Beispiel für einen Verstorbenenkontakt…

Ein Auszug aus einem Verstorbenenkontakt
für 
eine Tochter mit ihrer verstorbenen Mutter.

Ich bitte meinen Guide, mich mit Hertha zu verbinden.
Ihre Tochter Anita bittet um diesen Kontakt.

Eine Frau, die größer ist als ich, steht mir gegenüber,
seit ich begonnen habe, die Daten durchzusehen…

Sie wirkt jünger als auf dem Foto und ihr Haar trägt sie kürzer,
sie zeigt mir viele unterschiedliche Frisuren:
mal länger, mal kurz, mal braun, mal eher rot, mal hell…

Immer sehr gut frisiert, aber ich weiß nicht, warum sie damit so spielt.
Hat sie das gerne gemacht?
Oder war sie, was ihre Haare angeht, sehr darauf bedacht,
modisch korrekt zu wirken?

Ich glaube, sie mochte ihre Haare.

Dann zeigt sie mir, wie sie eine Art Tuch, um das Haar bindet,
sehr tief bis zum Haaransatz.
Ich sehe dabei schöne, schlanke Hände
mit sehr sorgfältig gepflegten Fingernägeln und einen Ring mit Stein…

Der Stein ist dunkel und das Ganze ist groß,
ohne allerdings protzig zu wirken, modisch, schlicht im Stil.
An ihren langen, schmalen Fingern sieht das gut aus.

Sie zeigt mir erste Altersflecken auf dem Handrücken
und lässt mich einen leichten Ärger darüber fühlen.
Dann lacht sie, als würde sie über sich selbst lachen.

Hatte sie am Ende des Lebens Probleme mit dem Wasserhaushalt?
Sie hebt nämlich die Haut auf dem Handrücken ab,
so, wie es eigentlich nur bei Menschen möglich ist,
die zu wenig Flüssigkeit im Körper haben.

Jetzt scheint sie genug davon zu haben.
Sie reibt sich die Hände, als wären die Finger kalt.

H: Du hast es aber kalt hier!

U: Ja, ich habe vergessen, die Heizung anzudrehen.
Magst du Kälte nicht?

H: Ach, die mochte ich überhaupt nicht!
Ich mochte die Sonne so sehr.
Ich mach es mir immer noch ganz warm (sie lacht).

Sie verändert jetzt unsere Umgebung.
Wir sitzen an einem Strand mit Palmen, sie zeigt mir Fotos…
Da ist so eine Art Fluss oder Kanal und ein Boot voller Blumen,
eine asiatisch aussehende Frau sitzt in dem Boot.

Wir sitzen in einer Art Holz – Pavillon, dunkles Holz,
die Überdachung und auch das Mobiliar.
Von hier aus sehen wir aufs Meer hinaus.

Sie hat sich eine große, rosa Blüte hinter ein Ohr gesteckt
und einen bunten Pareo umgebunden, darunter ein dunkler Badeanzug…

An den Füssen trägt sie goldfarbene Sandaletten.
Sie ist sehr sonnengebräunt und wirkt wunderschön mit ihren langen, schlanken Beinen.
Am Handgelenk trägt sie eine goldene Uhr und ein Armband.
Sie schiebt mir eine Schale mit exotischen Früchten hin.

H: Du solltest mehr Obst essen.

U: Ich versuch es, danke!

Sie spricht nicht laut, ihre Stimme ist sanft, sehr angenehm.
Aber da ist etwas an ihr, das keinen Widerspruch duldet…

Sie weiß, dass sie Recht hat und das bringt sie auch so rüber,
obwohl sie dabei lächelt.

Sie zeigt mir ihr Handgelenk, die Uhr ist zu weit, man kann sie drehen.
H: Viel zu viel abgenommen! (Sie lacht.)
Das ist wirklich nicht der richtige Weg, Uta!

U: Nein, Krebs ist sicher nicht der richtige Weg.

H: Ich bin traurig deswegen, ich weiß, dass ich fehle.

U: Wolltest du deshalb das Reading hier?

H: Ja, ist das verkehrt?

U: Was, das Reading?

H: Nein, dass ich immer noch traurig bin, weil ich gehen musste.

U: Was sagen deine Betreuer hier im Jenseits?

H: Sie sagen, ich soll mir Zeit lassen.
Ich bin aber nicht so geduldig!

U: Gibt es etwas, was dir helfen könnte, weniger traurig zu sein?

H: Ich weiß nicht.
Ich denke, dass ich loslassen müsste…
Aber ich sehe doch, dass ich fehle!

U: Ja, dann versuch doch, zu helfen!
Kannst du das nicht?

H: Na ja, aber doch nicht so wie früher!
Ich war ja vielleicht eher so was wie eine Freundin für sie.
Wir hatten viel gemeinsam, wir hatten keine Geheimnisse.
Ich war so stolz auf Anita!

U: Warum warst du so stolz auf sie?

H: Weil sie eine starke Persönlichkeit ist.

U: Dann ist es vielleicht ihre Aufgabe, jetzt ohne dich klar zu kommen.

H: Das sagt sich so leicht!

U: Sagt das noch wer?

H: Ja, meine Engel. Aber mich tröstet das nicht.

U: Hast du Angst, dass sie etwas falsch macht?

H. Nein! (Klingt empört!)

U: Dann vertrau ihr doch ein bisschen.

H: Es macht mich trotzdem wütend!
Das war nicht fair.

U: So getrennt zu werden, ist nicht fair.
Das ist schon in Ordnung, dass es dich wütend macht.
Aber du wirst sie ja wiedersehen…

H: Ja, ich kann wirklich nicht gut warten (jetzt lacht sie wieder).

War das so ihre Art?
Sie hatte Tränen in den Augen, aber sie lacht…
Sie t
ut so, als sei alles in Ordnung…
Als hätte sie alles längst im Griff…

Stark sein, Haltung bewahren…
Wenns zum Weinen nicht reicht, dann wird gelacht.

Sie schiebt mir etwas über den Tisch, ich kann das kaum erkennen…
Sie sucht in mir nach dem richtigen Bild…

Schließlich zeigt sie mir die alten Untersuchungs-Hefte
meiner eigenen Kinder, die ich immer noch aufhebe, weil da alles drinsteht:
Geburtsgewicht, Größe usw.

Dann zeigt sie mir die kleine Dose,
in der wir die Milchzähne meines Stiefsohnes aufbewahren…

Sie ist ganz zärtlich mit diesen Dingen, ganz behutsam,
als wäre es ein kostbarer Schatz.

U: Willst du mir damit sagen, dass die Erinnerung an Anitas Kindheit
ein kostbarer Schatz für dich sind?

H: Oh ja! (Das kommt aus ganzem Herzen.)
Sie war so süß!
Ich erinnere mich sogar noch daran, wie sie geduftet hat!

Gleichzeitig bekomme ich den Hinweis,
dass sie sehr extrem auf Gerüche reagiert hat:
im positiven wie im negativen Sinn.
Ich glaube, wenn etwas nicht so angenehm gerochen hat,
wurde sie wirklich reizbar.

Sie lacht, als ich das schreibe.
H: Na ja, ich war auch reizbar, Anita weiß das (lacht).

Jetzt zeigt sie mir aber auch ein anderes Gesicht von ihr,
ich weiß nicht, was das ist.
So lebendig und lebensbejahend, wie ich sie eben gesehen habe,
so zupackend und mutig, ja sogar resolut, so apathisch sitzt sie jetzt da:
Ganz in sich gekehrt, ganz schweigsam, sie stiert nur vor sich hin.
Und ich sehe, dass sie sich ein Kristallglas nimmt
mit einer Gold schimmernden Flüssigkeit.

Sie wirkt völlig am Boden und ich habe den Eindruck,
das hängt mit einem Mann zusammen, der ihr Vertrauen missbraucht hat.
Kann das sein?
Desillusioniert trifft das Gefühl wohl am ehesten.

Kann es sein, dass es eine Zeit in eurem Leben gegeben hat,
in der Hertha für dich nicht soviel Kraft hatte, wie sie hätte haben müssen,
weil es ihr in einer Angelegenheit, die mit diesem Mann zu tun hat,
so schlecht ging?

Denn ich bekomme dazu das Wort:
Es tut mir leid! Es tut mir leid, dass ich mich habe gehen lassen.

Ich bin der Ansicht, dass es sich um eine Trennung gehandelt hat,
weiß aber nicht, ob der Mann gestorben ist
oder ob es sich für sie nur genauso angefühlt hat, als ob er gestorben wäre.

Jetzt wischt sie dieses deprimierende Bild weg…
Stattdessen steht sie auf.
Sie hat eine ruhige, elegante Art, zu gehen.

Sie zeigt mir,
wie sie am Strand mit einem etwa zweijährigen blonden Kind spielt,
ein kleiner Junge…
Dieses ist ein jenseitiges Kind, ich verstehe nicht,
was sie mit diesem Bild sagen will…
Ich bekomme dreimal das Wort: Enkel!

Das klingt fröhlich, zuversichtlich, nur habe ich nicht den Eindruck,
dass dieser Enkel in Wirklichkeit existiert…

Ich versuche zu bohren, aber sie legt lachend den Finger auf die Lippen.
Dann nimmt sie das Kind hoch und küsst es schmatzend auf den Mund.

H: Das mochte Anita gar nicht (Lacht).
Sie hat sich dann immer den Mund abgewischt.

U: Danke, Hertha, du hast mir schon recht viel gezeigt,
ohne das ich Fragen stellen musste.
Ich würde jetzt aber sehr gerne Anita schildern,
wie ich deine Persönlichkeit empfinde.

H: Na gut.

Ich habe den Eindruck, dass sie nicht so gerne die Kontrolle über das,
was ich mache, verliert.
Sie versucht, mir weiter Bilder zu geben…
Ich glaube, sie hatte durchaus ihren eigenen Kopf
und man musste schon die entschieden besseren Argumente haben,
um ihre Überzeugungen zu ändern.

Ich denke, da war sie so ein bisschen hartnäckig.
Aber das hatte ganz sicher auch sein Gutes, diese Hartnäckigkeit.
Meiner Ansicht nach hat sie damit viel durchgesetzt,
woran schwächere Menschen scheitern würden…

Ich glaube, sie war ein sehr mutiger Mensch,
der sich den Verantwortungen und Herausforderungen des Lebens stellte.
Ich habe den Eindruck, Halbheiten liebte sie gar nicht, auch keine Lügen…
Ganz oder gar nicht…

Alles oder nichts.

Für jeden Menschen ist es schlimm, getäuscht zu werden.
Aber ich glaube, bei ihr war die Empfindsamkeit darüber sehr groß…

Sie selbst achtete so sehr darauf, immer fair zu sein und das war sie auch.
Sie war so sehr darum bemüht,
dass man sich absolut auf ihre Loyalität verlassen konnte
und nahm wohl mehr Verantwortung auf sich, als ihr gut tat.

Ich habe nicht den Eindruck, dass du das einzige Kind bist.
Denn ich bekomme immer wieder den Hinweis,
dass es ihr sehr, sehr wichtig war,
die Kinder (also Plural) in jeder Hinsicht zu fördern…
Und ich glaube, dass sie darüber zu Recht sehr stolz ist.

Ich habe nicht den Eindruck, dass sie einfach nur „lieb“ war als Mutter,
sondern zum Besten des Kindes auch fordernd und konsequent…
Dass sie beides sehr gut verbinden wollte und konnte.

Kann es sein, dass sie einen deutlich älteren Mann hatte,
den sie sehr liebte?
Der ihr die Kraft dazu gab, eine so starke Mutter zu sein?
Sie zeigt mir nämlich einen älteren Mann.
Der hat schon graues Haar und ich bekomme immer das Wort: Danke!

Da fällt mir auf: Sie übernimmt schon wieder die Führung!
Ich wollte jetzt keine Bilder und keine Worte von ihr,
sondern ihren Charakter beschreiben, so wie ich ihn sehe!

Sie lacht, als wäre ihr ein kleiner Streich gelungen.
Hatte sie so eine Tendenz, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen?
Die Dinge in die Richtung zwingen zu wollen, von der sie überzeugt war?

Jetzt ist sie ein bisschen beleidigt, lacht dann aber.
So schlimm war das auch nicht, meint sie.

Ich empfinde sie als sehr warmherzig und tolerant und blitzgescheit.
Ich glaube, was sie nicht akzeptierte, war Dummheit gepaart mit Arroganz.
Das konnte sie zornig machen.

Und Faulheit…
Sie sagt: Faulheit, Trägheit, das mochte sie nicht.
Ich empfinde sie als „fein“ im besten Sinne:
Alles Grobe, Hässliche, Laute fehlt hier völlig.

Sie konnte die Dinge harmonisch machen,
ein ganz ausgeprägter Sinn für Schönheit.
Das musste gar nicht teuer sein!
Sie hatte einfach einen Blick dafür, was schön ist, was echt und wahr ist…
Ein ausgeprägtes Stilempfinden…

Ich glaube, sie war im Grunde ein ganz sensibler, empfindsamer,
sogar romantischer Mensch.
Aber ich denke, dass sie die eigenen Grenzen
der Kraft oft gar nicht gesehen oder beachtet hat…
Dass sie kein Gespür dafür hatte,
wann es genug an Belastung und Verantwortung war…
Dass sie sich weit weniger ein „leichtes Leben“ zugebilligt hat,
als sie Anderen zugestanden hat…

Sie konnte ganz sicher das Leben genießen, aber bis sie sich das erlaubte…
Ich sehe so viel Kampf,
auch in ihrer Kindheit so viel „sich durchbeißen müssen“.

Wie war das mit ihrer Kindheit?
Ich habe den Eindruck, dass da ein Schatten drüber liegt.
Dass sie wirklich tiefe Erfahrungen der Ohnmacht als Kind erlebt hat
und dass diese Erfahrungen sie sehr geprägt haben.

Irgendwas ist da mit dem Vater:
Da bekomme ich ganz unterschiedliche Gefühle, die sich widersprechen.
Da ist eine große Sehnsucht nach Liebe…
Aber da ist auch eine traurige Resignation.

Ich habe das Gefühl,
dass sie wirklich ein Mensch mit einem ganz großen Herzen ist!
Dass sie aber nicht einmal ansatzweise das, was sie anderen gegeben hat,
für sich selbst eingefordert hat.

Eine Frau, die so lange versucht hat, ganz stark zu sein,
bis es wirklich gar nicht mehr anders ging!
Die aber ganz tief im Herzen die Sehnsucht hatte,
selbst einmal schwach sein zu dürfen und dennoch geborgen zu sein…

An dieser Stelle bekomme ich ein ganz, ganz herzliches „Danke“!
Gerade auch an dich, aber auch an die Anderen
(ich bekomme wieder das Plural: Kinder).

Zum Abschluss bekomme ich noch einige Bilder:
Ich sehe eine alte Schule von außen
und ich habe das Gefühl von Freude und Stolz!
So, als wäre ein lang währender Kampf
schließlich glücklich gewonnen worden.

Sie zeigt mir ein Autohaus, sie zögert…
Sie kann sich nicht entscheiden, zu fahren…
Ich weiß nicht, ob sich das Zögern aufs Autofahren bezieht
oder auf den Wagentyp…

Eine flache Landschaft, links von mir ein Kanal.
Pappeln stehen hier und ich sitze auf einem Fahrrad.
Mir tun die Oberschenkel weh, aber ich fahre immer weiter hier lang.
Ich sehe einen Hund mit Schlappohren, der rennt freudig voraus.

Ein kleine Kirche mit spitzem Turm,
ich sehe nur das Dach der Kirche und den Turm…
Eine sehr hohe, dichte Hecke, da kann man nicht durchsehen.
Ich hab noch nie so eine hohe Hecke gesehen, die ist sicher 2,50 m hoch, wenn nicht mehr.
Dazu habe ich überhaupt kein Gefühl…

Es ist so, als wollte sie mir sagen: Da findet man mich bestimmt nicht!

Ein kleines, blau-weißes Boot…
Solche Boote kann man sich hier bei uns auf dem Chiemsee ausleihen,
um ein wenig Motorboot zu fahren…
Eine lustige Stimmung dazu, heiter.
Fast so, als gäbe es was zu feiern.

Eine gedeckte Tafel, Kinder sitzen daran
und haben kleine Hüte auf wie beim Fasching.
Aber sie sind nicht ganz verkleidet, haben nur diese Hütchen.

Ich sehe ein sehr, sehr krankes Kind!
Ich weiß nicht, was es hat, ich spüre nur ungeheure Sorgen,
so, dass es mich fast zerreißt.

Ein Kuchenblech, es duftet nach Vanille und Kokosflocken…
Ich sehe aber keine Kekse, nur noch Krümel…
Irgendwer hat die gegessen und einerseits ärgert es mich,
andererseits amüsiert es mich.

Ein kleines Mädchen steht ganz aufgelöst vor mir.
Es schämt sich schrecklich, ich rieche Urin…
Das Mädchen hat – glaube ich – in die Hose gemacht und weint deswegen…
Ich spüre so, so viel Liebe und Mitgefühl mit dem Mädchen.

Eine weiße Schleife, ich glaube, das ist ein Kranz…
Aber den sehe ich nicht, ich sehe nur die Schleife.
Da ist was drauf gedruckt und ich freue mich darüber, was da steht…
Es bedeutet mir sehr, sehr viel.

Es könnte sein, dass es mit den Namen zu tun hat,
die da gemeinsam draufstehen…
Aber da bin ich mir nicht sicher.

Eine blonde Frau, sorgfältig frisiert, die ist etwas untersetzt
und DIE! mag ich überhaupt nicht leiden, aber auch gar nicht.
Ich hab eine Wut auf die.
Irgendwie will ich vor dieser Frau warnen…
Ich will nicht, dass die Jemanden unter Druck setzt!

Ein jüngerer Mann, dem möchte ich immer sagen,
dass er sich endlich zur Wehr setzen soll.

Ein kleiner Spiegel, goldener Rahmen:
Jemand gruselt sich, hat das Gefühl,
in diesem Spiegel etwas gesehen zu haben
oder zu sehen, was er nicht sehen will…
Das tut mir weh, ich habe so ein schmerzhaftes Gefühl.

Eine Art Zelt über mir oder Tunnel.
Ich finde das blöd, ich mag keine Beengung.
Nicht am Hals, nirgendwo…
Ich finde diese Beengung hier drin zum Rasend werden.
Dazu ein: Danke…
Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Ich sehe diese schöne Hand mit den schmalen Fingern
auf einem weißen Laken.
Jemand legt die Hände übereinander.
Da wird was unter diese Hände gelegt, ich erkenne es aber nicht.
Der Fokus liegt auf diesen schönen Händen…
Vielleicht sind es auch zwei Dinge, die man drunter legt…
Eine Kette und etwas kleines, ich bekomme das Wort: Ganz lieb!

U: Ich danke dir sehr, Hertha, und hoffe, dass dich Anita erkennt.
Sie lacht und geht zu einem Plattenspieler,
ich höre einen alten Song der Beatles: Penny Lane.

U: Darf ich dir jetzt die Fragen von deiner Tochter stellen?

H: Kannst du noch?

U: Ein bisschen, du hast viel selbst rüber gebracht.

H: Warum pausierst du nicht?

U: Okay.
(Nach fünf Minuten Pause.)

U: Anita fragt, ob du ihr noch etwas sagen wolltest,
es aber leider nicht mehr konntest…
Sie hat so ein Gefühl, denkt oft daran.

H: Ja, ich weiß, aber das ist ein bisschen anders:
Nein, ich wollte ihr nichts Spezielles mehr sagen,
aber ihr Gefühl ist trotzdem richtig.
Es geht aber nicht um damals!

U: Du willst ihr jetzt etwas sagen?

H: Nein, das meine ich auch nicht!

U: Was dann? Versuch es bitte, mir das zu übertragen!

H: Wenn sie daran denkt, dann!!! will ich ihr was sagen.

U: Oh, sie spürt deine Nähe, aber sie ordnet das Gefühl falsch ein?

H: Ja!!!

U: Was ist da zu tun?

H: Wenn sie das jetzt weiß, dann weiß sie:
Ich bin es, ich klopfe an, dann soll sie auf ihren ersten Gedanken achten.

U: Okay, ich erkläre es ihr.
Ich weiß, was du meinst.

H: Danke. Ich kann sie immer hören, wenn sie mit mir spricht.
Und ich bekomme auch mit, wenn sie sich an mich erinnert,
ich bin dann immer dabei…
Ich bin auch dabei, wenn sie mit anderen über mich spricht.

U: Wieso hatte sie gleich nach deinem Tod das Gefühl,
dass du ganz nah bist, die anderen aber nicht?

H: Weil sie mich so lieb hat, dass es ihr keine Angst macht!
Die Anderen haben zu viel Angst!
Aber man muss keine Angst haben…
Ich bin auch bei ihnen, aber ich versuche nicht, ihnen zu nahe zu treten.

U: Bei Anita ist das anders?

H: Ganz anders.

U: Sie fragt, was du von ihrem Leben hältst?

H: Ich bin sehr stolz auf dich, du gibst dein Bestes!
Aber ich würde dir so gerne mehr DIREKT sagen, es wäre so schön.
Es ist immer der erste Gedanke!
Immer der Erste, der kommt…
Versuch es bitte…

Ich liebe dich, ich liebe euch alle so sehr.
Ich wünschte, ich wäre noch bei euch.

U: Hertha, ich danke dir und ich hoffe,
dass wir damit die wichtigsten Fragen geklärt haben für Anita.

Bitte hab Verständnis, dass ich jetzt aufhöre.
Meine Kraft geht zur Neige.

H: Ist gut, ich verstehe das.

Lebe dein Leben!