Jesus

Der Mensch bildet sich ein, dass seine Kinder Nähe nicht bräuchten…

…um entspannen zu können.

Im Übrigen bildet er sich das auch erst ein,
seit er behauptet, ein Wesen mit Kultur zu sein.

Aber ihr seid NATUR und NATUR sieht den nächtlichen Schutz
durch Nähe der Jungen zu ihren Eltern nun einmal vor!

Engelkontakt

Ich bitte Elia, mich mit dem Guide von Lara zu verbinden, Laras Eltern bitten um den Kontakt.

Ich bin in einem kleinen Zimmer, durch ein hohes Fenster fällt warmes Sonnenlicht herein. Die Vorhänge – in einem Stoff, der mich an meine Jugendzeit in den Siebzigern erinnert – sind leicht vorgezogen. An einer Wand steht ein altes Sofa mit rotem Bezug, auf einem Tischchen davor eine Vase mit einer weißen Lilie.

An der Wand gegenüber sind Ansichtskarten angebracht, sie scheinen aus aller Herren Länder zu kommen.
Auf einem Sideboard darunter ein altmodisches Radio mit integrierter Uhr, auch im Stil der Siebziger…
Ich schaue aus dem Fenster und sehe viele Schornsteine.

Irgendwie hat dieses Zimmer trotz der wenigen persönlichen Merkmale etwas vorläufiges: Wer immer diesen Raum bewohnt, er hat sich hier nicht wirklich niedergelassen. Auf dem Tischlein vor dem Sofa sehe ich eine nicht zu Ende geschriebene Karte liegen, ein Kugelschreiber liegt noch daneben, ein Satz ist mitten im Wort abgebrochen…
Neben dieser Karte liegt eine Kette aus bunten Perlen… auch sie erinnert mich an meine Teenie Zeit…

Die Luft hier ist abgestanden.
Ich öffne das Fenster, aber die Luft von draußen ist auch nicht viel besser… der Lärm der Stadt da draußen ist kaum zu ertragen, also schließe ich das Fenster wieder.

Als ich mich umdrehe, sitzt ein Mann auf dem Sofa. Er hat graues Haar, ein schmales Gesicht mit schönen blauen Augen. Ruhe strahlt er aus, eine Art lebendiger Frieden, den er auch auf mich übertragt.

Noch ehe er ein Wort sagt, weiß ich, seine Stimme wird leise sein, warm… und so ist es auch. Er lächelt und legt eine weitere Kette zu der, die schon auf dem Tisch liegt. Diese ist sehr altmodisch, ganz und gar nicht poppig wie die andere dort. Dazu legt er noch eine Uhr, auch die ein ganz veralteter Stil…

G. Ich bin Otto… Es tut mir leid, ich hieß wirklich so (lächelt), ich lasse es jetzt für Laras Eltern bei dieser Identität, für Lara werde ich so! sein.

Er dreht sich um und ist plötzlich ein Junge mit blondem Wuschelkopf, vielleicht 8 Jahre alt. Er dreht sich wieder zurück…
O. Für sie werde ich Benni sein… ich werde mit ihr „wachsen“, bis sie mich als Otto annehmen kann. Du kennst diesen Vorgang?

U. Ja, ich hatte auch einen Spielkameraden aus dem Jenseits, der hieß Jürgen – glaube ich – und er wohnte im Wacholderstrauch hinter dem Haus… heute weiß ich: Es war Elia…

O. Du hättest Elia nie als Spielkameraden gewählt! Er hätte dich erschreckt!
Aber hätten deine Eltern die Möglichkeit gehabt, mit deinem Guide zu reden, hätten sie Jürgen in der Lederhose im Wacholderstrauch nie als Ratgeber akzeptiert.
So müssen wir uns eben wandeln… gut, dass ihr versteht, das erleichtert mir Einiges.

Liebe Eltern, UNSERE Lara…

Ihr kennt mich nicht, aber vielleicht habt ihr mich ein wenig gespürt, als sie geboren wurde? Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mich einladet, mit euch zu sein. Es erleichtert von Anfang an so Vieles!

Lange habe ich überlegt, was für euch wichtig zu wissen ist, und ich dachte, das hier (macht eine ausholende Bewegung) ist schon wichtig, um zu verstehen.

Um zu verstehen, wer Lara IST und werden will, ist es gut, zu verstehen, wer Lara war.

Das hier ist Berlin:1971. Hinter dem Horizont liegt die Freiheit, da liegt Westberlin. Hier aber ist alles anders… ist das Diktat der anderen alles umfassend.

Lara hieß damals Betti, eigentlich Elisabeth Therese, aber sie mochte diesen Namen nicht…

Betty wurde 64 Jahre alt, sie starb am 10.11.1971… da war sie schon 10 Jahre lang meine Patientin und gegen Ende sogar meine Freundin geworden.

Ich lernte Betty kennen, die wegen einer Grippe in meine Praxis kam. Sie war wirklich eine ungewöhnliche Frau: das Haar nach der neuesten Mode frisiert in ein schreiendes Rot gefärbt, gekleidet wie ein junges Mädchen: Fröhlich und bunt.

Obwohl zu der Zeit „Damen“ gefälligst Grau und Beige zu tragen hatten, bestenfalls Pastell, kam Betty im orangenen Kleidchen daher mit schreiend gelben und grünen Mustern. Irgendwie erinnerte mich ihr Kleid an eine Gardine… später erfuhr ich, das war auch so…

Betty nähte ihre Kleider selbst. Betty machte überhaupt alles selbst!
In unserem Land gab es einen stehenden Witz: Wenn man etwas kaufen wollte, hatte man sich zu gedulden, manchmal monatelang zu warten. Darum hieß es: „Was wollen sie kaufen? Ach so! Gibt es nicht, finden sie in der ersten Etage!

Betty hatte in sich so viel Kreativität, dass sie sämtliche „Gibt es nicht“ – Artikel – FALLS irgendmöglich – SELBST machte.
Diese Kette da hat sie selbst gebastelt… auf der Fensterbank hat sie versucht, Bananen zu ziehen, nun ja, es wurden die winzigsten Bananen der Welt… aber so war Betty!

U. Und die Ansichtskarten?

O. Die hat sie gesammelt: Freunde, Bekannte, Nachbarn haben sie ihr gegeben.
„Die weite Welt!“ Sie wollte so gerne in die weite Welt…

Betty war ein guter Mensch und sie war ein Mensch, der sich selbst ausprobieren wollte.
Wie fühlt es sich an, wenn ich dies und das und jenes tue, kann, zeige, sehe…

Voller Neugier auf Leben…

Als ich sie kennen lernte, war das noch zu spüren für mich, obwohl NICHTS in ihrem Leben ihr die Chance gegeben hat, diese Fragen beantwortet zu bekommen, weder in ihrer Kindheit noch später.
Nie waren die Verhältnisse so, dass es erlaubt gewesen wäre, sich selbst auszuleben, außer durch ihre überschäumende Fantasie hatte sie keinen Weg.

U. Wie kam das? Sucht sich eine Seele nicht immer den Weg, der die Ermöglichung ihrer Sehnsucht beinhaltet?

O. Ja, Uta… aber wie wenige Menschen kommen ohne inneren Widerspruch auf die Welt?
So wissbegierig und abenteuerlustig diese Seele auch war, so groß war auch ihre Angst vor Unsicherheiten. Sie KONNTE gar nichts anfangen, ohne dass sie in Ängste geriet, dass etwas schief gehen könnte.

Das Leben in seiner Fülle nur zu fantasieren, war da so viel sicherer. Und nicht zu spüren, dass sie selbst es war, die sich verhinderte, bot ihr die Umwelt genau diese verhindernden Faktoren…
Zuerst das arme Elternhaus, dann die Zeit des Naziregimes, dann die DDR mit ihren verschlossenen Grenzen…

Aber im WESENTLICHEN lag die Grenze in ihr selbst.

Sie wollte alle Abenteuer der Welt erfahren, aber ohne den Preis eines jeden Abenteuers bezahlen zu wollen: nämlich UNSICHERHEIT ertragen zu müssen.

Betty war ungewöhnlich im Wesenskern!
Aber ihr Mut, dieses Ungewöhnliche zuzulassen, reichte immer nur genau so weit, bis sie auf Widerstände stieß, die ihre Situation in irgendeiner Weise hätten gefährden können… nie weiter als das.
Den Rest musste ihre Fantasie ersetzen.

Und Betty kam darauf, dass sie um so ungewöhnlicher sein durfte, je weniger sie an Besitz hatte, der durch dieses Ungewöhnliche hätte gefährdet werden können.

Deshalb diese „Wohnung“ hier, dieser Raum und eine Toilette auf halber Treppe, die sie mit anderen zu teilen hatte und ein ebenso kleines Schlafzimmer… mehr wollte sie gar nicht haben.

Sie wollte keine Wünsche mehr erfüllt bekommen, je älter sie wurde, um so weniger. Denn jeder erfüllte Wunsch wurde zum Besitz, den es vor Übergriffen zu schützen galt… und zwar, indem sie SICH unangreifbar machte.

Lieber nichts haben, was man ihr hätte nehmen können, lieber nicht sein, was man ihr hätte untersagen können…

U. Puh! Das nenne ich Selbstverleugnung!

O. Ja, ihre Seele nannte es UNABHÄNGIGKEIT… sie hat für dieses SICHERHEITSVERHALTEN bezahlt mit einem nicht gelebten Leben, mit unerledigten Möglichkeiten.

U. Ich vermute, dass das Thema Sicherheitswahrung / Selbstentfaltung weiter Thema ist?

O. Oh ja, das ist es!
Was MUSS ich sichern, was darf ich wagen, ist ein großes Thema… und WUNSCH und VERWIRKLICHUNG der Wünsche angstfrei zu begegnen.

Ihre Eltern werden ihr ganz sicher wunderbar dabei helfen können.

Wünschen-nehmen-bezahlen-loslassen als nie endenden guten Kreislauf zu erleben, darum geht es.

Anders ausgedrückt: Was ich mir nehmen möchte, hat seinen Preis (den zahlt sie selbst oder andere), und obwohl „es“ bezahlt werden musste, darf ich es auch wieder loslassen und mich NEUEM widmen.

Anderen Menschen verpflichtet zu sein, ihnen zu helfen, zu dienen, weil DIE ihr etwas „gezahlt“ haben – auch nichtmaterielle Werte – ist ein großes Thema dieser Seele.

Betty hat versucht, das GAR NICHT zu tun… sie hat viel geschenkt, aber nichts so, dass sie sich verpflichtet wusste, angenommen.

Nicht die Liebe eines Mannes, nicht die Liebe eigener Kinder… selbst in Freundschaften galt, möglichst nichts zu nehmen…

Die Angst, die dahinter steckt, war die Wahrnehmung, dass der Preis viel zu hoch ist: Nämlich dass sie nicht mehr sein darf, wer sie ist, sondern sein muss, was gefordert wird.

Wen Laras Seele sucht, sind Menschen, die NIEMALS von ihr dieses so wichtige SELBSTWERTGEFÜHL fordern, aufzugeben.

Ihre Seele schenkt so gern und dient so gern dem, was notwendig ist, es ist ihr einfach eine Freude. Es wäre schön, könnte diese große Gabe erhalten bleiben in dieser Reinheit.

Lara tut gerne gut! Betonung liegt auf GERNE!

Diese Freude zu erhalten, das werden ihre Eltern sicher gerne tun, nicht wahr?
Da könnt ihr helfen, die richtigen Gleise zu finden.

Aber ihr wisst ja selbst, liebe Eltern: Lara wird auch anderen Menschen begegnen, nur die haben nie so viel Gewicht wie ihr beide in diesen ersten Jahren.

Zeigt unserer Lara FREUDE über ihr TUN!
Und Gelassenheit über jede Form von Besonderheiten, die sie hat. Damit wären die richtigen Weichen gestellt und ich bin euch sehr dankbar, dass ich euch dies alles sagen darf.

U. Vielen Dank, Otto, ich denke, von selbst kommt man als Eltern gar nicht auf solche Problematik der Seele.
Das zeigt sich dann erst später deutlich und dann ist es ja schon oft zu spät oder zumindest sehr anstrengend.

Ich würde jetzt gerne die Fragen von Laras Eltern stellen.

O. Gut.

U. Lara ist ein Schreikind. Sie hat einen extrem starken Willen, jedoch gepaart mit starker Eifersucht gegenüber ihren Geschwistern…

O. Ich muss hier unterbrechen.
Lara schreit, weil sie Schmerzen hat, ihre Verdauungsorgane sind unablässig gereizt!
Würdet ihr bitte hier noch einmal durch Experten und nicht nur durch Kinderärzte untersuchen lassen, was sie verträgt und was nicht?
Ich kann es in Uta nicht übermitteln.

Was ihren extrem starken Willen angeht: Lara hat extrem starke Angst, nicht zu bekommen, was sie braucht und / oder es nicht zu behalten…
Hinter diesem Verhalten steht die Angst, es nicht „überleben“ zu können, es zu verlieren…

Als Betty „freiwilliger Verzicht“, sogar vorwegnehmender Verzicht.
Nun als Lara genau das Gegenteil: voller EINSATZ.

So ist es oft: Von einem Extrem geht es ins andere.
Ihr müsst aber wissen, WORUM es geht: Es geht um die Angst, etwas zu verlieren bzw. nicht zu bekommen und mit diesem Verlust nicht fertig zu werden.

Ihr macht das schon richtig, ihr dürft diese Angst nicht ständig bedienen. Wenn Lara beim zu Bett gehen Angst hat, dass ihre Mama nicht mehr da sein könnte und für immer verschwunden sein wird, falls sie sie aus den Augen lässt, darf die Antwort nicht sein, dass die Mama GAR NICHT mehr von ihrer Seite weicht.
Noch ist für rationales Vorgehen ihre Reife viel zu gering…

Eines vielleicht mag helfen: An der Stelle, an der ihr wütend auf Lara werdet, ist spätestens der Moment gekommen, wo sie euer NEIN zu akzeptieren hat. Und wo schreien nichts bringt…

U. Wie können wir als Eltern ihr helfen, sie sanft zu „biegen“, ohne zu brechen, ihr andere Wege aufzuzeigen, wenn sie ihren Willen nicht durchsetzen darf?

O. Kennt ihr Bambus? Lara und Bambus, das ist ein recht guter Vergleich: Sie bricht so schnell gar nicht… aber IHR!
IHR dürft auch nicht brechen, liebe Eltern!
Vor allem darf eure Liebe und euer Vertrauen in die Kraft dieser kleinen Seele nicht brechen, weil ihr! Angst bekommt, ihr nicht gewachsen zu sein.

Ich nehme an, es hilft euch schon, etwas mehr Gelassenheit zu finden, wenn ihr wisst, dass LAURA es nicht bös meint, sondern dass sie ganz einfach ANGST um ihre Ressourcen hat.

Die wichtigste Ressource seid ihr selbst: eure Anwesenheit, eure Aufmerksamkeit…

Noch mal: Diese Angst wird nicht genommen, in dem man ihr unentwegt nachgibt, das seht ihr richtig…
Was Lara braucht, um aus der Angst zu kommen, ist: Was ich brauche, kommt und geht und kommt und geht und kommt und geht… und ich überlebe dieses ewige da und wieder weg!

Ihr kennt ihr Geschrei, kennt die Steigerung… in PANIK sollte Lara nicht verfallen…
Der Punkt vorher ist der, an dem sie das ENTBEHREN nicht mehr erträgt, wirklich nicht!
Da muss sie bekommen, was sie verlangt: Sicherheit, Aufmerksamkeit, REAKTION auf ihre AKTION.

U. Lara schläft bis heute nicht alleine ein. Nachts ist sie häufig wach und treibt damit insbesondere ihre Mutter in chronische Erschöpfungszustände. Die Tipps aus diversen Büchern helfen nicht zuverlässig. Wie können wir ihr zu einem geregelten Schlaf helfen?

O. Liebe Eltern, ich möchte hier noch einmal auf Laras Nahrungsunverträglichkeiten hinweisen, besonders der Milch und einiger Getreidesorten!
Bitte lasst das überprüfen, Uta hat diese Kenntnisse nicht in sich, ich kann ihr also nur Milch zeigen und Getreide…

Abgesehen davon: Lara hat NICHT den Rhythmus, den ihr vorgebt: Ihr derzeitiger Biorhythmus ist ein anderer…

Es pendelt sich ein mit der Zeit und je mehr Kraft und Aufmerksamkeit am Tag verbraucht wird, um so schneller geschieht diese Anpassung, aber zurzeit hat Lara einfach ihren ALTEN RHYTHMUS…

Unsere Betty hier pflegte jede Nacht zum Tag zu machen… sie stand gegen Mittag auf…

Kurz und gut: Lara ist wirklich! wach, wenn ihr schlafen wollt.
Habt ihr schon einmal versucht, zu schlafen, wenn ihr doch putzmunter seid?
Erinnert ihr euch, wie UNENDLICH sich jede Viertelstunde hinzieht?
Wie viel Geduld und Selbstbeherrschung ihr braucht?
Aber ihr seid erwachsen.

Für Lara ist Schlaf längst kein Freund, sondern der Anfang von unangenehmen Situationen… jede Nacht wieder.

Und was die Tatsache angeht, dass sie bis heute nicht alleine einschläft, oh (seufzt).
Liebe Eltern, seht euch einmal um in der Natur: Seht ihr IRGENDWO Jungtiere, die NICHT angekuschelt entweder an ihre Geschwister oder Eltern schlafen?

Allein der Mensch bildet sich ein, dass seine Kinder diese Nähe nicht bräuchten, um entspannen zu können…

Im Übrigen bildet er sich das auch erst ein, seit er behauptet, ein Wesen mit Kultur zu sein…
Aber ihr seid NATUR und NATUR sieht den nächtlichen Schutz durch Nähe der Jungen nun einmal vor!

Erst wenn es Lara reicht, euch in der Nähe zu WISSEN, was gewisse kognitive Gaben voraussetzt, könnt ihr erstens erwarten, dass sie allein einschläft (tut sie dann gerne, um bis zum Einschlafen tun zu können, was sie will), als auch erwarten, dass sie alleine DURCHSCHLÄFT.
Um es auf den Punkt zu bringen: Da ist ein Jungtier in der Wildnis, es ist dunkle Nacht.
Und das weiß es: JETZT ist es besonders gefährdet…
Was ist sein einziger Ausweg, aus der Angst zu kommen?
Angst davor, verlassen zu sein, Angst davor, angegriffen zu sein, Angst vor Ohnmacht?

Ja logisch: Die SPÜRBARE, sichtbare, hörbare Nähe der GROSSTIERE!

Lara wollte in diesem Leben die Kraft haben, ihre Bedürfnisse auch zu wollen. Das tut sie gerade, ihr Lieben.

U. Laras Eltern fragen, was Laras Mission / Aufgabe in diesem Leben ist?

O. Im Grunde habe ich es euch schon gesagt: Lernen, den Preis für erfüllte Wünsche bezahlen zu können, und lernen, das zu tun, was IHR selbst Freude bringt, ohne andere den Preis dafür alleine zahlen zu lassen.
Das Maß zu finden zwischen Selbstdurchsetzung und Selbstverleugnung.

U. Welche Potenziale hat Lara, die wir als Eltern und Uschi als Patentante fördern können?

O. Das ist jetzt eine nicht nach Priorität geordnete Reihenfolge: Lara kann sehr gut sehen, was Recht und was Unrecht ist, und hat die Anlage, sehr diplomatisch damit umzugehen, sehr feinfühlig (ich weiß, das könnt ihr gerade kaum glauben, aber schaut in ihre Augen, wenn sie gerade nicht zornig ist).

Immer wird es sie interessieren, was fair ist und was nicht, was schön ist und was nicht. Und immer wird sie versuchen, MIT anderen das zu erleben. Ihre emotionale Abgeschlossenheit hier war ihr eine echte Lehre! Nie wieder will sie sich so weit von anderen entfernt haben.
Und sie sucht nach Wegen, wie sie das vermeiden kann.

Lara wird Ideen und Interessen entwickeln, die NICHT mit dem zusammenpassen, was andere tun oder wissen wollen…
Das ist gut, die Ideen, auf die sie da kommen kann und die Lösungswege sind gut für Lara, aber auch für alle anderen sehr befruchtend, allerdings nicht immer bequem, das wäre doch die rechte Aufgabe für Inge?

Sie hat ein Talent dafür, zu sehen, was wirklich wichtig ist, was Sicherheit ist, welche Prinzipien dazu taugen, genau diese Sicherheit zu bieten und welche nicht oder nicht mehr.

Ob ihr Lara dabei helfen könnt, liebe Eltern?
Es könnte sein, dass ihr selbst da mehr von ihr lernt als sie von euch.

Sie hat ein großes Beharrungsvermögen!
Dies nicht zur Starrheit werden zu lassen, wäre ein gutes Erziehungsziel.

Lara wird auch in diesem Leben gerne etwas tun, aber auch gerne fantasieren. Beides ist gut, beides dürft ihr fördern und beides in alle anderen Talente einbinden.
Im Leben der Betty waren ihre Lust am Tun und ihre Fantasie nur für sie selbst da, das will sie so nicht mehr…
Jetzt möchte sie, dass es nützlich ist.

Lara ist eine Gottessucherin, eine Sinnsucherin…
Sie will darüber wissen, wissen, wissen…
Auch da könnt ihr Lara sehr helfen.

Hier möchte ich auf Rita verweisen.
Es gibt genetische Reihenfolgen: Der erste Sohn entspricht dem ersten Bruder, die erste Tochter der ersten Schwester und so weiter…
Schau auch da hin, es ist die alte Oheimfolge, die gilt immer noch.

Als Letztes: Lara wird wissen, was wertvoll ist, dafür hat sie sozusagen eine angeborene Antenne…
Dass daraus weder ANGST wird, Wertvolles zu verlieren, noch Geiz und Gier, ist Erziehungsaufgabe.
Zum Erziehungsmittel wird ihre Neigung, fair sein zu wollen.
Und ihr Wissendurst, weite Zusammenhänge verstehen zu lernen: WARUM ist die Verteilung so und nicht anders, welchen SINN hat das?

Damit möchte ich es bewenden lassen, liebe Eltern, genug der elterlichen Aufgaben.

U. Der Vater fragt aber, was seine spezielle Aufgabe ist.

O. Würdest du sie bitte großartig finden, besonders da, wo sie dich freundlich überraschen möchte? Und würdest du ihr bitte erlauben, ungewöhnlich zu sein?

U. Und die spezielle Aufgabe der Mutter?

O. Deine Aufgabe ist es, ihr beizubringen, dass es Grenzen gibt, der man der Seele, der Fantasie und / oder sogar der Bereitschaft zum Mitgefühl setzen MUSS!

Dass es Grenzen der Bereitschaft zum „Dienen“ geben muss, um sich selbst zu schützen.

Keine leichte Aufgabe für dich, ich weiß, meine Liebe.
Aber du wirst es tun – da bin ich sicher – ihr da zu helfen.
Denk daran: Ihre ganzen Ängste kommen da her, dass sie meint, keine Grenzen der Hingabe haben zu dürfen bei Nichts und Niemandem.

Der Lösungsweg der Betty war falsch: Einfach NICHTS und NIEMANDEM mehr haben zu wollen, an das man sich hängt…

Den kindischen Weg der GIER zu folgen, völlig rücksichtslos, den wird sie ohnehin nicht über das entsprechende Alter hinaus gehen wollen… spannend wird es NACH dieser Zeit!

Sandra, mach ihr, die du ihr so heilig bist, nicht vor, dass Selbstaufgabe gut ist!

U. Gibt es etwas, dass Regina, die Omi von Lara zu Lara sagen möchte?

O. Regina liebt Lara sehr, sie liebt auch ihre Kraft zum Trotzen und ist der festen Überzeugung, diese Kraft gehört nur in feste Bahnen gelenkt, aber nicht unterdrückt.
Sie jedenfalls ist stolz darauf, genauso wie sie auf euch stolz ist.
Auch Trotz ist gut.

Wie gut, versteht sie auch erst jetzt.

U. Kannst du Laras Seelenfamilie sagen?

O. Heilerin.

U. Kannst du etwas zu ihrer Beziehung zu ihren Geschwistern sagen?

O. Lara wird immer darauf sehen, was gerecht ist und diese Gerechtigkeit fordern.
Vergesst aber, wenn ich das so sage, nicht, dass es vom Stand ihrer Entwicklung abhängt, was sie als gerecht empfinden KANN.

Mehr lasst mich jetzt nicht sagen, es wäre zu früh…
Und was das seelische Miteinander angeht: Lasst es sein, das wissen zu wollen… dafür ist es nicht die Zeit.

Seid gerechte Eltern!
Gerecht ist, wer das WESEN der Kinder betrachtet und sie diesem Wesen nach erzieht. Und das versucht ihr doch, so gut ihr es könnt.

Passt auf, dass euer kleiner Schreihals und euer Trotzköpfchen nicht in das Gegenteil kippt und zum DIENER aller wird, ja?
Einverstanden?
Da bin ich froh.

Passt auf, dass unsere Lara nicht zu sehr lieben will und meint, dass man mit Liebe alles heilen kann und mit lieb sein alles erreichen, ja?

Gut, abgemacht! So wollen wir es halten!
Ich umarme eure guten Seelen,

euer Otto, Laras Benny!