Mütter

Du bist entweder bereit, Vater zu sein oder bleibst Sohn…

Du bist entweder bereit, Vater zu sein oder du bleibst Sohn.

Es gibt nichts zwischen Vater und Sohn. 

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Markus zu verbinden, Markus bittet um diesen Kontakt.

Ich gehe einen schmalen Weg, an einem Steilhang entlang. Tropisch ist es hier, unter mir ein Dorf, sehr viel grün, Reisfelder und Palmen, zu meiner Seite dichtes Buschwerk…

Ich höre einen Hubschrauber über mir, bleibe stehen, habe das Gefühl, mich in Sicherheit bringen zu müssen. Aber es geschieht nichts, der Hubschrauber verschwindet hinter der Hügelkette unterhalb des Dorfes…

Es ist sehr seltsam. Ich hocke noch immer da und versuche, mich zu beruhigen, mein Herz rast und ich habe keine Kraft mehr…
Die Zweige, hinter denen ich mich verstecke, werden auseinander gebogen und ein freundlicher Mann beugt sich zu mir. Asiatisch schaut er aus, das Haar sehr, sehr kurz.

Er trägt nur ein weißes Hemd, eine blaue Hose und Sandalen. Schwer zu sagen, wie alt er ist, vielleicht Mitte fünfzig?

Sehr ruhig sind seine Augen, sehr tief, dieser Blick beruhigt mich endlich, ich nehme gerne seine Hand, die angenehm kühl ist…

G: Du bist in ihn hineingerutscht, es tut mir sehr leid!

U: Was bin ich?

G: Du bist in sein Bewusstsein geraten…

U. In Markus?

G. Nein oder ja: In das, ehe er Markus war…
Michel, Sergeant der US Armee in Vietnam, gestorben am 4.6.1969…
Geht es dir wieder gut?

U. Ja, danke, ja, bist du Markus Guide?

G: Ja, bin ich, und hier war ich sein Daddy (lächelt).

U. Was? Wie konntest du sein Daddy sein?

G: Ich war der Vater seiner Frau, mein Name ist Duong…
Ich bin sehr erfreut, dass er mit mir reden will.

U. Du warst sein Schwiegervater und bist jetzt sein Guide? Das ist ungewöhnlich.

D. Unsere ganze Geschichte ist ungewöhnlich. Michel war ungewöhnlich…
Das da unten ist mein Dorf, bis Hanoi sind es etwa 60 km. Weißt du, was das bedeutet? Das hier ist für einen Amerikaner Feindesland und trotzdem lebt Michel hier…

Wir haben ihn gefunden, meine Tochter und ich. Kurz vor Sonnenuntergang hatten wir beobachtet, dass ein Flugzeug nördlich von uns abstürzte. Meine Tochter und ich waren gerade mit unserer Arbeit fertig.

Er fiel uns buchstäblich vor die Füße. Sein Fallschirm hatte sich im Busch um unser Feld verfangen und er schlug hart direkt vor uns auf, er und zwei seiner Kameraden sind vorher abgesprungen, als sie merkten, dass sie die Maschine nicht halten konnten. Nur Michel hat überlebt.

Ich weiß: Es klingt jetzt wie die Geschichte einer wundersamen Rettung. Aber so einfach war das nicht.

Meine Familie und ich, wir waren nicht unbedingt Freunde der Amerikaner. Wir waren auch keine echten Widerstandskämpfer, aber das, was in unserem Land jeden Tag geschah, das war uns eine große Not und diese Not verknüpften wir mit denen, die sie über uns brachten: die Amerikaner.

Michel war also „Feind“. Für mich, für meine Freunde und Verwandten und auch für Lan, meine Tochter.

Aber als wir ihn fanden, so verletzt, so verängstigt, so allein, als wir in seinen Augen diese abgrundtiefe Angst und Trauer sahen, da haben wir einfach vergessen, dass er „Feind“ war und nahmen ihn mit.

Es war längst dunkel geworden und niemand bemerkte die seltsame Last, die wir trugen. Wir legten ihn in einen unserer Räume, in denen wir nach der Ernte den Reis trocknen…

Solange wir ihn dort hin brachten, war er einfach nur ein armer Mensch, der Todesangst hatte und große Schmerzen litt.

Aber als wir seine Wunden versorgt hatten und ihm etwas gegeben hatten, das ihn einschlafen ließ, als wir also in seinen Augen nicht mehr lesen konnten, da war er wieder „Feind“.

Uns verwirrte das, wir standen lange neben ihm, weder Lan noch ich konnten uns entschließen, etwas zu unternehmen: Weder wollten wir ihn behalten, noch wollten wir ihn den Soldaten übergeben…

Also vertagten wir die ganze Angelegenheit. Vielleicht war er morgen sowieso tot und alle Fragen erübrigten sich. Hier in diesem Raum konnte er liegen bleiben, bis wir mit uns selbst Klarheit hatten, was wir mit ihm tun wollten.

Lan konnte Englisch, sie war 28 Jahre alt und hatte in erster Ehe in Saigon gelebt. Bis ihr Mann gefallen war, arbeitete sie als Dolmetscherin für Kriegsberichterstatter. Nach dem Tod ihres Mannes kam sie zu uns zurück.

Sie hat nie über die Zeit dort gesprochen, aber wenn die Rede auf Saigon kam oder auf die Amerikaner, dann wurden ihre Lippen schmal und aus ihren Augen verschwand der Glanz…

Ich war sicher, sie würde am nächsten Morgen die Soldaten informieren. Was die mit ihm machen würden, war deren Sache. Fast hoffte ich, sie würden ihn entdecken und mir die Last der Entscheidung abnehmen.

Ich war ein Mensch, der im Grunde gar keinen Glauben hatte. Meine Eltern waren gemischter Konfession, mein Vater, der chinesischer Abstammung war, hatte einen Glauben, der teilweise buddhistisch und teilweise taoistisch war, meine Mutter war Katholikin.

Ich glaubte darum EINFACH an alles, was GUT war für Menschen.
Wie ich höre, ist das inzwischen weltweit gar nicht so ungewöhnlich (er lächelt).

Aber gerade weil in meinem Glauben kein Platz für die Rache des Karmas oder den Zorn Gottes lag, hatte ich in meinem ganzen Werten selbst auch keinen Platz dafür…
Rache?
Was konnte sie denn je bewirken, außer eine gewaltsame Gegenreaktion?
Und Strafe?
Warum sollte Gott strafen, was er selbst so, wie es war, geschaffen hatte?
Haben Strafen je etwas bewirkt? Ist die Belehrung nicht weiser als jeder Zwang und Druck?

Da in meiner Scheune, keine 500 Meter von unserem Dorf entfernt, lag der Feind, oder doch nicht? Als die Sonne aufging – ich glaubte ich Lan noch schlafend – ging ich zu der Scheune, der Weg war mir sehr schwer.

Er führte vorbei am kleinen Ahnentempel meiner Familie. Lange war ich hier nicht mehr stehen geblieben, um meine Ahnen um Hilfe zu bitten.

Ehrlich gesagt, war ich mir sowieso nie ganz sicher, ob sie dazu überhaupt in der Lage sein würden oder das Ganze nur ein chinesischer Aberglaube war. Aber an diesem Morgen blieb ich stehen, ich opferte ein Gebet und etwas Räucherkraut, das ich immer hier liegen hatte, und bat inständig, mir die Last der Gewissensentscheidung zu nehmen, so schwer war sie mir!

Als ich vor meiner Scheune stand, hörte ich drinnen leises Flüstern: Lan war schon da. Wie lange, wusste ich nicht, aber sie hatte die Wunden frisch versorgt.

Ich sah, dass sie ihm Wasser und Nahrung gebracht hatte. Er saß jetzt halb aufrecht da, immer noch sehr blass, aber sichtlich besser als gestern.

Und meine Tochter Lan, die seit Monaten bitter war, sobald sie von Amerikanern hörte, saß lächelnd neben ihm. Sie erschrak, als sie mich in der Tür stehen sah, er auch, nur dass es bei ihm ein tödlicher Schrecken war.

Eilig kam meine Tochter zu mir, zog die Tür hinter sich zu, als wolle sie nicht, dass er unseren Worten lauscht, und sah mich an mit Tränen in den Augen: „Ich habe einen großen Fehler gemacht, Vater!“

„Was für einen Fehler, Tochter?“
„Ich habe mich mit ihm vertraut gemacht. Jetzt kenne ich ihn, die ganze Nacht hat er mir sein Leben erzählt…“

Lan hatte mir die Entscheidung also auf die ihr eigene Weise abgenommen, sie hatte sich VERTRAUT gemacht. Und nun konnte sie in ihm nicht mehr den Feind sehen, sondern nichts als Michel.

Michel aus Alabama, Michel 25 Jahre alt, ehemals Student für Musik und Theater. Der meinte, wenn er sich für vier Jahre zur Armee begibt, dann kann er sein Studium selbst finanzieren.
Denn seinem Vater, der dies bis dahin getan hat, hat er deswegen Dank zu schulden und das will er nicht mehr.

Michel, der ein guter Junge ist, aber naiv alles glaubt, was aus den Nachrichten hört, geht also zur Armee und er kommt zur Luftwaffe, ist stolz darauf.

Und er kommt nach Vietnam, die „Roten wegpusten“, sagt ihm sein Vorgesetzter. Im ersten Jahr glaubt er, ein Held zu sein, er glaubt, dass er ein Befreier ist wie sein Vater in Europa 1945.

Er glaubt all den Männern um ihn herum, dass hier ein Kampf für das Gute stattfindet!
Als er auf Urlaub heimkommt, wird er nicht als Held gefeiert, abgesehen von seiner Familie. Michels Freunde sind im Widerstand, sie sind gegen den Krieg, den sie als Verbrechen bezeichnen.

Michel wird nachdenklich, EINERSEITS. Andererseits sind da die Kameraden: Ist da der Pilot Jonny, der ihn mehr als einmal aus schlimmen Lagen geführt hat.

Jonny, eine Vaterfigur, autoritär, aber auch gutherzig zu seiner Crew.
Er vertraut ihm, er schuldet ihm Dank, er ist stolz darauf, zu seinem Team zu gehören.
Obwohl: Wieso lacht er so, wenn sie auf Vietcongs schießen? Sein Lachen hat etwas Unheimliches. Aber er ist ihm dankbar…

Michel kommt verändert zurück, er ist misstrauisch geworden, er HÖRT, dass er ein Held ist. Jeden Morgen HÖRT er das von seinem Vorgesetzten, er HÖRT, dass er da ist, um die armen Menschen von Nordvietnam zu befreien.

Aber er FÜHLT es nicht mehr, er ist nicht mehr stolz. Er ist traurig, er ist ängstlich und er – entschuldige, wenn ich es so drastisch mit seinen eigenen Worten sage – er kotzt sich selbst an.

Abends zumindest, wenn er heimgekommen ist von einem dieser Einsätze…
Es ist leicht, auf Menschen mit einem Maschinengewehr zu schießen, wenn Menschen nichts als Punkte in einem grünen Wald sind. Es ist leicht, Napalm über Wälder zu werfen, die nichts weiter sind als das Versteck der Feinde.

Er hört sie nicht schreien, er sieht nicht die Angst in ihren Augen, nicht die Trauer, wenn sie spüren, dass ihr Leben jetzt zu Ende ist…

Aber er kann, seit er zuhause war, die Bilder zu Unrecht getöteter Vietnamesen nicht mehr aus der Seele lassen.

Niemand kann töten ohne Hass. Michel kann nicht mehr töten!
Aber Jonny fordert Dankbarkeit ein, wenigstens das. Und Michel ist dankbar und tötet oder auch nicht, er schaut nicht mehr genau hin.

Er hofft, er tötet nicht und er hat keine Wut mehr, keine Wut auf „Feinde“…
Er hat Wut auf Jonny – manchmal – und auf sich selbst: immer!

Das alles und noch viel mehr hat er Lan erzählt in der Nacht. Er ist sicher, dass wir ihn dem Vietcong übergeben. Er ist sicher, er wird dann sterben, es ist in Ordnung. Dann braucht er niemandem mehr dankbar sein, nicht mal Gott, der das hier alles zulässt!
Er meint, er hat nur noch diese eine Nacht, mit diesem einen Menschen, und alles, was er sich wünscht, gibt sie ihm: Vertrauen!
Sie hört ihm zu und sie glaubt, was sie hört. Er sieht es an ihren Augen, er sieht Mitgefühl, tief und ehrlich.

Er fragt sie, was sie jetzt denkt, und sie sagt: Du suchst überall nach einem Vater, dem du dankbar sein kannst, und findest ihn nirgends, das ist so traurig!

Manchmal, lieber Markus, brauchen Menschen ein ganzes Leben, um sich vertraut zu werden und manchmal nur wenige Stunden. Diese wenigen Stunden können Wunder wirken.

Manchmal braucht ein Mensch ein jahrelanges Studium und viele Therapien, damit der tiefste Schmerz seiner Seele heilt, aber manchmal braucht es nur einen einzigen Satz in einem Gespräch: „Überall suchst du einen Vater, dem du dankbar sein kannst, und findest keinen. Das ist sehr traurig!“

So sagte Lan und so sagte auch ich. Du warst nicht mehr DER FEIND, du wurdest Michel…

Ich hatte nie einen Sohn, aber ich war Vater, ich war das ganz tief in meiner Seele.
Und ich hatte das Gefühl, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, dich aufzunehmen.
Wir hatten unweit von hier eine Höhle, früher hatten wir dort Vorräte eingelagert, aber der Weg war uns in Kriegszeiten zu gefährlich geworden. Seither lag sie ungenutzt, versteckt unter dichtem Buschwerk. In der nächsten Nacht brachten wir dich dort hin.

Das konnte keine Lösung sein, natürlich wussten wir das, aber vielleicht würde sich irgendwie etwas ergeben, wie wir dich versteckt hinter die Front bringen konnten.

Jaha, ich weiß, wie unrealistisch Lan und ich waren…
Nächstenliebe kann sehr unrealistisch machen, Liebe erst recht. Und du und Lan, ihr wurdet Liebende. So wurdest du mein Sohn und ich dein Daddy, wie du mich scherzhaft einmal nanntest.
Ich duldete eure Liebe. Hätte das auch nur einer meiner Freunde oder Verwandten gewusst, sie hätten mir die Hölle auf Erden bereitet.

13 Tage ging es gut. So viel Zeit blieb uns allen. Heute weiß ich, dass du am Abend vor unserem Tod zu Lan gesagt hast: Ich habe den Vater gefunden, dem ich dankbar sein kann: dein Daddy!

Am nächsten Morgen haben amerikanische Soldaten Napalm über unseren Wald und unser Dorf abgeworfen, du hast es gehört in der Höhle und bist den Weg runter gerannt zum Dorf, das längst keins mehr war.

Aus einem der Flugzeuge hat ein Amerikaner auf dich geschossen, dein Bauch, es war schlimm. Für ihn warst du nur ein „Punkt in der Landschaft“.

Markus, verstehst du jetzt? Du warst Opfer und Täter gleichzeitig!
Kein Held, nirgendwo: du nicht, dein Vorgesetzter nicht.

Dein Vater, der sich zwar als Kriegsheld feiern ließ und für Gesetz und Ordnung eintrat, aber wenn er betrunken war, deine Mutter schlug.
Keine Väter, denen man gerne dankbar ist.

Männer töten oder sie sind ungerecht oder beides, aber sie sind keine Väter!
Und wenn sie es sind, dann sind sie Opfer!

Das ist das Fazit deiner Seele aus jenem Leben. Deine Seele spürt, dass es so nicht bleiben darf, dass an diesen Grundsatz etwas ganz verdreht sein muss, aber sie weiß nicht, WAS.
Du bist noch einmal auf die Welt gekommen, um das herauszufinden.
Und ich bin bei dir, ich bin da und versuche, dir Wege zu öffnen.

Aber es ist schwer, denn nicht nur deine karmische Erfahrung, sondern auch deine Vorfahren sagen dir: Vertrau KEINEM Vater!
Nur dass sie damit gleichzeitig sagen: Vertrau dir nicht! Niemals!

Markus, was du zu tun hast, ist, dich aus der Dankbarkeit zu lösen.
Da, wo sie erpresst wird!

Weißt du nicht, wie es mit den Geschenken geht? BEIDE – der Schenkende und der Beschenkte – geben einander. Der, der gibt, der füllt ein Bedürfnis dessen, der einen Mangel hat. Der, der nimmt, schenkt aber auch. Nämlich den Selbstwert des Gebers.
So sind beide oft voneinander abhängig.
Deine Seele kann solchen Abhängigkeiten nicht mehr vertrauen.

Aber siehst du, der Vater aller Väter – ob du ihn Gott nennst oder IRGENDWAS da draußen, ist ganz gleich – dieser Vater, der sagt: SOHN, ich liebe dich!

Und er will GAR NICHTS von dir.
Er braucht deine Dankbarkeit nicht, er braucht deine Liebe nicht, er braucht dein Verständnis nicht, er liebt dich, weil DU ES BIST!

Das ist groß, das ist viel größer, als die meisten Menschen verstehen können.
Und es macht wirklich völlig ohnmächtig!

Aber solltest du die Angst vor solcher Ohnmacht überwinden, findest du Frieden, Markus: mit dir, mit deiner Unvollkommenheit, mit der der Väter, mit Gott.

Das ist keine Kleinigkeit! Das ist ein starker Weg für eine starke Seele.
Du BIST eine starke Seele!

Nur DASS ist dir nicht erlaubt.
Väter, die Dank BEANSPRUCHEN, dulden keine Stärkeren neben sich. Ihr eigener Mangel an Selbstwert würde nicht aufgefüllt.

Heute bin ich dein Guide, ich sehe mich nicht als Vater, ich bin ein Freund, der dich liebt, einfach, weil du es bist.

U: Ich danke dir sehr und hoffe, dass wir Markus damit helfen konnten.

D: Es ist eine Tür, die ich öffne, ob er es wagt, hindurchzugehen, werden wir sehen.

U: Markus hat Fragen, darf ich die stellen?

D. ja, natürlich.

U. Er fragt: Was will meine Seele in diesem Leben für Erfahrungen machen?
Warum bin ich hier, was sind meine alten Glaubenssätze?

D: Du bist da, um dich aus den Zwängen fordernder Vaterenergie zu befreien. Du bist da, um zu verstehen, dass du als „Guter SOHN“ nur eins zu sein hast:
DU SELBST!

Es gibt kein Prinzip, das IMMER zur Gerechtigkeit führt, wenn man es anwendet. Gerechtigkeit ist ohne Liebe GAR NICHTS!

Dieses Wissen trägt deine Seele schon sehr lange in sich, aber sie wurde damit niedergeschmettert von jenen, die sich und andere den Prinzipien opfern, wenn es sein muss!

„Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Gnade.“ Auch das ist ein Wissen deiner Seele seit Langem, aber auch diese Wahrheit war eine, dir dir nichts als innere und auch äußere Qual bereitet hat.
Denn du hast dich denen gegenüber, die in der Macht sind, ihren Willen durchzusetzen, koste es, was es will, NIE als gleichwertig betrachtet.

Aber, Markus? Es mag sein, dass ein Mann sterben muss, weil ein anderer in der Macht ist, ihm sein Leben zu rauben. Doch NIEMALS kann die Wahrheit der Seele geraubt werden.

Es mag sein, dass eine so verletzte Seele sich über viele Inkarnationen nicht mehr traut, für das eigene, tiefe Wissen einzustehen. Aber irgendwann hat sie es geschafft und dann steht sie kräftiger und mutiger für ihre Wahrheit ein, als je zuvor. Denn sie ist durch jeden Kampf weiser geworden.

Achte darauf, welche Prinzipien du hast, Markus! Achte darauf, ob es wirklich DEINE sind!

U. Markus fühlt sich im Beruf und am Platz, wo er wohnt, suchend. Wie kann er seinen Platz finden? Was ist seine Berufung und der Platz, wo er wohnen will?

D: Markus, dieser Platz kann eine Höhle im Urwald sein mitten im Kriegsgebiet.
Und die Berufung kann ein einziger Satz der Liebe sein, den du zur rechten Zeit sprichst.
Es ist weder der Beruf noch der Wohnort, aus dem dir Geborgenheit und Sinnfindung wachsen kann, sondern DU BIST ES!

Du bist in dir zuhause und jeder einzelne Tag ist Berufung, Berufung zum MENSCH SEIN. Wo immer du bist, was immer du tust!

Glaubst du, dass 96 % der Menschen ein sinnloses Dasein führen? Weil ihre Arbeit profan und ihre Wirkung unspektakulär sind?

Nun, wenn du es glauben würdest, wäre meine letze Inkarnation hier in Vietnam eine völlig sinnlose. In Wahrheit war sie die Krönung meiner Seelenkräfte.
Denn ich LEBTE mich. Und ich wirkte damit auf viele Gutes.

U. Markus fragt: Ich habe immer so einen Wunsch, mich kreativ ausdrücken zu können, habe auch schon einiges probiert (Musik, Malen), aber noch nicht das Richtige gefunden. Was könnte meine kreative Ausdrucksart sein?

D: Was ist denn Kunst?
Kunst ist das Unsichtbare, das Unbenennbare sichtbar werden zu lassen oder hörbar, fühlbar.
Markus, was dir gefehlt hat, um zufrieden zu sein, war nicht die perfekt „richtige“ Form, sondern der Inhalt.

DAS ist die Sehnsucht deiner Seele, andere Seelen zu berühren … nicht zu beeindrucken, das ist zweierlei.

U. Er schreibt weiter: Er kommt immer wieder an das Thema Mann sein. Was ist ein Mann, hier habe ich noch keine Antworten gefunden. Was könnte mir behilflich sein, mein Mann sein zu entdecken und zu leben?

D. lächelt: Nicht Mann sein, Markus, es geht ums Vater sein!
Alle Väter, die du erlebt hast, forderten dein SOHN sein, damit kannst du nicht in den Frieden kommen: Ein Sohn hat nachfolgend zu sein, ein Vater vorausgehend.

Wenn ein junger Wolf das Rudel verlässt, weil er zu stark geworden ist, um sich weiter dem Alpha Männchen unterzuordnen, dann darf er auf gar keinen Fall mehr auf den Routen des Vaters gehen! Dann muss er SEINE Eigenen finden.

Du bist entweder bereit, „Vater“ zu sein oder bleibst Sohn, es gibt nichts dazwischen.
Über dieser Art Vater gibt es nur einen Vater: Das ist der Vater aller Väter, Gott.
Vor ihm bleibst du Kind.

U. Er schreibt, dass er manchmal eine große Wut hat und Angst hat, wenn sie raus kommt, dass sie sehr zerstörerisch sein könnte, deshalb hält er sie unter Verschluss.
Wie kommt er an diese Wut heran und wandelt sie in positive Energie?

D: Hm, hm, eine MORDSWUT, Markus! Als KIND hast du das WIRKLICH so wahrgenommen…
Wut zu empfinden, ist völlig normal!

Es geht nicht darum, ob man sie hat oder nicht, sondern WOFÜR! du sie einsetzt!
Zurzeit setzt du sie dazu ein, dich selbst zu verhindern.
Wut ist aber auch Kraft, das siehst du richtig.

Nur das sind nichts als Worthülsen, solange du nicht weißt, auf wen du wütend bist. Ich hab dir einiges dazu gesagt, Namen darf ich nicht nennen, aber das übergeordnete Prinzip hab ich dir genannt.

Deine Wut kannst du nicht wandeln, ohne zu wissen, auf was und wen sie gerichtet war, als du begonnen hast, sie zu verurteilen und dich vor ihr zu fürchten.

Sie ist ursächlich eine Folge vergangener Leben, aber sie ist auch in deiner Kindheit aus der Sicht des Kindes lebensgefährlich gewesen.
Sie ist es auch immer noch!
Es ist gefährlich, wenn dich „Prinzipienreiter“ beim Autofahren wütend machen!

Frieden machen bedeutet, zuerst einmal den Mut haben, dem „Feind“ ins Angesicht zu sehen, sich mit ihm VERTRAUT zu machen.
Das gilt auch für deine Wut.

Es steht mir nicht zu, zu sagen, geh hierhin oder dorthin, aber ich kann dir sagen: Was du findest, weil es sich ergibt, entspricht meiner Führung.

U. Markus fragt, warum er noch Gefühle als Mann zu Tina hat. Was will seine Seele in dieser Sache für Erfahrungen machen?

D: Ich bedaure, dazu darf ich dir leider gar nichts sagen, es würde zu sehr in Entscheidungsprozesse eingreifen, die ich nicht beeinflussen darf.

U: Ich danke dir, lieber Duong, und hoffe sehr, dass Markus damit geholfen ist.

D: Nun, Markus, Leid ist gewichtig und keineswegs mit wenigen Worten und Erklärungen zu lösen.

Es hieße, das Leid der Seele nicht anzuerkennen, würden wir es damit bewenden lassen.
Aber es ist ein Anfang zu einem Leben, in dem er MIT SICH SELBST EINS IST!

Alles, was ich dazu tun kann, will ich von Herzen gerne tun.

Auf Wiedersehen, Uta, und Gottes Segen mit dir!