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Wir sind der Autor für das Bühnenstück unseres Lebens

Wir sind der Autor für das Bühnenstück unseres Lebens.

Meine, Deine und Gottes Verantwortung.

Die Seele hat ein Ziel, das über Zeit und Raum hinaus greift.

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem von Dagmar zu verbinden, Dagmar bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer Wiese, die übersät ist mit blühenden Margeriten,
unweit von mir ist ein kleiner Weiher und ein Zugbrunnen.
Eine Frau mit einem blauen Hut sitzt dort und bindet aus den Blüten einen Kranz, sie winkt mich zu sich.

U: Bist du der Guide von Dagmar?

Sie schaut mich aus großen grauen Augen an.

Ich schätze sie auf etwa sechzig Jahre, feinste graue Haare,
erste Falten lassen trotzdem erkennen, dass sie einmal schön war.
Aber ihre Körperhaltung hat etwas Strenges, bewusst Aufrechtes an sich.

G: Ja, komm, setz dich zu mir.

Das war eine Überlegung wert, zu dir zu kommen.

Wenn man ein Mensch ist, der einfach das Gefühl hat,
nicht in einer Sackgasse zu stecken, dann greift man nach den Sternen.

Ist das nicht paradox?

Wäre es nicht sinnvoller, nach den Sternen zu greifen, wenn man frohgemut ist?

Es wäre so sehr viel sinnvoller.

Denn dann fällt es uns so viel leichter,
aus einer Hoffnung Überzeugung werden zu lassen
und aus der Überzeugung die positive Veränderung.

Aber, so ist es nicht.
Solange wir uns sicher sind,
unser Leben aus eigener Kraft und Fähigkeit zu meistern,
fragen wir nur wenig nach dem, was größer ist als wir.

Das kenne ich noch sehr gut aus dieser Inkarnation hier.

U: Kannst du uns sagen, wie du heißt und warum du der Guide von Dagmar bist?

G: Miriam heiße ich und das hier ist mein vertrauter Platz.

Dieser Baum dort hat alle meine Tränen gesehen, aber auch meine Freude.

(Sie zeigt auf eine alte große Kastanie.)

Hierher gehe ich, um mein Leben zu reflektieren…
Und hierher gehe ich, um mich in Einklang zu bringen mit Gott und dem,
was er mit mir geschaffen hat.

Wenn du mich fragst, warum ausgerechnet ich Dagmars Guide bin,
dann deswegen:

Für unser beider Seele ist es eine Lebensaufgabe,
sich als das zu erkennen, was wir sind: Teil !!!

Wir sind ein Teil einer großen Familie und es ist nicht einfach für unsere Seelen, das zu erleben.

Sie und ich, wir waren beide über mehrere Inkarnationen Herrscher,
wir waren alles andere als ein Teil von Vielen,
als Gleiche unter Gleichen.

Wir trugen schwere Verantwortung!
Und wir trugen an der Last der Einsamkeit, die dadurch entsteht,
dass man besonders, anders ist.

Wir beide nahmen es auf uns, noch einmal zu inkarnieren,
um aus dieser Erfahrung heraus nun zu lernen, was es heißt:
Sowohl ein tiefes Wissen um die eigene Persönlichkeit zu haben
als auch trotzdem oder vielleicht gerade deswegen zu erleben,
dass wir dennoch nichts weiter sind als eines von unzählig vielen Teilen.

U: Ist das nicht schon das Ende der Entwicklung der Seele?

M. Ja, wer in diesem Bereich lernt,
steht am Anfang des Abschlusses der seelischen Entwicklung.

Aber dieser Anfang steht nicht für eine einzige Inkarnation,
sondern für sehr viele.

Tiefer und tiefer wird es uns bewusst, was GENAU das heißt:
In einem Netzwerk zu leben, in das alles eingewoben ist, was existiert.

Es ist eine sehr schöne Phase der Erkenntnis.
Aber es ist kein leichter Weg, es sei denn,
du kannst ihn mit der kindlichen Leichtigkeit gehen, von der Jesus spricht.

Aber wer kann das?

U: Was hindert uns, das zu können?

M. lächelt: Angst und Hochmut. Wie vielfältig können Ängste sein!

Aber die Schlimmste aller Ängste besteht darin, das eigene ICH zu entfalten.

Siehst du, wenn ich das sage, so klingt das so widersprüchlich und nebulös.
Ich will es an einem Beispiel deutlich machen, WIE schwierig es sein kann,
das eigene ICH zu leben.

Dagmar und auch ich hier, wir hatten in uns die Erfahrung der Seele,
dass es gut und absolut notwendig ist,
die eigenen Bedürfnisse dem Wohl Anderer unterzuordnen.

Einem König ist es nun einmal nicht erlaubt, gegen die Hofetikette zu verstoßen…

Es ist ihm nicht einmal erlaubt, sich wegen  Migräne zurückzuziehen,
wenn stattdessen gerade ein wichtiger Staatsbesuch anliegt.

Diese Art der Pflicht Wahrnehmung ist gut, weil sie anderen dient.
Und jede Seele, wirklich jede muss sich im Lauf der Entwicklung
diesem Thema der „Verantwortung für die Allgemeinheit“ stellen.

Wir taten dies und Pflichtgefühl wurde uns zu einem Seelen Bestandteil.

Gut so!

Gut so?

Nun, wenn wir damit Werte wie Treue, Zuverlässigkeit, Ausdauer, Ehrlichkeit verbinden:
Ja, dann ist es gut so.

Aber wie bei allem gibt es auch hier ein „Zuviel des Guten“.

Das „Zuviel“ äußert sich in der Neigung,
viel zu lange in unzumutbaren Verhältnissen zu verharren…

Die natürlichen Signale für eine Überforderung der Seele sind so unterdrückt,
dass es entweder zu spät oder gar nicht zu Handlungen kommt,
die diese Seele aus ihrer Notsituation befreit.

Man hat vielleicht einfach verlernt,
dass auch Andere IHREN Teil der Verantwortung tragen müssen
und man kann einfach nicht mehr unterscheiden
zwischen den jeweiligen Verantwortungsbereichen.

Wenn das während der seelischen Entwicklung passiert ist,
dann ist eine solche Seele wie ein König,
der sich nicht nur um seine Staatsgeschäfte kümmert,
sondern auch noch darum, ob die Wäsche richtig weiß wird…

Und darum, ob die Rosen einen Rückschnitt brauchen.

Aber die Wäsche ist doch gar nicht die Aufgabe des Königs,
das ist Aufgabe der Waschfrau…
Und die Blumen sind nicht in der Verantwortung des Königs,
sondern in der des Gärtners…

Verstehst du?

Dagmar und auch ich haben uns mit Bedacht einen Lebensanfang gesucht,
in der Pflichterfüllung ganz oben stand,
in der uns das als Kinder schon als eine der edelsten Pflichten vermittelt wurde.

Ja, wir haben ein Problem damit, zu erkennen,
wann wir uns aus zu großen Verantwortungen zu lösen haben.
Und das ist gleichzeitig die Ursache, warum wir unter Druck geraten.

Weißt du, dass Menschen sich fast ausschließlich unter Druck verändern?

Ist das nicht bedauerlich?

Erst wenn der Druck, die Last der Verantwortung so schwer wird,
dass selbst Seelen wie wir sie spüren,
dann beginnen wir zu hinterfragen,
ob es so, wie es jetzt ist, sein muss.

Nun könnte man freilich annehmen:
Von diesem Augenblick stünde der angemessenen Einstellung zur Pflicht
und zur Selbstentfaltung nichts mehr im Wege, aber weit gefehlt!

Was jetzt kommt, ist Angst.

Und diese Angst basiert auf einer häufigen,
darum aber nicht weniger gefährlichen Fehleinschätzung der eigenen Bedeutung.

Es stimmt natürlich:
Als König waren wir in bestimmten Situationen einfach nicht zu ersetzen.

Und auch in diesem Leben nehmen wir in gewissen Beziehungen
eine königliche Position ein:
Eine Mutter lässt sich nicht ersetzen, Mutterliebe ist Mutterliebe zum Beispiel.

Die Position, die wir innerhalb unseres familiären Gefüges haben,
ist als solche immer im weitesten Sinn königlich und nicht austauschbar.

Aber bleiben wir nur beim Beispiel der Mutter:
Angenommen, diese Mutter habe ein Kleinkind,
dann ist es ihre unverzichtbare Pflicht,
diesem Kind, Nahrung, Obhut und Wärme zu geben.
Aber es ist keinesfalls ihre Pflicht,
dieses Kind bis zum sechsten Lebensjahr mit sich herum zu tragen.

Würde sie das tun, das Kind würde einfach nicht laufen lernen.

Nehmen wir einmal an,
dass diese Mutter ein sehr, sehr großes Verantwortungsgefühl hat.

Im Grunde spürt sie, das es ihr immer schwerer und schwerer fällt,
dieses Kind auf den Armen zu tragen.
Die Last wird fast unerträglich
und sie hat davon schon Schmerzen im Rücken und in den Armen.

Aber darauf will sie keine Rücksicht nehmen,
denn sie hat schrecklich Angst, das, wenn sie ihr Kind loslässt,
dieses schreckliche Unfälle erleiden könnte und sie dann daran schuld wäre.

Wenn dieses Kind stürzt, weil ich es nicht mehr trage,
dann bin ich dafür verantwortlich!

So denkt sie und so handelt sie.

Das ist nun ganz zweifellos ein übertriebenes Verantwortungsbewusstsein
und es ist auch Hochmut.
Denn sie geht davon aus, dass nur sie ganz allein dafür verantwortlich ist,
was dem Kind geschieht.

Sie übersieht dabei die Verantwortlichkeit,
die das Kind für sich selbst lernen muss.
Mit jedem Sturz wird es besser und besser lernen, frei zu laufen…

Und sie übersieht dabei, dass das Universum schon dafür Sorge trägt,
dass diesem Kind nichts so Schreckliches zustößt,
dass es daran gehindert würde, seinen Lebensplan zu erfüllen.

Diese Angst also basiert auf einem Mangel an Vertrauen:
Vertrauen in das Kind, Vertrauen in das Universum.

Ich weiß, das es mit Dagmar sehr, sehr große Fortschritte gegeben hat,
was das angeht.

Aber es ist immer noch so, dass sie tief in sich die Sorge hat,
ihre Pflicht zu vernachlässigen, wenn sie auf den Druck, den sie spürt,
so reagiert, das sie Verantwortungen und Verpflichtungen,
die zu schwer werden, ablegt.

Nichts ist für sie so schwer zu ertragen wie der Gedanke daran,
eine Pflicht ihren Liebsten gegenüber versäumt zu haben.

Damit taugt die ganze Entspannung natürlich nicht sonderlich viel,
sie löst vielmehr einen weiteren Konflikt in ihr aus:

Einerseits weiß sie, dass sie entspannter im Leben sein sollte…

Andererseits hat sie immer noch die Furcht, sich schuldig zu machen,
wenn sie den Anforderungen Anderer nicht nachkommt.

Ich möchte sie sehr bitten, dass sie in Zukunft sehr genau untersucht,
wer wann wofür WIRKLICH verantwortlich ist.

Das muss sie Fall für Fall tun, nur so kann sie sich wirklich entspannen.

Dann wächst das Vertrauen in Andere, das Zutrauen vor allen, das:
Ich traue dir zu…

Und es wächst das Bewusstsein dafür, dass sie ein Teil von Vielen ist.

Wer sich selbst so sehr Anderen gegenüber verpflichtet empfindet,
der ist nicht ein Teil von gleichen Teilen,
sondern der ist wieder etwas „Besonderes“, er trägt doch besondere Pflicht.

Das Paradoxe ist, das Dagmar Angst vor der Bürde der Verantwortung hat, gleichzeitig aber darin verharrt.

Das ist eine innere Zerrissenheit, die nicht zur Ruhe kommt
und wirklich nur gelöst werden kann in dem immer, wenn etwas ansteht,
was getan werden MUSS oder SOLL, gefragt wird:
Wer oder was ist hier wirklich verantwortlich?

Gibt es Verantwortlichkeiten, die nur ich übernehmen kann?

Natürlich, das sind all die Dinge, die mit dir selbst zu tun haben,
die dir niemand abnehmen kann.

Nur du bist in der Lage,
die Verantwortung für die Wahrheit deiner Gefühle zu übernehmen,
nur du kannst sagen, was für dich wahr und richtig ist.

Da stehst du als Einzige in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass dies so ist.

Dass du wahrhaftig bist, in dem, was du tust, denkst und fühlst.

Aber alles, was darüber hinausgeht,
das muss von Fall zu Fall entschieden werden!
Und ich bitte dich ganz inständig, dies zu tun.

Frage dich immer:
Ist das jetzt der Zuständigkeitsbereich des Königs,
der Waschfrau oder des Gärtners?

Ein kluger, verantwortungsbewusster König delegiert Aufgaben,
damit fördert er die  Fähigkeiten seiner Untertanen.

Eine kluge Mutter setzt ihr Kind beizeiten ab, damit es das Laufen lernt.

Wenn du so weiter machst wie bisher,
dann wird die Last früher oder später zu schwer.
Aber was ist dann?

Und: Es ist in jedem Königreich so, das es Dinge gibt,
für die weder der König noch die Spezialisten in seinem Volk verantwortlich sind,
sondern Gott allein.

Niemand von denen ist dafür verantwortlich,
ob über das Land fette oder magere Jahre kommen…

Niemand von denen ist dafür verantwortlich,
ob Krieg, Hungersnot oder Seuchen kommen…

Aber natürlich auch nicht, ob Ernte-Überfluss,
Gesundheit und geniale Erfindungen dem Volk geschenkt werden.

Auch hier bitte ich dich, dich zu fragen, ob das, was du bewirken willst, WIRKLICH durch dich bewirkt werden KANN
oder ob es nicht doch Gottes Angelegenheit ist.

Du hast aufs Grausamste erkannt, das deine Verantwortung begrenzt ist,
das ist es aber auch im Guten.

Beten um das, was du nicht bewerkstelligen kannst und um dadurch zu lernen, mit Freude anzunehmen, was Gott dir und Anderen schenkt.

Alles das wird deine Seele weiter bringen in der Erkenntnis,
ein Teil eines riesigen, wundervollen Netzwerks zu sein
und dich erlösen aus dem Gefühl der inneren Isolation.

Denn das ist es, worum es gehen soll:
ERLEBEN, dass du NICHT allein bist!

Nicht nur nicht allein verantwortlich, sondern dass es ganz wunderbar ist,
sich mit Sicherheit und tiefstem Vertrauen eingebunden zu wissen in etwas,
das dir überall und in jeder Situation zur Seite steht,
dich mit trägt und weiterführt bis zu den Sternen.

Dann fragst du nicht mehr, ob dich die Menschen lieben!

Sondern mit jeder neuen Begegnung fragst du dich nur noch,
welche Art von Liebe ihr einander zu geben habt.

Nein, nein, ich meine hier nicht dieses gewöhnliche zueinander Lieb sein,
sondern das gegenseitige fördern und von einander lernen.

U: Ich danke dir sehr, Miriam,
und würde jetzt gerne die Fragen von Dagmar stellen:
Was muss Dagmar im Leben lernen?

Du hast das ja schon in etwa gesagt,
aber kannst du das etwas mehr verdeutlichen?

M: Sie will lernen, wie sie sich bewährt in Situationen,
in denen es eben nicht von ihr abhängt, was geschieht…

Sie will lernen, dass auch sie eingebunden ist in ein System,
in dem zu ganz gleichen Anteilen
sie, 
Andere und Gott daran gemeinsam wirken, was geschieht.

Ihre Seele sucht die Bestätigung, dass sie nicht allein verantwortlich ist.

Es ist ein schwerer Weg, aber das Ziel ist Geborgenheit zu erfahren,
sich ganz selbstverständlich eingebunden erleben in ein großes Ganzes.

Dieses Ziel ist das Ziel jeder Seele: „Ich bin Ich!“

Das ist gut so, denn damit, mit diesem „Ich bin Ich“ – Teil
eines Großen und Vollkommenen lernt sie,
wie wichtig ihr Ich ist,
wie wichtig die Annahme der eigenen Verantwortung ist.

Aber auch, wie und wo diese Verantwortung
dort seine natürliche Grenze hat, wo die des anderen beginnt.

Darum geht es letztlich in allem, was sie erlebt.

Die Akzeptanz dieser Tatsache:
Was Andere zu verantworten haben,
das entzieht sich meiner Einflussnahme
und damit meiner Kontrollmöglichkeit.

Dieses ist die tiefste Angst, die es zu überwinden gilt.

Hier, an dieser Stelle, ist sie aufgerufen, Vertrauen zu erfahren.

Vertrauen darin, das letztlich alles seinen Sinn hat
und Zutrauen zu fassen in die Kräfte und Fähigkeiten anderer,
dabei schließe ich Gott mit ein.

Wenn du denkst, dies zu sagen zu einer Frau, die ihr Liebstes verloren hat,
sei zynisch, so gebe ich zu bedenken,
das es sich hier um ein unerschütterliches Vertrauen handelt,
das größer sein muss als der Tod.

Es muss eure Sicht der Dinge sein:
Dass es das oberste Ziel ist,
den Tod zu vermeiden,
das Leid zu fliehen
und den Verlust so gering wie möglich zu erfahren!

Aber das ist nicht das Ziel der Seele.

Eine Seele hat ein Ziel, das über Zeit und Raum hinausgreift,
das in Äonen existiert und  letztlich völlig unvergänglich ist.

Sich diesem Ziel zu nähern, ist der Seele kein Weg zu beschwerlich.

So groß und so wunderbar ist es, wenn wir es erreichen.

U: Was kann sie an sich tun oder ändern,
um den Heimgang des Sohnes besser tragen zu können?

M: Der Schmerz wird nie vergehen…

Die Sehnsucht wird nie aufhören, sich wieder in die Arme zu schließen.

Es ist, als hättest du dein Kind abgegeben in die Obhut einer anderen Mutter.

Aber so sehr es auch eine Wunde ist und bleiben wird,
so wahr ist auch, dass es ein vorübergehender Schmerz ist.

Versuche nicht, ihn klein zu machen!
Er ist, was er ist.
Und er ist immer ein wenig anders:
Mal so stark, das er dich zu lähmen scheint…

Und ein anderes Mal so leise, dass du ihn kaum wahrnimmst.

So ist es und es ist das Beste, das zu akzeptieren.

Versuche aber bitte, Eines zu verstehen:

Wir haben nicht nur ein einziges WAHRES Gefühl,
sondern wir sind in der Lage,
selbst widersprüchliche Gefühle nebeneinander in uns zu bewegen.

Es ist nicht richtig, dass dort, wo Schmerz ist,
keine Lebensfreude sein kann.

Es geht überhaupt nicht um ein entweder / oder,
es geht um ein TROTZDEM.

Trotz deines Verlustes, trotz deines Schmerzes
bietet dir das Leben eine Fülle von Erlebnissen und Erfahrungen,
die wunderbar sind…

Und du bist aufgerufen, diese Fülle zu fassen und sich ihrer zu freuen.

Es ist nicht wahr, dass das nicht geht!

Und es ist noch weniger wahr, dass dein Sohn darüber tadeln würde,
im Gegenteil!

So nimm beides an aus der Hand Gottes: das Bittere und das Süße.

Akzeptiere beides so, wie es ist!

Hier hört deine Verantwortung auf!

Hier kannst du weder lenken noch beeinflussen…

Hier kannst du dich nur eingebunden fühlen in etwas,
dass größer ist als du selbst.

U: Was kann oder muss sie tun um, mit der Umwelt besser klar zu kommen?

M: Siehst du, Dagmar,
kannst du beeinflussen, wie Andere denken?
Wie andere fühlen?
Nein!

Das entzieht sich deinem Einfluss!
Genau darum geht es.

Du kannst nur eines tun: Deine Position klar machen!
Du kannst nur Anderen gegenüber wahr sein…

Und dann bist du gezwungen, zu akzeptieren,
ob sie dich mit deiner Wahrheit annehmen werden oder nicht.

Es gibt keinen anderen Weg!

Du kannst versuchen, dich unentbehrlich zu machen…

Du kannst versuchen, ihnen etwas anzubieten,
das deine Position für sie zu einem Wert werden lässt,
den sie nicht aufzugeben bereit sind…

Aber letztlich sind das alles nur Versuche, selbst zu lenken,
was außerhalb deiner Einflussnahme liegt.

Siehst du, du hast dich geändert
und du erzeugst dadurch einen Druck auf deine Umwelt:
Sie ändert sich entweder mit oder die Verbindungsstränge zwischen euch reißen.

Das zu entscheiden, ob sie sich mit dir ändern oder nicht, das liegt nicht bei dir.

Versuch bitte, grundsätzlich stärker darauf zu achten,
wo deine Verantwortung liegt und wo nicht.
Versuch es überall!

Und du wirst sehen, dass es dich von einem viel zu großen Druck befreit
und du wieder mehr in deine Mitte kommst.

U: Soll sie ihre bisherigen Zelte abbrechen
und in einer anderen Umgebung neu anfangen?

M: Wenn euer Leben ein Bühnenstück ist,
dann seid ihr selbst der Autor dieses Stückes!

Und ihr spielt das gleiche Stück!
Egal, mit welcher Besetzung
und egal, vor welchem Hintergrund.

Ein neues Bühnenbild zu suchen,
neue Darsteller zu finden,
verändert das Thema eures Stückes letztlich nicht.

Also: Wenn ich eine Veränderung inhaltlicher Art anstrebe,
dann muss ich die Texte umschreiben!

Solange ich den allein verantwortlichen König spiele,
der sich auch noch darum sorgt,
ob die Wäsche weiß wird und die Rosen blühen,
spielt es gar keine Rolle,
wer die Waschfrau spielt und wer den Gärtner
und ob das Stück im Freilichttheater oder in der Oper aufgeführt wird.

Aber wenn ich die Hauptrolle, nämlich mich selbst, umschreibe,
wenn ich aus diesem König, der sich um alles selbst sorgt,
einen mache, der sich als Teil versteht,
der Zutrauen hat zur Entscheidung anderer
und der Vertrauen fasst in das  Zusammenspiel aller Beteiligten,
dann verändert sich das Theaterstück und die Rollen.

Es mag sein, dass die Waschfrau dann sagt:
Was? ICH soll verantwortlich sein für die Wäsche?
Nein, das ist mir viel zu anstrengend!

Und dass sie das Stück verlässt, um einer anderen Platz zu machen.

Und es mag auch sein, dass der Gärtner dann sagt:
Wie? ICH bin allein verantwortlich für die Rosen?

Ach, das ist wunderbar, denn ich habe da noch diese und jene Idee,
wie es noch schöner wird.
Ich bin nämlich sehr begabt, aber ich hatte kein Vertrauen,
dass ich es euch mit meiner Gabe recht mache, lieber König!

Das Umfeld lässt sich nur verändern, wenn ihr euch selbst verändert.

U: Kann sie ihrer Tochter und ihren Mann
durch die momentan schwierige Zeit helfen?

M: Oh ja, das kann sie, indem sie ihre Gedanken und Gefühle beiden mitteilt
und der Unmöglichkeit, Position zu beziehen.

Jeder hat seine Entscheidung zu treffen,
aber ihre Entscheidungen betreffen auch dich und deine Gefühle.

Bleibe in deiner Solidarität zu ihnen, ohne das du deine Meinung,
deine Gefühle anpasst.
Bleibe in DIR und deiner Wahrheit.

Wenn du mit ihnen sprichst, so sage nicht,
was du DENKST, das es richtig und wichtig wäre…

Sondern sprich über deine Gefühle,
die DU hast, wenn sie dies und jenes tun…

Und wie du versuchst, mit den Gefühlen,
die sie in dir auslösen, klar zu kommen.

Beurteile nicht sie, sondern stelle dich selbst dar.

Sag, was DU fühlst, du hoffst und du fürchtest.

Und dann frage nach ihren Gefühlen, ihren Hoffnungen und ihren Ängsten.

Versuch das!

Du bist die Mutter deiner Tochter!

Aber du bist AUCH eine Seele, die der Seele der Tochter begegnet.

Du bist die Frau deines Mannes!

Aber du bist auch die Seele, die der Seele deines Mannes begegnet.

Wenn ich sage, dass du die Anderen entscheiden lassen musst,
was sie tun wollen, was sie fühlen wollen,
dann ist die einzige Möglichkeit, sie zu einer freien Entscheidung zu bringen,
das du ganz wahr bist in dem, was du sagst.

Nur wer alle Fakten kennt, kann entscheiden, was er tun will.

Das ist die einzige Pflicht, die du hast:
Ganz wahr zu sein und dann loszulassen
und ihnen zu überlassen, welchen Weg sie gehen wollen.

Nicht leiten, sondern begleiten in aller Wahrhaftigkeit.

U: Danke, Miriam, das waren nun alle Fragen,
damit verabschiede ich mich von dir.

M: Nun, das scheint zumindest so (lächelt).

Umarme meine Freundin dort in der materiellen Welt von mir
und sage ihr:
Sie ist auf dem Weg weit, weit vorangegangen
und es ist ein Kleines nun, noch die letzten Hürden zu nehmen.

U: Das werde ich gerne tun, Miriam, lebe wohl.

M: Auf Wiedersehen, Uta!