Jede Ursache hat eine Wirkung, das ist das Gesetz auf Erden.

Auf Erden ist eben NICHT das Gefühl das Wichtigste,
sondern das Handeln.

Gefühle haben auch Wirkung, sind auch Ursache.
Aber sie dürfen NICHT AUSSCHLAGGEBEND sein,
sonst verirrt ihr euch.

Jede Ursache hat eine Wirkung!
Das ist das Gesetz, unter dem alles und alle stehen auf Erden.

Gefühle entscheiden zu lassen ohne Rücksicht auf die Grenzen,
die jemand hat oder die Gesetze, die gelten dort, wo man leben möchte,
das führt in die Irre bei euch.

 Schutzengelkontakt

Ich bitte Elia, mich mit Keleel, dem Engel von Ludwig zu verbinden.
Ludwig bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer Brücke über einen breiten Strom.
Unter mir fahren Lastschiffe, beladen mit Kohle, Holz, Containern.
Der Blick geht weit darüber hinaus.
Links von mir ist eine Stadt, groß und unüberschaubar, verhangen von Dunst, laut…

Keleel. China!
Uta, das ist China, er hätte auch hier geboren werden können.
In dieser Stadt dort, irgendwo in einer Wohnung mit nur zwei Zimmern,
in denen er mit Eltern, Großeltern und Schwester hätte aufwachsen müssen.

Das Bad hätte er mit den anderen Bewohnern des Hauses geteilt: 
immer sechs Wohnungen und ein Bad.

Letztlich hat er es nicht getan, hat sich für Marga und Rolf entschieden.
Aber nicht wegen der Wohnverhältnisse, sondern wegen seiner Eltern, weil er die zwei wollte…

Diese zwei Menschen, damit sie ihn begleiten, denn hier:
Es wäre womöglich nicht zu schaffen gewesen.

Uta. Was wäre nicht zu schaffen gewesen?

K. Das Leben, die Aufgaben auch zu erfüllen…
Denn hier hätte er keine Solidarität seiner Eltern bekommen.
Yu In und Gu Mae, so hießen sie, sind auch gute Menschen.
Aber in diesen Umständen, da geht Leben nicht ohne strengste Ordnungen.

Strenge, das ist, was beide als Liebe bezeichnen:
Strenge zu sich selbst zuerst, dann Strenge zu den Kindern.
Nicht weil sie sich oder ihre Kinder nicht lieben, im Gegenteil.

Hier – in dem Moloch da drüben – da kannst du es dir einfach nicht erlauben,
sich den Ordnungen zu widersetzen.
Immer gibt es irgendwo, irgendwen,
der dich mit für Europäer geradezu brutalsten Mitteln in die Ordnung zwingt…

Und DAS hätte Ludwig einfach nicht durchstehen können.

Aber Ordnungen, die habt ihr auch, Bedingungen eben.
Nichts ist ohne irgendwelche Bedingungen, nichts ist frei.

Willst du das EINE, musst du das Andere in Kauf nehmen.
Willst etwas nicht tun, musst du damit leben, dass dies Konsequenzen hat.

Auch bei euch ist das so!
Nur eben, dass bei euch der Weg durch diese Erfahrungen sanfter ist.
Vorausgesetzt, es sind Eltern da, die solidarisch bleiben mit ihrem Kind.

Die sich sagen: Gut, es ist, wie es ist, dieses Kind ist kompliziert.
Aber wir machen daraus das Beste.

In jedem Fall aber – und ganz gleich, was bei all dem heraus kommt –
es ist UNSER Kind und wir bleiben ihm ewig treu.

Genau DAS durfte Ludwig von seinen Eltern erwarten, von Marga und Rolf.
Aber nicht von dem Paar dort hinten in der chinesisches Stadt!

U. Haben die trotzdem einen Sohn bekommen?

K. Ja, und er wurde am gleichen Tag zur gleichen Zeit geboren.

U. Wie geht es ihm?

K. Er ist derzeit in einer Art Gefangenenlager.

U. Warum?

K. Weil er revoltiert hat:
Er hat in einer Fabrik gearbeitet, einen Tobsuchtsanfall bekommen, nicht der ersten…

Jetzt pflanzt er Bäume unter Bedingungen, die ihr euch nicht vorstellen könnt.
Ich sagte ja: Er hatte keine Solidarität seiner Eltern.

Als er vor Gericht stand, haben beide Eltern gegen ihn ausgesagt.

Rolf und Marga hätten das nie getan, aber hier ist alles anders.

U. Dieser Junge, seine Seele, hat die irgendwas mit Ludwig zu tun?

K. Sie will das Gleiche verstehen lernen wie er:
Was es bedeutet, innerhalb fester Grenzen zu leben.

Keine Angst:
Das bedeutet nicht, dass Ludwig in eine Art Straflager kommt…

Es bedeutet aber, dass ein Teil des Lebens mit der Erfahrung verbracht wird,
nicht zu können, was und wie man es will und nicht zu wollen,
was und wie man es kann.

Weil es auf Erden Bedingungen gibt und Abhängigkeiten
und weil NIE etwas KEINE Auswirkung hat!

Auf Erden geht es eben anders zu als auf anderen Sternen.
Und das ist auch wichtig!
Denn ohne die Erfahrung der Erdenleben werden Seelen haltlos.

Sie sind grenzenlos und in ihrer Grenzenlosigkeit verlieren sie alle Gaben
und Talente, wenn sie NIE die Erfahrungen der Erde gemacht haben.

Beide – Ludwig und der Junge in China – sind Seelen,
die sich vor dieser Gefahr schützen wollen.
Sie wollen lernen, Grenzen zu meistern, und das ist wirklich nicht einfach.

Ludwig, als ich zum ersten Mal mit dir sprach, da warst du ein Kind
und ich sprach zu dir in kindlicher Weise.

Heute bist du ein junger Mann und meine Worte sind ernster als damals.

Du bist auch ernster als damals und ich wünsche mir, dass du das aus tiefster Seele verstehst: Du HAST dich schon weiter entwickelt, du bist KEIN Junge mehr.

Und weil du ein Mann bist, beginnt nun endgültig die Zeit, wie ein Mann zu denken.

Ein Kind denkt kindisch, ein Mann denkt ernsthaft.
Es ist keine Kleinigkeit, es ist ein riesiger Schritt!

Aber du bist in der Lage, ihn zu gehen, und es ist sehr gut, sehr, sehr gut.
Wann immer du es schaffst, einen Schritt auf diesem Weg weiter zu kommen.

Gut für dich und die Fähigkeit, dir nicht mehr böse zu sein.

Und gut für die Menschen, die dich brauchen, weil sie dich lieben.

In der Welt, in der du zuletzt gelebt hast, warst du in einer Welt,
in der alles Gefühl war und nichts so wichtig wie eben diese Gefühle.

Und da es allen gleich ging, war der Umgang miteinander völlig darauf ausgerichtet,
einander gute Gefühle zu machen oder – wenn man feindlich war –
einander negative Gefühle zu machen.

Nur: Außer emotionaler Folgen hatte das keine.

Ganz anders auf der Erde. Dein TUN entscheidet über die Folgen bei dir und anderen.

Darin liegt einerseits eine Beschränkung:
So ist es deinem Meister ganz egal, wie du dich fühlst,
wenn du wieder einmal der Letzte auf der Baustelle sein sollst,
der noch was fertigmachen muss.

Andererseits ist es ihm auch egal, wie er sich dabei fühlt,
wenn du ein Gesicht wie grollender Bär machst.
Er fordert von dir EINSATZ, weil er den BRAUCHT.
Weil es für alle Folgen hat, wenn du den Einsatz nicht bringst.

So ist auf Erden eben NICHT das Gefühl das Wichtigste, sondern das Handeln.

Jede Ursache hat eine Wirkung, das ist das Gesetz unter dem alles
und alle stehen auf Erden.

U. Aber Gefühle haben doch Wirkung! Sind auch Ursache!

K. Ja, aber sie dürfen NICHT AUSSCHLAGGEBEND sein, sonst verirrt ihr euch.

Gefühle entscheiden zu lassen ohne Rücksicht auf die Grenzen, die jemand hat.
Oder auf die Gesetze, die dort gelten, wo man leben möchte.
Das führt in die Irre bei euch.

Yao mochte seine Arbeit nicht, nie!

Er machte sie, weil er das Geld brauchte.
Und er mochte seine Kollegen nicht.
Er arbeitete mit ihnen zusammen, weil das nun einmal unvermeidlich war.

Seine Aufgabe aus unserer Sicht wäre es gewesen, das Gute daran zu schätzen,
DASS er einen festen Arbeitsplatz hatte.

Viele seiner Freunde waren Wanderarbeiter oder ganz und gar auf Abwege geraten,
Yao hatte Glück…

Seine Aufgabe mit seinen Kollegen wäre gewesen, dass er
– statt sich jeden Tag wieder darüber aufzuregen, wie dumm,
langweilig und oberflächlich sie waren –
darüber nachzudenken, welche guten Fähigkeiten sie trotzdem hatten.
Das hätte ihm den Umgang leichter gemacht.

Aber Yao folgte solchen Gedanken nicht, er folgte immer nur seinem Gefühl.

Weißt du, Ludwig, es sind die GEDANKEN, die Gefühle groß werden lassen,
nicht umgekehrt:
Es sind nicht die Gefühle, welche die Gedanken MACHEN…

Yao MUSS jetzt lernen, der Meister seiner Gefühle zu werden.
Sonst kann er da, wo er ist, nicht überleben.
Die Männer um ihn sind gefährlicher als seine ehemaligen Arbeitskollegen.

Und die Arbeit: Oh, es ist besser, er hört auf,
jeden Tag seinen Groll über die Arbeit mit seinen Gedanken zu pflegen…

Denn weißt du, Ludwig, wer 20 Mal am Tag den Gedanken pflegt:
„Was für eine SCH…SS Arbeit!“
dem platzt beim 21. Mal eben der Kragen.
Und das hat da, wo er ist, schmerzhafte Konsequenzen.

Du willst es auch lernen, MEISTER der Gefühle zu werden.
Und das Mittel dazu sind 2 Dinge, Ludwig:
Erstens du musst in dir etwas finden,
das dir wichtiger ist als ein momentanes Gefühl.

Ein Ziel: etwas, das dir gut tut.

Das war gar nicht so dumm von Yao, zu arbeiten, um Geld zu haben, gar nicht dumm.
Wenn er sich WIRKLICH jede Woche über das Geld gefreut hätte,
das er bekam und es wirklich genossen hätte, dann hätte er mehr Gedankenkraft gehabt, hätte er sich im richtigen Moment sagen können:
Reiß dich zusammen, Yao! Freitag kriegst du dein Geld und dann…

Das hätte ihn durchaus vor seinem Ausraster bewahren können.

Das zweite Mittel wäre gewesen, eine PAUSE zu machen…

Natürlich hat er gemerkt, dass er immer wütender wurde.
Aber statt sich ein Weilchen zurückzuziehen,
hat er im Gegenteil genau den aggressiv angesprochen,
von dem er wusste, dass der gerade nicht gut auf ihn zu sprechen war!

Zwei Dinge, Ludwig, gilt es für dich zu lernen, um zu denken wie ein Mann statt wie ein Junge: Ich tue das – bzw. ich halte das – hier FÜR MICH!
Aus!
Und wenn ich meine Gefühle hochkommen spüre,
wenn ich spüre, wie es in mir drin schreit und raus will,
dann geh ich mal eben an die Luft oder auf Toilette, bis das Schreien wollen in mir aufhört.

Die Zeit, die du dann in diesem Aus-Raum verbringst, ist eine gute Zeit,
sich daran zu erinnern, dass du das da FÜR DICH tust,
auch wenn es schwer ist, durchzuhalten.

Und dass du stolz auf dich sein kannst, wenn du es auch dieses Mal schaffst. 

Weißt du, Ludwig, nicht die anderen müssen besser mit dir umgehen,
sondern du musst mit dir besser umgehen lernen!
Versuch es einmal mit diesen beiden Mitteln, es hilft, du wirst sehen.

Ludwig, ich wünschte, du könntest dich einfach mögen, auch mit deinen Schwierigkeiten!

Insgesamt hast du doch wirklich viel getan, um trotz der Schwierigkeiten nicht aufzugeben. Willst du dich dafür nicht einfach gern haben?

Meinst du, es ist dein karmischer Job, der „schwierige Junge“ zu sein?

Sag mal, lieber Ludwig, findest DU dich schwierig?
Schwieriger als andere?

Das solltest du nicht länger als Gedanken pflegen.
Anders bist du, das ist wahr.
Aber das sind viele!

Kein Grund, sauer auf sich zu sein!
Den hast du erst dann, wenn du WIRKLICH GAR NICHTS tust,
um besser zu werden, als du bist.

Und was das angeht: Ach, weißt du, es wäre eine wunderbare Erde,
würden alle Menschen bis an ihr Ende daran ernsthaft arbeiten,
besser zu werden, als sie sind.

Du weißt, wie das ist, wenn man das muss, weil es sonst Folgen hat,
die du nicht willst.

Menschen, denen es immer leicht fällt, sich zu mäßigen,
die wissen gar nichts davon und die fangen einfach nicht an,
ernsthafte Männer-Gedanken zu denken, nicht einmal dann, wenn sie schon alt sind.

Also! Nur Mut, Ludwig, du schaffst das!
Du wirst besser und besser und besser!
Erwachsener, erwachsener, erwachsener.

U. Danke, Keleel, darf ich dir jetzt die Fragen von Ludwig stellen?

K. Selbstverständlich.

U. Ludwig schreibt:

Lieber Keleel,

da ich nicht der Literat geworden bin, der ich laut erstem Reading hätte werden können
und auch keine Ruhe finde, mal ein Buch zu lesen, fällt mir das Briefe schreiben sehr schwer.

K. Ludwig, worüber solltest du auch jetzt schon schreiben…
Du bist noch sehr jung und eigentlich ist in deinem Buch des Lebens
nur das Vorwort geschrieben, der Roman fängt gerade erst an…

L. Konzentrieren überhaupt fällt mir sehr schwer, aber wem erzähl ich das?
Keiner kennt mich besser als du.

K. Ich weiß, Ludwig, dein Gehirn macht, was es kann, um sich zu konzentrieren.
Aber viel Hilfe hat es nicht, findest du nicht auch?
Nicht einmal Ruhe…

L. Dazu hab ich schon gleich eine Frage:
Warum kann ich mich nur so schlecht ausdrücken und werde dann so nervös?

K. Weil du Angst hast, etwas Falsches zu sagen oder falsch verstanden zu werden.

Ludwig, lieber Freund:
Du möchtest alles so sehr gut machen, was du machst.
Und dann versuchst du, ALLE Erwartungs – MÖGLICHKEITEN zu erfüllen.

L. Kann ich da was gegen tun?

K. Ja natürlich, du kannst mit deinem sehr angenehmen Lächeln folgendes sagen,
ehe du etwas erklärst:
Mir fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden, das ist einfach so bei mir.
Aber was ich versuche, zu sagen, ist:…………….

Weißt du, Ludwig, das ist so toll bei Menschen, wenn man seine kleinen Fehler nicht versteckt, sondern zu ihnen offen steht!
Dann nehmen gute Menschen solcherlei Mängel mit einem verständigen Lächeln gerne in Kauf.

Nur schlechte Menschen oder kindische Jugendliche, die tun das nicht.
Aber solche Menschen, die brauchen dich auch nicht gut finden, oder?

Aber auch das ist so schön an den Menschen:
Die sind richtig gerne GUTE MENSCHEN!
Und wenn man ihnen dazu eine Gelegenheit gibt
– und das würdest du tun, wenn du so deine Aussagen beginnst –
dann freuen die sich, dass sie mal ein bisschen gut sein dürfen.

Probier es mal aus, du wirst dich wundern!

L. Es ist wirklich beruhigend, dass es völlig okay ist,
wenn man trotz mitgebrachter Fähigkeiten einen anderen Weg einschlägt.
Freier Wille: Ich hoffe, das war nicht irgendwie ein wichtiger Lebensplanpunkt?

K. Ludwig, wichtige Lebensplanpunkte erreichst du, ob du willst oder nicht.
Da ist dann eher die Frage, WANN und WIE es erreicht wird.

L. Da es für mich in Ordnung ist, dass ich die Fragen aufschreibe
und meine Mutter mir hier beim besseren Formulieren hilft,
ist es doch auch sicher für dich in Ordnung?!

K. lächelnd, scherzend:
Da kann ich jetzt natürlich nicht nein sagen…

L. Also dann leg ich mal los.
Warum habe ich absolut kein Durchhaltevermögen?

K. Wegen der Dominanz deiner Gefühle, Ludwig!

Es ist aber ein RIESIGER Fortschritt, dass du das ändern möchtest…
Ich muss allerdings sagen, Ludwig: Dein Satz stimmt so nicht!

Du hast Durchhaltevermögen und wie!
Wie sonst ist sonst zu erklären, was für ein guter Freund du bist.
Und wie sehr du dabei bleibst, dir ein eigenständiges Leben aufzubauen,
obwohl es so schwierig für dich ist.

Und wie sonst ist zu erklären, dass du deinen Mut,
immer wieder von vorn anzufangen, nicht aufgibst!

In der Liebe, da hast du auch viel, viel Durchhaltevermögen…
und darin ein anständiger Mensch zu sein, auch.

Also, jetzt frag ich dich mal, Ludwig:
Wie kommt denn das, dass du so von dir denkst?!
Kann es sein, dass du dazu neigst, deine Fehler zu sammeln?

Willst du deine Fehler in eine Vitrine stellen, damit du sie jeden Tag ansehen kannst?

Was ist das für ein furchtbarer, vernichtender Satz:
Ich habe absolut kein Durchhaltevermögen!?
Was für ein vernichtendes Vorurteil!

Woher willst du das wissen, dass es ABSOLUT so ist?
Du hast doch gar nicht dein ganzes Leben, um das beurteilen zu KÖNNEN!

Die Sache ist aber die: Solange du diesen Satz – von wem auch immer –
„gefüttert“ bekommst durch ständige Wiederholung,
solange wirst du es schwer haben, dir selbst den Gegenbeweis zu erbringen.
Sehr schwer sogar.

Denn dieser Satz hypnotisiert dich!
Er gibt dir einen BEFEHL ins Unterbewusste
und das ist ja bekanntlich schnell und dumm…

Wie wäre es mit: Wenn es um etwas geht, das mir wichtig ist, setze ich mich voll ein.
Meine Schwierigkeit besteht darin, diese Dinge wichtig bleiben zu lassen.
Auch solche, bei denen es besser wäre!

Aber: ICH WERDE BESSER UND BESSER,
DARIN DURCHZUHALTEN, WAS UNANGENEHM IST!

Das wäre dann ein neuer Hypnosesatz,
den du dir oft und oft und oft sagen kannst und deine Marga Mami kann dir dabei helfen.

Denn wenn ihr ganz ehrlich seid:
Es IST doch besser geworden, VIEL BESSER als noch vor 10 Jahren.

L. Ich bin sofort Feuer und Flamme und dann schmeiße ich es wieder hin.

K. Ludwig, es MUSS aber auch etwas hin geschmissen werden!
Du bist schnell Feuer und Flamme, weil du dich mitfühlend auf andere einlässt…

Du FÜHLST, was sie erwarten von dir und GIBST aus Liebe, was sie erwarten.
Nach einer Weile merkst du erst, dass es gar nicht DEINE Begeisterung war!

Und dann haben die Folgen auch wenig Gewicht,
weil es eben keinen „Lohn“ hat für dein Ich, durchzuhalten.

An dieser Stelle wiederhole ich:
JETZT bist du auf dem Männerpfad, die Kindheit ist vorbei.

Ein Kind mag sich in Begeisterung mitreißen lassen.
Ein MANN aber muss das suchen, was wirklich LOHN ist für IHN! FÜR IHN!

Ludwig, das dürfen natürlich keine unerfüllbaren Wünsche sein,
die irgendwo, irgendwie sich vielleicht erfüllen könnten.
Derartige Fantasien nützen nichts.

Nein, es sind die echten Vorteile, die etwas FÜR DICH mit sich bringen.
Das kann wie bei Yao einfach der Lohn sein, der regelmäßig kommt.

Es könnte bei dir aber auch die SELBSTACHTUNG sein,
die du dir nur erlaubst, WENN du durch hältst.

Dein Aufgeben, Ludwig, hat schon jetzt seinen Preis.

Schon jetzt fängst du an, von dir nichts zu halten, von deinem Durchhaltevermögen nicht.
Das heißt nichts anderes, als dass du dir nicht mehr vertraust.
Ein ziemlich hoher Preis!

Ich weiß, du MÖCHTEST dir vertrauen und du möchtest, dass andere dir vertrauen,
das ist ein WIRKLICH gutes Ziel!

Jeder Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr, das du durch hältst,
wirst du SELBSTSICHERER sein, Ludwig… einfach zufrieden mit dir!

Aber da brauchst du auch Hilfe!

Mit dir zufrieden zu sein, ist gar nicht einfach, damit kennst du dich nicht WIRKLICH aus.
Es ist eher so ein sich Abfinden mit dir selbst…

Von echter Zufriedenheit ist das noch weit entfernt.

Was würde sich denn ändern, wenn du mit dir zufrieden wärst?

Wenn du dir sagen könntest: Auf mich kann ich mich verlassen und andere auch?
Du, Ludwig, deine ganze vertraute Welt würde sich verändern!

Du bist es gewohnt, das „Geliebte-Schwierige-Kind“ zu sein.
So wie Yao es gewohnt war, das „Geliebte-Gestrafte-Kind“ zu sein.

Jetzt ist die Kinderzeit aber vorbei, Ludwig.
Und jetzt gilt es, der geliebte Ludwig zu sein, ohne den Zusatz „schwierig“.

Hör mal, du: Du bist durchaus ein bisschen eine stolze Seele.
Doch, doch, das ist schon so…

Eigentlich möchtest du strahlen wie die Sonne am Himmel.
Aber da das nicht so klappt, da bist du in einer großen, großen Versuchung, mein Freund: “Wenn ich schon nicht hier der Beste bin, dann will ich hier wenigstens der Schwierigste sein… Nicht, dass ich hier übersehen werde, nur weil ich nicht schwierig bin“.

Ludwig, das sind kindliche, unbewusste Gedanken in dir!
Die sind erst entstanden, da warst du gerade im Vorschulalter.
Aber die sind gerade, weil sie völlig unbewusst sind, so heimtückisch.

Mach es dir bewusst: Du BIST unzuverlässig und machst auch sonst SORGEN.
Weil du ANGST hast, sonst aus der Rolle zu fallen und dann ohne
Aufmerksamkeit und Liebe dazustehen.

Keine Seele „macht“ sich unglücklich, ohne dass eine ANGST dahinter steckt,
die noch größer ist als das Unglück, das sie mit sich erlebt, auch deine nicht.

Aber das Erwachsen sein fängt damit an, die Kindergedanken in sich selbst zu finden
und aufzugeben.
Und wirklich zu erkennen, dass man SELBST der Verursacher dessen ist,
was man auszubaden hat.

Und die Kraft hat, da raus zugehen, weil man sich entschlossen hat,
diesen anstrengenden Weg um seines eigenen SELBSTWERT-BEWUSSTSEINS
wegen zu gehen.

Anders ausgedrückt: Ludwig, hör auf, zu glauben,
dass du IRGENDEINEN GEWINN davon hast, SCHWIERIG zu sein!

Es gibt keinen, gar keinen.

Dein Gewinn, Ludwig, ist, wenn du dir sagen kannst:
ICH KANN MICH AUF MICH VERLASSEN!

Was nicht heißt, überzogene Erwartungen an dich selbst zu stellen.
Mister Perfect wirst du nicht, weil du sonst hochmütig würdest!
Und das DARFST du nicht werden, das sieht dein Lebensplan nicht vor.

L. Ich kann auch nicht aufhören zu rauchen…

K. Und das beweist was? Dass du dich IMMER nur enttäuschst?

Das beweist nur eines:
Du bist wie Millionen anderer Menschen einer der stärksten Suchtstoffe erlegen,
die ihr Menschen habt!

L. Ich nehme sehr zu, weil ich viel zu viel esse…

K. Weißt du, dass du genau das Gewicht haben wirst, das dein Lebensplan dir vorschreibt? Nein!

Du denkst, dass du diesem Index entsprechen müsstest.
So einfach ist das aber gar nicht, Ludwig.
Du arbeitest viel und du bist ein AUSGESPROCHENER Genussmensch!

DAS ist allerdings ein Ansatz, um ein viel zu viel zu vermeiden.
Ludwig: Ihr seid so gut dran auf der Erde mit eurem essen KÖNNEN.
Warum nimmst du dir dann sowenig Zeit?

Warum genießt du dein Essen nicht WIRKLICH?

Du bist im Übrigen ganz automatisch schneller satt,
wenn du WIRKLICH genießt, was du isst!

L. Ich fange vieles an und kann es nicht zu Ende bringen und lasse mich gehen.
Habe kein Maß.

K. Ludwig, noch einmal: Sammelst du deine Fehler, um sie in einer Vitrine auszustellen?
Musst du schwierig sein, weil sich sonst keiner um dich sorgt?

Ach was! Ludwig ist der Ludwig, ein Genussmensch, einer, der das Irdische liebt
und der so schlecht nein sagen kann, wenn etwas schön ist.

Aber der kann DURCHAUS JA sagen, wenn etwas SCHWIERIG ist.
Du hättest nicht einmal einen Schulabschluss, wenn das nicht der Fall wäre!

Denk mal darüber nach…

Lieber Ludwig, bitte hör auf, dich negativ zu hypnotisieren.
Und erlaub es auch nicht mehr, dass andere das tun.

In all den Dingen, die du aufzählst, finde ich ausschließlich Verallgemeinerungen.

Wenn du mir sagen würdest: Ich kann überhaupt nicht auf Spitzen tanzen im rosa Tütü,
dann würde ich dem voll und ganz zustimmen.
Und ich würde dir sagen: Ja, Ludwig, lass es besser sein, das kannst du wirklich nicht.

Aber alles, was du hier schreibst,
läuft in eine gefährliche Richtung der ABSOLUTEN SCHAM darüber,
dass du JETZT SCHON!!! meinst, eine Art Versager zu sein.

Und ich versuche, dir einen realistischen Blick auf dich zu öffnen:

Versager? Du? NIEMALS!
Längst schon bewiesen, dass du das NICHT sein musst, dass du vieles schaffst!

Aber eben nicht ALLES…

L. Ich fühle mich auch öfter sehr schlecht.
Schmerzen im Genick und Kopf von der Wirbelsäule
und bin müde und oft sehr schlecht gelaunt.

K. Ludwig, du kämpfst damit, nicht allzu depressiv zu werden.
Das Leben, das Erwachsen werden müssen sitzt dir im Genick.
Du freust dich nicht darauf, weil du noch gar nicht weißt,
dass deine Art, erwachsen zu sein, wirklich DEINE Art sein darf
und nicht die von irgendwem anders.

Du bist müde davon, zu enttäuschen, Ludwig, und DENNOCH hältst du durch!
Kannst du versuchen, zu sehen, dass das der BEWEIS ist, den du suchst?

Die, die du lieb hast, die liebst du mehr als dich selbst.
Du kämpfst und du kämpfst gut.
Ich bin stolz auf dich.

Woran kann man eigentlich Leistung messen was meinst du?
Am Erfolg? Am Ergebnis?

Nein, daran, was jedem einzelnen Wesen MÖGLICH ist!

Noch mal: ICH BIN STOLZ AUF DICH!

L. Was kann ich tun? Auch gegen mein Aufbrausen und meine Aggressivität.

K. Wenn es in dir SCHREIEN will, geh raus, kläre es mit denen, die du lieb hast,
die dürfen dir dann nicht nachkommen…

Und tue etwas gegen deine Traurigkeit, Ludwig!
Du wirst nicht aus Wut aggressiv.
Sondern, um nicht trauriger zu werden, als du aushalten kannst.

Warum bist du so traurig?
Weil du dich und andere enttäuscht?
Weil du „ES“ nicht hinkriegst?

Ludwig, du weißt doch noch gar nicht, WAS du in 10, 20, 30 Jahren hinkriegst!
JETZT ist es schwierig, deine Ziele zu finden.
Aber das heißt nicht, dass du es nicht finden wirst.

Aber weißt du, Ludwig, IMMER gehen solche Jahre vorbei…

Gefährlich ist nur EINS:
WIRKLICH aufzuhören, die Hände in den Schoß zu legen und GAR NICHTS mehr zu tun,
nicht einmal mehr das Alltägliche…

Manchmal ist es einfach noch nicht die ZEIT, SEINS zu finden.
Dann ist es gut, das, was da ist, zu erledigen,
ohne davon zu erwarten, dass dies schon zufriedenstellend sein muss.

Zeit lassen, Ludwig, in jedem Punkt ZEIT lassen…

L. Ich merke das oft nicht und verletze die Menschen, dich ich liebe und die mich lieben.
Das tut mir dann später sehr leid.
Wie könnte ich das früher merken, dass es erst gar nicht so weit kommt.

K. Und weißt du was, Ludwig? Das ist schon ganz anderen als dir passiert!

Also ich kenne da einen.
Petrus nennt ihr den, der war dem Jesus der BESTE von allen,
obwohl der immer gleich ausgerastet ist…

Trotzdem: Er WAR DER BESTE von allen, weißt du, warum?
Weil er echte LIEBE in sich hatte GENAU WIE DU!

SCHÖN ist das nicht und es ist eigentlich schon wieder so eine Sache:
die  „Ich-MUSS-schwierig-sein-sonst-lieben-die-mich-nicht“ Nummer,
aber du BIST ein guter MENSCH!

L. Wenn es nicht nach meinem Kopf geht, dann geh ich mit dem Kopf durch die Wand.

K. Wahres Wort! (Lächelt.)
Und dann bekommst DU! die Beulen…

Und genau an dieser Stelle sage ich:
Gut, Freund Ludwig, wenn dir die Beule zu kriegen wichtiger ist als irgendwas sonst,
dann musst du eben Beulen sammeln…

Aber einen ZWANG, das zu tun, GIBT ES NICHT, Ludwig.
Du kannst durchaus vernünftig sein
und du kannst dich durchaus für vernünftige Argumente öffnen…

Nur musst du einfach erst mal NEIN zu Vorschlägen sagen,
DAS ist sozusagen ein Zwang.

Aber DANACH geht es, es sei denn,
du sammelst noch ein paar Beulen für deine Vitrine (lächelt).

L. Oft gerate ich mit meinem Vater in Streit, das liegt doch nicht immer nur an mir?
Oder?

K. Dein Vater will das Gleiche wie du: Dass du vom Kind zum Manne wirst.
Aber ihr steht eben noch nicht – ich sage noch nicht – auf einer Ebene.
Dahin zu gelangen, auf die gleiche Augenhöhe, Ludwig, ist deine Aufgabe.

Damit ist überhaupt nicht gesagt, dass du werden musst wie dein Vater!
Es wird DEINE Art sein, ein Mann zu sein.

Rolf ist selbstverantwortlich und sich dessen jederzeit bewusst,
du wächst unter vielen Schmerzen erst dort hin.

Selbstverantwortlich bedeutet:
Ganz im Klaren darüber zu sein, dass du für das, was du tust und lässt,
die volle Verantwortung trägst: Ursache = Wirkung.

Das macht nicht unbedingt schöne Gefühle, aber eines macht es: WÜRDE!

Und die, mein Freund, die ersehnst du dir: Du willst dich würdig fühlen dürfen.
Niemand kann dir den Weg dahin abnehmen, aber die Fähigkeiten dazu hast du.

In einer anderen Zeit geboren – sagen wir in der Steinzeit –
hätte Rolf dich an den Rand der bekannten Gebiete gebracht,
dir eine Lanze und Pfeil und Bogen gegeben und dann gesagt: Geh!

Es hätte ihm das Herz zerrissen vor Angst, ob er dich wiedersieht,
ob du die Monate in der Wildnis überlebst oder nicht.
Aber er hätte es getan, weil er gewusst hätte:
Mein SOHN muss Meister der Wildnis werden!
Nur dann hat er die Würde, ein Mann zu sein.

Du hast keine andere Wildnis als das Leben um dich herum.
Aber Wildnis ist das auch!
Und da geht man entweder menschlich unter,
wird zum Jammerlappen oder Übeltäter oder man kommt in voller WÜRDE zu seinem Vater.

Ihr müsst körperlich nicht an der „Wildnis“ sterben, aber menschlich!
Und genau davor hat er Angst…

Du hast auch Angst!
Es ist normal, Angst zu haben, ganz normal.
Aber das ZIEL, Ludwig, das ist gut, sehr, sehr gut.

Wenn du ein Mann geworden bist, dann habt ihr Augenhöhe.
Und dann, dann geht es sogar umgekehrt:
Dann wirst du Vater sein und er Opa…

Das Leben ist großartig, weißt du? Voller Chancen.

L. Du hast mal gesagt: In mir liegt die Möglichkeit, einer der neuen Weisen zu werden,
die es hier so dringend braucht.
Ich soll mal Weisheit vermitteln?!
Davon bin ich doch Welten entfernt, oder?

K. Ja! Bist du!

Uta, wie war das, als du 21 warst?
Wie weise warst du da?

U. Au Weia!

K. Exakt!

L. Wie soll ich das als Maurer erfüllen?

K. Du meinst, Weisheit ist eine Frage des Berufs?
Ach was!

L. Ist das ein Lebensplanpunkt gewesen mit der Weisheit?
Wenn ja, wie könnte ich die noch erfüllen oder wie könnte ich anfangen,
mich in die Richtung zu entwickeln.

K. Oho, das kann ich dir sagen!
Du BIST schon auf dem Weg!
Die ersten Meter natürlich nur, aber du gehst ihn schon.
Der Weg heißt: Wie werde ich besser und besser?
Wie werde ich ein Mensch, der ein guter Mitmensch ist?
Gehe ich ihn schon?
Diese Frage bewegt dich schon…

So fängt das an, IMMER!
Der Weg fängt IMMER mit Liebe an:
Liebe zu sich selbst, zu seinen Nächsten, zu seinem Umfeld,
zu den Tieren, der Natur, der Erde, Gott.
Und von dem aus im Kreis wieder zur Liebe zu sich selbst, dem Nächsten…

Das ist kein gerader Weg. Stell ihn dir wie eine aufsteigende Spirale vor, Ludwig…

Weisheit hat übrigens nichts mit WISSEN zu tun, wusstest du das?
Weisheit hat damit zu tun, achtsam darauf zu sein, wie Dinge sich entwickeln.
Wie sehr der Grundsatz gilt, dass jede! Ursache Ihre Wirkung hat.
Was immer du tust, was immer du lässt, es kostet einen Preis.

Weisheit ist, darum zu wissen.

L. Ich habe oft das Gefühl, dass das Leben noch was für mich bereit hält, etwas Besonderes. Bilde ich mir das nur ein oder ist es so und ich muss mir nur noch auf die Suche machen?
Wie kann ich das erreichen?
Hilf mir bitte, den Weg zu finden!
Denn dann werde ich sicher auch zufriedener mit mir und dem Leben.

K. Nein, Ludwig, das geht nur genau UMGEKEHRT:
Solange du unzufrieden mit dir bist, dir selbst auch keinen Grund gibst,
in Frieden mit dir zu kommen, solange wirst du auch nichts finden,
was dir großartig vorkäme.

Der Weg ist, dass du versuchst,
JEDEN TAG das zu sehen und zu tun, was gut ist und dich dafür zu loben.

JETZT! Maurer sein, ist doch nicht schlecht, das ist doch aller Ehre wert.
Aufgeben, Maurer sein zu wollen, ehe du es BIST, das ist schlecht!
Das ist wieder eine Enttäuschung, die in deine Vitrine passt.

Großes leistet, wer zuvor scheinbar unendlich viel Kleines geleistet hat.

Weißt du, es gibt zwei Arten von Menschen, die Großes leisten:
Die einen sind einfach ständig – jeden Tag – darauf eingestellt gewesen,
ihr Bestes zu geben, ohne dabei aufzuhören, noch bessere Umstände zu suchen
und zu ergreifen, falls sie sich bieten.

Die anderen sind solche,
die sich diese Positionen über das Leid anderer geraubt haben.

Ich werde dir auf gar keinen Fall sagen, WAS es sein kann.
Es würde dir deine derzeitige Arbeit NOCH trüber erscheinen lassen.

Und du würdest noch mehr Gedanken haben, die dir ein schlechtes Gefühl bei der Arbeit,
die du jetzt zu leisten hast, machen.

Das darf ich nicht tun, Ludwig. NICHTS würde leichter, alles würde noch schwerer werden.

Übrigens: Weißt du, woraus diejenigen,
die nach und nach zu ihrem GROSSEN gefunden haben,
die Kraft dazu genommen haben, eine Beschwerlichkeit nach der Nächsten zu nehmen?
Sie haben sich an die schlechten Zeiten erinnert, die sie durchgestanden haben.
Es macht Mut, das zu tun, und es gibt Kraft.

Du brauchst jetzt diese Erfahrung, es DURCHZUSTEHEN!
Versuch, DURCHZUSTEHEN, es geht um so GROSSES: um dir selbst zu vertrauen.

L. Ich weiss, dass ich das mit der Maurer-Lehre jetzt mal ganz durchziehen muss.
War die Wahl dafür weise und gewollt für meinen weiteren Weg?

K. Du hättest sonst gar keine Stelle gekriegt, Ludwig.
Also sieh darauf, was gut ist:
Es ist immerhin gut, dass du nicht arbeitslos bist, für jetzt reicht das…

Dein Leben führt dich weiter, aber du hast dir erst SELBST zu beweisen,
dass du es aushältst in der Wildnis.

L. Natürlich möchte ich das nach der Lehre so nicht weiter machen,
sondern mal den Meister, um damit was anderes zu machen.
Oder ging es dabei hauptsächlich darum, Anja kennen zulernen,
die ich sonst sicher nicht getroffen hätte.
Und meine Fähigkeiten liegen später in etwas anderem?

K: Ludwig, das sind Fragen, die dich JETZT nicht fördern.
JETZT ist JETZT!
Und JETZT ist die Zeit, diese Wildnis da auszuhalten!
Mehr werde ich dir auf keinen Fall sagen.

L. Was hat es mit meinen“ Halluzinationen“ auf sich???
Ab und zu höre oder sehe ich Dinge schneller oder langsamer,
als sie in Wirklichkeit in unserer Zeit sind.
Zum Beispiel fahre ich im Auto und höre das Lied im Radio in Zeitlupe.
Oder ich sehe die Leitplanken an der Straße in Zeitlupe an mir vorbei ziehen.
Nicht oft, aber gelegentlich, was ist das dann?

K. Das hat mit deinem Dopamin-Ausstoß zu tun.
Ludwig, es ist wichtig, dass du genug schläfst.
Bedrohlich ist das Ganze nicht, aber unangenehm.

L. Hätte noch eine wichtige Frage.
Und zwar sehe ich im Augenwinkel immer wieder jemanden stehen,
obwohl dort auf den 2. Blick niemand ist.

K. Manchmal hast du Begleiter, Ludwig – die es sehr gut mit dir meinen –
aus der jenseitigen Welt.
Gute Menschen haben immer Begleiter.
UNS ist nämlich GUT sein das GRÖSSTE!
Aber um das zu verstehen, brauchst du noch Zeit, lieber Ludwig!

Wir schauen nicht darauf, ob jemand von der Welt bejubelt wird.
Wir schauen, ob jemand die Welt und was in ihr ist, bereit ist, zu lieben…
Obwohl sie so schwierig ist, eure Wildnis des Lebens!

L. Bin ich eigentlich noch auf dem richtigen Weg, die Dinge,
die ich mir vorgenommen habe, zu erfüllen?
Oder mache ich zu große Umwege?

K. Natürlich machst du Umwege.
Auf dem falschen Weg bist du nur, wenn du aus den Umwegen nichts lernst.

L. Möchtest du mir noch was mit auf den Weg geben, mir was Wichtiges sagen,
was ich nicht gefragt habe?
Ich hoffe, du musst dir mit mir nicht allzu oft die „Haare raufen“?
Und ich merke in Zukunft, wenn du mich in eine bestimmte Richtung leitest
oder mich zurück hältst, wenn ich “falsch abbiegen“ will.
Du hast es sicher nicht leicht mit mir.
Danke für deinen Beistand.

K. Ludwig, wer hat gesagt, dass es leicht zu sein hat? Dann ist es eben „schwierig“. Aber meine Liebe zu dir, die hat mit deinem Schwierig sein müssen nichts zu tun…

Ich weiß doch: Musst du gar nicht, glaubst du nur.
Und dieser Glaube, dass du der ewig schwierige Junge zu sein hast,
der kann aufhören, das reicht irgendwann auch dir…

Ich gebe dir keine Zukunftsrichtung, Ludwig!
Damit du nicht von deiner eigentlichen Aufgabe abgelenkt wirst.

Sei da, wo du BIST!
Der Mann, der es versteht, das BESTE aus allem zu machen!

Alle Ideen, alle Chancen, alle Wege, die du brauchst, kommen dann ganz von selbst.

Und nun, Ludwig, wünsch ich dir, dass du mit Zuversicht einfach Tag an Tag fügst.
Es wird besser und besser und es braucht ZEIT!

Dein Keleel.