Körper

Freiheit gibt es entweder für ALLE oder für NIEMANDEN!

Und ich habe gelernt, dass Freiheit das Einzige ist,
was der Menschheit helfen kann, sich weiterzuentwickeln.

Wer das nicht glaubt, der glaubt auch nicht daran,
dass Menschen Gottes Kinder sind!

 Engelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Annegret zu verbinden, Annegret bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem großen Park, Mandelbäume blühen und Kastanien zeigen erste zarte Blätter. Die Wege sind aus rotem Kies, die Menschen gekleidet nach der Mode um etwa 1900, Kinder spielen mit einem Laufrad…

Neben mir auf einer Bank sitzt eine Frau, ganz in Weiß gekleidet.
Sie sitzt kerzengerade, die Hände auf den Knien, das braune Haar hochgesteckt.
Ich spüre, ich werde mit ihr zu tun haben.
Aber irgendwas ist seltsam, vielleicht diese scheinbar ganz erstarrte Haltung?

Kein Guide!
Plötzlich dreht sie mir ihr Gesicht ganz zu und ich sehe,
dass ihre andere Gesichtshälfte völlig vernarbt ist: Brandnarben in Form eines Bügeleisens.
Ich bin entsetzt und das merkt sie.
Tränen sehe ich in ihren braunen Augen…

Eine warme Männerstimme sagt: Komm, Eurydike, komm mit mir…

Wie in Trance steht sie auf, nimmt die Hand des alten Mannes.
Der dreht sich im Weggehen zu mir um und flüstert mir zu: Ich bin gleich da, warte…

Er ist der Guide: Ein kleiner, zierlicher Mann.
Ein wenig erinnert er an den alternden Einstein: sein Haar zu lang für die Mode der Zeit, schneeweiß, aber die Augen wach und gut, ein tiefes, warmes Braun…

Gekleidet ist er in einen dunklen Anzug, der alles andere als gepflegt aussieht.
Und ich traue meinen Augen kaum: Aber er trägt Mokassins, die zu hochgezogene Hose lässt die unbekleideten Knöchel sehen.
Aber als er geht, setzt er sich eine Melone auf und ich beobachte, dass er hin und wieder Damen, die er zu kennen scheint, begrüßt und dabei elegant den Hut zieht.

Die Menschen scheinen ihn zu kennen und keinerlei Anstoß an seinem seltsamen Aufzug zu finden.
Auch stört sich niemand an Eurydike, die steif wie eine Puppe neben ihm geht und dabei laut jeden Schritt mitzählt. Bleiben sie aber stehen, beginnt sie von vorne.

Schließlich geraten sie mir aus dem Blick und ich muss eine ganze Weile warten, bis er wieder kommt.

In dieser Zeit sehe ich mir das Umfeld näher an.
Der Park ist anscheinend umgeben von mehreren großen Gebäuden: roter Backstein und weiße Blenden.
Eines der Gebäude hat eine Turmuhr, sie schlägt mehrmals, ehe ich wieder von dem Guide aufgesucht werde…

G: Bitte entschuldige die Umstände, es war nicht vorgesehen, dass sie sich dir vorstellt…

U: Wie kommt es, dass sie von mir weiß?

G: Eurydike war in diesem Leben zeitweise außerhalb von Zeit und Raum…

U: Wer ist sie?

Ich bekomme lange keine Antwort, und als ich sie bekomme, fällt es mir schwer, sie zu schreiben, aber der Guide drängt sanft…

U. Das war Annegret?

G: Ein anderer Teil ihres Selbstes, ein anderes Leben.

U. Es ist vorbei!

G: Nein, nicht ganz (seufzt).
Ich bin da, damit es GANZ vorbei ist…


U: Ah, hm, nein, nein, so geht es nicht.

Ich will nicht über Annegret reden, ich will mit ihr reden, verzeih…
Aber wir können nicht über sie reden wie zwei Therapeuten über eine Patientin, verstehst du?

G: Ich bin nicht ihr Therapeut, ich bin nicht ihr Heiler, ich bin ihr Mensch im Licht…

U: Mensch im Licht?

G: Hm, hm, ich weiß nicht, wie ich es besser erklären soll, das ist kompliziert.
Viele meinen, wir Guides, wir hätten eine Art Distanz zu unseren Schützlingen:
Leid und Freude, Schmerz und Verzweiflung, das wäre uns zwar vertraut und darum hätten wir auch die Kraft, zu VERSTEHEN, was ihr erlebt, aber es berührt unser tiefstes Ich nicht.
Wir sind zugewandt, aber nicht involviert.

U: Das stimmt, so sehe ich es im Grunde auch …

G: Das ist nicht so, nein, wirklich nicht!
Wir sind IMMER involviert!
Uns unterscheidet nur, dass wir die Kraft haben, das auszuhalten,
ohne in irgendeine Form von Rückzug gehen zu müssen, um uns zu schützen.

U. Das macht mich sehr nachdenklich …

G. seufzt: Hm, deshalb sind wir eben Mensch, verstehst du?
Wir fühlen, aber wir tragen unsere Gefühle ohne Angst …

Ich will gar nicht, dass Annegret meint, ich wäre einer, der kluge Worte hat,
aber selbst nicht weiß, was sie fühlt.
Ich weiß es. (Er übermittelt mir aufsteigende Tränen.)

Ich weiß es, weil ich es fühle…
Und, Annegret: Ich will nicht über dich reden, sondern mit dir!
Ich bin kein „verdammter“ Therapeut, ich bin Gus (lächelt).
Oder falls es nicht zu dumm scheint: Gustav.

Ach, hm, ich hieß jedenfalls in diesem Leben so, du kannst mir auch gerne einen anderen Namen geben.
Darüber würde ich mich sogar freuen…

Das hier, das war UNSER Platz, deiner und meiner.
Hier bin ich gerne mit dir hergegangen, denn diese gelassene Heiterkeit der Menschen,
die tat dir gut.

Manchmal hatte ich den Eindruck, dass du auf sie reagierst, besonders auf die Kinder.
Es waren kurze, winzig kleine Momente:
ein Ansatz eines Lächelns, ein wenig Glanz in den Augen.
Sekunden nur, aber dann warst du WIRKLICH da!

Annegret, es ist schwierig, dir alles zu sagen, was ich sagen möchte.
Es gibt so viel, so viel, was wichtig und schön wäre.
Und ich wollte dir tausend Mal lieber darüber reden,
aber ich muss mit dir über Wunden reden und über Narben.
Denn wenn ich das nicht tue, verstehst du nicht,
WIE WEIT du dich im Leben als Annegret weiter entwickelt hast.

Aber ich will unbedingt, dass du das weißt, es ist so wichtig!

Ich bin stolz auf dich und ich bin glücklich mit der Entwicklung.
Aber du nicht!
Wie solltest du auch?
Du weißt eben nicht, wie es angefangen hat …

Das ist wie im Fernsehen:
Wenn du die ersten Folgen einer Serie nicht verstanden hast,
sondern irgendwann zum ersten Mal zuschaust, dann siehst du zwar,
was gerade jetzt geschieht, aber du kannst die Zusammenhänge nicht begreifen.

Ich weiß, das ist eben: Du verstehst die Zusammenhänge in deinem Leben nicht.
Du stehst da und siehst das Leid, das du erlebt hast.
Du weißt um deine Verletzungen, deine Narben und die Wunden, die nie heilen.
Du weißt, was deine Verletzungen in der Kindheit und Jugend mit dir gemacht haben
und was sie bis heute verhindern…

Aber du verstehst einfach nicht, WIESO dir all das widerfahren ist.

Du hast ganz schön hartnäckig danach gesucht, hm.
Nur: Deine Seele hat vermieden, erinnert zu werden.
Sie hat sich geschützt, Dinge gespiegelt, die nicht ihre waren.

So geht es nicht!
Ich bin sehr dankbar, dass ich jetzt WIRKLICH mit dir reden kann.
So! Soweit das…

Oh ja, meine Fußbekleidung, nur damit hier keine unnötigen Rätsel aufkommen:
Ich bin wirklich so gekleidet gewesen.
Weißt du, ich bin in Schweden groß geworden und trug nur im Winter Schuhe.
Wenn es Sommer war, gingen wir barfuß.

Hier in Georgia ist immer Sommer und ich hab mich Jahrzehnte lang damit gequält,
brennende Füße in diesen verflixten Schnürschuhen zu haben.
Aber als ich pensioniert wurde, hab ich die Dinger verschenkt
und mir von einem Bekannten Mokassins besorgen lassen, in denen ich endlich wieder barfuß gehen konnte …

Du siehst, du hast einen etwas eigenwilligen Guide erwischt (lächelt).
Passt doch! Oder?

Gut, lassen wir das jetzt, das hat Zeit bis später.
Ich werde dir noch so viel erklären, aber jetzt geht’s um was anderes.

Ich beginne am besten bei den Fakten.

Annegret, vergiss bitte all das Gewäsch über Karma, das man abzutragen hat, ja?
Das ist eine Verzerrung von Tatsachen!
Du hast nichts Furchtbares getan in anderen Leben, um das erleben zu müssen,
was in deinem heutigen Leben geschehen ist! Vergiss solche Gedanken.
Du hast keine grauenvolle Schuld abzutragen!

Aber, hm, eine Seele, die kommt am Ende ihres Lebens dazu, zu beurteilen,
wer sie ist und was sie bewirkt hat. Sie muss das nicht tun.
Aber wenn sie es tut, dann urteilt sie:
manchmal wie ein guter Richter, manchmal wie ein völlig verrückter Richter.
Sie kann, wenn sie will, diese ersten Beurteilungen jederzeit hinterfragen …

Dann wird sie begleitet, dann bekommt sie Hintergrund-Informationen, aber sie muss nicht. Sie kann auch sagen: gut!
Ich weiß jetzt, wer ich bin und ich weiß, was ich verdient habe!
Darüber brauche ich keinerlei Belehrung mehr.

Na ja, wenn sie das so macht, dann wird sie mit dem Urteil,
das sie aufgrund ihres damaligen Bewusstseins getroffen hat, wieder geboren.
Niemand will das hier.

Wir geben uns sehr viel Mühe, Seelen daran zu hindern,
so unentwickelt wieder in ein Leben zu gehen.
Aber da der freie Wille das bedeutendste Gesetz der Seelenwelt ist, können wir nur nur eins: Wir können versuchen, einer solchen Seele Erlebnisse in den Lebensweg zu legen,
die ihr Urteil über sich selbst zum Positiven verändern können.

Leider ist es so, dass eine Seele selbst die WICHTIGSTEN Ereignisse in ihrem Leben festlegt. Wir können also nur Dinge in ihr „Buch des Lebens“ hineinschreiben,
die nicht zwangsläufig sind, die sie zum Wachstum ihres Verständnisses über ihr Selbst benutzen KANN oder auch nicht.

Das ist der Grund, warum ein Fehlurteil –
übereilt oder aus Angst oder Abscheu, aus Scham oder Wut getroffen –
noch über mitunter viele Inkarnationen einen Basisfaktor bei der Vorbereitung folgender Inkarnationen bildet.

Es geht nicht um Strafe! Strafe für etwas, was nicht erinnert wird?
Welchen Sinn sollte das haben?
Stell dir vor, du würdest deinen Hund für etwas bestrafen, was er vor drei Tagen getan hat!
Ist es nicht erstaunlich, dass Menschen so etwas glauben?
Dass sie wirklich glauben, Gott würde so handeln?
Das ist doch völlig absurd!

Gott –
und hier spreche ich ganz sicher nicht von dem väterlichen Gottesbild,
das dir zurecht zum Hals heraushängt –
Gott straft nicht, Gott bietet Chancen!

Immer und immer wieder Chancen, zu verstehen, dass er uns so, wie wir sind, lieb hat:
ohne Wenn und Aber, ohne Bedingungen und ohne Opfer zu fordern.

Na ja, Menschen, die diese Wahrheit verbreitet haben, sind am Kreuz gestorben,
sind in Folterkellern vergammelt oder auf Scheiterhaufen verbrannt!
Solch ein Gott ist für manche UNERTRÄGLICH, weil er keine Angst übrig lässt!
Menschen, die sich nicht fürchten, sind nicht zu unterdrücken,
nicht zu missbrauchen und zu nichts zu zwingen.

Mit Gott hat es nichts zu tun, wenn dir gesagt wurde: Fürchte dich!
Nun, es fällt mir sehr schwer, an dieser Stelle einen bestimmten Namen nicht zu nennen.
Aber ich möchte, dass du weißt:
Wenn ich von Gott rede, dann hat das nichts mit dem Gottesbild zu tun,
das besonders von jenen Menschen gern benutzt wird,
um ihren Machtmissbrauch aufrechtzuerhalten.

Gut, soweit alles klar? Ich hoffe.

Also, hier im Süden der Vereinigten Staaten lebte ich.
Mit 18 bin ich mit meinen Eltern aus Schweden ausgewandert.
Ich war glücklich, in dieses Land zu gehen, ich änderte sogar meinen schwedischen Namen. Denn ich wollte nie wieder an ein Land erinnert werden,
in dem ein Mann nach seinem Namen beurteilt wird und seiner Herkunft,
nicht nach seinem Können.

Mit 30 habe ich promoviert.
Ich wurde Lehrer für Geschichte und Rechtswissenschaft an einer ziemlich guten Schule. Bildung, das war mir das Wichtigste im Leben. Lehren UND lernen!
Ich war wie ein hungriger Wolf, als ich in dieses Land kam.
Und ich hab gearbeitet, um zu lehren und zu lernen.

Das war FREIHEIT für mich!

Ich war fast vierzig, als aufgrund des Bürgerkriegs die Schule geschlossen wurde.
Ich verließ meine Frau und meine Tochter, die später deine Mama sein sollte,
und ging in die Armee.

Was ich in der Zeit gesehen und erlebt habe, gehört hier nicht im Einzelnen hin.
Aber ich will so viel sagen:
Damals habe ich eins verstanden: Freiheit gibt es entweder für ALLE oder für NIEMANDEN! Und ich habe gelernt, dass Freiheit das Einzige ist, was der Menschheit helfen kann,
sich weiterzuentwickeln.
Wer das nicht glaubt, der glaubt auch nicht daran, dass Menschen Gottes Kinder sind!

Nun ja, mit dieser Einstellung habe ich mir einen ganzen Haufen Feinde gemacht.
Aber das hätte ich auch nicht anders erwartet, als ich aus dem Krieg heimkam.
Was ich nicht erwartet habe, war die Reaktion meiner Familie!
Meine Frau war eine stolze und vornehme Frau aus einer Familie, die seit Generation vom Missbrauch ihrer Sklaven auf der Plantage lebte…
Es mangelte ihr nicht nur an Verständnis für meine neuen Ideen.
Sie schämte sich auch für mich, nannte mich einen verdammten Yankee.
Und schließlich zog sie mit unserer Tochter zu ihrer Familie zurück.
Es hatte keinen Sinn, weiter unter einem Dach zu leben.

Und deine Mutter?
Nun, ihr gefiel es nicht besonders, aber sie hatte einfach keinen Kampfgeist in sich
und fügte sich immer dem, den sie am wenigsten entgegenzusetzen hatte. 
Aber hin und wieder traf ich mich mit ihr.
Doch meine Frau hatte Pläne mit ihr und verheiratete sie mit einem angesehenen Mann ihrer Kreise.

Ganz ehrlich? Diesen Mann hab ich abgrundtief verachtet, aber ich konnte GAR NICHTS dagegen tun.
Ehe ich informiert wurde, war sie mit ihm auch schon verheiratet.
Und kein Gesetz half mir, diese Ehe anzufechten,
als meine eigene Tochter vor Gericht aussagte,
dass sie diesen und keinen anderen Mann je gewollt hätte.
So musste ich dem jahrelangen Martyrium meiner eigenen Tochter zusehen,
ohne etwas anders zu können, als sie hin und wieder heimlich zu treffen…

Sie wurde schwanger, oft!
Aber keines der Kinder wurde älter als einige Wochen, abgesehen von dir.
Eurydike: Deine Mutter hat dir diesen Namen gegeben, weil sie mich,
der ich einen solchen Faible für die alten Griechen hatte, wenigstens so ehren wollte.

Du warst ein sehr, sehr braves Kind: wunderhübsch, zart und klug.
Aber immer, wenn ich dich einmal zusammen mit deiner Mutter traf,
versetzte es mir einen Stich ins Herz:
Denn so lieb durfte ein kleines Mädchen einfach nicht sein.
Ein Mädchen MUSS kichern dürfen, findest du nicht?
Und springen und sich drehen und schwatzen.
Du nicht! Nie! Weder mit drei Jahren noch mit fünf Jahren.
Du warst brav …

Ich hab meine Tochter wieder und wieder gefragt, wie ihr Mann zu euch ist.
Und bekam immer die gleiche Antwort: Ich bin sehr dankbar, diesen Mann meinen Gatten nennen zu dürfen.
Das klang auswendig gelernt und war es auch.
Aber drängte ich zu sehr in sie, ging sie einfach.
Ich wollte nicht auch noch diese wenigen Treffen verlieren.

Dann – eines Tages – kam eine furchtbare Nachricht.
Die Plantage deines Vaters brannte, vergeblich habe man versucht, zu löschen. 
Das große Herrenhaus deines Vaters stand schon in Flammen, als man dich da herausholte,
du hattest dich unter einem Bett versteckt.
Dein Vater lag mit zertrümmertem Schädel in einem Zimmer, deine Mutter fand man dort nicht.

Sie wurde schließlich auch gefunden, gerade als sie dabei war, ein weiteres Baumwollfeld anzustecken.
Sie war völlig verrückt!

Ich ging zuerst zu ihr.
Man hatte sie in eine Zelle gebracht und sie tat dort die ganze Zeit so, als würde sie bügeln. Dabei lächelte sie und sagte immer wieder:
Aber natürlich, George, selbstverständlich bügele ich deine Hemden,
das kann man dem Kind nicht zumuten, nicht wahr?
Nein, nicht unsere Claire (das war eines ihrer Hausmädchen), das mache ich.

Nein, nicht Eurydike, ich, George, siehst du?
Ich mache das wunderbar!

Ich wagte es nicht, sie zu unterbrechen, aber es zerriss mir das Herz, sie so zu sehen.

Dann ging ich ins Spital zu dir.
Was ich da sah, war das Schlimmste, was ich je gesehen habe:
Die Hälfte deines Gesichts war verbrannt und die Brandform entsprach genau der eines Bügeleisen! Du warst zu sehen.
Ja, ich sah deinen Körper, ich hielt deine kleine Hand, aber ich spürte:
DU warst nicht mehr anwesend!
Und du solltest es auch nie wieder sein, deine Seele nahm nicht mehr Anteil:
am Leben nicht und nicht an sich selbst.

Nach und nach stellte sich heraus, was geschehen war:
Du hattest anscheinend deinem Vater ein Hemd bügeln wollen,
das schwere, mit Kohle gefüllte Eisen stand vorbereitet auf einem Ofen.
Es gehörte zu den Eigenheiten deines Vaters,
dass er seine Wäsche ausschließlich von seiner Frau bügeln ließ.

Lieb, wie du immer sein wolltest, hast du der Mutter die Arbeit abnehmen wollen und natürlich Schaden an dem Hemd angerichtet. 
Dein Vater kam darauf zu, geriet außer sich vor Zorn und drückte dir das rot glühende Bügeleisen ins Gesicht.
Darüber geriet meine Tochter so in Raserei, dass sie ihn in deiner Gegenwart mit diesem Eisen hinterrücks erschlug.
Diese Tat brachte ihr den Wahnsinn.
Sie warf das Eisen weg und rannte hinaus mit Fackeln und steckte einfach alles an,
was ihr in den Sinn kam.

Ach ja: Ich muss dir das erzählen, sonst verstehst du nicht.
Nein, nein, Annegret, dein heutiger Vater ist nicht die Seele deines damaligen Vaters, nein.

Aber wir sollten über dein Urteil reden.
Das Urteil, das Eurydike über sich gefällt hat, die Seele eines fünfjährigen Mädchens:
Ich bin so böse, dass ich Vater und Mutter und allen anderen nur Unglück bringe.
Es ist besser, wenn ich tot bin!

Hm, ich weiß, ich weiß doch.
Ach, Annegret, denk doch nicht, ich weiß nicht, wie oft du in Versuchung warst,
das zu glauben!
Glaubst du wirklich, ich weine nicht, wenn du weinst?

Aber komm: Jetzt endlich, jetzt KANN ich dir all das sagen und aufdecken!
Deine Seele hat das nicht zugelassen, nachdem Eurydike gestorben war.
Sie wollte einfach nicht mehr über das Leben IRGENDWAS wissen.
Tot sein hat sich die Kleine anders vorgestellt: einfach weg sein.
Sie war nicht weg, deshalb wollte sie wieder inkarnieren
und tat es auch mit eben diesem Glaubenssatz.

Eurydike war zeitlich gesehen nicht deine letzte Inkarnation,
aber sie wirkte deine heutige erheblich mit.
Annegret: Gerechtigkeit, DAS ist es, was deine Seele sucht, und das ist ein großer Fortschritt!

Deine Seele hat gelernt, dass Urteile nicht stimmen müssen, dass sie zu hinterfragen sind.
Wir könnten über Eurydike heute nicht reden,
wenn deine Seele nicht diese Erkenntnis gewonnen hätte.

Wer ist gerecht?
Was ist gerecht?
Deine Seele sucht eine Antwort!
Dein ganzes Leben lang suchst du darauf eine Antwort und du kommst ihr näher und näher.
Ich bin sehr stolz auf dich.

U: Puh, Gustav, das ist ehrlich gesagt sehr hart!
Und ich kann nur hoffen, dass du Annegret deine Liebe vermittelst, wenn sie all das liest.

G: Ha!
Wenn ein Mensch in einem Umfeld groß wird, in der Liebe missbraucht wird,
dann sucht er nicht Worte der Liebe, dann fürchtet er die vielleicht sogar.
Dann sucht er Klarheit!

Wenn Liebe verkappter Terror ist,
wenn Lächeln eine Schutzfunktion ist, aber kein Glück anzeigt,
wenn Zärtlichkeit versteckte Übergriffigkeit ist und Geschenke Fesseln.
Wenn alles Täuschung ist und jeder Spiegel das wahre Bild verzerrt,
dann willst du nur noch eins im Leben: Klarheit!

Ich weiß, Engel reden von ihrer Liebe zu den ihnen Anbefohlenen gern …
Ich habe diese Liebe zu Annegret auch.
Aber ich werde es nicht sagen, bis sie mir selbst sagt,
dass sie sich nicht fürchtet, wenn ich es tue.

U: Ok, ich verstehe.
Dann würde ich jetzt gerne die Fragen von Annegret stellen.

G: Ja…

U: Annegret fragt, warum du ihr Schutzengel bist?

G. Ich denke, das versteht sie jetzt…

U. Welche Aufgabe hat sie in dieser Inkarnation?

G: Dem nachzuforschen, was gerecht ist und das zu leben, was gerecht ist.
Das ist eine große Aufgabe!
Und es zeigt am Besten, wie viel weiter sich Annegret entwickelt hat seit jener Inkarnation.

U: Annegret fragt, was sie tun kann, um ihrem Vater angemessen und neutral gegenüberzutreten.
Ihre Wut und ihr Hass ihm gegenüber sind leider enorm.

G. Annegret fragt: Der Regen, was er tun kann, um Menschen nicht nass zu machen?
Nein…

Aber eines sei gesagt: Dass dein Vater mit euch gehandelt hat und noch handelt,
wie er es tut, ist?

Unfair? Ja!
Grausam? Ja!
Aber vor allem ist es eines: TRAURIG!
Deine Wut schützt dich davor, so traurig zu sein, wie du wirklich bist.
Das ist schon sehr lange so…

Du warst, als du auf diesen Ausweg gekommen bist,
noch viel zu jung, um dir sicher zu sein, dass du SO VIEL Traurigkeit aushalten kannst.

Vielleicht kannst du es bald und dann wirst du erleben,
dass du deine Wut nicht mehr brauchst, um dich zu schützen…

Wir werden sehen, es steht dir frei, Annegret.

U. Kannst du ihr eine Botschaft von ihrer Mama vermitteln?
Sie liebt sie so sehr und vermisst sie unendlich!

G: Du wirst bald mit ihr reden, Annegret.
Sie liebt dich auch!
Alles, was sie mir jetzt sagt, ist, dass es ihr sehr Leid tut.

Sie hat so oft von dir gefordert, vernünftig zu sein, viel zu früh hat sie das gefordert.
Aber du warst vernünftig, sie war es nicht!

Sie weiß, dass du ihr das verzeihst und auch verstehst, in welcher Notlage sie war.
Aber heute sieht sie, dass sie mutiger hätte sein müssen.
Sie hat das nicht gesehen.
Sie hat gedacht, sie wäre vernünftig, sie hat gedacht, sie handelt richtig.

Sie möchte, dass du weißt, dass sie stolz auf dich ist und es auch immer war.
Aber sie wusste nicht, dass du so viel geopfert hast, damit es ihr gut geht.
Sie hätte nie gedacht, wie viel Kraft du dabei verloren hast.
Und das ist so, dass sie das Gefühl hat, am liebsten dir jetzt ganz viel Kraft geben zu sollen.

Sie versucht das auch, aber das ist schwer.
Vor allem dann, wenn du dir nicht glaubst, dass du gut bist.

Sie sagt, du hast Angst, dass in dir etwas ist wie dein Vater, du hast Angst davor.
Aber da ist GAR NICHTS wie er.

Du bist eine gesunde Seele, zweifele das bitte nicht an.

U: Annegret fragt, was ihre medialen Stärken und Begabungen sind,
wie sie die nutzbringend anwenden kann.

G. Lächelt: Nein, nein, nein, so antworte ich nicht!
Aber ich verrate dir, was dem im Weg steht: dein WILLE, ZU KONTROLLIEREN!

Liebe Annegret, das KANN doch gar nicht anders sein!
Lass uns dieses Thema dann bearbeiten, wenn wir beide mehr Zeit haben…

Vertrauen, Annegret, ist wirklich sehr schwer, wenn man erlebt hat, was du erlebt hast.
Du brauchst WISSEN, um Vertrauen wachsen lassen zu können.

Warte ein wenig, bis die Antwort auf deine Frage aus dir selbst kommt.

U: Annegret bittet darum, ihr die seelische Verknüpfung zu ihrer verstorbenen Hündin Luna und ihren jetzigen Hunden Fix und Foxi zu erklären.

G: Amelie ist ganz neu bei dir, Fix und Foxi aber waren schon in einigen anderen Leben deine Freunde.
Luna besonders…

Sie hat dich einmal gerettet und du hast sie gerettet!
Du hast sie in einem anderen Leben aus einem Teich gezogen,
in dem sie als Welpe ertränkt werden sollte.

Fix war über zwanzig Jahre der beste Hütehund,
den du in einer Inkarnation in Schottland hattest.

U: Vielen Dank, Gustav, ich hoffe, dass wir Annegret helfen können
und dass sie Frieden findet.

G: Den wird sie finden, wenn sie gefunden hat, wonach sie sich sehnt: Gerechtigkeit.

Annegret?
Fast bin ich versucht, zu sagen: Ich liebe dich.
Aber ich werde damit warten, bis du mir sagst, dass ich es sagen darf.
So sage ich nur eines: Ich trage dich in meinem Herzen für immer und ewig.

Dein Gustav.