch!

Wie weit entfernt von der Liebe Gottes zur Schöpfung!

Sarah?

Bist du nun die Pechmarie?

Oder die Goldmarie?

Weder das eine noch das andere!

Ich sagte, dieses Märchen ist ein böses Märchen, nicht nur, weil es den bedingungslosen Opfergang der Frauen fordert, sondern auch, weil es nur Schwarz und Weiß kennt.

Man ist entweder ganz gut und dann die Goldmarie, oder ganz schlecht und dann die Pechmarie …

Aber wenn es in diesem Märchen für ein kleines Mädchen überhaupt eine Identifikationsfigur gibt, dann ist es die der Frau Holle selbst!

Ihr geheimer Garten, in dem die Äpfel des Lebens reifen, das ist die zutiefst weibliche Aufgabe:

Nahrung zu wirken, ob Brot oder Apfel …

Eure Umwelt mit dem zu versorgen, was sie nährt …

Über Wachstum und Reife zu wachen und zur rechten Zeit das aus eurer Fülle zu zuteilen, was da ist, das ist eure Aufgabe!

Aber auch, euch Helfer zu suchen, wenn euch die Arbeit allein zu schwierig ist und diese Helfer gerecht nach ihren Handlungen zu entlohnen, das ist eure urweibliche Kraft!

Hätte sich wohl Frau Holle dem Befehl der Stiefmutter gebeugt und wäre in den Brunnen der Spindel hinterher gesprungen?

Niemals!

Hätte sie sich die Ungleichbehandlung der Stiefschwester gefallen lassen?

Nie und nimmer!

Denn Frau Holle war erstens mit Vernunft begabt und zweitens besaß sie Weisheit und Gerechtigkeitssinn.

Meine geliebte Sarah, ich darf dir eine überraschende und frohe Botschaft überbringen: Deine Zeit der Marie ist vorbei, du stehst am Beginn deiner Zeit als Frau Holle!

Oh, oh, da weißt du gar nicht, ob dies ein Grund zur Freude ist?

Oder erst recht ein Grund, verzagt zu werden!

Ach, mein liebes Mädchen, du kennst sie noch nicht, die Frau Holle in dir, aber sie ist da!

Güte und Weisheit, Tapferkeit und Mut, Durchsetzungsstärke und Kampfbereitschaft, Geduld und Umsicht … es liegt alles in dir, es ist da … aber verschüttet von Wahrheiten, die keine sind.

Und darum wird es nun Zeit, dass ihr mich begleitet, zu Annie, der Frau, die du einmal warst!

Wir gehen den breiten Weg neben dem Bach her, tiefe Fahrspuren zeigen, dass hier oft Wagen mit schweren Lasten fahren. Am Haus angekommen, werden wir von einem jungen Mädchen empfangen, das in der Sonne mit einem Welpen spielt.

Ich werde jetzt die Dialoge der Personen, die mich nicht wahrnehmen, wiedergeben.

S: Guten Morgen, Elly, wo sind deine Eltern?

E: Vater schläft, Mutter ist hinterm Haus!

In der Tür zeigt sich ein rothaariger Junge, etwa 14 Jahre alt.

S: guten Morgen, Billy! Willst du angeln?

(Billy hat eine Weidenrute über der Schulter.)

B: Ja, eigentlich schon, aber mit Ma stimmt was nicht, gut, dass sie kommen, her Pfarrer!

S: Müsstest du nicht in deiner Lehrstelle sein?

B: Ne, keine Lust heute, kommen sie mit zu Ma, ich krieg Pa nicht wach, der hat die ganze Nacht gesoffen!

Samuel nickt und folgt dem Jungen durch einen schmalen dunklen Flur, eine ebenso schmale Holztreppe hinauf. Er öffnet ein Zimmer und wir betreten das Schlafzimmer. In einem Teil des Bettes liegt ein dicker Mann, der offensichtlich seinen Rausch ausschläft, im anderen Bett sehen wir einen großen Blutfleck, aber das Bett ist leer.

B: Oh, eben war sie noch hier, dann ist sie wohl doch wieder zum Mehl runtergegangen.

Billy führt uns wieder die Treppe hinab, durch eine Küche, in der drei Kinder unterschiedlichen Alters spielen, geht der Weg nach draußen.

Hier hinter dem Haus steht ein Wagen aus Holz, auf dem drei Säcke mit Mehl stehen und Annie, die versucht einen vierten Sack auf die Ladefläche zu ziehen.

Ihr langer Rock ist am Bauch blutdurchtränkt, ihr Gesicht ist sehr blass und sie zittert am ganzen Körper vor Anstrengung.

Samuel ist entsetzt, er nimmt ihr den Sack ab, hievt ihn hoch, weißt den untätig zuschauenden Billy an, die Arbeit weiter zu machen und bringt Annie zurück ins Schlafzimmer, das Mädchen schickt er nach der Hebamme, den Vater weckt er.

Samuel verändert den Zeitablauf, es ist Abend geworden, er sitzt mit mir vor dem Haus, Licht fällt aus dem Schlafzimmerfenster und dem Küchenfenster …

S: Ich bin zu spät gekommen. Annie stirbt in dieser Nacht …

U: Warum hat sie diese schweren Säcke gehoben? Sie war doch schwanger oder habe ich mich da geirrt?

S: Sie war schwanger, ja. Sie hat diese Arbeit gemacht, weil kein anderer sie tat.

U: warum nicht? Die ältesten Kinder hätten ihr doch helfen können, wenn der Mann schon nicht wach zu bekommen war?

S: Sie hat niemanden gefragt!

U: Lieber ihr Leben riskiert?

S: Klar, sie war doch die „Goldmarie“!

Das war ihre „Wahrheit“: Ein guter Mensch ist sie nur, wenn sie sich aufopfert!

So hat sie es gelernt von ihrer Mutter und so hat sie es gelebt.

Sie starb im absoluten Frieden mit sich selbst, war sich ganz sicher, einen Ehrenplatz im Himmel zu bekommen als Ausgleich für all die Opfer, die sie gebracht hat.

Bisher ist diese Wahrheit noch viel zu wenig verändert:

Gut ist, wer sich opfert!

U: Was ist aus ihrer Familie geworden?

S: Oh, nach außen hin wurde sie von ihren Kinder und auch ihrem Mann nun sehr verehrt.

Sie war unser Engel, sagte Jim immer, wenn er auf seine erste Frau angesprochen wurde. Aber innerlich sah es ganz anders aus:

Billy und Elly wurde das Gefühl, durch ihre Untätigkeit Mitschuld am Tod der Mutter zu haben, nie los und ihr Mann ergab sich völlig dem Suff, weil er nur so vergessen konnte, dass er ihr nie geholfen hatte.

Er war, wenn er einmal nüchtern war, entweder wütend auf sich oder wütend auf Annie …

Bis an sein Lebensende blieb sie die Goldmarie.

Und er? An ihm klebte das Pech …

Ja, Uta … was ist ein guter Mensch?

War Annie gut?

U: Ich fürchte, die Antwort ist nein …

S: Die Antwort ist nein …

Sarah? Hörst du?

Die Antwort ist nein!

Annie wollte genau so wie du, ihr habt schließlich die gleiche Seele, GUT SEIN!

Daran ist nichts Negatives, aber was ist GUT?

Und wann beginnt das Gut sein ins Gegenteil umzuschlagen?

Annie wollte ein liebender Mensch sein und tatsächlich, jeder hat nie anders von ihr gesprochen:

Meine LIEBE Frau, meine LIEBE Mutter …

Aber die Seelen hier, die haben sich durch das ewige Liebsein der Mutter nicht weiter entwickelt, im Gegenteil: Mit tiefen Wut- und Schuldgefühlen mussten sie leben.

Annie stand auf dem Podest der ewig Guten, alle anderen beschämend.

Seither ist viel geschehen, deine Seele hat so viel gelernt, aber noch immer liegt in dir der brennende Wunsch, GUT/LIEB sein zu müssen …

Nur, mein Herz, was ist denn das eigentlich?

Pechmarie sein? Nur an den eigenen Vorteil denkend, sich anderen gegenüber gleichgültig zeigen?

Nein, natürlich, das ist nicht gut, das ist kindisch egozentriert.

Goldmarie sein? Alles tun, was verlangt wird, ohne Eigenverantwortung zu übernehmen und ohne Bereitschaft sich für Gerechtigkeit einzusetzen?

Nein, das ist auch nicht gut, das ist genauso kindisch, auch wenn es nicht so scheint.

Es ist sogar genauso egozentriert, denn mit dieser Einstellung denkt man auch nur an sich, nur daran, niemals vom „Sockel“ des BESSEREN Menschen herabsteigen zu müssen.

Gut sein … voller LIEBE sein? Das geht nur über den Weg der Frau Holle.

Und der heißt: WAHR sein!

Annie wollte lieb sein, aber es war keine Liebe in ihren Handlungen.

Liebe wäre es gewesen, den Teil der Verantwortung für ihre Arbeit, der ihr zu schwer war, an ihren Mann abzugeben.

Dann wäre er sich im Laufe der Zeit nicht immer nutzloser vorgekommen..

Liebe wäre es gewesen, einen Teil ihrer Verantwortung für die kleinen Kinder an Elly abzugeben, so hätte diese gelernt, dass sie stark und verantwortlich für Schwächere sein kann …

Liebe wäre es gewesen, Billy an Tagen, an denen er sich weigerte, zur Arbeit zu gehen, nicht zu verköstigen, der Hunger hätte ihn schnell fleißig werden lassen …

Liebe ist WAHR sein, Sarah.

Und jetzt ist die Zeit gekommen, deine Wahrheiten zu untersuchen, Stück für Stück. Es bleibt dabei, du bist auf dem Weg dazu, eine WAHRHAFT liebende Frau zu werden.

Aber das geht nur, wenn du verstehst, dass Liebe und Wahrheit zusammengehören.

U: Danke, Samuel, Sarah hat mir einen sehr ausführlichen Brief geschrieben, es ist schwer für mich, das alles zusammenzufassen. Warst du dabei, als sie ihn schrieb?

S; Ich weiß, was sie so sehr bedrückt.

U: Sie schreibt, sie fragt sich, warum sie so viel an andere Menschen denkt, die sie lieb hat, die ihr am Herzen liegen …

S: Sarah, das, was dir sehr schwer fällt, ist, die Verantwortung dann loszulassen, wenn es an der Zeit ist.

Was liegt WIRKLICH in deiner Verantwortung?

DU!

Du liegst in deiner Verantwortung.

Das gilt heute, das galt hier im Leben der Annie.

Du bist verantwortlich dafür, dass es dir gut geht.

Niemand kann dir das abnehmen, nicht einmal ich.

Es ist allein deine Verantwortung!

Du bist verantwortlich für das, was du denkst und das, was du aus diesen Gedanken heraus tust …

Wofür du NICHT verantwortlich bist, sind deine Gefühle, die sind jenseits deiner Macht, aber!

Welchen Raum du deinen Gefühlen gibst, das wiederum ist deine Verantwortung.

Du bist nicht dafür verantwortlich, ob in dir Gefühle der Liebe, der Wut, der Trauer oder der Freude entstehen, aber was du mit diesen Gefühlen machst, ob du sie hegst und pflegst oder unterdrückst oder weniger ernst nimmst, dafür bist du verantwortlich.

Bist du nun für die Gefühle der anderen verantwortlich?

Nun, du bist sicher mitverantwortlich dafür, Gefühle AUSZULÖSEN, aber was die anderen damit tun, ob sie diese Gefühle hegen und pflegen oder unterdrücken und verurteilen, daran kannst du nicht das Geringste bewirken!

In dir liegt der Wunsch, in anderen Menschen nichts anderes als Freude auszulösen!

(Das ist im Übrigen die Folge vieler Inkarnationen.)

Sarah, NICHTS ANDERES ALS FREUDE?

Was für ein hoher Anspruch!

An dich …….. jaaaaaaaaaaa!

Aber auch an die anderen!

Würdest du von einem anderen Menschen fordern, dass er NIE etwas anderes als Freude in dir auslösen darf?

Nie würdest du das tun!

Weil du sofort wüsstest, dass du ihn damit völlig überfordern würdest.

Liebe Sarah, ich verrate dir ein Geheimnis:

Du hast ein Recht darauf, geliebt zu werden, obwohl!!!!!!!!!!!!!!!! du nicht nur erfreuliche Gefühle in anderen auslöst!

Deine Verantwortung für andere hört dort auf, wo deren Verantwortung anfängt. Begreife doch:

Auch sie sind Seelen mit dem Wunsch, zu lernen, zu reifen und zu wachsen.

Wie, unter welchen Umständen sie das tun, darauf hast du nicht den geringsten Einfluss.

Das kannst du nicht durch „lieb sein“ verhindern …

Hier als Annie hast du genau das getan, du hast versucht, deinen Lieben alles abzunehmen, was sie als Druck empfunden hätten, mit dem Ergebnis, dass sie ihre Lektion dennoch zu lernen hatten, allerdings angereichert mit dem schlechten Gewissen, dich für ihre Bequemlichkeit geopfert zu haben.

Sarah, das Wohlergehen einer Seele hängt NICHT von deiner Bereitwilligkeit zum Selbstopfer ab.

Wenn du deinen geliebten Menschen helfen möchtest, sich zu entwickeln, dann dadurch, dass du wahr wirst!

U: Sarah fragt, warum sie sich nicht selbst vergeben kann?

S: Sarah, weil du eine so tiefe Angst davor hast, kein guter Mensch zu sein!

Wenn ich sage, ein „Guter Mensch“ ist ein wahrhaftiger Mensch, dann schließt das alles ein, was menschlich ist.

Immer GUT in deinem Sinn sein zu wollen … ist das noch menschlich?

Ist das nicht übermenschlich?

Annie war übermenschlich, sie leistete übermenschliche Arbeit.

Das Ergebnis war die BESCHÄMUNG und Erniedrigung all jener, die einfach nur menschlich waren.

Deine Aufgabe ist es gar nicht, IMMER gut zu sein, deine Aufgabe ist es, ein Mit-Mensch zu sein!

Weißt du, ein Mensch, der sich nie als jemand erlebt hat, der Fehler macht, oder der Schwächen hat, um die er nicht herumkommt, dem fehlt eine sehr wichtige Voraussetzung für echtes Mitgefühl …

Ein Mensch, der weiß, dass er einfach menschlich ist und mit Mitgefühl auf sich schaut, auch auf die Dinge und Entscheidungen, auf die er nicht stolz ist, der entwickelt daraus auch die Kraft und Herzenswärme, den Schwächen anderer so zu begegnen.

Sarah, du hast in deiner Gedankenwelt aus einem Sieg eine Niederlage gemacht und das ist traurig!

Ich kann dich nicht hindern, so von dir zu halten, aber ich kann dir versichern, dass es nicht RECHT ist …

Du bist weder mitfühlend mit dir selbst, noch bist du weise.

Du bist aus einer Beziehung gegangen, die dich immer wieder an den Rand des Erträglichen gebracht hat und ZU RECHT gegangen.

Er hat daraus durchaus lernen dürfen, er konnte lernen, dass ein Fehlverhalten Folgen hat … das ist eine durch und durch positive Erfahrung.

Für mehr warst du nicht verantwortlich!

Was er daraus macht, ist ausschließlich seine Verantwortung.

Du hast deine Verantwortung wahrgenommen, in dem du wahr wurdest und ihm zeigtest: Das, was du mir gibst, reicht nicht, damit es mir gut geht.

Ich übernehme die Verantwortung, dass es mir gut geht, das liegt nicht in deiner Hand, aber dazu gehört, dass ich mich von dir trenne.

Aber allein der Umstand, dass du verletzt hast, reicht dir heute aus, um dich zu verurteilen?

Zieht ein Krieger in den Kampf gegen das Böse, um NICHT zu verletzen?

Glaubst du, das Böse immer und immer wieder nur zu beschämen, sei genug?

Lass dir versichert sein, das ist es nicht!

Es gehört zum Mensch sein, auch verletzen zu müssen.

Du kommst gar nicht darum herum, selbst wenn du dich völlig aufopferst, dann verletzt du auch, subtiler, indirekter zwar, aber nicht weniger schmerzlich, dann verletzt du durch Beschämung.

Sarah, du kannst dir selbst vergeben, aber du musst erst die tiefe Angst davor verlieren, ein Mensch zu sein.

Andere zu verletzen, ist als Angst in deine Seele gebrannt und auch tausend weitere Worte von mir reichen nicht aus, um deiner Seele diese Angst zu nehmen.

Zu viel ist unbewusst, zu tief geht das Trauma, hier brauchst du Hilfe, die mit diesen Worten allein nicht gegeben werden.

Aber ich will alles tun, um dir Helfer zu schicken, ich will nichts unversucht lassen, denn es ist wahr:

Nun beginnt ein neuer Weg und dieser Weg ist der Weg, in den Frieden mit dir selbst zu kommen.

U: Sarah fragt, ob sie sich auf ihre Stimme in sich selbst verlassen kann und ob sie die Zeichen, die sie bekommt, richtig deutet und mit wem sie kommuniziert?

S: Sarah, meine Liebe, leider kann ich das nicht generell bestätigen.

Um uns zu verstehen, musst du verstehen, wer du bist!

Denn es antworten nicht nur ich oder meine beiden Gefährten, es antwortet dir auch deine Angst, dein Wille, deine Hoffnung …

Es deutet nicht nur deine Seele, sondern auch ihre Furcht davor, nicht lieb genug zu sein, und ihr Gefühl der Ohnmacht …

Nein, Sarah, NOCH ist es nicht soweit, dass du klar verstehst.

Verstündest du uns klar, du würdest wissen, dass du Frieden machen darfst.

Unsere Botschaft ist die der Akzeptanz:

Akzeptieren, was ist und verändern, was möglich ist …

Ja sagen zu dem, was einmal war und freudig erwarten, was sein wird …

In unserer Botschaft gibt es keine Verurteilung, aber klare Erkenntnisse …

Wir sind bewegt vom Mitgefühl, aber wir wehren uns jeder Form von Vernichtung … auch der Vernichtung deiner! Lebensfreude ist uns ein Gräuel.

U: Ist sie auf dem richtigen Weg, ihren Seelenplan zu erfüllen?

S: Du stehst an einer Weggabelung, wie soll es weiter gehen, was ist das Ziel? Goldmarie oder Frau Holle?

Frau Holle muss geborgen werden aus den Tiefen deines Bewusstseins, in diese Kräfte in dir musst du erst wieder Vertrauen fassen können!

Das bedeutet Arbeit, mein liebes Herz.

Goldmarie, oh dieser Weg ist leicht … aber in ihm liegt kein Frieden.

Du wirst dich entscheiden, heute oder später, du wirst dich entscheiden und diese meine Botschaft ist schon der erste Schritt zur Frau Holle … wirst du weitergehen? Oder trittst du zurück?

Wirst du dir jemanden nehmen, der dir auf den ersten steilen Metern Anschubhilfe gibt, oder dich allein mühen?

Ich weiß es nicht, auch du hast eine Seele, die sich frei zu entscheiden hat.

U: Warum zweifelt sie immer wieder an sich selbst?

S: Mein liebes, gutes Herz, weil dein Anspruch zu hoch ist … ÜBERMENSCHLICH! Ach, liebes Kind, wie erfrischend ist doch ein herzliches Lachen über die eigne Unzulänglichkeit.

In solchem Lachen liegt die Liebe Gottes!

Aber so bist du nicht geprägt, weder durch Geburt noch durch Inkarnation …

GIB DEIN BESTES!

Ja, aber wann, bitte, ist das Beste je erreicht?

Ich sage dir:

Sei einfach ein Menschenkind!

U: Was darf sie lernen, was darf sie weiter entwickeln?

S: Ich denke, wir wollen es genug sein lassen, du darfst eine fröhliche, wahrhaftige Frau werden, menschlich mit Stärken und Schwächen, voller Mitgefühl mit sich und allem, was lebt …

Aber auch voller Kraft, um das zu fördern, was Hilfe braucht und das zu verweisen, was destruktiv ist … du bist es, die dies darf, WEIL sie menschlich ist.

U: Ist sie der Welt ein guter Lichtbringer, bzw. hilft sie dabei, Himmel und Erde zu verbinden?

S. (lächelt): Etwas fehlt noch … das ist, wahrhaftig zu verstehen, dass IN DIR Himmel UND Erde IST!

Etwas fehlt noch, das tiefe Vertrauen darein, dass es völlig ausreichend ist, Mitmensch zu sein.

U: Danke, lieber Samuel, ich hoffe, dass wir Sarah helfen konnten.

S: Oh, wir sind den ersten Schritt gegangen, ich hoffe auf weitere.

Eine verborgene Frau Holle ist so überaus bedauerlich …

Goldmaries und Pechmaries hat die Welt genug, findest du nicht?

U: Doch, das finde ich auch, danke, Samuel!

S: Auf Wiedersehen, Uta, ich hoffe so sehr auf ein Wiedersehen!