Pontius Pilatus

Pontius Pilatus wusch seine Hände in Unschuld…

 Pontius Pilatus wusch seine Hände in Unschuld,
ein sehr, sehr irdisches System.

Kann je ein anderer die Verantwortung für dich übernehmen?

Auch Passivität ist Handlung!

Wenn wir euch Botschaften geben, soll die Botschaft im Mittelpunkt stehen und nicht derjenige, der sie ausspricht.

Ein Engelkontakt über

Eigen-Liebe und Eigen-Urteil

Ich stehe an einem flachen Flusslauf, nicht breiter als drei Meter und man kann sicher durch dieses klare Wasser hindurchwaten, Bäume stehen hier, aber mir ist die Art nicht bekannt. In der Ferne sehe ich kahle Höhenzüge, es ist sehr warm hier.

Guide: der Jordan, ein Schicksalsfluss.

Auf einem kleinen Felsen direkt am Fluss sehe ich jetzt einen Mann sitzen, er trägt so ein arabisches Kleid aus heller Baumwolle, sein Haar ist dunkel und fällt bis auf die Schultern, seine Augen sind grün und bilden einen merkwürdigen Kontrast zu seiner sonst hellen Haut.

G: Und nun sollte mein Name kommen, dieser oder jener? (Lacht.) Ich weiß doch, es ist wichtig für euch, für mich war es auch wichtig, ich erinnere mich gut (lächelt).

U: Bist du Annelies Guide?

Er macht eine Verbeugung wie ein Edelmann mit der Hand auf dem Herzen und tut so, als ob er einen Hut schwenkt.

G: Ich habe die Ehre, ihr Guide zu sein. Mein Name in dieser Inkarnation war Samuel und ich denke, es sollte ein Name sein, der ihr gefällt. Eure Auswahl ist größer.

Ich musste daran glauben, einen Engel als Begleiter zu channeln. Was es wesentlich komplizierter machte, sich dazu zu bekennen.

Das brachte mich in eine erhebliche Zwickmühle: Gestand ich, dass ich himmlische Botschaften bekam, hätte ich diesen Umstand beweisen müssen. Unzählige Schriftgelehrte wären gekommen, um mich und das, was ich bekam, zu überprüfen …

Und da man es ohnehin leid war, von falschen oder echten Propheten belästigt zu werden, hätte das Urteil vermutlich festgestanden, ehe ich auch nur den Mund aufgemacht hätte.

Aber ich hatte auch gar nicht die Neigung, dies zu tun. Nein, nicht weil ich mir diesen Aufwand ersparen wollte, das hätte mich nicht abhalten können. Sondern weil ich prinzipiell und grundsätzlich am Wert dessen, was aus MEINEM Munde kam, zweifelte.

Ich zweifelte an allem, was man als eigene Wichtigkeit, als eigene Weisheit hätte bezeichnen können, und zwar zu tiefst!

Weißt du, wie das war? Du bekommst eine Intuition, eine Eingabe nach der nächsten, aufgrund derer du sehr gut unklare Zusammenhänge im Leben deiner Mitmenschen begreifst. Aufgrund derer du sogar Lösungen für ihre Kümmernisse hast, aber du behältst es für dich aus Angst, dich zu irren!
Es war eine einzige Qual!

U: Warst du denn gezwungen, zu channeln?

S: Nein, aber ich liebte meinen Engel so sehr, ich liebte es, mit ihm zu sein, seine Nähe zu spüren. Und über kurz oder lang ließ ich es doch wieder zu, dass er mit mir sprach.

Das war wichtig! Es war eine wichtige Aufgabe meiner Seele, mich mit diesem Problem zu befassen.

Ich will dir den wichtigsten Punkt meines Lebens erklären: Ich lebte im Palast des Römischen Verwalters dieser Provinz. Immer, wenn er in Palästina residierte, war ich einer seiner Diener. Ich war verantwortlich für Speisefolgen und Feste.

Da mir die jüdischen und griechischen Geflogenheiten gleichermaßen vertraut waren, sicherte er sich durch mich ab, keinen diplomatischen Fehler bei Einladungen von Gästen zu machen.

Du musst wissen, das hier war ein einziges Pulverfass und es hätte gelegentlich durchaus gereicht, eine kleine falsche Geste zu machen und schon wäre der Brand entzündet worden, den die Römer auf gar keinen Fall wollten.

Ich liebte diese Arbeit. Ich war zwar offiziell kein freier Mann, aber das war eine reine Formsache. In Wirklichkeit hatte ich großen Einfluss auf meinen Herrn.

Eines Tages nun stand er vor einer äußerst heiklen Entscheidung: Es ging um ein Urteil über einen berühmten Heiler der Juden, der König genannt wurde und auf dem besten Weg war, als Rebell gegen das Römische Reich hingerichtet zu werden (lächelt).

U: Jesus?

S: ja. Und ich bekam eine Durchsage meines Engels und die war an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Und ich sah meinen Herrn leiden unter dem Druck von Verantwortung und persönlichem Gewissen und ich hätte sagen können: Tut es nicht, rettet ihn, irgendwie!

Und die Wahrscheinlichkeit, dass er es getan hätte, war gar nicht einmal gering. Aber ich schwieg, ich schwieg, weil ich im tiefsten Inneren Zweifel daran hatte, berechtigt zu sein, etwas zu sagen.

Ich war dabei, als Jesus starb. Ich war dabei und das war der entscheidende Augenblick dieser Inkarnation! Der Schmerz, den sein Sterben mir machte, vergaß ich nie, nie.

U: Entschuldige, aber das war doch Plan, dass Jesus so starb …

S: Na, das wusste ich doch zu diesem Zeitpunkt nicht! Natürlich war es Plan! So, wie es für meine Seele Plan war, diesen Schmerz zu erleben!

Denn seither habe ich eine andere Einstellung zu meinem Schweigen, zu meiner „vornehmen“ Bescheidenheit, zu meiner verantwortungsvollen Selbstkritik. Seither weiß ich, was es bedeutet, seine Gabe als NICHTS zu achten.

Und darum geht es heute bei Annelie.

Annelie, was denkst du, passiert, wenn du das hier liest? Denkst du, damit ist der Zweifel ein für alle Mal erledigt für dich? Annelie, das geht nicht.

Ich kann dir diesen Zweifel nicht nehmen, das kannst nur du tun.

Niemand ist in der Lage, dich aus dem Kerker deiner kompromisslosen Verantwortung befreien außer du selbst.

Aber du weißt das auch! Du weißt es und dennoch versuchst du, Gründe zu finden, nicht zu leben, was du bist. Oder wenn schon, dann aber so, das ein anderer dafür die Verantwortung trägt.

Liebe Annelie, bedenke doch, kann denn je ein anderer die Verantwortung übernehmen?Das geht nur auf eurer Ebene!

Da kann man für das, was man tut oder nicht tut, sich damit aus der Beurteilung des Umfeldes nehmen, in dem man darauf setzt, im Auftrag eines anderen gehandelt zu haben. Der Polizist ist nicht verantwortlich für den Tod des Räubers, den er auf der Flucht erschossen hat, denn er hat schließlich im Auftrag der Justiz gehandelt…

Pontius Pilatus war auch nicht verantwortlich, er wusch ja seine Hände in Unschuld …

Das ist ein sehr, sehr irdisches System. Aber hier im Jenseits sieht das ganz anders aus: Hier stehst du! Und wenn du Mut hast und dir dein ganzes Leben anschaust, dann schaust du dir auch die Dinge an, die hätten passieren können, wenn du gehandelt hättest, wenn du geredet hättest …

Und du begreifst deine Verantwortung und du siehst dir an, welche Alternativen du – abgesehen von deinem irdischen Auftraggeber – gehabt hättest und du begreifst deine Verantwortung. Du begreifst, was es für Folgen hatte, dass du vor den Folgen deiner Fähigkeiten und Taten dich in die Passivität geflüchtet hast …

Und du verstehst, wie wichtig es ist, aktiv zu dem zu stehen, was du an Gaben hast. Sie einzubringen in das Zusammenspiel der Dinge.

Meinst du, dazu gehört eben ein Mut, den du nicht hast? Ach, du hast ihn durchaus!

Dir ist die Dimension nur nicht bewusst, die deine Verweigerung mit sich bringt. Im Bewusstsein vieler Menschen gilt nur das als Tat, was getan wird!

Aber so ist es nicht: Auch das Schweigen ist eine Tat! Auch das Abwarten, ohne einzugreifen, ist eine Tat!
Auch Passivität ist Handlung! Allerdings wird die nicht von anderen beurteilt …

Die wissen schließlich nicht, was in eurem Herzen und in eurem Kopf vor sich geht.
Aber ihr wisst es! Und glaub mir: Kein Richter der Welt kann derart gnadenlos über euch urteilen, wie ihr selbst es tut!

Keine Gnade für sich selbst! Nur Schwarz und Weiß denken, kein Erbarmen, kein Mitgefühl, keine Geduld…

Viele, viele Seelen kranken genau daran!

Ihr redet viel von der Liebe zu euch selbst und wir begrüßen diese Entwicklung. Aber die Liebe zu sich selbst beinhaltet, die GANZE Wahrheit über sich selbst zu akzeptieren…

Und aus der Erkenntnis dieser ganzen Wahrheit das wachsen zu lassen, was Liebe ist.

Ich habe mich nicht geliebt. Ich hielt mich für viel zu gering, um meine mediale Fähigkeit auch nur einmal laut werden zu lassen.

Ich hielt mich deshalb für gering, weil ich schließlich nicht zu leugnende Charakterfehler und Schwächen hatte.

Welche Demut? (Lacht)
Nein, im Gegenteil: Welcher Hochmut!

Ich war nämlich der Ansicht, dass meine Fehler mehr Bedeutung und Gewicht hatten wie die Weisheiten meines Engels! Deshalb machte ich ihn mundtot!

Weißt du, warum wir uns so gerne jene Menschen als Kanal benutzen, die an sich so wenig spektakulär sind? Die weder besonders klug, noch besonders schön, noch besonders redegewandt sind, noch besonders selbstbewusst? Weil wir wollen, das die Botschaft im Mittelpunkt steht und nicht derjenige, der sie ausspricht.

Ja, wirklich! In euren Augen haben wir recht verdrehte Vorgehensweisen. Das liegt daran, dass wir eure Sinne umgehen müssen, damit eurer Herz hört.

Wenn ein Mensch strahlend schön und extrem charismatisch ist, selbstbewusst auftritt und einer ist, der wie ein Stern leuchtet, dann seit ihr schnell verblendet!

Dann ist euer Geist mit der Fassade beschäftigt, ohne des wahren Inhalts zu achten. Du bist schön, aber wenig davon überzeugt, etwas Bemerkenswertes dazu beitragen zu können, das diese Welt, in der du lebst, besser wird.

Das stimmt auch! DU! kannst nicht die rechten Worte finden!

Aber wir können und du kannst unser Mund sein! Allerdings bleibt die Entscheidung darüber dir überlassen.

Du sagst dir: Wie soll ich anderen helfen, ihr Leben glücklich zu gestalten, ich schaffe das ja selbst nicht. Das stimmt!

DU kannst das nicht, aber wir könnten es durch dich. Aber was dabei stört, ist dein Glaube daran, dass du es nicht richtig machen wirst. Und dein Wille, erst ganz sicher sein zu wollen, dass das, was du zu sagen hast, auch WIRKLICH richtig ist.

Was stört, ist, wenn dein Wille – und sei er noch so gut gemeint – in Konflikt mit deiner Hingabe-Bereitschaft steht. Wenn du lernen willst, deine medialen Kräfte zu nutzen, dann wirst du dich diesem inneren Konflikt zu stellen haben.

Es ist ein ewiges Problem für dich!Wenn du dich ganz hingibst, kommt die Furcht, deinen Willen und deine Selbstbestimmtheit zu verlieren…

Und wenn du ganz auf deine Selbstbestimmtheit setzt, kommt die Furcht, ein kaltes Herz zu haben:

Nicht fähig, recht zu lieben…
Nicht fähig, recht geliebt zu werden.
Aber, liebe Freundin, sag mir doch, wieso du der Ansicht bist, das nur einer gewinnen kann: entweder die Selbstbestimmtheit ODER die Hingabefähigkeit?!

Das ist dein tiefstes Problem, das du nicht akzeptierst, das beides gelebt werden sollte! Und zwar gleichberechtigt nebeneinander …

Sieh dir alle deine Beziehungen an: Du lebst entweder das eine oder das andere.

Ich möchte dir so gerne Mut machen, beides zu leben.

Ja, ha, natürlich, mit Gegenwehr wirst du zu rechnen haben! DAS URTEIL!!!

Ja, das Urteil der anderen, das gilt es unbedingt zu kontrollieren. Annelie, meine schöne Seele, du kannst das Urteil anderer nicht kontrollieren!

Aus alter Zeit hast du dies mit ins Leben genommen: die Furcht davor, verurteilt zu werden. Und der Zwang dazu, dieses Urteil durch geschicktes Taktieren zu einem Gnadenurteil zu machen.

Ein völlig sinnloses Unterfangen, in dem gleich mehrere Irrtümer gleichzeitig stecken. Du bist dem Urteil anderer nicht unterworfen! Du verlierst weder deine Gesundheit noch deine Freiheit, wenn andere dich so wahrnehmen, wie du bist.

Du kannst dem Beurteiltwerden nicht durch Taktieren entweichen! Du selbst fällst täglich große und kleine Urteile über andere, ohne das du es wahrnimmst! Denn im Mittelpunkt deiner Empfindungen und Gedanken stehst du und nicht die anderen! So ist es bei jedem Menschen.

Du kannst NIEMALS genug tun, alles richtig machen, stets nützlich genug sein, um dem Urteil anderer zu entgehen…

Das ist einfach absolut unmöglich!

Aber es ist NICHT EXISTENZBEDROHEND.

Meinst du, wenn du es irgendwann einmal endlich schaffst, von außen nur noch Anerkennung, Bestätigung und Zuspruch zu erfahren, bist du sicher genug, um DEIN Leben zu leben? Selbst, wenn dir das gelingen würde, ich sage dir: Du wärest dir dennoch nie sicher genug!

In Wahrheit geht es nämlich nicht um das Urteil der anderen. Es geht nur und ausschließlich um DEIN Urteil über DICH!

Und dein Urteil über dich lautet: Ich bin zu gering …

Ich bin zu wenig dies und das und jenes …

Ich bin nicht perfekt genug. Und also muss ich mich hüten, dass es keiner merkt. Und also darf ich nur sehr eingeschränkt mir gestatten, das an Leben zu leben, was in mir ist.

Und wenn du so von dir hältst, dann kann kein anderer – auch ich nicht – dich vom Gegenteil überzeugen.

Ich möchte dir sagen, dass ich dies alles sehe, es verstehe, aber darauf brenne, dass du damit endlich aufhörst.

U: Ich würde jetzt gerne Annelies Fragen an dich stellen.

S: Gut, dann tun wir das jetzt! Bist du müde?

U: nein, erkältet.

S: Oh, ich vergaß, dass es das gibt, ja, das ist lästig.

U: Annelie fragt, ob sie medial begabt ist und welche Inkarnationsaufgabe sie hat.

S: ja, das ist sie! Ihre Aufgabe ist es, das zu leben, in eine praktikable Vorgehensweise umzusetzen!Zum Träumen und sich in Gefühle der Spiritualität zu versenken, ist diese Gabe diesmal nicht geeignet.

Sie war ein tibetischer Mönch und lebte ganz in ihrer eigenen spirituellen Welt. Nun ist es an der Zeit, beides so zu verbinden, das es von Nutzen ist.

Sie hat sehr gute irdische, praktische Fähigkeiten: Ein ganz klares Erkennen von Sinn, Zweck und Ziel der Ereignisse. Sie weiß sehr gut, Falsches und Überflüssiges vom Wesentlichen zu trennen und hat eine starke intuitive Erkenntnis dessen, was im Inneren ihrer Mitmenschen vor sich geht. Das ist gut so, aber das will auch angewendet werden.

Man könnte sagen, sie hat sich lange genug aus dem Getriebe der Welt zurückgezogen. Nun ist es an der Zeit, wieder ins Leben zu gehen.

Manchmal hat sie noch diese mönchischen Angewohnheiten: Möchte lieber träumen statt reale Pläne machen, Möchte lieber in dem Gefühl bleiben, dass alles Eins ist, als sich mit den Details beschäftigen …

Aber sie bekommt das schon sehr gut hin und ich bin sehr, sehr stolz darauf, wie sie sich als Managerin ihres Umfeldes bewährt, das ist einfach großartig.

Allerdings: Was ihr bei Anbefohlenen gut gelingt, gelingt ihr bei ihr selbst weniger gut.

Hier könnte sie noch etwas mehr darauf achten, sich selbst als Teil des Irdischen zu verstehen und die irdischen Bedürfnisse zu respektieren:

Nicht so viel Druck auf sich selbst ausüben…
Nicht so wenig die eigenen Grenzen überschreiten…
Du wirst das lernen müssen: Du hast natürliche Grenzen und du musst sie akzeptieren. Nicht jede Grenze ist dazu da, sie zu überwinden!
Manche sind ein guter Schutz vor Überlastung!

U: Was ist mit ihrem Sohn, warum hat der so schlimme Probleme, kann sie ihm helfen? Hat sie Fehler gemacht?

S: Ja, sicher hat sie das, aber was besagt das? Hast du Fehler gemacht, Uta, als Mutter?

U: klar.

S: Das Problem, Annelie, ist, das du hier akzeptieren musst, das dies SEIN Leben ist, ohne zu resignieren. Was er braucht, ist dein Vertrauen in seine Stärke und zwar in seine männliche Stärke. Das ist schwierig: Wie groß ist denn DEIN Vertrauen in das Männliche? Männlichkeit und Macht, das scheint zusammenzugehören und Macht und Machtmissbrauch auch …
Könntest du dir vorstellen, hier eine andere Einstellung zu finden, die ihm dies nicht bestätigt?
Durch seine Probleme hat er sehr viel Macht über dich, ist dir das eigentlich klar? Kann er aufhören, problematisch zu sein, ohne an Macht über dich zu verlieren?

Er hat diese Rolle, dass er Macht über dich haben muss, aus einer gemeinsamen Inkarnation mitgebracht und du, dass du ohnmächtig ihm gegenüber bist.

Nun als Mutter und Sohn sollte die Beziehung nichts mit dieser Art der Macht zu tun haben. Denn eigentlich bist du die Mächtige und er ist nur der ungekrönte Anwärter der Macht, sobald du von deinem Amt zurück trittst.

Aber so ist es nicht: Er hat heute Macht über DEIN Wohlbefinden, das ist eine Bürde, die viel zu schwer für ihn wiegt. Das kann er nicht tragen.

Er muss lernen, das er ohne das alles von dir geliebt und als Sohn!!! respektiert wird.Dass er aber nicht das geringste Recht hat, darüber zu entscheiden, ob du einen guten oder schlechten Tag hattest. Er wird lernen müssen, dass sich diese Form von Machtmissbrauch für IHN!!! nicht lohnt.

U: Ihre Tochter ist oft krank, kann Annelie da etwas tun?

S: Oh ja, das kann sie! Es geht um exakt das gleiche Problem, wie bei dem Sohn.

Annelie: Es muss deinen Kindern klar werden, dass du sie liebst, dass du Mitgefühl für sie hast. Aber nicht als Belohnung!

Sondern einfach, weil es sie gibt. Pass bitte bei deiner Tochter auf! Gelernte Hilflosigkeit ist nur sehr schwer zu korrigieren, das weißt du selbst.

Statt krank zu sein, soll sie sagen, was sie WIRKLICH braucht! Versuch ihr beizubringen, dass der Körper nur ausdrückt, was der Mund sich nicht zu sagen traut.

U: Warum ist sie immer so rastlos und unzufrieden.

S: Oh, alles, was ich bisher sagte, ist eine Antwort darauf.

U: Was ist mit ihrem Ehemann?

S: Du darfst und willst ganz und gar lieben. Du darfst und willst ganz und gar geliebt werden…

Ist das ein klar definierter Anspruch in eurer Ehe?Steht ihr euch Auge in Auge gegenüber auf gleicher Höhe, so dass sich dieser Anspruch erfüllen kann?

Ist er in der Lage, dich ganz so zu erkennen, wie du ganz und gar bist? Kannst du noch irgendetwas tun oder sagen, damit dies geschieht?

Oder manipuliert ihr euch gegenseitig, jeder ängstlich darauf bedacht, das Gesicht nicht zu verlieren?

Liebe beginnt mit der Akzeptanz der eigenen Schwächen, dies und nur dies befähigt zur liebevollen Akzeptanz der Schwächen des anderen.

U: Wie geht es ihrem Vater?

S: Es geht ihm hervorragend, er sieht sich diese Bereiche hier an, aber nicht, ohne zu überprüfen, ob auch alles gerecht und vernünftig ist.

Er beginnt damit, sich zu verstehen: Zu verstehen, warum er war, wie er war.

Aber es geht ihm sehr gut, er verzichtet zurzeit auf jede Verantwortung, das tut ihm gut. Und er lernt, dass er alle Liebe wert gewesen ist, auch ohne Beweise.

U: Ich danke dir, Samuel, hoffen wir, das Annelie dadurch Ruhe findet.

S: Ich will Frieden, aber keine Ruhe bewirken, im Gegenteil! Ich will, dass sie lebt und es genießt.

Weißt du, was das hier ist? (Zeigt mir eine vertrocknete Pflanze, die er in der Hand hält.)

U: Ich glaube, das nennt man Rose von Jericho?

S: Diese Pflanze kann Jahre im absolut trockenen Zustand überleben, aber sobald sie Wasser bekommt, wird sie grün und lebendig. Ich wünsche Annelie, dass sie sich dieses Wasser nimmt! Sie muss es nur für berechtigt halten, danach zu greifen.

Versuch zu verstehen, dass es Urteile über dich gibt, die nur DU gefällt hast und die deshalb auch nur DU zurücknehmen kannst.

Das ist das Wichtigste überhaupt, alles andere folgt.